NYC – Film: „The Ballad of Buster Scruggs“

Ich war am 01.10.18 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Ballad of Buster Scruggs“ (in D. ab dem 16.11.18 auf Netflix zu sehen)   132 min  western, comedy, drama 

dir. Joel Coen, Ethan Coen  cast: Tim Blake Nelson, James Franco, Brendan Gleeson, Zoe Kazan, Liam Neeson, Tom Waits, Tyne Daly, Stephen Root, Grainger Hines, Bill Heck

 

Ein singender Cowboy (Tim Blake Nelson), ein Bankräuber (James Franco), ein Schausteller (Liam Neeson), ein Goldsucher (Tom Waits), eine Siedlerin (Zoe Kazan) und eine Lady (Tyne Daly), die mit vier Männern in einer Kutsche sitzt…am Ende ihrer Geschichten gibt es wohl immer einen Toten…

 

B+ (Wertung von A bis F) „The Ballad of Buster Scruggs“ ist der neue Film der Coen Bros. („Fargo“, No Country For Old Men, A Serious Man, Inside Llewyn Davis). Es ist ein Episodenfilm, der in sechs Kapitel aufgeteilt ist.

Die erste („The Ballad of Buster Scruggs“) und die zweite Episode („Near Algodones“) sind witzig, aber auch recht blutig und wenn man es sich gerade im Lachmodus gemütlich gemacht hat, kommt die dritte („Meal Ticket“) und stimmt einen nachdenklich, gar traurig, die vierte (All Gold Canyon) ist eine wunderbare Fabel über den Menschen und die Natur (übrigens mit Tom Waits, den ich überhaupt nicht erkannte), die fünfte („The Gal Who Got Rattled“) erzählt eine tragische Siedler-Story und bei der sechsten und letzten Episode („The Mortal Remains“) fühlte ich mich, als ich diese dialogreiche Kutschfahrt begleitete, zunächst  an Quentin Tarantinos The Hateful Eight erinnert. Jeder wird sein Lieblingssegment in diesem Film haben. Ich mochte am meisten das 1., 2., und das 6. Kapitel. 

Es hat aber nicht lange gedauert, dass ich diesen Western-Episodenfilm in mein Herz geschlossen habe. Ich weiß noch genau, dass ich bereits bei der ersten Episode und der zweiten Saloon-Szene gedacht habe, wenn das so weitergeht, ist das einer meiner Lieblingsfilme der Coens. Am Ende waren es aber sechs separate und völlig unterschiedlichen Geschichten, aber alle haben einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Jede einzelne ist von Originalität und perfektem Timing geprägt, gestalterisch sehr präzise und schwarzhumorig, wie man das von einem Werk der Coen Brüder erwartet. Absolut hinreißend, wie sie jede neue Geschichte einleiten.

Die Filme der regieführenden Brüder sind für das Kino geschaffen, dies ist ihre erste Netflix-Produktion. „The Ballad of Buster Scruggs“ war ursprünglich als Sechsteiler für das Fernsehen (bzw. Netflix) geplant. Dann wurde daraus ein Netflix-Spielfilm. Für die meisten Coen-Bros.-Fans bedeutet das, dass sie diesen Film dann leider auch nur auf diesem Streamingportal sehen können. Um sich für die Oscars zu qualifizieren, wird dieser Film wohl nur in ausgewählten amerikanischen Kinos zu sehen sein. Ich hatte es bereits bei meiner ersten Prognose zu den Oscar-Nominierungen 2019 erwähnt, Netflix hat die besten Oscar-Strategen der Branche angeheuert und jetzt ist jeder, der sich mit den Oscars beschäftigt, gespannt, wie weit sie im nächsten Jahr (vor allen Dingen mit „Roma“) kommen. Für mich war es bei „The Ballad of Buster Scruggs“ das erste Mal, dass ich das neue Netflix-Logo (ein simples „N“) gesehen habe. 

„The Ballad of Buster Scruggs“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Nebendarsteller (Tim Blake Nelson), Bestes Originaldrehbuch Update: „The Ballad of Buster Scruggs“ hat 3 Oscar-Nominierungen (Bestes adaptiertes Drehbuch, Bestes Kostümdesign und Bester Song für „When a Cowboy Trades his Spurs for Wings“) erhalten. 

„The Ballad of Buster Scruggs“ wurde erstmalig auf dem Venice International Film Festival 2018 gezeigt. Auf diesem Filmfestival haben die Coen-Brüder den Preis für das beste Drehbuch gewonnen. Der Film wird am 16.11.18 in einigen amerikanischen Kinos anlaufen und zeitgleich auf Netflix zu sehen sein. In Deutschland wird dieser Film wohl auch ab dem 16.11.18 über Netflix abrufbar sein. Ich habe den Film in einem Screening der Screen Actors Guild gesehen. Im Anschluss an den Film haben sich die Schauspieler Tim Blake Nelson, Grainger Hines und Bill Heck, sowie die legendäre Casting Direktorin Ellen Chenoweth einem Interview gestellt und die Fragen des Publikums beantwortet. Das Publikum, das vorwiegend aus Schauspielern bestand, wollten vorwiegend von allen Beteiligten wissen, wie es ist, mit den Coen Bros. zu arbeiten.

Trailer zu sehen:

 

 

amerikanische Filmplakate v. „The Ballad of Buster Scruggs“

 

Q & A nach dem SAG-Screening v. „The Ballad of Buster Scruggs“ (v. r. Casting Direktorin Ellen Chenoweth, und die Schauspieler Grainger Hines, Billy Lockwood und Tim Blake Nelson und der Interviewer)

 

Chicago – Film: „The Disaster Artist“

Ich war am 02.12.17 in Chicago und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Disaster Artist“ (dt. Kinostart: 01.02.18)  103 min  drama, comedy, biopic, adaptation
dir. James Franco cast: James Franco, Dave Franco, Seth Rogen, Bryan Cranston, Melanie Griffith, Jacki Weaver, Alison Brie, Megan Mullally, Josh Hutcherson, Zac Efron, Bob Odenkirk, Zoey Deutch, Sharon Stone

 

Im Jahr 1998 in San Francisco. Der 19-jährige Greg Sestero (Dave Franco) nimmt Schauspielunterricht und während er ängstlich und unsicher auf der Bühne agiert, tritt ein anderer, wesentlich älterer Schauspielschüler, Tommy Wiseau (James Franco), völlig übertrieben, aber sehr selbstbewusst auf. Beiden wird nicht unbedingt ein Talent attestiert. Zwischen ihnen entwickelt sich jedoch eine Freundschaft, beide träumen von der großen Hollywoodkarriere und so ziehen sie kurzerhand gemeinsam nach Los Angeles. Mit ihrer Karriere will es nicht so wirklich klappen. Eines Tages schreibt Tommy Wiseau dann selbst ein Drehbuch, die beiden drehen dann „The Room“, ein Film, bei dem Tommy Wiseau auch Regie führt…

 

B- (Wertung von A bis F) „The Disaster Artist“ basiert auf einer wahren Geschichte und ist eine Adaption von Greg Sesteros und Tom Bissells Sachbuch „The Disaster Artist: My Life Inside The Room, the Greatest Bad Film Ever Made“. Der Film handelt der Freundschaft von Greg Sestero und Tommy Wiseau und von den Dreharbeiten des als schlechtesten Film aller Zeiten geltenden „The Room“. Es ist der 15. Spielfilm, bei dem das amerikanische Multitalent James Franco Regie führt, zugleich spielt er in diesem Film die Hauptrolle.

Ich habe „The Room“ nicht gesehen, bevor ich mir „The Disaster Artist“ aber angeschaut habe, habe ich mir auf YouTube einige Szenen aus dem Film angeguckt. Um das ganze Ausmaß von Tommy Wiseau, seinem Schauspiel und den ganzen Hype um diesen Film auch nur im Ansatz verstehen zu können, empfiehlt es sich aber wahrscheinlich „The Room“ vorher zu gucken. Da sehr viel in „The Disaster Artist“ auch mit Tommy Wiseaus Sprache zutun hat, ist es unumgänglich „The Disaster Artist“ in der OV bzw. OmU zu sehen.

Wenn ich ehrlich bin, konnte ich mit „The Disaster Artist“ nicht viel anfangen. Mir kam das Ganze auch mehr als eine Hommage an Tommy Wiseau vor. Kann es letztendlich auch nur sein, weil dieser, völlig von Talent befreite Darsteller, Drehbuchautor und Regisseur hundertprozentig (nach Wiseaus eigenen Angaben 99,9%) hinter James Francos Projekt steht und auch mit ihm auf Werbetour für den Film durch die Talkshows zieht. Nun ist Tommy Wiseau aber ein Freak und keiner der liebenswerten-sympathischen Sorte. Ich hätte gerne mehr über diese mysteriöse Type erfahren, wo kommt er (wirklich) her, wie alt ist er und woher hatte er die sechs Millionen Dollar für die Produktion von „The Room“, ganz zu schweigen von dem Geld, das er für die Werbung desselbigen investiert hat. All das erfährt man nicht, auch erfährt man nichts darüber, wie aus diesem, offensichtlich grottenschlechten Film auf einmal ein Must-See-Film geworden ist.

„The Disaster Artist“ hat die Entstehung des Phänomens von „The Room“ – aus, wahrscheinlich dramaturgischen Gründen – gekürzt. In der Realität war „The Room“ nicht gleich mit der Premiere des Films ein Kultfilm, das hat sich langsam aufgebaut. Im Jahr 2003 tauchte in Hollywood auf einmal eine riesige Plakatwand für „The Room“ auf. Darauf zu sehen, war ein seltsam aussehender, langhaariger Mann in Nahaufnahme. Einige Werbeanzeigen in den bekannten Branchenblättern wurden geschaltet und auch wurde der Film für zwei Wochen in L.A. ins Kino gebracht (um sich für die Oscars zu qualifizieren!). Als der Film erstmalig ins Kino kam, wollte ihn kaum einer sehen. Irgendwann hatte es sich dann aber herumgesprochen, dass dieser Film so schlimm ist („The Best Worst Film Ever Made!“), dass man ihn tatsächlich gesehen haben muss. Der Film hatte dann einige prominente Befürworter (darunter Paul Rudd und Jonah Hill) und weitere Monate später waren exklusive Mitternacht-Vorstellungen in Los Angeles auf einmal ausverkauft. Jetzt war die Filmvorführung ein Event (vergleichbar mit „The Rocky Horror Picture Show“), zu dem man verkleidet kommt, Dialoge mitsprechen kann und als Zuschauer zu dem agieren kann, was Bizarres auf der Leinwand zu sehen war. Im Gegensatz zu „The Rocky Horror Picture Show“ macht man sich aber über das Gezeigte lustig und hat Spass dabei. Die amerikanische Journaille hat sich dann auf die Story gestürzt, der Kultfilm war geboren, seit jetzt mittlerweile 14 Jahren gibt es regelmäßig „The Room“-Vorstellungen landesweit in den U.S.A., aber auch in Kanada, England und einigen anderen englischsprachigen Ländern.

Wenn man das alles nicht miterlebt hat, wird es eng, auch was die Sympathiebekundungen für „The Disaster Artist“ angeht. Man sieht einen guten Schauspieler (James Franco) mit einer schwarzen Langhaar-Perücke, Kontaktlinsen und Maske, der einen ehrgeizigen, von sich selbst überzeugten, aber talentbefreiten Typen mimt. Daneben James Francos Bruder (Dave), der irritierenderweise Wiseaus Freund spielt und viele bekannte Gesichter in den Nebenrollen. Schlechtes Schauspiel ist mir zuwider, da James Franco hier natürlich auch Wiseaus „Schauspielkünste“ nachahmt, habe ich bei diesem Film Bauchschmerzen bekommen. Franco selbst macht seine Sache sehr gut, das sieht man insbesondere am Ende, wenn Wiseaus und Francos Szenen gegenübergestellt werden.

„The Disaster Artist“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (James Franco). Update: The Disaster Artist hat 1 Oscar-Nominierung erhalten (Best Adapted Screenplay)

„The Disaster Artist“ wurde erstmalig auf dem South by Southwest Festival 2017 gezeigt. Der A24-Film wurde am 1.12.17 in 19 amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er in 1010 Kinos landesweit in den U.S.A. Für Deutschland ist ein Kinostart am 1.2.18 geplant.

Trailer zu sehen:

Eine Szene aus „The Disaster Artist“

Best of „The Room“

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Shape of Water„
Bewertung des Trailers: A- (Redband-Trailer)
Kommentar: Guillermo del Toros neuer (Oscar-)Film mit Sally Hawkins und Michael Shannon
Wie oft schon im Kino gesehen: 6 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen

Trailer v. Film: „Downsizing„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Alexander Paynes neuer Film soll problematisch sein, vom Trailer her sieht er aber wirklich gut aus
Wie oft schon im Kino gesehen: 7 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Proud Mary„
Bewertung des Trailers: A- (neuer Trailer)
Kommentar: Actioner mit Taraji P. Henson in der Hauptrolle
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ja, ich glaube schon

Trailer v. Film: „Thoroughbreds„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Drama/Thriller mit Anya Taylor-Joy. Einer der letzten Film mit Anton Yelchin.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Game Night„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Thriller/Komödie mit Jason Bateman, Rachel McAdams, Kyle Chandler
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „A Prayer Before Dawn„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Gefängnisdrama
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich denke schon

Trailer v. Film: „Blockers„
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Komödie mit Leslie Mann und John Cena
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Kinoaufsteller von „The Room“

Berlin – Film: „Alien: Covenant“

Ich war am 19.05.17 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„Alien: Covenant“ (dt. Kinostart war der 18.05.17) 122 min horror, sci-fi, sequel
dir. Ridley Scott cast: Michael Fassbender, Katherine Waterston, Billy Crudup, Danny McBride, Demián Bichir, Carmen Ejogo, Guy Pearce, James Franco

 
Im Jahr 2104. Das Raumschiff Covenant ist auf dem Weg zu einem abgelegenen Planeten am Rand der Galaxie. Die Crew-Mitglieder wollen dort mit 2000 eingefrorenen Menschen und 1000 Embryonen eine neue Menschenkolonie aufbauen. Das Kolonieschiff gerät in einen Weltraumsturm und so muss der Android Walter (Michael Fassbender) die Besatzungsmitglieder vorzeitig aus ihrem mehrjährigen Schlaf wecken. Als die Besatzung ein Signal von einem anderen Planeten empfängt, steuert sie diesen an. Vielleicht ist dieser erdähnlicher Planet bewohnbar und sogar noch besser geeignet als der andere? Wenn sie sich da mal nicht getäuscht haben…

 
B+ (Wertung von A bis F) „Alien Covenant“ ist der neue Film des englischen Filmemachers Ridley Scott („Blade Runner“, Thelma & Louise“, „Gladiator“, The Martian) und eine Fortsetzung zu Prometheus. Beide Filme sind Teil der Trilogie und ein Prequel zu Ridley Scotts Film „Alien“ aus dem Jahr 1979.

Als ich aus dem Kino kam, habe ich mich bombig unterhalten gefühlt. Auch wenn es mir etwas zu lange gedauert hat, bis die Story richtig Fahrt aufnimmt, fand ich den Film ab dem Moment, in dem die Covenant-Besatzung den fremden Planeten betritt, sauspannend. Bei quasi allen Filmen bleibt es bei der Bewertung, die ich mir noch im Kino notiert habe. Bei diesem Film bleibt es demzufolge auch bei „B+“.

„Alien: Covenant“ ist nun kein Film über den man länger nachdenken sollte. Es ist auch für mich mehr ein Horrorfilm, als ein Sci-Fi-Streifen. Ein Horrorfilm von der Sorte, bei dem man die Beweggründe der „Monster“ relativ offen lässt und die Menschen aufgrund ihres ausgesprochen dämlichen Verhaltens zu Opfern werden. Es hat zwar der Spannung keinen Abbruch getan, aber es hat mich gestört, dass ich kaum etwas über die Besatzungsmitglieder wusste und sie auch kaum auseinanderzuhalten konnte. Gut, da gab die bekannten Schauspieler Billy Crudup, Danny McBride, Katherine Waterston (bei der man sieht, was eine richtig unvorteilhafte Frise aus einem eigentlich hübschen Mädchen machen kann, wer Inherent Vice gesehen hat, weiß, wie sie aussehen kann) und – ich hatte es fast vergessen – Demián Bichir. Die Crew-Mitglieder sind alle untereinander verpaart, wer mit wem, war mir nicht eindeutig klar. Das finde ich insbesondere dann schade, wenn ich nicht mal bemerkt habe, dass es auch ein schwules Pärchen gibt. Wie bereits weiter oben angedeutet, waren mir die vielleicht ersten 30 Minuten zu zäh, es hätte aber dramaturgisch nicht geschadet, wenn man diese Zeit in die Charakterzeichnung investiert hätte. Eigentlich hätte es geholfen, wenn die „Last Supper“-Szene (s. Link zum Clip) im Film geblieben wäre, dafür hätte man beispielsweise die unnütze 127 Hours-Szene streichen können.

Als Horrorfilm hat mir „Alien: Covenant“ wie gesagt gefallen, lieber hätte ich aber einen richtig guten Sci-Fi-Film gesehen. Dazu hätte sich die Handlung eigentlich nur auf David und sein Zusammentreffen mit der Besatzung der Covenant konzentrieren müssen, den ganzen Alien-Kram hätte man sich für den nächsten Teil aufheben können. Aber gut, der Film ist das was er ist, hat mir trotzdem sehr gut gefallen und mit einem Kinobesuch habe ich zwei Michael Fassbenders bekommen. Es gibt also keinen Grund, sich zu beschweren.

Fassy schafft es hier auf meisterhafte Weise die zwei so unterschiedlichen Androiden David und Walter zu portraitieren. Walter ist die überarbeitete Version von David, die menschlichen Züge sind weitestgehend verschwunden, er spricht Amerikanisch im Vergleich zum britischen David.

 
„Alien Covenant“ ist am 19.05.17 landesweit in die amerikanischen Kinos gekommen, in Deutschland war der Film bereits einen Tag zuvor zu sehen. Ich habe in in Deutschland in der OV gesehen. Aus zeitlichen Gründen habe ich mich dieses Mal aber gegen die IMAX-Version entschieden.

Trailer zu sehen:

 
Last Supper Szene (Prolog):

 
vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Wonder Woman„
Bewertung des Trailers: D+ (gezeigt in der OV)
Kommentar: Eine weitere Comic-Verfilmung auf die keiner gewartet hat, schlimm. Mit Gal Gadot, Chris Pine und Robin Wright
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Spider-Man: Homecoming„
Bewertung des Trailers: B (gezeigt in der OV)
Kommentar: Neuer Spider-Man-Film mit Tom Holland und auch mit Robert Downey Jr. als Iron Man
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bei 90% RT

Trailer v. Film: „The Hitman´s Bodyguard„
Bewertung des Trailers: B+ (gezeigt in der OV)
Kommentar: Actionkomödie mit Samuel L. Jackson und Ryan Reynolds
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ja, mal gucken

Trailer v. Film: „Transformers: The Last Knight„
Bewertung des Trailers: nicht bewertbar, da ich super schlechte Laune bekommen habe (gezeigt in der OV)
Kommentar: FYMB
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: Niemals…nie

Trailer v. Film: „Pirates of the Caribbean: Dead Men Tell No Tales„
Bewertung des Trailers: B+ (gezeigt in der OV)
Kommentar: 5. Film der Serie. Warum genau spielt hier Javier Bardem mit?
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Dunkirk„
Bewertung des Trailers: B+ (gezeigt in der OV)
Kommentar: Der Christopher-Nolan-Film mit Kenneth Branagh, Tom Hardy und Mark Rylance. Der Film ist für den Sommer angekündigt, also kein Oscar-Film?
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Mummy„
Bewertung des Trailers: C (gezeigt in der OV)
Kommentar: Ernsthaft? Bei Tom Cruise bin ich eh draußen…
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „War for the Planet of the Apes„
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer, gezeigt in der OV)
Kommentar: Mir geht das Herz auf, wenn ich Caesar sehe, ich liebe diese Reihe.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 

 

Kino in Berlin

Grundsätzlich gehe ich in Deutschland so gut wie nie regulär ins Kino (das letzte Mal war ich vor ungefähr einem Jahr zu Toni Erdmann). Ich bin einfach zu genervt davon, so viel Werbung vor dem Film sehen zu müssen. Jetzt habe ich aber die Unter-der-Woche-14.00-Uhr-Vorstellung für mich entdeckt. Zu dieser Zeit verirrt sich kaum ein Zuschauer ins Kino (ich habe in einem riesigen Kino ca. 20 Zuschauer gezählt), entsprechend kann man sich irgendeinen Sitzplatz im Kino aussuchen, man bekommt auch kaum Werbung zu sehen. Vor meiner Vorstellung wurden 22 Minuten Werbung (bzw. überwiegend Trailer und auch gab es eine überflüssige dreiminütigen Pause, in dem man sich entweder ein Eis kaufen oder noch mal schnell auf Toilette gehen kann) gezeigt. Vielleicht gehe ich jetzt öfter um diese Zeit ins Kino. Ich war allerdings überrascht, so viele (acht!!!) Trailer im deutschen Kino zu sehen.

 

Denver – Film: „Sausage Party“

Ich war am 25.08.16 in Denver und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„Sausage Party“ (dt. Filmtitel: „Sausage Party – Es geht um die Wurst“, dt. Kinostart: 06.10.16) 89 min animation
dir. Greg Tiernan, Conrad Vernon cast: Seth Rogen, Jonah Hill, Kristen Wiig, Bill Hader, James Franco, Michael Cera, Paul Rudd, Danny McBride, Craig Robinson, Edward Norton, Salma Hayek

 
Für die Lebensmittel des Supermarktes Shopwell´s gibt es nichts Erstrebenswerteres als zu den Auserwählten zu gehören. Sie halten die Konsumenten für Götter und wenn sie in ihrem Einkaufswagen landen und gekauft werden, wissen sie, dass jetzt das Paradies folgt. Nun wurde aber der Honigsenf (Danny McBride) gerade in den Supermarkt zurückgebracht und hat Horrorstories zu erzählen. Angeblich soll es gar keinen Gott geben, er hält die Menschen sogar für Monster. Niemand schenkt ihm Glauben, alle sind schon ganz vorfreudig auf die große Party, denn es ist amerikanischer Unabhängigkeitstag.

 
B- (Wertung von A bis F) „Sausage Party“ ist ein Animationsfilm für Erwachsene – und zwar ausnahmslos. Die Geschichte stammt aus der Feder von Seth Rogen und Evan Goldberg (This is the End).

Wie dieser Animationsfilm das Thema Glauben angeht, ist originell und stellenweise sehr smart – insbesondere wenn die Esswaren realisieren, dass es gar keinen Gott (keine Götter) gibt. Ansonsten geht es hauptsächlich um Sex. viel zotiger Humor, viel Fluchen – das muss man schon mögen. Irgendwann wiederholen sich aber die Jokes und dann weist der Film Längen auf. Schade. Allein um den teils guten Sprachwitz mitzubekommen, empfehle ich die Originalfassung.

Eines Tages wird es bei den Oscars eine Kategorie für die momentan noch immer unterschätzten motion capture und voice performances geben, Edward Norton wäre für mich ein Kandidat für die Synchronisation des jüdischen Sammy Bagel Jr.

 
An der amerikanischen Kinokasse war der Anfang August in den U.S.A. gestartete Film überraschend erfolgreich. Eine Fortsetzung zu „Sausage Party“ ist im Gespräch.

„Sausage Party“ wurde erstmalig auf bei South by Southwest 2016 gezeigt.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Masterminds„
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Komödie mit Zach Galifianakis, Owen Wilson, Kristen Wiig, etc. Sollte eigentlich schon vor einem Jahr ins Kino kommen, dann ist der amerikanische Verleih (Relativity) in finanzielle Schwierigkeiten gestrudelt und der Film wurde verschoben.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Bad Santa 2„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Fortsetzung zu einem Film, den ich liebe. Wieder mit Billy Bob Thornton, aber auch Kathy Bates
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Office Christmas Party„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Komödie mit Jason Bateman, Courtney B. Vance, aber leider auch Jennifer Aniston
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Why Him?„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Komödie mit James Franco und Bryan Cranston
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Resident Evil: The Final Chapter„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Der vielleicht letzte Film der Resident-Evil-Reihe mit Milla Jovovich. Ich habe keinen der Filme gesehen, der Trailer ist aber nahezu perfekt.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Kevin Hart: What Now?„
Bewertung des Trailers: C (neuer Trailer)
Kommentar: Stand-Up-Comedy-Film mit Kevin Hart
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

 

einer der amerikanischen Aufsteller von "Sausage Party"
einer der amerikanischen Aufsteller von „Sausage Party“

 

 

Chicago – Film: „The Night Before“

Ich war am 28.11.15 in Chicago und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Night Before“ (dt. Filmtitel: „Die Highligen drei Könige“, dt. Kinostart: 26.11.15) 101 min comedy
dir. Jonathan Levine cast: Joseph Gordon-Levitt, Seth Rogen, Anthony Mackie, Michael Shannon, Jillian Bell, Lizzy Caplan, Mindy Kaling, James Franco, Tracey Morgan

 

Nachdem die Eltern von Ethan (Joseph Gordon-Levitt) vor 14 Jahren verstorben sind, hat er es mit seinen beiden Freunden Isaac (Seth Rogen) und Chris (Anthony Mackie) jedes Jahr zu Weihnachten richtig krachen lassen. Jetzt sind sie aber alle mittlerweile Mitte 30, Isaacs Ehefrau Betsy (Jillian Bell) ist hochschwanger und sie wollen nur noch ein letztes Mal an Weihnachten richtig feiern…

B+ (Wertung von A bis F) „The Night Before“ ist eine Komödie des New Yorker Regisseurs Jonathan Levine. Vor ein paar Jahren hat er bereits bei der Seth Rogen/Joseph Gordon-Levitt-Tragikomödie 50/50 Regie geführt.

„The Night Before“ hat einen großartigen Wortwitz (daher unbedingt in der Originalfassung anschauen). Es ist jetzt schon einige Wochen her, dass ich den Film gesehen habe, aber ich kann mich noch gut daran erinnern, dass ich quasi von Anfang bis zum Ende gelacht, gekichert oder mich wenigstens gut unterhalten gefühlt habe.

Bei den meisten Bromance-Komödien werden Frauen darauf reduziert, Sexobjekte oder Nervensägen zu sein. Bei dieser Komödie spielen zwar Frauen auch nur eine Nebenrolle, dafür dürfen sie aber gleichberechtigt witzig sein. Jillian Bell, deren komödiantisches Talent und Timing mir bereits in 22 Jump Street aufgefallen ist, ist auch hier herausragend und passt wunderbar zu Seth Rogen. Überhaupt stimmt die Chemie der drei Hauptdarsteller.

Anthony Mackie hatte ich kurz zuvor noch in dem anderen, nicht so empfehlenswerten Weihnachtsfilm Love the Coopers gesehen. Sein Schauspieldebüt hat er seinerzeit in Eminems „8 Mile“ gegeben, ich habe ihn erst Jahre später, in dem Oscar-Film The Hurt Locker zum ersten Mal bemerkt. Mittlerweile hat er den Status eines Filmstars erreicht. Er hat die Attraktivität und das Charisma eines Denzel Washington. Ich hoffe, dass er zukünftig nicht nur kommerziellen Kram dreht, sondern dass ich ihn auch mal in ein paar anspruchsvollen Filmen zu sehen bekomme.

Ansonsten gibt es über „The Night Before“ noch zu berichten, dass James Franco mal wieder herrlich selbstironisch daherkommt und Michael Shannon einmal mehr beweist, wie grandios er ist.

 

Trailer zu sehen:

 

 

vorgeschaltete Trailer:

da ich mich ins Kino geschlichen habe und leicht verspätet war, habe ich nur noch den folgenden Trailer gesehen:

Trailer v. Film: „Deadpool“
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: wieder so ein Marvel-Superhelden-Mist
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

San Francisco – Film: "True Story"

Ich war am 17.04.15 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„True Story“ (dt. Filmtitel: „True Story – Spiel um Macht“, dt. Kinostart: 06.08.15) 104 min drama, thriller, adaptation
dir. Rupert Goold cast: Jonah Hill, James Franco, Felicity Jones, Gretchen Mol

Michael Finkel (Jonah Hill) arbeitet als Journalist für die New York Times. Nachdem herausgekommen ist, dass nicht alles was er in seinem letzten Artikel veröffentlicht hat, der Wahrheit entspricht, wurde er vor die Tür gesetzt. Daraufhin lebt er erst einmal wieder mit seiner Frau Jill (Felicity Jones) in ihrem gemeinsamen Haus in Montana. Eines Tages bekommt er einen Anruf eines Journalisten, er soll zu dem Fall „Christian Longo“ Stellung nehmen. Michael Finkel hört den Namen zum ersten Mal. Es stellt sich heraus, dass Christian Longo (James Franco) kürzlich in Mexico verhaftet wurde und jahrelang unter Michael Finkels Namen gelebt hat. Dieser Mann soll seine Frau und seine drei kleinen Kinder ermordet haben. Michael Finkel kontaktiert Christian Longo im Gefängnis.

C- (Wertung von A bis F) „True Story“ basiert auf dem gleichnamigen Memoiren von Michael Finkel. Der Film ist das Kinofilmdebüt des britischen Theaterregisseurs Rupert Goold.

Der Film ist ganz schön zäh und ermüdend. Vermutlich liegt es aber bereits an der Geschichte, die für einen abendfüllenden Spielfilm vielleicht etwas dürftig ist.

Bei den meisten Filme über die ich hier in diesem Blog schreibe, spielt James Franco mit. – zumindest gefühlt. Der letzte Film, den ich mit ihm gesehen habe ( I Am Michael) liegt noch keine drei Monate zurück. Zwischendurch hatte ich meine Probleme mit ihm, in True Story fand ich ihn aber sehr gut. Jonah Hill hat in der Vergangenheit auch mehrmals bewiesen, dass er in dramatischen Rollen glänzen kann. Hier hat er mir aber nicht so gut gefallen, vielleicht liegt es aber auch an seiner Rolle. Auch er wird zum Zuschauer der James-Franco-Festspiele. Die Einzige, die James Franco hier das Wasser reichen kann, ist – zumindest in einer Szene – Felicity Jones.

„True Story“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2015 gezeigt.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Far Form the Madding Crowd“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Thomas Vinterbergs neuer Film mit Carey Mulligan und Matthias Schoenaerts
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Me & Earl & the Dying Girl“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Drama, das in Sundance groß abgesahnt hat
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Aloha“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Cameron Crowes neuer Film mit Bradley Cooper, Emma Stone, Alec Baldwin, Bill Murray
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Straight Outta Compton“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Biopic über Musiker mit Paul Giamatti
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Ex Machina“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Regiedebüt von Roman- und Drehbuchautor Alex Garland. Sci-Fi-Film mit Domhnall Gleeson und Oscar Isaac. Film läuft bereits im Kinosaal nebenan.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits gesehen

Trailer v. Film: „Mission: Impossible – Rogue Nation“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Schon wieder so ne Fortsetzung, aber überzeugender Trailer
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Berlin (ale) – Film: "I Am Michael"

Ich war am 11.02.15 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„I Am Michael“ 100 min drama, adaptation, biopic
dir. Justin Kelly cast: James Franco, Zachary Quinto, Emma Roberts, Daryl Hannah, Charlie Carver

San Francisco, 1998. Michael Glatze (James Franco) ist Herausgeber des XY Magazins und Aktivist in der Homosexuellen-Szene. Mit seinem Partner Bennett (Zachary Quinto) ist er bereits seit einigen Jahren zusammen. Aus beruflichen Gründen ziehen die Beiden nach Halifax, Kanada. Michael hat dort anfangs noch keine richtige Aufgabe und fühlt sich nicht wohl. Bald lernt er aber Tyler (Charlie Carver) kennen. Michael, sein langjähriger Partner Bennett und Tyler führen dann eine Beziehung zu Dritt. Eines Tages hat Michael Panikattacken, stellt sein bisheriges Leben infrage und entdeckt die Religion für sich. Sein neu entdeckter Glauben führt dazu, dass er sich von seinen beiden Partnern trennt, seine jahrelang gelebte schwule Identität ablegt, heterosexuell wird und sich von der Schwulen-Szene distanziert. Er hält fortan Homosexualität für den falschen Weg, denn seiner Meinung nach hat jeder die Wahl, ob er schwul oder hetero ist. Ob er mit seinem neuen Lebensweg glücklich wird?

C (Wertung von A bis F) Der Film „I Am Michael“ erzählt eine wahre Geschichte und basiert auf dem New York Times Artikel „MY EX-GAY FRIEND“ von Benoit Denizet-Lewis. „I Am Michael“ ist das Spielfilmdebüt des 34-jährigen Autors und Filmemachers Justin Kelly.

Ich hatte den Eindruck, dass der Film bei dem Publikum in Berlin alles andere als gut angekommen ist. Die neben mir sitzenden Damen haben sich während des Films entrüstet gefragt, ob dies vielleicht eine Komödie sei. Ich hatte auch erhebliche Schwierigkeiten mit dem Film. Ich gebe aber zu, dass ich bis heute nicht auseinanderhalten kann, ob ich mit der Persönlichkeit Michael Glatze und seiner Wandlung oder mit dem Film Probleme habe. Michael Glatzes Lebensgeschichte ist grotesk und seine Standpunkte verursachten bei mir Bauchschmerzen. Für mich ist der Film ein Paradebeispiel dafür, was Religion schlimmes mit Menschen anrichten kann.

Der Film zeigt kein sympathisches Bild von einem Gläubigen. Michael Glatze hatte ein (exzessives) schwules Leben geführt, hatte nie einen Glauben, ging dann hauptsächlich aufgrund von Panikattacken auf Gottsuche, hat zu ihm gefunden (ist heute sogar Pastor einer eigenen Kirche), wurde hetero und hält seitdem Homosexualität für falsch, aber umkehrbar. Etwas Genugtuung hat mir einzig die letzte Szene im Film gegeben. Der Regisseur hat im anschließenden Q & A auf die Frage eines Zuschauers geantwortet, dass der echte Michael Glatze den Film in Sundance gesehen hat und sowohl er als auch seine Frau den Film überraschenderweise lieben.

James Franco gibt hier, entsprechend seiner Rolle, nicht den Strahlemann. Mir hat er in diesem Film wieder ganz gut gefallen, auch wenn ich ihn zum Schluss etwas zu muskelbepackt für seine neu gefundene Identität fand. Nach Palo Alto ist dies bereits das zweite Mal, dass James Franco und Emma Roberts in einem Film spielen.

„I Am Michael“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2015 gezeigt. Der Film hat noch keinen amerikanischen Verleiher gefunden. Ich habe den Film auf der Berlinale 2015 gesehen. Der Film lief im Panorama-Programm. „I Am Michael“ wurde in der OV gezeigt. Nach The Diary of a Teenage Girl war dies der zweite Film, den ich auf der Berlinale 2015 gesehen habe, der restlos ausverkauft war. Der Regisseur Justin Kelly war anwesend und hat sich anschließend ganz tapfer den Fragen des etwas aufgebrachten Publikums gestellt.

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