Berlin – Film: „The Commuter“

Ich war am 30.11.17 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Commuter“ (dt. Kinostart: 11.01.18) 105 min action, thriller
dir. Jaume Collet-Serra cast: Liam Neeson, Vera Farmiga, Patrick Wilson, Jonathan Banks, Elizabeth McGovern, Sam Neill

 

Michael MacCauley (Liam Neeson) arbeitet als Versicherungsmakler und pendelt seit zehn Jahren aus dem Vorort nach Manhattan. Von einem Tag auf den anderen verliert Michael seinen Job und gerät in finanzielle Nöte. Als ihn auf dem Nachhauseweg eine mysteriöse Fremde (Vera Farmiga) im Zug anspricht und ihm ein lukratives Angebot macht, springt er an. Dafür muss er einen bestimmten Passagier im Zug finden, der soll etwas sehr Wertvolles transportieren. Michael wird bald klar, dass nicht nur das Leben der Zug-Passagiere in Gefahr ist, sondern auch das seiner eigenen Familie…

 

C- (Wertung von A bis F) „The Commuter“ ist der neue Film des spanischen Regisseurs Jaume Collet-Serra (Orphan, The Shallows). Nach Unknown, Non-Stop und Run All Night ist „The Commuter“ bereits die vierte Zusammenarbeit des Filmemacher mit seinem Hauptdarsteller Liam Neeson.

„The Commuter“ ist ein Actionthriller, der sich in seinem wirren und überladenen Plot verzettelt. Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht? Die Story ist an den Haaren herbeigezogen, die Performances sind teilweise miserabel, so auch die Computereffekte am Ende. Vielleicht wäre der Film noch zu retten gewesen, wenn er nicht gänzlich von Humor befreit wäre. Ich hatte mich eigentlich wirklich auf den Film gefreut, leider hatte ich am Ende richtig schlechte Laune. Schade.

Ich dachte mal gehört zu haben, dass der 65-jährige irische Schauspieler nach zahlreichen Actionfilmen eigentlich nicht mehr solche Filme drehen wollte. Es stellte sich aber heraus, dass das wohl mehr mein Wunschdenken war, er das so nie gesagt hat. Die jüngere Generation kann sich wahrscheinlich gar nicht mehr daran erinnern, dass Liam Neeson mal ein richtig guter Charakterschauspieler („Schindler´s List“, „Michael Collins“, „Kinsey“) war. Ich gebe zu, dass ich dem „alten“ Liam Neeson nachtrauere und darauf hoffe, dass er endlich mal wieder solide Performances in wirklich sehenswerten Filmen liefert. Dennoch sehe ich ihn immer noch sehr gerne, ich liebe einfach seine Stimme.

„The Commuter“ startet am 12.01.18 landesweit in den amerikanischen Kinos. In Deutschland startet der Film morgen (11.01.18). Ich habe den Film in einer Pressevorführung gesehen. Gezeigt wurde die OmU.

Trailer zu sehen:

 

VOD – Film: „Bone Tomahawk“

Ich habe mir folgenden Film als Leihvideo über iTunes (U.S.) angeschaut:

 

 

„Bone Tomahawk“ (in Deutschland ab 21.01.16 auf DVD) 132 min western, horror
dir. S. Craig Zahler cast: Kurt Russell, Patrick Wilson, Matthew Fox, Richard Jenkins, Lili Simmons, David Arquette, Sean Young, Fred Melamed

 

 

Im Jahr 1890 in der Kleinstadt Bright Hope. Arthur O´Dwyer (Patrick Wilson) ist mit der Ärztin Samantha (Lili Simmons) verheiratet. Er hat sich das Bein gebrochen und wird von seiner Frau zuhause gepflegt. Sheriff Franklin Hunt (Kurt Russell) bittet Samantha nun ins Gefängnis, sie soll sich die Verletzungen eines Gefangenen (David Arquette) anschauen und die Kugel aus seinem Fuss entfernen. Am nächsten Morgen sind Mrs O´Dwyer, der Assistent des Sheriffs und der Gefangene verschwunden. Offensichtlich sind sie entführt worden. Sheriff Hunt, Deputy Chicory (Richard Jenkins), der verletzte Arthur O´Dwyer und der zwielichtige Indianer-Jäger John Brooder (Matthew Fox) nehmen die Verfolgung auf.

 

 

B (Wertung von A bis F) „Bone Tomahawk“ ist das Regiedebüt des Schriftstellers S. Craig Zahler.

Es ist ein atmospährischer, beeindruckend schön fotografierter Western. Die Geschichte wird recht langsam erzählt, die Dialoge sind so brillant wie die Besetzung. Nach ca. 1 1/2 Stunden – und das sollte man vielleicht vorher wissen – wechselt der Film das Genre vom Western zum Horrorfilm. Besonders eine Szene lässt wenig Interpretationsspielraum und war, für meinem Geschmack, in dieser präzisen Ausführung völlig unnötig. Vielleicht hätte ich den Film sogar ohne diese, nicht leicht zu verdrängenden, Bilder noch besser bewertet.

„Bone Tomahawk“ wurde für zwei Film Independent Spirit Awards nominiert. Eine Nominierung erhielten das, von S. Craig Zahler geschriebene Drehbuch und eine Richard Jenkins als Bester Nebendarsteller.

„Bone Tomahawk“ wurde erstmalig auf dem Fantastic Fest 2015 gezeigt. Am 23.10.2015 kam er in einige amerikanische Kinos und wurde zeitgleich auf VOD zur Verfügung gestellt.
Trailer zu sehen:

Boston – Film: "The Conjuring"

Ich war am 20.07.13 in Boston und habe mir im Kino angeschaut:

„The Conjuring“ (dt. Filmtitel: „Conjuring – Die Heimsuchung“, dt. Kinostart: 01.08.13) 112 min horror
dir. James Wan cast: Vera Farmiga, Patrick Wilson, Ron Livingston, Lili Taylor

Lorraine Warren (Vera Farmiga) ist ein Medium und ihr Ehemann Ed Warren (Patrick Wilson) ist Parapsychologe und Dämonologe. Lorraine hat immer noch an ihrem letzten Fall zu knabbern. Sie halten Vorlesungen zu parapsychologischen Vorgängen und bekommen es schon bald mit einem neuen Fall zu tun:

1971 in Harrisville, Rhode Island. Carolyn (Lili Taylor) und Roger Perron (Ron LIvingston) ziehen mit ihren fünf Töchtern in ein neues Haus. Beim Einzug entdecken sie einen geheimen Keller. Schon bald mehren sich unheimliche, nicht zu erklärende Vorkommnisse im Haus. Was geht in diesem Haus vor? Nach einem weiteren angsteinflössenden Vorfall wenden sich Carolyn und Roger Perron an das Ehepaar Warren…

C+ (Wertung von A bis F) Der Film „The Conjuring“ soll auf einer wahren Begebenheit beruhen. Ed und Lorraine Warren waren sehr berühmte Experten für paranormale Phänomene und Geisteraustreibung. Der Fall, der dem Horrorfilm „The Amityville Horror“ zugrunde liegt, findet auch ganz kurz in „The Conjuring“ eine Erwähnung. Schließlich war der Fall in Long Island der nächste, mit dem sich die Warrens dann beschäftigt hatten.

Das Ehepaar Warren finde ich interessant und theoretisch könnte man eine ganze Reihe an Horrorfilmen drehen, die alleine auf ihren Erlebnissen beruhen und aus ihrer Sicht erzählen. Eigentlich könnte man schon aus dem einen oberschaurigen Raum im Haus der Warrens einen Horrorfilm inszenieren. „The Conjuring“ konzentriert sich aber auch auf den Fall der Familie Perron.

Ich glaube, ich bin mit den falschen Erwartungen ins Kino gegangen. Ich bin davon ausgegangen, einen supergruseligen Film zu sehen. Das Gezeigte war auch sicher nicht langweilig, nur hat es sich für mich angefühlt, als ob ich es bereits tausendmal zuvor gesehen habe. „The Conjuring“ hat aber einige wirkungsvolle Kameraeinstellungen und hält einige gut platzierte Schocker und ein paar Gänsehaut-Momente parat. Leider ist der Film zu lang und später im Film gab es, zumindest für mich, auch ein paar unfreiwillig komischer Szenen.

Schauspielerisch konnten mich Lily Taylor („Arizona Dream“) und – natürlich – Vera Farmiga überzeugen. Ich freue mich sehr, dass Vera Farmiga für ihre Rolle als Norma Bates in Bates Motel in der letzten Woche für einen Emmy nominiert wurde.

Ich habe den Film am Eröffnungssamstag in den U.S.A. gesehen. Meine Vorstellung in einem riesigen Kinosaal war beinahe bis auf den letzten Platz besetzt. Auch wenn ich es sonst liebe, im Kino viel Platz um mich herum zu haben, so ist es immer ein ganz besonderes Erlebnis, einen Horrorfilm in einer proppenvollen Vorstellung zu sehen. Man gruselt und erschreckt sich gemeinsam, oder erschreckt sich, weil die anderen zusammenzucken oder kreischen und nicht selten wird herzhaft gelacht, weil man sich halt so erschreckt hat.

Trailer zu sehen:

In diesem Ausschnitt ist die echte Lorraine Warren zu sehen (die Annabelle-Puppe sieht im Film „The Conjuring“ tausendmal gruseliger aus):

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „You´re Next“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Ein Horrorfilm ganz nach meinem Geschmack, zumindest dem Trailer nach.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer von Film: „The Wolf of Wall Street“
Bewertung des Trailer: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: Martin Scorseses neuer Film mit Leonardo DiCaprio, Jonah Hill, Matthew McConaughey, etc. Beeindruckend, wie McConaughey (zumindest im Trailer) Leo an die Wand spielt. Ich bleibe dabei, dass McConaughey im nächsten Jahr auf jeden Fall eine Oscar-Nominierung, wenn nicht sogar den Oscar, erhält.
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Riddick“
Bewertung des Trailers: D-
Kommentar: Das kann doch nicht deren Ernst sein… Sci-Fi/Action-Mist mit Vin Diesel und der dritte Film der Reihe.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Carrie“
Bewertung des Trailers: C (neuer Trailer)
Kommentar: Remake des gleichnamigen Horrorfilms. Julianne Moore überzeugt mich auch in diesem Trailer als Carries Mutter. Dieser Trailer zeigt aber auch, dass Chloe Grace Moretz eine komplette Fehlbesetzung ist.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 20% (wg. Julianne Moore)

Trailer v. Film: „Getaway“
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Thriller mit Ethan Hawke und Selena Gomez… :))
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Runner, Runner“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Thriller mit Justin Timberlake und Ben Affleck…
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 50%

Trailer v. Film: „We´re the Millers“
Bewertung des Trailers: C- (neuer Trailer)
Kommentar: Komödie, bei der Jennifer Aniston wieder versucht, sexy auszusehen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

DVD – Film: "The Ledge"

Folgenden Film habe ich mir als iTunes Leihvideo angeschaut:

„The Ledge“ (in D. ab 20.01.12 auf DVD erhältlich) 101 min drama, thriller
dir. Matthew Chapman cast: Terrence Howard, Charlie Hunnam, Liv Tyler, Patrick Wilson

Der Polizist Hollis (Terrence Howard) macht gerade privat eine schlechte Zeit durch und wird jetzt noch zu einem Einsatz gerufen, bei dem er einen jungen Mann davon überzeugen soll, nicht Selbstmord zu begehen. Gavin (Charlie Hunnam) steht auf dem Dach eines Gebäudes und macht Hollis klar, dass er um genau 12 Uhr vom Dach springen wird, da ansonsten ein anderer Mensch stirbt. Gavin beginnt zu erzählen, wie er sich in seine verheiratete Nachbarin Shana (Liv Tyler) verliebt hat und mit ihrem strenggläubigen Ehemann Joe (Patrick Wilson) konfrontiert wurde…

B- (Wertung von A bis F) Für einen amerikanischen Film geht „The Ledge“ erfrischend anders mit dem Thema Glauben um. Der Indie-Film ist komplex und konsequent.

Nachdem mir Patrick Wilson („Hard Candy“, „Little Children“) in seinem letzten Film (Insidious) nicht gefallen hat, fand ich ihn hier als fundamentalistischen Christen sehr überzeugend.

Sehr interessant fand ich es, Charlie Hunnam nach zwei Staffeln Sons of Anarchy mal in einer ganz anderen Rolle zu sehen. Definitiv gibt es derzeit keinen Mann im Fernseh- und Filmgeschäft, der coolere Haare hat. Charlie Hunnam ist einfach verwegen und sexy und eine tolle Stimme hat er auch. Schauspielerisch ist da sicherlich noch Platz nach oben.

Terrence Howard („Crash“, „Ray“, „The Brave One“, „Iron Man“) mochte ich immer gerne sehen. Seitdem ich vor einiger Zeit gehört habe, dass er bereits ein paar Mal richtig durchgedreht ist und niemand so gerne mit ihm mehr arbeiten möchte, fällt es mir schwer, sein Schauspiel irgendwie objektiv zu beurteilen. Da verhält sich das ähnlich wie mit Charlie Sheen, den ich einfach im Moment nicht mehr sehen möchte.

„The Ledge“ wurde auf dem Sundance Film Festival 2011 gezeigt. Er ist derzeit über VOD und iTunes Leihvideo zu erhalten. In die amerikanischen Kinos kommt der Film am 8.7.2011.

Trailer zu sehen:

Chicago – Film: "Insidious"

Ich war am 02.04.11 in Chicago und habe mir im Kino angeschaut:

„Insidious“ (dt. Kinostart: 21.07.11) 102 min horror
dir. James Wan cast: Patrick Wilson, Rose Byrne, Barbara Hershey, Andrew Astor, Leigh Whannell, Ty Simpkins

Josh (Patrick Wilson) und Renai (Rose Byrne) sind mit ihren drei Kindern gerade in ein neues Haus gezogen. Es dauert nicht lange bis Renai merkwürdige Geräusche und Vorkommnisse im Haus registriert. Der 6-jähriger Sohn Dalton (Ty Simpkins) stürzt wenig später von einer Leiter auf dem Dachboden fällt aus nicht ersichtbaren Grund noch in der nächsten Nacht ins Koma. Drei Monate später liegt Dalton immer noch im Koma, wird aber jetzt von Zuhause aus gepflegt. Fortan geschehen weiter unheimliche Dinge, so dass Renai darauf besteht, umzuziehen. In dem neuen Haus angekommen, hört der Spuk nicht auf, scheinbar lag es nicht an dem Haus…

C- (Wertung von A bis F) Ungefähr eine Stunde dachte ich, einen guten Horrorfilm zu sehen, aus dem Kino bin ich jedoch verärgert gekommen.

Von den Titelsequenz her, hätte es ein 1970er Jahre Horrorfilm sein können. Fand ich ungewöhnlich, aber nicht verkehrt. Was mich dann vollkommen aus dem Film warf, ohne dass er eigentlich schon angefangen hat, war Rose Byrnes Schlafanzug…aber das nur am Rande. Ich bin nun wirklich nicht der geübte Horrorfilm-Gucker, aber auch mir war von praktisch Anfang an klar, woher die Bedrohung kommt. Vom Gefühl her ca. eine Stunde lang fand ich „Insidious“ richtig gruselig und bei einigen Szenen habe ich eine komplette Gänsehaut auf dem Körper verspürt. Der Film ist aber viel zu lang. Mit dem Umzug ins neue Haus ist der Film noch einmal kurzfristig witzig und hat noch den ein oder anderen Gruselmoment, bis er dann ins absolut Lächerliche abdriftet. Der Film hat sehr wenig gekostet, muss er dann aber zwingend so billig aussehen? Zum Ende hin ist „Insidious“ so unbeschreiblich lausig inszeniert ist, dass mir die Worte fehlen, das zu beschreiben. Rose Byrne (Damages) macht ihren Job gut, was ich von Patrick Wilson („Little Children“) so überhaupt nicht sagen kann.

Der Regisseur James Wan (Saw) wird uns Fortsetzungen von „Insidious“ nicht ersparen.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Dylan Dog: Dead of Night“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Horror/Zombie/Comedy
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ? (weiss nicht…vielleicht wenn er richtig gute Bewertungen bekommt…)

Trailer v. Film: „Conan the Barbarian“
Bewertung des Trailers: D- (Teaser)
Kommentar: …mmmh, schon klar…
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0 %

Trailer v. Film: „Jump the Broom“
Bewertung des Trailers: D-
Kommentar: schwarze RomCom
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0 %

Trailer v. Film: „Your Highness“
Bewertung des Trailers: D
Kommentar: Action-Fantasy-Comedy mit Danny McBride, James Franco, Natalie Portman und Zooey Deschanel
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0 % (auch nicht für Franco und Deschanel)

Trailer v. Film: „Don´t Be Afraid of the Dark“
Bewertung des Teasers: A-
Kommentar: von Guillermo Del Toro produziertes Remake mit Guy Pearce und Katie Holmes
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

DVD – "Angels in America"

Ich habe mir folgenden HBO-Mehrteiler ein zweites Mal angeschaut:

„Angels in America“ (dt. Titel „Engel in Amerika“) 352 min drama, fantasy, adaptation
dir. Mike Nichols cast: Al Pacino, Meryl Streep, Patrick Wilson, Emma Thompson, Jeffrey Wright, Mary-Louise Parker, Justin Kirk, Ben Shenkman, James Cromwell

New York, 1985

Roy Cohn (Al Pacino) ist ein sehr erfolgreicher, aber ebenso gewissenloser Staranwalt. Er verkehrt u.a. in den höchsten Politikerkreisen. Dabei ahnt niemand, dass er Sex mit Männern hat. Jetzt teilt ihm sein Vertrauensarzt (James Cromwell) mit, dass er an AIDS erkrankt ist und nicht mehr lange zu leben hat. Da AIDS in den 80er Jahren noch als „Schwulenkrankheit“ galt, Roy selbst aber Schwule hasst, bleibt er weiterhin bei seiner Lebenslüge…

Joe (Patrick Wilson) arbeitet als Anwalt für den „grossen“ Roy Cohn (Al Pacino), ist selbst auch Republikaner, gläubiger Mormone, mit Harper (Mary-Louise Parker) verheiratet und will sich nicht eingestehen, schwul zu sein. Als er auf Louis (Ben Shenkman) trifft, beginnt er langsam aus seinem bisherigen Leben herauszutreten…

Prior (Justin Kirk) ist seit mehr als vier Jahren glücklich mit seiner grossen Liebe Louis (Ben Shenkman) zusammen. Als bei Prior AIDS ausbricht, wird Louis mit dieser Situation nicht fertig und verlässt, schweren Herzens, seinen geliebten Freund…

Hannah (Meryl Streep) ist die Mutter von Joe (Patrick Wilson) und selbst strenggläubiger Mormone. Als Joe ihr am Telefon offenbart, schwul zu sein, fährt sie umgehend vom fernen Utah nach New York City…

Belize (Jeffrey Wright) ist mit Prior (Justin Kirk) und Louis (Ben Shenkman) befreundet und trifft, in der Ausübung seiner Profession als Krankenpfleger, auf Roy Cohn (Al Pacino)…

Harper (Mary-Louise Parker) ist mit ihrem Eheman Joe (Patrick Wilson) nach New York gezogen. Die unglückliche Ehe hat sie psychisch krank gemacht und in ihrem tiefsten Inneren ahnt sie, dass ihr Ehepartner homosexuell ist…

Emily (Emma Thompson) arbeitet als Krankenschwester und lernt dadurch Prior (Justin Kirk) kennen…

B+ (Wertung von A bis F) Der HBO-Mehrteiler ist die Adaption des gleichnamigen Theaterstücks von Tony Krushner. Tony Krushner hat zahlreiche Preise dafür erhalten, u.a. den Pulitzer Preis. Der Regisseur Mike Nichols, der grossartige Filme wie „The Graduate“ und „Heartburn“ auf die Kinoleinwand brachte, hat „Angels in America“ für das Fernsehen inszeniert. Dabei hat er ausnahmslos alle Schauspieler perfekt gecastet und in Szene gesetzt. Unterteilt in sechs Kapiteln gestaltet Nichols dieses Drama über AIDS und Homosexualität in den 80er Jahren in New York visuell sehr fantasievoll. Ich habe es nicht so mit Glauben und Esoterik und hatte bei einigen, wenigen Momenten meine Probleme mit dem Film. Da der Film jedoch nicht missionarisch arbeitet, mir die Funktion der Engel irgendwie gefallen hat und Dank des wunderbar zynischen Drehbuches und der Charaktere ist hier ein beinahe perfekter Film (Mehrteiler) entstanden. Die übertriebene Inszenierung und Darbietung von Emma Thompson als Engel war für mich der ausschlaggebene Punkt, dass es halt nicht ein genialer Mehrteiler wurde.

In „Angels in America“ geht es um AIDS, Homosexualität, Vorurteile, Moral, Glauben, Gewissen, Rassismus, Trauer, Schuld, Einsamkeit, Träume, Liebe , Tod und natürlich Engel…

Im Jahr 2003 wurde „Angels in America“ mit allen wichtigen Preisen (u.a. GOLDEN GLOBE und EMMY) ausgezeichnet. Zusätzlich haben die Schauspieler Al Pacino, Meryl Streep, Jeffrey Wright und Mary-Louise Parker entsprechende Preise gewonnen.

Zu den Schauspielern:

Al Pacino („Scarface“, „The Godfather-Trilogy“, „The Insider“) hat mich in letzter Zeit öfter durch sein übertriebenes Schauspiel enttäuscht. Dennoch habe ich viele seiner Filme gesehen und bin sogar 2005 seinetwegen nach NYC geflogen, um ihn am Broadway in Oscar Wildes „Salome“ zu bewundern. In „Angels in America“ gibt er eine seiner besten Performances. Wenn man ihn mag, muss man ihn in dieser Rolle gesehen haben.

Meryl Streep zählt erst seit einigen Jahren zu meinen Lieblingsschauspielerinnen, was mich in die (nicht unglückliche) Lage versetzt, jetzt viele ihrer früheren Werke zu sehen. Meryl wurde bereits 14x für den OSCAR nominiert, hat ihn allerdings bisher nur 2x erhalten („Kramer vs. Kramer“, „Sophie´s Choice“). Sie ist unglaublich wandelbar, authentisch und „lebt“ tatsächlich immer ihre jeweiligen Rolle, so auch hier. Sie ist hier in vier verschiedenen Rollen zu sehen, wenn man es nicht weiss, erkennt man sie als Rabbi zu Beginn des Mehrteilers nicht. Es macht immer Spass, ihr zuzuschauen.

Patrick Wilson („Little Children“, „Hard Candy“) Seinetwegen habe ich mir gerade „Angels in America“ noch einmal angeschaut. Damals kannte ich ihn noch nicht. Hier wirkt der Theaterschauspieler noch sehr jung, wächst aber mit seinen Aufgaben und zum Schluss konnte er beinahe aus dem Schatten der anderen Über-Schauspieler heraustreten.

Jeffrey Wright (war in Julian Schnabels „Basquiat“ zu sehen) ist hier wunderbar als zynischer Krankenpfleger. Demnächst ist er in dem neuen James Bond „Quantum of Solace“ zu sehen.

Mary-Louise Parker („Fried Green Tomatoes“) ist gerade in der amerikanischen Serie „Weeds“ zu sehen und gibt hier eine überragende Leistung.

Justin Kirk ist ebenfalls in der amerikanischen Serie „Weeds“ zu sehen und zeigt hier zusammen mit Ben Shenkman (aus einem meiner Lieblingsfilme „Requiem for a Dream“) eine glaubwürdige Liebesgeschichte.

Emma Thompson fand ich ihn dem Weihnachts-Liebesfilm „Love Actually“ noch grossartig, hier war sie gut.

Dieser Mehrteiler lief bereits mindestens ein Mal im Fernsehen.

Trailer zu sehen:

Detroit – "Lakeview Terrace"

Ich war am 30.09.08 in Detroit und habe mir im Kino angeschaut:

„Lakeview Terrace“ (dt. Kinostart 18.12.08) 106 min drama, thriller
dir. Neil LaBute cast: Samuel L. Jackson, Patrick Wilson, Kerry Washington, Justin Chambers, Ron Glass

Das frisch verheiratete Paar Chris (Patrick Wilson) und Lisa (Kerry Washington) zieht in ihr neues Eigenheim in einen ruhigen Vorort von Los Angeles. Schnell macht Chris die Bekanntschaft mit dem konservativen Nachbarn Abel (Samuel L. Jackson). Abel scheint sich daran zu stören, dass die schwarze attraktive Frau mit einem Weissen zusammen ist. Als die Anfeindungen und Schikanen immer mehr zunehmen, ist es auch keine Alternative die Polizei zu rufen, Abel ist Polizist…

C (Wertung von A bis F) mittelmässiges Drama mit Spannungselementen, dem Trailer kann man bereits entnehmen, was genau einen erwartet und auch ahnen wie er ausgeht. Was „Lakeview Terrace“ andeutet, dass Rassismus viele verschiedene Formen haben und in div. Richtungen gehen kann, hat einer meiner Lieblingsfilme „Crash“ im Jahr 2005 in Perfektion gezeigt, was ihm schliesslich einen Oscar einbrachte. Samuel L. Jackson sehe ich unheimlich gerne und hier enttäuscht er natürlich auch nicht. Er trägt den Film zu einem grossen Teil. Patrick Wilson hat mich bereits in dem Film „Hard Candy“ (mit Ellen Page) überzeugt. Er ist Theaterschauspieler (spielt derzeit auch wieder am Broadway neben Katie Holmes in Arthur Millers Drama „All My Sons“), hat grosses Talent und – wie immer – in vielen Filmszenen eine frappierende Ähnlichkeit mit dem jüngst verstorbenen Paul Newman. Ich muss mir dringend den beeindruckenden HBO-Zweiteiler Angels in America nocheinmal anschauen, hat er da doch neben Meryl Streep und Al Pacino eine Hauptrolle gespielt. Damals kannte ich Patrick Wilson noch nicht und war anscheinend von den anderen Protagonisten und dem Film zu sehr gefesselt. Patrick Wilson zählt seit „Little Children“ zu meinen Lieblingsschauspielern, demnächst ist er in „Watchmen“ zu sehen.

Trailer zu sehen:

„durchschnittlich“