Berlin (ale) – Film: „Isle of Dogs“

Ich war am 16.02.18 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Isle of Dogs“ (dt. Filmtitel: „Ataris Reise“, dt. Kinostart: 10.05.18)  101 min  animation
dir. Wes Anderson voices: Bryan Cranston, Edward Norton, Bill Murray, Jeff Goldblum, Ken Watanabe, Koyu Rankin, Greta Gerwig, Frances McDormand, Courtney B. Vance, Harvey Keitel, Liev, Schreiber, Bob Balaban, Scarlett Johannson, Tilda Swinton, F. Murray Abraham, Kunichi Nomura, Yoko Ono

 

Japan in der nahen Zukunft. Kobayashi (Kunichi Nomura) ist Bürgermeister der Großstadt Megasaki City. Er mag keine Hunde und verbreitet bei seinem Volk die Angst, dass sich durch die Hunde eine Seuche verbreiten kann. Damit sich diese nicht auf den Menschen überträgt, hat der Bürgermeister kurzerhand veranlasst, alle Hunde auf eine Mülldeponie, nach Trash Island, zu verbannen und dort ihrem Schicksal zu überlassen. Um ein Zeichen zu setzen, wird der Wachhund seines 12-jährigen Mündels Atari (Koyu Rankin), „Spots“ (Liev Schreiber), gleich als Erstes auf die Müllinsel deportiert. Sechs Monate später landet Atari auf der Isle of Dogs. Er trifft dort auf die mittlerweile verwahrlosten ehemaligen Haushunde Boss (Bill Murray), Duke (Jeff Goldblum), King (Bob Balaban) und Rex (Edward Norton) und dem Streuner Chief (Bryan Cranston). Letztendlich helfen alle dem Jungen dabei, seinen geliebten Hund zu finden….

 

A- (Wertung von A bis F) „Isle of Dogs“ ist nach Fantastic Mr. Fox der zweite Stop-Motion-Film des amerikanischen Autors und Filmemachers Wes Anderson („The Royal Tenenbaums“, The Darjeeling Limited, The Grand Budapest Hotel). Es ist der erste Film in Spielfilmlänge, für den er die Story und das Drehbuch allein geschrieben hat.

„Isle of Dogs“ ist ein, mit sehr viel Liebe zum Detail ausgearbeiteter Stop-Motion Film. Wes Anderson schafft es zunehmend mit seinen Filmen eine völlig eigene, so skurrile Welt zu kreieren und gibt dem Zuschauer damit die Option, an diese Welt teilhaben zu dürfen. Mit diesem Film führt er einen zusätzlich auch in die politische Gegenwart. „Isle of Dogs“ ist ein Film über Ausgrenzung. Die Ausgegrenzten sind in diesem Fall Hunde.

Ich bin selbst ein großer Hundeliebhaber, aber ich glaube, auch wenn man das nicht ist, fühlt man mit diesen, doch so menschentreuen Geschöpfen. Wes Anderson hat hier, besonders mit den eigentlich verwöhnten Haushunden Boss, King, Duke und Rex und dem Streuner Chief ein paar kauzig-liebenswerte Vierbeiner zum Leben erweckt. Schnell begreift man die Sozialstruktur ihres Rudels und begleitet sie bei ihrem Abenteuer in dieser hoffnungslosen Welt. Auch wenn ich natürlich das eine oder andere Tränchen vergossen habe, ist mir der Film überwiegend humorig in Erinnerung geblieben. Am Besten hat mir der Film gefallen, wenn er tatsächlich bei den Hunden ist. Zwei andere Szenen (in der die Zubereitung eines Sushi-Menüs gezeigt wird und eine weitere im Krankenhaus bzw. Operationssaal) sind mir aber auch als besonders originell in Erinnerung geblieben.

Ansonsten ist der Film voller Rückblenden und Zeitsprünge, ist ideen- und detailreich, das man bei der ersten Sichtung des Films kaum alles aufnehmen kann. Ich werde mir den Film daher ganz sicher noch ein zweites Mal anschauen.

Der Film könnte in meiner Top Ten für Filme aus dem Jahr 2018 landen. Update: „Isle of Dogs“ ist einer meiner Top Ten-Filme des Jahres 2018. 

Ich könnte mir vorstellen, dass „Isle of Dogs“ bei den nächsten Oscars (2019) eine Rolle spielt. Update: „Isle of Dogs“ hat 2 Oscar-Nominierungen (Beste Filmmusik und Bester Animationsfilm) erhalten. 

„Isle of Dogs“ feierte seine Weltpremiere auf der Berlinale 2018. Es war der Eröffnungsfilm des 68. Berlin International Film Festivals und damit der erste Animationsfilm, der die Berliner Filmfestspiele eröffnete. Der Film lief im Wettbewerb. Der Film startet am 23.03.18 in den amerikanischen Kinos. Ich habe den Film auf der Berlinale gesehen. Gezeigt wurde die japanisch/englische Originalfassung mit deutschen Untertiteln. Das Japanische wurde nicht übersetzt bzw. untertitelt.

Trailer zu sehen:

 

 

Chicago – Film: „The Disaster Artist“

Ich war am 02.12.17 in Chicago und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Disaster Artist“ (dt. Kinostart: 01.02.18)  103 min  drama, comedy, biopic, adaptation
dir. James Franco cast: James Franco, Dave Franco, Seth Rogen, Bryan Cranston, Melanie Griffith, Jacki Weaver, Alison Brie, Megan Mullally, Josh Hutcherson, Zac Efron, Bob Odenkirk, Zoey Deutch, Sharon Stone

 

Im Jahr 1998 in San Francisco. Der 19-jährige Greg Sestero (Dave Franco) nimmt Schauspielunterricht und während er ängstlich und unsicher auf der Bühne agiert, tritt ein anderer, wesentlich älterer Schauspielschüler, Tommy Wiseau (James Franco), völlig übertrieben, aber sehr selbstbewusst auf. Beiden wird nicht unbedingt ein Talent attestiert. Zwischen ihnen entwickelt sich jedoch eine Freundschaft, beide träumen von der großen Hollywoodkarriere und so ziehen sie kurzerhand gemeinsam nach Los Angeles. Mit ihrer Karriere will es nicht so wirklich klappen. Eines Tages schreibt Tommy Wiseau dann selbst ein Drehbuch, die beiden drehen dann „The Room“, ein Film, bei dem Tommy Wiseau auch Regie führt…

 

B- (Wertung von A bis F) „The Disaster Artist“ basiert auf einer wahren Geschichte und ist eine Adaption von Greg Sesteros und Tom Bissells Sachbuch „The Disaster Artist: My Life Inside The Room, the Greatest Bad Film Ever Made“. Der Film handelt der Freundschaft von Greg Sestero und Tommy Wiseau und von den Dreharbeiten des als schlechtesten Film aller Zeiten geltenden „The Room“. Es ist der 15. Spielfilm, bei dem das amerikanische Multitalent James Franco Regie führt, zugleich spielt er in diesem Film die Hauptrolle.

Ich habe „The Room“ nicht gesehen, bevor ich mir „The Disaster Artist“ aber angeschaut habe, habe ich mir auf YouTube einige Szenen aus dem Film angeguckt. Um das ganze Ausmaß von Tommy Wiseau, seinem Schauspiel und den ganzen Hype um diesen Film auch nur im Ansatz verstehen zu können, empfiehlt es sich aber wahrscheinlich „The Room“ vorher zu gucken. Da sehr viel in „The Disaster Artist“ auch mit Tommy Wiseaus Sprache zutun hat, ist es unumgänglich „The Disaster Artist“ in der OV bzw. OmU zu sehen.

Wenn ich ehrlich bin, konnte ich mit „The Disaster Artist“ nicht viel anfangen. Mir kam das Ganze auch mehr als eine Hommage an Tommy Wiseau vor. Kann es letztendlich auch nur sein, weil dieser, völlig von Talent befreite Darsteller, Drehbuchautor und Regisseur hundertprozentig (nach Wiseaus eigenen Angaben 99,9%) hinter James Francos Projekt steht und auch mit ihm auf Werbetour für den Film durch die Talkshows zieht. Nun ist Tommy Wiseau aber ein Freak und keiner der liebenswerten-sympathischen Sorte. Ich hätte gerne mehr über diese mysteriöse Type erfahren, wo kommt er (wirklich) her, wie alt ist er und woher hatte er die sechs Millionen Dollar für die Produktion von „The Room“, ganz zu schweigen von dem Geld, das er für die Werbung desselbigen investiert hat. All das erfährt man nicht, auch erfährt man nichts darüber, wie aus diesem, offensichtlich grottenschlechten Film auf einmal ein Must-See-Film geworden ist.

„The Disaster Artist“ hat die Entstehung des Phänomens von „The Room“ – aus, wahrscheinlich dramaturgischen Gründen – gekürzt. In der Realität war „The Room“ nicht gleich mit der Premiere des Films ein Kultfilm, das hat sich langsam aufgebaut. Im Jahr 2003 tauchte in Hollywood auf einmal eine riesige Plakatwand für „The Room“ auf. Darauf zu sehen, war ein seltsam aussehender, langhaariger Mann in Nahaufnahme. Einige Werbeanzeigen in den bekannten Branchenblättern wurden geschaltet und auch wurde der Film für zwei Wochen in L.A. ins Kino gebracht (um sich für die Oscars zu qualifizieren!). Als der Film erstmalig ins Kino kam, wollte ihn kaum einer sehen. Irgendwann hatte es sich dann aber herumgesprochen, dass dieser Film so schlimm ist („The Best Worst Film Ever Made!“), dass man ihn tatsächlich gesehen haben muss. Der Film hatte dann einige prominente Befürworter (darunter Paul Rudd und Jonah Hill) und weitere Monate später waren exklusive Mitternacht-Vorstellungen in Los Angeles auf einmal ausverkauft. Jetzt war die Filmvorführung ein Event (vergleichbar mit „The Rocky Horror Picture Show“), zu dem man verkleidet kommt, Dialoge mitsprechen kann und als Zuschauer zu dem agieren kann, was Bizarres auf der Leinwand zu sehen war. Im Gegensatz zu „The Rocky Horror Picture Show“ macht man sich aber über das Gezeigte lustig und hat Spass dabei. Die amerikanische Journaille hat sich dann auf die Story gestürzt, der Kultfilm war geboren, seit jetzt mittlerweile 14 Jahren gibt es regelmäßig „The Room“-Vorstellungen landesweit in den U.S.A., aber auch in Kanada, England und einigen anderen englischsprachigen Ländern.

Wenn man das alles nicht miterlebt hat, wird es eng, auch was die Sympathiebekundungen für „The Disaster Artist“ angeht. Man sieht einen guten Schauspieler (James Franco) mit einer schwarzen Langhaar-Perücke, Kontaktlinsen und Maske, der einen ehrgeizigen, von sich selbst überzeugten, aber talentbefreiten Typen mimt. Daneben James Francos Bruder (Dave), der irritierenderweise Wiseaus Freund spielt und viele bekannte Gesichter in den Nebenrollen. Schlechtes Schauspiel ist mir zuwider, da James Franco hier natürlich auch Wiseaus „Schauspielkünste“ nachahmt, habe ich bei diesem Film Bauchschmerzen bekommen. Franco selbst macht seine Sache sehr gut, das sieht man insbesondere am Ende, wenn Wiseaus und Francos Szenen gegenübergestellt werden.

„The Disaster Artist“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (James Franco). Update: The Disaster Artist hat 1 Oscar-Nominierung erhalten (Best Adapted Screenplay)

„The Disaster Artist“ wurde erstmalig auf dem South by Southwest Festival 2017 gezeigt. Der A24-Film wurde am 1.12.17 in 19 amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er in 1010 Kinos landesweit in den U.S.A. Für Deutschland ist ein Kinostart am 1.2.18 geplant.

Trailer zu sehen:

Eine Szene aus „The Disaster Artist“

Best of „The Room“

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Shape of Water„
Bewertung des Trailers: A- (Redband-Trailer)
Kommentar: Guillermo del Toros neuer (Oscar-)Film mit Sally Hawkins und Michael Shannon
Wie oft schon im Kino gesehen: 6 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen

Trailer v. Film: „Downsizing„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Alexander Paynes neuer Film soll problematisch sein, vom Trailer her sieht er aber wirklich gut aus
Wie oft schon im Kino gesehen: 7 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Proud Mary„
Bewertung des Trailers: A- (neuer Trailer)
Kommentar: Actioner mit Taraji P. Henson in der Hauptrolle
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ja, ich glaube schon

Trailer v. Film: „Thoroughbreds„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Drama/Thriller mit Anya Taylor-Joy. Einer der letzten Film mit Anton Yelchin.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Game Night„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Thriller/Komödie mit Jason Bateman, Rachel McAdams, Kyle Chandler
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „A Prayer Before Dawn„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Gefängnisdrama
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich denke schon

Trailer v. Film: „Blockers„
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Komödie mit Leslie Mann und John Cena
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Kinoaufsteller von „The Room“

NYC – Film: „Last Flag Flying“

Ich war am 28.09.17 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Last Flag Flying“ 124 min drama, comedy, adaptation, sequel
dir. Richard Linklater cast: Steve Carell, Bryan Cranston, Laurence Fishburne, Cicely Tyson, J. Quinton Johnson, Deanna Reed-Foster

 

Dezember 2003. Larry (Steve Carell) hat vor zwei Tagen erfahren, dass sein 21-jähriger Sohn bei seinem Einsatz im Irak-Krieg gefallen ist. Er selbst ist Kriegsveteran, hat in Vietnam gedient. Nach über dreißig Jahren sucht er den Kontakt zu seinen damaligen Kameraden Sal (Bryan Cranston) und Mueller (Laurence Fishburne). Sein Sohn soll überführt werden und er bittet die beiden, ihn dabei zu begleiten, wenn er seinen toten Sohn in Empfang nimmt.

 

 

B+ (Wertung von A bis F) „Last Flag Flying“ basiert auf Darryl Poniscans gleichnamigen Roman. Es ist eine Art Fortsetzung zu Hal Ashbys Film „The Last Detail“ aus dem Jahr 1973, die Namen von Jack Nicholsons, Otis Youngs und Randy Quaids Charakteren wurden jedoch geändert. „Last Flag Flying“ ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers Richard Linklater („Before“-Trilogie,Boyhood, Everybody Wants Some!!).

„Last Flag Flying“ ist eine Tragikomödie, genauer gesagt ist es ein Road-Movie. Ich mag Road-Movies, diese Filme sind quasi Selbstläufer, wenn man einfach talentierte Schauspieler besetzt, sie als unterschiedliche Persönlichkeiten aus einem guten Grund zusammenbringt und sie mit ihrer Umwelt/ bzw. mit anderen Menschen konfrontiert. Hier weiß der Regisseur Richard Linklater, das Potenzial zu nutzen. Aus einem traurigen Anlass kommen hier drei Vietnam-Veteranen zusammen, die sich seit über dreißig Jahren nicht mehr gesehen haben. Mueller ist mittlerweile Priester, Barbesitzer Sal könnte von Gott nicht weiter entfernt sein, das garantiert schon für einige Lacher. Etwas Probleme hatte ich hier anfangs mit Steve Carell, er hat mich einfach zu sehr abgelenkt. Klar, es ist auch sein Charakter, (er spielt den in sich gekehrten, trauernden Vater und Witwer), der ihn in diesem Trio zum Außenseiter macht. Vielleicht drängen sich aber auch Sal and Mueller (Bryan Cranston und Laurence Fishburne) mit ihren brillanten Dialogen und ihren exzellenten Performances zu sehr in den Vordergrund und haben meine gesamte Aufmerksamkeit in Anspruch genommen. Im Verlauf des Films habe ich Steve Carell nicht mehr so sehr als Störfaktor gesehen, vielleicht weil er besser wird oder ich mich an ihn gewöhnt habe.

„Last Flag Flying“ hat mir gut gefallen, vielleicht hätte er mir aber noch besser gefallen, wenn er nicht ganz so lang gewesen wäre. Für mich ist der Film die Bryan-Cranston-Show. Er gibt definitiv eine Oscar-Performance. Nicht ganz nachvollziehen kann ich, dass seine Rolle als Nebenrolle gilt. Für die Oscar-Kampagne wurde Steve Carell zunächst als Bester Hauptdarsteller geführt und Bryan Cranston und Laurence Fishburne als Beste Nebendarsteller. Mittlerweile gibt es aber scheinbar Überlegungen, dies zu ändern. In meinen Augen spielen entweder alle drei Nebenrollen oder Bryan Cranston („Malcolm in the Middle“, Breaking Bad, Trumbo) die Hauptrolle.

„Last Flag Flying“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller/Nebendarsteller (Steve Carell, Bryan Cranston, Laurence Fishburne), Beste Nebendarstellerin Cicely Tyson), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien

„Last Flag Flying“ wurde erstmalig auf dem New York Film Festival 2017 gezeigt. Der Film startet am 3.11.17 in den amerikanischen Kinos. Ich habe den Film auf dem New York Film Festival gesehen. Es war der Eröffnungsfilm des NYFF55. Ich war, wie üblich, nicht in der Premieren-Vorstellung, sondern in dem 15 Minuten späteren Screening, Richard Linklater hat aber dennoch seinen Film persönlich angekündigt. Für mich ist es nach Gone Girl, The Walk und 13th bereits der vierte Eröffnungsfilm, den ich auf einem New York Film Festival sehen konnte. Bisher ist für „Last Flag Flying“ noch kein deutscher Kinostart bekannt.

 

Trailer zu sehen:

 

 

Eröffnungsfilm des New York Film Festivals 2017 „Last Flag Flying“

 

Regisseur Richard Linklater kündigt seinen Film „Last Flag Flying“ auf dem NYFF55 an.

 

Vor der Alice Tully Hall bei der Eröffnung des New York Film Festivals 2017

 

NYFF55-Plakat

San Francisco – Film: „Wakefield“

Ich war am 30.05.17 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Wakefield“ 106 min drama, adaptation
dir. Robin Swicord cast: Bryan Cranston, Jennifer Garner, Beverly D´Angelo

 

Der New Yorker Anwalt Howard Wakefield (Bryan Cranston) überlegt sich eines Tages spontan, einfach nicht zu seiner Frau (Jennifer Garner) und seinen beiden Töchtern nach Hause zu gehen. Er schläft auf dem Dachboden seiner gegenüberliegenden Garage. Am nächsten Morgen findet er immer noch Gefallen daran, das Familienleben zwar beobachten zu können, aber selbst nicht daran teilhaben zu müssen. Daraus entwickelt sich für ihn ein völlig  neues Lebenskonzept…

 

 

C- (Wertung von A bis F) „Wakefield“ basiert auf der gleichnamigen Kurzgeschichte von E.L. Doctorow. Es ist der neue Film der amerikanischen Drehbuchautorin („Little Women“, „Memoirs of a Geisha“, „The Curious Case of Benjamin Button“) und Filmemacherin („The Jane Austen Book Club“) Robin Swicord.

Wakefield“ ist eine Charakterstudie eines Mannes, der seine Familie grundlos von einem Tag auf den anderen zurücklässt. Dabei ist ihm völlig gleichgültig, ob sich seine Frau und seine Töchter Sorgen um ihn machen oder gar in finanzielle Nöte geraten – was für ein, Entschuldigung, Arschloch. Um das Ganze noch zu toppen, versteckt er sich auf dem Dachboden seiner eigenen Garage und beobachtet seine Familie fortan. Er wäscht sich nicht groß, ernährt sich von Essenresten aus Mülltonnen und verrichtet seine Notdurft in Flaschen und Eimern. Was für ein erstrebenswertes Leben. Der Film ist in weiten Teilen unlogisch, richtig ärgerlich wird die Geschichte aber, als geistig zurückgebliebene Nachbarskinder ins Spiel kommen. Damit so ein Film funktioniert, müsste man Mitgefühl oder wenigstens etwas Verständnis für die Entscheidung des Protagonisten aufbringen können. Das ist mir nicht im Entferntesten gelungen. Bei mir ruft so ein verantwortungsloses, egoistisches und und tatsächlich ekelerregendes Verhalten jedoch einzig pure Wut hervor. Der Film endet abrupt und just in dem Moment, in dem der Film endlich interessant geworden wäre.

Ich bin es leid, Filme über öde, wohlstandsverwöhnte Männer, die in einer Lebenskrise stecken, zu sehen.

„Wakefield“ wurde erstmalig auf dem Telluride Film Festival 2016 gezeigt. Der Film ist am 19.05.17 in einem amerikanischen Kinos gestartet, mittlerweile läuft er in 30 Kinos landesweit und war seit dem 26.05.17 auch auf VOD zu sehen. Ein deutscher Kinostart ist bislang nicht bekannt.

 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Hero“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Film mit Sam Elliot (der eine so tolle Stimme hat) und Katherine Ross (mit der er verheiratet ist)
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 

Trailer v. Film: „My Cousin Rachel“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Romanverfilmung mit Rachel Weisz
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Dean“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Tragikomödie mit Kevin Kline und Mary Steenburgen
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 80%

Trailer v. Film: „I, Daniel Blake“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Ken Loach´Cannes Gewinner-Film vom letzten Jahr
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits im letzten Jahr auf dem NYFF gesehen

Trailer v. Film: „Band Aid“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Indie-Komödie
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

 

San Francisco – Film: „Trumbo“

Ich war am 18.11.15 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Trumbo“ (dt. Kinostart: 10.03.16) 124 min drama, biopic, adaptation
dir. Jay Roach cast: Bryan Cranston, Diane Lane, Helen Mirren, Elle Fanning, John Goodman, Michael Stuhlbarg, Louis C.K., Dean O´Gorman, Christian Berkel

Im Jahr 1947 in Los Angeles. Kommunisten geraten in Hollywood immer mehr ins Visier des Komitees für unamerikanische Umtriebe. Der brillante Drehbuchautor Dalton Trumbo (Bryan Cranston) wird verdächtigt, der kommunistischen Partei anzugehören. Er soll vor dem Untersuchungsausschuss aussagen, verweigert jedoch die Aussage und wird zu einer Haftstrafe verurteilt. Außerdem wurde er auf Hollywoods Schwarze Liste gesetzt, so dass die Filmstudios nicht mehr länger mit ihm zusammenarbeiten. Um weiter für den Lebensunterhalt für sich und seine Familie zu sorgen, schreibt Dalton Trumbo weiterhin Drehbücher, allerdings unter verschiedenen Pseudonymen.

B+ (Wertung von A bis F) „Trumbo“ basiert auf einer wahren Geschichte. Es ist eine Adaption von Bruce Cooks Biografie Dalton Trumbo.

„Trumbo“ ist ein unbedingt sehenswertes, fesselndes Biopic. Zugegebenermassen wusste ich wenig über Dalton Trumbo und fand diesen Film sehr lehrreich. Sein mutiger Lebensweg hat mich beeindruckt und in diesem Zusammenhang ist sicher auch der Schauspieler Kirk Douglas, der sich den Kommunistenjägern widersetzte, hervorzuheben.

Dalton Trumbo war einer der besten Drehbuchschreiber seinerzeit und eine interessante Persönlichkeit. Für sein Skript für den Film „The Brave One“, den er unter einem Pseudonym geschrieben hatte, wurde er mit einem Oscar ausgezeichnet. Viele Jahre nach seinem Tod wurde er von AMPAS für sein, ebenfalls unter einem Pseudonym geschriebenes Drehbuch für den Film „Roman Holiday“ mit dem Academy Award geehrt.

Mir hat es gefallen, dass der Filmemacher Jay Roach (Austin Powers, Meet the Parents, Dinner for Schmucks) in seinem ersten Nicht-Komödien-Kinofilm viele Originalfilmaufnahmen eingebunden hat.

In erster Linie ist dies ein Ensemble-Film, mir haben eigentlich alle Schauspieler hier gefallen, besonders Louis C.K. und der wunderbare Michael Stuhlbarg. Dean O´Gorman wirkt zwar etwas untersetzt, ist aber sonst idealbesetzt als Kirk Douglas. Von Helen Mirren als einflussreiche Klatschreporterin hätte ich gerne mehr gesehen. John Goodman spielt hier nach The Artist und Argo wieder einen wichtigen Filmschaffenden. Auch er kann die eine oder andere Szene für sich beanspruchen. Bryan Cranston ist überzeugend, in einer Szene ist er herausragend. Als er die Rede vor der Autoren-Gewerkschaft (WGA) hält, ist das – in meinen Augen – eine Oscar-Szene und es wäre gerechtfertigt, wenn der viermalige Emmy-Gewinner (TV-Serie Breaking Bad) unter die letzten Fünf tatsächlich Oscar-Nominierten als bester Hauptdarsteller gerät.

Der österreichisch-amerikanische Regisseur Otto Preminger wird hier von dem deutschen Schauspieler Christian Berkel gespielt. Ich habe ihn tatsächlich nicht erkannt, vielleicht auch, weil ich ihn in diesem Film nicht vermutet habe. Sein starker Akzent hat mich aber irgendwie irritiert und hörte sich eher russisch an.

„Trumbo“ ist für folgende Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Bryan Cranston), Beste Nebendarstellerin (Helen Mirren, Diane Lane), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien.

Update: „Trumbo“ hat 1 Oscar-Nominierung (Bester Hauptdarsteller Bryan Cranston) erhalten.

„Trumbo“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2015 gezeigt. Der Film ist am 6.11.15 in fünf amerikanischen Kinos gestartet. Eine Woche später war er dann in 20 Kinos zu sehen, mittlerweile läuft er in 47 amerikanischen Lichtspielhäusern.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Anomalisa!
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Charlie Kaufmans neuer Film – Stop-Motion-Film, den ich schon vom Trailer her liebe
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Legend“
Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer)
Kommentar: Wenn ich weiß, dass Tom Hardy in einem Film mitspielt, kaufe ich mir gedanklich bereits die Eintrittskarte. Hier gibts für das Geld sogar zwei Tom Hardys.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Macbeth“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Shakespeare-Verfilmung mit Michael Fassbender und Marion Cotillard
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Youth“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Paolo Sorrentinos neuer Film mit Michael Caine, Harvey Keitel, Rachel Weisz, Paul Dano und Jane Fonda – möglicher Oscar-Kandidat
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits gesehen

Trailer v. Film: „The Danish Girl“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Biopic mit Eddie Redmayne, Alicia Vikander und Matthias Schoenaerts
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits gesehen

Trailer v. Film: „Lady in the Van“
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: Tragikomödie mit Maggie Smith. Es könnte sogar eine Oscar-Nominierung für sie herausspringen
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Boston – Film: "Argo"

Ich war am 20.10.12 in Boston und habe mir im Kino angeschaut:

„Argo“ (dt. Kinostart: 08.11.12) 120 min thriller
dir. Ben Affleck cast: Ben Affleck, Bryan Cranston, Alan Arkin, John Goodman, Kyle Chandler, Tate Donovan, Scoot McNairy, Philip Baker Hall, Chris Messina

Im November des Jahres 1979 befindet sich Iran inmitten der islamischen Revolution. Seit Wochen finden vor der U.S. Botschaft in Teheran Demonstrationen gegen Amerika und für die Auslieferung von dem in die U.S.A. geflüchteten Schah Reza Pahlavi statt. Schließlich stürmen wutentbrannte radikale Iraner am 4.11. 79 die amerikanische Botschaft und nehmen 52 Mitarbeiter als Geiseln. Im Verlauf dieser Aktion konnten sechs Botschaftsangehörige über den Hintereingang flüchten und fanden letztlich Zuflucht im Haus des kanadischen Botschafters. Der CIA-Agent Tony Mendez (Ben Affleck) versucht nun, diese Amerikaner sicher und so schnell wie möglich außer Landes zu schmuggeln. Ein listiger Plan muss her. Tony Mendez hat schließlich die Idee, eine fiktive Sci-Fi Filmproduktion namens „Argo“ ins Leben zu rufen. Die sechs zu befreiende Amerikaner bekommen neue Identitäten. Sie sollen sich als Mitglieder einer kanadischen Filmcrew ausgeben, die sich im Iran aufgehalten haben, um dort nach geeigneten Drehorten zu suchen. Um diesen fiktiven Film echt erscheinen zu lassen, werden sogar mit Lester Siegel (Alan Arkin) ein richtiger Hollywoodproduzent und mit John Chambers (John Goodman) ein Oscar-prämierter Maskenbildner verpflichtet…

A- (Wertung von A bis F) „Argo“ basiert auf wahren Begebenheiten. Der ehemalige U.S. Präsident Bill Clinton hat diese, über so viele Jahre verschwiegene, Geheimdienstoperation im Jahr 1997 an die Öffentlichkeit gebracht.

Gleich mit dem wunderbaren Prolog hatte ich das Gefühl, jetzt einen der besten Filme des Jahres 2012 zu sehen zu bekommen. Mit dem Abspann (den man sich auch unbedingt anschauen sollte) war mir klar, dass „Argo“ in meiner Top Ten für 2012 landen wird. Das heißt aber nicht, dass ich alles an dem Film perfekt finde. „Argo“ schwächelt für einige Szenen, was für mich hauptsächlich mit dem Schauspieler Ben Affleck zu tun hat. Die letzten vielleicht vierzig Minuten sind unfassbar spannend, daher sehe ich großzügig darüber hinweg, dass nicht alles so realistisch ist.

So talentiert sich Ben Affleck mit „Argo“ als Regisseur zeigt, so schlecht ist er hier als Schauspieler. In den Szenen, in denen er neben den richtig guten Schauspielern John Goodman und Alan Arkin zu sehen ist, vermittelte sich bei mir sogar der Eindruck, dass er es selbst kaum glauben kann neben solchen Schauspieltalenten zu spielen. Auf Äußerlichkeiten bezogen: Es ist bekannt, dass er auch privat ein Haarteil trägt, seine ulkige Perücke in „Argo“ hat mich immer etwas aus dem Film gebracht, ebenso seine Körperhaltung und sein Gang. Außerdem sieht es unecht aus, wenn er eine Zigarette raucht. Seine Ausdruckslosigkeit und seine Grenzen als Schauspieler tragen nicht zur Glaubwürdigkeit seines Charakters bei. Ben Afflecks Einzelszenen sind für mich die schwächsten Szenen im Film. Eine andere Besetzung der Hauptrolle wäre wünschenswert gewesen. In den U.S. A. ist auch Kritik aufgekommen, dass er keinen lateinamerikanischen Schauspieler für die Rolle des Tony Mendez besetzt hat.

Als Regisseur hat sich Ben Affleck mit seinem dritten Film (nach dem – in meinen Augen – nicht so dollen Gone Baby Gone und The Town) jetzt aber meinen Respekt verdient. So würde ich ihn jetzt zweifelsfrei in einem Atemzug mit den bekannten Schauspielern (dem leider viel zu früh verstorbenen Sydney Pollack, Ron Howard, Robert Redford, Clint Eastwood und George Clooney) nennen, die erfolgreich ins Regiefach gewechselt sind. Ben Affleck wäre sehr gut beraten, wenn er sich zukünftig ausschließlich auf seine Regiearbeiten konzentrieren würde.

„Argo“ hat alle Zutaten für einen Oscar-Film: Der Politthriller basiert auf wahren Begebenheiten mit einem nicht unwesentlichen Bezug zu Hollywood, es enthält eine verdammt gute und auch irgendwie zeitgemässe Story, man kann mit glaubwürdigen Charakteren mitfiebern, gedreht nach einem hervorragenden Drehbuch, er enthält nominierungswürdige Performances (Alan Arkin, John Goodman) und Regie führt ein Schauspieler, der sich bereits durch seine beiden Vorgängerfilme einen Namen gemacht hat, sich selbst Oscar-Preisträger (Bestes Originaldrehbuch für „Good Will Hunting“, da ist auch schnell vergessen dass er als Schauspieler für zahlreiche Filme für die Goldene Himbeere nominiert und ausgezeichnet wurde) nennen darf. Schließlich ist auch noch Hollywood-Liebling Georg Clooney Co-Produzent des Films. Nicht unerheblich ist, dass „Argo“ bei den Kritikern sehr beliebt ist, aber auch zugleich – wie es jetzt nach 10 Tagen erscheint – auch ein Erfolg an der amerikanischen Kinokasse. Die Produktionskosten sind jedenfalls nach 1 1/2 Wochen Kinoauswertung – alleine in den U.S.A. – schon beinahe eingespielt.

„Argo“ ist derzeit für zahlreiche Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Hilfe!), Beste Nebendarsteller (Alan Arkin, John Goodman), Bestes adaptiertes Drehbuch, Bester Schnitt, Beste Kamera, Bestes Szenenbild, Bester Schnitt, Bestes Kostümdesign, Beste Filmmusik

„Argo“ wurde erstmalig auf dem Telluride Film Festival gezeigt.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Stand Up Guys“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Actionkomödie mit Al Pacino und Alan Arkin und Christopher Walken
Wie oft schon im Kino gesehen: 0x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 80%

Trailer v. Film: „Not Fade Away“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Drama mit James Gandolfini, Oscar-Chancen?
Wie oft schon im Kino gesehen: 0x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Zero Dark Thirty“
Bewertung des Trailers: A (neuer Trailer)
Kommentar: Kathryn Bigelows neuer (Oscar)Film mit Jessica Chastain, Joel Edgerton, James Gandolfini. Ich wünsche mir, dass dies ein A-Film wird.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Gangster Squad“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Thriller mit Sean Penn, Ryan Gosling, Josh Brolin, Nick Nolte, Giovanni Ribisi, Michael Pena. War der Amoklauf in dem amerikanischen Kino der einzige Grund, dass Warner den Film aus der Oscar-Saison geschoben hat?
Wie oft schon im Kino gesehen: 0x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Life of Pi“
Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer)
Kommentar: Ang Lees Romanverfilmung, Film gilt als Oscar-Favorit.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Cloud Atlas“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Romanverfilmung von Tom Tykwer und den Wachowskis mit Tom Hanks, Halle Berry, Jim Broadbent, Hugo Weaving, Jim Sturgess und Susan Sarandon. Oscar-Chancen müssen sich noch zeigen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

TV – Serie: "Breaking Bad, Staffel 4"

Ich habe mir die komplette Staffel folgender AMC-Serie angeschaut:

„Breaking Bad, Staffel 4“ (in D. auf DVD erhältlich, ab 6.6.12 auch auf Blu-ray) 13 x approx. 47 min drama, thriller, crime, comedy
dir. Adam Bernstein, Michelle MacLaren, David Slade, Colin Bucksey, Michael Slovis, Peter Gould, Johan Renck, Terry McDonough, Scott Winant, Vince Gilligan cast: Bryan Cranston, Aaron Paul, Anna Gunn, Dean Norris, Betsy Brandt, RJ Mitte, Bob Odenkirk, Giancarlo Esposito, Jonathan Banks, David Costabile, Christopher Cousins, Mark Margolis, Steven Bauer

Walter White (Bryan Cranston) hat als Chemielehrer an einer Highschool in Alburquerque, New Mexico gearbeitet. Im Alter von 50 Jahren hat er von seiner unheilbaren Krebserkrankung erfahren. Um für die kostspieligen ärztlichen Behandlungen und für seine Familie aufzukommen, hat sich Walter entschlossen, mit einem ehemaligen Schüler Jesse (Aaron Paul) Crystal Meth herzustellen und im großen Stil zu verkaufen. Mittlerweile hat Walter aber auch Gefallen an seinem neuen Leben gefunden. Walter und Jesse arbeiten für den einflussreichen Drogenboss Gus (Giancarlo Esposito). Nur der hat für die Herstellung von Chrystal Meth einen ebenso brillanten Chemiker wie Walter gefunden und damit ist Walter überflüssig und nicht nur sein Leben ist in Gefahr…

A (Wertung von A bis F) Nachdem die dritte Staffel so ungemein spannend zu Ende gegangen ist, musste ich so schnell wie möglich erfahren, wie es weitergeht. Für mich ist die vierte Staffel von „Breaking Bad“ die beste von allen. Mit der ersten war ich noch nicht so überzeugt (B-), die zweite fand ich schon gut (B ), die dritte wurde in meinen Augen kontinuierlich besser (B+) und die vierte ist von Beginn an erstklassig und das zieht sich diesmal durch die komplette Staffel.

Viele kleinere (und vermeintlich unwichtige) Geschichten und Puzzleteile, auch aus den vorherigen Staffeln, fügen sich hier wie selbstverständlich in eine ganze Story ein. In der vierten Staffel zahlt sich aus, dass einige Figuren vielleicht etwas länger gebraucht haben, um sich zu etablieren. Für Einsteiger der Serie würde ich in jedem Fall empfehlen, diese Serie von der ersten Staffel an zu gucken. Da „Breaking Bad“ ein großes Suchtpotenzial hat, bietet es sich an, sie auf DVD zu schauen. Unbedingt sollte man sie auch im Original gucken. Ich habe die vierte Staffel mit 13 Folgen an nur zwei Tagen geschaut. In Deutschland wird diese aber wahrscheinlich auch ab November 2012 auf ARTE ausgestrahlt.

Die Entwicklung von Jesses Charakter hat mir noch in der dritten Staffel Probleme bereitet, jetzt in der vierten fühlt sich sein Charakter für mich wieder authentisch an. Jesse reagiert so wie Jesse nunmal reagiert, er macht Sachen wie er sie halt machen würde oder machen muss. Neben den beiden Protagonisten, meinem jetzt-wieder-Liebling Jesse (gespielt von Aaron Paul) und natürlich Walter White (gespielt von Bryan Cranston), habe ich in der vierten Staffel eine weitere Lieblingsfigur, Gus (gespielt von Giancarlo Esposito). In der zweiten Staffel konnte ich noch nichts mit ihm anfangen, in der dritten fand ich ihn dann schon überzeugend und jetzt in der vierten Staffel sieht man erst wie komplex die Figur ist. Gus ist auf den ersten Blick ein langweiliger Fast-Food-Restaurant-Besitzer mit perfekten Umgangsformen, der irgendwie seine Finger auch im Drogengeschäft hat. Eigentlich ist er aber die ganze Zeit der nie zu unterschätzende Bösewicht der Serie.

In der Staffel 4 geht es vordergründig um Loyalität, Vertrauen, Misstrauen und Rivalitäten.

Lieblingsfolgen der vierten Staffel: eigentlich möchte ich keine hervorheben. Mir gefiel aber die 5. Episode („Shotgun“) trotzdem sehr, weil ich nicht die geringste Ahnung hatte, wie es mit Beginn dieser Folge mit Jesse weitergeht.

Lieblingsszenen der vierten Staffel: hier könnte ich unendlich viele Szenen listen, dennoch fand ich z. B. die komplett in Spanisch geführte Dialogszene am Pool zum Schluss der 8. Episode („Hermanos“) wichtig. Man erfährt etwas aus der Vergangenheit von Gus. In der 10. Episode („Salud“) wird eine nicht minder spannende Szene an diesem Pool stattfinden. Einen sehr komischen Auftritt legt aber auch z. B. Skyler in der 9. Episode („Bug“) hin.

„Breaking Bad“ steht für mich für eine großartige Autorenarbeit, eine solide Story, eine einzigartige Erzählweise, komplexe Charaktere, eine unverkennbare prägnante Bildsprache, exzellente Dialoge, einen ganz besonderen Humor, originelle Kameraeinstellungen, unvergessliche Bilder oder Szenen und manchmal aber auch für eine überraschende Brutalität.

Bemerkenswert finde ich noch, dass die Ereignisse der ersten vier Staffeln in nur einem Jahr stattfanden. Es ist aber so ereignisreich, dass es auch locker zwei oder drei Jahre hätten sein können.

Eine sensationelle Staffel findet mit einer überraschenden Wendung ein absolut befriedigende Ende. Das Ende der vierten Staffel wäre für mich auch der ideale Abschluss einer überragenden TV-Serie gewesen. Ich denke es ist auch nicht einfach, nach dieser Staffel fortzufahren. Klar gibt es noch einiges an Potenzial. Aber es wäre einfach schade, wenn die fünfte nicht so gut wäre, das hätte einen bitteren Beigeschmack. Nun darf man aber die Kreativität von Vince Gilligan und seinen begnadeten Autoren nicht unterschätzen.

Die fünfte Staffel wird die letzte „Breaking Bad“ Staffel sein. Es läuft darauf hinaus, dass die mit 16 Folgen ausgestattete fünfte Staffel geteilt gezeigt werden wird. Voraussichtlich werden die ersten acht Episoden schon sehr bald (ab Juli 2012) auf dem amerikanischen Kabelsender AMC ausgestrahlt und die zweiten acht erst im Jahr 2013.

Die vierte Staffel von „Breaking Bad“ wurde vom 17.7. – 9-10.2011 auf dem amerikanischen TV-Sender AMC erstmalig ausgestrahlt. Die letzten drei Staffeln wurden jeweils im Winter bzw. Frühjahr ausgestrahlt und haben sich damit automatisch für eine Nominierung für den Fernseh-Oscar Emmy qualifiziert. Nicht so diese Staffel, durch die ungewöhnlich späte Ausstrahlung war eine Nominierung nicht möglich. Diese sensationelle Staffel wäre ansonsten zu hundert Prozent für sämtliche Kategorien nominiert und ausgezeichnet worden. Sehr wahrscheinlich hätte auch Bryan Cranston Fernseh-Geschichte geschrieben. Neben dem Schauspieler Bill Cosby (der in den 1960er Jahren für „I Spy“ 3x hintereinander für den Emmy nominiert wurde und ihn auch gewonnen hat) ist Bryan Cranston der Einzige, der drei Emmy Nominierungen und Emmy-Auszeichnungen in Folge hat. Mit einer Nominierung für die vierte Staffel hätte er vielleicht diesen Rekord auch noch gebrochen. Ich hoffe aber, dass – in dieser schnelllebigen Fernsehlandschaft – die vierte Staffel von „Breaking Bad“ bei der Academy of Television Arts & Science nicht in Vergessenheit gerät.

Trailer zur vierten Staffel:

TV – Serie: "Breaking Bad, Staffel 3"

Ich habe mir die komplette Staffel folgender AMC-Serie angeschaut:

„Breaking Bad, Staffel 3“ (in D. auf DVD erhältlich) 13 x approx. 47 min drama, thriller, crime, comedy
dir. Bryan Cranston, Adam Bernstein, Michelle MacLaren, Scott Winant, Johan Renck, John Shiban, Colin Bucksey, Michael Slovis, Rian Johnson, Vince Gilligan cast: Bryan Cranston, Aaron Paul, Anna Gunn, Dean Norris, Betsy Brandt, RJ Mitte, Bob Odenkirk, Giancarlo Esposito, Jonathan Banks, David Costabile, Christopher Cousins

Walter White (Bryan Cranston) hat als Chemielehrer an einer Highschool in Alburquerque, New Mexico gearbeitet. Im Alter von 50 Jahren hat er von seiner unheilbaren Krebserkrankung erfahren. Um für die kostspieligen ärztlichen Behandlungen und für seine Familie aufzukommen, hat sich Walter entschlossen, mit einem ehemaligen Schüler Jesse (Aaron Paul) Crystal Meth herzustellen und im großen Stil zu verkaufen. Mittlerweile hat Walter aber auch Gefallen an seinem neuen Leben gefunden. Walters Ehefrau Skyler (Anna Gunn) hat, nachdem sie herausgefunden hat, dass ihr Mann sie oft belogen hat, die Konsequenzen gezogen. Nach 16 Ehejahren verlässt sie Walter. Sie ahnt von seinem geheimen Doppelleben. Walter weiht sie schließlich in seine Meth-Geschäfte ein. Daraufhin erpresst Skyler ihren Mann, wenn er nicht die Scheidungspapiere unterschreibt, offenbart sie sich ihrem Schwager Hank (Dean Norris), der als Drogenfahnder bei der Polizei arbeitet. Hank ist Walter bzw. HEISENBERG sowieso schon dicht auf den Fersen…

B+ (Wertung von A bis F) In den U.S.A. ist „Breaking Bad“ längst eine Kultserie und ich verstehe mit der dritten Staffel auch warum. „Breaking Bad“ ist eine außergewöhnliche Drama-Serie. Mich beschäftigt schon seit einigen Jahren, warum heutzutage so viele amerikanische Fernsehproduktionen wesentlich mutiger, innovativer und qualitativ hochwertiger sind als die meisten U.S.-Kinoproduktionen. Die Frage ist, wohin diese Tendenz führt. Wird man in ein paar Jahren noch regelmässig so viel Geld für Kinobesuche ausgeben? Noch vor einigen Jahren ist man von Statistiken ausgegangen, bei denen der U.S. Amerikaner im Schnitt 50x im Jahr ins Kino gegangen ist. Im Vergleich dazu sind die Deutschen durchschnittlich 3 bis 4x jährlich ins Kino gegangen. Diese Zahlen gehören mittlerweile wohl schon länger der Vergangenheit an.

Die ersten beiden Staffeln von „Breaking Bad“ habe ich vor beinahe einem Jahr gesehen, so dass ich einen Moment brauchte, um wieder mit den Charakteren vertraut zu sein und mich in den Plot einzufinden. Im Gegensatz zur ersten und zweiten Staffel wird die dritte kontinuierlich besser. Ab Mitte der Staffel gibt es einige Wendungen, der Plot wird durchgemischt und nichts ist so wie es zuvor war. Die siebente Folge („One Minute“) ist dann (wie die Serie immer mal wieder) krass und hochspannend. Meine Lieblingsfolge bei der dritten „Breaking Bad“ Staffel ist jedoch die zehnte („Fly“). Die trifft genau mein Humorzentrum. In der Fernsehbranche wird so eine Folge bottle episode genannt. Um bei TV-Serien die Kosten etwas zu minimieren, gibt es in diversen Fernsehserien immer mal wieder eine Episode, bei der meist ausschließlich an einem Drehort mit nur ganz wenigen Schauspielern (meist mit den Hauptakteuren) gefilmt wird. Bei „Fly“ hat Rian Johnson („Brick“, The Brothers Bloom) Regie geführt.

Die dritte Staffel lebt von der komplexen Serienfigur Walter White. Hier kann man staunend beobachten, wie sehr sich Walters Charakter weiterentwickelt. Bryan Cranston (The Lincoln Lawyer, Drive, Detachment) verkörpert diesen Walter White perfekt. In der zweiten Staffel hatte ich noch meine Schwierigkeiten mit der Figur von Gus (gespielt von Giancarlo Esposito). In der dritten Staffel hat sich Gus in der Serie etablieren können. Auf einmal finde ich ihn nicht nur glaubwürdig, er strahlt auch eine besondere Faszination aus. Skyler (gespielt von Anna Gunn) mochte ich bereits seit der zweiten Staffel, in der dritten Staffel wurde ihr dankenswerterweise noch mehr Platz eingeräumt. Meine Lieblingsfigur in Staffel 1 und 2 war eindeutig Jesse Pinkman (gespielt von Aaron Paul). Dieser liebgewonnene Charakter kommt in meinen Augen in Staffel 3 zu kurz oder anders gesagt, mir gefällt nicht immer, was sich die Autoren für Jesses Charakter ausgedacht haben. Die Veränderung von Jesse lässt sich für mich auch nicht durchweg nachvollziehen.

Das ändert aber nichts daran, dass „Breaking Bad“ eine definitiv empfehlenswerte Serie ist. Das Staffelende war superspannend, so dass ich die DVDs der vierten Staffel wohl sehr bald einlegen werde.

Die dritte Staffel hat diverse Fernsehpreis-Nominierungen bzw. Auszeichnungen erhalten. Nominiert war „Breaking Bad“ u.a. für den wichtigsten amerikanischen Fernsehpreis, den Emmy. Das dritte Mal in Folge hat Bryan Cranston als bester Hauptdarsteller in einer Drama-Serie den Emmy Award gewonnen, außerdem hat Aaron Paul seinen ersten Emmy erhalten.

Trailer zu sehen:

NYC – Film: "Contagion"

Ich war am 20.09.11 in New York und habe mir im Kino angeschaut:

„Contagion“ (dt. Kinostart: 20.10.11) 105 min thriller
dir. Steven Soderbergh cast: Matt Damon, Marion Cotillard, Jude Law, Kate Winslet, Gwyneth Paltrow, Laurence Fishburne, John Hawkes, Bryan Cranston, Armin Rohde

Beth (Gwyneth Paltrow) war auf einer Geschäftsreise in Hong Kong. Als sie in die U.S.A. zu ihrem Ehemann Mitch (Matt Damon) und ihrem Sohn zurückkehrt, erleidet sie zwei Tage später einen Zusammenbruch und stirbt. Es stellt sich heraus, dass sie an einem mysteriösen Virus verstorben ist. Dieser leicht übertragbare Virus breitet sich weltweit in Windeseile aus und tötet unzählige Menschen. Die amerikanische Seuchenschutzbehörde mit Dr. Ellis Carver (Laurence Fishburne) und Dr. Erin Mears (Kate Winslet) wird beauftragt, alles über diesen Virus herauszufinden. Es scheint aber schon zu spät, eine Pandemie ist längst ausgebrochen…

B (Wertung von A bis F) Das ist ein Katastrophenfilm ganz nach meinem Geschmack. Wenn ich mir ein Horrorszenario vorstellen kann und bereit bin, minimal panisch zu werden, dann bei Viren. Es gibt gute und schlechte Drehbuchautoren und Regisseure. „Contagion“ ist dankenswerterweise bei den guten gelandet. Sie vermitteln mir hier plausibel, welchen Verlauf eine Pandemie nimmt, auf was man sich so alles einstellen muss und wie die Gesellschaft dabei ist, auseinanderzubrechen. Ich habe erfahren, dass man sich 2000 bis 3000 Mal pro Tag in Gesicht fasst und zwischendurch was weiss ich was alles. (Natürlich habe ich in Bars auch vorher nicht in die bereitgestellten Nuss-Schälchen gelangt.) Steven Soderbergh zeigt in seinem Film ganz eindrucksvoll den Weg, den sich ein tödlicher Virus sucht.

Der Film hat ein unglaubliches Staraufgebot, aber Steven Soderbergh bleibt den Charakteren treu, nicht den Stars. Am besten hat mir Kate Winslet gefallen. Sie ist aber auch eine so gute Schauspielerin. Etwas überrascht war ich, Armin Rohde zu sehen. Seine Rolle ist auch gar nicht so klein.

Auf die Szene mit dem U2 Song hätte ich gerne verzichtet. Man bekommt hier aber ansonsten einen auffallend guten Score zu hören.

Eine Figur hätte man sich meines Erachtens sparen können Alan Krumwiede ist Blogger und eine armselige Gestalt. Jude Laws Charakter wirkt so lächerlich wie seine scheinbar selbst geschneiderte Schutzuniform. (Als er damit das erste Mal auftrat brach schallendes Gelaechter im Kino aus). Er nimmt sich bei allem was er macht so wichtig und ernst. Wie sagt der eine so schön zu ihm: „Blogging is not writing, it´s graffiti with punctuation.“ Im Nachhinein habe ich mir aber gedacht, dass seine Figur vielleicht doch nicht so überflüssig ist. Durch Jude Laws Figur wird gezeigt, dass sich manche Menschen sogar in Katastrophenzeiten nicht scheuen, Dinge zu tun und über das Internet zu verbreiten nur um (endlich mal) wahrgenommen zu werden.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Thing“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Mal ein Horrorfilm, den ich vom Original her kenne und liebe. Trailer sah für mich nach Remake aus, ist aber ein Prequel mit Joel Edgerton
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 80%

Trailer v. Film: „50/50“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Tragikomödie mit Joseph Gordon-Levitt, Seth Rogen, Bryce Dallas Howard, Anjelica Huston, Anna Kendrick – Oscar-Potenzial
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „A Very Harold & Kumar Christmas“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Für mich war es überraschend, Kal Penn aktuell als Schauspieler auf der Leinwand zu sehen. Ist er doch Mitarbeiter der Obama Administration. Habe jetzt aber gelesen, dass er sich eine kurze Auszeit für seine Schauspielerei genommen hat. Komisch.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 70%

Trailer v. Film: „John Carter“
Bewertung des Trailers: D+ (neuer Trailer)
Kommentar: Disney-Sci-Fi-Abenteuer-Film mit Willem Dafoe, Samantha Morton, Thomas Haden Church
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Machine Gun Preacher“
Bewertung des Trailers: D+
Kommentar: Biopic über Sam Childers mit Gerard Butler
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

TV – Serie: "Breaking Bad, Staffel 2"

Ich habe mir die komplette Staffel folgender AMC-Serie angeschaut:

„Breaking Bad, Staffel 2“ (in D. wurden die 1. und die 2. Staffel bei ARTE ausgestrahlt. Die ersten drei Staffeln sind auch bereits in D. als DVD erhältlich) 13 x 47 min dramedy
dir. Bryan Cranston, Charles Haid, Terry McDonough, John Dahl, Johan Renck, Peter Medak, Félix Enriquez Alcalá, Michelle MacLaren, Phil Abraham, Adam Bernstein, Colin Bucksey cast: Bryan Cranston, Aaron Paul, Anna Gunn, Dean Norris, RJ Mitte, Betsy Brandt, Krysten Ritter, Bob Odenkirk, John de Lancie, Giancarlo Esposito, Raymond Cruz guest starring: DJ Qualls, Danny Trejo

Walter White (Bryan Cranston) ist 50 Jahre alt und arbeitet als Chemielehrer an einer Highschool in Alburquerque, New Mexico. Nachdem er von seiner unheilbaren Krebserkrankung erfahren hat und nicht weiss wie er für die kostspieligen ärztlichen Behandlungen aufkommen und seine Familie ernähren soll, entschliesst er sich mit einem ehemaligen Schüler Jesse (Aaron Paul) Crystal Meth herzustellen und im großen Stil zu verkaufen. Nach einem Zwischenfall mit ihrem mexikanischen Großabnehmer Tuco (Raymond Cruz) fürchten sie um ihr Leben. Walters Schwager Hank ist ein ehrgeiziger Drogenfahnder bei der Polizei und hinter einem gewissen HEISENBERG her, der ein dicker Fisch im Drogengeschäft sein soll. Nun, damit ist er nun offiziell – ohne es jedoch zu wissen – auch hinter Walter her. Walter ist HEISENBERG…

B (Wertung von A bis F) Die ersten Episoden von der zweiten Staffel von „Breaking Bad“ sind erstklassig. Wie in amerikanischen TV-Serien üblich, haben über eine komplette Staffel, auch hier mehrere Regisseure (sogar Hauptdarsteller Bryan Cranston) ihre Finger im Spiel und das führt im Verlauf der Staffel immer wieder zu einem unterschiedlichen Resultat. Wenn die zweite Staffel durchgängig so gut gewesen wäre, wie ich die ersten Folgen empfand, dann hätte ich eine „A“-Bewertung vergeben. Da ich jetzt bereits mit der Handlung und allen Hauptcharakteren vertraut bin, habe ich von Folge 1 ganz gebannt das Gezeigte verfolgt. Vom Inhalt her hält auch die zweite Staffel immer wieder Überraschungen parat. Im Vorspann von Folge 1, 4, 10 und 13 wird eine Szene in schwarz/weiß gezeigt, in der immer wieder ein pinker Teddybär auftaucht. Mich als Zuschauer hat diese wiederkehrende Szene neugierig gemacht, aufgeklärt wird sie jedoch erst mit Folge 13, dem spektakulären Staffelende.

Gefallen hat mir vordergründig die Beziehung bzw. das Zusammenspiel zwischen Walter White und Jesse. Immer wenn ich Jesse zu meinem Lieblingscharakter der Serie erklären wollte, dann kamen die Autoren wieder mit einer Szene mit seinem Partner Walter um die Ecke, die Walters Charakter wieder als liebenswürdig oder sein Wesen als einfach undurchschaubar kennzeichnen. Zusammenfassend ist dennoch Jesse mein Lieblingscharakter der Serie. Er ist einfach eine verlorene Seele, der etwas unbeholfen durch die Welt tappst und dann noch in einem unverwechselbarer Straßenslang redet. Das alles macht ihn unglaublich liebenswert. Dazu muss ich jetzt eine riesiges Lob für Aaron Paul aussprechen. Aaron Paul ist Jesse, so dass ich mir das eine oder andere Mal tatsächlich Sorgen um den Jungen gemacht habe.

Von den Hauptcharakteren fand ich Walters Schwager Hank in Staffel 1 noch nicht so besonders interessant, hier finde ich ihn aber doch sehr amüsant. Auch Walters Ehefrau Skyler hat für mich dazugewonnen, jetzt sehe ich sie als wichtigen Bestandteil der Serie. Ich mag ihre Persönlichkeit. Auf die Nerven geht mir, nach wie vor, Skylers Schwester Marie. In der zweiten Staffel gibt es zusätzlich noch einige wichtige Figuren. Von allen am besten gefallen hat mir Donald Margulies, Jesses Vermieter. Unglücklich gewählt finde ich bislang die Charaktere Saul und Gustavo. Da ich davon ausgehe, dass beide Charaktere auch in Staffel 3 in Erscheinung treten, hoffe ich, dass noch etwas in Richtung Charakterentwicklung geschieht und von den Autoren etwas in die Glaubwürdigkeit der Figuren gesteckt wurde.

Die zweite Staffel von „Breaking Bad“ wurde für zahlreiche Fernseh-Preise nominiert und hat zwei Emmy Awards gewonnen. Der zweite Emmy in Folge für Bryan Cranston und die erste Emmy-Nominierung für Aaron Paul.

Kürzlich habe ich die Serie „Breaking Bad“ mit den wichtigen Charakteren vorgestellt, für Staffel 2 sind zusätzlich interessant:

Jane Margolis – Tochter des Vermieters von Jesses neuer Wohnung. Gespielt wird Jane von Krysten Ritter. Krysten Ritter hat in einigen Filmen („27 Dresses“, „What Happens in Vegas“, „She´s Out of My League“) mitgespielt.

Donald Margolis – Janes Vater und Vermieter von Jesses Wohnung. Gespielt wird Donald Margolis von John de Lancie. John de Lancie hat in zahlreichen TV-Serien mitgespielt und wurde bekannt für seine Rolle des „Q“ in Star Trek: The Next Generation. Schauspielerisch finde ich ihn hier in Staffel 2 besonders in einer Szene überwältigend.

Saul Goodman – zwielichtiger und korrupter Anwalt auf den sich Walter und Jesse einlassen. Gepielt wird Saul Goodman von Bob Odenkirk. Er hat sich als Autor, Regisseur, Produzent und Schauspieler im amerikanischen Fernsehen einen Namen gemacht.

Gustavo (Gus) – der Kopf des Drogenrings in New Mexico. Gespielt wird Gustavo von Giancarlo Esposito. Giancarlo Esposito hat viel am Theater gespielt, immer wieder in Spike Lees Filmen mitgearbeitet und in Filmen „Night on Earth“, „Blue in the Face“, „The Usual Suspects“ mitgespielt.

kleiner Ausschnitt zu sehen: