Toronto – Film: „Zombieland: Double Tap“

Ich war am 20.10.19 in Toronto und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Zombieland: Double Tap“ (dt. Filmtitel: „Zombieland 2: Doppelt hält besser“, dt. Kinostart: 07.11.19)  97 min  comedy, action, sequel  

dir. Ruben Fleischer  cast: Woody Harrelson, Jesse Eisenberg, Emma Stone, Abigail Breslin, Rosario Dawson, Zoey Deutch, Avan Jogia, Luke Wilson, Thomas Middleditch, Bill Murray 

 

Zehn Jahre sind seit der Zombie-Apocalypse vergangen. Tallahassee (Woody Harrelson), Columbus (Jesse Eisenberg), Wichita (Emma Stone) und Little Rock (Abigail Breslin) leben schon wie eine Familie zusammen. Irgendwann wird es aber den beiden Schwestern zuviel…

 

B+ (Wertung von A bis F) „Zombieland: Double Tap“ ist die Fortsetzung zu Ruben Fleischers Film Zombieland aus dem Jahr 2009. Auch bei dem Sequel hat der amerikanische Filmemacher Ruben Fleischer („Gangster Squad“, „Venom“) Regie geführt. 

Es ist fast auf den Tag genau zehn Jahre her ist, dass ich „Zombieland“ im Kino gesehen habe. Etwas erschreckend, wie schnell die Zeit vergeht. Emma Stone ist mittlerweile ein Filmstar, wurde 3x für den Oscar nominiert (Birdman, La La Land, The Favourite), für „La La Land“ hatte sie den Goldmann sogar gewonnen, Woody Harrelson ist vermutlich kein Jahr älter geworden und hat  jetzt auch drei Oscar-Nominierungen („The People vs. Larry Flynt“, The Messenger, Three Billboards Outside Ebbing, Missouri), auch Jesse Eisenberg ist um eine Oscar-Nominierung (The Social Network) reicher, aber hat sich optisch kaum verändert. Abigail Breslin hatte ihre Oscar-Nominierung für „Litte Miss Sunshine“ bereits vor dem ersten Zombieland-Film und ich glaube, es gibt einen Grund, warum sie nicht häufiger besetzt wird.

Die meisten Fortsetzungen sind uninspiriert und nur ein fader Aufguss des Originalfilms. Ich hätte auch ohne einen zweiten Teil von „Zombieland“ leben können. Dass die alte Crew (der Regisseur, die beiden Autoren und Woody Harrelson, Jesse Eisenberg, Emma Stone und Abigail Breslin) wieder zusammengetrommelt wurde, macht es einem aber schwer, die Fortsetzung einfach zu ignorieren. Das Drehbuch ist gut genug, reich an Zombie-Kills, Regeln und trockenen Sprüchen und damit eine der lohnenswerteren Fortsetzungen. Es bereitet einfach Vergnügen, Zeit – vor allen Dingen – mit Tallahassee, Columbus, und Wichita zu verbringen. Neue Charaktere (beispielsweise die unfassbar hübsche Rosario Dawson als Nevada und Zoey Deutch als Madison, die nicht nur Tallahassee auf Nerven geht, aber insgesamt dann doch eine Bereicherung darstellt) wurden hinzugefügt und das Ganze ergibt eine unterhaltsame Actionkomödie. Das fängt bereits vor der Titelsequenz, eigentlich direkt mit dem Columbia Pictures Logo, an und setzt sich bis zum Ende (während des Abspanns gibt es noch eine unverzichtbare Szene) durch.

Als etwas schwierig empfand ich Abigail Breslin und das nicht nur, weil die jetzt ältere Schauspielerin nun gar nicht glaubwürdig als Schwester von Emma Stone durchgeht. 

„Zombieland: Double Tap“ ist am 18.10.19 in 3,468 amerikanischen Kinos. Ich habe den Film in Kanada gesehen. In Deutschland startet der Film unter dem Filmtitel „Zombieland 2: Doppelt hält besser“ am 07.11.19 in den Kinos. 

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Countdown„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Horrorfilm 

Wie oft schon im Kino gesehen:  2 x 

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „The Gentlemen„

Bewertung des Trailers: B+ 

Kommentar: Nachdem Guy Ritchie seit RocknRolla entweder Filme machte, die mich nicht interessierten oder die ich blöd fand, hier scheinbar wieder etwas, was an seine alten, brillanten Filme erinnert. Mit Matthew McConaughey, Michelle Dockery, Colin Farrell und Hugh Grant

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Black and Blue„

Bewertung des Trailers: B+ 

Kommentar: Actionthriller mit Naomie Harris

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Bad Boys for Life„

Bewertung des Trailers: B+ 

Kommentar: 3. und vielleicht letzter Teil von „Bad Boys“ mit Will Smith und Martin Lawrence 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0% 

Berlin – Film: „The Dead Don´t Die“

Ich war am 19.06.19 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Dead Don´t Die“ (dt. Kinostart war der 13.06.19)  103 min  comedy, horror 

dir. Jim Jarmusch  cast: Bill Murray, Adam Driver, Tilda Swinton, Chloe Sevigny, Steve Buscemi, Danny Glover, Caleb Landry Jones, Rosie Perez, Iggy Pop, RZA, Selena Gomez, Tom Waits

 

Durch Polar-Fracking hat sich die Erdachse verschoben. In dem amerikanischen Provinzkaff Centerville häufen sich seither seltsame Dinge. Haus- und Nutztiere verschwinden spurlos, Handy-Akkus sind plötzlich leer, Uhren bleiben stehen und dunkel scheint es auch nicht mehr zu werden. Dann werden Sheriff Cliff Robertson (Bill Murray) und Officer Ronnie Peterson (Adam Driver) zu dem örtlichen Diner gerufen, dort liegen zwei bestialisch zugerichtete Leichen. Officer Ronnie hat da so eine Ahnung, vielleicht stecken Zombies dahinter…

 

B- (Wertung von A bis F) „The Dead Don´t Die“ ist der neue Film des amerikanischen Autorenfilmers Jim Jarmusch („Down by Law“, „Night on Earth“, The Limits of Control, „Only Lovers Left Alive“, Paterson).

Man könnte den gesamten Film als eine Promotion für den (Titel-) Song „The Dead Don´t Die“ von Sturgill Simpson halten. Viel mehr ist Jim Jarmuschs erster Zombie-Film aber als Kritik an Politik und Gesellschaft zu verstehen. Eigentlich ist es nur ein Einsiedler, Kinder in einer Besserungsanstalt und der Polizist Ronnie die den Ernst der Lage hier erkennen (letztere aus einem anderen Grund). Alle anderen sind zu sehr mit sich selbst beschäftigt oder generell desinteressiert und/oder schenken der Politik Glauben, die ihren Bürgern weismachen will, dass das Fracking am Nordpol natürlich nichts mit der seltsamen Geschehen auf der Erde zutun hat und somit alles „Fake News“ ist. Selbstverständlich gibt es mit Steve Buscemis Charakter auch eine Kritik an dem Trump-Wähler ansich, u.a. fällt er durch sein rotes Basecap mit dem sinnbefreiten Aufdruck „Keep America White Again“ auf und wittert hinter allem eine Verschwörung. Wenn dann selbst die Untoten nach Wi-Fi, Blootooth, Süßigkeiten, Kaffee, Chardonnay etc. gieren, ist das sicher auch als eine Kritik an der (Kosum-) Gesellschaft zu sehen. Der Film ist – auch wenn er im Horrorgenre angesiedelt ist –  zu keinem Zeitpunkt gruselig, er nimmt sich aber auch selbst nicht sonderlich ernst, dafür sorgen schon die zahlreichen Meta-Referenzen. Allgemein betrachtet ist der Film nicht wirklich rund, aber Jim Jarmusch schafft es immer wieder mit seinem Stammpersonal und kauzigen Charakteren eine Atmosphäre zu kreieren, in der man sich wohl fühlt und in der man für eine gewisse Zeit verweilen möchte. 

„The Dead Don´t Die“ wurde erstmalig auf dem Cannes Film Festival 2019 gezeigt. Es war der Eröffnungsfilm. Der Film ist am 14.06.19 in 613 amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er landesweit in 690 US-Kinos. In Deutschland läuft er seit dem 13.06.19 in den Kinos. Ich habe den Film in der OV im regulären deutschen Kino gesehen. 

Trailer zu sehen: 

 

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „O Beautiful Night„

Bewertung des Trailers: B 

Kommentar: deutscher Film 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „They Shall Not Grow Old„

Bewertung des Trailers: B (Trailer in der OmU) 

Kommentar: Peter Jacksons neuer Film, Doku über den Ersten Weltkrieg

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Kursk„

Bewertung des Trailers: B (Trailer in der dt. Synchro) 

Kommentar: Thomas Vinterbergs neuer Film über das Kursk-Unglück mit Matthias Schoenaerts, Colin Firth, August Diehl und Matthias Schweighöfer

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 

Berlin (ale) – Film: „Isle of Dogs“

Ich war am 16.02.18 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Isle of Dogs“ (dt. Filmtitel: „Ataris Reise“, dt. Kinostart: 10.05.18)  101 min  animation
dir. Wes Anderson voices: Bryan Cranston, Edward Norton, Bill Murray, Jeff Goldblum, Ken Watanabe, Koyu Rankin, Greta Gerwig, Frances McDormand, Courtney B. Vance, Harvey Keitel, Liev, Schreiber, Bob Balaban, Scarlett Johannson, Tilda Swinton, F. Murray Abraham, Kunichi Nomura, Yoko Ono

 

Japan in der nahen Zukunft. Kobayashi (Kunichi Nomura) ist Bürgermeister der Großstadt Megasaki City. Er mag keine Hunde und verbreitet bei seinem Volk die Angst, dass sich durch die Hunde eine Seuche verbreiten kann. Damit sich diese nicht auf den Menschen überträgt, hat der Bürgermeister kurzerhand veranlasst, alle Hunde auf eine Mülldeponie, nach Trash Island, zu verbannen und dort ihrem Schicksal zu überlassen. Um ein Zeichen zu setzen, wird der Wachhund seines 12-jährigen Mündels Atari (Koyu Rankin), „Spots“ (Liev Schreiber), gleich als Erstes auf die Müllinsel deportiert. Sechs Monate später landet Atari auf der Isle of Dogs. Er trifft dort auf die mittlerweile verwahrlosten ehemaligen Haushunde Boss (Bill Murray), Duke (Jeff Goldblum), King (Bob Balaban) und Rex (Edward Norton) und dem Streuner Chief (Bryan Cranston). Letztendlich helfen alle dem Jungen dabei, seinen geliebten Hund zu finden….

 

A- (Wertung von A bis F) „Isle of Dogs“ ist nach Fantastic Mr. Fox der zweite Stop-Motion-Film des amerikanischen Autors und Filmemachers Wes Anderson („The Royal Tenenbaums“, The Darjeeling Limited, The Grand Budapest Hotel). Es ist der erste Film in Spielfilmlänge, für den er die Story und das Drehbuch allein geschrieben hat.

„Isle of Dogs“ ist ein, mit sehr viel Liebe zum Detail ausgearbeiteter Stop-Motion Film. Wes Anderson schafft es zunehmend mit seinen Filmen eine völlig eigene, so skurrile Welt zu kreieren und gibt dem Zuschauer damit die Option, an diese Welt teilhaben zu dürfen. Mit diesem Film führt er einen zusätzlich auch in die politische Gegenwart. „Isle of Dogs“ ist ein Film über Ausgrenzung. Die Ausgegrenzten sind in diesem Fall Hunde.

Ich bin selbst ein großer Hundeliebhaber, aber ich glaube, auch wenn man das nicht ist, fühlt man mit diesen, doch so menschentreuen Geschöpfen. Wes Anderson hat hier, besonders mit den eigentlich verwöhnten Haushunden Boss, King, Duke und Rex und dem Streuner Chief ein paar kauzig-liebenswerte Vierbeiner zum Leben erweckt. Schnell begreift man die Sozialstruktur ihres Rudels und begleitet sie bei ihrem Abenteuer in dieser hoffnungslosen Welt. Auch wenn ich natürlich das eine oder andere Tränchen vergossen habe, ist mir der Film überwiegend humorig in Erinnerung geblieben. Am Besten hat mir der Film gefallen, wenn er tatsächlich bei den Hunden ist. Zwei andere Szenen (in der die Zubereitung eines Sushi-Menüs gezeigt wird und eine weitere im Krankenhaus bzw. Operationssaal) sind mir aber auch als besonders originell in Erinnerung geblieben.

Ansonsten ist der Film voller Rückblenden und Zeitsprünge, ist ideen- und detailreich, das man bei der ersten Sichtung des Films kaum alles aufnehmen kann. Ich werde mir den Film daher ganz sicher noch ein zweites Mal anschauen.

Der Film könnte in meiner Top Ten für Filme aus dem Jahr 2018 landen. Update: „Isle of Dogs“ ist einer meiner Top Ten-Filme des Jahres 2018. 

Ich könnte mir vorstellen, dass „Isle of Dogs“ bei den nächsten Oscars (2019) eine Rolle spielt. Update: „Isle of Dogs“ hat 2 Oscar-Nominierungen (Beste Filmmusik und Bester Animationsfilm) erhalten. 

„Isle of Dogs“ feierte seine Weltpremiere auf der Berlinale 2018. Es war der Eröffnungsfilm des 68. Berlin International Film Festivals und damit der erste Animationsfilm, der die Berliner Filmfestspiele eröffnete. Der Film lief im Wettbewerb. Der Film startet am 23.03.18 in den amerikanischen Kinos. Ich habe den Film auf der Berlinale gesehen. Gezeigt wurde die japanisch/englische Originalfassung mit deutschen Untertiteln. Das Japanische wurde nicht übersetzt bzw. untertitelt.

Trailer zu sehen:

 

 

Vancouver – Film: "Aloha"

Ich war am 30.05.15 in Vancouver und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Aloha“ (dt. Filmtitel: „Aloha – Die Chance auf Glück“, dt. Kinostart: 06.08.15) 105 min comedy, drama
dir. Cameron Crowe cast: Bradley Cooper, Emma Stone, Rachel McAdams, Bill Murray, John Krasinski, Danny McBride, Alec Baldwin

Brian Gilcrest (Bradley Cooper) arbeitet für den Rüstungsunternehmer und Milliardär Carson Welch (Bill Murray). Als es ihn nach Hawaii verschlägt, trifft er dort, das erste Mal nach 13 Jahren, auf seine Ex-Freundin Tracy (Rachel McAdams). Mittlerweile ist sie mit Woody (John Krasinski) verheiratet und hat zwei Kinder. Brian soll auf Hawaii Verhandlungen mit den Ureinwohnern der Insel führen, damit sein Boss seine Pläne für einen Satelliten umsetzen kann. Ihm wird die forsche Air Force Kampfpilotin Allison Ng (Emma Stone) als Aufpasserin zur Seite gestellt.

D (Wertung von A bis F) „Aloha“ ist der neueste Film von Cameron Crowe („Singles“, „Jerry Maguire“, „Almost Famous“)

In „Aloha“ staksen orientierungs- und/oder belanglosen Charaktere durch eine wirre, aber unbedingt bedeutend erscheinen wollende Geschichte und lassen den Zuschauer im besten Fall ratlos zurück. Man sollte sich vielleicht auf die Liebes- und Familiengeschichte konzentrieren (auch wenn die eine nicht wirklich glaubwürdig und die andere vorhersehbar ist) und sich nicht weiter mit Bradley Coopers Figur und seinem beruflichen Vorhaben auf der Insel beschäftigen. Dieser Handlungsstrang ergibt nämlich keinen richtigen Sinn und egal ist er sowieso.

Wenn in einem dialogreichen Film die zwei wortlosen Szenen die Besten sind, dann sagt das viel über die Qualität des Film aus. Die anderen guten Szenen sind bereits im Trailer zu sehen. Die Dialoge wirken unrealistisch das einzig Positive was ich über den Film vermelden kann, ist die Performance von Emma Stone, Alec Baldwin und John Krasinski.

Im November 2014 wurden sämtliche E-Mails von Sony Picture Entertainment gehackt. Dadurch wurde u.a. bekannt, wie Amy Pascal, seinerzeit noch Präsidentin von SPE, über den Film „Aloha“ dachte. Nachdem ich mir von dem Film nun selbst ein Bild machen konnte, habe ich nachgelesen, wie Amy Pascal ihren Unmut über den Film in Worte fasste. Sie kritisierte, dass das Drehbuch, auch wenn es noch so oft umgeschrieben wurde, Mist ist, die Besetzung mindestens fragwürdig und der Plot an den Haaren herbeigezogen. Alles in allem hat sie zum Ausdruck gebracht, dass der Film nicht mehr zu retten ist.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Masterminds“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: scheinbar sehr klamaukige Actionkomödie mit Zach Galifianakis, Kristen Wiig und Owen Wilson
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „Me & Earl & the Dying Girl“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Drama, das in Sundance groß abgesahnt hat
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Spectre“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Sam Mendes zweiter James Bond Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Ricki and the Flash “
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Jonathan Demmes neuer Film mit Meryl Streep als alternde Rockerin
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

HBO-Films: "Olive Kitteridge"

Ich habe mir folgende HBO-Miniserie angeschaut:

„Olive Kitteridge“ (in D. über iTunes zu sehen) 4 x approx. 60 min drama, adaptation
dir. Lisa Cholodenko cast: Frances McDormand, Richard Jenkins, Zoe Kazan, Rosemarie DeWitt, Ann Dowd, Bill Murray, Peter Mullan, John Gallagher Jr., Devin Druid

Die Mathelehrerin Olive Kitteridge (Frances McDormand) lebt in dem kleinen Küstenörtchen Crosby. Sie ist mit dem Apotheker Henry (Richard Jenkins) verheiratet. Die Beiden haben einen 13-jährigen Sohn (Devin Druid). Olive kann Menschen ganz gut analysieren, ist aber nicht gerne in ihrer Gesellschaft, Henry ist da viel offener und geselliger. Gerade hat er die junge begeisterungsfähige Denise (Zoe Kazan) eingestellt, er mag ihre unbefangene Art. Glücklich scheint das Leben von Olive und Henry nicht zu sein.

A (Wertung von A bis F) „Olive Kitteridge“ basiert auf der gleichnamigen Sammlung von Kurzgeschichten von Elizabeth Strout. Das Buch hat im Jahr 2009 den Pulitzer Prize gewonnen.

„Olive Kitteridge“ ist keine Serie, es ist ein Film in vier Teilen. Ein Mehrteiler bzw. eine Mini-Serie ist das TV-Format, das ich am liebsten gucke. Bei diesem Mehrteiler hatte ich das Buch nicht gelesen und hatte mich auch sonst nicht informiert, worum es genau geht. Ich hatte keine Kritik gelesen, wusste lediglich von der Besetzung und den Preisen, mit denen diese Mini-Serie bereits kurz nachdem sie auf HBO ausgestrahlt wurde, prämiert wurde. Hin und wieder mag ich es ganz gerne, mich von einem Projekt komplett überraschen zu lassen.

„Olive Kitteridge“ ist ganz klar als Drama zu kategorisieren, es ist aber auch eine gut beobachtete Charakterstudie. Die Figurenzeichnung ist exzellent. Man hat ausreichend Zeit, um die Titelheldin und andere Charaktere kennenzulernen, mit ihnen warm zu werden, sie (insbesondere was Olive angeht) versuchen zu verstehen und – was mich betrifft – so von ihr berührt zu werden, dass ich mich außerstande sah, mich wieder zu beruhigen als der Film vorbei war. „Olive Kitteridge“ ging mir wirklich sehr nahe.

Die erste Folge habe ich bereits vor einer Weile geguckt. Ich war neugierig und wollte nur mal reinschauen. Das Gesehene gefiel mir, leider hatte ich überhaupt keine Zeit, mir auch nur einen weiteren Teil anzugucken. Den zweiten Anlauf begann ich dann Wochen später, mittlerweile war so viel Zeit verstrichen, dass ich mich nicht mehr richtig an den ersten Teil erinnerte. Entsprechend habe ich mir den ersten Teil erneut angeschaut. Eigentlich wollte ich nur zwei Teile gucken und am nächsten Tag fortsetzen. Mit der zweiten Folge war ich dann aber so gefesselt von Olive (und ein paar anderen Figuren), dass ich nicht anders konnte, als bis zum Schluss zu gucken. Vergleichbar mit einem guten Freund, den man nicht alleine lassen kann, wenn er in Schwierigkeiten steckt.

Manchmal, und das geht mir durch die unzähligen Begegnungen durch meinen Job häufig so, mag ich einfach bestimmte Menschen und kann andere wiederum von vornherein nicht leiden. Wenn mich jemand dann fragt warum, kann ich es nicht immer benennen. Zu einigen Menschen fühlt man sich einfach hingezogen, bei anderen stört einen etwas, ohne dass derjenige vielleicht von vornherein irgendwelche Verhaltensauffälligkeiten zeigt. Die Chemie muss einfach stimmen.

Die Chemie zwischen mir und Olive Kitteridge stimmt. In der Mini-Serie gibt es einige interessante Charaktere. Der Titelfigur galt aber meine gesamte Aufmerksamkeit und Zuneigung. Ich fand sie einfach faszinierend, wollte wissen, was sich hinter ihrer rauen Schale verbirgt, was sie spröde und unnahbar werden ließ, wie ihr Leben verläuft, ob sie irgendetwas in ihrem Leben bereut, was ihr bestimmte Menschen bedeuten, wie andere auf ihre direkte Art und ihre Eigenarten reagieren, usw. Ich hatte so viele Fragen, wie man sie immer hat, wenn jemand Interessantes in sein Leben tritt. Vielleicht habe ich nicht auf all meine Fragen eine Antwort bekommen. Manchmal gibt es Menschen, die einfach in einigen Bereichen undurchsichtig bleiben und die man gerade daher noch spannender findet. Olive ist sicherlich eine Persönlichkeit, die es einem leicht macht, sie ins Herz zu schließen. Ich mag Menschen, die unverstellt und anders sind und die sich nicht verbiegen lassen, weil sie es entweder nicht können oder nicht wollen. Man erlebt Olive Kitteridge über einen Zeitraum von 25 Jahren. Mit der dritten Folge (und zwar schon zu Beginn) sind mir die Tränen gelaufen, nicht das irgendetwas Besonderes passiert ist. In der letzten Folge sah ich mich nicht mehr in der Lage, mich zusammenreissen zu können. Ich war zu diesem Zeitpunkt zu tief mit der komplexen Olive (und ein paar anderen Figuren) verbunden.

Frances McDormand ist Olive Kitteridge. Die amerikanische Schauspielerin ist stets brillant, diese Performance bildet aber den vorzeitigen Höhepunkt ihres kreativen Schaffens. Es ist keine Performance, die auf den ersten Blick ins Auge fällt. Es sind mehr die leisen Töne, die Stimmung, die sie mit ihrer nuancierten Performance transportiert. Es gibt nur wenige Schauspieler, die das beherrschen. Wenn „Olive Kitteridge“ ein Kinofilm aus dem Jahr 2015 wäre (und ich finde es schade, dass es keiner ist), dann wäre Frances McDormands Performance, die die es bei den nächsten Oscars zu schlagen gilt. Da es aber nunmal eine TV-Produktion ist, ist ihr der Fernseh-Oscar „Emmy“ wohl sicher. Von der Schauspielgarde wurde sie hierfür bereits im Januar mit einem SAG-Award ausgezeichnet.

Aber auch Henry ist eine Figur, die man schnell ins Herz schließt. Er macht es einem natürlich auch leichter als seine Frau Olive, ihn zu mögen. Richard Jenkins zeigt sich auch wieder mal in Bestform. So klar, wie die Figuren definiert sind, so klar erkennt man auch, was Olive und Henry für eine Ehe führen. Man spürt die Gewohnheit, die Vertrautheit, die Liebe, aber auch auf der anderen Seite kann man die Verachtung greifen, die Olive ihrem Henry manchmal entgegenbringt. Besonders mochte ich aber auch die Beziehung zwischen Olive und O´ Casey.

Eine Lieblingsfolge habe ich bei diesem Vierteiler nicht. In der dritten Folge geschieht etwas, womit ich in dieser Art von Film überhaupt nicht gerechnet habe. Das hat mich komischerweise auch unter Stress gesetzt. Gut gefallen hat mir auch, wie die Barsängerin bestimmte Klassiker vorträgt. Nicht nur, dass die Songs einen geeigneten Platz im Film finden und die Handlung unterstützen, bei manchen Songs (insbesondere bei einem meiner Lieblingssongs „Close to You“) wird mir einfach immer warm ums Herz.

Erwähnenswert ist vielleicht noch, dass „Olive Kitterdige“ u.a. von Tom Hanks und Frances McDormand produziert wurde, Die amerikanische Filmemacherin Lisa Cholodenko („Laurel Canyon“, The Kids Are All Right) hat Regie führt.

Die Charaktere im Einzelnen:

Olive Kitteridge arbeitet als Mathelehrerin und ist seit vielen Jahren mit Henry (gespielt von Richard Jenkins) verheiratet. Sie haben einen gemeinsamen Sohn, Christopher (gespielt von Devin Druid bzw. als Erwachsener von John Gallagher Jr.). Mit den wenigsten Menschen kann sie was anfangen, sie beobachtet und analysiert Menschen, aber will sie nicht in ihrer Nähe haben. Olive hat ein großes Herz, aber zeigt ganz selten Gefühle und verschreckt andere mit ihrer Übellaunigkeit und ihrem Zynismus. Sie ist nicht wirklich glücklich, vielleicht sogar depressiv. Depressionen liegen in ihrer Familie, ihr Vater litt daran. Manche Menschen können nicht über ihren Schatten springen, nicht mal wenn sie es ernsthaft versuchen. Ich liebe ihren Charakter. Ihr Charakter ist ganz klar beschrieben und dadurch konnte ich ihr Denken und ihr Verhalten oft nachvollziehen. Gespielt wird Olive Kitteridge von der wunderbaren Frances McDormand. Die Oscar-Gewinnerin („Fargo“) und Tony-Gewinnerin (für ihre Rolle in dem Theaterstück „Good People“) bewirbt sich mit dieser Rolle um einen Emmy-Award. Frances McDormand begleitet mein Filmleben schon so lange, weil sie einfach ein Talent hat, in den richtigen Filmen mitzuspielen. In dem Coen Bros Film „Blood Simple“ gab sie ihr Spielfilmdebüt. Dort hat sie den Regisseur Joel Coen kennengelernt und vom Fleck weg geheiratet. Mittlerweile sind sie 32 Jahre verheiratet. Gespielt hat Frances McDormand in zahlreichen Spielfilmen: „Raising Arizona“, „Mississippi Burning“, „Primal Fear“, „Almost Famous“, „The Man Who Wasn´t There“, „Laurel Canyon“, Miss Pettigrew Lives for a Day, Moonrise Kingdom

Henry arbeitet als Apotheker und ist seit Jahren mit Olive (gespielt von Frances McDormand) verheiratet. Sie haben einen Sohn, Christopher. Henry ist immer freundlich, im Gegensatz zu seiner Frau ein sehr herzlicher, lebensfroher und geselliger Mensch, der unter der lieblosen Ehe mit seiner Frau Olive leidet. Spätestens mit der dritten Folge hat mich Henry zu Tränen gerührt. Gespielt wird Henry von dem amerikanischen Schauspieler Richard Jenkins. Vielen ist er vielleicht durch die HBO-Serie „Six Feet Under“ bekannt. Lange davor war er aber schon in Kinofilmen zu sehen („Hannah and Her Sisters“, „Sea of Love“, „Wolf“), er hat in einigen Coen Bros-Filmen mitgespielt („The Man Who Wasn´t There“, „Intolerable Cruelty“ und „Burn After Reading“). Für seine Rolle in The Visitor wurde er für den Oscar nominiert. Für seine Rolle in „Olive Kitteridge“ hat er eine SAG-Nominierung erhalten und bewirbt sich damit zweifelsfrei um eine Emmy-Award-Nominierung.

Denise ist eine Angestellte von Henry. Sie ist ein junges, einfach gestricktes, unsicheres Mädchen. Henry ist von ihrer Fröhlichkeit und Unbeschwertheit angetan, Olive ist genervt von ihr und ihrem nicht vorhandenen Selbstbewusstsein. Ich kann verstehen, warum Olive sie nicht mag. Gespielt wird Denise von der amerikanischen Schauspielerin Zoe Kazan. Sie ist die Enkelin des legendären Film- und Theaterregisseurs und Oscar-Gewinners Elia Kazan („A Streetcar Named Desire“, „On the Waterfront“, „East of Eden“). Zusammen ist sie mit einem der besten Jungschauspieler, Paul Dano. Ich habe zahlreiche Kinofilme „The Savages“, „Fracture“, „Revolutionary Road“, „It´s Complicated“, „Meek´s Cutoff“ gesehen, in denen Zoe Kazan mitspielt. Ich mag sie am meisten, wenn sie kleinere Rollen spielt und mir nicht auffällt. Sie sollte keine Hauptrolle wie in Ruby Sparks oder What If bekleiden.

Christopher ist der Sohn von Olive und Henry. Olive und ihr Sohn haben ein schwieriges Verhältnis. Christopher wird von zwei Schauspielern gespielt. Devin Druid verkörpert den 13-jährigen Christopher und der amerikanische Schauspieler John Gallagher J.r spielt den erwachsenen Christopher. John Gallagher Jr. ist ein Theater-, Film- und Fernsehschauspieler. Für seine Rolle in dem Musical „Spring Awakening“ hat er bereits einen Tony-Award gewonnen. Ich habe ihn in den Kinofilmen „Pieces of April“, „Jonah Hex“, „Margaret“ und Short Term 12 gesehen. Bekannt ist er aber selbstverständlich auch aus der HBO-Serie The Newsroom

Jim O Casey arbeitet als Englischlehrer und ist ein Kollege und Freund von Olive. Sie sind sich beide sehr ähnlich. Er ist ein Eigenbrötler und zynisch. Er ist einer der wenigen Menschen, die Olive wirklich mag. Ich mag Jim O´Casey logischerweise auch sehr gerne. Gespielt wird er von dem großartigen schottischen Schauspieler Peter Mullan. Den meisten wird Peter Mullan wohl durch seine Rolle in den „Harry Potter“-Filmen bekannt sein. Ich habe nie einen dieser Filme gesehen, mir war er noch ganz frisch in Erinnerung durch die Mini-Serie Top of the Lake. Er hat aber auch in einigen meiner Lieblingsfilme („Shallow Grave“, „Trainspotting“ und Tyrannosaur) mitgespielt.

Jack Kennison spielt eine wichtige Rolle in der Mini-Serie. Er kommt zwar erst in der letzten Folge richtig zum Einsatz, aber er kommt gerade im richtigen Moment. Gespielt wird Jack Kennison von dem amerikanischen Schauspieler Bill Murray. Bill Murray hatte nach seinem letzten filmischen Fehltritt St. Vincent bei mir noch einiges wiedergutzumachen. Ich bin immer noch unfassbar sauer auf die pure Existenz dieses Films und seine furchtbare Performance. Das liess mich beinahe vergessen, in welchen tollen Filmen er über die Jahre gespielt hat. Bill Murray hat für seine Rolle in einem meiner Lieblingsfilme „Lost in Translation“ eine Oscar-Nominierung erhalten. In den U.S.A. wurde er in den 1970er Jahren durch „Saturday Night Live“ berühmt. In Deutschland kennt man ihn wohl erst seit den 1980er Jahren, vor allen Dingen durch „Caddyshack“ und „Ghostbusters“. Ich mag ihn besonders in den ganzen Indie-Filmen, in denen er spielte („Rushmore“, „Coffee and Cigarettes“, „Broken Flowers“, „The Darjeeling Limited“, Get Low)

Der Mehrteiler „Olive Kitteridge“ wurde erstmalig auf dem Venice Film Festival 2014 gezeigt. Die Mini-Serie wurde ab dem 2.11.2014 auf HBO an zwei Tagen ausgestrahlt und war jetzt schon für zahlreiche TV-Preise nominiert. Gewonnen hat Frances McDormand bislang einen SAG-Award für ihre Rolle und auch wurde die Regisseurin Lisa Cholodenko mit einem DGA Award ausgezeichnet. Die Autorin Jane Anderson konnte bei den WGAs als Siegerin für ihr Drehbuch hervorgehen. Man kann davon ausgehen, dass Olive Kitteridge einige Emmy-Nominierungen und Awards einheimsen wird. Update: „Olive Kitteridge“ war für 13 Emmy Awards nominiert und hat 6 Emmys gewonnen. Ausgezeichnet wurde „Olive Kitteridge“ in folgenden Kategorien: Outstanding Limited Series, Outstanding Lead Actor in a Limited Series or a Movie (Richard Jenkins), Outstanding Lead Actress in a Limited Series or Movie (Frances McDormand), Outstanding Supporting Actor in a Limited Series or a Movie (Bill Murray), Outstanding Supporting Actress in a Limited Series or a Movie (Zoe Kazan), Outstanding Directing for a Limited Series, Movie or a Dramatic Special, Outstanding Writing for a Limited Series, Movie or a Dramatic Special und Outstanding Casting for a Limited Series, Movie or a Special

Der Vorspann zu sehen:

Trailer zu sehen:

D. C. – Film: "St. Vincent"

Ich war am 25.10.14 in Washington und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„St. Vincent“ (dt. Kinostart: 08.01.15) 103 min comedy, drama
dir. Theodore Melfi cast: Bill Murray, Scott Adsit, Melissa McCarthy, Chris O´Dowd, Naomi Watts, Terrence Howard

Vin (Bill Murray) lebt in einem heruntergekommenen Haus, ist pleite, trinkt zu viel Alkohol und ist ständig schlecht gelaunt. Mit der schwangeren, russischen Stripperin/Prostituierten Daka (Naomi Watts) hängt er jedoch gerne ab. Im Nachbarhaus zieht dann die alleinerziehende Mutter Maggie (Melissa McCarthy) mit ihrem 12-jährigen Sohn Oliver (Jaeden Lieberher) ein. Aus der Not heraus muss Maggie ihren Sohn bei dem Stinkstiefel lassen…

D (Wertung von A bis F) St. Vincent ist eine Tragikomödie.

Wer schreibt eigentlich so einen klischeehaften, vorhersehbaren Mist? Der Regisseur Theodore Melfi gibt hier sein Regiedebüt und hat auch das Drehbuch geschrieben. Vielleicht sollte man eher fragen, wer produziert so einen Mist. Übrigens auch Theodore Melfi. Aber warum spielen namhafte Schauspieler überhaupt in einem Film eines Newcomers? Vielleicht weil sich Bill Murray beispielsweise mit dieser Rollenbeschreibung seinen lang ersehnten Oscar erhofft – anders kann ich mir das nicht erklären.

Unter normalen Umständen sehe ich Bill Murray und Naomi Watts wirklich sehr gerne. Hier konnte ich sie beinahe kaum ertragen. Ab einem gewissen Zeitpunkt im Film (den ich nicht spoilern möchte) sieht man, wie sich Bill Murray um eine Oscar-Performance bemüht, das machte das Ganze für mich nur noch unerträglicher. Bill Murrays Charakter ist ein Typ, den man ins Herz schließen soll, in meinen Augen ist seine Figur aber eine zutiefst unsympathische mit der ich partout keine Zeit verbringen will.

„St. Vincent“ hat eine Laufzeit von geringfügig mehr als 100 Minuten, für mich hat sich der Film wie eine Strafe angefühlt. Vergleichbar mit früher, wenn ich Hausarrest bekommen habe und alle anderen Kinder durften weiter draußen spielen. Klar hätte ich einfach aufstehen und gehen können, aber wenn ich mich für einen Film (im Kino) entscheide, dann halte ich tapfer bis zum Ende durch. Der Film hat zwischendurch auch ein paar tolerierbare Momente, ein paar gute Sprüche, ich mag Chris O´Dowd einfach gerne und auch Melissa McCarthy, die hier eine sehr zurückgenommene Performance gibt, hat mir hier auch ausnahmsweise gefallen. Alles in allem, ist der Film aber weder witzig noch traurig, er hat mich schlichtweg gar nicht berührt.

Bill Murrays Figur im Film und seine Performance zielt mir zu aufdringlich (und dabei, wie gesagt, noch nicht mal gut) auf Filmpreise ab. Bill Murray ist wahnsinnig beliebt in Hollywood, wenn er tatsächlich für diese Rolle für einen Oscar nominiert wird und beispielsweise nicht ein Robert Duvall (für The Judge), dann ist das ein Skandal.

„St. Vincent“ ist für folgende Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Bill Murray), Beste Nebendarstellerin (Naomi Watts, Melissa McCarthy), Bestes Originaldrehbuch

„St. Vincent“ wurde erstmalig aus dem Toronto International Film Festival 2014 gezeigt.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Theory of Everything“
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: Stephen Hawking Biopic mit Eddie Redmayne in der Hauptrolle. Oscar-Film.
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Inherent Vice“
Bewertung des Trailers: A
Kommentar: PTAs neuer Film mit Joaquin Phoenix, Josh Brolin, Benicio del Toro, etc. Oscar-Film. Josh Brolin ist echt der Knaller.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Dumb and Dumber To“
Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer)
Kommentar: 20 Jahre nach dem ersten Film nun die Fortsetzung mit Jeff Daniels und Jim Carrey.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Homesman“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Der neueste Film von und mit Tommy Lee Jones. Besetzt auch mit Hilary Swank und Meryl Streep
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Wild“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Drama mit Reese Witherspoon. Film sieht so aus wie Sean Penns „Into the Wild“ nur leider mit Reese in der Hauptrolle. Oscar-Film, mal gucken
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Imitation Game“
Bewertung des Trailers: B- (neuer Trailer)
Kommentar: Biopic und Kriegsdrama mit Benedict Cumberbatch, Keira Knightley und Matthew Goode. Definitiv ein Oscar-Film. Eine Oscar-Nominierung für Benedict Cumberbatch gilt als sicher.
Wie oft schon im Kino gesehen: 5 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Berlin – Film: "The Grand Budapest Hotel"

Ich war am 27.02.14 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„The Grand Budapest Hotel“ (dt. Titel: „Grand Budapest Hotel“, dt. Kinostart: 06.03.14) 100 min comedy, drama
dir. Wes Anderson cast: Ralph Fiennes,Tony Revolvori, F. Murray Abraham, Adrien Brody, Willem Dafoe, Jeff Goldblum, Matthieu Amalric, Jude Law, Harvey Keitel, Bill Murray, Edward Norton, Saoirse Ronan, Tilda Swinton, Jason Schwartzman, Tom Wilkinson, Owen Wilson, Leá Seydoux

Im Jahr 1932 ist Zero (Tony Revolvori) ein junger Page im Grand Budapest Hotel in Zubrowka. Ausgebildet wird er von dem legendären und dandyhaften Concierge des Luxushotels, Gustave H. (Ralph Fiennes). Er erklärt ihm alles Wesentliche und Zero ist schon bald Gustaves engster Vertrauter. Nachdem die wohlhabende 84-jährige Madame D. (Tilda Swinton) verstorben ist, reist Gustave mit Zero zur Beerdigung und Testamentseröffnung an. Gustave hatte ein Verhältnis mit der betagten Lady und hat jetzt ein sehr wertvolles Gemälde geerbt. Die Verwandtschaft ist empört, Gustave gerät bald unter Mordverdacht, stiehlt das Gemälde und sucht mit Zero das Weite…

B (Wertung von A bis F) Wes Anderson hat sich für den Film „The Grand Budapest Hotel“ von dem österreichischen Schriftsteller Stefan Zweig inspirieren lassen. Auch wurde der Filmemacher von einigen Filmen von Ernst Lubitsch und dem Film „Grand Hotel“ mit Greta Garbo und Joan Crawford beeinflusst.

Wes Anderson („Rushmore“, „The Royal Tenenbaums“, The Darjeeling Limited, Fantastic Mr. Fox) hat mittlerweile eine unverkennbare Handschrift. Vermutlich könnte man jedes x-beliebige Szenenbild eines Wes-Anderson-Films nehmen und würde mit Sicherheit erkennen, dass es sich hierbei um einen Film dieses Regisseurs handelt. Man muss seinen farbenreichen, schrill-schrägen, so eigenen Stil mögen – ich mag ihn.

Vor allen Dingen mag ich seine Filme, weil sie so wirken, als ob hier viel Kreativität drinsteckt. Er hat sich skurrile Figuren, deren Namen und Kostüme ausgedacht und diese in einer fantasievollen Ausstattung zum Leben erweckt. Seine Filme sind mit so viel Liebe zum Detail inszeniert. Wenn man alle Einzelheiten und alle Ebenen in seinen vielschichtigen Filmen in Gänze ergründen möchte, muss man sie sich wahrscheinlich mehrere Male schauen. Bei „The Grand Budapest Hotel“ hatte ich auch wieder den Eindruck, dass einzelnen Szenen wichtiger sind als die Handlung, was ich nicht als negativ erachte, weil seine Erzählkunst halt so unterhaltsam ist. Einige der imposanten Szenenbilder im „The Grand Budapest Hotel“ sind beinahe Kunstwerke.

Am Besten haben mir die Szenen mit Harvey Keitel und seiner schrägen Gefängnistruppe (mit den deutschen Schauspielern Florian Lukas, Volker Michalowski und dem österreichischen Schauspieler Karl Markovics) gefallen und später als sich Gustave mit Zero absetzt, eine teilweise in stop-motion inszenierte Flucht in der Gebirgslandschaft der fiktiven Republik Zubrowka. Außerdem mochte ich die Szenen mit dem Geheimbund aller Luxushotel-Concierges. Das ist alles so absurd und im besten Sinne klamaukig.

Das ganze Ensemble macht einfach Spaß. Ralph Fiennes kann man hier mal in einer ganz anderen Rolle bestaunen. Mich hat er völlig fasziniert und begeistert. Herausragend fand ich auch Adrien Brody.

Ich fand, dass „The Grand Budapest Hotel“ im Mittelteil ein paar Längen hat, aber der Film ist im Ganzen definitiv sehenswert.

Könnte „The Grand Budapest Hotel“ eine Rolle bei den nächsten Oscar-Nominierungen spielen? Schwierig zu beurteilen. Wes Anderson hat mit seinen Filmen bislang erst drei Oscar-Nominierungen erhalten, zwei für die Drehbücher der Filme „The Royal Tenenbaums“ und „Moonrise Kingdom“ und einen Academy Award-Nominierung für den besten Animationsfilm („Fantastic Mr. Fox“). Ich würde gerne Ralph Fiennes ins Gespräch bringen, verdient wäre es. Ein amerikanischer Kinostart im März ist zwar konkurrenzlos, aber für Filmpreise, die erst ab Dezember verliehen werden, denkbar schlecht. Sicherheitshalber werde ich „The Grand Budapest Hotel“ aber unter „Oscar´14“ listen. Update: „The Grand Budapest Hotel“ war zusammen mit „Birdman“ der am meisten nominierte Film bei den Oscars im Jahr 2015. Bei der 87. Oscarverleihung am 22.02.15 wurde er mit vier Oscars (Bestes Szenenbild, Bestes Kostümdesign, Bestes Makeup und Beste Frisuren und Beste Filmmusik) ausgezeichnet.

„The Grand Budapest Hotel“ wurde erstmalig auf der Berlinale 2014 gezeigt. Es war der Eröffnungsfilm der Berlinale, lief im Wettbewerb und wurde schließlich mit dem Silbernen Bären, dem Großen Preis der Jury, ausgezeichnet. In den Vereinigten Staaten wird der Film ab dem 7.3.14 (limited) gezeigt. Ich habe den Film in einer Pressevorführung gesehen. Gezeigt wurde die OmU.

Der amerikanische Trailer: