Die Oscars 2013: Alle Gewinner

Alle Oscar-Gewinner 2013:

Best Picture: Argo
Best Director: Ang Lee (Life of Pi)
Best Actor: Daniel Day-Lewis (Lincoln)
Best Actress: Jennifer Lawrence (Silver Linings Playbook)
Best Supporting Actor: Christoph Waltz (Django Unchained)
Best Supporting Actress: Anne Hathaway (Les Misérables)
Best Original Screenplay: Django Unchained
Best Adapted Screenplay: Argo
Best Cinematography: Life of Pi
Best Animated Feature: Brave
Best Foreign Language Film: Amour
Best Costume Design: Anna Karenina
Best Production Design: Lincoln
Best Makeup and Hairstyling: Les Misérables
Best Film Editing: Argo
Best Sound Editing: Zero Dark Thirty & Skyfall
Best Sound Mixing: Les Misérables
Best Visual Effects: Life of Pi
Best Documentary Feature: Searching for Sugar Man
Best Animated Short: Paperman
Best Live Action Short: Curfew
Best Documentary Short Subject: Inocente
Best Original Song: Adele (Skyfall)
Best Original Score: Life of Pi

Ja, im Nachhinein sieht es immer so einfach aus, die Gewinner vorherzusagen. Von 24 Kategorien habe ich 19 richtig geraten. Das ist für so ein ungewöhnliches Jahr, denke ich, ein solides Ergebnis. An meiner Oscar-Gewinner-Liste habe ich noch nie länger gesessen und auch habe ich sie noch nie sooo oft geändert wie dieses Jahr. Meine letzten Entscheidungen betrafen die drei Kategorien: Best Supporting Actor, Best Actress und Best Sound Editing. Als ich mich nun endlich bei den Schauspielern durchgerungen habe, habe ich noch eine halbe Stunde damit verbracht, mich für Best Sound Editing zu entscheiden. Was soll ich sagen, in allen drei Kategorien habe ich falsch gelegen.

Was meine Oscar-Wette angeht, muss ich vermelden, dass ich leider nicht gewonnen habe – ich habe aber auch nicht verloren. Wie schon bei unserer Oscar-Nominierungs-Wette dieses Jahr gab es eine Pattsituation. Auch wenn wir nur 15 gleiche Kategorien geraten haben, so hatten wir beide am Ende 19 richtig geratene Kategorien. Von dieser Stelle kann ich nur meinen Respekt aussprechen, der wird aber auch immer besser. Das spornt mich aber auch nur an. 🙂

Andere Planungen haben auch dieses Jahr verhindert, dass ich zu den Oscars in den U.S.A. war. Da ich die von ProSieben vor der Oscar-Verleihung geschaltete Rote-Teppich-Fremdschäm-Moderation mit Steven Gätjen schlichtweg nur schwer ertragen kann, habe ich nach Alternativen gesucht. Schon früh bin ich beim Umschalten bei CNN hängengeblieben. Der sympathische Piers Morgan hat dort die 1 1/2 stündige Pre-Show moderiert. Warum die letzte Stunde dann irgendetwas anderes gezeigt wurde, erschließt sich mir nicht. Da hat Pro7 dann aber dankenswerterweise auf die ABC-Pre-Show geschaltet. Leider wurde – warum auch immer – trotzdem wieder zu dem Clown Gätjen geschaltet.

Ein Grund unbedingt die amerikanische Pre-Show zu sehen, ist, dass man alle Stars und – vor allen Dingen alle für diesen Abend wichtigen Stars – im Interview sieht und dass man genug Zeit hat, sich mit der Mode der Stars zu beschäftigen.

Mode – The Best:

Die Oscar-Gewinnerin Jennifer Lawrence hat ein großartiges Kleid (Dior Haute Couture) gewählt. Helen Hunt hat mir sehr gut in ihrem blauen Kleid gefallen, dass – wie sie sagte – von H&M angefertigt wurde. Toll. Auch hatte Affleck-Gattin Jennifer Garner ein wunderbares Kleid (Gucci) gewählt. Sehr angetan war ich auch von Charlize Theron in Dior Haute Couture und nach einigem Überlegen von Nicole Kidmans Outfit (L´Wren Scott).

Mode – The Worst:

Die sonst so stilsichere Halle Berry hat bei ihrem Kleid (Versace) dieses Mal für mich danebengegriffen. Anne Hathaway habe ich das erste Mal bei CNN gesehen und dann musste ich mir erst einmal die Augen reiben. Mit dem Kleid (Prada) könnte sie vielleicht zu den Venus-Awards gehen. Ich meine, hat ihr keiner gesagt, dass das Kleid Körperstellen offenbart, die in Amerika – und schon gar nicht bei den Oscars – nicht öffentlich gesehen werden wollen. Sie hat einfach keinerlei Stil, aber das ist ja nichts Neues!. Catherine Zeta-Jones sah in meinen Augen aus wie ein Transvestit. Renee-ich habe-gerade-auf-eine Zitrone-gebissen-Zellweger sah auch furchtbar aus.

Die Oscar-Show war – aus meiner Sicht – grauenhaft. Der Oscar-Moderator Seth MacFarlane konnte mich zwar mit seiner selbstbewussten, in sich scheinbar ruhenden Art überzeugen, aber der ganze Aufbau der Show hat für mich nicht funktioniert. Sein Opening war viiiel zu lang und mit Ausnahme von der gelungenen Flight-Persiflage auch nur selten witzig. Ein paar Gags waren gut (die Anspielungen auf die Academy, die scheinbar nicht wissen wer Ben Affleck ist und Jean Dujardin, der seit seinem Oscar-Gewinn ja überall zu sehen ist), die meisten aber nur okay. Außerdem kann mir nicht erklären, was dieser William Shatner bei den Oscars gesucht hat. Immer wenn ich denke, den habe ich für immer vergessen, taucht er irgendwo auf. Un-er-träg-lich. Die ganze Show fand fürchterlich langweilig. Vielleicht bin ich immer noch traumatisiert von meinem Besuch im Friedrichstadtpalast im letzten Monat, aber dieses ganze Gesinge und Getanze während der Oscar-Show ist ja nun gar nicht meins. Als dann auch noch das schreckliche Gekreische von Jennifer Hudson einsetzte, musste ich den Fernseher auf lautlos stellen. Als die ganze Les Miz-Crew dann auftrat, habe ich, mutig – wie ich nun mal bin – den Ton wieder eingeschaltet. Dabei ist mir aufgefallen, dass der einzige, bei dem sich das Singen wirklich gut angehört hat, Eddie Redmayne war. Warum war der eigentlich nicht nominiert? Naja, es wird nichts daran ändern, dass für mich Musicals in den meisten Fällen pure Folter ist. Die beste Dankesrede hat in meinen Augen Daniel Day-Lewis gehalten, insbesondere auch mit der Anspielung auf Meryl Streep.

Einen Tag vor der Oscar-Verleihung wurde noch der Anti-Oscar, der Razzie Award verliehen. Die Goldene Himbeere haben gewonnen:

„The Twilight Saga: Breaking Dawn – Part 2“ konnte sich hier klar durchsetzen. Er hat 7 Razzie Awards gewonnen, schlechtester Film, schlechteste Regie, schlechteste Hauptdarstellerin (Kristin Stewart), schlechtester Nebendarsteller (Taylor Lautner), schlechtestes Sequel, schlechtestes Ensemble und schlechtestes Paar auf der Leinwand (Taylor Lautner und Mackenzie Foy) Außerdem wurde erneut Adam Sandler („That´s My Boy“) als schlechtester Hauptdarsteller ausgezeichnet und Rihanna hat den Preis als schlechteste Nebendarstellerin für „Battleship“ gewonnen. Auch wenn ich diese Filme alle nicht gesehen habe, war das sicherlich wohlverdient.

VOD – Film: "Searching for Sugar Man"

Folgenden Film habe ich mir über iTunes (U.S.) als Leihvideo angeschaut:

„Searching for Sugar Man“ (dt. Kinostart war der 27.12.12) 87 min documentary
dir. Malik Bendjelloul cast: Stephen „Sugar“ Segerman, Craig Bartholomew Strydom, Mike Theodore, Dennis Coffey

Der Musiker Rodriguez wurde Ende der 1960er Jahre in Detroit entdeckt. Die Produzenten sind sofort von seinem Talent überzeugt und nehmen umgehend eine Platte auf. Trotzdem die erste Platte „Cold Fact“ im Jahr 1970 von den Kritikern hochgelobt wird, verkauft sie sich nicht. Nachdem ein Jahr später die nächste Platte ebenso floppt, wird ihm der Plattenvertrag gekündigt und Rodriguez verschwindet von der Bildfläche. Es wurde gemunkelt, dass er sich spektakulär auf der Bühne das Leben nahm. Irgendwie ist seine Musik aber in Südafrika gelandet und dort haben seine sozialkritischen Texte während der Apartheid den Puls der Zeit getroffen. Die Musik von Rodriguez ist in Südafrika ein Riesenhit, nur niemand weiß etwas über den Künstler. Jetzt, 40 Jahre später, begeben sich der südafrikanische Musikjournalist Craig Bartholomew Strydom und Stephen „Sugar“ Segerman, der heutige Besitzer eines Plattenladens in Kapstadt, auf die Spur des mysteriösen U.S. Musikers Rodriguez…

A- (Wertung von A bis F) „Searching for Sugar Man“ erzählt von dem hochtalentierten Musiker Rodriguez.

Als ich mir den Film angeschaut habe, wusste ich genau zwei Dinge: 1. das ist die, in den U.S.A., beliebteste Dokumentation aus dem Jahr 2012 und 2. in „Searching for Sugar Man“ geht es um einen rätselhaften amerikanischen Musiker. Wenn man überrascht werden möchte, sollte man das ähnlich halten, was aber mit dem sehr wahrscheinlichen Oscar-Gewinn heute Nacht schwierig sein wird. Jedenfalls habe ich alles was ich voller Euphorie bereits über den Film geschrieben habe, letztlich wieder gelöscht.

Der schwedische Regisseur hat eine spannende und bewegende Dokumentation geschaffen.

Nachdem ich mir die Rodriguez-Dokumentation angeschaut habe, war es für mich undenkbar eine gut sortierte CD-Sammlung zu haben, ohne wenigstens einen der beiden Rodriguez-Tonträger zu besitzen.

„Searching for Sugar Man“ lief erstmalig auf dem Sundance Film Festival im Jahr 2012. Dort hat der Film den Special Jury Prize und den Audience Award for Best International Documentary gewonnen.

„Searching for Sugar Man“ ist für den Oscar nominiert. Von den nominierten Dokumentationen habe ich bislang nur „The Invisible War“ gesehen, möchte aber unbedingt noch „How to Survive a Plague“ nachholen. Es ist, wie oben bereits erwähnt, davon auszugehen, dass „Searching for Sugar Man“ heute Nacht mit dem Oscar ausgezeichnet wird. Ich werde nicht spoilern warum, aber bei der Preisübergabe könnte es sein, dass es zu standing ovation kommt. Alleine die Vorstellung löst bei mir Gänsehaut aus und mir schießen direkt die Tränen in die Augen.

Trailer zu sehen:

Oscar-Gewinner 2013 – meine letzte Prognose

Die Oscar-Kampagnen (auch die schmutzigen gegen Lincoln und Zero Dark Thirty) sind beendet, sehr viele Dankesreden wurden gehört, jeder Schauspieler, Regisseur, Produzent hatte Gelegenheit, sich für die große Oscar-Bühne zu empfehlen. Jetzt sind die Stimmzettel der Academy-Mitglieder ausgezählt und für meine Wette musste ich mich nun auch für die potenziellen Gewinner entscheiden. Noch mal zur Erinnerung: das Jahr 2013 ist das Jahr der Überraschungen und aller Voraussicht nach wird morgen Oscar-Geschichte geschrieben.

Einer der ersten Academy Awards, der in der Oscar-Nacht vergeben wird, ist für die Kategorie Bester Nebendarsteller. Es ist völlig ungewiss, wer in dieser Sparte gewinnen wird. Seit der Bekanntgabe der Oscar-Nominierungen am 10.01.13 hat sich kein klarer Favorit abgezeichnet. Jeder der Nominierten kann hier als Gewinner hervorgehen. Tommy Lee Jones und der in Hollywood sehr verehrte Christoph Waltz haben wichtige Preise gewonnen. Alan Arkin vertritt Argo und könnte daher gewinnen. Mein persönlicher Favorit ist (ohne Zweifel) Philip Seymour Hoffman, weil er mit Abstand die beste Leistung erbracht hat. Er hat unzählige Kritikerpreise für The Master gewonnen. Alle vier Schauspieler haben bereits einen Oscar, aber Christoph Waltz Oscar-Gewinn ist erst drei Jahre her. Dann wäre da noch der zweimalige Oscar-Gewinner Robert De Niro, der viele Jahre lang schauspielerisch nicht besonders auffällig war, dessen Part in Silver Linings Playbook als eine Art Comeback gesehen wird. Harvey Weinstein steht hinter Christoph Waltz, P.S. Hoffman und Robert De Niro. Ich hatte aber die Saison über den Eindruck gewonnen, dass Harvey Weinstein die grösste Kampagne für Robert De Niro geführt hat. Das wäre Robert De Niros dritter Oscar. Harvey Weinstein hat im letzten Jahr auch, was keiner der Oscar-Experten wirklich für möglich gehalten hat, Meryl Streep zu ihrem dritten Oscar verholfen. Gut, ob es für De Niro klappt, wissen wir sehr früh am Abend. Ich habe mich für meine Wette jedenfalls für ihn entschieden, mir ist aber sehr wohl bewusst, dass ich voll daneben liegen kann.

Als seinerzeit entschieden war, dass nun Daniel Day-Lewis die Rolle des legendären amerikanischen Präsidenten Abraham Lincoln spielen wird, hat wohl keiner ernsthaft gezweifelt, dass er das versemmelt. Eigentlich stand da schon fest, dass er sehr wahrscheinlich für den Oscar nominiert wird. Seine Rolle ist praktisch für den Oscar geschrieben. Daniel Day-Lewis ist ein sogenannter method actor, wie es früher Marlon Brando war. Jetzt wird er aller Wahrscheinlichkeit nach morgen mit dem, für ihn dritten, Oscar prämiert. Kein anderer Schauspieler hat je drei Oscars für eine Hauptrolle gewonnen. Zwei Hauptrollen-Oscars sind bereits schon selten. Nachfolgend habe ich mal alle Schauspieler gelistet, die zwei Hauptdarsteller/in-Oscars gewonnen haben: Spencer Tracy, Marlon Brando, Gary Cooper, Tom Hanks, Dustin Hoffman, Jack Nicholson, Frederic March, Daniel Day-Lewis und Sean Penn und bei den Damen: Katherine Hepburn, Meryl Streep, Bette Davis, Ingrid Bergman, Jane Fonda, Elizabeth Taylor, Olivia DeHavilland, Glenda Jackson, Jodie Foster, Sally Field, Luise Rainer, Vivien Leigh und Hilary Swank). Sollte Daniel Day-Lewis morgen nun seinen dritten Oscar gewinnen, ist er der einzige Schauspieler, der drei Oscars für die Beste Hauptrolle erhalten hat. Das ist zweifelsfrei eine ganz besondere Ehre. Es gibt dann auch nur noch eine einzige Schauspielerin, die das tatsächlich noch übertreffen kann: Katherine Hepburn. Sie hat in ihrer langen Karriere vier Oscars gewonnen und alle waren für die Kategorie Beste Hauptdarstellerin.

Emmanuelle Riva hat bereits Oscar-Geschichte geschrieben, weil sie die älteste, für einen Oscar nominierte Schauspielerin ist. Ist da noch etwas zu toppen? Klar, wenn sie morgen, an ihrem 86. Geburtstag, zur ältesten Oscar-Gewinnerin aller Zeiten wird. Meine Güte, die Kategorie Beste Schauspielerin ist ebenfalls sehr schwer vorherzusagen. Jennifer Lawrence hat so ziemlich alles gewonnen und eine Ochsentour hinter sich. Harvey Weinstein möchte einfach, dass sie gewinnt. Jessica Chastain hat auch einiges gewonnen, spielt aber eigentlich in dem falschen Film mit. Naomi Watts ist sehr beliebt, aber der Film ist für viele Amerikaner ne Gurke. Quvenzhané Wallis´ Gewinn wäre absolut lächerlich. Letztlich wird es sich zwischen der Favoritin Jennifer Lawrence und Emmanuelle Riva entscheiden. Die Gelegenheit sie (bzw. überhaupt eine so betagte Dame) mit einem Oscar auszuzeichnen, kommt so schnell nicht wieder. Wie wir durch die Oscar-Nominierungen erfahren haben, hat Amour sehr viel Zuspruch in der Academy. Dennoch habe ich jetzt auch schon gehört, dass sich viele Academy-Mitglieder diesen französischsprachigen Film gar nicht angeschaut haben. Vermutlich wird Emmanuelle Riva die weite Reise auf sich nehmen und zur Verleihung erscheinen. Jedoch ist sie sehr fragil und falls sie tatsächlich einen Oscar gewinnen wird, wird es sehr wahrscheinlich eine Weile dauern, bis sie die Bühne erklimmt hat. Es spricht vieles dagegen, einiges dafür – ich nehme Emmanuelle Riva.

Wird Steven Spielberg in den elitären Kreis der Regisseure aufgenommen, die drei Oscars gewonnen haben? Bislang gab es nur drei Regisseure (William Wyler, Frank Capra und John Ford) die jeweils drei, bzw. bei John Ford vier Academy Awards als Regisseur erhalten haben. Die Beste Regie und der Bester Hauptdarsteller könnten die Kompensation für den am meisten nominierten Film Lincoln werden. Mit der Nicht-Nominierung von Ben Affleck ist die Kategorie Beste Regie jedoch weit offen. Ehrlich gesagt, kann – mit Ausnahme von Benh Zeitlin – jeder nominierte Regisseur den Oscar gewinnen. Ich habe mich dennoch für Ang Lee entschieden.

Wenn dieses Jahr nicht noch schräger ist, als sowieso schon, dann gewinnt Argo die Kategorie Bester Film. Argo wird – auch ohne die ungewöhnliche Nicht-Nominierung seines Regisseurs Ben Affleck – Bester Film gewinnen. Wie Argo in der Oscar-Saison 2012/2013 wichtige Preise abgeräumt hat, ist beispiellos. Selbstverständlich ergibt es keinen Sinn einen Film mit dem wichtigsten Preis der Filmindustrie auszuzeichnen, ohne dass der Regisseur, der den Film inszeniert hat, für den Oscar nominiert ist. Meine Oscar-Welt ist dadurch etwas durcheinander geraten. Aber gut, bestimmte Dinge muss man wohl einfach hinnehmen. Es gibt Oscar-Jahre, bei denen Filme alles abräumen (Titanic, etc) und dann gibt es Jahre, bei denen die Oscars großzügig an viele verschiedene Filme verteilt werden. Dieses Jahr werden die Oscars wahrscheinlich aufgeteilt, einiges geht an Life of Pi, Argo, Silver Linings Playbook, Amour, Les Miserables, Lincoln, vielleicht Django Unchained und auch doch noch an Zero Dark Thirty. Da ein Film, der die Kategorie Bester Film gewinnt, höchstwahrscheinlich nicht nur mit diesem einen Oscar nach Hause geht, musste ich mich entscheiden, welche Oscars Argo noch gewinnen kann. Der Beste Film gewinnt eigentlich immer mindestens drei Oscars. Ich habe mich letztlich für Bester Schnitt und Bestes adaptiertes Drehbuch entschieden. Es könnte aber auch sein, dass er zusätzlich noch Bester Nebendarsteller und – was weiß ich was noch alles – gewinnen wird. Was ist schon sicher in dieser so verrückten Oscar-Saison 2012/2013? Um noch einmal mit Statistiken zu kommen, es ist erst ein einziges Mal, nämlich im Jahr 1932, vorgekommen, dass ein Film (Grand Hotel) nur Bester Film gewonnen hat und keinen weiteren Oscar. Grand Hotel war allerdings auch in keiner weiteren Kategorie nominiert.

Nicht unerwähnt möchte ich lassen, dass ich wünschte, dass Philip Seymour Hoffman und Joaquin Phoenix für The Master und Tim Burton für Frankenweenie den Oscar gewinnen. Auch hoffe ich auf ein Wunder in Form von einem Oscar-Gewinn für Sally Field (oder auch Jacki Weaver). Damit wäre meine Oscar-Welt wieder in Ordnung.

Die Nacht der Überraschungen kann beginnen.

Oscar-Gewinner 2013 – meine Wette:

Best Picture: Grant Heslov, Ben Affleck, George Clooney (Argo)

Best Director: Ang Lee (Life of Pi)

Best Actor: Daniel Day-Lewis (Lincoln)

Best Actress: Emmanuelle Riva (Amour)

Best Supporting Actor: Robert De Niro (Silver Linings Playbook)

Best Supporting Actress: Anne Hathaway (Les Misérables)

Best Original Screenplay: Mark Boal (Zero Dark Thirty)

Best Adapted Screenplay: Chris Terrio (Argo)

Best Animated Feature: Rich Moore (Wreck-it Ralph)

Best Production Design: Rick Carter and Jim Erickson (Lincoln)

Best Cinematography: Claudio Miranda (Life of Pi)

Best Costume Design: Jacqueline Durran (Anna Karenina)

Best Editing; William Goldenberg (Argo)

Best Makeup and Hairstyling: Lisa Westcott and Julie Dartnell (Les Misérables)

Best Sound Mixing: Andy Nelson, Mark Paterson and Simon Hayes (Les Misérables)

Best Sound Editing: Eugene Gearty and Philip Stockton (Life of Pi)

Best Visual Effects: Bill Westenhofer, Guillaume Rocheron, Erik-Jan de Boer and Donald R. Elliott (Life of Pi)

Best Original Score: Mychael Danna (Life of Pi)

Best Song: Adele Adkins and Paul Epworth (Skyfall)

Best Foreign Language Film: Michael Haneke (Amour)

Best Documentary Feature: Malik Bendjelloul (Searching for Sugar Man)

Best Live Action Short: Shawn Christensen (Curfew)

Best Animated Short: John Kahrs (Paperman)

Best Documentary Short: Sean Fine and Andrea Nix Fine (Inocente)

Oscar-Gewinner 2013, 1. Prognose und Stand der Dinge

Was für ein verrücktes Oscar-Jahr. Die Oscar-Nominierungen wurden im Jahr 2013 zwei Wochen vorgezogen. Dadurch hatten die Academy-Mitglieder (bevor sie für die Nominierungen abstimmen mussten) weniger Zeit, die wichtigsten Filme zu sehen und konnten sich von den sonst richtungsvorgebenden guild awards nicht beeinflussen zu lassen. Einzig die riesige Schauspielergewerkschaft hatte zuvor ihre SAG-Award-Nominierungen bekanntgegeben.

Ich gebe noch einmal einen Rückblick auf die Oscar-Saison 2012/2013 und sage etwas zum Stand der Dinge.

Neun Filme wurden im Jahr 2013 für den Oscar nominiert. In der Reihenfolge, in der sie der Presse/ Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden: Beasts of the Southern Wild, Amour, Argo, Silver Linings Playbook, Life of Pi, Lincoln, Zero Dark Thirty, Les Misérables, Django Unchained

Beasts of the Southern Wild ist der erste Film, der der amerikanischen Öffentlichkeit (auf dem Sundance Film Festival) zugänglich gemacht wurde. Ins amerikanische Kino kam er im Juni 2012. Die französisch-deutsch-österreichische Koproduktion Amour war der zweite Film, der (erstmalig auf dem Cannes Film Festival) gezeigt wurde und dort die Goldene Palme gewonnen hat. Amour kam erst im Dezember ins amerikanische Kino. Bei beiden Film, war klar, dass sie irgendwo bei den Oscars wieder auftauchen würden. Der erste Film, bei dem mir klar war, hier einen Oscar-Film zu sehen war Argo. Argo wurde Ende August 2012 erstmalig auf dem Telluride Film Festival gezeigt und kam im Oktober 2012 ins amerikanische Kino. Damit begann eigentlich die Oscar-Saison. Der vierte Film war Silver Linings Playbook, der im September viele Festivalbesucher auf dem Toronto International Film Festival komplett überrascht hat und dort auch noch den Publikumspreis abgesahnt hat. Harvey Weinstein hat diesen Film in einige amerikanische Kinos ab November 2012 gebracht und fortwährend die Kopienanzahl aufgestockt. Ende September wurde auf dem New York Film Festival der Film Life of Pi uraufgeführt und wurde durchaus gleich als Oscar-Film gehandelt. Ins amerikanische Kino kam der Film erst Ende November. Auf dem New York Film Festival wurde auch Lincoln erstmalig gezeigt und damit war der Favorit auf den Oscar-Gewinn gefunden. Ins amerikanische Kino kam der Film Anfang November. Ab dem Moment gab es praktisch nur noch drei, noch nicht gezeigte, Filme, die Lincoln gefährlich werden konnten. Les Misérables, Zero Dark Thirty und Django Unchained (alle mit einem offiziellen amerikanischen Kinostart zu Weihnachten). Dann wurde erstmalig Les Misérables gezeigt und hat nur durchwachsene Kritiken bekommen. Einige fanden den Film großartig und andere wieder so bodenlos schlecht, wie man es selten zu hören und lesen bekam. Normalerweise gewinnt ein Film, der auch so harsche Kritiken bekommen hat, nie den Oscar. Außerdem ist es ein Musicals und auch Musicals haben es schwer, den Oscar zu gewinnen. Dann wurde Zero Dark Thirty der Presse gezeigt und begann fast zeitgleich, die ersten Kritikerpreise abzuräumen. War das der Film, der Lincoln vom Thron holen kann? Leider begannen auch schnell die ganzen Folter-Debatten um den Film. Sogar angesehene Schauspieler (z. B. Martin Sheen, der mittlerweile aber zurückrudert) und hochrangige Politiker (z. B. Senator John McCain) haben sich eingemischt und haben ZD30 als Propaganda-Film niedergeredet. Irgendwann kam dann der Moment, als der eigentlicher Kritikerliebling Zero Dark Thirty auch aufgehört hat, Kritikerpreise zu gewinnen. Der Film ist zu beschmutzt, um von der AMPAS als Bester Film des Jahres 2012 ausgezeichnet zu werden. Dann gab es nur noch Django Unchained. Der Tarantino-Film ist wie Silver Linings Playbook auch ein Harvey Weinstein Film. Harvey Weinstein – kein anderer kennt die Academy besser als er – hat im Jahr 2012 mal wieder auf die Theorie gesetzt, dass der Film, der zuletzt den Academy-Mitgliedern gezeigt wird, denen am ehesten in Erinnerung bleibt. Gut, was die Nominierung angeht, hat es ja geklappt. Die Academy-Mitglieder sind bekannt dafür, Quentin Tarantino zu lieben oder wenigstens sehr zu mögen. Mit dem Oscar wird es für Django Unchained aller Voraussicht nach jedoch nicht klappen.

Noch einmal in Kurzform, Argo war Favorit, bis Silver Linings Playbook große Chancen eingeräumt wurde. Dann wurde Lincoln gezeigt und war ab dem Zeitpunkt, der Film, den es zu schlagen galt. Mit Ausnahme von einem kurzen Aufblitzen von Zero Dark Thirty galt Lincoln bis zum vorletzten Wochenende als Top-Favorit auf den Oscar-Gewinn als Bester Film.

In den meisten Fällen gehen bei den Oscars die Kategorien Bester Film und Beste Regie an denselben Film. Eigentlich gewinnt ein Film nie den Oscar in der Kategorie Bester Film, ohne dass der Regisseur, der für den Film verantwortlich ist, auch nominiert ist. Am 10.01.13 wurden nun die Oscar-Nominierungen bekanntgegeben. Weder Argo noch Zero Dark Thirty haben eine Nominierung für die Beste Regie einheimsen können. Das war ein Riesenschocker. Niemand hatte das auf dem Zettel. Gut, damit hatte Argo und Zero Dark Thirty praktisch nun keine Chance mehr auf den großen Preis. Lincoln war weiter Top-Favorit (insbesondere mit den meisten Nominierungen). Am Thron sägen konnte scheinbar nur noch Silver Linings Playbook (durch die Nominierung von Regisseur David O. Russell und den ganzen Nominierungen für alle Schauspieler) und Life of Pi (durch die Nominierung von Regisseur Ang Lee, aber ohne eine einzige Nominierung eines Schauspielers). Außerdem hatten auf einmal die Außenseiter-Filme Amour und Beasts of the Southern Wild (Nominierung der Regisseure und Nominierung von Schauspielern) durchaus Chancen darauf, Bester Film zu gewinnen.

Nachdem sich die Verwirrungen gelegt haben und man wieder einen klaren Gedanken fassen konnte, wurden die Critics Choice Movie Awards verliehen, der Gewinner war Argo, Bester Regisseur: Ben Affleck. Dann kamen die nicht sonderlich interessanten Preise der Promi-verliebten Auslandspresse. Bei der, im Fernsehen übertragenen, Veranstaltung der Golden Globes können die Schauspieler, Regisseure oder Produzenten die Gunst der Stunde nutzen und sich mit ihrer herzerwärmenden oder originellen Dankesrede für die große Oscar-Bühne empfehlen. In der Oscar-Saison ist es einfach wichtig, Sympathiepunkte zu sammeln. Steven Spielberg hat bei den Golden Globes ein Ass im Ärmel gehabt. Der in Hollywood so beliebte, ehemalige U.S. Präsident Bill Clinton hat seinen Film „Lincoln“ vorgestellt. Vielleicht kam dieser Knaller aber nicht so gut an. Vielleicht hat es nur gezeigt, wie verzweifelt Steven Spielberg sich den Oscar wünscht, jedenfalls wird es jetzt so interpretiert. Letztlich hat Ben Affleck mit seinem Film Argo den wichtigsten Preis der Golden Globes gewonnen. Gut, hier haben sich sicherlich einige gewundert, dass „Lincoln“ nicht gewonnen hat. Hinter der GG-Bühne wurde Ben Affleck dann von der Presse darauf angesprochen, ob er enttäuscht ist, nicht für den Oscar nominiert worden zu sein. Zunächst hat er die Frage ignoriert, um dann bei der erneuten Frage zu antworten, dass er schon enttäuscht ist, nicht als Bester Schauspieler nominiert zu sein. Haha. Ja, so sammelt man Sympathiepunkte. Ich war nie ein Fan von Ben Affleck weil ich finde, dass er ein wahnsinnig schlechter Schauspieler (und zwar nicht nur in Pearl Harbor, Daredevil und Gigli, sondern in allen Filmen) ist. Er hat sich aber jetzt mit seinen drei Filmen als Regisseur meinen Respekt verdient und irgendwie scheint er ja ein netter Kerl zu sein.

Dann kam das Wochenende 26.01./27.01. und die wichtigen Gewerkschaftspreise. Die Preise von dem Verband der Produzenten und der Schauspieler wurden verliehen. Für die PGAs war es klar, dass Lincoln der Gewinner des Abends ist. Für die SAG-Awards konnte es sich nur zwischen Silver Linings Playbook und Lincoln entscheiden. Überraschend hat aber Argo den Produzentenpreis gewonnen und dass der große Preis der Schauspielergewerkschaft (ensemble award) ebenso an Argo ging, hat alle Oscar-Experten sprachlos gemacht. Ja und nun? Argo hat keine Oscar-Nominierung für die beste Regie, sollte der ungewöhnliche Fall eintreffen, dass der Film trotzdem den Oscar in der Kategorie Bester Film gewinnt? Diesen Fall gab es in den letzten 80 Jahren der Academy Awards genau ein einziges Mal. Im Jahr 1989 hat „Driving Miss Daisy“ den Oscar als Bester Film gewonnen, ohne dass der Regisseur des Films für den Oscar nominiert war.

Gestern (am 02.02.13) sind nun die wichtigen Preise vom Verband der Regisseure verliehen worden. Hier haben die ganzen Experten vermutet, dass den entweder Steven Spielberg oder Ang Lee (die beide auch für den Oscar nominiert sind) gewinnen wird. Aber nö, Ben Affleck hat gewonnen. Dass der DGA-Gewinner nicht für den Oscar nominiert ist, gab es zuvor gerade 2x. Einmal hat das auch einen ehemaligen Schauspieler, der dann ins Regiefach wechselte, Ron Howard für Apollo 13 getroffen und ein anderes Mal Steven Spielberg für „The Color Purple“. Beide Filme haben dann aber auch nicht den Oscar als Bester Film gewonnen. Viele Statistiken sprechen im Prinzip gegen Argo.

Von allen für den Oscar 2013 nominierten Filmen war irgendwann und irgendwo etwas negatives zu hören und zu lesen, Lincoln ist langweilig, SLP erzählt nur eine dumme Liebesgeschichte, Amour ist deprimierend, Django ist zu brutal, Pi ist zu religiös, ZD30 zu kontrovers, Beasts ist zu Sundance-mässig und Les Miz ist grauenhaft. Einzig über Argo war bislang nichts schlechtes zu lesen. Bei Rotten Tomatoes hat Argo von allen nominierten Filmen mit 96% auch die beste Bewertung bekommen. Ein Film, den scheinbar jeder mag. Das wird sich aber aller Voraussicht nach jetzt ändern. Jetzt wird garantiert versucht werden, den vielleicht zukünftigen Oscar-Gewinner-Film schlecht zu machen.

Wenn Argo den Oscar für Bester Film gewinnt, wer gewinnt dann aber Beste Regie? Steven Spielberg, der schon zwei Oscars als Regisseur in der Tasche hat? Oder wird Lincoln, der Film mit 12 und damit den meisten Nominierungen und der Film der in den U.S.A. am meisten eingespielt hat, von den Hauptkategorien nur Bester Hauptdarsteller und Bestes adaptiertes Drehbuch gewinnen? Gewinnt der in Hollywood immer noch unbeliebte David O. Russell? Und dann für diesen Film? Gut, Harvey Weinstein steht hinter ihm und wird schon alle Hebel in Bewegung setzen. Es könnte aber auch der allseits beliebte und äusserst vielseitige Regisseur Ang Lee gewinnen. Er hat einen Oscar als bester Regisseur für „Brokeback Mountain“ gewonnen, aber eigentlich schuldet die Academy ihm etwas. Der Oscar für den Besten Film ging seinerzeit nicht an „Brokeback Mountain“ sondern an „Crash“. Der Regie-Oscar könnte aber auch an Michael Haneke gehen. Dass sein Film „Amour“ großen Zuspruch innerhalb der Academy hat, sieht man daran, dass er nicht nur für die Kategorie Bester fremdsprachiger Film nominiert ist, sondern zusätzlich als Bester Film. Dazu kommen noch die wichtigen Kategorien Beste Schauspielerin und Bestes Originaldrehbuch. Gewinnt der Österreicher Michael Haneke? Diese Kategorie ist jetzt mit dem DGA-Gewinn für Ben Affleck wirklich wahnsinnig schwer, vorherzusagen. Was für ein verrücktes Oscar-Jahr.

Meine Prognose, Stand 03.02.13:

Bester Film: Argo
Bester Regisseur: Ang Lee (oder Steven Spielberg oder Michael Haneke)
Bester Hauptdarsteller: Daniel Day-lewis, Lincoln
Beste Hauptdarstellerin: Jennifer Lawrence, SLP (oder Emmanuelle Riva, Amour)
Beste Nebendarstellerin: Anne Hathaway, Les Miz (und bis zum Schluss gebe ich die Hoffnung nicht auf, dass Sally Field für Lincoln gewinnt)
Bester Nebendarsteller: Robert DeNiro, SLP (oder Tommy Lee Jones, Lincoln, aber auch alle anderen haben noch ne Chance)
Bester Animationsfilm: Wreck-It Ralph

NYC – Film: "The Impossible"

Ich war am 15.01.13 in New York und habe mir im Kino angeschaut:

„The Impossible“ (dt. Kinostart: 31.01.13) 114 min drama
dir. Juan Antonio Bayona cast: Naomi Watts, Ewan McGregor, Tom Holland The Impossible erzählt eine wahre Geschichte.

Am Heiligabend im Jahr 2004 kommt das Ehepaar Marie (Naomi Watts) und Henry Bennett (Ewan McGregor) mit ihren drei Kindern in ihrem Strandhotel in Khao Lak, Thailand an. Sie wollen ein paar unbeschwerte Tage verbringen. Am frühen Morgen des 26.12. 2004 verursacht ein Seebeben eine verheerende Flutwelle, die mit voller Wucht über das Urlaubsparadies hereinbricht. Die Familie wird getrennt, Marie findet in dem Chaos und der Verwüstung bald ihren 15-jährigen Sohn Lucas (Tom Holland), aber sind die restlichen Familienmitglieder auch noch am Leben…?

A- (Wertung von A bis F) Der Film „The Impossible“ basiert auf einer wahren Geschichte. Erzählt wird die Geschichte der spanischen Familie Belón.

Dem Regisseur gelingt es perfekt, die Stimmung und die ganze Atmosphäre einzufangen. Von Anfang an hatte ich das Gefühl, vor Ort zu sein und alles irgendwie miterleben zu müssen. Mehr als nur einmal im Film sind mir auch die Tränen gekommen. Die eigentliche Tsunami-Szene ist so realistisch inszeniert, dass ich Gänsehaut bekommen habe. Dann beginnt der Überlebenskampf und man ist an der Seite von Naomi Watts und Tom Hollands Charakteren. Naomi Watts ist Ärztin, Mutter und Ehefrau, den psychischen und physischen Schmerz nimmt man ihr ab und leidet mit ihr.

Tom Holland übernimmt ab einem gewissen Moment die zentrale Rolle im Film. Davon abgesehen, dass Tom Holland unfassbar goldig ist, ist der kleine Mann einfach der 15-jährige Lucas. Er ist ängstlich, peinlich berührt (wenn er seine Mutter halbnackt sieht), unglaublich tapfer, fürsorglich und verzweifelt. Ohne Frage ist das die beste Performance eines Kindes aus einem Film aus dem Jahr 2012. Wenn man Quvenzhane Wallis (die in „Beasts of the Southern Wild“ hauptsächlich präsent und niedlich ist) Darstellung und Tom Hollands vielschichtige Performance im Vergleich sieht, ist es der blanke Hohn, dass die Erstgenannte dieses Jahr für den Oscar nominiert ist. Es ist aber bekannt, dass die Academy Mitglieder ein großes Herz für kleine Mädchen haben. Traditionell werden bei Kinderschauspielern immer Mädchen für den Oscar nominiert und die Jungen gehen in den meisten Fällen leer aus.

Die hervorragenden Schauspielerin Naomi Watts („Mullholland Drive“, „The Ring“, „21 Grams“, Fair Game) wurde für ihre Rolle als Marie Bennett gerade für den Oscar nominiert. Eine Nominierung ist durchaus berechtigt, nur sehe ich ihre Rolle eher als eine Nebenrolle.

„The Impossible“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2012 gezeigt.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Amour“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Michael Hanekes Film, der kürzlich bei den Oscar-Nominierungen richtig abgesahnt hat (Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin, Bestes Drehbuch, Bester fremdsprachiger Film)
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits gesehen

Trailer v. Film: „The Great Gatsby“
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: So wieder ein neuer Trailer. Meine Erwartungen sind riesig, eigentlich kann ich nur enttäuscht werden. Diese Romanverfilmung ist von Baz Luhrmann inszeniert und mit Leonardo DiCaprio, Carey Mulligan und Tobey Maguire in den Hauptrollen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Oz: The Great and Powerful“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Sam Raimis Verfilmung von „The Wonderful Wizard of Oz“ mit James Franco und Michelle Williams
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „After Earth“
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: M. Night Shyamalans neuer Film mit Will Smith und seinem Gör
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Mama“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Horrorfilm mit Jessica Chastain
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 50%

Trailer v. Film: „Stoker“
Bewertung des Trailers: A- (neuer Trailer)
Kommentar: Horrorfilm mit Nicole Kidman, Mia Wasikowska und Matthew Goode
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Now You See Me“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Thriller mit Morgan Freeman, Michael Caine, Jesse Eisenberg, Mark Ruffalo, Woody Harrelson
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

NYC – Film: "Zero Dark Thirty"

Ich war am 10.1.13 in New York und habe mir im Kino angeschaut:

„Zero Dark Thirty“ (dt. Kinostart: 31.01.13) 157 min thriller, drama
dir. Kathryn Bigelow cast: Jessica Chastain, Jason Clarke, Jennifer Ehle, Joel Edgerton, Mark Strong, Kyle Chandler, Mark Duplass, Harold Perrineau

„Zero Dark Thirty“ lässt die zehn Jahre anhaltende Jagd nach al-Qaida-Anführer Osama Bin Laden Revue passieren.

A- (Wertung von A bis F) „Zero Dark Thirty“ basiert auf tatsächlichen Begebenheiten.

Kathryn Bigelows Vorgängerfilm The Hurt Locker hat uns in den Irak geführt, nachdem der Krieg 2003 offiziell beendet war. Gezeigt hat er einen anhaltenden, nicht zu gewinnenden Krieg und wie sich der gefährliche Alltag für eine amerikanische Spezialeinheit darstellt. Ihr aktueller Film „Zero Dark Thirty“ zeigt einen scheinbar endlosen Krieg, den Krieg gegen den Terror. Die Rahmenhandlung beschäftigt sich mit der komplizierten, mühsamen und auch frustrierenden Fahndung nach dem Terrorchef Osama Bin Laden. Dabei sind wir als Zuschauer bis zum letzten Part der Geschichte an der Seite von der von Jessica Chastain verkörperten CIA-Agentin Maya, die ihr ganzes Leben darauf ausgerichtet hat, den meistgesuchten Terroristen der Welt zu finden.

Kathryn Bigelow und ihr Drehbuchautor Mark Boal werden für ihren Film in den U.S.A. heftig angegriffen. Ungewöhnlich ist, dass sich auch einige hochrangige Politiker einmischen. „ZD30“ zeigt, dass es Folter als Verhörmethode des CIA gab – und warum sollte er dies nicht zeigen. Der Film spricht sich aber weder für Folter noch gegen sie aus. Dazu bezieht er keine Stellung. Letztlich waren es mehrere Einzelheiten, die die CIA auf die Spur von UBL (wie er in amerikanischen Militärkreisen genannt wird) gebracht haben. Auch lese ich in dem Film, dass es eigentlich nichts verändert hat, dass Osama Bin Laden gefunden und getötet wurde. Ich verstehe die ganze Aufregung nicht, meine Güte es ist ein Film – und zwar ein verdammt guter.

Die richtig guten Filme sind in meinen Augen die, die dem Zuschauer nicht alle Antworten liefern, sondern viele Fragen aufkommen lassen und zur Diskussion anregen. „ZD30“ ist so ein Film. Er ist irgendwo eine Charakterstudie über eine von ihrem Job besessene CIA-Agentin. Selbstverständlich ist es aber auch ein Militär-Thriller, der – obwohl jeder den Ausgang der Geschichte kennt – langsam Spannung aufbaut und zum Ende hin einfach nervenaufreibend inszeniert ist.

Das Zentrum des Films ist Jessica Chastains Charakter Maya. Man kann nachvollziehen, wie sie sich fühlt. Man sieht auch wie sie sich verändert, zum Anfang ist sie noch recht jung und eher die Beobachterin, dann die desillusionierte Geheimdienstlerin und später die ehrgeizige, sehr angespannte, von ihrer Idee überzeugte Agentin und irgendwie steht sie immer alleine da. Jessica Chastain ist exzellent in dieser Rolle. Auch hat mir endlich mal wieder Mark Strong gut gefallen. Jennifer Ehle hat auch wieder überzeugt. In einer Szene ist Joel Edgerton supersexy.

Ich weiss nicht, ob generell Europäer den Film anders sehen als Amerikaner. Meine absolute Lieblingsserie ist seit einem Jahr Homeland und da geht es um ein ähnliches Thema.

Vor wenigen Tagen hat „Zero Dark Thirty“ fünf Oscar-Nominierungen (Bester Film, Beste Hauptdarstellerin, Jessica Chastain, Bestes Originaldrehbuch, Bester Schnitt, Bester Tonschnitt) erhalten. Für jeden, der sich mit dem Oscar-Rennen 2012/2013 etwas intensiver beschäftigt, war es eine Überraschung, dass Kathryn Bigelow nicht für ihre Regiearbeit nominiert wurde.

Als Anfang Dezember 2012 die ganzen Debatten über den Film begannen, schwanden die Oscar-Chancen für den Film praktisch stündlich. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass die Academy of Motion Picture Arts and Sciences einem Film, der so viele Diskussionen entfacht, mit einem Oscar als Bester Film auszeichnet. Die Academy würde dadurch einen Imageschaden befürchten.

„Zero Dark Thirty“ wird in meiner Top Ten für Filme aus dem Jahr 2012 landen.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Place Beyond the Pines“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Neuer Film mit Ryan Gosling. Ist in meiner Must-See-Liste für 2013
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Parker“
Bewertung des Trailers: B- (neuer Trailer)
Kommentar: Actionfilm mit J. Lo und Jason Stratham
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Snitch“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Actionfilm mit, schon wieder, Dwayne Johnson. Warum spielt Susan Sarandon hier mit?
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Pain & Gain“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Action mit Mark Wahlberg und Dwayne Johnson. Eigentlich gucke ich keine Filme mit Letztgenannten, der Trailer war aber nicht schlecht, bis klar war, dass es ein Michael Bay-Film ist. :))
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Oblivion“
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Sci-Fi mit Tom Cruise
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Broken City“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Thriller mit Russell Crowe, Mark Wahlberg und Frau Douglas. Nach wie vor, Filme, die im Januar oder Februar in den U.S.A. starten sind ganz, ganz selten gut.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ?

Trailer v. Film: „After Earth“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: M. Night Shyamalans neuer Film mit Will Smith und seinem Gör
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich sag mal – nö

NYC – Film: "Django Unchained"

Ich war am 09.01.13 in New York und habe mir im Kino angeschaut:

„Django Unchained“ (dt. Kinostart: 17.01.13) 165 min action, western, drama, comedy
dir. Quentin Tarantino cast: Jamie Foxx, Christoph Waltz, Leonardo DiCaprio, Samuel L. Jackson, Kerry Washington, James Remar, Don Johnson, Jonah Hill

Im Jahr 1858 reitet der deutsche Zahnarzt, Dr. King Schultz (Christoph Waltz) auf seinem Pferd Fritz durch die Südstaaten. Er arbeitet als Kopfgeldjäger und ist auf der Suche nach den Brittle-Brüdern (M.C. Gainey, Cooper Huckabee, Doc Duhame). Der Sklave Django (Jamie Foxx) soll ihm dabei helfen, die Brüder zu identifizieren. Er kauft ihn frei. Sie bilden ein gutes Team und Django will schließlich seine Frau Broomhilda (Kerry Washington) von dem fiesen Plantagenbesitzer Calvin J. Candie (Leonardo DiCaprio) befreien…

C- (Wertung von A bis F) Man darf vielleicht nie außer Acht lassen, dass Quentin Tarantino hauptsächlich Filme für sich selbst und seine Fans macht. Seitdem ich seinerzeit „Reservoir Dogs“ gesehen habe, bin ich Fan.

Ich hoffe, dass „Django Unchained“ nur ein Ausrutscher war und Quentin Tarantino nicht verlernt hat, gute Filme zu schreiben und zu inszenieren. Gut, Inglorious Basterds war in meinen Augen auch schon nicht so gelungen wie seine vorangegangen Werke (ich habe noch mal nachgeschaut, ich habe „Inglourious Basterds“ mit B+ bewertet – aus der Erinnerung heraus hätte ich gedacht, es war ein B- oder gar C+), aber „Django Unchained“ hat mir noch wesentlich schlechter gefallen.

Ich habe mich gefragt, warum dieser Film bei so vielen Kritikern und Kinogängern so gut ankommt. Nach kurzer Überlegung kam ich zu der Überzeugung, dass es wahrscheinlich als cool gilt, seine Filme uneingeschränkt toll zu finden und ihn als Filmemacher zu vergöttern, egal ob er ein Meisterwerk abliefert oder daneben langt.

Das Beste an „Django Unchained“ ist in meinen Augen die Musik, aber selbst die hat nicht durchweg funktioniert.

„Django“ ist so ein Film, bei dem man nie in die Geschichte eintauchen kann, den man aber für seine Machart, manche Ideen, Szenen, Kameraeinstellungen, ausgewählte Songs und Dialoge schätzen kann.

Der Film hat seine Momente, aber bis Leonardo DiCaprio endlich auftaucht, ist der Film ein völlig überzogenes und nur mittellustiges Roadmovie. Der dritte Akt ist zwar durchaus sehenswert, wirkt aber, als ob der Abspann viel zu lang geraten ist. Auch wenn der Film wirklich quälend lang ist, macht es den Anschein, als sei er unfertig und zusammengewürfelt.

Gefühlte Ewigkeiten muss man einem Hauptdarsteller, der das Aussehen und die Ausstrahlungskraft eines süßen Monchhichis hat, bei seinem Abenteuer zuschauen. Das empfand ich als sehr anstrengend. Eine Augenweide und in einer so ganz anderen Rolle überzeugt hier Leonardo DiCaprio. Auch gut, aber nicht herausstechend fand ich Christoph Waltz. Großartig, wie so oft, ist natürlich Samuel L. Jackson.

Das Schlimmste an „Django Unchained“ ist Quentin Tarantino. Quentin Tarantino sollte auf keinen Fall mehr irgendwo schauspielerisch in Erscheinung treten. Damit tut er niemanden einen Gefallen. Dass er nicht für die Goldene Himbeere nominiert wurde, kann nur daran liegen, dass die Academy, die für die Razzie-Nominierungen stimmen, ihn mit Sicherheit anbeten.

„Django Unchained“ wurde gerade für fünf Oscars nominiert (Bester Film, Bester Nebendarsteller (Christoph Waltz), Bestes Originaldrehbuch (Quentin Tarantino), Beste Kamera, Bester Tonschnitt). Update:  Christoph Waltz hat seinen zweiten Oscar für diese Rolle gewonnen und Quentin Tarantino wurde für sein Drehbuch ausgezeichnet. 

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Pain & Gain“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Action mit Mark Wahlberg und Dwayne Johnson. Eigentlich gucke ich keine Filme mit Letztgenannten, der Trailer war aber nicht schlecht, bis klar war, dass es ein Michael Bay-Film ist. :))
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Lone Ranger“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Action/Western mit Johnny Depp
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 50%

Trailer v. Film: „Oblivion“
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Sci-Fi mit Tom Cruise
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „This is the End“
Bewertung des Trailers: B (Redband Trailer – kann mich nicht erinnern, wann ich zuletzt einen im Kino gesehen habe)
Kommentar: Actionkomödie mit Seth Rogen, James Franco, Jonah Hill, Danny McBride, Michael Cera, Jay Baruchel, Paul Rudd
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 80%

Trailer v. Film: „Scary Movie 5“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Ich weiß zwar nicht mehr welchen, aber irgendeinen Teil dieser Reihe fand ich lustig. Der hier ist mit Charlie Sheen und Heather Locklear
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ?

Trailer v. Film: „A Good Day to Die Hard“
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: na darauf habe ich ja ein Leben lang gewartet…
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Dark Skies“
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Horrorfilm. Im Januar und Februar starten in den U.S.A. einfach nur Schrottfilme.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%