NYC – Film: „Ford v Ferrari“

Ich war am 02.10.19 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Ford v Ferrari“  (dt. Filmtitel: „Le Mans 66 – Gegen jede Chance“, dt. Kinostart: 14.11.19) 152 min  drama, biopic 

dir. James Mangold  cast: Matt Damon, Christian Bale, Jon Bernthal, Tracy Letts, Josh Lucas, Noah Jupe 

 

Zu Beginn der 1960er Jahre will der amerikanische Automobilhersteller Ford Motor Company seinen Ruf verbessern und sich einen eigenen Namen im Autorennsport machen. Nachdem Ferrari das Übernahmeangebot seines US-Konkurrenten abgelehnt hat, plant der Chef des Ford-Konzerns, Henry Ford II (Tracy Letts), mit Hilfe des ambitionierten Managers Lee lacocca (Jon Bernthal) und dem ehemaligen Rennfahrer und Sportwagen-Konstrukteur Carroll Shelby (Matt Damon) nun einen eigenen Rennwagen zu entwickeln. Um bei dem legendären Auto-Rennen in Le Mans anzutreten und die Italiener zu schlagen, brauchen sie aber auch einen exzellenten Fahrer. Der hitzköpfige Brite Ken Miles (Christian Bale) ist ein leidenschaftlicher Fahrer und scheint wagemutig genug, nur entspricht der nicht dem Image, dass sich die Chefetage von Ford vorstellt…

 

B- (Wertung von A bis F) „Ford v Ferrari“ basiert auf wahren Begebenheiten und wurde von A.J. Baimes Biografie „Go Like Hell: Ford, Ferrari, and Their Battle for Speed and Glory at Le Mans“ inspiriert. Es ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers James Mangold („Girl, Interrupted“, „Identity“, „Walk the Line“, Knight and Day, Logan). 

„Ford v. Ferrari“ ist ein Film über Leidenschaft und über eine Freundschaft, vor allen Dingen ist es aber eine typische amerikanische Heldengeschichte. Autos des amerikanischen Automobilherstellers Ford galten Ende der 1950er/Anfang 1960er als biedere Familienkutschen. Henry Ford II wollte das Image ändern und an Autorennen teilnehmen. Am liebsten hätte er den strauchelnden italienischen Autohersteller Ferrari aufgekauft und mit deren Autos Rennen gewonnen, aber nachdem die Übernahme scheiterte, musste Ford einen eigenen Rennwagen bauen, um eines Tages gegen die Italiener bei dem 24-Stunden-Rennen von Le Mans anzutreten. Das ist der grobe Umriss der Geschichte, Konflikte entstehen dadurch, dass die von Matt Damon und Christian Bale porträtierten ungleichen Männer Carroll Shelby und Ken Miles zunächst eine Basis finden und sich später gegen die Schlipsträgern der Ford Company durchsetzten mussten. 

In Deutschland bekam „Ford v Ferrari“ den Filmtitel „Le Mans 66“, das ist insofern irritierend, da das eigentliche Autorennen erst spät im Film in Szene gesetzt wird. „Ford v Ferrari“ ist dann doch der passendere Titel, da die Motivation der Amerikaner genau daher rührt, ein so schnelles Rennauto wie das der Italiener zu bauen, um diese dann bei dem legendären Autorennen schlagen zu können. Es ist also mehr ein Drama über diesen Prozess mit samt den andauernden Auseinandersetzungen der Charaktere, die den Film interessant machen. Für herausragende und bleibende Szenen sorgt, wie üblich, Tracy Letts, hier als Henry Ford II. 

„Ford v Ferrari“ ist es ein handwerklich gut gemachter Film, etwas zu lang, aber durchaus unterhaltsam mit einigen witzigen Szenen, Ron Howards Rennsportfilm Rush hat mir jedoch besser gefallen. 

 Wenn ich an Matt Damon denke, weiß ich selbstverständlich, dass er früh (zusammen mit Ben Affleck) einen Drehbuch-Oscar für „Good Will Hunting“ gewann und als Schauspieler für The Martian nominiert wurde. Warum auch immer entfällt mir grundsätzlich, dass er noch zwei weitere Male als Schauspieler („Good Will Hunting“ und Invictus) für den Oscar nominiert wurde. Es liegt jetzt vier Wochen zurück, dass ich „Ford v Ferrari“  gesehen habe. Es ist einer dieser Filme, die ich sah, ganz gut fand, aber von denen ich mittlerweile nicht mehr viel in Erinnerung habe. Das vergnügliche Zusammenspiel von Bale und Damon ist mir jedoch noch recht präsent. Matt Damon ist sicher in mehr Szenen zu sehen, als Christian Bale, aber am Ende des Tages bleibt Bale derjenige, an den man zurückdenkt und der eine Oscar-Performance liefert. Es ist noch kein Jahr her, dass ich Christian Bale als Dick Cheney in der, für mich,  filmischen Katastrophe Vice Im Kino sah. Für diese Rolle hatte er enorm zugenommen und wurde zu Recht für den Oscar nominiert. Nun spielt er mit einer Selbstverständlichkeit, den fast magensüchtig wirkenden, exzentrischen britischen Rennfahrer Ken Miles. Als Zuschauer lässt einen Bale nie daran zweifeln, ob er die richtige Wahl für eine Rolle ist, er ist einfach. Für beide Schauspieler wird eine Oscar-Kampagne als Bester Hauptdarsteller geführt. In dieser Kategorie gibt es aber auch dieses Jahr viel zu viele Bewerber und daher ist es sehr unwahrscheinlich, dass sowohl Damon als auch Bale für den Oscar nominiert werden. Auch nicht sicher ist eine Oscar-Nominierung für Tracy Letts, auch wenn er es verdient hätte. Schauspielerisch gefiel mir hier wieder der Kinderschauspieler Noah Jupe (Suburbicon, A Quiet Place), obwohl er als Sohn von Christian Bales Charakter – rein optisch – eine Fehlbesetzung ist.  

„Ford v Ferrari“ ist einer dieser Filme, bei denen ich tatsächlich noch nicht einschätzen kann, ob er Chancen auf eine Oscar-Nominierung als Bester Film hat. Vielleicht hängt es davon ab, ob er an der amerikanischen Kinokasse ordentlich Geld einspielt. Für mich ist es auch eher ein konventioneller Popcorn-Film, in einigen technischen Kategorien (Ton, Tonschnitt, Kamera, Szenenbild, Schnitt, etc.) sehe ich den Film aber bei den Oscars vertreten.

„Ford v Ferrari“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Matt Damon, Christian Bale), Bester Nebendarsteller (Tracy Letts, Jon Bernthal) und einige technische Kategorien Update: „Ford v Ferrari“ wurde für 4 Oscars nominiert (Bester Film, Bester Schnitt, Bester Ton und Bester Tonschnitt) Update: „Ford v Ferrari“ hat 2 Oscars gewonnen (Bester Schnitt, Bester Tonschnitt) 

„Ford v Ferrari“ wurde erstmalig auf dem Telluride Film Festival 2019 gezeigt. Der Film startet am 15.11.19 in den amerikanischen Kinos. In Deutschland soll der Film unter dem Filmtitel „Le Mans 66“ einen Tag vorher, am 14.11.19, starten. Ich habe den Film in einem SAG/AFTRA/AMPAS-Screening mit einer anschließenden Party (bei der auch Regisseur James Mangold und die Schauspieler Tracy Letts und Jon Bernthal anwesend waren) in New York gesehen. 

Trailer zu sehen:

 

Regisseur James Mangold kündigt seinen Film "Ford v Ferrari" bei dem SAG/AFTRA/AMPAS-Screening in New York an.
Regisseur James Mangold kündigt seinen Film „Ford v Ferrari“ bei dem SAG/AFTRA/AMPAS-Screening in New York an.

Denver – Film: „Suburbicon“

Ich war am 27.10.17 in Denver und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Suburbicon“ (dt. Kinostart: 09.11.17) 105 min crime, comedy
dir. George Clooney cast: Matt Damon, Julianne Moore, Noah Jupe, Oscar Isaac, Glenn Fleshler, Megan Ferguson

 

Als im Jahr 1959 die erste afro-amerikanische Familie in das 6000-Seelen-Kaff Suburbicon zieht, bringt das die weiße Bevölkerung in Aufruhr. Gardner (Matt Damon), seine an den Rollstuhl gefesselte Frau Rose (Julianne Moore), seine Schwägerin Margaret (Julianne Moore) und sein Sohn Nicky (Noah Jupe) haben im Moment ganz andere Probleme. Eines Nachts werden sie überfallen…

 

C- (Wertung von A bis F) „Suburbicon“ ist der neue Film von Schauspieler/Regisseur George Clooney („Good Night, and Good Luck“, The Ides of March).

George Clooneys Karriere als Regisseur hat im Jahr 2002 mit „Confessions of a Dangerous Mind“ äußerst vielversprechend begonnen. Drei Jahre später präsentierte er dann „Good Night, and Good Luck“, welcher bis heute einer meiner Lieblingsfilme ist.. „The Ides of March“ war ganz gut, aber die Filme „Leatherheads“ und The Monuments Men glichen eher einer Katastrophe und sein neuer Film ist es leider auch.

Von der Handlung her ähnelt „Suburbicon“ dem Coen Bros.-Meisterwerk „Fargo“, leider lag hier aber kein solides Drehbuch vor, man hat keine skurrilen oder wenigstens sympathischen Charaktere, vermisst schon bald einige der brillanten Schauspieler aus dem Klassiker (William H. Macy, Frances McDormand, Steve Buscemi und Peter Stormare) und auf schmerzliche Weise muss man letztlich auch auf den besonderen Humor und die Originalität der Coen Bros. verzichten. Und das, obwohl die Coens sogar mit George Clooney und Grant Heslov die Drehbuchvorlage geschrieben haben. Es wird aber bestimmt einen Grund haben, warum die Regiebrüder den Film nicht selbst inszenieren wollten.

„Suburbicon“ wird als Krimi-Komödie vermarktet. Ein Mal habe ich ganz kurz geschmunzelt, ansonsten ist der Film einfallslos und relativ ereignislos (es dauert ewig, bis überhaupt etwas Handlung zu erkennen ist). In einem Nebenplot sieht man, wie Rassisten die neu zugezogene schwarze Familie bedrohen. Einen Zusammenhang der Haupt- und der Nebengeschichte konnte ich bis zum Schluss nicht entdecken.

Positiv hängen geblieben sind das exzellente 1950er Jahre-Szenenbild und das entsprechende Kostümdesign und auch der Kinderschauspieler Noah Jupe, der den kleinen Nicky spielt, hat einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen.

„Suburbicon“ war für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Bester Regie, Bester Hauptdarsteller (Matt Damon), Bestes Originaldrehbuch

„Suburbicon“ wurde erstmalig auf dem Venice International Film Festival 2017 gezeigt. Der Film ist am 27.10.17 landesweit 2,046 amerikanischen Kinos gestartet. In Deutschland kommt der Film morgen (09.11.17) in die Kinos.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Downsizing„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Alexander Paynes neuer Film soll problematisch sein, vom Trailer her sieht er aber wirklich gut aus
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Darkest Hour„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Joe Wrights neuer Film. And the Oscar goes to … (Gary Oldman)
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Murder on the Orient Express„
Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer)
Kommentar: Gleichnamige Roman-Verfilmung von und mit Kenneth Branagh. Finde ich generell unnötig, aber die Besetzung mit Willem Dafoe, Judi Dench, Johnny Depp, Daisy Ridley, Olivia Colman und Michelle Pfeiffer macht neugierig. Der Trailer ist so lange gut, bis Kenneth Branagh als Hercule Poirot auftaucht.
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschauen: wahrscheinlich schon

Trailer v. Film: „Daddy´s Home 2„
Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer)
Kommentar: Fortsetzung zu der Komödie mit Mark Wahlberg, Will Ferrell, Mel Gibson auch mit. Ich weiß nicht ob John Lithgow den Film retten kann – vom Trailer her wirkt es so
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bei mind. 80% RT

Trailer v. Film: „Winchester„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Horrorfilm mit Helen Mirren und Jason Clarke
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Phantom Thread„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Paul Thomas Andersons neuer Film, der nun offiziell diesen Titel trägt, (vorerst) letzte Performance von Daniel-Day Lewis
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Father Figures„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Komödie mit Owen Wilson, Ed Helms, Glenn Close, etc.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

NYC – Film: „The Martian – 3D“

Ich war am 27.09.15 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„The Martian – 3D“ (dt. Filmtitel: „Der Marsianer – Rettet Mark Watney“, dt. Kinostart: 08.10.15) 142 min sci-fi, drama, action, adaptation
dir. Ridley Scott cast: Matt Damon, Jessica Chastain, Kristen Wiig, Jeff Daniels, Michael Pena, Kate Mara, Sean Bean, Chiwetel Ejiofor, Mackenzie Davis

Commander Lewis (Jessica Chastain) leitet die NASA-Basisstation auf dem Mars. Als ein gewaltiger Sandsturm aufkommt, wird der Astronaut Mark Watney (Matt Damon) fortgerissen. Es wird angenommen, dass er ums Leben gekommen ist und so stellt Commander Lewis aus Sicherheitsgründen die Suche nach Watney ein und ordnet die sofortige Evakuierung der Mars-Station an. Der NASA-Direktor (Jeff Daniels) erklärt seinen Mitarbeiter schließlich später für tot. Was keiner ahnt, Mark Watney ist zwar verletzt, aber konnte sich noch zur Basisstation retten. Jetzt muss er einen Plan aufstellen, wie er auf dem Mars überleben kann. Er rechnet sich aus, dass die Lebensmittelreserven nicht ausreichen, bis er irgendwann gerettet wird. Außerdem sind alle Kommunikationssysteme bei dem Sturm zerstört worden und noch weiß niemand, dass er überhaupt überlebt hat.

B+ (Wertung von A bis F) Der Film „The Martian“ basiert auf Andy Weirs gleichnamigen Roman.

„The Martian“ ist in meinen Augen auch kein Oscar-Film, aber er ist im Gegensatz zu dem Eröffnungsfilm des New York Film Festivals The Walk gut gemachtes, intelligentes Popcorn-Kino. Ridley Scott („Alien“, „Thelma & Louise“, „Gladiator“, Prometheus) weiß einfach, wie man großes Sci-Fi-Kino inszeniert, wie ein Film auszusehen und klingen (auch der Sound ist hervorragend) muss. Hier konnte ich mich von Anfang entspannt zurücklehnen. Der Film hat alles was ein Blockbuster haben sollte: Action, Spannung, Humor, eindrucksvolle Bilder und sehr gute (3D-) Effekte. Ich bin mit dem Gefühl aus dem Kino gekommen, eine gute Zeit gehabt zu haben. Auch kamen mir die beinahe 2 1/2 Stunden Laufzeit nicht zu lang vor.

Natürlich ist es kein Film, der einem noch viele Jahre später in Erinnerung bleibt. Aber an die letzten beiden großen Sci-Fi-Filme Christopher Nolans Interstellar und Alfonso Cuaróns Gravity kann ich mich auch noch kaum erinnern.

Wenn Sandra Bullock für das, was auch immer sie „Gravity“ gezeigt hat, einen Oscar gewonnen hat, dann müsste Matt Damon erst recht mit einem ausgezeichnet werden. In weiten Teilen unterhält er die Zuschauer alleine. Er gibt auch eine wesentlich vielschichtigere Performance als Sandra Bullock.

Kristin Wiig und Sean Bean, die ich beide sonst durchaus gerne sehe, fand ich in „The Martian“ fehlbesetzt. Beiden habe ich die Rolle nicht abgenommen, mit jedem ihrer Auftritte haben sie mich leider sogar aus dem Film gebracht.

Die 3D-Fassung ist unbedingt empfehlenswert.

„The Martian“ ist für folgende Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Matt Damon), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien.

Update: „The Martian“ hat 7 Oscar-Nominierungen (Bester Film, Bester Hauptdarsteller Matt Damon, Beste visuelle Effekte, Bestes adaptiertes Drehbuch, Bestes Szenenbild, Bester Ton, Bester Tonschnitt) erhalten.

„The Martian“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2015 gezeigt. Der Film startet heute, am 2.10.15, in den amerikanischen Kinos. Ich habe den Film in dem 3D-Sneak Screening auf dem New York Film Festival gesehen. Der Regisseur Ridley Scott und die Schauspieler Chiwetel Ejiofor, Kristen Wiig, Kate Mara, Mackenzie Davis und Sebastian Stan waren anwesend. Vor dem Screening trat der Filmemacher kurz auf die Bühne und animierte uns Zuschauer zu lachen, wenn uns danach ist, denn „The Martian“ wäre auch lustig. Für New Yorker Verhältnisse ist der Film begeistert aufgenommen worden. Das hat den Regisseur und sein Team sichtbar gefreut. Nach dem rasenden Applaus haben sie sich alle noch mal kurz vom Rang des Kinos gezeigt.

 

Trailer zu sehen:

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NYFF53 Ridley Scott
NYFF53 Ridley Scott

 

Hong Kong – Film: "Interstellar"

Ich war am 06.11.14 in Hongkong und habe mir im Kino angeschaut:

„Interstellar“ (dt. Kinostart war der 06.11.14) 169 min sci-fi
dir. Christopher Nolan cast: Matthew McConaughey, Anne Hathaway, Wes Bentley, David Gyasi, Michael Caine, Jessica Chastain, John Lithgow, Casey Affleck, Topher Grace, David Oyelowo, Ellen Burstyn, Mackenzie Foy, Timothee Chalamet

Große Sandstürme bedrohen die Welt. Die Nahrung und auch der Sauerstoff wird auf der Erde langsam knapp. Cooper (Matthew McConaughey) arbeitet als Landwirt und bewirtschaftet ein riesiges Maisfeld. Nach dem Tod seiner Frau lebt er nun mit seinem Schwiegervater (John Lithgow), seiner 10-jährigen Tochter Murph (Mackenzie Foy) und seinem 15-jährigen Sohn Tom (Timothee Chalamet) auf der Farm. Früher hat er als Ingenieur und Testpilot für die NASA gearbeitet. Seitdem die NASA ihre Arbeit offiziell eingestellt hat, arbeitet Cooper als Bauer. Die NASA arbeitet aber seit Jahren an einem geheimen Weltraum-Projekt und bittet Cooper eine Weltraum-Mission zu leiten. Es soll erforscht werden, ob es in einer anderen Galaxie einen bewohnbaren Lebensraum für die Menschen gibt. Dafür muss sich Cooper auf unbestimmte Zeit von seiner Familie trennen. Auf der Weltraum-Mission wird er von den Astronauten Amelia (Anne Hathaway), Doyle (Wes Bentley) und Romilly (David Gyasi) begleitet.

C- (Wertung von A bis F) „Interstellar“ ist überambitioniertes Popcorn-Kino.

„Interstellar“ ist einer von Christopher Nolans Puzzleteile-Filmen, in der er möglichst viele smarte Ideen und komplizierte Handlungsstränge einbringt, der aber – in meinen Augen – an seinem eigenen Anspruch scheitert. Während des Films hat mich „Interstellar“ einige Male an Inception erinnert – mit dem Unterschied, dass mir „Inception“ wesentlich besser gefallen hat.

„Interstellar“ hat eine Laufzeit von 169 Minuten – das ist für das Sci-Fi-Genre schon auf dem Papier zu lang. Im Kino habe ich zig Mal auf die Uhr geschaut und bin unruhig auf meinem Kinosessel hin- und hergerutscht. Ich weiß nicht, wann ich mich das letzte Mal so gelangweilt habe. Gut, ich bin eh kein großer Freund von Sci-Fi-Filmen, insbesondere Filme über die Raumfahrt finde ich selten faszinierend. Die Sci-Fi und Fantasy-Filme, die mich begeistern, sind die bei denen mir eine außergewöhnliche Story erzählt wird und/ oder bei der ich – im besten Fall – in eine andere Welt eintauchen kann. Interessante Charaktere oder irgendetwas Spektakuläres sind dabei immer hilfreich. Christopher Nolan bringt in meinen Augen nichts davon. Gut, man sollte „Interstellar“ zugutehalten, dass es kein Franchise, Remake, Reboot und auch keine Comic-Verfilmung ist. Heutzutage ist das für einen Hollywood-Blockbuster ja leider schon eine Seltenheit. Jonathan Nolan hat mit seinem Bruder Christopher das Drehbuch zu dem Film verfasst.

Die Charakterbildung und der gesamte erste Akt sind etwas dürftig. Die NASA hat scheinbar nur auf Matthew McConaugheys Charakter Cooper gewartet hat (warum haben sie ihn dann eigentlich nicht kontaktiert?) und dass sich Cooper dann so schnell von seiner Familie verabschiedet und, vor allen Dingen, seine geliebte Tochter auf unbestimmte Zeit zurücklässt, fand ich seltsam. Christopher Nolan ist nun nicht für gefühlvolles Kino bekannt, hier hätte aber etwas in den Charakteraufbau investiert werden müssen. Ich fand zwar die Videobotschaften, die Cooper von seinen Kindern erhält und die Vater/Tochter-Szene am Krankenhausbett bewegend, aber nur weil ich solche Szenen generell rührend finde und nicht weil der Charakter- und Beziehungsaufbau dazu geführt haben. Matthew McConaugheys Charakter scheint auch einzig eine Bindung zu seiner Tochter zu haben. Sein Sohn ist Cooper (und ganz offensichtlich auch den Nolan-Brüdern, die das Drehbuch verfasst haben) offensichtlich völlig egal. Ansonsten ist der letzte Akt des Films auch eine Katastrophe.

Vielleicht hätten talentiertere bzw. wandelbarere oder auch unbekanntere Schauspieler in den Hauptrollen noch etwas rausholen können. Matthew McConaughey habe ich zwar noch den Vater, den Farmer, wenn ich ein Auge zudrücke auch den Ingenieur abgenommen, aber den Astronaut und Retter der Menschheit definitiv nicht. Anne Hathaway habe ich garantiert nicht die Wissenschaftlerin und Astronautin abgenommen. (und überhaupt fand ich es unerträglich, sie so lange in einem Film zu sehen) Zu keinem Moment habe ich in dem Film etwas anderes als die beiden Schauspieler Matthew McConaughey und Anne Hathaway gesehen. So sehr ich Matthew McConaughey für seine schauspielerische Leistung in True Detective noch gelobt habe, so wenig überzeugend fand ich ihn hier. Lange bevor er sich dazu entschlossen hat, Charakterschauspieler zu werden, habe ich immer betont, wie sehr ich seine Sprache und Stimme mag. Die Zeiten sind mit seiner Oscar-Dankesrede und jetzt im „Interstellar“ vorbei. In „Interstellar“ redet er gefühlt pausenlos und das Gequatsche, seine Stimme, seine Sprache, sein Rumgenuschel gingen mir wahnsinnig auf die Nerven.

Der 44-jährige Filmemacher Christopher Nolan ist einer der mächtigsten Regisseure Hollywoods. Es gibt wenige Regisseure, die von einem Hollywood Studio quasi einen Blanko-Scheck ausgehändigt bekommen und dann so viel Freiheiten geniessen wie er. Er ist auch einer der wenigen großen Regisseure, der im Digitalzeitalter seine Filme noch mit der analogen Technik dreht.

Ich will ja kein Spielverderber sein, aber 165 Millionen Dollar sehe ich „Interstellar“ nicht an. Die visuellen Effekte sind okay, beeindruckendes habe ich aber teilweise im letzten Jahr in Gravity gesehen.

Ich habe „Interstellar“ in einer 2-D-Vorstellung (in der OV mit chinesischen Untertiteln) gesehen. Während des Films war mir aber bereits klar, dass die IMAX-Fassung hier wohl die weitaus bessere Wahl gewesen wäre.

Christopher Nolans Film The Dark Knight war der Grund, dass die Academy of Motion Picture Arts and Sciences (AMPAS) im Jahr 2009 ihre, für den Oscar zu nominierenden Filme von 5 auf 10 bzw. dann ab dem Jahr 2011 Jahr von 5 auf bis zu 10 erhöhten. Die Idee, die dahinter steckte, war, dass ein hervorragend gemachter Blockbuster auch die Möglichkeit bekommen soll, für den Academy Award nominiert zu werden. Ich bin der festen Überzeugung, dass wenn ein unbekannterer Regisseur „Interstellar“ inszeniert hätte, niemals ernsthaft über den Film im Bezug auf Oscar-Nominierungen als Bester Film und Beste Regie gesprochen worden wäre. Jedes Jahr gibt es meistens mindestens einen Film, der die Zuschauer, die Kritiker und die Academy-Mitglieder spaltet, in dieser Oscar-Saison ist es wohl „Interstellar“.

„Interstellar“ ist im Gespräch für folgende Oscar-Nominierungen: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Matthew McConaughey), Beste Hauptdarstellerin (Anne Hathaway), Bester Nebendarsteller (Matt Damon), Beste Nebendarstellerin (Jessica Chastain), Bestes Originaldrehbuch, Bestes Szenenbild, Beste Kamera, Bester Schnitt, Bestes Make-up und beste Frisuren, Bester Ton, Bester Tonschnitt, Besten visuelle Effekte und Beste Filmmusik. Update: „Interstellar“ wurde bei den Oscars 2015 mit fünf Oscar-Nominierungen (Beste visuelle Effekte, Beste Filmmusik, Bestes Szenenbild, Bester Ton und Bester Tonschnitt) versehen. Bei der 87. Oscar-Verleihung am 22.2.15 wurde der Film mit einem Oscar (Beste visuelle Effekte) ausgezeichnet.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Hector and the Search of Happiness“
Bewertung des Trailers: C+ (neuer Trailer)
Kommentar: britische Romanverfilmung mit Simon Pegg und Rosamunde Pike. Leider spielt die Ferres mit.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Hunger Games: Mockingjay – Part 1“
Bewertung des Trailers: B- (neuer Trailer)
Kommentar:Jetzt der dritte Teil, der in zwei Parts ins Kino kommt.
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Boston – Film: "The Monuments Men"

Ich war am 08.02.14 in Boston und habe mir im Kino angeschaut:

„The Monuments Men“ (dt. Titel: „Monuments Men – Ungewöhnliche Helden“, dt. Kinostart: 20.02.14) 118 min drama, comedy, adaptation
dir. George Clooney cast: George Clooney, Matt Damon, Bill Murray, John Goodman, Jean Dujardin, Bob Balaban, Cate Blanchett, Justus von Dohnányi

1943 in Europa. Die Nazis haben sich europäische Kunstschätze unter den Nagel gerissen und versteckt. Sie würden die Kunstwerke eher vernichten, als dass der Feind sie in die Hände bekommt. Der Kunstexperte Frank Stokes (George Clooney) stellt ein Team von Kunsthistorikern, Restaurateuren und Kuratoren zusammen, die die wertvollen Kunstschätze finden und in Sicherheit bringen sollen.

C (Wertung von A bis F) „The Monuments Men“ basiert auf dem Buch „The Monuments Men: Allied Heroes, Nazi Thieves and the Greatest Treasure Hunt in History“ von Robert M. Edsel. Der Film beruht auf einer wahren Geschichte.

Gut, ich hatte es bereits erwähnt, ich bin mit sehr geringen Erwartungen ins Kino gegangen. So kann man auch nicht enttäuscht werden. Man muss sich aber in Erinnerung rufen, dass „The Monuments Men“ zu Beginn der Oscar-Saison als ernstzunehmender Oscar-Kandidat gehandelt wurde. Irgendwann wurde er dann aber aus der Saison geschoben und hat einen amerikanischen Kinostart Anfang Februar bekommen – das ist ein recht sicheres Indiz dafür, dass der Verleih nicht an den Film glaubt. Es gab dann im Januar eine Pressevorführung für die amerikanischen Kritiker und die haben sich alles andere als begeistert gezeigt. Dadurch bin ich vorgewarnt ins Kino gegangen.

Als Regisseur hat George Clooney zuvor erst vier Filme („Confessions of a Dangerous Mind“, „Good Night, and Good Luck“, „Leatherheads“, The Ides of March) gedreht. Der einzige Film, der mir von diesen vier gar nicht gefallen hat, war „Leatherheads“. „The Monuments Men“ ist nun seine fünfte Regiearbeit und irgendwie vergleichbar mit „Leatherheads“ und leider auch alles andere als geglückt. Es ist ein lahmer Hollywood-Schinken (mit deutscher Finanzbeteiligung und auf deutschem Boden gedreht) mit Starbesetzung. Außerdem ist dieser Clooney-Film ein strukturschwacher wenn nicht gar strukturloser Film.

„The Monuments Men“ hat zweifelsfrei seine Momente (meist sind es Szenen mit Jean Dujardin und John Goodman und Bob Balaban und Bill Murray), aber er fühlt sich nie als richtiger Film an. Es ist mehr eine Aneinanderreihung von guten oder gar nicht guten Szenen. Ein Grund dafür, dass der Film nicht funktioniert, ist weil man so gar nichts über die einzelnen Charaktere erfährt. George Clooney und sein Kumpel Grant Heslov haben hier bei ihrem Drehbuch versäumt, die Charaktere richtig einzuführen und etwas über ihre Beziehung zueinander zu erzählen. Gut, die ganze Meute kennt sich scheinbar von früher, aber woher genau? Was haben sie für eine gemeinsame Vergangenheit? Die Charaktere sind eigentlich heldenhaft, bleiben aber völlig oberflächlich. Dem Film fehlt einfach die Seele. Die Grundidee bzw. die wahre Geschichte, die sich hinter den Monuments Men verbirgt ist doch interessant, warum kommt dann am Ende ein so unbedeutender und öder Film dabei heraus? Irgendwann habe ich einfach nur noch gehofft, dass der Film endlich zu Ende geht.

Gegen die Kamera- und die Regiearbeit habe ich nichts einzuwenden. Auch die Ausstattung war solide, die Filmsets wurden perfekt ausgewählt und wirkten authentisch. Die Filmmusik (obwohl von Alexander Desplat) ging mir allerdings auf die Nerven.

Der deutsche Schauspieler Justus von Dohnányi ist mir positiv aufgefallen. The Wolf of Wall Street und jetzt „The Monuments Men“ haben mir gezeigt, dass Jean Dujardin keine Eintagsfliege im amerikanischen Kino sein muss.

Bei diesem Filmprojekt hat George Clooney sogar seinen Papa Nick mit ins Boot geholt. Zum Ende des Films hat er einen kurzen Auftritt als älterer Frank Stokes (George Clooney).

Der amerikanische Trailer:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Draft Day“
Bewertung des Trailer: B
Kommentar: Sportfilm mit Kevin Costner, Frau Affleck und, ja, Frank Langella
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Railway Man“
Bewertung des Trailers: B- (neuer Trailer)
Kommentar: Verfilmung der gleichnamigen Autobiografie. Zweiteweltkriegsdrama mit Nicole Kidman und Colin Firth
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Sabotage“
Bewertung des Trailers: B- (neuer Trailer)
Kommentar: Action/Thriller mit Arnold Schwarzenegger (mit einem extrem straff gezogenen Gesicht) und Sam Worthington.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0 %

Trailer v. Film: „The Edge of Tomorrow“
Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer)
Kommentar: Sci-Fi-Film mit Tom Cruise und Emily Blunt. Die Musik passt nicht zum Trailer. Ich weiß nicht, ob ich schon wieder bereit bin, einen Tom-Cruise-Film zu sehen.
?Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ?

Trailer v. Film: „The Amazing Spider-Man 2“
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Schon der zweite Teil der Reihe? Diese Neuverfilmung sieht gar nicht gut aus. Andrew Garfield ist m. E. auch der Falsche. Hier spielen auch Sally Field, Paul Giamatti, Campbell Scott und, vor allen Dingen, Dane DeHaan mit. Na toll, ich habe mir vorgenommen, jeden Film mit Dane DeHaan zu sehen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mmmmh?

Trailer v. Film: „X-Men: Days of the Future Past“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Noch so ein Marvel-Mist. Noch so ein Film mit Nicht-Schauspieler Hugh Jackman. Da muss ich die Kritiken abwarten.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Pompeii“
Bewertung des Theaters: B+
Kommentar: Film von Paul W.S. Anderson, der im Februar 14 ins amerikanische Kino kommt?der kann gar nicht gut sein. Gucken wir mal.
Wie oft schon im Kino gesehen: 5 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: Gucken wir mal

HBO-Films: "Behind the Candelabra"

Folgenden HBO-Film habe ich mir angeschaut:

„Behind the Candelabra“ (dt. Titel: „Liberace – Zu viel des Guten ist wundervoll“, dt. Kinostart: 3.10.13) 119 min drama, adaptation, biopic
dir. Steven Soderbergh cast: Michael Douglas, Matt Damon, Rob Lowe, Dan Aykroyd, Debbie Reynolds, Scott Bakula

Im Sommer 1977. Der bisexuelle Scott Thornson (Matt Damon) fährt mit seinem Bekannten, dem Filmproduzenten Bob (Scott Bakula), nach Las Vegas. Sie schauen sich die Show des exzentrischen Pianisten und Entertainers Liberace (Michael Douglas) an. Bob macht die beiden schließlich bekannt. Der junge Scott ist von dem ganzen Glamour, dem Reichtum und auch von Liberace fasziniert. Liberace fühlt sich von dem attraktiven jungen Mann angezogen und bietet Scott einen Job an. Schon bald zieht Scott bei dem berühmten Künstler ein. Wie selbstverständlich entwickelt sich eine Liebesbeziehung. Der junge Mann verfällt irgendwann dem Alkohol und den Drogen und für Liberace wird es immer Männer geben, die jünger und hübscher sind als sein derzeitiger Liebhaber…

B+ (Wertung von A bis F) Steven Soderberghs Film „Behind the Candelabra“ basiert auf Scott Thorsons Memoiren „Behind the Candelabra: My Life with Liberace“. Der Film konzentriert sich auf die letzten 10 Jahre in Liberaces Leben und die Beziehung zu seinem wesentlichen jüngeren Liebhaber Scott Thornson.

Ich bin froh, dass es dieser Film ist, mit dem sich Steven Soderbergh (vorerst) vom Regiehandwerk verabschiedet. Die letzten drei Filme, die Sonderbergh ins Kino gebracht hat (Haywire, Magic Mike und Side Effects) waren für mich alles andere als gelungene Werke.

Das Liberace-Biopic ist definitiv eine der besseren Inszenierungen von Steven Soderbergh.

„Behind the Candelabra“ erzählt eine Geschichte über zwei einsame schwule Männer. Der junge Mann wächst in Pflegefamilien auf und sucht nach seinem Platz im Leben und der sehr wohlhabende, berühmte Mann ist eigentlich nur von Menschen umgeben, die er bezahlt, damit sie ihm Gesellschaft leisten. Es ist eine Liebesgeschichte, bei der eigentlich von vornherein klar ist, dass sie nicht für die Ewigkeit bestimmt ist. Eine Liebe, die nicht in der Öffentlichkeit gelebt werden durfte. Zwischendurch habe ich mich gefragt, ob Scott eigentlich Liberace wirklich geliebt hat oder zum Ende der Beziehung mehr über den Verlust des luxuriösen Lebensstandards frustriert war. Die Schlusseinstellung fand ich dahingehend sehr rührend. Beide Männer waren auf ihre Art von ihrem Partner fasziniert – das fand ich glaubhaft und greifbar.

Das allererste was mir auffiel, war Michael Douglas´veränderte Stimme und Sprache. Unwesentlich später habe ich nur noch Liberace gesehen. Der Schauspieler verschwindet vollständig hinter seiner Filmfigur. Dunkel kann ich mich noch an die Erscheinung Liberace erinnern, auch wenn ich seinerzeit so gar nichts mit dieser schillernden Figur anfangen konnte.

Bei Matt Damon habe ich etwas länger gebraucht, bis ich von ihm als Scott Thornson überzeugt war. Zugegebenermassen war ich anfangs auch zu sehr damit beschäftigt herauszufinden, wie alt seine Figur eigentlich sein soll. Matt Damon sieht hier wesentlich jünger aus als er ist (ich hätte ihn vielleicht auf Mitte/Ende 20 im Film geschätzt), aber hier hätte ich gerne eine Vorgabe gehabt, damit ich mich noch besser auf seinen Filmcharakter konzentrieren hätte können. Im Nachhinein habe ich gelesen, dass er zu Beginn den 17 oder 18 Jahre alten Scott darstellen soll – das konnte ich ihm keinesfalls abnehmen. Letztlich gibt Matt Damon aber eine exzellente Performance, nur ist es Michael Douglas von dem man nicht seine Augen lassen kann.

Ich war so gefesselt von Michael Douglas, dass mir Dan Aykroyd erst sehr spät im Film überhaupt aufgefallen ist.

Rob Lowe ist natürlich mega. Er spielt einen viel zu glatt gezurrter Schönheitschirurgen. Er hat angegeben, dass die Dreharbeiten sehr schmerzhaft waren – das glaubt man gerne, wenn man ihn so sieht.

Auch wenn „Behind the Candelabra“ in Europa eine Kinoauswertung bekommt, ist es ein Fernsehfilm. Heutzutage ist das für einen amerikanischen Film bekannterweise keine Abwertung mehr, insbesondere nicht, wenn es sich dabei um eine HBO-Produktion handelt. Der einzige Unterschied ist, dass der Film und seine sensationellen Performances nicht für Academy Awards nominiert werden können.

Steven Soderbergh hatte in einem Interview erklärt, dass er den Film gerne ins amerikanische Kino gebracht hätte. Ganz Hollywood hat jedoch abgelehnt, den Film zu finanzieren. Angeblich hätten sie nicht gewusst, wie sie diesen Film vermarkten können. Es wäre eh nur ein Film für ein schwules Publikum, bekam der Regisseur nicht nur ein Mal zu hören. Um so erfreulicher, dass „Behind the Candelabra“ bei HBO die höchsten Einschaltquoten für einen Film seit neun Jahren erzielen konnte.

Wenn schon nicht für den wichtigsten Filmpreis, so wurde „Behind the Candelabra“ aber bereits für den wichtigsten Fernsehpreis nominiert. Insgesamt 15 Emmy-Nominierungen hat der Film enthalten (darunter Beste Miniserie bzw. Film, Bester Regisseur, Bestes Drehbuch, Bester Hauptdarsteller Michael Douglas, Bester Hauptdarsteller Matt Damon, Bester Nebendarsteller Scott Bakula) Update:“Behind the Candelabra“ hat insgesamt 11 Emmy-Awards gewonnen, 8 in technischen Kategorien und am 22.09.13 bei der Primetime Emmy Verleihung noch die wichtigen für Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Michael Douglas).

„Behind the Candelabra“ wurde erstmalig auf dem Cannes Film Festival im Jahr 2013 gezeigt. Der Film wurde ab Ende Mai 2013 auf HBO gezeigt.

Trailer zu sehen:

San Francisco – Film: "Elysium – IMAX"

Ich war am 11.08.13 in San Francisco und habe mir im Kino angeschaut:

„Elysium – IMAX“ (dt. Kinostart: 15.08.13) 109 min sci-fi, action
dir. Neill Blomkamp cast: Matt Damon, Jodie Foster, Sharlto Copley, Diego Luna, William Fichtner

Im Jahr 2154. Die Erde ist überbevölkert und total verdreckt. Roboter sorgen für Recht und Ordnung. Ein paar Superreiche haben sich auf die Luxus-Raumstation Elysium zurückgezogen. Dort gibt es eine einzigartige medizinische Versorgung, alle Krankheiten und Verletzungen können geheilt werden. So ist es verständlich, dass die Erdbewohner immer wieder versuchen, nach Elysium zu gelangen. Elysiums Verteidigungsministerin Delacourt (Jodie Foster) verfolgt aber eine strenge Einwanderungspolitik und lässt Flüchtlinge, die versuchen, auf der luxuriösen Raumstation zu landen, gnadenlos abschießen. Max (Matt Damon) ist Fabrikarbeiter. Bei einem Betriebsunfall bekommt er eine tödliche Strahlendosis ab. Er hat noch fünf Tage zu leben, sollte es ihm nicht gelingen nach Elysium zu gelangen…

C+ (Wertung von A bis F) „Elysium“ ist die erste große Filmproduktion des südafrikanischen Regisseurs Neill Blomcamp. (Während des Film sieht man übrigens wie die südafrikanische Flagge auf eines der Raumschiffe klebt – das fand ich nett.)

Ja was soll ich sagen, ich mochte die kreierte Müllkippen-Welt, die Ausstattung im Allgemeinen und viele Szenenbilder. Der Film hat zu Beginn einige gute sozialkritische Ansätze, die aber leider nicht vertieft werden und praktisch nur im ersten Drittel des Films vorkommen. Später ist es einzig ein Actionfilm mit einer recht platten Geschichte und wenig nuancierten Charakteren. „Elysium“ ist lange nicht so intelligent wie Neill Blomcamps Vorgängerfilm und Überraschungshit „District 9“. Ein zweites Mal würde ich mir diesen Film nicht angucken.

Es hat mir gefallen, wie der Film anfangs die menschenunwürdige Einwanderungs- und Gesundheitspolitik angeprangert. Als Raumschiffe voller Flüchtlinge versuchen, auf Elysium zu landen, erinnert das Europäer zwangsläufig an die afrikanischen Bootsflüchtlinge, die nach Europa wollen. (Für die U.S. Amerikaner sind es dann entsprechend die Latinos, die ihr Leben einsetzen, um in die U.S. A. zu kommen.) Eine allumfassende Gesundheitsversorgung wird nur den Bewohner von Elysium, bzw. den Superreichen zugänglich gemacht. Wie gesagt, da hätte der Film gerne noch etwas in die Tiefe gehen können. Auch hätte ich gerne mehr über Elysium erfahren. Stattdessen bekommt man hier eine recht unglaubwürdige und völlig überflüssige Liebesgeschichte aufgetischt. Um das ganze noch dramatischer zu machen, hat Matt Damons Freundin dann natürlich noch ein an Leukämie erkranktes Kind.

Schauspielerisch hat Matt Damon erneut bewiesen, dass er solche Rollen überzeugend spielen kann. Diego Luna sticht durch seine Attraktivität und Leinwandpräsenz etwas hervor. Der mir zuvor nicht bekannte brasilianische Schauspieler Wagner Moura spielt in „Elysium“ den Unterweltsboss Spider. Er hat mein Interesse geweckt, er hat ziemlich viel Ähnlichkeit mit dem leider viel zu früh verstorbenen John Belushi. Jodie Foster fand ich grauenvoll. Bis zum Schluss war mir aber auch nicht klar, ob ihre Figur als Karikatur angelegt ist oder nicht. Ich habe auch nicht heraushören können, was sie für einen merkwürdigen Akzent spricht.

Ich habe „Elysium“ in der IMAX-Fassung gesehen. Das war insbesondere bei den Luftaufnahmen, der Roboter-Explosion und anderen Explosionen wirkungsvoll. Durch die schnellen Schnitte und das Kameragewackel waren meine Augen aber auch etwas überfordert.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Gravity“ (in IMAX gezeigt)
Bewertung des Teasers: B
Kommentar: Alfonso Cuaróns neuer Film mit Sandra Bullock und George Clooney
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Ender´s Game“ (in IMAX gezeigt)
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Sci-Fi-Film mit Harrison Ford, Ben Kingsley und Viola Davis
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 60%

DVD – Film: "Margaret"

Folgenden Film habe ich mir über iTunes (U.S.) als Leihvideo angeschaut:

„Margaret“ 150 min drama
dir. Kenneth Lonergan cast: Anna Paquin, Jeannie Berlin, Matt Damon, Mark Ruffalo, Kieran Culkin, Olivia Thirlby, Rosemarie DeWitt, Matthew Broderick, Allison Janney, Jean Reno

Die 17-jährige New Yorker Schülerin Lisa (Anna Paquin) wird Zeuge eines tragischen Verkehrsunfalls. Da sie den Busfahrer und Unfallverursacher (Mark Ruffalo) abgelenkt hat, gibt sich Lisa eine Mitschuld am Tod der Fußgängerin (Allison Janney). Durch Lisas Falschaussage bei der Polizei kommt der Busfahrer straffrei davon. Sie nimmt Kontakt zu der besten Freundin der Verstorbenen (Jeannie Berlin) auf…

B (Wertung von A bis F) Einige amerikanische Filmkritiker hatten im letzten Jahr den Film „Margaret“ in ihrer Top Ten Liste aufgeführt.

Da ich mir auch diesen Film angeschaut habe, ohne zuvor etwas darüber gelesen zu haben, war ich anfangs sehr irritiert über die Besetzung von Anna Paquin („Piano“, „X-Men“, True Blood). Das hat mir überhaupt keine Ruhe gelassen, so dass ich gleich zu Beginn des Films erst einmal gegoogelt habe, wie alt sie ist. Anna Paquin ist dreißig Jahre alt. Sie sieht zwar noch recht jung für ihr Alter aus, aber in einer Rolle als 17-jährige Schülerin wollte ich sie anfangs partout nicht akzeptieren. Komischerweise habe ich dieses Alters-Debakel dann doch irgendwann vergessen, weil sie mich mit ihrer nuancierten Performance einfach gefesselt hat. Sie spielt einen Teenager mit allen vorstellbaren Unsicherheiten, Stimmungsschwankungen und der Frage was richtig oder falsch ist. Ebenfalls beeindruckt war ich von der Schauspielerin Jeannie Berlin.

Im Nachhinein hat sich für mich dann auch noch aufgeklärt, warum Anna Paquin überhaupt als 17-Jährige besetzt wurde. Der Film ist im Jahr 2005 gedreht worden. Der Regisseur Kenneth Lonergan (der hier auch in einer Nebenrolle als Lisas Vater zu sehen ist) hatte anschließend kreative Probleme, den 3-Stunden-Film zu kürzen und fertig zustellen. Der Film ist mit 150 Minuten, meinem Empfinden nach, immer noch viel zu lang.

Aus rechtlichen Gründen ist der Film erst im Jahr 2011 ins amerikanische Kino gekommen.

Trailer zu sehen:

NYC – Film: "Contagion"

Ich war am 20.09.11 in New York und habe mir im Kino angeschaut:

„Contagion“ (dt. Kinostart: 20.10.11) 105 min thriller
dir. Steven Soderbergh cast: Matt Damon, Marion Cotillard, Jude Law, Kate Winslet, Gwyneth Paltrow, Laurence Fishburne, John Hawkes, Bryan Cranston, Armin Rohde

Beth (Gwyneth Paltrow) war auf einer Geschäftsreise in Hong Kong. Als sie in die U.S.A. zu ihrem Ehemann Mitch (Matt Damon) und ihrem Sohn zurückkehrt, erleidet sie zwei Tage später einen Zusammenbruch und stirbt. Es stellt sich heraus, dass sie an einem mysteriösen Virus verstorben ist. Dieser leicht übertragbare Virus breitet sich weltweit in Windeseile aus und tötet unzählige Menschen. Die amerikanische Seuchenschutzbehörde mit Dr. Ellis Carver (Laurence Fishburne) und Dr. Erin Mears (Kate Winslet) wird beauftragt, alles über diesen Virus herauszufinden. Es scheint aber schon zu spät, eine Pandemie ist längst ausgebrochen…

B (Wertung von A bis F) Das ist ein Katastrophenfilm ganz nach meinem Geschmack. Wenn ich mir ein Horrorszenario vorstellen kann und bereit bin, minimal panisch zu werden, dann bei Viren. Es gibt gute und schlechte Drehbuchautoren und Regisseure. „Contagion“ ist dankenswerterweise bei den guten gelandet. Sie vermitteln mir hier plausibel, welchen Verlauf eine Pandemie nimmt, auf was man sich so alles einstellen muss und wie die Gesellschaft dabei ist, auseinanderzubrechen. Ich habe erfahren, dass man sich 2000 bis 3000 Mal pro Tag in Gesicht fasst und zwischendurch was weiss ich was alles. (Natürlich habe ich in Bars auch vorher nicht in die bereitgestellten Nuss-Schälchen gelangt.) Steven Soderbergh zeigt in seinem Film ganz eindrucksvoll den Weg, den sich ein tödlicher Virus sucht.

Der Film hat ein unglaubliches Staraufgebot, aber Steven Soderbergh bleibt den Charakteren treu, nicht den Stars. Am besten hat mir Kate Winslet gefallen. Sie ist aber auch eine so gute Schauspielerin. Etwas überrascht war ich, Armin Rohde zu sehen. Seine Rolle ist auch gar nicht so klein.

Auf die Szene mit dem U2 Song hätte ich gerne verzichtet. Man bekommt hier aber ansonsten einen auffallend guten Score zu hören.

Eine Figur hätte man sich meines Erachtens sparen können Alan Krumwiede ist Blogger und eine armselige Gestalt. Jude Laws Charakter wirkt so lächerlich wie seine scheinbar selbst geschneiderte Schutzuniform. (Als er damit das erste Mal auftrat brach schallendes Gelaechter im Kino aus). Er nimmt sich bei allem was er macht so wichtig und ernst. Wie sagt der eine so schön zu ihm: „Blogging is not writing, it´s graffiti with punctuation.“ Im Nachhinein habe ich mir aber gedacht, dass seine Figur vielleicht doch nicht so überflüssig ist. Durch Jude Laws Figur wird gezeigt, dass sich manche Menschen sogar in Katastrophenzeiten nicht scheuen, Dinge zu tun und über das Internet zu verbreiten nur um (endlich mal) wahrgenommen zu werden.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Thing“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Mal ein Horrorfilm, den ich vom Original her kenne und liebe. Trailer sah für mich nach Remake aus, ist aber ein Prequel mit Joel Edgerton
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 80%

Trailer v. Film: „50/50“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Tragikomödie mit Joseph Gordon-Levitt, Seth Rogen, Bryce Dallas Howard, Anjelica Huston, Anna Kendrick – Oscar-Potenzial
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „A Very Harold & Kumar Christmas“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Für mich war es überraschend, Kal Penn aktuell als Schauspieler auf der Leinwand zu sehen. Ist er doch Mitarbeiter der Obama Administration. Habe jetzt aber gelesen, dass er sich eine kurze Auszeit für seine Schauspielerei genommen hat. Komisch.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 70%

Trailer v. Film: „John Carter“
Bewertung des Trailers: D+ (neuer Trailer)
Kommentar: Disney-Sci-Fi-Abenteuer-Film mit Willem Dafoe, Samantha Morton, Thomas Haden Church
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Machine Gun Preacher“
Bewertung des Trailers: D+
Kommentar: Biopic über Sam Childers mit Gerard Butler
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Boston – Film: "True Grit"

Ich war am 03.01.11 in Boston und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„True Grit“ (dt. Kinostart: 24.02.11) 110 min western, adaptation, remake
dir. Joel Coen, Ethan Coen cast: Jeff Bridges, Matt Damon, Josh Brolin, Bruce Green, Roy L. Jones, Barry Pepper, Hailee Steinfeld, J. K. Simmons

Die 14jährige Mattie Ross (Hailee Steinfeld) will den Mord an ihrem Vater rächen. Daher begibt sie sich auf die Suche nach Tom Chaney (Josh Brolin) und engagiert den U.S. Marshal Rooster Cogburn (Jeff Bridges). Der Texas Ranger La Beef (Matt Damon) hat ebenfalls Interesse, Tom Chaney in seine Gewalt zu bringen…

B+ (Wertung von A bis F) „True Grit“ wurde von dem gleichnamigen Roman von Charles Portis adaptiert. Der Film ist ein Remake des gleichnamigen John Wayne Films von 1969. Den Original-Film habe ich nicht gesehen.

Auch wenn viele Zutaten vorhanden sind (überwältigende Bildsprache, Besetzung von außergewöhnlich ulkigen Typen in beinahe jeder Nebenrolle, originelle Dialoge, tolle Ausstattung und komische und doch so großartige Szenen) fühlt sich „True Grit“ nicht wie ein typischer Coen Bros. Film an. Es ist eher ein richtig guter und solider Western. Das erste was auffällt, ist tatsächlich die – wieder einmal – teils wunderschönen Bilder. Wie in so vielen Coen Bros. Filmen ist wieder der Kameramann Roger Deakins dafür zuständig. Bereits 8 x für den Oscar nominiert („The Shawshank Redemption“, „Fargo“, „Kundun“, „O Brother, Where Art Thou?“, „The Man Who Wasn´t There“, „The Assasination of Jesse James by the Coward Robert Ford“, No Country for Old Men, The Reader), ist es langsam auch für ihn an der Zeit, dass er den Goldmann gewinnt. Hätte Jeff Bridges im letzten Jahr nicht einen Oscar für Crazy Heart gewonnen, wäre er sicherlich dieses Jahr an der Reihe (so ist meiner Meinung nach zu Recht Colin Firth, der den Oscar gewinnen wird). Hailee Steinfeld gibt eine sensationelle Performance. Zu den Dreharbeiten war sie erst dreizehn Jahre alt, sie gibt hier ihr Spielfilmdebüt. Hut ab! Sie spielt hier zwar eindeutig die Hauptrolle, der Politik der Oscars zufolge wird sie jedoch voraussichtlich für die beste Nebenrolle nominiert. Matt Damon, der sich ebenso wie Jeff Bridges und sämtliche Schauspieler, in „True Grit“ durch den Film nuschelt, liefert hier in meinen Augen einer seiner besten Leistungen ab.

Die letzten ca. 30 Minuten von „True Grit“ fand ich genial. Ich war geneigt, meine „B+“ Bewertung auf „A-“ zu verbessern, aber das hätte nicht meinen Eindruck von dem gesamten Film wiedergespiegelt. Vielleicht sollte ich ihn mir bald noch einmal anschauen. Definitiv ist es ein Film, den man mehrmals sehen kann.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Lincoln Lawyer“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Auch wenn ich Matthew McConaughey nur ganz begrenzt optisch ertragen kann (immerhin mag ich seine Stimme und Sprache) macht dieser Thriller mit der tollen Marisa Tomei und William H. Macy, Ryan Phillippe und Josh Lucas erst einmal einen guten Eindruck
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Mechanic“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Actioner mit Jason Stratham, Ben Foster und Donald Sutherland
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 80 % bzw. 100% (wg. Ben Foster)

Trailer v. Film: „The Rite“
Bewertung des Trailers: A- (neuer Trailer)
Kommentar: Horrorfilm mit Anthony Hopkins
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 80 % (für Anthony Hopkins und weil dieser Trailer wirkt)

Trailer v. Film: „Country Strong“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Drama mit Gwyneth Paltrow als Country-Sängerin, Musik empfinde ich als ziemlich unerträglich.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 80%

Trailer v. Film: „The Adjustment Bureau“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Sci-Fi/Fantasy/Thriller mit Emily Blunt und Matt Damon. Trailer macht einen recht guten Eindruck. An einer bestimmten Stelle im Trailer habe ich sogar Gänsehaut bekommen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Transformers: Dark of the Moon“
Bewertung des Trailers: D
Kommentar: Zu dem Film muss man sicherlich nichts weiter sagen… Frage: Warum spielt hier Frances McDormand und John Malkovich mit??? Zu dem Trailer möchte ich erwähnen, dass (ohne zu Beginn des Trailers zu wissen, was für ein Film hier beworben wird) der Trailer bei mir von einem entspannten B+ so bald der Name MICHAEL BAY auf der Leinwand erschien, auf ein zorniges D in meiner Bewertung gewandert ist…
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Rango“
Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer)
Kommentar: Animationsfilm, gesprochen von Johnny Depp. Der neue, sehr ausführliche Trailer ist nicht mehr sooo doll.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%