San Francisco – Film: „Mid90s“

Ich war am 15.11.18 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Mid90s“ (dt. Kinostart: 07.03.19)  84 min  drama

dir. Jonah Hill  cast: Sunny Suljic, Lucas Hedges, Katherine Waterston, Gio Galicia, Na-kel Smith, Olan Prenatt, Ryder McLaughlin 

 

Los Angeles, Mitte der 1990er Jahre. Der 13-jährige Stevie (Sunny Suljic) lebt mit seiner Mutter (Katherine Waterston) und seinem älteren Bruder Ian (Lucas Hedges) zusammen. Er bewundert seinen Bruder, der verhält sich ihm gegenüber jedoch nur aggressiv und ist sogar gewalttätig. Stevie sucht nach Anerkennung und findet sie schließlich bei den älteren Skateboardern Ruben (Gio Galicia), Ray (Na-kel Smith), „Fuckshit“ (Olan Prenatt) und „Fourth Grade“ (Ryder McLaughlin)…

 

B- (Wertung von A bis F) „Mid90s“ ist das Regiedebüt des amerikanischen Schauspielers Jonah Hill (Superbad, Cyrus, Moneyball, 21 Jump Street, The Wolf of Wall Street, Don´t Worry, He Won´t Get Far on Foot). Jonah Hill hat für seinen ersten Film auch das Drehbuch geschrieben. 

Nach Greta Gerwigs Lady Bird aus dem letzten Jahr, gibt es dieses Jahr nun das Regiedebüt der Schauspieler  Paul Dano (Wildlife) und das, des zwei Mal für den Oscar nominierten Schauspielers Jonah Hill. Jonah Hills und Greta Gerwigs Filme weisen ein paar Gemeinsamkeiten auf. Beides sind Filme über das Erwachsenwerden, spielen in Kalifornien, in beiden Werken spielt Lucas Hedges mit und sowohl „Lady Bird“ als auch „Mid90s“ sind Filme des New Yorker Verleihers A24.

Jonah Hills Film ist auch vage autobiografisch geprägt, er selbst hing als Teenager viel mit Skateboardern rum. Hier erzählt er aber von einem 13-Jährigen, der sich langsam von seiner Mutter abnabelt, seinen größeren Bruder bewundert, obwohl der ihn oft grundlos verprügelt und schließlich bei ein paar älteren Skateboardern eine Art Ersatzfamilie findet.

Dieser Film ist mir mehr durch die Schauspieler als durch die Story in Erinnerung. Es ist sicherlich auch eher ein Charakterdrama. Durch die Bank ist der Film perfekt besetzt. Angefangen mit Lucas Hedges (Manchester by the Sea, Three Billboards Outside Ebbing, Missouri, Boy Erased, wieder mal in einer völlig anderen Rolle, dann dieser putzige Knirps Sunny Suljic (The Killing of a Sacred Deer) in der Hauptrolle. Diesem kleinen talentierten Steppke steht sehr wahrscheinlich eine große Filmkarriere bevor. Die Skateboarder stehen alle das erste Mal vor einer professionellen Kamera, alle sind originelle Typen und hätten nicht besser ausgewählt werden können. 

Jonah Hill wollte immer als Regisseur arbeiten, ist in die Schauspielkarriere nur „reingerutscht“, hatte dadurch  aber die Gelegenheit, sich  bei den großen Filmemachern (Bennett Miller, Quentin Tarantino, Coen Bros., Martin Scorsese) viel abzuschauen. Mit diesem Film legt er ein solides Regiedebüt hin. „Mid90s“ ist in dem Bildformat 4:3 gedreht worden, dadurch sieht der Film aus, als würde er tatsächlich aus den 1990er Jahren stammen. Jonah Hill hat aber auch auf stimmige Details geachtet (allein, wenn man sich das Zimmer von Lucas Hedges Charakter anschaut), der Score (Trent Reznor und Atticus Ross) ist exzellent und die Auswahl der Songs ist sehr gelungen.

Mein Fazit zu diesen drei vielversprechenden Regiedebüts der Schauspieler. Greta Gerwigs Zukunft sehe ich eher im Regiebereich. Auf die Schauspieler Paul Dano und Jonah Hill möchte ich nicht verzichten. Vielleicht gelingt es ihnen, neben ihrer Schauspielkarriere hin und wieder die Zuschauer mit ihren Werken als Regisseur zu begeistern. 

„Mid90s“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bestes Originaldrehbuch

„Mid90s“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2018 gezeigt. Der Film ist am 19.10.18 in vier amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er in 1,206 Kinos landesweit.  In Deutschland soll der Film am 07.03.19 starten. 

Trailer zu sehen:

 

 

vorgeschaltete Trailer: 

Trailer v. Film: „The Favourite„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: möglicher Oscar-Kandidat. Yorgos Lanthimos neuer Film mit Olivia Colman, Rachel Weisz und Emma Stone

Wie oft schon im Kino gesehen: 5 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits auf dem NYFF56 gesehen


Trailer v. Film: „Shazam!„

Bewertung des Trailers: B- (neuer Trailer)

Kommentar: Superhelden-Kram

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: nö


Trailer v. Film: „Bumblebee„

Bewertung des Trailers: B 

Kommentar: Sci-Fi-Film. Prequel zu „Transformers“. Travis Knight ist der Regisseur, vielleicht gebe ich dem Film eine Chance, sein Kubo and the Two Strings hat mir schon sehr gut gefallen. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Anna and the Apocalypse„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: meine zwei Lieblingsgenres: Zombie-Filme und Musicals in einem. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Ben is Back„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: möglicher Oscar-Kandidat mit Julia Roberts und Lucas Hedges

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Berlin (ale) – Film: „Don´t Worry, He Won´t Get Far on Foot“

Ich war am 21.02.18 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Don´t Worry, He Won´t Get Far on Foot“ (dt. Filmtitel: „Don´t Worry, weglaufen geht nicht“, dt. Kinostart: 23.08.18) 113 min  drama, comedy, biopic, adaptation  
dir. Gus Van Sant cast: Joaquin Phoenix, Jonah Hill, Rooney Mara, Jack Black, Mark Webber, Udo Kier, Beth Ditto, Kim Gordon

 

John Callahan (Joaquin Phoenix) war bereits vor seinem Autounfall Alkoholiker. Bei dem Unfall wurde er so schwer verletzt, dass er fortan mit einer Querschnittslähmung leben muss. Seitdem er 21 Jahre alt ist, sitzt er nun bereits im Rollstuhl und versucht seither, einen Sinn im Leben zu finden. Dabei helfen ihm irgendwann u.a. seine Meetings mit der Anonyme-Alkoholiker-Gruppe, die von dem schwerreichen, exzentrischen Donnie (Jonah Hill) geleitet wird.

 

B- (Wertung von A bis F) „Don´t Worry, He Won´t Get Far on Foot“ basiert den gleichnamigen Memoiren des amerikanischen Cartoon-Zeichners John Callahan. Es ist der neue Film des Autors und Filmemachers Gus Van Sant („My Own Private Idaho“, „Good Will Hunting“, Milk)

Der Film springt häufig in seiner Erzählstruktur von einer Zeit- und Bedeutungsebene zur anderen. Vor dem Unfall, unmittelbar anschließend, bei zahlreichen Gruppensitzungen der Anonymen Alkoholiker, bei seinen ersten beruflichen Erfolgen als Cartoonist, Trinkgelagen, Szenen mit seiner Freundin, bei einem Auftritt des Cartoonisten vor Publikum, etc. Die schwarzhumorigen Cartoons des Portraitierten ziehen sich wie ein roter Faden durch den Film, auch beginnt Gus Van Sant später, die Handlung anhand des Zwölf-Schritte-Programms der Anonymen Alkoholiker etwas zu gliedern. Letzteres war keine schlechte Idee, vielleicht hätte Gus Van Sant diese Unterteilung konsequenter durch die gesamte Erzählung ziehen oder selbige etwas chronologischer aufbauen sollen. So wirkte die Handlung etwas unaufgeräumt, aber vielleicht auch wieder passend für das verkorkste Leben des einst heftig trinkenden Comic-Zeichners und Karikaturisten. Am Ende ist der Film auch eher ein Porträt und man hat nachher  auch ein recht gutes Bild von diesem John Callahan. Nicht zuletzt, ist dies natürlich Joaquin Phoenix zu verdanken. Er ist sicherlich einer besten Schauspieler unserer Zeit, befreit von jeglicher Eitelkeit führt er einen immer verlässlich durch Geschichten. Selbstverständlich weiß er auch hier zu begeistern und ist glaubwürdig in der Rolle des durchgeknallten Lebenskünstlers (auch wenn mich seine schlechten Perücken mitunter etwas verschreckt haben). Es ist jedoch ein anderer Schauspieler, der diesen Film besonders sehenswert macht: Jonah Hill.

Es ist nicht das erste Mal, dass der, bereits zwei Mal für den Oscar nominierte Schauspieler anderen die Show stiehlt. Hier spielt er den ultrareichen, hippieesken Sponsor von u.a. John Callahan. Er ist kaum wiederzukennen und ich hatte tatsächlich bei jeder seiner Szenen Herzrasen. Für mich ein sicheres Zeichen, wie sehr mich seine Performance umgehauen hat. Am Ende hätte ich mir eigentlich gewünscht, ein Film über diesen Donnie zu sehen.

Die amerikanische Sängerin Beth Ditto gibt hier ihr Spielfilmdebüt und auch ist die amerikanische Musikerin Kim Gordon hier in einer Nebenrolle zu sehen.

„Don´t Worry, He Won´t Get Far on Foot“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2018 gezeigt. Am 13.07.18 soll der Film in den amerikanischen Kinos starten. Bisher ist noch kein Kinostart für Deutschland geplant. Update: Der Film startet am 23.08.18 unter dem Filmtitel: „Don´t Worry, weglaufen geht nicht“ in den deutschen Kinos. Ich habe den Film auf der Berlinale 2018 gesehen. Der Film wurde im Wettbewerb gezeigt.

Trailer zu sehen:

 

Denver – Film: „Sausage Party“

Ich war am 25.08.16 in Denver und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„Sausage Party“ (dt. Filmtitel: „Sausage Party – Es geht um die Wurst“, dt. Kinostart: 06.10.16) 89 min animation
dir. Greg Tiernan, Conrad Vernon cast: Seth Rogen, Jonah Hill, Kristen Wiig, Bill Hader, James Franco, Michael Cera, Paul Rudd, Danny McBride, Craig Robinson, Edward Norton, Salma Hayek

 
Für die Lebensmittel des Supermarktes Shopwell´s gibt es nichts Erstrebenswerteres als zu den Auserwählten zu gehören. Sie halten die Konsumenten für Götter und wenn sie in ihrem Einkaufswagen landen und gekauft werden, wissen sie, dass jetzt das Paradies folgt. Nun wurde aber der Honigsenf (Danny McBride) gerade in den Supermarkt zurückgebracht und hat Horrorstories zu erzählen. Angeblich soll es gar keinen Gott geben, er hält die Menschen sogar für Monster. Niemand schenkt ihm Glauben, alle sind schon ganz vorfreudig auf die große Party, denn es ist amerikanischer Unabhängigkeitstag.

 
B- (Wertung von A bis F) „Sausage Party“ ist ein Animationsfilm für Erwachsene – und zwar ausnahmslos. Die Geschichte stammt aus der Feder von Seth Rogen und Evan Goldberg (This is the End).

Wie dieser Animationsfilm das Thema Glauben angeht, ist originell und stellenweise sehr smart – insbesondere wenn die Esswaren realisieren, dass es gar keinen Gott (keine Götter) gibt. Ansonsten geht es hauptsächlich um Sex. viel zotiger Humor, viel Fluchen – das muss man schon mögen. Irgendwann wiederholen sich aber die Jokes und dann weist der Film Längen auf. Schade. Allein um den teils guten Sprachwitz mitzubekommen, empfehle ich die Originalfassung.

Eines Tages wird es bei den Oscars eine Kategorie für die momentan noch immer unterschätzten motion capture und voice performances geben, Edward Norton wäre für mich ein Kandidat für die Synchronisation des jüdischen Sammy Bagel Jr.

 
An der amerikanischen Kinokasse war der Anfang August in den U.S.A. gestartete Film überraschend erfolgreich. Eine Fortsetzung zu „Sausage Party“ ist im Gespräch.

„Sausage Party“ wurde erstmalig auf bei South by Southwest 2016 gezeigt.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Masterminds„
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Komödie mit Zach Galifianakis, Owen Wilson, Kristen Wiig, etc. Sollte eigentlich schon vor einem Jahr ins Kino kommen, dann ist der amerikanische Verleih (Relativity) in finanzielle Schwierigkeiten gestrudelt und der Film wurde verschoben.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Bad Santa 2„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Fortsetzung zu einem Film, den ich liebe. Wieder mit Billy Bob Thornton, aber auch Kathy Bates
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Office Christmas Party„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Komödie mit Jason Bateman, Courtney B. Vance, aber leider auch Jennifer Aniston
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Why Him?„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Komödie mit James Franco und Bryan Cranston
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Resident Evil: The Final Chapter„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Der vielleicht letzte Film der Resident-Evil-Reihe mit Milla Jovovich. Ich habe keinen der Filme gesehen, der Trailer ist aber nahezu perfekt.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Kevin Hart: What Now?„
Bewertung des Trailers: C (neuer Trailer)
Kommentar: Stand-Up-Comedy-Film mit Kevin Hart
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

 

einer der amerikanischen Aufsteller von "Sausage Party"
einer der amerikanischen Aufsteller von „Sausage Party“

 

 

Denver – Film: „War Dogs“

Ich war am 25.08.16 in Denver und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„War Dogs“ (dt. Kinostart: 29.09.16) 114 min action, comedy, adaptation, biopic
dir. Todd Phillips cast: Jonah Hill, Miles Teller, Bradley Cooper, Ana de Armas, J.B. Blanc

 

 

Miami Beach, 2005. Nach einigen Jahren trifft der 22-jährige David (Miles Teller) seinen ehemalig besten Freund Efraim (Jonah Hill) wieder. David ist seinen Job als Masseur leid und sein Nebenerwerb mit dem Verkauf von Bettwäsche wirft auch nichts ab. Efraim bietet ihm kurzerhand an, bei ihm ins Geschäft einzusteigen. Nur war Efraim immer irgendwie in krumme Geschäfte verwickelt und jetzt dealt er mit Waffen…

 
C (Wertung von A bis F) „War Dogs“ basiert auf einer wahren Geschichte und lag Guy Lawsons Rolling Stone Artikel zugrunde. Es ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers Todd Phillips (The Hangover).

 

Mit Ausnahme von ein paar vereinzelt witzigen Momenten, den ganzen Anspielungen auf Brian DePalmas Film „Scarface“ und dem ziemlich gelungenen Ende, ist der Film dröge. Als Zuschauer begleitet man knapp zwei Stunden zwei nicht gerade sympathische Typen bei ihren mehr oder weniger legalen Machenschaften im Waffengeschäft. Bradley Coopers Auftritte sind dabei schon beinahe das Highlight des Films. Miles Tellers Charakter David Packouz führt als Erzähler durch den Film, was hier – wie in den meisten Fällen – überflüssig ist.

Seit meinen ersten Online-Filmtagebuchaufzeichnungen im Jahr 2007 habe ich nachweislich die meisten Filme mit Seth Rogen und Jonah Hill gesehen. Wenn ich „Sausage Party“, bei denen beide U.S.-Amerikaner eine Sprechrolle übernommen haben, bereits dazu zähle, habe ich jeweils 17 Einträge verzeichnet. Es lässt sich wohl nicht leugnen, ich mag die Beiden. Trotz seines durchaus nennenswerten Auftritts in Steve Jobs , ist Seth Rogen immer noch vorwiegend mit dem Komödien-Genre verwurzelt. Jonah Hill wählt zwischendurch immer wieder interessante Projekte, zeigt dann, wie talentiert er ist und wurde sogar für seine Performance in Moneyball und The Wolf of Wall Street für den Academy Award nominiert.

Der reale David Packouz ist hier in einer Szene relativ am Anfang zu sehen. Er singt vor Senioren in einem Altersheim.

Seit einiger Zeit beobachte ich einen Kinotrend in den U.S.A. Seit Monaten werden sowohl Kinocenter als auch Programmkinos nach und nach umgerüstet. In mittlerweile gefühlt jedem zweiten amerikanischen Kino kann man sich in bequemen, weit nach hinten verstellbaren Sesseln lümmeln. Teilweise kann man die Sessel sogar in die Liegeposition stellen. Ganz ehrlich, wenn ich mich in einen breiten, ausfahrbaren Sessel setzen oder legen will, dann gehe ich ins Möbelhaus. Ins Kino gehe ich, um mir einen Film anzuschauen und nicht, um mich neben Fremde hinzulegen. Durch diese Liege-Sessel stehen natürlich auch viel weniger Sitze in den Kinosälen zur Verfügung. Seltsamer Trend und was mich am meisten nervt, die Zeiten des free seating  neigen sich langsam dem Ende. In den umgerüsteten Kinos muss man sich nämlich bereits an der Kasse für einen Sitzplatz entscheiden. In Deutschland ist das ja gang und gäbe, in den U.S.A. habe ich es immer genossen, mich weit weg von allen nervigen Zuschauern zu setzen.

In Denver war ich jetzt in einem Kino mit einer angeschlossenen Bar. Wenn man dem Barkeeper den Ausweis vorgelegt hat (bekanntermassen reicht der Gesichtscheck in den U.S.A. nicht aus) und der Barkeeper erkennt, dass man über 21 Jahre alt ist, bekommt man ein Bändchen um das Handgelenkt, kann seine alkoholischen Getränke mit ins Kino nehmen und sogar bis zu max. 3 Getränke pro Person konsumieren.

 

 

Trailer zu sehen:

 

 

 
vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Bleed for This„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Biopic über den Boxer Vinny Paz mit Miles Teller und einem Aaron Eckhart, den ich nie erkannt hätte
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Why Him?„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Komödie mit James Franco und Bryan Cranston
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „The Accountant„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Actionthriller mit Ben Affleck, J.K. Simmons, John Lithgow, etc.
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Magnificent Seven„
Bewertung des Trailers: B+ (neuer und besserer Trailer)
Kommentar: Mittlerweile habe ich etwas mehr Vertrauen in den Film, schließlich eröffnet er auch das Filmfestival in Toronto dieses Jahr
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Kevin Hart: What Now?„
Bewertung des Trailers: C (neuer Trailer)
Kommentar: Stand-Up-Comedy-Film mit Kevin Hart
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Doctor Strange„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Ich bin ja von Marvel-Superhelden-Kram gelangweilt, aber der sieht in meiner Welt irgendwie cool aus. Außerdem spielen Benedict Cumberbatch, Tilda Swinton, Michael Stuhlbarg, Mads Mikkelsen, etc. mit.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Sully„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Clint Eastwoods neuer Film mit Tom Hanks als Hudson-River-Held Chesley Sullenberger. Bei dem Trailer bekomme ich schon Gänsehaut
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

amerikanisches Kinoplakat von "War Dogs"
amerikanisches Kinoplakat von „War Dogs“

Boston – Film: „Hail, Caesar!“

Ich war am 13.2.16 in Boston und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

 

„Hail, Caesar!“ (dt. Kinostart: 18.2.16) 106 min comedy, drama
dir. Joel Coen, Ethan Coen cast: Josh Brolin, George Clooney, Alden Ehrenreich, Ralph Fiennes, Jonah Hill, Scarlett Johansson, Frances McDormand, Tilda Swinton, Channing Tatum, Alison Pill, Fred Melamed, David Krumholtz voice: Michael Gambon

 

 

Hollywood im Jahr 1951. Eddie Mannix (Josh Brolin) ist der Problemlöser eines großen Filmstudios. Er hat alle Hände voll zutun und dann wird auch noch der große Filmstar Baird Whitlock (George Clooney) entführt.

 

 

B- (Wertung von A bis F) „Hail, Caesar!“ ist der 17. Spielfilm der Coen Brüder („Fargo“, „The Big Lebowski“, „The Man Who Wasn´t There“, No Country for Old Men, A Serious Man, Inside Llewyn Davis).

„Hail, Caesar!“ ist etwas konfus, definitiv nicht leicht zu etikettieren. Auch wenn man einiges aus früheren Werken der Coens wiederfindet, ist dieser Film so eigen. Es ist ein Film über den Prozess des Filmemachens und über das Hollywood Studiosystem der 1950er Jahre. Die Anspielungen auf Legenden dieser Zeit (Clark Gable, Esther Williams, Hedda Hopper, Gene Kelly) erfolgen natürlich bewusst, die Filmsets sind äußerst eindrucksvoll. Mir bleiben einige Szenen, die skurrilen Charaktere, die teils absurden Dialoge und die famosen Bilder in Erinnerung, der Film hat aber einige Längen und verblasst recht schnell.

Josh Brolins Charakter Eddie Mannix (basierend auf der realen Person Eddie Mannix) führt wie ein roter Faden durch den Film. Er ist der Fixer eines Hollywoodstudios und als Zuschauer begleiten wir ihn einen Tag lang und sehen, mit welchen Problemen, Zweifeln und existenziellen Fragen er sich beschäftigt.

Einige Filme (Stoker, Blue Jasmine), in denen Alden Ehrenreich mitgewirkt hat, habe ich gesehen, aufgefallen war er mir bislang jedoch noch nicht. Das ändert sich mit „Hail, Caesar!“.  Alden Ehrenreich zeichnet hier eine ungewöhnlich starke Präsenz aus. Es gehört auch einiges dazu, einen schlechten Schauspieler zu portraitieren. Auch wenn ich mir derzeit noch nicht vorstellen kann, den amerikanischen Schauspieler in einer ganz anderen Rolle zu sehen, denke ich, dass er seinen Weg gehen wird und ich schon bald erneut begeistert von ihm berichten werde. Die Szenen mit ihm und dem britischen Regisseur (ein erneut grandioser Ralph Fiennes) zählen zu meinen Lieblingsszenen in „Hail, Caesar!“.

Channing Tatum zeigte bereits in Filmen wie Foxcatcher, dass er durchaus ein schauspielerisches Talent besitzt. Er braucht einfach nur geeignete Rollen und die Coens haben ihm diese hier gegeben. In der gefühlte Ewigkeiten andauernden homoerotischen Tanzszene ist er so glaubwürdig wie selten zuvor.

 
Wie alle anderen Filme der Coens sieht auch „Hail, Caesar!“ fantastisch aus. Nicht zuletzt ist dies auch auf Kamerakünstler Roger Deakins zurückzuführen.

Seit dem Jahr 1990 und dem Film „Miller´s Crossing“ arbeiten die berühmten Filmemacher mit dem, dieses Jahr bereits das 13. Mal für den Oscar nominierten Kameramann Roger Deakins zusammen. Vor einigen Jahren war Roger Deakins mit den Dreharbeiten zu Sam Mendes Skyfall beschäftigt und so mussten und die Coens erstmalig bei dem Spielfilm „Burn After Reading“ gezwungenermassen auf einen anderen DP zurückgreifen. Ihre Wahl fiel auf den mittlerweile zweimaligen dreimaligen (gut, ist zwar noch knapp 2 Wochen hin, aber der Academy Award ist ihm mittlerweile sicher) mit dem Oscar ausgezeichneten Emmanuel Lubezki, genannt Chivo (GravityBirdman und The Revenant). Die Coens schätzten seine Arbeit seit längerer Zeit. Chivo konnte sich gleich am ersten Drehtag von dem speziellen Humor der Regie-Brüder persönlich überzeugen, die trugen nämlich ein T-Shirt mit der Aufschrift „What would Roger do?

„Hail Caesar!“ wurde am 5. 2. 16 in den amerikanischen Kinos gestartet. Am 11.2.16 wurde er als Eröffnungsfilm der 66. Berlinale gezeigt. Der Film ist ab dem 18.2.16 regulär in den deutschen Kinos zu sehen.

Trailer zu sehen:

ein zweiter Trailer (und ein Teil meiner Lieblingsszene) zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Hello, My Name is Doris„
Bewertung des Trailers: C+ (neuer Trailer)
Kommentar: Tragikomödie mit Sally Field
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich glaube, Sally Fields Charakter geht mir zu sehr auf die Nerven

Trailer v. Film: „Now You See Me 2„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: wieder mal eine unnötige Fortsetzung (von Now You See Me) und dann noch mit Daniel Radcliffe
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Money Monster„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: neuer Film von Jodie Foster mit George Clooney und Julia Roberts
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Eddie the Eagle„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: britische Sport-Biopic-Komödie mit Taron Egerton (den ich kaum erkannt habe) und leider Hugh Jackman
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Nice Guys„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Shane Blacks neuer Film mit einem ziemlich angedickten Russell Crowe und Ryan Gosling
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Neighbors 2: Sorority Rising„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: noch so eine unnötige Fortsetzung
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „The Boss„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Komödie mit Melissa McCarthy – wie viele solcher Komödien will sie noch drehen?
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

San Francisco – Film: "True Story"

Ich war am 17.04.15 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„True Story“ (dt. Filmtitel: „True Story – Spiel um Macht“, dt. Kinostart: 06.08.15) 104 min drama, thriller, adaptation
dir. Rupert Goold cast: Jonah Hill, James Franco, Felicity Jones, Gretchen Mol

Michael Finkel (Jonah Hill) arbeitet als Journalist für die New York Times. Nachdem herausgekommen ist, dass nicht alles was er in seinem letzten Artikel veröffentlicht hat, der Wahrheit entspricht, wurde er vor die Tür gesetzt. Daraufhin lebt er erst einmal wieder mit seiner Frau Jill (Felicity Jones) in ihrem gemeinsamen Haus in Montana. Eines Tages bekommt er einen Anruf eines Journalisten, er soll zu dem Fall „Christian Longo“ Stellung nehmen. Michael Finkel hört den Namen zum ersten Mal. Es stellt sich heraus, dass Christian Longo (James Franco) kürzlich in Mexico verhaftet wurde und jahrelang unter Michael Finkels Namen gelebt hat. Dieser Mann soll seine Frau und seine drei kleinen Kinder ermordet haben. Michael Finkel kontaktiert Christian Longo im Gefängnis.

C- (Wertung von A bis F) „True Story“ basiert auf dem gleichnamigen Memoiren von Michael Finkel. Der Film ist das Kinofilmdebüt des britischen Theaterregisseurs Rupert Goold.

Der Film ist ganz schön zäh und ermüdend. Vermutlich liegt es aber bereits an der Geschichte, die für einen abendfüllenden Spielfilm vielleicht etwas dürftig ist.

Bei den meisten Filme über die ich hier in diesem Blog schreibe, spielt James Franco mit. – zumindest gefühlt. Der letzte Film, den ich mit ihm gesehen habe ( I Am Michael) liegt noch keine drei Monate zurück. Zwischendurch hatte ich meine Probleme mit ihm, in True Story fand ich ihn aber sehr gut. Jonah Hill hat in der Vergangenheit auch mehrmals bewiesen, dass er in dramatischen Rollen glänzen kann. Hier hat er mir aber nicht so gut gefallen, vielleicht liegt es aber auch an seiner Rolle. Auch er wird zum Zuschauer der James-Franco-Festspiele. Die Einzige, die James Franco hier das Wasser reichen kann, ist – zumindest in einer Szene – Felicity Jones.

„True Story“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2015 gezeigt.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Far Form the Madding Crowd“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Thomas Vinterbergs neuer Film mit Carey Mulligan und Matthias Schoenaerts
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Me & Earl & the Dying Girl“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Drama, das in Sundance groß abgesahnt hat
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Aloha“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Cameron Crowes neuer Film mit Bradley Cooper, Emma Stone, Alec Baldwin, Bill Murray
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Straight Outta Compton“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Biopic über Musiker mit Paul Giamatti
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Ex Machina“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Regiedebüt von Roman- und Drehbuchautor Alex Garland. Sci-Fi-Film mit Domhnall Gleeson und Oscar Isaac. Film läuft bereits im Kinosaal nebenan.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits gesehen

Trailer v. Film: „Mission: Impossible – Rogue Nation“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Schon wieder so ne Fortsetzung, aber überzeugender Trailer
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Chicago – Film: "22 Jump Street"

Ich war am 26.06.14 in Washington und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„22 Jump Street“ (dt. Kinostart: 31.07.14) 112 min comedy, action, sequel, adaptation
dir. Phil Lord, Christopher Miller cast: Jonah Hill, Channing Tatum, Wyatt Russell, Jillian Bell, Ice Cube, Nick Offerman, Dave Franco, Peter Stormare, Queen Latifah

Die beiden Polizisten Schmidt (Jonah Hill) und Jenko (Channing Tatum) müssen erneut mit Captain Dickson (Ice Cube) zusammenarbeiten. Nachdem eine Studentin an einer Überdosis gestorben ist, bekommen die Beiden einen neuen Undercover-Einsatz. Dieses Mal werden sie als Studenten an der örtlichen Uni eingeschleust. Sie sollen herausfinden, wer der Drogendealer und -lieferant der neuen Designerdroge ist.

B- (Wertung von A bis F) „22 Jump Street“ basiert auf der TV-Serie „21 Jump Street“ und ist eine Fortsetzung des gleichnamigen Films.

Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie die amerikanischen Filmkritiker von 21 Jump Street geschwärmt haben. Völlig vergessen habe ich wie ich den Film fand. Aus der Erinnerung heraus dachte ich, dass ich ihn so mittel fand. Tatsächlich habe ich ihn aber mit einem D+ bewertet. Auch dem zweiten Teil waren die amerikanischen Kritiker sehr wohlgesonnen. Warum sollte mir der Fortsetzungsfilm also besser gefallen? Ganz einfach, weil es der bessere Film ist.

„22 Jump Street“ ist eine Action-Komödie, aber noch mehr ist es eine Satire. Durch den Kakao gezogen wird der eigene Vorgängerfilm und – was besonders gelungen ist – die ganzen sogenannten Bromance-Komödien der letzten Zeit.

Channing Tatum gibt hier erneut die athletische Hohlbirne. Wenn er was kann, dann das. Als er dann noch auf seinem Partner im Geiste, Zook, trifft, potenziert sich die Komik, die von seinem Filmcharakter ausgeht. Das Zusammenspiel der Beiden ist klasse. Die daraus resultierenden schwulen Anspielungen und Eifersüchteleien von Jonah Hills Charakter nehmen die ganzen Kumpel-Komödien oder Polizistenpartner-Filme richtig auf den Arm.

Zook (quasi Channing Tatums blonder Zwilling) ist mir durch seine Präsenz aufgefallen. Erst im Nachhinein habe ich in Erfahrung gebracht, dass er von Wyatt Russell (dem Sohn von Goldie Hawn und Kurt Russell) gespielt wird. Erst kürzlich habe ich ihn in Cold in July und We Are What We Are gesehen, so richtig herausgestochen ist er für mich aber erst in dieser Komödie.

Ein anderes Talent das ich in diesem Film für mich entdeckt habe, ist Jillian Bell. Sie spielt Mercedes, die Mitbewohnerin von Jonah Hills neuer Freundin. Die besten Sprüche kommen von ihrem Charakter. Eigentlich fand ich jeden Auftritt von ihr brüllend komisch.

Apropos brüllend komisch. Meine anderen Lieblingsszenen sind alle Aufeinandertreffen von Jonah Hill Charakter und seinem Schwiegervater in spe. Als Krönung davon noch die gesamte Sequenz, in der Channing Tatums Charakter von dieser Verbindung erfährt. Ich habe bei „22 Jump Street“ wesentlich mehr gelacht als bei „21 Jump Street“, aber auch die Fortsetzung ist etwas zu lang.

Die Regisseure von „22 Jump Street“ sind Phil Lord und Christopher Miller. Mit diesem Fortsetzungsfilm und dem ebenfalls gelungenen Animationsfilm The Lego Movie haben die beiden Regisseure bereits zwei sehenswerte Filme dieses Jahr abgeliefert.

Für mich war es eine kurzfristige aber richtige Entscheidung, an diesem Tag „22 Jump Street“ zu gucken. Noch wenige Stunden zuvor, am Vormittag, war ich noch mit meiner Crew auf der grössten amerikanischen Fanmeile. In der logischerweise eindeutigen Unterzahl haben wir ganz konsequent unsere deutsche Fußball-Nationalmannschaft bei dem WM Spiel von Deutschland gegen die U.S.A. unterstützt. Nach dem deutschen Gewinn bin ich dann bestens gelaunt ins Kino – es waren schlichtweg die besten Voraussetzungen für eine Komödie.

Ich empfehle unbedingt, nicht zu schnell aus dem Kino zu rennen, sondern den Abspann abzuwarten. Ich habe lange nicht so einen originellen Abspann gesehen.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Fluffy Movie“
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Stand-up comedy als Film mit einem schwergewichtigen Komiker (Gabriel Iglesias), von dem ich noch nie gehört habe.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Expendables 3“
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Ist mir völlig entgangen oder entfallen, dass es schon einen zweiten Teil dieses Actioners gab.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Dumb and Dumber To“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: 20 Jahre nach dem ersten Film nun die Fortsetzung mit Jeff Daniels und Jim Carrey. Ich fand den ersten Film bestenfalls okay, also weiß ich nicht so recht.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht

Trailer v. Film: „The Interview“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Actionkomödie mit Seth Rogen und James Franco
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Let´s Be Cops“
Bewertung des Trailers: ? (Red Band Trailer)
Kommentar: Actionkomödie mit Jake Johnson, Damon Wayans Jr. und Andy Garcia. Da während dieses Trailers ein Zuschauer über eine Reihe geplumpst ist, war ich zu sehr abgelenkt, um den Trailer zu bewerten.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Sex Tape““
Bewertung des Trailers: B (neuer, dieses Mal Red Band Trailer)
Kommentar: Komödie mit Cameron Diaz, Jason Segal, etc.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bei mind. 80% RT

Boston – Film: "The Lego Movie – 3D"

Ich war am 08.02.14 in Boston und habe mir im Kino angeschaut:

„The Lego Movie – 3D“ (dt. Kinostart: 10.04.14) 101 min animation
dir. Phil Lord, Chris Miller voices: Chris Pratt, Will Ferrell, Elizabeth Banks, Nick Offerman, Liam Neeson, Morgan Freeman, Channing Tatum, Jonah Hill, Will Forte

Emmet Brickowski (Chris Pratt) ist ein Durchschnittstyp. Er lebt in Bricksburg und arbeitet als Bauarbeiter. Sehr unauffällig und angepasst ist er und beachtet alle Regeln. Er hat keine Freunde und setzt jetzt alles daran, beliebter zu werden. Als er nach Feierabend feststellt, dass er auf der Baustelle sein Regelwerk vergessen hat, kehrt er zurück. Dort trifft auf Wyldstyle (Elizabeth Banks) und gerät schon kurz darauf in ein großes Abenteuer.

B (Wertung von A bis F) „The Lego Movie“ basiert auf den Figuren der LEGO Themenserien.

Ich kann mich noch gut daran erinnern, als ich das erste Mal von diesem LEGO-Film erfuhr. Gerade war ich dabei, das Kino zu verlassen, gut gelaunt und voller Elan lief ich die Rolltreppe runter als ich einen riesigen The Lego Movie-Aufsteller erblickte. Die bloße Existenz eines LEGO-Films empfand ich als so absurd und unfassbar (warum weiß ich nicht, wird mir als regelmässiger Kinogänger doch oft weit Schlimmeres zugemutet), dass mich das aus dem seelischen und körperlichen Gleichgewicht gebracht und ich beinahe die gesamte Rolltreppe runtersegelte.

Selbstverständlich wollte ich mir diesen LEGO-Film nicht und nie angucken. Als ich aber dann letztens meinen Kinotag plante, bin ich aus Mangel an Alternativen dann doch bei „The Lego Movie“ hängen geblieben. Bei den amerikanischen Kritikern hat er auch noch eine beinahe einstimmige Zustimmung erhalten (bei dem Bewertungsportal RT ist er mit 96% gelistet) und so war „The Lego Movie“ plötzlich nicht nur der Film, den ich auf einmal unbedingt sehen „muss“, sondern von dem ich auf seltsame Weise auch noch eine recht große Erwartung hatte. So kann es gehen.

„The Lego Movie“ ist ein schneller, actiongeladener, manchmal für die Augen etwas anstrengender (es kann mitunter an dem 3D gelegen haben, dass ich aber überwiegend recht lohnenswert fand), aber kreativer und witziger Animationsfilm. Mir war der Film etwas zu actionreich – wer das mag, wird hier auf seine Kosten kommen. Die ruhigen Momente haben mich mehr angesprochen. Besonders originell fand ich die gezeichneten Instruktionen und Pläne. Die Wellen und das Meer sind auch großartig animiert. Überhaupt ist dieser Animationsfilm technisch genial.

Es ist schon etwas Besonderes, in die einzelne LEGO-Welten einzutauchen (es gibt eine Western-, eine Art Mittelerde-, Weltraum-, Piraten- und diese quietschbunte Mädchenwelt). Viele aus der Popkultur bekannten Figuren tauchen auf, nicht alle fand ich so doll, dafür gab es jedoch ein paar, die ich recht schnell ins Herz geschlossen: President Business (gesprochen von Will Ferrell), Bad Cop/Good Cop (von Liam Neeson gesprochen) und selbstverständlich liebe ich auch hier Batman (Will Arnett verleiht ihm seine Stimme). Regie in diesem auf dem Papier absurd klingenden LEGO-Film führen Phil Lord und Christopher Miller, die bereits den charmanten Cloudy With a Chance of Meatballs auf die große Leinwand brachten.

Vom Humor her dürfte „The Lego Movie“ eher ein Film für Erwachsene sein. In meiner sehr gut besuchten Vorstellung waren es auch beinahe ausschließlich die erwachsenen Kinder, die sich hier lauthals amüsierten.

Das Ende wird hier selbstverständlich nicht gespoilert. Ich bin in den Film reingegangen und wusste nichts von einer Wendung und diese Chance sollte auch jedem anderen Zuschauer gegeben werden. In jedem Fall hat das Ende den Film für mich noch mal aufgewertet. Ich fand zwar, dass „The Lego Movie“ Längen hat, aber das Ende ist für mich ein Grund, mir den Film ein zweites Mal anschauen zu wollen. Auch wenn ich dann Gefahr laufe, diesen nervigen Ohrwurm „Everything is Awesome“ wieder für eine Weile nicht mehr aus meinem Kopf zu bekommen.

Auch wenn sich „The Lego Movie“ dankenswerterweise nicht als reine Verkaufsveranstaltung für die kleinen bunten Steine herausgestellt hat (ich kann mich nicht erinnern, dass nur ein einziges Mal LEGO überhaupt erwähnt wird), kann man aber davon ausgehen, dass dieser Film den Verkauf von LEGOS erheblich ankurbeln wird. Wäre ich ein Kind (im LEGO-Spiel-Alter) hätte ich definitiv meine Eltern nach dem Kinobesuch ins nächste Spielzeugwarengeschäft geschleppt und erst aufgehört zu nölen, wenn ich so viele LEGO-Spiel-Sets bekommen hätte, wie ich alleine aus dem Laden tragen kann.

Für mich ist „The Lego Movie“ der erste sehenswerte Film des Jahres 2014. Bei den hervorragenden Kritiken und dem fantastischen Einspielergebnis kann man schon davon ausgehen, dass dieser Animationsfilm am Ende des Jahres bei den wichtigen Filmpreisverleihungen wieder auftauchen wird.

Eine Fortsetzung von „The Lego Movie“ ist bereits in Arbeit.

Der amerikanische Trailer:

Emmet am frühen Morgen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Boxtrolls“ (nicht in 3D gezeigt)
Bewertung des Trailers: A
Kommentar: Neuer Stop-Motion-Film von den „Coraline“-Machern. Ich liebe diesen Trailer und den Film kann ich auch nur lieben.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Planes: Fire & Rescue“ (in 3D gezeigt)
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Disney-Fortsetzung von Planes, den ich nicht gesehen habe.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „The Amazing Spider-Man 2“ (in 3D gezeigt)
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: Der Trailer ist schon wesentlich besser. Ich habe den ersten Film dieser Neuverfilmung nicht gesehen. Interessiert mich auch eigentlich nicht.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Mr. Peabody & Sherman“ (in 3D gezeigt)
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: 3D-Animationsfilm, ich hasse Zeitmaschinenfilme.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht.

Trailer v. Film: „Island of Lemure: Madagascar“ (in 3D gezeigt)
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: IMAX-Tierdoku über Lemuren, bei der wieder mal Morgan Freeman als Erzähler fungiert. Tolle Bilder.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

D.C. – Film: "The Wolf of Wall Street"

Ich war am 6.1.14 in Washington und habe mir im Kino angeschaut:

„The Wolf of Wall Street“ (dt. Kinostart:16.01.14) 179 min drama, comedy, adaptation, biopic
dir. Martin Scorsese cast: Leonardo DiCaprio, Jonah Hill, Matthew McConaughey, Margot Robbie, Kyle Chandler, Rob Reiner, Jon Favreau, Jean Dujardin, Cristin Milloti, Spike Jonze

Im Jahr 1987 ist Jordan Belfort (Leonardo DiCaprio) 22 Jahre alt und ehrgeizig. Er bewirbt sich in einer Maklerfirma an der Wall Street. Sein Chef, der Broker Mark Hanna (Matthew McConaughey), erklärt ihm, wie man richtig viel Geld am Telefon verdienen kann und führt ihn in die Welt von Drogen und Prostituierten ein. Jordan ist aber zur falschen Zeit am falschen Ort. Der 19.10.1987, der sogenannten Black Monday machte Jordans Wall Street-Träume zunichte. Er ist aber der geborene Verkäufer, hat eine große Überzeugungskraft und Charisma. Einige Zeit später gründet er sein eigenes Maklerunternehmen, Stratton Oakmont. Den jungen ambitionierten Donnie (Jonah Hill) macht er zu seinem Vize und stellt noch ein paar Bekannte ein, deren einziges Ziel es ist, reich zu werden und das Leben in vollen Zügen zu geniessen. Innerhalb kürzester Zeit baut der Anlagebetrüger Jordan Belfort ein Millionenimperium auf. Dass er zu so einem unfassbaren Reichtum nur gekommen ist, weil er seine Kunden geprellt hat – was soll´s. Sie geniessen ihr Leben auf der Überholspur, feiern sich jeden Tag, mit weit mehr Alkohol, Drogen und Prostituierten als sie verkraften…

A- (Wertung von A bis F) „The Wolf of Wall Street“ basiert auf der gleichnamigen Autobiografie von Jordan Belfort. Wenn man sich den Film anschaut, könnte man den Eindruck gewinnen, dass das alles gar nicht wahr sein kann. Ich habe kürzlich ein Interview mit Leonardo DiCaprio gesehen, der stand mit Jordan Belfort in Kontakt. Jordan Belfort hat Leonardo DiCaprio versichert, dass alles noch schlimmer war als im Film dargestellt.

Es gibt wohl im Moment keinen Film, der in den U.S.A. mehr polarisiert als „The Wolf of Wall Street“. Darf man dem widerlichen und gierigen Abschaum der Welt, der ausschließlich auf Kosten Anderer zu viel Geld gekommen, dabei zeigen wie sie ausgelassen ihr Leben geniessen? Ich hatte tatsächlich auch starke Bedenken, gibt es für mich doch heutzutage auch wenig, was mehr meinen Zorn hervorrufen kann als Banken, Banker, Aktienhändler, Ratingagenturen und das ganze skrupellose Pack in der Finanzwelt, dass mit ihren Spekulationen, Betrügereien und unsauberen Machenschaften nicht nur den kleinen Mann in den Ruin treibt, sondern auch ganze Länder und letztlich die Weltwirtschaft.

Bei vielen mitunter großartigen Filmen oder Serien stehen Mafiosi, bestechliche und kriminelle Politiker oder Wirtschaftsbosse, Serienmörder oder Psychopathen im Mittelpunkt. Warum sollte man also keinen Film über einen soziopathischen Anlagebetrüger sehen? Der Film konzentriert sich aber nicht so sehr darauf, wie er zu dem Geld gekommen ist und wen er dabei geschädigt hat, sondern mehr wie er immer geldgieriger wurde und wie er mit seinem krassen Lebenswandel die Millionen verprasst hat. Auch wenn der Film in den 1980er und 1990er Jahren spielt, was die Gier in der Finanzwelt angeht, könnte der Film wohl kaum aktueller sein.

Das Drehbuch hat Terence Winter geschrieben. Der war selbst in den 1980er Jahren an der Wall Street tätig. Terence Winter hat in der Rechtsabteilung bei Merrill Lynch gearbeitet und hat seinerzeit immer davon geträumt, ein Leben zu führen wie einer dieser Jordan Belforts. Vielleicht hat sich das auf die Authentizität des Drehbuchs und damit des Films ausgewirkt.

In meinen Augen verherrlicht Scorsese nicht das hemmungslose Leben von gewissenlosen Aktienhändlern. Anders ausgedrückt, wer am Ende von „The Wolf of Wall Street“ gerne mit Jordan Belfort getauscht hätte bzw. ihn um den Lebenswandel, den er geführt hat, beneidet, hat selbst ein Drogenproblem und/ oder eine ausgeprägte Persönlichkeitsstörung. „The Wolf of Wall Street“ ist eine Satire bzw. noch präziser eine Groteske. Hier sind die Charaktere die Geschichte und das was man auf der Leinwand sieht, könnte man am Besten als organisiertes Chaos bezeichnen.

Ich habe mir überlegt, wem ich „The Wolf of Wall Street“ empfehlen würde. Der Film ist etwas für Cineasten und für Scorsese-Fans, aber dann wird es schon eng. Man sollte Leonardo DiCaprio definitiv mögen, weil er ist praktisch in jeder einzelnen Szene zu sehen ist. Zusätzlich fungiert er auch noch als Erzähler des Films. Leonardo DiCaprio-Fans bekommen hier zweifelsfrei eine Performance von ihm geboten, die sie überraschen wird. Ich beispielsweise habe nicht mal geahnt, dass so viel komisches Talent in ihm steckt. „The Wolf of Wall Street“ ist ein Film, bei dem man beinahe drei Stunden einem – Entschuldigung – drogensüchtigen und sexbesessenen Arschloch zuschaut. Wenn man einen Film erwartet, bei dem der „Bösewicht“ am Ende des Films seine verdiente Strafe erhält, sollte man im Kinoprogramm nach einem anderen Film Ausschau halten. Man sollte auch kein Problem mit vulgärer Sprache haben (irgendeiner hat sich die Mühe gemacht, zu zählen, wie oft das Wort „Fuck“ gesagt wurde, es waren rekordbrechende 506 Mal, ganz zu schweigen von anderen Ausdrücken) oder der Darstellung von exzessiven Konsum von Drogen, Sexparties, etc. Definitiv muss man den Humor mögen und darf das Gezeigte nicht ernst nehmen. Wer fühlt sich also bei „Wolf“ bestens unterhalten? Nach wie vor würde ich es nur für Cineasten und Scorsese-Fans unterschreiben, denn die werden sicherlich ihren Spaß haben und sich an Szenen erfreuen, die sie so noch nie gesehen haben.

Meine Lieblingsszenen sind: der erste Streit mit seiner Ehefrau wegen „Venice“, Jordan Belforts erstes Zusammentreffen mit dem FBI-Ermittler auf der Yacht, und natürlich, wie kann es anders sein, die gesamte Sequenz 90 Minuten nach der Einnahme von Lemmon 714. Da habe ich vor Lachen beinahe einen Gesichtskrampf bekommen. Diese Szene hat sogar in den Academy Screenings großen Szenenapplaus bekommen.

Ich saß mit ungefähr 30 Mitzuschauern in einer mittäglichen Vorstellung. Mit mir zusammen saß noch eine andere Frau weiter vorne im Kinosaal. Die Frau und ich haben während des gesamten Films am meisten und am lautesten gelacht.

Dazu möchte ich gleich dringend empfehlen, den Film a) auf der großen Leinwand zu sehen und b) in der Originalfassung.

Die Schauspieler sind eigentlich alle großartig, allen voran natürlich Leonardo DiCaprio. Nach „Gangs of New York“, „The Aviator“, „The Departed“ und Shutter Island ist „The Wolf of Wall Street“ die fünfte Zusammenarbeit des Schauspielers mit Meisterregisseur Martin Scorsese. Leonardo DiCaprio gibt eine fantastische und beispiellose Performance. In einem normalen Oscar-Jahr würde er hundertprozentig dafür eine Oscar-Nominierung erhalten. Ich hatte aber bereits in meinen vorherigen Beiträgen erwähnt, dass gerade in der Kategorie Bester Schauspieler mindestens zehn starke Darstellungen um die nur fünf Plätze konkurrieren. Wer wird also nicht nominiert: Robert Redford, Bruce Dern, Matthew McConaughey, Chiwetel Ejiofor, Tom Hanks, Joaquin Phoenix, Oscar Isaac, Christian Bale, Forest Whitaker oder Leonardo DiCaprio? Meine Wunschliste wäre: Matthew McConaughey, Chiwetel Ejiofor, Joaquin Phoenix, Leonardo DiCaprio und Christian Bale oder Tom Hanks. Passiert natürlich nicht, aber wünschen kann man ja.

Matthew McConaughey gibt aber auch wieder eine sensationelle Performance. Würde man ihn noch etwas länger im Film sehen, könnte er sehr wahrscheinlich auch mit einer Oscar-Nominierung als bester Nebendarsteller rechnen. Für Matthew McConaughey sind das drei herausragende Performances im Filmjahr 2013 (Mud, Dallas Buyers Club und „The Wolf of Wall Street“). Ich hoffe, dass er durch seine Extremdiät für „Dallas Buyers Club“ nicht magersüchtig geworden ist, gesund sieht er in „The Wolf of Wall Street“ nämlich immer noch nicht aus.

Jonah Hill wurde im Vorfeld schon über den grünen Klee gelobt. Er hat ein paar gute Szenen, aber so richtig kann ich nicht nachvollziehen, warum um seine Performance so ein Gewese gemacht wird.

Besser hat mir da Kyle Chandler und überraschenderweise Jean Dujardin gefallen.

Auch Margot Robbie, die die zweite Ehefrau von Jordan Belfort spielt, finde ich perfekt besetzt und schauspielerisch überzeugend.

Martin Scorsese hat sogar drei Regisseure (und Schauspieler) engagiert: Rob Reiner, Spike Jonze und Jon Favreau. Alle haben mir gut gefallen, besonders aber Rob Reiner als Jordan Belforts Vater.

„The Wolf of Wall Street“ war der letzte Prestige-Film im Filmjahr 2013, der der amerikanischen Presse gezeigt wurden. Dann stand er auch noch bis zum 17.12.13 unter Embargo.

Im Jahr 2012 waren „Les Misérables“, Django Unchained und Zero Dark Thirty die letzten Filme, die der amerikanischen Presse gezeigt wurde. In der letzten Oscar-Saison war es „Zero Dark Thirty“, der Kontroversen auslöste und gegen den negative Kampagnen geführt wurden. Kaum raus, wurde raufgehauen und man konnte praktisch minütlich beobachten, wie die Chancen von „Zero Dark Thirty“ auf den Oscar-Gewinn schwanden. Dieses Jahr ist es wohl „The Wolf of Wall Street“. In einer Woche werden die Oscar-Nominierungen bekannt gegeben, die Academy Mitglieder haben bereits ihre Wahlzettel ausgefüllt und abgeschickt. Ob „The Wolf of Wall Street“ tatsächlich unter den Besten Filmen der Academy landet, ist derzeit noch etwas fraglich.

Bekanntlich hatte Martin Scorsese Probleme bei der Fertigstellung von „The Wolf of Wall Street“. Der First Cut des Films war 4 Stunden und fünf Minuten lang, wurde in test screenings gezeigt und alle waren begeistert. Martin Scorsese und seine Cutterin Thelma Schoonmaker waren sich aber einig, dass ein 4-Stunden-Film schwer zu vermarkten ist. Auch hatten die Beiden überlegt „The Wolf of Wall Street“, wie bei Quentin Tarantinos Film „Kill Bill“, in zwei Teilen ins Kino zu bringen. „Wolf“ ist, so waren sie sich dann aber einig, kein Film, den man in der Mitte teilen kann und bei dem jeder Teil für sich als Film funktioniert. So mussten die beiden Künstler zurück in den Schneideraum und haben, etwas unter Zeitdruck, die Schere anlegen müssen. Ich habe letztens ein Interview mit Leo und Scorsese im amerikanischen Fernsehen gesehen. Die Beteiligten waren sich einig, dass sie jetzt mit dem 3-Stunden-Endprodukt glücklich sind. Auch wenn wohl einige Lieblingsszenen von Scorsese und Schoonmaker der Schere zum Opfer gefallen sind. Ich wäre sehr an der ursprünglichen Fassung von 4-Stunden interessiert, die hoffentlich eines Tages als Bonus Material auf der DVD enthalten ist.

Seit „Raging Bull“ arbeitet die Cutterin Thelma Schoonmaker mit Martin Scorsese zusammen. Mit ein paar wenigen Ausnahmen hat sie alle Scorsese-Filme geschnitten. Ihnen wird eine ähnlich enge berufliche Beziehung nachgesagt wie Alfred Hitchcock mit seiner Cutterin (und Ehefrau) Alma Reville.Thelma Schoonmaker hat bereits drei Oscars gewonnen. („Raging Bull“, „The Aviator“, „The Departed“). Sie gilt als Beste ihrer Branche.

„The Wolf of Wall Street“ ist in meiner Top Ten für Filme aus dem Filmjahr 2013.

„The Wolf of Wall Street“ ist für folgende Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Leonardo DiCaprio), Bester Nebendarsteller (Jonah Hill, Matthew McConaughey) Beste Nebendarstellerin (Margot Robbie, Christin Milloti), Bestes adaptiertes Drehbuch, Beste Kamera, Beste Kostüme, Bester Schnitt, Bester Ton

Die zwei amerikanischen Trailer, die ich im Kino gesehen habe:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Lone Survivor“
Bewertung des Trailers: C+ (neuer Trailer mit Kommentar vom Regisseur)
Kommentar: Militär-Action-Film nach wahren Begebenheiten mit Mark Wahlberg und Eric Bana.
Wie oft schon im Kino gesehen: 6 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Bad Words“
Bewertung des Trailers: B (Redband Trailer)
Kommentar: Komödie von und mit Jason Bateman. Die mussten einen Redband-Trailer zeigen, weil die Sprache doch für manche Ohren ziemlich heftig ist.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Transcendence“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Sci-Fi-Thriller mit Johnny Depp, Rebecca Hall, Paul Bettany, Kate Mara, etc. Der Film ist das Regiedebüt von Christopher Nolans Kameramann Wally Pfister.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Jack Ryan: Shadow Recruit“
Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer)
Kommentar: Action von und mit Kenneth Branagh, auch mit Chris Pine und Kevin Costner und Keira Knightley. Der neue Trailer ist eigentlich kein richtiger Trailer, er zeigt am Anfang eine komplette lange Action-Szene, so dass ich beinahe dachte, im falschen Film zu sitzen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: okay ich gucke ihn wahrscheinlich

Trailer v. Film: „Non-Stop“
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: Actionfilm mit Liam Neeson und Julianne Moore. Filme, die in einem Flugzeug spielen muss ich gucken – früher oder später. Hoffentlich hat dieser Trailer nicht alle Wendungen verraten.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Monuments Men“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: George Clooneys neuer Film, Zweite Weltkriegsfilm mit George Clooney, Matt Damon, Cate Blanchett, Bill Murray, John Goodman, Jean Dujardin. Der Film ist bestimmt nicht doll, sonst hätten sie ihn nicht aus der Oscar-Saison geschoben.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Dawn of the Planet of the Apes“
Bewertung des Teasers: A-
Kommentar: Wow! Die Fortsetzung von Rise of the Planet of the Apes, den ich sehr mochte.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

San Francisco – Film: "This is the End"

Ich war am 25.06.13 in San Francisco und habe mir im Kino angeschaut:

„This is the End“ (dt. Titel: „Das ist das Ende“, dt. Kinostart: 08.08.13) 107 min comedy, adaptation
dir. Seth Rogen, Evan Goldberg cast: Seth Rogen, Jay Baruchel, James Franco, Jonah Hill, Danny McBride, Rihanna, Emma Watson, Michael Cera, Jason Segel, Craig Robinson, Paul Rudd, Christopher Mintz-Plasse

Jay Baruchel kommt nach einem Jahr das erste Mal wieder nach Los Angeles. Selbstverständlich wohnt er bei seinem Kumpel Seth Rogen. Geplant ist ein Wochenende mit Videospielen, kiffen und abhängen. Seth überredet aber Jay, am Abend auf James Francos Einweihungsparty zu gehen. Dort treffen sie auf Michael Cera, Jonah Hill, Jason Segel, Rihanna, Craig Robinson und was weiß ich noch auf wen. Als Seth Rogen und Jay Baruchel kurz Zigaretten kaufen gehen, gibt es ein Erdbeben. Oder war das gar der Weltuntergang? Na lieber mal schnell zurück zu James Francos Haus…

B (Wertung von A bis F) „This is the End“ basiert auf Jason Stones Kurzfilm „Jay and Seth versus the Apocalypse“.

Die Idee, dass sich die Schauspieler irgendwie selbst spielen, sich über sich selbst lustig machen und gegenseitig auf die Schippe nehmen hat natürlich eine gewisse Dynamik. Die meisten Schauspieler, kennen sich aus den Judd Apatow-Projekten (Knocked Up, Superbad, Pineapple Express) und zeigen sich hier selbstironisch (Seth Rogen spielt sowieso immer denselben Typen in seinen Filmen, James Franco hält sich für einen Künstler und ist selbstverliebt, Jonah Hill hält sich seit seiner Oscar-Nominierung für Moneyball für etwas Besseres, etc.). Sie reden über ihre vergangenen Filmprojekte, über sich und andere Schauspieler und das ist sehr unterhaltsam und bietet einiges an Situationskomik. Natürlich ist der Film total übertrieben, kindisch, teilweise krass und hat einen derben Humor, aber das kann man sich bereits denken, wenn man sich die Besetzungsliste anschaut. Vielleicht ist es hauptsächlich ein Film für Teenager-Jungs oder Männer, die sich ihre Teenager-Zeit ab und zu mal zurückwünschen.

Mit einer Ausnahme (Whitney Houston), fand ich „This is the End“ immer besonders klasse, wenn Songs eingespielt werden. Das gilt auch für die Schlussszene. Der Film hätte noch besser sein können, wenn er nicht so lang wäre. Hollywood-Komödien, und das erwähne ich natürlich nicht das erste Mal, sollten eine Laufzeit von 90 Minuten nicht überschreiten. So lahmt leider auch dieser Film irgendwann und fühlt sich zum Ende hin gestreckt an.

So gelangweilt ich in der letzten Zeit von James Franco war, so begeistert war ich hier von ihm. Auch hat mir – wieder einmal – Jonah Hill gut gefallen.

Erwähnen möchte ich noch ein tolles Cameo (zum Ende des Films), das ich selbstverständlich nicht spoilern werde. Ich fand es brüllend komisch, wie er mit den Gerüchten um seine Person umgeht.

Wie viel Geld hat eigentlich Milky Way bzw. Mars Incorporated zu diesem Film gesponsert? Eigentlich mag ich Milky Way gar nicht so gerne, aber während des Films hätte auch ich am liebsten in so einen Riegel gebissen.

Meine dringende Empfehlung ist, dass man „This is the End“ ausschließlich im Original sehen sollte. Der Film kann, meines Erachtens, nur so funktionieren.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Don Jon“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Neuer Film von und mit Joseph Gordon-Levitt. Leider spielt auch Scarlett Johannson mit.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „We´re the Millers“
Bewertung des Trailers: C+ (Redband-Trailer)
Kommentar: Komödie, bei der Jennifer Aniston wieder versucht, sexy auszusehen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The To Do List“
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: RomCom mit Aubrey Plaza. Sie sollte für keine Hauptrolle besetzt werden.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Kick Ass 2“
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Wat für´n Scheiß. Jim Carrey nimmt mittlerweile sogar Abstand von dem Film.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Mortal Instruments: City of Bones“
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Fantasy/Romanverfilmung. Schlimm – wirklich schlimm!
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Heat“
Bewertung des Trailers: B- (neuer Redband-Trailer)
Kommentar: Ich fand diesen Trailer scheinbar besser als die anderen. Trotzdem kein Grund, diese Komödie mit Sandra Bullock und Melissa McCarthy zu sehen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Grown Ups 2“
Bewertung des Trailers: D
Kommentar: Der erste Film war schon schlimm, dieser Trailer zeigt, dass der 2. mindestens genauso schlimm ist.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%