Oscar-Nominierungen 2020 – meine November-Prognose

Zugegebenermassen ist es schon Anfang Dezember, ich bin etwas spät dran.

 

In meiner ersten Prognose für die Oscar-Nominierungen 2020 gab es noch folgende Filme, die bis dahin (also Ende September) noch nicht gezeigt wurden:

The Irishman (dir. Martin Scorsese) 

1917 (dir. Sam Mendes)

Richard Jewell (dir. Clint Eastwood)

Little Women (dir. Greta Gerwig) 

Bombshell (dir. Jay Roach)

Dark Waters (dir. Todd Haynes) 

Queen & Slim (dir. Melina Matsoukas) 

The Good Liar (dir. Bill Condon) 

All diese Film liefen mittlerweile, entweder auf Filmfestivals oder wurden der amerikanischen Presse (bzw. Mitgliedern von SAG/AFTRA, AMPAS, HFPA, etc.) gezeigt. „The Good Liar“ läuft bereits regulär im Kino und aufgrund der durchwachsenen Kritiken können wir ihn aus der Liste streichen. Alle anderen Filme sind tatsächlich noch drin, nicht zwingend für die Kategorie Bester Film, aber für andere wichtige Kategorien. 

Der letzte Film, der in dieser Oscar-Saison am 23.11.19 gezeigt wurde (dabei ich ignoriere ich frecherweise  „Star Wars: The Rise of Skywalker“ und die wahrscheinliche Filmkatastrophe „Cats“), war Sam Mendes´„1917“. Mit diesem Film haben wir nach langer Zeit mal wieder einen Spätstarter, der die Oscar-Saison noch mal richtig aufmischt. „1917“  sichert sich von Jetzt auf Gleich einen Favoritenplatz auf einige Oscar-Gewinne und dabei ist Bester Film nicht unbedingt ausgenommen. Ungewöhnlich spät, ein paar Tage später (26.11.) hat die HFPA mit ihrer Abstimmung für die Golden Globe-Nominierungen schon begonnen. Ich komme etwas später darauf zurück, warum die GG-Nominierungen dieses Jahr wichtig sein könnten. Der Wahlprozess für die Nominierungen innerhalb der Filmindustrie (DGA, WGA, PGA) begann bzw. beginnt am 2.12.19, bzw. 9.12.19 und 12.12.19, die Schauspieler (SAG) nominieren bereits seit dem 14.11.19.

Andere Fakten:

Die Oscar-Verleihung findet im nächsten Jahr bereits am 9.2.20 statt, die Oscar-Nominierungen werden am 13.1.20 bekannt gegeben. 

Die Oscar-Verleihung im nächsten Jahr wird von zwei Frauen, Lynette Howell Taylor und Stephanie Allain produziert. Lynette Howell Taylor hat Filme wie „Half Nelson“, „The Place Beyond the Pines“, „Blue Valentine“ produziert und eine Oscar-Nominierung für den Film „A Star is Born“ erhalten. Die afroamerikanische Produzentin Stephanie Allain produzierte den Film „Hustle & Flow“ als auch die Netflix-Serie „Dear White People“. 

Die erste Screener, die  dieses Jahr verschickt wurden, waren die der Dokumentation „Ask Dr. Ruth“, des Animationsfilms „The Secret Life of Pest 2“ und des Spielfilms „Her Smell“. Das war mit Mitte Oktober- extrem spät. Normalerweise erreichen die ersten Screener die Academy-Mitglieder, Mitglieder der Gewerkschaften der Filmschaffenden und der Presse Ende August/ Anfang September. Seltsam, insbesondere deshalb, weil die Oscar-Saison – mit der Oscar-Verleihung am 9.2.20 – wesentlich kürzer als gewöhnlich ist. 

Bis vor einigen Jahren war der Ausgang der Oscars leicht vorhersehbar. Das hatte u.a. damit zutun, dass die Academy-Mitglieder 

  • überwiegend Amerikaner 
  • weiß
  • männlich und 
  • über 60 Jahre alt waren 

Das hat sich nun in den letzten Jahren gravierend geändert. Die Academy ist im Umbruch, rund 35% der Mitglieder der letzten Jahre sind neu. Bei den Einladungen in den letzten Jahren konnte man viele Nicht-Amerikaner, Nicht-Weiße, Frauen und viele jüngere Filmschaffende verzeichnen. Auswirkungen der neuen Academy sieht man beispielsweise ganz gut in der Kategorie Beste Regie. Für das Filmjahr 2018/ der 91st Academy Awards wurden neben den zwei Amerikanern (Spike Lee und Adam McKay), ein mexikanischer (Alfonso Cuarón), ein griechischer (Yorgos Lanthimos) und ein polnischer (Pawel Pawlikowski) Regisseur nominiert. Bislang gab es noch nie so viele Kandidaten anderer, nicht-englischsprachiger Länder in dieser Kategorie. Es gab ab und zu vereinzelt Regisseure aus anderen Ländern (Taiwan, Brasilien, Norwegen, Österreich, etc.), aber die meisten Oscar-nominierten Regisseure waren bisher Amerikaner oder aus einem anderen englischsprachigem Land (Vereinigtes Königreich, Kanada, Australien, Neuseeland). Das ist jetzt definitiv ein Resultat der multikulturellen Academy und das zeigt sich auch in anderen Kategorien. Was die sogenannte „neue Academy“ am Ende für einen Gewinner-Film wählt, ist jetzt nur noch schwer herauszufinden. Die jeweilige amerikanische Regierung scheint irgendwie auch eine Rolle zu spielen, oder wie kann man sich erklären, dass ein innovativer Film wie „Moonlight“ unter der Obama-Administration und eine massentaugliche Tragikomödie mit einem Happy End („Green Book“) unter Trump gewinnt? Ein weiterer Grund, warum der Gewinnerfilm bei den Oscars schwerer zu bestimmen ist, ist das im Jahr 2009 wieder eingeführte preferental voting system. Damit muss jedes Academy-Mitglied ein Ranking aller nominierten Filme erstellen. Wenn kein Film über 50% aller Erste-Platz-Stimmen erhalten hat, kommt es zu einer oder mehreren Neuauszählung/en und am Ende gewinnt dann der Film, auf den man sich am ehesten einigen kann. 

Im nächsten Jahr (2020) haben wir noch eine zusätzliche Problematik bei den Oscars. Diese Oscar-Saison ist unfassbar kurz. 

Die HFPA wählen seit dem 26.11.19 für ihre Golden Globe-Nominierungen. Auch wenn es mit den Oscars öfter Überschneidungen gab, waren die Golden Globes nie sonderlich relevant. Es ist aber die erste Filmpreisverleihung, die live im Fernsehen übertragen wird. Die rund 90 Auslandsjournalisten vergeben einen Journalisten-Preis, wohingegen bei den Oscars ein Preis von Filmschaffenden für Filmschaffende vergeben wird. Daher träumen die Schauspieler und sonstigen Künstler im Bereich Film auch nicht davon, einen Golden Globe zu gewinnen, sondern den wichtigsten Preis der Filmindustrie: den Oscar. Bei dieser Oscar-Saison könnten die wichtigen amerikanischen Filmkritiker-Preise (und selbst der Preis der Auslandsjournalisten in Hollywood: Golden Globes) wichtiger als je zuvor sein. A.M.P.A.S. wählt vom 2.1.20 bis zum 7.1.20, wer für den Oscar nominiert wird. Mit Ausnahme der meisten Preise der amerikanischer Filmkritiker (und der Globe-Gewinner am 5.1.20) wurde bis zum Tag der finalen Abgabe der Academy-Mitglieder für die Oscar-Nominierungen, kein Filmpreis innerhalb der Filmindustrie verliehen. Die SAG/AFTRA-Nominierungen (die Preise der Schauspieler für Schauspieler) und die Liste der AFI Top Ten-Filme sind bis dahin auch die einzigen, für die Oscars relevanten Nominierungen innerhalb der Filmindustrie, die bekannt sind. Normalerweise sind die Preise der Produzenten (PGA), die der Regisseure (DGA) und die der Autoren (WGA)  für A.M.P.A.S. ein wichtiger Richtungsweiser. Dieses Jahr sind es also ausschließlich die amerikanischen Filmkritiker, die Schauspieler, die AFI Top Ten Liste, die ganzen Oscar-Kampagnen und die Oscar-Experten, die Academy-Mitglieder hinsichtlich ihrer Oscar-Nominierungen beeinflussen. Man muss auch bedenken, dass sich die Academy-Mitglieder die Filme auch erst anschauen müssen. Sie haben keine Zeit, sich über 300 Filme anzugucken. Von den Screenern (und digitalen Formaten) müssen sie auswählen, welche der 10, 20 oder 30 Filme sie innerhalb der kurzen Zeit überhaupt gucken.

Schauen wir uns also mal an, welche Filme und Schauspieler bereits nominiert bzw. ausgezeichnet wurden. 

Publikumspreis des Toronto International Film Festival: Gewinner:Jojo Rabbit (Platz 2: Marriage Story, Platz 3: Parasite)

Gotham Awards: Gewinner: „Marriage Story“ (Bester Film, Bestes Drehbuch, Bester Hauptdarsteller Adam Driver und Publikumspreis) Awkwafina Beste Hauptdarstellerin für „Farewell“

Independent Spirit Awards: Nominierungen: Bester Film: A Hidden Life, Clemency, The Farewell, Marriage Story, Uncut Gems; Bester Hauptdarsteller: Chris Galust (Give Me Liberty), Kelvin Harrison Jr. (Luce), Robert Pattinson (The Lighthouse), Adam Sandler (Uncut Gems), Matthias Schoenaerts (The Mustang); Beste Hauptdarstellerin: Karen Allen (Colewell), Hong Chau (Driveways), Elisabeth Moss (Her Smell), Mary Kay Place (Diane), Alfe Woodward (Clemency), Renee Zellweger (Judy); Bester Nebendarsteller: Willem Dafoe (The Lighthouse), Noah Jupe (Honey Boy), Shia Labeouf (Honey Boy), Jonathan Majors (The Last Black Man in San Francisco), Wendell Pierce (Burning Cane); Beste Nebendarstellerin: Jennifer Lopez (Hustlers), Taylor Russell (Waves), Zhao Shuzhen (The Farewell), Lauren Spencer (Give Me Liberty), Octavia Spencer (Luce) Robert Altman Award Gewinner: Marriage Story (damit konnten die Schauspieler nicht einzeln nominiert werden)

Golden Satellite: Nominierungen: Bester Film (Drama): 1917, Bombshell, Burning Cane, Ford v Ferrari, Joker, The Lighthouse, The Two Popes Bester Film (Comedy or Musical): Hustlers, Knives Out, Once Upon a Time in Hollywood, Rocketman, The Farewell, Uncut Gems; Bester Schauspieler (Drama): Adam Driver (Marriage Story), Antonio Banderas (Pain and Glory), Christian Bale (Ford v Ferrari), George McKay (1917), Joaquin Phoenix (Joker), Mark Ruffalo (Dark Waters);  Beste Schauspielerin (Drama): Charlize Theron (Bombshell), Cynthia Erivo (Harriet), Helen Mirren (The Good Liar), Renee Zellweger (Judy), Scarlett Johansson (Marriage Story); Bester Schauspieler (Comedy or Musical): Adam Sandler (Uncut Gems), Daniel Craig (Knives Out), Eddie Murphy (Dolemite is My Name), Leonardo DiCaprio (Once Upon a Time in Hollywood), Taron Egerton (Rocketman), Taika Waititi (Jojo Rabbit); Beste Schauspielerin (Comedy or Musical): Awkwafina (The Farewell), Ana De Armas (Knives Out), Constance Wu (Hustlers), Julianne Moore (Gloria Bell); Bester Nebendarsteller: Anthony Hopkins (The Two Popes), Brad Pitt (Once Upon a Time in Hollywood), Joe Pesci (The Irishman), Tom Hanks (A Beautiful Day in the Neighborhood), Willem Dafoe (The Lighthouse), Wendell Pierce (Burning Cane); Beste Nebendarstellerin: Jennifer Lopez (Hustlers), Laura Dern (Marriage Story), Margot Robbie (Bombshell), Penelope Cruz (Pain and Glory), Nicole Kidman (Bombshell), Zhao Shuzhen (The Farewell) 

National Board of Review: Gewinner: Bester Film: The Irishman; Bester Regisseur: Quentin Tarantino (Once Upon a Time in Hollywood); Bester Hauptdarsteller: Adam Sandler (Uncut Gems); Beste Hauptdarstellerin: Renee Zellweger (Judy); Bester Nebendarsteller: Brad Pitt (Once Upon a Time in Hollywood); Beste Nebendarstellerin: Kathy Bates (Richard Jewell) NBR Top 10 Filme: 1917, Dolemite is My Name, Ford v Ferrari, Jojo Rabbit, Knives Out, Marriage Story, Once Upon a Time in Hollywood, Richard Jewell, Uncut Gems, Waves 

New York Film Critics Circle Award: Gewinner: Bester Film: The Irishman; Bester Regisseur: Benny and Josh Safdie (Uncut Gems) Bester Hauptdarsteller: Antonio Banderas (Pain & Glory); Beste Hauptdarstellerin: Lupita Nyong´o (Us), Bester Nebendarsteller: Joe Pesci (The Irishman), Beste Nebendarstellerin: Laura Dern (Marriage Story)

AFI Top Ten Films 2019: 1917, The Farewell, The Irishman, Jojo Rabbit, Joker, Knives Out, Little Women, Marriage Story, Once Upon a Time in Hollywood, Richard Jewell, Special Award: Parasite 

 

Welche Gewinner (und späteren Oscar-Gewinner) hatten wir im letzten Jahr zu dieser Zeit:

Publikumspreis des Toronto International Film Festival: Green Book (Platz 2: If Beale Street Could Talk, Platz 3: Roma) 

Gotham Awards Gewinner: The Rider,  Ethan Hawke (First Reformed), Toni Collette (Hereditary) und Publikumspreis: Won´t You Be My Neighbor? 

NBR Gewinner: Green Book, Regisseur Bradley Cooper, Viggo Mortensen (Green Book), Lady Gaga (A Star is Born), Sam Elliot (A Star is Born), Regina King (If Beale Street Could Talk), NBR Top 10 Filme: Green Book, The Ballad of Buster Scruggs, Black Panther, Can You Ever Forgive Me?, Eighth Grade, First Reformed, If Beale Street Could Talk, Mary Poppins Returns, A Quiet Place, Roma, A Star is Born  

New York Film Critics Circle Award Gewinner: Bester Film: Roma; Bester Regisseur: Alfonso Cuarón (Roma); Bester Hauptdarsteller: Ethan Hawke (First Reformed); Beste Hauptdarstellerin: Regina Hall (Support the Girls); Bester Nebendarsteller: Richard E. Grant (Can You Ever Forgive Me?); Beste Nebendarstellerin: Regina King (If Beale Street Could Talk)

AFI Top Ten Films 2018: A Star is Born, Black Panther, Green Book, A Quiet Place, Mary Poppins Returns, BlackKklansman, Eighth Grade, If Beale Street Could Talk, The Favourite, First Reformed; Special Award: Roma (die Schwarzen wurden später für den Oscar nominiert und zusätzlich Bohemian Rhapsody und Vice)

Das Fazit: 

Publikumsliebling auf dem Toronto International Film Festival: Jojo Rabbit 

NBR-Gewinner: The Irishman, Tarantino als Bester Regisseur und Beste Hauptdarstellerin Renee Zellweger (Judy), Bester Nebendarsteller: Brad Pitt (Once Upon a Time in Hollywood), die man als sicher für Oscar-Nominerungen sehen kann. Aber auch tauchen: Adam Sandler (Uncut Gems) und Kathy Bates (Richard Jewell) hier als Gewinner auf. Wie wird sich das auf die Oscar-Nominierungen auswirken?

NYFCC-Gewinner: The Irishman und Laura Dern ist eine Oscar-Nominierung sicher. Antonio Banderas (Pain & Glory) ist wahrscheinlich. Aber auch hier tauchen die Safdie-Bros. (Uncut Gems) als Regie-Gewinner und Joe Pesci (The Irishman) und Lupita Nyong´o (Us) unter den Gewinnern auf. Sie galten alle nicht auf Favoriten auf die Oscar-Nominierung, am ehesten davon Joe Pesci. 

Die AFI Top Ten Filme: Bei 1917, The Irishman, Marriage Story, Once Upon a Time in Hollywood und Parasite kann man sicher davon ausgehen, dass sie für den Oscar nominiert werden, bei Jojo Rabbit kann man davon ausgehen, Joker ist das große Fragezeichen bei den Oscars, Knives Out macht gerade gute Kasse, ein Film, den man eigentlich nicht schlecht finden kann, Richard Jewell (man darf nie Clint Eastwood unterschätzen), Little Women könnte nominiert werden, wenn ein Film einer Frau dabei sein soll oder, selber Grund The Farewell (hoffe ich persönlich nicht). Was wundert, dass Ford v Ferrari nicht nominiert wird und auch nicht Dolomite is My Name (den ich selbst nicht sonderlich schätze, aber der innerhalb der Industrie sehr gut ankommt, wie ich höre) 

Fakt ist, die Filme der bisherigen Gewinner werden sich die Academy-Mitglieder jetzt anschauen mehr wissen wir erst mit den Globe-Nominierungen. Die werden am 9.12.19 verkündet.

Von den Filmen, die in irgendeiner Kategorie für eine Oscar-Nominierung im Gespräch sind oder waren, habe ich folgende Filme gesehen – in der Reihenfolge, in der ich sie tatsächlich gesehen habe (beim letzten Mal hatte ich „Her Smell“ vergessen)

Her Smell, Grâce à Dieu, Skin, The Souvenir, Apollo 11, Us, Diane, Missing Link, Georgetown, The Mustang, John Wick: Chapter 3 , Booksmart, Extremely Wicked, Shockingly Evil and Vile, Late Night, The Dead Don´t Die, „Gloria Bell“, Spider-Man: Far From Home, Parasite, Midsommar, Toy Story 4, Once Upon a Time…in Hollywood, The Farewell, Pain & Glory, HustlersThe Irishman, Judy, Ad Astra, „Abominable“, Ford v Ferrari, „Where´d You Go, Bernadette?“, Joker, The Lighthouse, Jojo Rabbit, Motherless Brooklyn, Luce, Marriage Story, Honey Boy, The Report, Frozen II, Knives Out, „A Beautiful Day in the Neighborhood“, „Dark Waters“, „Queen & Slim“, „Waves“, „Dolomite is My Name“ Ein Update erfolgt regelmäßig an dieser Stelle

 

Jetzt geht es um die Oscar-Nominierungen. In nicht einmal vier Wochen beginnen die Academy-Mitglieder mit der Wahl ihrer Lieblingsfilme. 

Was sehen also die Academy-Mitglieder als ihren Nummer 1-Film? Wenn ein Film von 200 bis 300  wahlberechtigten Mitgliedern von A.M.P.A.S. (die genaue Zahl ist abhängig von der tatsächlichen Mitgliederanzahl) als bester Film des Jahres gesehen wird, sie ihn auf Platz 1 ihres Stimmzettel setzen, ist der Film automatisch nominiert. Nummer 1-Filme bei den Oscar-Nominierungen sind nachdem, was ich gehört habe, definitiv die Top 4: 

Bester Film:

Parasite 

The Irishman 

1917

Once Upon a Time in Hollywood

ziemlich sicher nominiert wird:

Marriage Story

damit haben wir fünf Filme. Alles weitere ist möglich, aber nicht sicher:

Jojo Rabbit 

Richard Jewell

Joker

Knives Out 

Little Women

The Farewell 

Ford v Ferrari 

Dolomite is My Name

Bombshell

A Beautiful Day in the Neighborhood 

Uncut Gems

The Two Popes 

Waves

Queen & Slim 

Dark Waters 

Rocketman 

 

In den anderen fünf Kategorien, nachdem, was man bisher weiß: 

Beste Regie:

ziemlich sicher nominiert:

Bong Joon-Ho (Parasite)

Martin Scorsese (The Irishman)

Sam Mendes (1917)

Quentin Tarantino (Once Upon a Time in Hollywood)

und dann ein großes Fragezeichen (es könnte so ziemlich jeder sein):

Taika Waititi (Jojo Rabbit) 

Noah Baumbach (Marriage Story)

Greta Gerwig (Little Women) 

Lulu Wang (The Farewell) 

Safdie Bros. (Uncut Gems)

Todd Philips (Joker)

James Mangold (Ford v Ferrari) 

Craig Brewer (Dolemite is My Name) 

Jay Roach (Bombshell) 

Melina Matsoukas (Queen & Slim) 

Todd Haynes (Dark Waters)

Fernando Meirelles (The Two Popes)

Marielle Heller (A Beautiful Day in the Neighborhood)

Trey Edward Shults (Waves)

 

Bester Hauptdarsteller

wird ziemlich sicher nominiert:

Adam Driver (Marriage Story)

danach ist es wahrscheinlich (aber alles andere als sicher) 

Leonardo DiCaprio (Once Upon a Time in Hollywood)

Joaquin Phoenix (Joker)

Anthony Banderas (Pain & Glory) 

und weiter möglich:

Eddie Murphy (Dolomite is My Name) 

Adam Sandler (Uncut Gems)

Paul Walter Hauser (Richard Jewell)

George McKay (1917)

Jonathan Pryce (The Two Popes)

Robert De Niro (The Irishman) 

Christian Bale (Ford v Ferrari)

Daniel Kaluuya (Queen & Slim)

Roman Griffin Davis (Jojo Rabbit) 

Mark Ruffalo (Dark Waters) 

Taron Egerton (Rocketman) 

 

Beste Hauptdarstellerin:

ziemlich sicher nominiert:

Renee Zellweger (Judy) 

und auf der Kippe stehen, aber wahrscheinlich nominiert werden:

Scarlett Johansson (Marriage Story)

Charlize Theron (Bombshell)

danach ist es weit offen, vielleicht:

Lupita Nyong´o (Us) 

Saoirse Ronan (Little Women) 

Ana De Armas (Knives Out) 

Awkwafina (The Farewell) 

Cynthia Erivo (Harriet) 

Jodie Turner-Smith (Queen & Slim) 

 

Bester Nebendarsteller:

wird ziemlich sicher nominiert:

Brad Pitt (Once Upon a Time in Hollywood) 

und danach könnten nominiert werden:

Joe Pesci (The Irishman) 

Willem Dafoe (The Lighthouse)

Al Pacino (The Irishman)

Sam Rockwell (entweder für Richard Jewell oder Jojo Rabbit) 

Tom Hanks (A Beautiful Day in the Neighborhood) 

Tracy Letts (Ford v Ferrari) 

Anthony Hopkins (The Two Popes) 

Shia LaBeouf (Honey Boy)

Noah Jupe (Honey Boy) 

Wesley Snipes (Dolemite is My Name) 

 

Beste Nebendarstellerin:

wird ziemlich sicher nominiert:

Laura Dern (Marriage Story)

und auch hier ist danach alles bisher offen:

Margot Robbie (für Bombshell oder Once Upon a Time in Hollywood)

Taylor Russell (Waves)

Kathy Bates (Richard Jewell)

Jennifer Lopez (Hustlers)

Annette Bening (The Report) 

Zhao Shuzhen (The Farewell)

Thomasin McKenzie (Jojo Rabbit) 

Florence Pugh (Little Women) 

Da´Vine Joy Randolph (Dolemite is My Name) 

Scarlett Johansson (Jojo Rabbit) 

 

Einfach weil es Spass macht, hier meine derzeitigen Oscar-Gewinner (in Klammern dazu im Vergleich meine September-Prognose), persönlich hoffe ich auf Scorsese und The Irishman, aber glaube noch nicht daran, also:

Bester Film:

Parasite (Marriage Story)

Beste Regie:

Bong Joon-ho, Parasite (Noah Baumbauch, Marriage Story) 

Bester Hauptdarsteller:

Joaquin Phoenix, Joker – wenn er nominiert wird (Adam Driver, Marriage Story)

Beste Hauptdarstellerin: 

Renee Zellweger, Judy (Scarlett Johansson, Marriage Story)

Bester Nebendarsteller:

Brad Pitt, Once Upon a Time in Hollywood (Brad Pitt, Once Upon a Time in Hollywood) 

Beste Nebendarstellerin:

Laura Dern, Marriage Story (Laura Dern, Marriage Story) 

 

Trailer meines momentanen Oscar-Gewinner-Films:

San Francisco – Film: „Knives Out“

Ich war am 28.11.19 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Knives Out“ (dt. Filmtitel: „Knives Out – Mord ist Familiensache“, dt. Kinostart: 02.01.20) 131 min comedy, crime, drama 

dir. Rian Johnson  cast: Daniel Craig, Chris Evans, Ana de Armas, Jamie Lee Curtis, Toni Collette, Michael Shannon, Don Johnson, Lakeith Stanfield, Katherine Langford, Christopher Plummer

 

Harlan Thrombey (Christopher Plummer) feiert mit seiner gesamten Familie seinen 85. Geburtstag. Am nächsten Tag wird er mit durchgeschnittener Kehle aufgefunden. Die beiden Polizisten (Lakeith Stanfield und Noah Segan) und der Privatermittler Benoit Blanc (Daniel Craig) beginnen mit den Befragungen der  Hinterbliebenen und finden bald heraus, dass scheinbar jeder ein Motiv hatte, Harlan Thrombey zu töten…

 

B+ (Wertung von A bis F) „Knives Out“ ist der neue Film des amerikanischen Drehbuchautors und Filmemachers Rian Johnson („Brick“, The Brothers Bloom, „Looper“, „Star Wars: The Last Jedi“).  

„Knives Out“ ist eine Hommage an die guten, alten Agatha-Christie-Filme, dabei aber wesentlich smarter. Hier haben wir am Anfang einen Toten, einen erfolgreichen und wohlhabenden Krimi-Autor (gespielt von Christopher Plummer) und viele Verdächtige, so ziemlich jeder Verwandte hätte ein Motiv gehabt, den Patriarchen umzubringen. Auch muss geklärt werden, wer diesen berühmten Privatdetektiv  Benoit Blanc (gespielt von Daniel Craig) engagiert hat. 

Es ist ein Film, der sich besonders auszahlt, wenn man auf Details achtet. Auch wenn die eine oder andere Wendung vielleicht vorhersehbar ist oder auch manchmal etwas absurd erscheint, ist es doch ein Vergnügen, allen Beteiligten dabei zuzuschauen, wie viel Spaß sie mit dem handlungsreichen, in der Originalfassung sprachwitzigen und ausgezeichneten Drehbuch haben. Auf Einzelheiten der Handlung möchte ich nicht eingehen, da ich niemanden den Film spoilern möchte. Nur so viel: Ich liebe alles an dem Charakter Marta, der Krankenpflegerin des Patriarchen. Bislang ist mir Ana de Armas (Blade Runner 2049) noch nicht aufgefallen, hier passt die kubanische Schauspielerin perfekt in die Rolle. Überhaupt ist die Besetzung superb, auch wenn ich etwas Probleme mit Daniel Craigs Charakter hatte –  vielleicht auch, weil mir sein (Südstaaten-) Akzent etwas auf die Nerven ging. 

Am Ende ist die Story auch eine sozialpolitische und moralische und dabei durchaus zeitgeistig. Das Gute siegt, nicht ganz unwichtig in der heutigen Zeit. Die finale Szene ist perfekt und ein runder Abschluss der Geschichte. 

„Knives Out“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Daniel Craig), Beste Hauptdarstellerin (Ana De Armas), Bester Nebendarsteller (Chris Evans, Don Johnson, Lakeith Stanfield), Bestes Originaldrehbuch und einige technische Kategorien

„Knives Out“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2019 gezeigt. Der Film ist am 27.11.19 in 3,391 amerikanischen Kinos gestartet. Der Film soll unter dem Filmtitel „Knives Out – Mord ist Familiensache“ voraussichtlich am 2.1.20 in den deutschen Kinos starten.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Underwater„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Sci-Fi-Thriller mit Kristen Stewart und Vincent Cassel 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Little Women„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Neu-Verfilmung des gleichnamigen Romans und neuer (Oscar-?)Film von Greta Gerwig mit Saoirse Ronan, Emma Watson, Florence Pugh, Laura Dern, Meryl Streep, etc. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Uncut Gems„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Neuer Film der Safdie Bros. mit Adam Sandler. Ich glaube, die Filme der Brüder sind nicht meins.

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „1917„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Sam Mendes neuer Oscar-Film, Erste-Weltkriegsgeschichte

Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „Emma.„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Neu-Verfilmung des Jane Austen Romans mit Anya Taylor-Joy und Bill Nighy 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „Richard Jewell„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Clint Eastwoods neuer (Oscar- ?)Film. Biopic mit Paul Walter Hauser, Sam Rockwell, Kathy Bates, Jon Hamm, Olivia Wilde

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Like a Boss„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Komödie, da Tiffany Haddish mitspielt, kann ich sie mir nicht anschauen 

Wie oft schon im Kino gesehen:  2 x 

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Antebellum„

Bewertung des Teasers: A-

Kommentar: Horrorfilm

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „Bombshell„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Jay Roachs neuer (Oscar-?)Film mit Charlize Theron, Nicole Kidman, Margot Robbie, etc. 

Wie oft schon im Kino gesehen:  0 x 

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

San Francisco – Film: „Frozen II“

Ich war am 28.11.19 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Frozen II“ (dt. Filmtitel: „Die Eiskönigin 2“, dt. Kinostart: 20.11.19)  104 min  animation, sequel 

dir. Chris Buck, Jennifer Lee  voices: Idina Menzel, Kristen Bell, Jonathan Groff, Josh Gad, Sterling K. Brown, Evan Rachel Wood, Alfred Molina, Martha Plimpton, Jason Ritter, Jeremy Sisto, Rachel Matthews, Ciarán Hinds 

 

Königin Elsa von Arendelle (Idina Menzel) hört immer wieder eine mysteriöse Stimme, die außer ihr niemand wahrnimmt. Eines Tages folgt sie, zusammen mit ihrer Schwester Anna (Kristen Bell), Kristoff (Jonathan Groff), Rentier Sven und natürlich Olaf (Josh Gad) dem Ruf. Es führt das Gespann in die verwunschenen Wälder und in die Vergangenheit… 

 

B (Wertung von A bis F) „Frozen II“ ist die Fortsetzung des erfolgreichen Films Frozen aus dem Jahr 2013. Regie führen, wie bereits bei dem Originalfilm, die beiden amerikanischen Filmemacher Chris Buck und Jennifer Lee.

Die Fortsetzung ist etwas düsterer als der Originalfilm, wobei ich die Story (und dankenswerterweise auch die Songs) nach Verlassen des Kinos schon wieder vergessen habe. Für die Dauer des Kinobesuchs mochte ich aber das Abenteuer, auch wenn einige Längen zwischendurch spürbar waren. Nicht übrigens für die vielen kleinen Mädchen in ihren glitzernden Prinzessinnen-Kostümen, von denen ich in einer, bis auf den letzten Platz ausverkauften Vorstellung, umgeben war. Die Kinder waren augenscheinlich von allem, was auf der Leinwand geschah, begeistert. Meine Begeisterung galt Olafs Zusammenfassung der gesamten Geschichte, Sven und allen anderen Rentieren und vor allen Dingen der hervorragenden Animation.

„Frozen II“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Animationsfilm, Bester Originalsong („Into the Unknown“)

„Frozen II“ wurde am 22.11.19 in 4,440 amerikanischen Kinos gestartet. In Deutschland läuft der Film unter dem Titel „Die Eiskönigin 2“ bereits seit dem 20.11.19 im Kino.

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer: 

Trailer v. Film: „Cats„

Bewertung des Trailers: D-

Kommentar:  Unglaublich, der Trailer ist wirklich so schlecht, wie alle sagen

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0% 


Trailer v. Film: „Spies in Disguise„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Animationsfilm

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht


Trailer v. Film: „Little Women„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Neu-Verfilmung des gleichnamigen Romans und neuer Film von Greta Gerwig mit Saoirse Ronan, Emma Watson, Florence Pugh, Laura Dern, Meryl Streep, etc. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „Playmobil: The Movie„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Animationsfilm 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Sonic the Hedgehog„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Live-action Film mit Jim Carrey, sieht ganz lustig aus

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Scoob!„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Animationsfilm

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Star Wars: The Rise of Skywalker„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: neunter Part der Saga – gähn

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Soul„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: neuer Pixar-Film – Wow

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Onward„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Tja, irgendwie kann ich damit gar nichts anfangen, aber es ist ein neuer Pixar und die wissen eigentlich was sie tun. Update: Ich mag die Figuren nicht

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 

San Francisco – Film: „The Report“

Ich war am 21.11.19 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Report“ (dt. Kinostart war der 7.11.19)   119 min  drama, thriller, biopic 

dir. Scott Z. Burns   cast: Adam Driver, Annette Bening, Jon Hamm, Ted Levine, Michael C. Hall, Tim Blake Nelson, Corey Stoll, Maura Tierney, Matthew Rhys

 

Daniel Jones (Adam Driver) arbeitet für den US-amerikanischen Senat. Nachdem herausgekommen ist, dass die CIA scheinbar Vernehmungsvideos zerstört hat, beauftragt die kalifornischen Senatorin Dianne Feinstein (Annette Bening) den ambitionierten Daniel Jones die Methoden zu untersuchen, mit denen die CIA nach den Anschlägen vom 11.September 2001 Terrorverdächtige befragt hat… 

 

C+ (Wertung von A bis F) „The Report“ basiert auf tatsächlichen Begebenheiten und auf dem echten, über 6000 Seiten langen, sogenannten „Folter-Report“. Es ist der Untersuchungsbericht des Geheimdienstausschusses des US-Senats, der Foltermethoden des amerikanische Auslandsgeheimdienst CIA nach 9/11 aufdeckte. „The Report“ ist das Kinofilmdebüt des amerikanischen Drehbuchautors („The Bourne Ultimatum“, The Informant! , Contagion, Side Effects, „The Laundromat“), Filmproduzenten („An Inconvenient Truth“) und Filmemacher Scott Z. Burns. 

Ich habe eigentlich nie daran gezweifelt, dass die CIA (wie wahrscheinlich auch die meisten Geheimdienste anderer Staaten) „erweiterte Verhörmethoden“ anwendet. Menschenverachtend und schlimm, keine Frage, aber überrascht hat mich das nicht. So hat mich damals eigentlich nur schockiert, dass sich die CIA dabei erwischen lassen hat. Wie dilettantisch und beknackt sind die bei der Agency eigentlich?

Jetzt bekommen wir mit „The Report“ einen Film, bei dem wir den ehrenwerten Daniel Jones dabei zuschauen, wie er sechs Jahre akribisch Informationen über die Folterungen der CIA sammelt und dokumentiert. Ziemlich öde. Etwas interessanter wird es (aber da waren dann, glaube ich, schon anderthalb Stunden vergangen), wenn man erfährt, dass nicht nur die CIA, sondern auch die jeweils amtierende Regierung (sowohl die republikanische als auch die demokratische Administration) alles versuchen, damit der Bericht nicht an die Öffentlichkeit gelangt. Der Film basiert auf erschreckende  Fakten, aber ich halte die Geschichte dennoch nicht unbedingt für verfilmenswert. Oder er hätte anders, sprich spannender, inszeniert und noch während der Obama-Administration herausgebracht werden müssen. Jetzt dreht sich in der Berichterstattung des amerikanischen Nachrichtenfernsehens quasi rund um die Uhr alles darum, ob der jetzige Präsident (Donald Trump) seines Amtes enthoben werden könnte. Andere Zeiten erfordern andere Filme. 

Schauspielerisch durchaus überzeugend waren aber Adam Driver und besonders Annette Bening. 

„The Report“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Adam Driver), Beste Nebendarstellerin (Annette Bening), Bestes Originaldrehbuch

„The Report“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival gezeigt. Der Film ist am 15.11.19 einigen ausgewählten amerikanischen Kinos gestartet. In Deutschland läuft der Film seit dem 7.11.19 im Kino. Der Amazon-Film soll dann ab dem 29.11.19 auf dem Streaming-Portal zu sehen sein.

Trailer zu sehen: 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „White Snake„

Bewertung des Trailers: C (Originalfassung mit englischen Untertiteln) 

Kommentar: chinesischer Animationsfilm

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Litte Joe„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: britisch-österreichisches Drama mit Emily Beecham und Ben Whishaw 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Light From Light„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: amerikanisches Drama 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „Atlantics„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: senegalesisches Drama „Atlantique“, dass in Cannes den Großen Preis der Jury gewonnen hat. Netflix-Film

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht  

San Francisco – Film: „Honey Boy“

Ich war am 20.11.19 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Honey Boy“  95 min  drama, biopic  

dir. Alma Har´el  cast: Noah Jupe, Lucas Hedges, Shia LaBeouf, Natasha Lyonne, Martin Starr, FKA Twigs, Laura San Giacomo, Maika Monroe Clifton Collins Jr. 

 

Im Jahr 1995 in Los Angeles. Otis (Noah Jupe) ist 12 Jahre alt und arbeitet schon längere Zeit als Schauspieler. Nach der Trennung seiner Eltern lebt er mit seinem exzentrischen Vater (Shia LaBeouf) zusammen. Die beiden wohnen in einem heruntergekommenen Wohnkomplex. Otis bestreitet den Lebensunterhalt der beiden und auch sonst zeigt sein alkohol- und drogenabhängiger Vater wenig Verantwortungsbewusstsein…

 

A- (Wertung von A bis F) Während seines Aufenthalts in der Entzugsklinik hat der Schauspieler Shia LaBeouf das autobiografische Drehbuch zu „Honey Boy“ geschrieben. Wie der Schauspieler bekannt gab, haben sich die Ereignisse in dem Film tatsächlich auch so in seinem Leben zugetragen. Shia LaBeouf litt durch seine Kindheit und seine komplizierte Beziehung zu seinem Vater an einer posttraumatischen Belastungsstörung und hat dieses Projekt dazu genutzt, sie zu verarbeiten. Er hat diesen Film auch produziert und spielt eine Version seines eigenen Vaters. Die Namen im Film wurden alle geändert. Es ist das Spielfilmdebüt der israelisch-amerikanischen Werbe- und Musikvideo-Regisseurin und Dokumentarfilmerin („Bombay Beach“, „LoveTrue“) Alma Har´el. 

Shia LaBeouf ist mir das erste Mal in dem Film Disturbia aufgefallen, das war im Jahr 2007. Da war er 21 Jahre alt und galt als der neue Shooting Star. Tatsächlich hat er da aber bereits seit zehn Jahren in der Entertainment-Branche gearbeitet. Kurz nach seinem Durchbruch mit „Disturbia“ spielte er in Michael Bays „Transformer“-Filmen und wurde von Steven Spielberg in „Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull“ besetzt. So ein Blog ist schon nützlich, so konnte ich in meinen eigenen Beiträgen (A Guide to Recognizing Your Saints, New York, I Love You, Wall Street; Money Never Sleeps, Lawless, Fury) noch mal nachlesen, wie ich in  der jeweiligen Zeit und den entsprechenden Filmen über Shia LaBeoufs Schauspielleistungen gedacht habe. Um es kurz zusammenzufassen, ich habe ein leicht angespanntes Verhältnis zu dem Schauspieler. Unabhängig von seinem Talent oder Nichttalent als Schauspieler irritierte er mich immer wieder durch sein ungehöriges Benehmen und seine skurrilen öffentlichen Auftritte. Bis ich den ersten Trailer von „Honey Boy“ gesehen habe, wollte ich mir den Film gar nicht anschauen. 

Mit dem ersten Trailer war klar, dass ich den Film sehen muss. Bevor ich ins Kino ging, habe ich mir auch noch das längere, sehr offene „The Hollywood Reporter“-Interview mit dem 33-jährigen angehört und habe seinen Erzählungen über seine schwierige Kindheit, seinen beruflichen Werdegang, seine Probleme und auch seine Beziehung zu seinen Eltern und anderen Weggefährten interessiert gelauscht. Danach stand ich Shia etwas positiver gegenüber und konnte mich entspannt auf „Honey Boy“ einlassen.  

Es hat sich gelohnt, Alma Har´els „Honey Boy“ ist ein wunderbarer Film, der mich sehr berührte. Am Ende konnte ich sogar nachvollziehen, warum Shia vom Weg abgekommen ist und selbst zu Alkohol und Drogen griff. Der Film ist auch keine Abrechnung mit seinem Vater, er zeigt auch gute Seiten an ihm und letztlich hat der Film auch eine versöhnliche Note. Ich glaube, dass Shia Labeouf jetzt wieder auf dem richtigen Weg ist. 

„Honey Boy“ ist ein Film über Abhängigkeiten, die von Alkohol und Drogen, aber vielmehr die finanzielle und emotionale. Es ist ein schonungslos ehrliches Porträt über Shias Kindheit mit seinem Vater und einen Teil seines Erwachsenenlebens. Durch seine Rolle in einer Disney-Serie hat er als Kind bereits finanziell für seine Familie gesorgt. Seit der Trennung seiner Eltern lebte er mit seinem Vater, einem Kriegsveteranen und Alkoholiker zusammen. Das 12-jährige Kind ist oft einsam und wünscht sich einfach nur eine normale Kindheit und Zeit, mit seinem Papa zu verbringen. Herzzerreissend, das mündet dann auch in einer Szene, die mir beinahe das Herz brach.

Ich habe schon viele hervorragende Filme über Kinder aus dysfunktionalen Familien gesehen.„Honey Boy“ ist besonders, weil er auf einer autobiografischen Vorlage basiert und einem zeigt, was ein Leben als Kinderstar mit sich bringen kann. Viele Kinderstars (Macaulay Culkin, Drew Barrymore, Lindsay Lohan, Britney Spears, usw.) kamen mit dem frühem Ruhm nicht klar, griffen zu Alkohol und Drogen, eigentlich können einen diese Kinder nur leid tun.

Apropos Kinderstar: Der englische Jungschauspieler Noah Jupe (The Night Manager, A Quiet Place, Ford v Ferrari) ist mir das erste Mal in Suburbicon aufgefallen. Spätestens mit „Honey Boy“ sieht man, dass er mal ein ganz Großer wird. Er hat einfach das gewisse Etwas, vergleichbar mit Leonardo DiCaprio in jungen Jahren. Lucas Hedges (Manchester by the Sea, Three Billboards Outside Ebbing, Missouri) hat auch bereits früh als Schauspieler gearbeitet. Beide jungen Schauspieler scheinen aber aus einem verantwortungsvollen Elternhaus zu stammen und wirken sehr geerdet. In „Honey Boy“ geben beide eine überragende Performance. Schauspielerisch hat mich hier auch Shia Labeouf selbst begeistern können. Mit Ausnahme von ein paar wenigen Szenen konnte ich vergessen, dass Shia hier selbst seinen Vater spielt.

Alma Har´els Film beginnt mit einer brillanten Eröffnungssequenz und hat mir im Ganzen so gut gefallen, dass er sogar am Ende des Jahres in meiner Top Ten für Filme aus dem Jahr 2019 landen könnte. Das Einzige, was mich störte, war, dass der 12-jährige Otis (gespielt von Noah Jupe) zehn Jahre später niemals wie Lucas Hedges aussehen würde. 

Zum Abspann sieht man Originalfotos von Shia LaBeouf und seinem Vater. Bevor Shia das Drehbuch zu dem Film schrieb, hatte er bereits seit sieben Jahren keinen Kontakt zu seinem Vater. Falls man sich fragt, wie Papa Labeouf den Film findet, er hat Folgendes getwittert: „Watched this final cut many times. Laughed, cried, accepted. Thank You Alma You did a great job. Wonderful Film, exposes so much ❤️“

„Honey Boy“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Noah Jupe), Bester Nebendarsteller (Shia LaBeouf, Lucas Hedges), Bestes Originaldrehbuch und einige technische Kategorien

„Honey Boy“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2019 gezeigt. Der Film der Amazon Studios wurde am 8.11.19 in ein paar ausgewählten amerikanischen Kinos gestartet. Der Film soll eine reguläre Kinoauswertung bekommen, im Moment ist noch nicht bekannt, ob „Honey Boy“ auch im deutschem Kino zu sehen sein wird und ab wann der Film dann auf dem Streamingportal Amazon zur Verfügung steht.

Trailer zu sehen: 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Rhythm Section„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Reed Moranos neuer Film, Actionthriller mit Blake Lively und Jude Law, startet im Januar, schwieriges Startdatum…

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Antlers„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Scott Coopers neuer Film, dieses Mal Horrorfilm mit Jesse Plemons. Der Trailer ist toll

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Knives Out„

Bewertung des Trailers: A- 

Kommentar: Rian Johnsons neuer Film: Willkommen zurück in der Indie-Welt. Mit Daniel Craig, Jamie Lee Curtis, Don Johnson, Toni Collette, Lakeith Stanfield, Christopher Plummer und Michael Shannon

Wie oft schon im Kino gesehen: 5 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Dark Waters„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Todd Haynes neuer Film. Mark Ruffalo macht einen sehr guten Eindruck. Für mich bedeutet das, dass ich mir wohl mal wieder einen Film mit Anne Hathaway anschauen muss.

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „Queen & Slim„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Drama/Thriller mit Daniel Kaluuya 

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „Fantasy Island“

Bewertung des Trailers: D

Kommentar: Horrorfilm mit Michael Pena, der Trailer verrät doch scheinbar wieder den ganzen Film  

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht 


Trailer v. Film: „Birds of Prey„

Bewertung des Trailers: D-

Kommentar: Ernsthaft? Superhelden-Film mit Margot Robbie, Mary Elizabeth Winstead, Ewan McGregor 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

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Trailer v. Film: „Burden„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Drama, das in Sundance 2018 gezeigt wurde, dort den Publikumspreis gewonnen hat. 2 Jahre später kommt er ins Kino. Mit Garrett Hedlund, Forest Whitaker, Tom Wilkinson  

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%  

San Francisco – Film: „Marriage Story“

Ich war am 20.11.19 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Marriage Story“ (in D. seit dem 21.11.19 im Kino, ab dem 6.12.19 dann auf Netflix zu sehen)  136 min  drama, comedy

dir. Noah Baumbach cast: Adam Driver, Scarlett Johansson, Laura Dern, Alan Alda, Ray Liotta, Merritt Wever, Mickey Summer, Azhy Robertson, Julie Hagerty, Martha Kelly 

 

Der New Yorker Theaterregisseur Charlie (Adam Driver) und seine Ehefrau, die Schauspielerin Nicole (Scarlett Johansson), haben beschlossen, sich zu trennen. Nicole hat kürzlich eine Rolle in einem Pilotfilm für eine TV-Serie angenommen und will mit dem gemeinsamen achtjährigen Sohn Henry (Azhy Robertson) zurück zu ihrer Mutter (Julie Hagerty) und Schwester (Merrit Wever) nach Los Angeles ziehen… 

 

B (Wertung von A bis F) „Marriage Story“ ist der neue Film des New Yorker Drehbuchautors und Filmemachers Noah Baumbach (Margot at the Wedding, Frances Ha, While We´re Young, De Palma, The Meyerowitz Stories ). Noah Baumbach hat sich für sein Drehbuch von den Scheidungen befreundeter Paare, aber auch von seiner eigenen Scheidung mit der Schauspielerin Jennifer Jason Leigh inspirieren lassen. 

„Marriage Story“ ist ein Film über den schwierigen Prozess einer Scheidung. Charlie und Nicole sind zwei Kreative, die eine sehr enge Bindung haben. Seinetwegen ist sie damals von Los Angeles nach New York gezogen, sie, die Schauspielerin hat ihren Mann, den Theaterregisseur, immer unterstützt und ihre eigene Filmkarriere dabei schleifen lassen. Jetzt ist ihre Beziehung gescheitert, sie will mit dem gemeinsamen Sohn zurück nach Los Angeles ziehen. Der Film ist sicherlich auch eine Aufarbeitung der gemeinsamen Zeit von Nicole und Charlie mehr aber, wie man jetzt mit der Situation umgeht, dass beide ein gemeinsames Kind und einen unterschiedlichen Lebensmittelpunkt (New York und Los Angeles) haben. 

Bei seiner Erzählung verzichtet Noah Baumbach beinahe gänzlich auf Rückblenden. Gleich zu Beginn hören wir, die von dem Therapeuten initiierten Auflistungen, was Nicole und Charlie aneinander schätzen und lieben und entsprechend sind wir als Zuschauer im Bilde, was das für eine große Liebe war. Jetzt haben sie sich aber auseinandergelebt, die Trennung ist beschlossen und eigentlich sollte es eine harmonische werden. Es geht aber um das Sorge- und Besuchsrecht des achtjährigen Sohnes und schon bald stehen Anwälte am Start. Noah Baumbach versucht mit seiner Liebes- und Trennungsgeschichte, keine Partei zu ergreifen. Er erzählt seine Geschichte aus beiden Perspektiven, wobei die Sichtweise von Charlie sicherlich etwas überwiegt. Auch wenn es sich vielleicht ungewöhnlich anhört, ich habe mich dabei erwischt, mehr auf Charlies Seite zu stehen. Er war sicherlich nicht der perfekte Ehemann, im Scheidungsprozess nehme ich ihn aber als liebevollen Vater wahr, der sich bemüht, die Scheidung friedlich über die Bühne zu bringen –   nicht einfach, wenn Anwälte im Spiel sind.

„Marriage Story“ ist ein intensives Drama, das aber auch die Absurdität, die eine Scheidung mit sich bringen kann, darlegt. Sein auf 35mm-Film gedrehtes Drama lebt durch sein exzellentes Drehbuch und seine, durch die Bank authentischen Performances. Ich hätte mir gewünscht, die Geschichte etwas mehr als Film arrangiert zu sehen. Den kargen Regiestil (wenn man überhaupt davon sprechen kann, wenn eine, bzw. mehrere Kameras einfach aufgestellt wurden – so wirkte es auf mich jedenfalls) fand ich etwas dürftig. 

Adam Driver liefert für mich hier drei Oscar-Szenen (Teppichmesser-Sequenz, seine Interpretation des Songs „Being Alive“ und wenn er gegen Ende des Films mit seinem Sohn gemeinsam „etwas“, kein Spoiler an der Stelle, vorliest), aber auch Scarlett Johansson (der diese Kurzhaar-Frisur nicht gerade schmeichelt), Laura Dern, Ray Liotta, Alan Alda (auch wenn mich seine zitternde Hand etwas ablenkte) sind zu Recht für Oscar-Nominierungen im Gespräch. Als Bereicherung für den Film sehe ich aber auch die Schauspieler Julie Hagerty, Merritt Wever und besonders Martha Kelly als Evaluatorin. 

In meiner ersten Prognose zu den Oscar-Nominierungen 2020 hatte ich mich für „Marriage Story“ als Oscar-Gewinner-Film entschieden. Das sehe ich, nachdem ich den Film gesehen habe, etwas anders. Davon abgesehen, gibt es seit gestern (23.11.19) auch mit Sam Mendes´Film „1917“ einen neuen Top-Oscar-Anwärter. „Marriage Story“ wird aber sicher für die meisten Kategorien, für die er im Gespräch ist, nominiert. Gewinnen könnte er meines Erachtens jedoch nur für Beste Nebendarstellerin (Laura Dern), Bestes Originaldrehbuch und vielleicht Bester Hauptdarsteller (Adam Driver).

„Marriage Story“ ist dieses Jahr einer der vier Netflix-Filmen (The Irishman, „The Two Popes“, „Dolomite is my Name“), der immer noch im Rennen für wichtige Oscar-Nominierungen steht. Der Film ist im Gespräch für Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Adam Driver), Beste Hauptdarstellerin (Scarlett Johansson), Bester Nebendarsteller (Alan Alda, Ray Liotta), Beste Nebendarstellerin (Laura Dern), Bestes Originaldrehbuch, Bester Schnitt  

„Marriage Story“ wurde erstmalig auf dem Venice Film Festival 2019 gezeigt. Der Film wurde am 6.11.19 in fünf Kinos in den Vereinigten Staaten gestartet, die darauffolgende Woche war der Film dann in 16 amerikanischen Kinos landesweit zu sehen. Seit dem 21.11.19 ist der Film auch in ausgewählten Kinos in Deutschland zu sehen. Ab dem 6.12.19 ist „Marriage Story“ dann weltweit auf Netflix abrufbar. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Waves„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Trey Edward Shults neuer Film, Oscar-Film, soweit ich gehört habe. Dem Trailer nach ist er dem Oscar-Gewinner-Film „Moonlight“ nicht unähnlich.

Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

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Trailer v. Film: „63 Up„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Dokumentation 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „The Song of Names„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Romanadaption mit Tim Roth und Clive Owen

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Atlantics„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: senegalesisches Drama „Atlantique“, dass in Cannes den Großen Preis der Jury gewonnen hat. Netflix-Film

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht  

 

Das Clay Theatre in Frisco zeigt den Netflix-Film "Marriage Story"
Das Clay Theatre in Frisco zeigt den Netflix- Film „Marriage Story“

VOD – Film: „Luce“

Ich habe mir folgenden Film über iTunes (U.S.) als Leihvideo angeschaut:

 

„Luce“  110 min  drama, thriller, adaptation    

dir. Julius Onah  cast: Kelvin Harrison Jr., Octavia Spencer, Naomi Watts, Tim Roth, Brian Bradley, Norbert Leo Butz, Andrea Bang, Astro  

 

Luce (Kelvin Harrison Jr.) ist 17 Jahre alt und wurde von dem liberalen, weißen Ehepaar, Amy (Naomi Watts) und Peter (Tim Roth) adoptiert. Ursprünglich stammt er aus Eritrea und wurde dort sogar als Kindersoldat eingesetzt. Jetzt lebt Luce seit sieben Jahren in den Vereinigten Staaten, hat sich gut eingelebt, gilt an seiner Highschool als einer der besten und beliebtesten Schüler. Eines Tages zeigt sich seine Geschichtslehrerin, Mrs. Wilson (Octavia Spencer) besorgt und bestellt Luces Mutter ein. Der von Luce geschriebene Aufsatz zeigt eine politisch motivierte Gewaltbereitschaft und dann wurden auch noch illegale Feuerwerkskörper in seinem Spind gefunden…

 

B+ (Wertung von A bis F) „Luce“ basiert auf dem gleichnamigen Bühnenstück von JC Lee. Es ist nach „The Girl is in Trouble“ und The Cloverfield Paradox erst der dritte Film des nigerianisch-amerikanischen Filmemachers Julius Onah. 

„Luce“ ist ein spannendes Drama und dabei sehr nuanciert, genau wie die Performance des Hauptdarstellers Kelvin Harrison Jr. (The Birth of a Nation, „Mudbound“, It Comes at Night). 

Als wir als Zuschauer das erste Mal auf den Schüler Luce treffen, sehen wir ihn als eloquenten Redner. Er scheint sehr smart zu sein, sieht blendend aus, ist charmant und strahlt – ein Sonnenschein. Der Afroamerikaner ist ein Musterschüler an seiner Highschool. Seine (ebenfalls afroamerikanische) Geschichtslehrerin glaubt jedoch, bei Luce eine dunkle Seite entdeckt zu haben. In seinem Aufsatz las sie eine politisch motivierte Gewaltbereitschaft heraus, hat daraufhin sein Spind durchsuchen lassen und illegale Feuerwerkskörper entdeckt. Die besorgte Lehrerin informiert Luces Mutter. Wir erfahren, dass er von einem wohlhabenden, weißen Ehepaar adoptiert wurde, seine ersten zehn Jahre im kriegsgebeutelten Eritrea gelebt und sogar als Kindersoldat eingesetzt wurde. Seine Adoptiveltern sind jahrelang mit ihm zur Therapie gegangen, damit er die traumatischen Erlebnisse verarbeiten konnte. 

„Luce“ ist einer dieser Film, bei dem sich der Zuschauer selbst hinterfragen kann. Lassen wir uns beispielsweise einfacher von attraktiven, charmanten und charismatischen Menschen blenden? Teenager aus gutem Haus haben sicherlich generell bessere Chancen im Leben als Kinder, die aus einfachen Verhältnissen kommen. Durch den elterlichen Sozialstatus geniessen diese Kinder auch meist  ein besseres Ansehen als andere Kinder. Wenn die privilegierten Kinder sich dann noch integrieren, Teil einer Gemeinschaft sind, sich durch gute Leistungen hervorheben und bei Schülern und Lehrern gleichermassen beliebt sind, erfüllen sie genau das, was wir von ihnen erwarten. Luce ist solch ein Kind, ein Sympathieträger, der einen mit seinem Charme um den Finger wickelt. Dann kommt auf einmal diese Lehrerin und kratzt an seinem Image, verdächtigt ihn gar… „Luce“ ist ein Film über Vorteile und Schubladendenken, zunächst geht es aber darum, ob Luce tatsächlich diese dunkle Seite überhaupt hat. Warum sollte er? Was wäre seine Motivation?

„Luce“ ist ein ruhiger Film, bei dem man auf Zwischentöne achten muss. Kein Film, den man nebenbei gucken kann. Ich habe es versucht, es hat nicht funktioniert. Zunächst habe ich mich aber natürlich bemüht, ihn im Kino zu sehen. Wie so oft bei Independent-Produktionen, war der Film  leider sehr schnell wieder aus der amerikanischen Kinolandschaft verschwunden. Bei meiner ersten Sichtung auf Video on Demand war ich zu abgelenkt, habe zu viel nebenbei erledigt, ich fand ihn aber am Ende so interessant, dass ich ihn (innerhalb der Mietdauer von 48 Stunden) nochmal gesehen habe und dann hat er mich für die nächsten paar Tage nicht mehr losgelassen. 

„Luce“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Kelvin Harrison Jr.), Beste Nebendarstellerin (Octavia Spencer, Naomi Watts), Bester Nebendarsteller (Tim Roth), Bestes adaptiertes Drehbuch 

„Luce“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2019 gezeigt. Der Film ist am 2.8.19 in fünf amerikanischen Kinos gestartet. Er lief insgesamt in nicht mehr als 235 Kinos in den Vereinigten Staaten landesweit. 

Trailer zu sehen: