NYC – Film: „Manifesto“

Ich war am 27.04.17 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

 

„Manifesto“ (dt. Kinostart: 23.11.17)  94 min art
dir. Julian Rosefeldt cast: Cate Blanchett

 

 

Cate Blanchett verkörpert in zwölf Episoden dreizehn unterschiedliche Figuren (u.a. Obdachlose, Nachrichtensprecherin, Lehrerin, Fabrikarbeiterin, Choreographin, Punkerin, Wissenschaftlerin, Puppenmacherin, Witwe) und rezitiert Manifeste zur Kunst.

 

 

B+ (Wertung von A bis F) „Manifesto“ ist ein experimentelles Filmprojekt des deutschen Medienkünstlers Julian Rosefeldt. Gedreht wurde im Dezember 2014 in Berlin. Meine Heimatstadt wird namentlich nicht genannt. Diese Stadt ist trostlos und anonym inszeniert. Für das Projekt sind jedoch tolle Locations gewählt.

Ursprünglich war „Manifesto“ eine Ausstellung mit parallelen Video-Installationen auf der u.a. die von Cate Blanchett portraitierter Charakter gezeigt wurden. Ich habe nun die Spielfilmversion dieses mutigen Kunstprojektes gesehen. Performance-Kunst mit der wandlungsfähigsten Schauspielerin unserer Zeit ist selbstverständlich gut bei dem stets für außergewöhnliche Kunst offenen New Yorker Publikum aufgehoben. Auch wenn ein paar meiner Mitzuschauer die Vorstellung vorzeitig verlassen haben, hatte ich den Eindruck, dass „Manifesto“ vorwiegend positiv aufgenommen wurde. Ich, für meinen Teil, könnte Cate Blanchett sowieso stundenlang zuschauen. So fand ich diesen Film, in dem sie in unterschiedliche Persönlichkeiten schlüpft und Monologe über Kunst hält natürlich absolut faszinierend. Ich konnte meine Augen (und Ohren) nicht von ihr lassen.

„Manifesto“ feierte seine Weltpremiere und Erstausstellung im Australian Centre of the Moving Image. Die Filmversion wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2017 gezeigt. Ich habe den Film auf dem Tribeca Film Festival 2017 gesehen. Ab dem 10.05.17 wird der Film im Film Forum in New York zu sehen sein und, weitere Termine für den amerikanischen Markt sind auf der Website des Verleihers zu sehen (http://filmrise.com/manifesto/). Ein deutscher Kinostart ist bislang noch nicht bekannt. Die Ausstellung ist derzeit jedoch noch bis zum 14.05.17 in der Staatsgalerie Stuttgart zu sehen. Update: Ein deutscher Kinostart ist am 23.11.17 geplant.

Trailer zu sehen:

Tribeca Film Festival
Das Tribeca Film Festival wurde nach dem 11. September 2001 von u.a. Robert De Niro ins Leben gerufen. Der New Yorker Robert De Niro besitzt in TriBeCa (Triangle below Canal Street) ein Hotel und Restaurants, auch seine Produktionsfirma ist dort ansässig. Durch das Film Festival wollte er nach den Terroranschlägen seinen Beitrag leisten, Manhattan – insbesondere Lower Manhattan, wieder in ein positives Licht zu rücken und für Investitionen, insbesondere im Filmbereich, werben. Im Jahr 2017 feierte das TFF bereits seinen 16. Jahrestag.

 

New York – Film: „Truth“

Ich war am 10.12.15 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Truth“ (dt. Filmtitel: „Der Moment der Wahrheit“, dt. Kinostart: 02.06.16) 121 min drama, adaptation, biopic
dir. James Vanderbilt cast: Robert Redford, Cate Blanchett, Topher Grace, Elisabeth Moss, Dennis Quaid

 

Im November 2004 finden die U.S. Präsidentschaftswahlen statt. Im Juni erhält die Reporterin und Produzentin der CBS Nachrichten 60 Minutes Wednesday, Mary Mapes (Cate Blanchett), Informationen, dass der amtierende Präsident und Präsidentschaftskandidat der Republikaner, George W. Bush, nur in die U.S. Nationalgarde eingetreten ist, um nicht in den Vietnam-Krieg ziehen zu müssen. Hat sich George W. Bush vor Vietnam gedrückt? Die Glaubwürdigkeit und die Wiederwahl des Noch-Präsidenten stehen infrage. Mary Mapes stellt mit Mike (Topher Grace), Lucy (Elisabeth Moss) und Lt. Colonel Roger Charles (Dennis Quaid) ein Team zusammen, recherchieren und der Moderator Dan Rather (Robert Redfort) geht schließlich mit dieser Exklusiv-Story auf Sendung…

 

 

B- (Wertung von A bis F) „Truth“ basiert auf wahren Begebenheiten. Es ist eine Adaption von Mary Mapes Memoiren „Truth and Duty: The Press, the President and the Privilege of Power.“ „Truth“ ist das Regiedebüt von Drehbuchautor James Vanderbilt (Zodiac).

„Truth“ ist neben Spotlight der andere Journalisten-Film, dem am Anfang der Oscar-Saison 2015/2016 noch Chancen auf eine Oscar-Nominierung als bester Film eingeräumt wurden. Der hervorragende Film „Spotlight“ zeigt auf eindrucksvolle Weise, wie exzellente Journalisten-Arbeit aussieht, „Truth“ ist ein eher mäßiger Film, der sich hauptsächlich mit den Konsequenzen beschäftigt, wenn Journalisten halt nicht ausreichend recherchieren und  (vielleicht) falsche Dokumente als Beweis in einer Nachrichtensendung anführen . Gerechterweise muss man sagen, dass Journalisten im Zeitungsgeschäft nicht so sehr unter Zeitdruck arbeiten müssen, wie ihre Kollegen, in dem doch etwas schnelllebigeren Fernsehgeschäft.

Der Film spielt im Jahr 2004, in einer Zeit, in der das Konsumieren von Nachrichten noch eine andere war. Seinerzeit gab es nur drei Köpfe in den amerikanischen Abendnachrichten: Tom Brokaw (NBC), Peter Jennings (ABC) und Dan Rather (CBS). „Truth“ erzählt die Geschichte des sogenannten Rathergate, einem Skandal für den sich der beliebte Anchorman Dan Rather live im Fernsehen entschuldigen musste und der ihn schließlich nach 44 Jahren seinen Job bei CBS kostete.

Es wurde nie bezweifelt, dass das was Mary Mapes und ihr Reporter-Team über George W. Bush herausfanden, nicht der Wahrheit entspricht. Es war allgemein bekannt, dass die Söhne wohlhabender und/oder einflussreicher U.S.-amerikanischer Persönlichkeiten den Einsatz im Vietnamkrieg umgehen konnten. Den Fehler, den die CBS-Reporter begangen haben, war, dass sie nicht ganz „saubere“ Dokumente, als Beweis für ihre Story, im Fernsehen gezeigt haben. Einem Interview mit Dan Rather habe ich entnommen, dass dann noch erschwerend dazukam, dass sie – mehr oder weniger – schon auf dem Kieker standen, weil Mary Mapes und er erst Monate zuvor den Folterskandal in dem Abu-Ghraib-Gefängnis öffentlich gemacht haben. Schließlich war es das Jahr 2004 und damit ein Wahljahr und man wollte sich ja mit der Regierung nicht schlecht stellen. Über die heftigen Folterbilder von Abu Ghraib war die amtierende Regierung (wie die Nation und die Welt) sicher nicht begeistert. Dann kommt dasselbe CBS-Team nur Monate später – und immer noch vor den Präsidentschaftswahlen — nun mit einer Story, die den amtierenden Präsidenten und zugleich erneuten Präsidentschaftskandidaten, in einem schlechten Licht zeigt. Klar, dass der Sender nervös wurde und um seinen guten Ruf gefürchtet hat.

Eigentlich vorhersehbar, dass Köpfe rollen mussten, wenn nur die geringsten Zweifel an dem recherchierten Material vorlagen. Die Produzentin Mary Mapes wurde als Hauptschuldige auserkoren. Dan Rather ist – mehr oder weniger – freiwillig zurückgetreten. Als er das letzte Mal auf dem Schirm war, trug der, sonst so seriöse Nachrichtensprecher, unter seinem Anzug ein T-Shirt mit den Buchstaben F.E.M. (Fuck ´em all). Auch wenn an dem Tag kaum einer davon wusste, für ihn war es eine Genugtuung.

Die in „Truth“ erzählte Story finde ich interessant, sie hätte aber einen besseren Film verdient. Die Regie (gut, erster Film von James Vanderbilt) und das Drehbuch von „Truth“ weisen eindeutige Schwächen auf. So sehr, dass ich einige Male rausgebracht wurde.

Cate Blanchett ist hier erneut grandios. Dieses Jahr, bzw. im Jahr 2016 ist sie für ihre Performance in Carol im Gespräch für eine Oscar-Nominierung. In meinen Augen wäre eine Oscar-Nominierung für „Truth“ noch mehr gerechtfertigt. Sie gibt eine vielschichtige Performance. Von anfänglicher Euphorie bis „durch die Hölle gehen“. Ihre jeweilige Emotion, besonders später ihre Wut ist nachvollziehbar und spürbar. Mir ging es wahnsinnig nahe, wie sie Mary Mapes fertig gemacht haben. Gegen Ende des Films hält sie einen Monolog und wenn das keine sogenannte Oscar-Szene ist, dann weiß ich auch nicht.
Robert Redford macht seine Sache recht gut. Wenn man die Stimme von Dan Rather nicht kennt, kann man sich mal Interviews mit ihm anhören und wird feststellen, wie gut der Schauspieler den ehemaligen CBS-Anchor sprachlich  trifft. Optisch kann Robert Redford wenig an sich verändern, daher konnte ich auch zu keinem Zeitpunkt vergessen, hier den Schauspieler hier zu sehen.

Dennis Quaid wirkte unfreiwillig komisch – leider. Ich möchte mal wieder den guten Dennis Quaid sehen, den ich früher so mochte. Auf Elisabeth Moss ist natürlich Verlass, leider ist ihr Auftritt zu kurz.

„Truth“ ist/war für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Cate Blanchett), Bester Nebendarsteller (Robert Redford), Bestes adaptiertes Drehbuch.

„Truth“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2015 gezeigt. Dort wurde der Film zunächst gefeiert und als Oscar-Anwärter gehandelt bis er dann von verschiedenen (überwiegend konservativen) Seiten niedergemacht wurde. Die Vorwürfe richteten sich dahingehend, dass Mary Mapes in dem Film zu gut davonkommt, gar als Opfer dargestellt wird…Darüber soll sich jeder Mal selbst ein Bild machen. Der Film ist am 16.10.15 in sechs amerikanischen Kinos gestartet. Ende Oktober wurde er dann für kurze Zeit in 1122 Kinos gezeigt. „Truth“ ist ab dem 02.06.2016 in den deutschen Kinos zu sehen.

 

Trailer zu sehen:

 

Ein Ausschnitt zu sehen:

 

 

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Son of Saul“ (wortloser Trailer)
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: ungarisches Holocaust-Drama und sicherer Gewinner des Oscars für bester fremdsprachiger Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 

Berlin – Film: „Carol“

Ich war am 07.12.15 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Carol“ (dt. Kinostart: 17.12.15) 118 min drama, adaptation
dir. Todd Haynes cast: Cate Blanchett, Rooney Mara, Sarah Paulson, Kyle Chandler, Jake Lacy

New York in den 1950er Jahren. Therese (Rooney Mara) arbeitet in der Spielzeugabteilung eines Kaufhauses. Kurz vor Weihnachten tritt die verheiratete Carol (Cate Blanchett) das erste Mal in ihr Leben. Sehr zum Missfallen von Carols Noch-Mann (Kyle Chandler) entwickelt sich langsam eine Beziehung zwischen den beiden Damen.

B (Wertung von A bis F) „Carol“ basiert auf Patricia Highsmiths, seinerzeit unter dem Pseudonym Claire Morgan veröffentlichten, sehr persönlichen Roman „The Price of Salt“. Es ist der neueste Film von Todd Haynes (Velvet Goldmine, Far From Heaven, I´m Not There, Mildred Pierce).

Todd Haynes hat einen visuell sehr edlen Film inszeniert. Gedreht wurde auf Super-16mm, was die Authentizität der 1950er Jahre sicher noch mehr unterstreicht.

Carol ist der titelgebene Charakter des Films, aber es wird die Geschichte beider Frauen erzählt und rückblickend blieb mir Thereses noch stärker in Erinnerung. Auf der einen Seite die verheiratete Carol, die sich von ihrem Ehemann getrennt hat und mehr oder weniger versteckt ihre Homosexualität auslebt und auf der anderen Seite die bestimmt 20 Jahre jüngere Therese, die noch ihren Platz in der Welt – sowohl beruflich als auch privat – sucht. Sie verliebt sich das erste Mal in ihrem Leben, noch dazu in eine Frau, die in einer komplizierten Lebenssituation steckt.

Cate Blanchett ist bekanntermassen meine Lieblingsschauspielerin. Egal was die australische Charakterschauspielerin für eine Rolle spielt, sie lebt immer ihre Figur. Von ihr bekommt man keine halbherzige schauspielerische Leistung zu sehen. Ich habe sie dieses Jahr in Knight of Cups, „Cinderella“, „Carol“ und kürzlich in „Truth“ gesehen. Wenn ich mich nur für eine filmpreiswürdige Performance entscheiden müsste, dann würde meine Wahl eindeutig auf „Truth“ fallen. Dadurch will ich aber ihre exzellente Darbietung in „Carol“ nicht abschwächen, auch wenn ich die Gefühle ihres Filmcharakters nicht so greifen konnte wie die ihrer Filmpartnerin  Rooney Mara.

Mich hat Rooney Mara hier richtig überrascht. Mit ihre Rolle in „Carol“ betont sie ihre Wandelbarkeit. Ich habe sie noch gut als Lisbeth Salander in The Girl with the Dragon Tattoo in Erinnerung hat und wenn man sie hier als mädchenhafte Therese im New York der 1950er Jahre sieht – unterschiedlicher könnten die Rollen kaum sein. Trotz ihrer zurückhaltenden Performance taucht man in ihre Gefühlswelt ein. Allein mit ihren Augen und ihrem Blick schafft sie es, die Seele ihres Filmcharakters für den Zuschauer quasi sichtbar zu machen. Sie kann das Jung- und das erste Mal Verknalltsein perfekt transportieren, so dass man sich in die Zeit zurückversetzen kann, in der man selbst das erste Mal bis über beide Ohren verliebt war.

In den männlichen Nebenrollen haben mir Kyle Chandler und Jake Lacy (der mir kürzlich bereits in Love the Coopers auffiel) besonders gut gefallen.

„Carol“ ist für folgende Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Cate Blanchett), Beste Haupt- oder Nebendarstellerin – derzeit ist noch nicht klar, in welcher Kategorie sie letztendlich landet (Rooney Mara), Bester Nebendarsteller (Kyle Chandler), Beste Nebendarstellerin (Sarah Paulson), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien. Carol wurde bereits mit einigen amerikanischen Filmkritikerpreisen ausgezeichnet, Cate Blanchett und Rooney Mara haben eine SAG-Award-Nominerung erhalten und tatsächlich geht Harvey Weinstein mit diesem Film mit den meisten Golden Globe-Nominierungen ins Oscar-Rennen.

Update: „Carol“ hat 6 Oscar-Nominierungen (Beste Hauptdarstellerin Cate Blanchett, Beste Nebendarstellerin Rooney Mara, Beste Kamera, Bestes Kostümdesign, Bestes adaptiertes Drehbuch, Beste Filmmusik) erhalten.

„Carol“ wurde erstmalig auf dem Cannes Film Festival 2015 gezeigt. Dort hat der Film den Queer Palm Award gewonnen und Rooney Mara wurde als beste Schauspielerin ausgezeichnet. Der Film wurde am 20.11.15 in vier Kinos in den gesamten U.S.A. gestartet. Seit dem 11.12.15 läuft er jetzt in 16 amerikanischen Kinos. Ich habe den Film in einer Pressevorführung in Berlin gesehen. Gezeigt wurde die deutsche Synchronisation. Auch wenn sich der Filmverleih DCM zweifelsfrei viel Mühe mit der Synchronisation gegeben hat, fehlten mir die Originalstimmen. Die Stimmen und damit auch die Performance der Schauspieler sind einfach verfremdet. Ich gehe sogar davon aus, dass ich den Film in der OV noch mit einem Pünktchen besser bewertet hätte.

„Carol“ ist ab dem nächsten Donnerstag (17.12.15) in den deutschen Kinos zu sehen.

 

 

Der internationale Trailer:

 

Der deutsche Trailer:

 

Berlin (ale) – Film: "Knight of Cups"

Ich war am 9.2.15 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Knight of Cups“ (dt. Kinostart: 10.09.15) 118 min drama
dir. Terrence Malick cast: Christian Bale, Natalie Portman, Cate Blanchett, Brian Dennehy, Antonio Banderas, Freida Pinto

Rick (Christian Bale) ist ein erfolgreicher Drehbuchautor in Hollywood. Oberflächlich betrachtet führt er ein glückliches Leben. Er langweilt sich aber generell schnell, empfindet eine gewisse Leere und begibt sich auf die Suche.

B- (Wertung von A bis F) Terrence Malick liefert ziemlich genau den Film, den ich von ihm erwartet habe. „Knight of Cups“ erinnert dabei eher an einen seiner letzten Filme, The Tree of Life, als an meinen persönlichen Lieblingsfilm von ihm „The Thin Red Line“.

In seinem neuesten Werk erzählt Terrence Malick nicht wirklich eine Geschichte. Es ist eher die Stimmung und die Atmosphäre, von der man sich mitreißen lassen kann. Der Filmemacher schafft mit seinem Kameramann Emmanuel „Chivo“ Lubezki („Tree of Life“, Gravity, Birdman) bildgewaltige Szenen, in denen man sich – kombiniert mit der für mich typischen Malick-Filmmusik – verlieren möchte. Ich mochte sehr viele Szenen im Film, besonders die Szenen am oder im Wasser (und davon gibt es einige). Meine Lieblingsszene ist die, in der die Hunde unter Wasser nach ihrem Ball versuchen, zu schnappen.

Vom Inhalt her – von der Leere, die Hollywood erzeugen kann – hat mich der Film etwas an Sofia Coppolas Somewhere  erinnert.

Christian Bale hatte zwar eine grobe Rollenbeschreibung für seinen Filmcharakter, aber kein Drehbuch. Wenn man den Film sieht, glaubt man das sofort. Es wirkt so, als ob der Schauspieler jeden Tag pünktlich am jeweiligen Drehort erschien, etwas rumgelaufen ist, bedeutungsvoll vor sich hin geguckt hat und ab und an ein paar Regieanweisungen befolgte. Nun könnte ich Christian Bale tatsächlich ewig bei so etwas zuschauen. Als ich aber dachte, ich hätte ihm jetzt ewig dabei zugeschaut und der Film müsste bald zu Ende sein, habe ich auf die Uhr geguckt, und da war exakt eine Stunde vergangen. Anders gesagt, Bales Sinnsuche ist irgendwann etwas ermüdend. Was soll ich mich aber beschweren, ich habe meine Zeit im Kino schon mit wesentlich weniger ambitionierten und guten Filmen verbracht und dabei keine wohltuende Entspannung für meine Augen erfahren.

„Knight of Cups“ wurde erstmalig am 08.02.15 auf der Berlinale 2015 gezeigt. Der Film lief im Wettbewerb. Ich habe den Film auf der Berlinale gesehen. Gezeigt wurde die OmU. In meiner nicht ausverkauften Vorstellung haben einige Zuschauer während des Films den Saal verlassen. Derzeit hat „Knight of Cups“ noch keinen amerikanischen Verleiher.

Trailer zu sehen:

Boston – Film: "The Monuments Men"

Ich war am 08.02.14 in Boston und habe mir im Kino angeschaut:

„The Monuments Men“ (dt. Titel: „Monuments Men – Ungewöhnliche Helden“, dt. Kinostart: 20.02.14) 118 min drama, comedy, adaptation
dir. George Clooney cast: George Clooney, Matt Damon, Bill Murray, John Goodman, Jean Dujardin, Bob Balaban, Cate Blanchett, Justus von Dohnányi

1943 in Europa. Die Nazis haben sich europäische Kunstschätze unter den Nagel gerissen und versteckt. Sie würden die Kunstwerke eher vernichten, als dass der Feind sie in die Hände bekommt. Der Kunstexperte Frank Stokes (George Clooney) stellt ein Team von Kunsthistorikern, Restaurateuren und Kuratoren zusammen, die die wertvollen Kunstschätze finden und in Sicherheit bringen sollen.

C (Wertung von A bis F) „The Monuments Men“ basiert auf dem Buch „The Monuments Men: Allied Heroes, Nazi Thieves and the Greatest Treasure Hunt in History“ von Robert M. Edsel. Der Film beruht auf einer wahren Geschichte.

Gut, ich hatte es bereits erwähnt, ich bin mit sehr geringen Erwartungen ins Kino gegangen. So kann man auch nicht enttäuscht werden. Man muss sich aber in Erinnerung rufen, dass „The Monuments Men“ zu Beginn der Oscar-Saison als ernstzunehmender Oscar-Kandidat gehandelt wurde. Irgendwann wurde er dann aber aus der Saison geschoben und hat einen amerikanischen Kinostart Anfang Februar bekommen – das ist ein recht sicheres Indiz dafür, dass der Verleih nicht an den Film glaubt. Es gab dann im Januar eine Pressevorführung für die amerikanischen Kritiker und die haben sich alles andere als begeistert gezeigt. Dadurch bin ich vorgewarnt ins Kino gegangen.

Als Regisseur hat George Clooney zuvor erst vier Filme („Confessions of a Dangerous Mind“, „Good Night, and Good Luck“, „Leatherheads“, The Ides of March) gedreht. Der einzige Film, der mir von diesen vier gar nicht gefallen hat, war „Leatherheads“. „The Monuments Men“ ist nun seine fünfte Regiearbeit und irgendwie vergleichbar mit „Leatherheads“ und leider auch alles andere als geglückt. Es ist ein lahmer Hollywood-Schinken (mit deutscher Finanzbeteiligung und auf deutschem Boden gedreht) mit Starbesetzung. Außerdem ist dieser Clooney-Film ein strukturschwacher wenn nicht gar strukturloser Film.

„The Monuments Men“ hat zweifelsfrei seine Momente (meist sind es Szenen mit Jean Dujardin und John Goodman und Bob Balaban und Bill Murray), aber er fühlt sich nie als richtiger Film an. Es ist mehr eine Aneinanderreihung von guten oder gar nicht guten Szenen. Ein Grund dafür, dass der Film nicht funktioniert, ist weil man so gar nichts über die einzelnen Charaktere erfährt. George Clooney und sein Kumpel Grant Heslov haben hier bei ihrem Drehbuch versäumt, die Charaktere richtig einzuführen und etwas über ihre Beziehung zueinander zu erzählen. Gut, die ganze Meute kennt sich scheinbar von früher, aber woher genau? Was haben sie für eine gemeinsame Vergangenheit? Die Charaktere sind eigentlich heldenhaft, bleiben aber völlig oberflächlich. Dem Film fehlt einfach die Seele. Die Grundidee bzw. die wahre Geschichte, die sich hinter den Monuments Men verbirgt ist doch interessant, warum kommt dann am Ende ein so unbedeutender und öder Film dabei heraus? Irgendwann habe ich einfach nur noch gehofft, dass der Film endlich zu Ende geht.

Gegen die Kamera- und die Regiearbeit habe ich nichts einzuwenden. Auch die Ausstattung war solide, die Filmsets wurden perfekt ausgewählt und wirkten authentisch. Die Filmmusik (obwohl von Alexander Desplat) ging mir allerdings auf die Nerven.

Der deutsche Schauspieler Justus von Dohnányi ist mir positiv aufgefallen. The Wolf of Wall Street und jetzt „The Monuments Men“ haben mir gezeigt, dass Jean Dujardin keine Eintagsfliege im amerikanischen Kino sein muss.

Bei diesem Filmprojekt hat George Clooney sogar seinen Papa Nick mit ins Boot geholt. Zum Ende des Films hat er einen kurzen Auftritt als älterer Frank Stokes (George Clooney).

Der amerikanische Trailer:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Draft Day“
Bewertung des Trailer: B
Kommentar: Sportfilm mit Kevin Costner, Frau Affleck und, ja, Frank Langella
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Railway Man“
Bewertung des Trailers: B- (neuer Trailer)
Kommentar: Verfilmung der gleichnamigen Autobiografie. Zweiteweltkriegsdrama mit Nicole Kidman und Colin Firth
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Sabotage“
Bewertung des Trailers: B- (neuer Trailer)
Kommentar: Action/Thriller mit Arnold Schwarzenegger (mit einem extrem straff gezogenen Gesicht) und Sam Worthington.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0 %

Trailer v. Film: „The Edge of Tomorrow“
Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer)
Kommentar: Sci-Fi-Film mit Tom Cruise und Emily Blunt. Die Musik passt nicht zum Trailer. Ich weiß nicht, ob ich schon wieder bereit bin, einen Tom-Cruise-Film zu sehen.
?Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ?

Trailer v. Film: „The Amazing Spider-Man 2“
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Schon der zweite Teil der Reihe? Diese Neuverfilmung sieht gar nicht gut aus. Andrew Garfield ist m. E. auch der Falsche. Hier spielen auch Sally Field, Paul Giamatti, Campbell Scott und, vor allen Dingen, Dane DeHaan mit. Na toll, ich habe mir vorgenommen, jeden Film mit Dane DeHaan zu sehen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mmmmh?

Trailer v. Film: „X-Men: Days of the Future Past“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Noch so ein Marvel-Mist. Noch so ein Film mit Nicht-Schauspieler Hugh Jackman. Da muss ich die Kritiken abwarten.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Pompeii“
Bewertung des Theaters: B+
Kommentar: Film von Paul W.S. Anderson, der im Februar 14 ins amerikanische Kino kommt?der kann gar nicht gut sein. Gucken wir mal.
Wie oft schon im Kino gesehen: 5 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: Gucken wir mal

San Francisco – Film: "Blue Jasmine"

Ich war am 10.08.13 in San Francisco und habe mir im Kino angeschaut:

„Blue Jasmine“ (dt. Kinostart: 07.11.13) 98 min drama
dir. Woody Allen cast: Cate Blanchett, Bobby Carnavale, Sally Hawkins, Alec Baldwin, Louis C.K., Andrew Dice Clay, Peter Sarsgaard, Michael Stuhlbarg

Die New Yorkerin Jasmine (Cate Blanchett) ist gewohnt, im Luxus zu leben. Ihr Ehemann Hal (Alec Baldwin) war Finanzjongleur, ist mit seinen Betrügereien aufgeflogen und sitzt im Gefängnis. Dadurch hat auch Jasmine jetzt alles verloren, die Eigentumswohnung, das Haus in den Hamptons, ihren Schmuck und das gesamte Geld – alles wurde beschlagnahmt. Jasmine ist pleite. Sie muss ihr komplettes Leben umstellen. Für den Neuanfang kommt sie zunächst bei ihrer Schwester Ginger (Sally Hawkins) in San Francisco unter. Jetzt muss sie auch erstmalig ihr eigenes Geld verdienen, nur was macht man, wenn man gar keine Ausbildung hat? Jasmine ist mit der Gesamtsituation überfordert…

B+ (Wertung von A bis F) Schon mit den ersten Szenen war mir bewusst, dass ich jetzt wieder einen der besseren Woody-Allen-Filme zu sehen bekomme. Ein Hauptgrund dafür ist zweifelsohne, dass Woody Allen hier nicht mitspielt und auch keine ihm ähnelnde nervende Neurotiker-Figur in diesem Film einen Platz findet.

„Blue Jasmine“ ist ein Drama, bei dem auch gelacht werden kann. Noch präziser ist es aber eine Charakterstudie über die, zugegebenermaßen auch etwas neurotische Jasmine, gespielt von Cate Blanchett. Ein verwöhntes Luxusweibchen, der nur noch ihre teuren Designerklamotten geblieben sind. Für einen Neuanfang fliegt sie an die Westküste der U.S.A. und kommt, bis sie auf eigenen Beinen steht, bei ihrer Schwester Ginger unter. Die beiden Schwestern stehen sich nicht sehr nahe, viel zu unterschiedlich war ihr Werdegang. Ginger lebt in sehr einfachen Verhältnissen.

Woody Allen hat Jasmine erschaffen. Eine ehemals wohlhabende Frau, leicht überheblich und nicht gewillt, ein „normales“ Leben zu führen. Die Figur mag vielleicht leicht überzeichnet sein, für mich zeugt sie aber von guter Beobachtungsgabe. Vermutlich hat Woody Allen beim Kreieren von Jasmine auch die eine oder andere seiner Bekanntschaften von der Upper East Side einfließen lassen.

Cate Blanchett hat Jasmine zum Leben erweckt. Einzig ihr ist es zu verdanken, dass man Woody Allens Jasmine als reale Person sieht, für sie sogar so etwas wie Mitgefühl aufbringt. Nach ihrem jahrelangen Luxusleben kann und möchte sie nicht wahrhaben, dass ihr Leben im Reichtum ein Ende hat. Sie hat früh geheiratet, nie gearbeitet und war immer versorgt. Kann sie überhaupt ein so einfaches Leben führen? Sie trägt weiter ihre Designerklamotten und mir kam es fast trotzig vor, wie sie ihre edle Birkin Bag immer mit sich herumschleppt. Sie trinkt zu viel Alkohol, schluckt zu viel Antidepressiva, führt Selbstgespräche und steht immer nahe an einem Nervenzusammenbruch. Sie steht sich selbst im Weg. Als Zuschauer wünscht man ihr, dass sie die Kurve kriegt. Cate Blanchett hat in einem Interview angegeben, dass sie zur Vorbereitung auf diese Rolle, verschiedene Frauentypen in der Öffentlichkeit studiert hat.

Cate Blanchett gibt eine dieser seltenen Performances, bei denen mein Herz schneller schlägt und um mich herum im Kino sonst was hätte passieren können, Hauptsache ich kann ihr weiter zuschauen.

Was die australische Ausnahme-Schauspielerin Cate Blanchett hier hinlegt, ist große Schauspielkunst. Was hat nicht schon alles überzeugend gespielt. Um nur an vier Beispielen ihre Vielseitigkeit aufzuzeigen: sie war Königin Elizabeth I., sie war die Elbenfürstin in Mittelerde, sie war Katharine Hepburn und, ja, sie war sogar schon Bob Dylan. Für ihre Rolle als Katharine Hepburn in „The Aviator“ hat sie einen Oscar gewonnen (sie hat vier weitere Oscar-Nominierungen). Wenn ich Cate Blanchett in Blue Jasmine sehe, ärgere ich mich zwangsläufig wieder mal über die Academy. Sicherlich verstehe ich die Politik, die sich hinter der Verleihung der Academy Awards verbirgt, aber wenn man weiß wer (beispielsweise: Julia Roberts, Reese Witherspoon, Renée Zellweger, Jennifer Hudson, Sandra Bullock und und und) und wofür die Damen einen Oscar gewonnen haben, möchte man für Cate Blanchett einen eigenen Preis erfinden. Sie spielt einfach in einer ganz anderen, eigenen Liga.

Herausragend fand ich auch Bobby Cannavale und – ja – Sally Hawkins. Die Sally Hawkins, die ich noch in „Happy-Go-Lucky“ unerträglich fand, hat mir zwar bereits in An Education, Never Let Me Go und Jane Eyre gefallen, in „Blue Jasmine“ ist sie aber exzellent. Eine Oscar-Nominierung würde ich durchaus nachvollziehen können. Lobend erwähnen muss man aber eigentlich das gesamte Ensemble (Michael Stuhlbarg, Peter Sarsgaard, Louis C.K., Andrew Dice Clay, Alec Baldwin).

Selbstverständlich ist Cate Blanchett im Gespräch für eine Oscar-Nominierung im Jahr 2014. Da die Stimme und Sprache ebenso zu ihrer Performance gehört, empfehle ich dringend, diesen Film unbedingt im Original zu sehen. Für „Blue Jasmine“ sind derzeit ebenfalls Oscar-Nominierungen denkbar: Bester Film, Bester Regisseur, Bester Nebendarsteller (Alec Baldwin, Andrew Dice Clay, Bobby Cannavale), Beste Nebendarstellerin (Sally Hawkins). Update: Cate Blanchett wurde für ihre Rolle in „Blue Jasmine“ mit dem Oscar für die beste weibliche Hauptdarstellerin ausgezeichnet.

In meiner sehr gut besuchten Vorstellung wurde zum Ende applaudiert.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Artist and the Model“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: französisch-spanisches Drama mit Jean Rochefort und Claudia Cardinale
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 80%

Trailer v. Film: „I Give It a Year“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Britische Komödie mit Oliva Colman, Rose Byrne, Rafe Spall und Minnie Driver
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 80%

Trailer v. Film: „Europa Report“
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Sci-Fi-Film mit Sharlto Copley
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Cutie and the Boxer“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Dokumentation über den japanischen Künstler Ushio Shinohara und seine Frau
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 80%

Trailer v. Film: „The Patience Stone“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: afghanisches Kriegsdrama
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

San Francisco – Film: "Hanna"

Ich war am 19.04.11 in San Francisco und habe mir im Kino angeschaut:

„Hanna“ (dt. Titel: „Wer ist Hanna?“, dt. Kinostart: 26.05.11) 114 min action, thriller, drama
dir. Joe Wright cast: Saoirse Ronan, Eric Bana, Cate Blanchett, Tom Hollander, Olivia Williams

Die 16-jährige Hanna (Saoirse Ronan) ist bei ihrem Vater Erik (Eric Bana) in der finnischen Wildnis, fern von jeglicher Zivilisation, aufgewachsen. Ihr Vater, ein ehemaliger CIA-Agent, bringt ihr mehrere Sprachen und Kampfsportarten bei und bildet sie zur Attentäterin aus. Als sie sich reif genug fühlt, um auf sich alleine gestellt zu sein, aktiviert sie ein Ortungsgerät und wird von der CIA gestellt. Hannas Mission ist es, eine alte Bekannte von Erik, die CIA-Agentin Marissa Wiegler (Cate Blanchett), zu töten, nur da gibt es wohl einen Interessenkonflikt…

B- (Wertung von A bis F) „Hanna“ ist ein Arthouse/Thriller/Märchen mit einer überragenden Hauptdarstellerin und einem äusserst brillant eingefügten Score von The Chemical Brothers. Eine Schwachstelle ist für mich die Story und das Drehbuch zum Ende des Films.

Saoirse Ronan („Atonement“, City of Ember, The Lovely Bones, The Way Back) zeigt hier erneut, dass sie ihren Job und die Leinwand beherrscht. Nach „Atonement“, wofür sie ihre erste Oscar-Nominierung bekam, ist dies ihre zweite Zusammenarbeit mit dem Regisseur Joe Wright. Während der Dreharbeiten war Saoirse Ronan 16 Jahre alt. Sie hat so eine faszinierende Ausstrahlung, In der einen Szene wirkt sie so kindlich und in der nächsten so unglaublich hart und erwachsen. Langweilig wird der Film durch sie nie. Meine Lieblingsschauspielerin Cate Blanchett („Elizabeth“, „The Lord of the Rings“, „Aviator“, „Babel“, „Notes on a Scandal“, I´m Not There) hat mich hier das eine oder andere Mal abgelenkt. Für ihre Filmfigur ist sie mir einfach zu perfekt frisiert und gekleidet. Unter dem Aspekt, dass „Hanna“ als Märchen gedacht ist, ist ihr hier etwas übertriebenes Schauspiel passend. Grundsätzlich habe ich ein Problem, wenn deutsche Charaktere in einem Film von ausländischen Schauspielern verkörpert werden. Das führt, wie auch hier, meist zu grauenhaften Akzenten. Einer der bösen Deutschen wird hier von dem britischen Schauspieler Tom Hollander („Gosford Park“, „Pride and Prejudice“, „A Good Year“, „Pirates of the Caribbean“) gespielt. Auch wenn ich seine Filmfigur irgendwie originell finde, so hat mich seine Sprache jedes Mal aus dem Film geworfen. Das ist sicherlich ein sehr persönliches Problem. Einige Szenen wurden in Berlin gedreht, besonders der Märchenwald (Spreepark) ist für diesen Film die perfekte Filmkulisse. Warum hat diesen magischen Ort noch keine andere Produktionsfirma entdeckt?

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Fast Five“
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Der fünfte Teil von „The Fast and the Furious“ mit Vin Diesel
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Warrior“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: schön, Nick Nolte mal wieder zu sehen, ein an „The Fighter“ erinnerndes Kampfsport/Drama-Film mit Tom Hardy und Joel Edgerton („Animal Kingdom“)
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Debt“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Thriller/Actionfilm mit Tom Wilkinson, Hellen Mirren und Sam Worthington
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Anonymous“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Roland Emmerich wird doch nicht einen Film zustande gebracht haben, den auch ich mir angucken kann? Film über Shakespeare und Königin Elizabeth I – mit Vanessa Redgrave und Rhys Ifans
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ganz großes Fragezeichen

Trailer v. Film: „Crazy, Stupid, Love“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Komödie mit Steve Carell, Ryan Gosling, Julianne Moore, Emma Stone, Kevin Bacon und Marisa Tomei
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%