NYC – Film: „High-Rise“

Ich war am 21.04.16 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

 

„High-Rise“ (dt. Kinostart: 30.06.16) 119 min sci-fi, thriller, adaptation
dir. Ben Wheatley cast: Tom Hiddleston, Jeremy Irons, Sienna Miller, Luke Evans, Elisabeth Moss, James Purefoy

 
Im Jahr 1975 in der Nähe von London. Dr. Robert Laing (Tom Hiddleston) hat sich kürzlich eine Wohnung im 25. Stockwerk eines luxuriösen Hochhauses gekauft. Der Gebäudekomplex bietet alle Annehmlichkeiten, die Bewohner brauchen das Haus quasi nicht mehr zu verlassen. Auf einer Party lernt Dr. Laing einige seiner Nachbarn kennen. In den einzelnen Etagen des Hochhauses sind die Bewohner in Klassen unterteilt. Die Oberschicht wohnt in den oberen Etagen, der Mittelstand in der Mitte und die unteren Stockwerke werden von Familien und niederen Klassen belegt. Auf dem Dach des Gebäudes residiert der Architekt und Besitzer desselbigen, Royal (Jeremy Irons). Doch schon bald kommt es zu Spannungen im Haus und dann fällt auch noch der Strom aus…

 
C+ (Wertung von A bis F) „High-Rise“ basiert auf dem gleichnamigen Roman von J.G. Ballard. Der Schriftsteller hat auch Vorlagen zu David Cronenbergs Film „Crash“ und Steven Spielbergs Film „Empire of the Sun“ geschrieben.

„High-Rise“ ist eigentlich ein Film, den ich lieben müsste. Er ist toll geschnitten, stylisch, sexy und hat einen guten, trockenen Humor – vom Stil her genau meins. Das Hochhaus steht symbolisch für die Londoner Gesellschaft. Die Unterschicht rebelliert irgendwann gegen die High Society, ansonsten hat der Film aber keine (bzw. kaum) Handlung. Für die bildgewaltige, stimmungsvolle Inszenierung muss man ausgeschlafen sein. War ich aber nicht. Die ständigen Wiederholungen, der gefühlt immer gleichen Szenen fand ich unbeschreiblich öde. Damit stand ich in meiner Vorstellung auch nicht alleine, es haben einige Zuschauer das Kino vorzeitig verlassen. Da ich jedoch grundsätzlich solche Filme mag, werde ich „High-Rise“ eine zweite Chance geben.

Nicht zum ersten Mal ist mir hier aufgefallen, dass Tom Hiddleston vom Typ her meinem Lieblingsschauspieler Michael Fassbender ähnelt. Sienna Miller ragt hier auch aus dem Ensemble heraus, obwohl sie mir mit blonder Haarfarbe eindeutig besser gefällt.

Die britische Band Portishead hat speziell für diesen Film den Abba-Klassiker „SOS“ gecovert. Das hört sich großartig an, leider plant die britische Band jedoch derzeit nicht, den Song als Single herauszubringen.

„High-Rise“ feierte seine Weltpremiere auf dem Toronto International Film Festival 2015. Der Film startet am 13.5.16 in den amerikanischen Kinos. Ich hab den Film auf dem Tribeca Film Festival gesehen. Es war der erste von sieben Filmen, den ich auf dem diesjährigen TFF gesehen habe. Ab dem 30.06.16 wird „High-Rise“ in den deutschen Kinos gezeigt.

 

 

Trailer zu sehen:

Tribeca Film Festival
Das Tribeca Film Festival wurde nach dem 11. September 2001 von u.a. Robert De Niro ins Leben gerufen. Der New Yorker Robert De Niro besitzt in TriBeCa (Triangle below Canal Street) ein Hotel und Restaurants, auch seine Produktionsfirma ist dort ansässig. Durch das Film Festival wollte er nach den Terroranschlägen seinen Beitrag leisten, Manhattan – insbesondere Lower Manhattan, wieder in ein positives Licht zu rücken und für Investitionen, insbesondere im Filmbereich, werben. Im Jahr 2016 feierte das TFF bereits seinen 15. Jahrestag.

Eines der Plakate des TFF 2016
Eines der Plakate des TFF 2016

 

NYC – Film: „Mississippi Grind“

Ich war am 28.09.15 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Mississippi Grind“ (dt. Filmtitel: „Dirty Trip – Ein dreckiger Trip“, in D. ab 1.12.15 auf DVD) 108 min drama
dir. Anna Boden, Ryan Fleck cast: Ben Mendelsohn, Ryan Reynolds, Sienna Miller, Alfre Woodard

Gerry (Ben Mendelsohn) ist Spieler und hat dadurch mittlerweile ein Haufen Schulden angesammelt. Dann lernt er den etwas jüngeren Curtis (Ryan Reynolds) kennen. Die Beiden verbringen eine gute Zeit miteinander und beschließen, etwas zusammen auf die Beine zu stellen. Gerry überredet seinen neuen Freund, ihn zu dem großen Pokerspiel in New Orleans zu begleiten.

B+ (Wertung von A bis F) Ohne irgendetwas über den Film zu wissen (ausschlaggebend für den Kinobesuch war für mich, dass der Film in einem meiner Lieblingsprogrammkinos lief und Ben Mendelsohn mitspielt), war es für mich nicht leicht zu erahnen, was mir hier in „Mississippi Grind“ für eine Geschichte erzählt wird. Ist es so eine von diesen Betrüger-Stories, ist es ein Drama, ein Road Movie oder ist es eine Charakterstudie? Vielleicht ist „Mississippi Grind“ von allen etwas, am meisten sehe ich ich den Film jedoch als fesselnde Charakterstudie.

Es gibt diese ungewöhnliche Paarung in dem Film: ein Filmstar, der neben einem der besten Charakterschauspieler spielt. Es funktioniert aber, weil die Rollen klar verteilt sind, der schwätzende Schönling ist mit Ryan Reynolds idealbesetzt und der unverbesserliche Spieler könnte von keinem besser portraitiert werden als von Ben Mendelsohn (Animal Kingdom, Starred Up, TV-Serie „Bloodline“).

Ben Mendelsohn ist grandios als Gerry und legt hier nicht weniger als eine Oscar-Performance hin. Es ist eine ungewohnte Rolle für ihn, na vielleicht auch nicht, vielleicht ist es einfach nur befremdlich, ihn mal nicht (ketten-) rauchend zu sehen… Ich konnte buchstäblich in seinem Gesicht lesen, wusste wie Gerry tickt. Ich habe mich immer gefragt, was in den Köpfen von Spielern vorgeht. Ben Mendelsohn hat es mir auf herzzerreißende Weise gezeigt.

Ich hatte es bereits einige Male erwähnt, dass A24 Films zu meinen amerikanischen Lieblingsverleihern zählt. Es ist ein junger New Yorker Filmverleih, der im Jahr 2012 gegründet wurde und so schöne Filmperlen wie Under the Skin, Locke, The Rover, A Most Violent Year, Ex Machina, Slow West, Amy, The End of the Tour und jetzt „Mississippi Grind“ allein innerhalb der letzten 1 1/2 Jahre ins amerikanische Kino gebracht hat.

„Mississippi Grind“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2015 gezeigt. Der Film ist am 25.09.15 in genau einem amerikanischen Kino gestartet. Seit dem 4.10.15 ist er in 46 Kinos zu sehen.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Shanghai“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Da habe ich tatsächlich eine Weile gebraucht, um den Film zu finden. „Shanghai“ ist ein Film aus dem Jahr 2010 mit John Cusack
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „Labyrinth of Lies“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Der deutsche Film „Labyrinth des Schweigens“ wurde von Deutschland als Vorschlag für den Oscar als bester fremdsprachigen Film eingereicht
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: wenn er eine Nominierung erhält.

Trailer v. Film: „Carol“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Todd Haynes neuer Film mit Cate Blanchett und Rooney Mara. Oscar-Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Room“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Der Film könnte Brie Larson den Oscar einbringen. Film hat den Publikumspreis in Toronto gewonnen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Boston – Film: "American Sniper"

Ich war am 17.01.15 in Boston und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„American Sniper“ (dt. Filmtitel: „Der Scharfschütze“, dt. Kinostart: 26.02.15) 132 min drama, biopic, adaptation
dir. Clint Eastwood cast: Bradley Cooper, Sienna Miller, Max Charles, Luke Grimes, Kyle Gallner

Der Texaner Chris Kyle (Bradley Cooper) tritt im Jahr 1999 den Navy SEALs bei und lässt sich als Scharfschützer ausbilden. Er heiratet Taya (Sienna Miller) und wird nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 zu seinem ersten Einsatz in den Irak geschickt. Seine Aufgabe als Scharfschütze ist vordergründig, seine Kameraden vor Selbstmordattentätern oder anderen Anschlägen zu schützen. Mit seiner Treffsicherheit wird er schon bald zu einer Legende.

B- (Wertung von A bis F) „American Sniper“ basiert auf Chris Kyles Memoiren „American Sniper: The Autobiography of the Most Lethal Sniper in U.S. Military History“.

Ein Spielfilm ist ein Spielfilm, auch wenn es sich um ein sogenanntes Biopic handelt, ist es immer noch ein Spielfilm. Ein Spielfilm ist keine Dokumentation und auch keine Schulungsgrundlage. Filmemacher müssen – in meinen Augen – in Biopics ein Leben nicht 1:1 wiedergeben, sie dürfen auch, um den Zuschauern eine spannende Geschichte zu erzählen, dramatisieren. Was sie aber nicht tun sollten, ist entscheidend die Tatsachen verdrehen oder die Charaktere so zu verändern, dass die porträtierte Persönlichkeit zu einer anderen wird, als sie ist/ bzw. war.

Dem Film „American Sniper“ habe ich entnommen, dass Chris Kyle ein (später) zwar traumatisierter, aber makelloser Held war. Die Geschichte im wahren Leben stellt sich aber etwas anders dar.

Ich fand es nicht leicht, „American Sniper“ zu bewerten. Insbesondere, da ich nur eine Woche zuvor Selma gesehen habe. Der Film, der in der diesjährigen Oscar-Saison wegen einer Kleinigkeit, die weder die Geschichte noch die Persönlichkeiten entscheidend anders gezeigt hat, in der Luft zerrissen wurde. Der Film, der in der diesjährigen Oscar-Saison wesentlich kritischer betrachtet werden sollte ist: „American Sniper“.

Clint Eastwood erzählt seine Version von Chris Kyles Leben und das ist eine amerikanische Kriegshelden-Geschichte. Nun sieht ein friedfertiger Europäer den Film sicherlich generell anders als ein kriegsbereiter und schießwütiger Macho-Amerikaner. Wenn man die U.S.A. nicht für the greatest country on earth hält, könnte man Probleme mit dem Film haben. Wer sich noch an das ganze absurde Trara erinnert, das die damalige Bush-Regierung veranstaltet hat, um ihre Bevölkerung und auch ihrer Verbündeten von der Notwendigkeit eines Irak-Krieges zu überzeugen, der könnte Probleme mit dem Film haben. Wenn man „American Sniper“ sieht, könnte man fast meinen, dass die Amerikaner diesen Krieg immer noch für gerechtfertigt halten.

Fehlereingeständnisse sind nicht so Clint Eastwoods Ding. Von dem konservativen Filmemacher bekommt man eine sehr einseitige Geschichte zu sehen. Es gibt nur schwarz und weiß – die Iraker sind die Bösen, die Amerikaner sind die Guten. In „American Sniper“ geht es darum, einen amerikanischen Helden zu feiern. Einer, der sich eingesetzt hat für sein Land und seine Kameraden. Chris Kyle war ein Elite-Soldat und Scharfschütze, der zur Legende wurde weil er mehr als 160 Iraker getötet hat.

So, jetzt habe ich aber „American Sniper“ mit einem B- bewertet. Ich habe die Politik und die Authentizität der Figur beiseite gelassen und dann ist der Film recht spannend und gut fotografiert. Die Szenen im Irak fand ich sehr atmosphärisch, auch wenn mich die dort geführten Telefonate manchmal beinahe aus dem Film warfen.

Bradley Cooper hat für diese Rolle ordentlich an Gewicht zugelegt. Sein Schönling-Image ist abgelegt und dadurch wirkt er irgendwie männlicher. Seine Performance ist sehr überzeugend und seine Oscar-Nominierung kann man vertreten. Bradley Cooper wurde für Silver Linings Playbook und für American Hustle für den Oscar nominiert. Gerade wurde er für „American Sniper“ mit seiner dritten Oscar-Nominierung in Folge bedacht. Drei Oscar-Nominierungen hintereinander sind sehr selten und ein Beweis dafür, dass die Academy-Mitglieder ihn mögen. Ich habe mir Gedanken darüber gemacht. Derzeit sieht es so aus, als ob sich der Oscar-Gewinner in der Kategorie Bester Hauptdarsteller zwischen Eddie Redmayne (The Theory of Everything) und Michael Keaton (Birdman) entscheidet. Was wäre, wenn sich die Academy-Mitglieder nun nicht zwischen diesen Beiden entscheiden können und die Wahl auf Bradley Cooper fällt? Wenn man bedenkt, dass „American Sniper“ der mit großem Abstand erfolgreichste Film der diesjährigen Oscar-Filme ist, ist Bradley Cooper als Oscar-Gewinner nicht abwegig.

Ich habe den Film in einer komplett ausverkauften Vorstellung in einem riesigen Kinosaal gesehen. Als ich rauskam, standen bereits die Nächsten Schlange, um reingelassen zu werden. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das das letzte Mal so erlebt habe.

Clint Eastwood ist mittlerweile 84 Jahr alt, er hat seine Karriere in der Branche als Schauspieler begonnen und arbeitet seit den 1970er Jahren auch als Regisseur. Wenn er als Regisseur einen Film dreht, ist er bekannt dafür, die Produktionskosten gering zu halten. Er braucht keine langen Drehzeiten. Szenen lässt er selten wiederholen, meistens nimmt er sie schon nach dem ersten oder zweiten Take ab. Clint Eastwood ist aber auch ein sehr politischer Mensch. Er ist Republikaner. In den 1980er Jahren war er Bürgermeister der kalifornischen Stadt Carmel. Während des Republikaner-Kongresses vor der letzten Präsidentschaftswahl hat er auf der Bühne mit einem leeren Stuhl geredet (und so getan als ob Barack Obama darauf sass) – unvergessen.

„American Sniper“ wurde erstmalig auf dem AFI Fest 2014 gezeigt.

Bislang war Steven Spielbergs Film „Saving Private Ryan“ der erfolgreichste Kriegsfilm in den U.S.A. Der Film hat allein in den U.S.A. 216 Millionen Dollar eingespielt. „American Sniper“ wurde am 25.12.14 in ganzen vier Kinos in den U.S.A. gestartet. Am 17.1.15 hatte der Film seinen wide release auf insgesamt 3555 Leinwänden. Der Film hat an der Kinokasse sämtliche Rekorde gebrochen. Bis zum 29.01.15 hat der Film allein in seinem Heimatland 217 Millionen Dollar an der Kinokasse eingespielt. Jetzt ist „American Sniper“ der erfolgreichste Kriegsfilm in den U.S.A.

„American Sniper“ wurde kürzlich für sechs Academy Awards nominiert. Eine Oscar-Nominierung gab es für folgende Kategorien: Bester Film, Bester Hauptdarsteller (Bradley Cooper), Bester Schnitt, Bester Ton, Bester Tonschnitt und Bestes adaptiertes Drehbuch. Update: Bei der 87. Oscar-Verleihung am 22.2.15 hat „American Sniper“ einen Oscar (Bester Ton) gewonnen.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Gunman“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Zwei meiner Lieblingsschauspieler (Sean Penn und Javier Bardem) in einem Actionthriller – na logisch gucke ich den.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Terminator Genisys“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: noch einer? Was die Welt so alles nicht braucht.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Furious 7“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Der siebentausendste Teil der Reihe
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Chappie“
Bewertung des Trailers: B- (neuer Trailer)
Kommentar: Neil Blomkamps neuer Film sieht aus wie ein Sci-Fi-Film für Teenager. Erschwerend dazu kommt, dass Dev Patel und Hugh Jackman mitspielen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „Mad Max: Fury Road“
Bewertung des Trailers: A
Kommentar: Ich gebe zu, dass ich nicht einen Teil dieser Reihe gesehen habe. Diesen muss ich sehen, nicht nur wegen Tom Hardy, der Trailer sieht wirklich krassgut aus – vor allen Dingen auf so einer riesigen Leinwand.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „In the Heart of the Sea“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Ron Howards neuer Film – da sehe ich derzeit noch keinen Grund, den Film zu sehen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Kingsman: The Secret Service“
Bewertung des Trailers: A- (neuer Redband-Trailer)
Kommentar: Matthew Vaughns neuer Film, Comicbuch-Verfilmung mit Colin Firth, Michael Caine und Samuel L. Jackson
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Chicago – Film: "Foxcatcher"

Ich war am 27.11.14 in Chicago und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Foxcatcher“ (dt. Kinostart: 05.02.15) 134 min drama, biopic
dir. Bennett Miller cast: Steve Carell, Channing Tatum, Mark Ruffalo, Vanessa Redgrave, Sienna Miller, Guy Boyd, Anthony Michael Hall

Im Jahr 1987. Mark Schultz (Channing Tatum) ist Ringer und 27 Jahre alt. Vor drei Jahren hat er und sein Bruder Dave (Mark Ruffalo) als Ringer olympisches Gold gewonnen. Während Dave mittlerweile als Trainer arbeitet und mit Nancy (Sienna Miller) verheiratet ist und zwei Kinder hat, hat Mark seinen Platz im Leben noch nicht gefunden. Eines Tages wird er von dem Multimillionär John du Pont (Steve Carell) eingeladen. Er macht ihm das Angebot, mit einem Ringerteam auf seinem Anwesen Foxcatcher für die nächsten olympischen Spiele in Seoul zu trainieren. Vielleicht ist das für Mark die Möglichkeit, aus dem Schatten seines älteren Bruders zu treten.

A (Wertung von A bis F) „Foxcatcher“ basiert auf einer wahren Geschichte.

Nach „Capote“ und Moneyball ist „Foxcatcher“ erst der dritte Spielfilm von Bennett Miller. Auch dieser Film handelt über eine, bzw. in diesem Fall über zwei außergewöhnliche amerikanische Persönlichkeiten.

„Foxcatcher“ ist ein sehr düsterer und grandioser Film. Es gibt wenig Filme, die mich so fesselten wie dieser. Den ganzen Film über war ich fürchterlich angespannt. Bennett Miller hat hier eine Atmosphäre geschaffen, dass ich die ganze Zeit dachte, gleich passiert etwas ganz Schlimmes. Letztendlich steuert die Geschichte auch auf einen Mord hin, aber es sind mehr die Charaktere und das psychische Drama, die meine Angespanntheit auslösten. Der Film liefert auch keine Erklärung für den Mord. So einfach macht es einen der Film nicht. „Foxcatcher“ ist ein sehr komplexer Film, so komplex wie seine Charaktere. Es ist kein Film über eine Kriminalgeschichte, es ist eher ein ruhig erzähltes, intensives und hochspannendes Beziehungsdrama und eine Charakterstudie. Eine Charakterstudie, bei der man am Ende des Films, aber auch nicht wirklich mehr über das Innerste der Charaktere weiß als vorher. Ganz seltsam und sehr schwer zu beschreiben und ich kann auch nachvollziehen wenn einem in dem Film zu wenig los ist oder man mit „Foxcatcher“ nicht so viel anfangen kann. Der Film ist definitiv kein Film für ein Mainstream-Publikum.

Als Zuschauer ist man auf die beiden Hauptcharaktere (gespielt von Steve Carell und Channing Tatum) angewiesen. Mich haben die Beiden von Anfang an in den Bann gezogen. Zwei introvertierte, unsichere und unglückliche Männer, die noch nicht wirklich einen Platz im Leben gefunden haben. Die Herkunft der beiden Männer könnte nicht unterschiedlicher sein. Der eine kommt aus einer Familie alten Geldadels und der andere kann sich gerade so finanziell über Wasser halten. Vermutlich verbindet beide eine unglückliche Kindheit. Großartig hier übrigens Vanessa Redgrave als John du Ponts Mutter. Die wenigen Szenen mit ihr sagen so viel über ihre Beziehung aus.

John du Pont stammt aus einer der reichsten Familien der U.S.A. Selten war Reichtum in einem Film so sicht- und greifbar und wirkte zugleich so bedrohlich wie in „Foxcatcher“. John ist es gewohnt, zu kontrollieren, zu dominieren und seine Macht auszuspielen. Wer nicht nach seinen Regeln spielt, muss die Konsequenzen tragen. Der Film zeigt vieles unterschwellig, er ist viel zu smart, um Entscheidendes direkt zu zeigen oder auszusprechen. Über Gefühle wird nie gesprochen, dennoch ist vieles an Reaktionen oder Situationen ablesbar.

Steve Carell (Dan in Real Life, Dinner for Schmucks, Seeking a Friend for the End of the World, The Way, Way Back) ist hier kaum wiederzukennen. Nicht nur seine künstliche Nase und das ganze Make-up, sein Körperbau, seine Körperhaltung und seine seltsame Stimme und monotone Sprache – wenn man nicht weiß, dass der bislang mehr auf komödiantische Rollen festgelegte Schauspieler hier mitspielt, wird man ihn nicht wirklich erkennen. Als ich mir „Foxcatcher“ angeschaut habe, wusste ich nicht, wie der echte John du Pont aussah. Nach eigenen Angaben hat Steve Carell John du Pont studiert. Mittlerweile habe ich auch Videomaterial gesehen und muss sagen, dass er ihn ganz gut getroffen hat. Steve Carell spielt hier einen unangenehmen, nicht durchschaubaren Menschen. Es gibt kleine Momente im Film, in denen man ahnt, was in ihm vorgeht, die gibt es genauso bei Mark Schultz. Ich bin kein Freund von Channing Tatum (21 Jump Street, Magic Mike, 22 Jump Street), in meinen Augen ist er sehr begrenzt, in dem was er glaubhaft spielen kann. Hier ist er perfekt. Mark Schultz ist ein Muskelpaket, nicht ganz helle – eine verlorene Seele, dem man anmerkt, wie es in ihm brodelt. Er ist nicht fähig, sich auszudrücken, man kann sich aber einiges denken, das meiste bleibt aber sein Geheimnis. Gerne hätte ich in der einen oder anderen Szene gewusst, was in John du Ponts oder Marks Schultz´Köpfen vorgeht. Vielleicht machte es den Film noch besser, dass ich es nicht genau wusste.

Wie Bennett Miller bestimmte Szenen inszeniert, ist besonders. In wichtigen (Dialog-) Szenen verzichtet er ganz auf unterlegte Musik und das sorgt für eine beklemmend intime Kammerspiel-Atmosphäre. Das Reduzierte macht die Szenen nur noch intensiver. Überhaupt fand ich die Musikauswahl sehr gelungen. Mit David Bowies Song „Fame“ wusste ich, dass „Foxcatcher“ in meiner Top Ten für Filme aus dem Jahr 2014 landet. Lange nachdem ich das Kino verlassen habe, hat mich der Film noch beschäftigt.

Ich empfehle dringend, diesen Film in der Originalfassung zu sehen, weil ich der Meinung bin, dass Sprache hier einen wichtigen Teil zur Atmosphäre beiträgt.

„Foxcatcher“ ist für folgende Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Steve Carell, Channing Tatum), Bester Nebendarsteller (Mark Ruffalo), Beste Nebendarstellerin (Vanessa Redgrave) Bestes Originaldrehbuch, Bestes Szenenbild, Beste Kamera, Bestes Kostümdesign, Bester Schnitt, Bestes Make-up und beste Frisuren, Bester Tonschnitt, Beste Filmmusik

„Foxcatcher“ wurde erstmalig auf dem Cannes Film Festival 2014 gezeigt und Bennett Miller wurde dort als Bester Regisseur ausgezeichnet.

„Foxcatcher“ ist am 14.11.14 in 6 Kinos in den U.S.A. gestartet, eine Woche später war der Film dann national in 24 Kinos zu sehen und dann wurde der Film wöchentlich immer mehr Zuschauern zugänglich gemacht. Eine Strategie, die ich bereits bei „Birdman“ als gelungen empfand.

Trailer zu sehen:

Trailer zu sehen:

Trailer v. Film: „A Most Violent Year“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: J.C. Chandors neuer Film. Oscar-Film mit Oscar Isaac, Jessica Chastain, David Oyelowo
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „McFarland USA“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: wieder so ein Sportsfilm mit Kevin Costner
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „American Sniper“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Clint Eastwoods neuer Film, Biopic/Action mit Bradley Cooper. Trailer ist großartig. Oscar-Film.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Blackhat“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Michael Manns neuer Film mit Chris Hemsworth und Viola Davis. Bei Michael Mann bin ich grundsätzlich dabei
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Chappie“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Neil Blomkamps neuer Film sieht aus wie ein Sci-Fi-Film für Teenager. Erschwerend dazu kommt, dass Dev Patel und Hugh Jackman mitspielen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „Wild“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Drama mit Reese Witherspoon. Film sieht so aus wie Sean Penns „Into the Wild“ nur leider mit Reese in der Hauptrolle. Oscar-Film, mal gucken
Wie oft schon im Kino gesehen: 5 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Mr. Turner“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Mike Leighs neuer Film über den Maler William Turner. Biopic und Oscar-Film.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

NYC – Film: "A Case of You"

Ich war am 28.5.13 in New York und habe mir im Kino angeschaut:

„A Case of You“ 91 min comedy
dir. Kat Coiro cast: Evan Rachel Wood, Justin Long, Sam Rockwell, Peter Dinklage, Busy Philips, Brendan Fraser, Sienna Miller, Vince Vaughn, Keir O´Donnell

Sam (Justin Long) ist in Birdie (Evan Rachel Wood) verknallt. Birdie arbeitet in einem kleinen Café in Brooklyn. Als er endlich den Mut aufbringt und seine Traumfrau das erste Mal anspricht, sich langsam ein erstes Gespräch ergibt, erfährt er schon bei seinem nächsten Besuch im Café, dass Birdie entlassen wurde. Von Birdies ehemaligen Kollegen (Peter Dinklage) erhält er den Tipp, es mal über ihre Facebook-Seite zu probieren. Sam spioniert also Birdies Interessen aus, lernt kochen, Judo und Gitarre spielen und als sie sich das nächste Mal im wahren Leben treffen, gibt Sam vor, dieselben Interessen wie Birdie zu haben…

C- (Wertung von A bis F) „A Case of You“ erzählt eine von diesen Liebesgeschichten, die ich so nicht abnehmen kann. Sie (gespielt von Evan Rachel Wood) ist toll und man erfährt, durch ihren Ex-Freund (Brendan Fraser), auf welchen Typ Mann sie wohl steht und dann kommt Sam (gespielt von Justin Long) ins Spiel. Er ist der nette Typ von nebenan und das komplette Gegenteil von ihr. Dazu kommt noch, dass er durch das Stalking und das Ihr-unbedingt-gefallen-zu-wollen, noch gruseliger und weicheiiger daherkommt, als er eh schon erscheint. Nee, das funktioniert nicht. Davon abgesehen ist auch keinerlei Chemie zwischen den Schauspielern Evan Rachel Wood und Justin Long, zumindest auf der Leinwand. Justin Long ist einfach eine Fehlbesetzung. Ich habe dabei nicht einmal angefangen, wie blöd eigentlich diese erzählte Story ist.

„A Case of You“ ist einer dieser Filme, bei denen so viele Nebendarsteller (besonders gut gefallen haben mir: Vince Vaughn, der entzückende Opi aus der Tanzschule, göttlich: Sam Rockwell als Gitarrenlehrer und brüllend komisch: Peter Dinklage) dafür sorgen, dass der Film nicht ein komplette Desaster ist. Jeder einzelne Nebendarsteller ist interessanter und witziger als der schnarchnasige Hauptdarsteller. „A Case of You“ ist eine RomCom, die man sich ersparen sollte. Wenn man sie dann aus Versehen doch guckt, dann könnte einem Sam Rockwell, der drollige Opi oder eben ein fantastisch aufgelegter Peter Dinklage über die vertane Zeit hinwegtrösten.

„A Case of You“ wurde erstmalig auf dem Tribeca Film Festival 2013 aufgeführt. Ich habe ihn auf diesem Festival gesehen. Mit Ausnahme von dem hinreissenden Opi (der immer mit Birdie tanzen wollte) und dem älteren Tanzpaar (die in einer der Schlussszene kurz alleine auf der Tanzfläche sind) war keiner der Filmcrew anwesend. Es wurde auch nur sehr verhalten geklatscht. Bislang hat der Film noch keinen amerikanischen Verleih.

Trailer zu sehen:

Tribeca Film Festival

Das Tribeca Film Festival wurde nach dem 11. September 2001 von u.a. Robert De Niro ins Leben gerufen. Der New Yorker Robert De Niro besitzt in TriBeCa (Triangle below Canal Street) ein Hotel und Restaurants, auch seine Produktionsfirma ist dort ansässig. Durch das Film Festival wollte er nach den Terroranschlägen seinen Beitrag leisten, Manhattan – insbesondere Lower Manhattan, wieder in ein positives Licht zu rücken und für Investitionen, insbesondere im Filmbereich, werben.

Boston – Film: "The September Issue"

Ich war am 01.10.09 in Boston und habe mir im Kino angeschaut:

„The September Issue“ 88 min documentation, biopic
dir. R.J. Cutler cast: Anna Wintour, Grace Coddington, Andre Leon Talley, Sienna Miller, Jean-Paul Gaultier, Karl Lagerfeld, Oscar De La Renta, Vera Wang

Jedes Jahr erscheint die für die Modebranche so wichtige, (besondere) Trends setzende Septemberausgabe der amerikanischen VOGUE. Dies ist eine Dokumentation über die Entstehung der Septemberausgabe 2007. Das Kamerateam begleitete einige Monate die Kreativen der VOGUE, darunter Grace Coddington (creative director), Andre Leon Talley (editor-at-Large) und die mittlerweile legendäre Chefredakteurin Anna Wintour.

A (Wertung von A bis F) Der Film „The September Issue“ ist sehr kurzweilig, zeigt die Ideen und die Arbeit, die hinter den Shootings und Kampagnen stecken, man sieht nervöse Designer, wenn sich „Anna“ ankündigt, die Anspannung, die unter den VOGUE-Angestellten herrscht, man kann aber auch der sympathischen und hochtalentierten Grace Coddington bei der Arbeit zuschauen und verfolgen, wie sie sich – wieder einmal – über ihre Chefin ärgert.

„The September Issue“ gibt aber auch einen Einblick in das Leben von Anna Wintour.

Die Britin Anna Wintour hat ihre Karriere zunächst als Nachwuchs-Redakteurin bei HARPER´S BAZAAR in New York begonnen. Später wurde sie Redakteurin der britischen VOGUE und hat sich über Jahre einen Namen in der Modebranche gemacht. Seit mittlerweile zwanzig Jahren ist sie Chefredakteurin der amerikanischen VOGUE und gilt als einflussreichste und mächtigste Frau der Branche.

Die als unterkühlt und unnahbar geltende Anna Wintour habe ich in der Dokumentation als professionell, eigenwillig, ungehalten, aber auch als nachdenklich, mädchenhaft, charmant und sympathisch erlebt.

Trailer zu sehen:

„sehr gut“

Dallas – Stardust

Ich war am 26.08.07 in Dallas und habe mir im Kino angeschaut:

„Stardust“ (dt. Titel „Der Sternenwanderer“ dt. Kinostart 18.10.07) 128 min fantasy, adaptation
dir. Matthew Vaughn cast: Charlie Cox, Claire Danes, Sienna Miller, Michelle Pfeiffer, Robert de Niro, Mark Strong

Vor 150 Jahren in England versucht Tristan (Charlie Cox) das Herz seiner grossen Liebe Victoria (Sienna Miller) zu erobern. Um ihr seine Liebe zu beweisen, will er ihr eine Sternschnuppe zum Geburtstag schenken. Mithilfe einer magischen Kerze seiner geheimnisumwitterten Mutter taucht er hinter den Mauern seines Dorfes in ein verbotenes Land und trifft schnell auf einen Stern in Gestalt der schönen Yvaine (Claire Danes). Auf dem Weg zurück in die reale Welt werden sie von den Prinzen verfolgt, denen jeweils das Königreich versprochen wurde, wenn sie in den Besitz des Steines gelangen, den Yvaine um den Hals trägt. Ausserdem hat eine Hexe (Michelle Pfeiffer) ein grosses Interesse an Yvaine, da sie sich durch den „Stern“ ewige Jugend und Schönheit verspricht. So müssen beide auf ihrer Reise zahlreiche Abenteuer bestehen, finden aber die wahre Liebe…

B+ (Wertung von A bis F) fantastische Märchenerzählung mit grossartiger Kulisse, Ausstattung und Maske, die einen für zwei Stunden in eine völlig andere Welt abtauchen lässt. Der Regisseur Matthew Vaughn (Ehemann von Claudia Schiffer) ist bislang nur als Filmproduzent aufgefallen. Einmal mehr eindrucksvolle Perfomance von de Niro und Pfeiffer. Charlie Cox wird man wohl noch häufiger auf der Kinoleinwand sehen

Trailer zu sehen: