NYC – Film: „The Miseducation of Cameron Post“

Ich war am 26.04.18 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Miseducation of Cameron Post“  90 min    drama, adaptation

dir. Desiree Akhavan  cast: Chloé Grace Moretz, Sasha Lane, John Gallagher Jr., Jennifer Ehle, Quinn Shepard, Forrest Goodluck, Kerry Butler  

 

Im Jahr 1993. Die 16-jährige Cameron (Chloé Grace Moretz) wurde dabei erwischt, wie sie Sex mit einem Mädchen hatte. Seit dem Tod ihrer Eltern wächst sie bei ihrer sehr konservativen Tante (Kerry Butler) auf und die schickt sie nun in das christliche Umerziehungscenter God´s Promise, irgendwo im Nirgendwo. Dort soll sie sich mit Teenagern mit einem ähnlichen Hintergrund einer Reparativtherapie unterziehen, damit ihre „Fehlentwicklung“ geheilt wird. Cameron freundet sich bald mit der ebenfalls lesbischen Jane Fonda (Sasha Lane) und Adam (Forrest Goodluck), einem Jungen, der im falschen Körper geboren wurde, an. 

 

B (Wertung von A bis F) „The Miseducation of Cameron Post“ basiert auf Emily M. Danforths gleichnamigen Roman. Es ist nach „Appropriate Behaviour“ erst der zweite Spielfilm, bei dem die amerikanische Schauspielerin (TV-Serie „Girls“, „Creep 2“), Autorin und Filmemacherin Desiree Akhavan Regie führt. 

Als Atheistin, die mit vielen kirchlichen Vorstellungen wenig anfangen kann, muss ich mir durch einen Spielfilm oder eine Dokumention ab und zu in Erinnerungen rufen, wie intolerant und weltfremd kirchliche Institutionen immer noch sind. Hier sollen nun also homosexuelle oder transsexuelle Teenager, die in den Augen der Christen vom Weg abgekommen sind, mithilfe einer sexuellen Reorientierungstherapie wieder auf selbigen gebracht werden. Es ist zwar eine fiktive Geschichte, die hier erzählt wird, aber diese gay conversion therapy ist heute noch in über 40  US-Bundesstaaten und sogar in Großbritannien offiziell legal. Unfassbar. Als Großstadtkind, das sich in weltoffenen Kreisen bewegt, macht mich das unfassbar wütend. Entsprechend hat dieser Film bei mir auch starke Emotionen hervorgebracht. Chloé Grace Moretz („Kick-Ass“, „Let Me In“, Hugo) ist nicht wirklich mein Fall, ich halte sie aber für talentiert, was sich in diesem Film insbesondere in der gänsehauterzeugenden Szene in der Küche des Centers  zeigt. Eine herausragende Performance gibt hier außerdem Jennifer Ehle als Dr. Lydia. 

„The Miseducation of Cameron Post“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Chloé Grace Moretz), Beste Nebendarstellerin (Jennifer Ehle)

„The Miseducation of Cameron Post“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2018 gezeigt. Dort hat der Film dieses Jahr den Hauptpreis, den Grand Jury Prize for US Drama gewonnen. Der Film soll am 10.08.18 in den amerikanischen Kinos starten. Für Deutschland ist bislang noch kein Kinostart bekannt. Ich habe den Film auf dem Tribeca Film Festival 2018 gesehen. Dort lief der Film in der New York Premiere. 

 

Bislang gibt es leider noch keinen Trailer. Hier kurze Interviews von dem roten Teppich auf dem TFF 2018: 

 

Tribeca Film Festival

Das Tribeca Film Festival wurde nach dem 11. September 2001 von u.a. Robert De Niro ins Leben gerufen. Der New Yorker Robert De Niro besitzt in TriBeCa (Triangle below Canal Street) ein Hotel und Restaurants, auch seine Produktionsfirma ist dort ansässig. Durch das Filmfestival (samt Filminstitut und Filmcenter) wollte er nach den Terroranschlägen seinen Beitrag leisten, Manhattan – insbesondere Lower Manhattan, wieder in ein positives Licht zu rücken und für Investitionen, insbesondere im Filmbereich, werben. Im Jahr 2018 feierte das TFF bereits seinen 17. Jahrestag.

Netflix – Film: „Hush“

Folgenden Film habe ich mir über Netflix (U.S.) angeschaut:

„Hush“ (unter dem dt. Filmtitel: „Still“ auch bei Netflix Deutschland zu sehen) 81 min thriller, horror
dir. Mike Flanagan cast: Kate Siegel, John Gallagher, Jr., Samantha Sloyan, Michael Trucco

 

 

Maddie (Kate Siegel) ist mit dreizehn Jahren an Meningitis erkrankt, seither ist sie taubstumm. Mittlerweile ist sie erwachsen, schreibt Bücher und lebt – seit sie von ihrem Freund getrennt ist – zurückgezogen in einem Haus in den Wäldern. Mit ihren Nachbarn Sarah (Samantha Sloyan) und John (Michael Trucco) ist sie befreundet, ansonsten geniesst sie die Einsamkeit. Bald muss sie jedoch Bekanntschaft mit einem maskierten Killer machen…

 

 

B (Wertung von A bis F) „Hush“ ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers Mike Flanagan („Oculus“). Seine Ehefrau, Kate Siegel, spielt die Hauptrolle in dem Film.

 
„Hush“ ist ein Psychothriller/Horrorfilm für Zwischendurch. Der Film wird jetzt nicht die Welt verändern, aber er ist unterhaltsam, sehr spannend und recht blutig – ein klassisches Katz-und-Maus-Spiel. Als ich bei Netflix rumstöberte, wollte ich eigentlich nur wissen, was sich hinter dem Filmtitel verbirgt. Die Inhaltsangabe wollte ich lesen, habe jedoch aus Versehen auf Play geklickt und war schon mitten im Geschehen. Die Protagonistin, die Atmosphäre und der Sound haben mich direkt in den Bann gezogen. Natürlich ist nicht alles logisch, dafür ist „Hush“ aber ein Psychothriller, der ohne viel Dialoge bis zum Schluss zu fesseln weiß.

 
„Hush“ feierte seine Weltpremiere bei South by Southwest 2016. Seit dem 7.4.2016 ist der Film über Netflix (weltweit) zu sehen.

Trailer zu sehen:

 

San Francisco – Film: „10 Cloverfield Lane“

Ich war am 14.03.16 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„10 Cloverfield Lane“ (dt. Kinostart: 31.03.16) 103 min sci-fi, thriller, sequel
dir. Dan Trachtenberg cast: Mary Elizabeth Winstead, John Goodman, John Gallagher, Jr. voice: Bradley Cooper

 

 

Nach einem schweren Autounfall wacht Michelle (Mary Elizabeth Winstead) angekettet in einem fensterlosen Raum auf. Ein Mann (John Goodman) erklärt ihr, dass sie sich in einem unterirdischen Bunker befindet, er sie gerettet hat und sie sich jetzt und hier in Sicherheit befindet Mmmh…

 
B (Wertung von A bis F) „10 Cloverfield Lane“ ist das Regiedebüt von Dan Trachtenberg. Es ist keine direkte Fortsetzung zu dem aus dem Jahr 2008 stammenden Film Cloverfield, aber er spielt irgendwo in dem „Cloverfield“-Universum.

Noch vor zwei Monaten wusste außer den direkt Beteiligten niemand von der Existenz dieses Films. „10 Cloverfield Lane“ wurde unter strengster Geheimhaltung gedreht. Das Projekt hatte verschiedene Arbeitstitel („The Cellar“, „Valencia“) und überraschte die Film- und Medienwelt dann am 15.01.16 als der außergewöhnlich gelungene Trailer erstmalig auftauchte. Dass der Film dann auch noch „Cloverfield“ im Titel trägt, löste vollends Begeisterung aus. Hut ab vor dieser durchdachten Marketing-Kampgane von J.J. Abrams Produktionsfirma Bad Robot Productions.

Wo Matt Reeves Film noch amateurhaft wirkte, ist dieser „Cloverfield“-Film solide inszeniert, smart, ungemütlich, hin und wieder humorig und sehr spannend (ab einem gewissen Zeitpunkt sogar kaum aushaltbar spannend). Ich mag diese Wie-würde-ich-reagieren?-Thriller und wenn die Protagonistin dann oftmals noch so reagiert, wie ich es vielleicht in so einer Situation getan hätte – perfekt. Ich fand „10 Cloverfield Lane“ erstklassig, wenn, ja wenn ich die vielleicht letzten 10 Minuten nicht so unfassbar albern gefunden hätte. Als Bewertung hatte ich mir direkt zum Ende des Films ein „B“ notiert. Jetzt, ein paar Tage später sehe ich aber vordergründig das dämliche Ende vor Augen und so war ich tatsächlich geneigt, meine Bewertung nach unten zu korrigieren. Das würde aber wiederum den gesamten Film nicht gerecht werden. Außerdem ist dies der erste Film von Dan Trachtenberg und mindestens 90 Minuten liefert er dafür einen ziemlich guten Film ab, daher bleibe ich bei meiner ursprünglichen Bewertung.

„10 Cloverfield Lane“ ist ein Film über den man inhaltlich kaum etwas erzählen oder schreiben kann bzw. sollte. Man sollte keinem anderen den Spaß, den dieser Film durchaus machen kann, verderben. Ich glaube aber auch, dass dies kein Film ist, der – wenn man die Auflösung kennt – bei einer zweiten Sichtung funktioniert.

John Goodman kenne ich bereits aus Filmen wie „The Big Easy“, „Raising Arizona“ und „Sea of Love“, unvergessen in seiner Rolle in der TV-Serie „Roseanne“. Eine Zeit lang wurde es etwas ruhiger um ihn, zumindest in meiner Wahrnehmung, aber seit einigen Jahren ist er erfreulicherweise wieder voll dabei und glänzt in Filmen wie The Artist, Argo, Flight, Trumbo, etc. John Goodman gab schon immer glaubwürdige und durchaus, sich von der restlichen Besetzung abhebende Performances. Auch in diesem Film ist er klasse. Derzeit wird versucht, ihn für eine Oscar-Nominierung ins Gespräch zu bringen. Ich glaube, dass es dafür nicht langen wird. Hervorragend in diesem Kammerspiel ist auch Mary Elizabeth Winstead („Scott Pilgrim vs. the World“, Smashed, The Spectacular Now, Kill the Messenger).

Man kann damit rechnen, dass es einen weiteren Film der „Cloverfield“-Reihe geben wird.

„10 Cloverfield Lane“ ist am 11.03.16 in 3391 amerikanischen Kinos gestartet und wird am 31.03.16 in den deutschen Kinos anlaufen.

 
Trailer zu sehen:

 
vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Hardcore Henry„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Sci-Fi-Actioner mit Sharlto Copley, heisst in D. nur „Hardcore“
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „The Nice Guys„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Shane Blacks neuer Film mit Russell Crowe und Ryan Gosling
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Everybody Wants Some„
Bewertung des Trailers: A- (neuer Trailer)
Kommentar: Richard Linklaters neuer Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Huntsman: Winter´s War„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Prequel/Sequel zu „Snow White and the Huntsman“
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Ghostbusters„
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Ein Reboot des Originals mit Melissa McCarthy, Kristen Wiig und Chris Hemsworth. Warum?
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „X-Men: Apocalypse„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Marvel-Mist-Fortsetzung. Wann hört es endlich auf, dass ich mir diese Filme auch noch angucken muss. (McAvoy, Fassy, Lawrence, Isaac)
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich will nicht

Trailer v. Film: „Star Trek Beyond„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Genau – DAS ist ein Film, den ich wirklich nicht sehen muss.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

HBO-Films: "Olive Kitteridge"

Ich habe mir folgende HBO-Miniserie angeschaut:

„Olive Kitteridge“ (in D. über iTunes zu sehen) 4 x approx. 60 min drama, adaptation
dir. Lisa Cholodenko cast: Frances McDormand, Richard Jenkins, Zoe Kazan, Rosemarie DeWitt, Ann Dowd, Bill Murray, Peter Mullan, John Gallagher Jr., Devin Druid

Die Mathelehrerin Olive Kitteridge (Frances McDormand) lebt in dem kleinen Küstenörtchen Crosby. Sie ist mit dem Apotheker Henry (Richard Jenkins) verheiratet. Die Beiden haben einen 13-jährigen Sohn (Devin Druid). Olive kann Menschen ganz gut analysieren, ist aber nicht gerne in ihrer Gesellschaft, Henry ist da viel offener und geselliger. Gerade hat er die junge begeisterungsfähige Denise (Zoe Kazan) eingestellt, er mag ihre unbefangene Art. Glücklich scheint das Leben von Olive und Henry nicht zu sein.

A (Wertung von A bis F) „Olive Kitteridge“ basiert auf der gleichnamigen Sammlung von Kurzgeschichten von Elizabeth Strout. Das Buch hat im Jahr 2009 den Pulitzer Prize gewonnen.

„Olive Kitteridge“ ist keine Serie, es ist ein Film in vier Teilen. Ein Mehrteiler bzw. eine Mini-Serie ist das TV-Format, das ich am liebsten gucke. Bei diesem Mehrteiler hatte ich das Buch nicht gelesen und hatte mich auch sonst nicht informiert, worum es genau geht. Ich hatte keine Kritik gelesen, wusste lediglich von der Besetzung und den Preisen, mit denen diese Mini-Serie bereits kurz nachdem sie auf HBO ausgestrahlt wurde, prämiert wurde. Hin und wieder mag ich es ganz gerne, mich von einem Projekt komplett überraschen zu lassen.

„Olive Kitteridge“ ist ganz klar als Drama zu kategorisieren, es ist aber auch eine gut beobachtete Charakterstudie. Die Figurenzeichnung ist exzellent. Man hat ausreichend Zeit, um die Titelheldin und andere Charaktere kennenzulernen, mit ihnen warm zu werden, sie (insbesondere was Olive angeht) versuchen zu verstehen und – was mich betrifft – so von ihr berührt zu werden, dass ich mich außerstande sah, mich wieder zu beruhigen als der Film vorbei war. „Olive Kitteridge“ ging mir wirklich sehr nahe.

Die erste Folge habe ich bereits vor einer Weile geguckt. Ich war neugierig und wollte nur mal reinschauen. Das Gesehene gefiel mir, leider hatte ich überhaupt keine Zeit, mir auch nur einen weiteren Teil anzugucken. Den zweiten Anlauf begann ich dann Wochen später, mittlerweile war so viel Zeit verstrichen, dass ich mich nicht mehr richtig an den ersten Teil erinnerte. Entsprechend habe ich mir den ersten Teil erneut angeschaut. Eigentlich wollte ich nur zwei Teile gucken und am nächsten Tag fortsetzen. Mit der zweiten Folge war ich dann aber so gefesselt von Olive (und ein paar anderen Figuren), dass ich nicht anders konnte, als bis zum Schluss zu gucken. Vergleichbar mit einem guten Freund, den man nicht alleine lassen kann, wenn er in Schwierigkeiten steckt.

Manchmal, und das geht mir durch die unzähligen Begegnungen durch meinen Job häufig so, mag ich einfach bestimmte Menschen und kann andere wiederum von vornherein nicht leiden. Wenn mich jemand dann fragt warum, kann ich es nicht immer benennen. Zu einigen Menschen fühlt man sich einfach hingezogen, bei anderen stört einen etwas, ohne dass derjenige vielleicht von vornherein irgendwelche Verhaltensauffälligkeiten zeigt. Die Chemie muss einfach stimmen.

Die Chemie zwischen mir und Olive Kitteridge stimmt. In der Mini-Serie gibt es einige interessante Charaktere. Der Titelfigur galt aber meine gesamte Aufmerksamkeit und Zuneigung. Ich fand sie einfach faszinierend, wollte wissen, was sich hinter ihrer rauen Schale verbirgt, was sie spröde und unnahbar werden ließ, wie ihr Leben verläuft, ob sie irgendetwas in ihrem Leben bereut, was ihr bestimmte Menschen bedeuten, wie andere auf ihre direkte Art und ihre Eigenarten reagieren, usw. Ich hatte so viele Fragen, wie man sie immer hat, wenn jemand Interessantes in sein Leben tritt. Vielleicht habe ich nicht auf all meine Fragen eine Antwort bekommen. Manchmal gibt es Menschen, die einfach in einigen Bereichen undurchsichtig bleiben und die man gerade daher noch spannender findet. Olive ist sicherlich eine Persönlichkeit, die es einem leicht macht, sie ins Herz zu schließen. Ich mag Menschen, die unverstellt und anders sind und die sich nicht verbiegen lassen, weil sie es entweder nicht können oder nicht wollen. Man erlebt Olive Kitteridge über einen Zeitraum von 25 Jahren. Mit der dritten Folge (und zwar schon zu Beginn) sind mir die Tränen gelaufen, nicht das irgendetwas Besonderes passiert ist. In der letzten Folge sah ich mich nicht mehr in der Lage, mich zusammenreissen zu können. Ich war zu diesem Zeitpunkt zu tief mit der komplexen Olive (und ein paar anderen Figuren) verbunden.

Frances McDormand ist Olive Kitteridge. Die amerikanische Schauspielerin ist stets brillant, diese Performance bildet aber den vorzeitigen Höhepunkt ihres kreativen Schaffens. Es ist keine Performance, die auf den ersten Blick ins Auge fällt. Es sind mehr die leisen Töne, die Stimmung, die sie mit ihrer nuancierten Performance transportiert. Es gibt nur wenige Schauspieler, die das beherrschen. Wenn „Olive Kitteridge“ ein Kinofilm aus dem Jahr 2015 wäre (und ich finde es schade, dass es keiner ist), dann wäre Frances McDormands Performance, die die es bei den nächsten Oscars zu schlagen gilt. Da es aber nunmal eine TV-Produktion ist, ist ihr der Fernseh-Oscar „Emmy“ wohl sicher. Von der Schauspielgarde wurde sie hierfür bereits im Januar mit einem SAG-Award ausgezeichnet.

Aber auch Henry ist eine Figur, die man schnell ins Herz schließt. Er macht es einem natürlich auch leichter als seine Frau Olive, ihn zu mögen. Richard Jenkins zeigt sich auch wieder mal in Bestform. So klar, wie die Figuren definiert sind, so klar erkennt man auch, was Olive und Henry für eine Ehe führen. Man spürt die Gewohnheit, die Vertrautheit, die Liebe, aber auch auf der anderen Seite kann man die Verachtung greifen, die Olive ihrem Henry manchmal entgegenbringt. Besonders mochte ich aber auch die Beziehung zwischen Olive und O´ Casey.

Eine Lieblingsfolge habe ich bei diesem Vierteiler nicht. In der dritten Folge geschieht etwas, womit ich in dieser Art von Film überhaupt nicht gerechnet habe. Das hat mich komischerweise auch unter Stress gesetzt. Gut gefallen hat mir auch, wie die Barsängerin bestimmte Klassiker vorträgt. Nicht nur, dass die Songs einen geeigneten Platz im Film finden und die Handlung unterstützen, bei manchen Songs (insbesondere bei einem meiner Lieblingssongs „Close to You“) wird mir einfach immer warm ums Herz.

Erwähnenswert ist vielleicht noch, dass „Olive Kitterdige“ u.a. von Tom Hanks und Frances McDormand produziert wurde, Die amerikanische Filmemacherin Lisa Cholodenko („Laurel Canyon“, The Kids Are All Right) hat Regie führt.

Die Charaktere im Einzelnen:

Olive Kitteridge arbeitet als Mathelehrerin und ist seit vielen Jahren mit Henry (gespielt von Richard Jenkins) verheiratet. Sie haben einen gemeinsamen Sohn, Christopher (gespielt von Devin Druid bzw. als Erwachsener von John Gallagher Jr.). Mit den wenigsten Menschen kann sie was anfangen, sie beobachtet und analysiert Menschen, aber will sie nicht in ihrer Nähe haben. Olive hat ein großes Herz, aber zeigt ganz selten Gefühle und verschreckt andere mit ihrer Übellaunigkeit und ihrem Zynismus. Sie ist nicht wirklich glücklich, vielleicht sogar depressiv. Depressionen liegen in ihrer Familie, ihr Vater litt daran. Manche Menschen können nicht über ihren Schatten springen, nicht mal wenn sie es ernsthaft versuchen. Ich liebe ihren Charakter. Ihr Charakter ist ganz klar beschrieben und dadurch konnte ich ihr Denken und ihr Verhalten oft nachvollziehen. Gespielt wird Olive Kitteridge von der wunderbaren Frances McDormand. Die Oscar-Gewinnerin („Fargo“) und Tony-Gewinnerin (für ihre Rolle in dem Theaterstück „Good People“) bewirbt sich mit dieser Rolle um einen Emmy-Award. Frances McDormand begleitet mein Filmleben schon so lange, weil sie einfach ein Talent hat, in den richtigen Filmen mitzuspielen. In dem Coen Bros Film „Blood Simple“ gab sie ihr Spielfilmdebüt. Dort hat sie den Regisseur Joel Coen kennengelernt und vom Fleck weg geheiratet. Mittlerweile sind sie 32 Jahre verheiratet. Gespielt hat Frances McDormand in zahlreichen Spielfilmen: „Raising Arizona“, „Mississippi Burning“, „Primal Fear“, „Almost Famous“, „The Man Who Wasn´t There“, „Laurel Canyon“, Miss Pettigrew Lives for a Day, Moonrise Kingdom

Henry arbeitet als Apotheker und ist seit Jahren mit Olive (gespielt von Frances McDormand) verheiratet. Sie haben einen Sohn, Christopher. Henry ist immer freundlich, im Gegensatz zu seiner Frau ein sehr herzlicher, lebensfroher und geselliger Mensch, der unter der lieblosen Ehe mit seiner Frau Olive leidet. Spätestens mit der dritten Folge hat mich Henry zu Tränen gerührt. Gespielt wird Henry von dem amerikanischen Schauspieler Richard Jenkins. Vielen ist er vielleicht durch die HBO-Serie „Six Feet Under“ bekannt. Lange davor war er aber schon in Kinofilmen zu sehen („Hannah and Her Sisters“, „Sea of Love“, „Wolf“), er hat in einigen Coen Bros-Filmen mitgespielt („The Man Who Wasn´t There“, „Intolerable Cruelty“ und „Burn After Reading“). Für seine Rolle in The Visitor wurde er für den Oscar nominiert. Für seine Rolle in „Olive Kitteridge“ hat er eine SAG-Nominierung erhalten und bewirbt sich damit zweifelsfrei um eine Emmy-Award-Nominierung.

Denise ist eine Angestellte von Henry. Sie ist ein junges, einfach gestricktes, unsicheres Mädchen. Henry ist von ihrer Fröhlichkeit und Unbeschwertheit angetan, Olive ist genervt von ihr und ihrem nicht vorhandenen Selbstbewusstsein. Ich kann verstehen, warum Olive sie nicht mag. Gespielt wird Denise von der amerikanischen Schauspielerin Zoe Kazan. Sie ist die Enkelin des legendären Film- und Theaterregisseurs und Oscar-Gewinners Elia Kazan („A Streetcar Named Desire“, „On the Waterfront“, „East of Eden“). Zusammen ist sie mit einem der besten Jungschauspieler, Paul Dano. Ich habe zahlreiche Kinofilme „The Savages“, „Fracture“, „Revolutionary Road“, „It´s Complicated“, „Meek´s Cutoff“ gesehen, in denen Zoe Kazan mitspielt. Ich mag sie am meisten, wenn sie kleinere Rollen spielt und mir nicht auffällt. Sie sollte keine Hauptrolle wie in Ruby Sparks oder What If bekleiden.

Christopher ist der Sohn von Olive und Henry. Olive und ihr Sohn haben ein schwieriges Verhältnis. Christopher wird von zwei Schauspielern gespielt. Devin Druid verkörpert den 13-jährigen Christopher und der amerikanische Schauspieler John Gallagher J.r spielt den erwachsenen Christopher. John Gallagher Jr. ist ein Theater-, Film- und Fernsehschauspieler. Für seine Rolle in dem Musical „Spring Awakening“ hat er bereits einen Tony-Award gewonnen. Ich habe ihn in den Kinofilmen „Pieces of April“, „Jonah Hex“, „Margaret“ und Short Term 12 gesehen. Bekannt ist er aber selbstverständlich auch aus der HBO-Serie The Newsroom

Jim O Casey arbeitet als Englischlehrer und ist ein Kollege und Freund von Olive. Sie sind sich beide sehr ähnlich. Er ist ein Eigenbrötler und zynisch. Er ist einer der wenigen Menschen, die Olive wirklich mag. Ich mag Jim O´Casey logischerweise auch sehr gerne. Gespielt wird er von dem großartigen schottischen Schauspieler Peter Mullan. Den meisten wird Peter Mullan wohl durch seine Rolle in den „Harry Potter“-Filmen bekannt sein. Ich habe nie einen dieser Filme gesehen, mir war er noch ganz frisch in Erinnerung durch die Mini-Serie Top of the Lake. Er hat aber auch in einigen meiner Lieblingsfilme („Shallow Grave“, „Trainspotting“ und Tyrannosaur) mitgespielt.

Jack Kennison spielt eine wichtige Rolle in der Mini-Serie. Er kommt zwar erst in der letzten Folge richtig zum Einsatz, aber er kommt gerade im richtigen Moment. Gespielt wird Jack Kennison von dem amerikanischen Schauspieler Bill Murray. Bill Murray hatte nach seinem letzten filmischen Fehltritt St. Vincent bei mir noch einiges wiedergutzumachen. Ich bin immer noch unfassbar sauer auf die pure Existenz dieses Films und seine furchtbare Performance. Das liess mich beinahe vergessen, in welchen tollen Filmen er über die Jahre gespielt hat. Bill Murray hat für seine Rolle in einem meiner Lieblingsfilme „Lost in Translation“ eine Oscar-Nominierung erhalten. In den U.S.A. wurde er in den 1970er Jahren durch „Saturday Night Live“ berühmt. In Deutschland kennt man ihn wohl erst seit den 1980er Jahren, vor allen Dingen durch „Caddyshack“ und „Ghostbusters“. Ich mag ihn besonders in den ganzen Indie-Filmen, in denen er spielte („Rushmore“, „Coffee and Cigarettes“, „Broken Flowers“, „The Darjeeling Limited“, Get Low)

Der Mehrteiler „Olive Kitteridge“ wurde erstmalig auf dem Venice Film Festival 2014 gezeigt. Die Mini-Serie wurde ab dem 2.11.2014 auf HBO an zwei Tagen ausgestrahlt und war jetzt schon für zahlreiche TV-Preise nominiert. Gewonnen hat Frances McDormand bislang einen SAG-Award für ihre Rolle und auch wurde die Regisseurin Lisa Cholodenko mit einem DGA Award ausgezeichnet. Die Autorin Jane Anderson konnte bei den WGAs als Siegerin für ihr Drehbuch hervorgehen. Man kann davon ausgehen, dass Olive Kitteridge einige Emmy-Nominierungen und Awards einheimsen wird. Update: „Olive Kitteridge“ war für 13 Emmy Awards nominiert und hat 6 Emmys gewonnen. Ausgezeichnet wurde „Olive Kitteridge“ in folgenden Kategorien: Outstanding Limited Series, Outstanding Lead Actor in a Limited Series or a Movie (Richard Jenkins), Outstanding Lead Actress in a Limited Series or Movie (Frances McDormand), Outstanding Supporting Actor in a Limited Series or a Movie (Bill Murray), Outstanding Supporting Actress in a Limited Series or a Movie (Zoe Kazan), Outstanding Directing for a Limited Series, Movie or a Dramatic Special, Outstanding Writing for a Limited Series, Movie or a Dramatic Special und Outstanding Casting for a Limited Series, Movie or a Special

Der Vorspann zu sehen:

Trailer zu sehen:

NYC – Film: "Short Term 12"

Ich war am 25.09.13 in New York und habe mir im Kino angeschaut:

„Short Term 12“ 96 min drama, adaptation
dir. Destin Daniel Cretton cast: Brie Larson, John Gallagher Jr., Kaitlyn Dever, Rami Malek, Lakeith Stanfield

Grace (Brie Larson) ist Mitte 20 und leitet eine Betreuungseinrichtung für Minderjährige. Angelegt ist der Aufenthalt auf max. 12 Monate. Einige der Kinder und Jugendliche kommen in dem Heim nur für eine kurze Zeit unter, andere wohnen hier schon länger. Alle finden hier aber ein neues Zuhause. Grace hat einen ganz besonderen Draht zu den Kids, sie liebt ihren Job. Mit ihrem Arbeitskollegen Mason (John Gallagher Jr.) führt sie eine Beziehung. Jetzt wird der neue Angestellte Nate (Rami Malek) eingearbeitet und in die Einrichtung kommt der Neuzuwachs Jayden (Kaitlyn Dever). Das Mädchen wirkt verstört und schwierig, aber Grace scheint zu verstehen, was in ihrem neuen Schützling vorgeht…

B+ (Wertung von A bis F) „Short Term 12“ basiert auf Destin Daniel Crettons eigenem, gleichnamigen Kurzfilm. Der Kurzfilm hat im Jahr 2009 in Sundance den Jury Prize gewonnen. „Short Term 12“ ist das Spielfilmdebüt des jungen Regisseurs.

„Short Term 12“ ist ein außergewöhnlicher Film. Ein kleiner Indie, der ganz unaufgeregt daherkommt und einen mitten ins Herz sticht. Das Inszenierte wirkt so realistisch und intim, als ob man eine Reportage über schwer erziehbare, misshandelte oder verlassene Minderjährige und ihre Betreuer schaut. Alle Beteiligten wirken so wahrhaftig, was sich vielleicht dadurch erklärt, dass der Regisseur mal selbst in so einer Betreuungseinrichtung gearbeitet hat.

Es ist Brie Larsons Film und darin liegt gar kein Zweifel. Die Geschichte wird aus ihrer Perspektive erzählt. Als Zuschauer ist man immer bei ihr. Brie Larson (21 Jump Street, The Spectacular Now, Don Jon) ist diese aufopfernde, verständnisvolle Betreuerin Grace, die es selbst nicht einfach hatte. Brie Larson ist zu Recht für eine Oscar-Nominierung für diese Rolle im Gespräch.

John Gallagher Jr. kam mir die ganze Zeit wahnsinnig bekannt vor. Ohne nachzuschauen wäre ich aber nicht darauf gekommen, dass ich ihn aus der HBO-Serie „The Newsroom“ kenne. (und das obwohl ich auf dem Hinflug nach New York im Bordprogramm noch einmal meine Lieblingsfolge „I´ll Try to Fix You“ gesehen habe – das sollte mir vielleicht zu denken geben). Auch hat mich Nates (gespielt von Rami Malek) auffälliges Aussehen nicht mehr losgelassen. Wo kenne ich den denn schon wieder? So etwas kann einen ja auch in den Wahnsinn treiben. Bei ihm ist es mir aber auch nicht von alleine eingefallen, dass ich ihn erst kürzlich in „The Master“ gesehen habe.

Für „Short Term 12“ sind folgende Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Film, Beste Hauptdarstellerin (Brie Larson) und Bester Song. Eines der „Problemkinder“ (gespielt von Lakeith Stanfield) gibt mit „So You Know What It´s Like“ eine, für den Film und seinen Charakter wichtige, 90-sekündigen Rap-Performance.

„Short Term 12“ ist erstmalig auf dem South by Southwest Festival 2013 gezeigt worden. Dort hat er den Grand Jury Award und den Publikumspreis gewonnen.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „A.C.O.D.“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Komödie mit Adam Scott, Amy Poehler, Jane Lynch, Richard Jenkins, etc.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 80%

Trailer v. Film: „The Summit“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Doku über ein Drama, das sich beim Bergsteigen ereignet hat.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 80%

Trailer v. Film: „Kill Your Darlings“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Drama mit Dane DeHaan, Ben Foster, Michael C. Hall, Elizabeth Olsen und diesem Harry Potter-Darsteller
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „We Are What We Are“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: amerikanischer Horrorfilm und Remake eines mexikanischen Films
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 80%

DVD – Film: "Margaret"

Folgenden Film habe ich mir über iTunes (U.S.) als Leihvideo angeschaut:

„Margaret“ 150 min drama
dir. Kenneth Lonergan cast: Anna Paquin, Jeannie Berlin, Matt Damon, Mark Ruffalo, Kieran Culkin, Olivia Thirlby, Rosemarie DeWitt, Matthew Broderick, Allison Janney, Jean Reno

Die 17-jährige New Yorker Schülerin Lisa (Anna Paquin) wird Zeuge eines tragischen Verkehrsunfalls. Da sie den Busfahrer und Unfallverursacher (Mark Ruffalo) abgelenkt hat, gibt sich Lisa eine Mitschuld am Tod der Fußgängerin (Allison Janney). Durch Lisas Falschaussage bei der Polizei kommt der Busfahrer straffrei davon. Sie nimmt Kontakt zu der besten Freundin der Verstorbenen (Jeannie Berlin) auf…

B (Wertung von A bis F) Einige amerikanische Filmkritiker hatten im letzten Jahr den Film „Margaret“ in ihrer Top Ten Liste aufgeführt.

Da ich mir auch diesen Film angeschaut habe, ohne zuvor etwas darüber gelesen zu haben, war ich anfangs sehr irritiert über die Besetzung von Anna Paquin („Piano“, „X-Men“, True Blood). Das hat mir überhaupt keine Ruhe gelassen, so dass ich gleich zu Beginn des Films erst einmal gegoogelt habe, wie alt sie ist. Anna Paquin ist dreißig Jahre alt. Sie sieht zwar noch recht jung für ihr Alter aus, aber in einer Rolle als 17-jährige Schülerin wollte ich sie anfangs partout nicht akzeptieren. Komischerweise habe ich dieses Alters-Debakel dann doch irgendwann vergessen, weil sie mich mit ihrer nuancierten Performance einfach gefesselt hat. Sie spielt einen Teenager mit allen vorstellbaren Unsicherheiten, Stimmungsschwankungen und der Frage was richtig oder falsch ist. Ebenfalls beeindruckt war ich von der Schauspielerin Jeannie Berlin.

Im Nachhinein hat sich für mich dann auch noch aufgeklärt, warum Anna Paquin überhaupt als 17-Jährige besetzt wurde. Der Film ist im Jahr 2005 gedreht worden. Der Regisseur Kenneth Lonergan (der hier auch in einer Nebenrolle als Lisas Vater zu sehen ist) hatte anschließend kreative Probleme, den 3-Stunden-Film zu kürzen und fertig zustellen. Der Film ist mit 150 Minuten, meinem Empfinden nach, immer noch viel zu lang.

Aus rechtlichen Gründen ist der Film erst im Jahr 2011 ins amerikanische Kino gekommen.

Trailer zu sehen:

San Francisco – Film: "Jonah Hex"

Ich war am 27.06.10 in San Francisco und habe mir im Kino angeschaut:

„Jonah Hex“ 85 min western, adaptation
dir. Jimmy Hayward cast: Josh Brolin, Megan Fox, John Malkovich, Michael Fassbender, Aidan Quinn, Wes Bentley, Michael Shannon

Der amerikanische Bürgerkrieg ist vorbei. Quentin Tumbull (John Malkovich) zwingt seinen Erzfeind Jonah Hex (Josh Brolin) mitanzusehen, wie seine Familie getötet wird. Anschließend lässt er noch das Gesicht von Hex entstellen. Der Revolverheld und Kopfgeldjäger Jonah Hex schwört Rache.

D- (Wertung von A bis F) Der Film „Jonah Hex“ basiert auf einer DC Comic Serie über den gleichnamigen Kopfgeldjäger.

„Jonah Hex“ ist eine Katastrophe und ich wurde gewarnt! Bei solchen Filmen gibt es genau drei Möglichkeiten: einschlafen, vorzeitig rausgehen oder bis zum Schluß durchhalten und den ganzen Tag schlechte Laune haben. Da das Dargebotene so unglaublich blöd ist, ist einschlafen ja nicht das Schlechteste. Das sei einem bei „Jonah Hex“ jedoch nicht vergönnt, da der Sound (bzw. Soundtrack) in den meisten Szenen so unerträglich laut ist. Warum ich mich nicht dazu entschieden habe, das Kino vorzeitig zu verlassen, kann ich mir jetzt, eine Woche später, überhaupt nicht mehr erklären. Hätte ich mal, aber manchmal haben Katastrophen auch etwas Faszinierendes. Ich denke aber eher, es war, dass ich nicht wahrhaben wollte, dass der Film sooo schlecht ist. Beschäftigt hat mich, warum die 24jährige Megan Fox hier in keiner Szene ohne Weichzeichner gezeigt wurde. Geärgert hat mich, dass ich Michael Shannon nicht erkannt habe. Wahrscheinlich habe ich da aber entweder gerade mal wieder auf die Uhr geguckt (und es wieder einmal nicht fassen können, dass keine zwei Minuten vergangen sind) oder ich habe, wie sicherlich sehr oft, die Augen verdreht…

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer von Film:“Inception“
Bewertung des Trailers: A
Kommentar: Christopher Nolans/Leos neuer Fantasy-Sci-Fi-Film
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 100 %

Trailer von Film: „Resident Evil: Afterlife“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Horror mit Milla Jovovic, habe keinen Teil der Reihe gesehen, wirkt aber cool.
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 40%

Trailer v. Film: „Middle Men“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Comedy mit Luke Wilson, Giovanni Ribisi, James Caan, Peter Stormare
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Expendables“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Action mit Sylvester Stallone, Jason Stratham, Bruce Willis, Eric Roberts, Mickey Rourke, Arnold Schwarzenegger….
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x (zuvor Teaser)
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 20 %

Trailer v. Film: „Scott Pilgrim vs. the World“
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Action/Comedy mit Michael Cera, Kieran Culkin, Anna Kendrick
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 40%

Trailer v. Film: „Get Low“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Tragikomödie mit Robert Duvall, Sissy Spacek, Bill Murray
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%