NYC – Film: „Joker“

Ich war am 9.10.19 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Joker“ (dt. Kinostart war der 10.10.19)  122 min  drama, thriller, adaptation 

dir. Todd Phillips  cast: Joaquin Phoenix, Robert De Niro, Zazie Beetz, Frances Conroy, Bill Camp, Brian Tyree Henry, Brett Cullen, Shea Whigham 

 

1981 in Gotham City. Arthur Fleck (Jooaquin Phoenix) hat psychische Probleme und verdient sich seinen Lebensunterhalt als Clown. Er lebt mit seiner kranken Mutter (Francwes Conroy) zusammen und träumt davon, Stand-Up-Comedian zu werden. Sein Held ist der Late Night Talkmaster Murray Franklin (Robert De Niro). Ein Leben lang muss Arthur Schläge und Demütigungen einstecken, bis es eines Tages zu viel wird….

 

A (Wertung von A bis F) „Joker“ basiert auf den Charakteren der DC Comics. Es ist der erste Film, der die Vorgeschichte des titelgebenden Comic-Antihelden erzählt, es ist aber kein Teil des DC Extended Universe. „Joker“ ist der neue Film des amerikanischen Schauspielers, Drehbuchautors, Produzenten und Regisseurs Todd Phillips („Starsky & Hutch“, The Hangover, Part II, Part III, War Dogs). 

Ich würde den Film nicht allein dem Genre der Superhelden-Filme zuordnen. Üblicherweise bekommt man zu Beginn solcher Filme das Marvel- oder DC-Logo eingeblendet. Hier hat Warner Bros. darauf verzichtet, der Film sollte für sich stehen. „Joker“ zeigt, dass eine Comic-Adaption auch ohne Action und ohne Charaktere mit Superkräften auskommen kann.

Ein Film, der die Zuschauerschaft spaltet, hat in meinen Augen schon mal vieles richtig gemacht. Es hätte mich schon sehr überrascht, wenn ich den Film nicht gemocht hätte. Joaquin Phoenix als Arthur Fleck/Joker in einem Film, der genau das ist, was der Trailer verspricht: ein düsterer, komplexer Film. Der Film wird dafür kritisiert, dass, er keine Botschaft hat. Nun, hat er auch nicht,„Joker“ bietet dafür Spielraum für eigene Interpretationen. Der Film regt zu Diskussionen an und schafft damit schon weit mehr, als die meisten Filme. 

Für mich ist es hauptsächlich ein Film über toxische Männlichkeit. Es ist aber auch ein Film über psychische Erkrankungen und wie Menschen vom Staat und der Gesellschaft mit ihren Problemen allein gelassen werden. „Joker“ zeigt zugleich aber auch eine Gesellschaft, in der es immer rücksichtsloser zugeht, in der die Wut der Bürger größer wird, eine Sehnsucht nach einer Richtung und Vorbildern herrscht. Vorbilder werden dann in irgendwelchen Berühmtheiten gefunden, (der Film kritisiert den Starkult) und die Abgehängten finden eine Zugehörigkeit in irgendwelchen extrem fragwürdigen politischen Bewegungen (hier: Kill the Rich).

Auch wenn der Film zu Beginn der 1980er Jahre spielt, spiegelt er auch unsere gegenwärtige Zeit wieder. Wenn man die Nachrichten verfolgt, vergeht kein Tag, an dem ein Mann nicht aus Eifersucht, verletztem/r Stolz/ Eitelkeit, aus Frustration oder puren Hass oder auch gerne auch mal, weil jemand „die Familienehre retten will“, durchdreht, grundlos andere Menschen angreift oder seine (Ex-) Freundin oder Frau, seine komplette Familie, seine (ehemaligen) Arbeitskollegen oder – wen auch immer – schwer verletzt oder gar tötet. Nicht nur in den Vereinigten Staaten, auch in unserer Gesellschaft haben wir ein Problem mit „toxic masculinity“ und es wird Zeit, dass dieses Thema angegangen wird. 

Arthur Fleck ist über einen längeren Zeitraum einfach ein einsamer Außenseiter mit seelischen Problemen. Vielleicht ist er sogar autistisch, er versteht die Signale anderer Menschen nicht, wird missverstanden, verliert zunehmend den Blick auf die Wirklichkeit, ist aber auf der anderen Seite durchaus anpassungswillig, sogar empathisch und definitiv will er niemandes etwas Böses. Relativ zu Beginn wird er von einer Horde Jugendlicher grundlos zusammengeschlagen. Sein ganzes Leben wird er bereits gedemütigt, Arthur Fleck ist ein Opfer der Gesellschaft. Er ist ein psychisch kranker Mensch, der Hilfe braucht, bevor er vielleicht zu einer Gefahr für die Gesellschaft wird. Aus Sparmaßnahmen versagt der Staat dann seinem hilfsbedürftigen Bürger weitere Therapiemaßnahmen. Arthur fühlt sich alleingelassen und das Unheil nimmt seinen Lauf. Bezeichnend sein, nachdenklich stimmender Satz in seinem Tagebuch, „I hope my death makes more cents than my life“ Wohlgemerkt „cents“ nicht „sense“. 

Auf diesen Film bezogen, verliert Arthur Fleck langsam seine Identität und seine Menschlichkeit und wird zum „Joker“. Langsam, weil zwei Drittel des Films sehen wir Arthur Fleck, der einmal – mehr oder weniger – aus Notwehr handelte und später dann, nichts mehr zu verlieren hatte und bewusst jemanden in seinem engeren Umkreis tötete. Das war zumindest für mich der Moment, in dem Arthur Fleck zum Joker wurde. Natürlich rechtfertigt nichts seine späteren Taten. Hier sehen wir eine Gesellschaft, die solche Psychopathen hervorbringt, am Ende steht wieder die toxische Maskulinität, dieses Mal verkörpert durch den Joker und den vielen, seine, sich von ihm inspiriert fühlenden Trittbrettfahrern. „Joker“ zeigt einen möglichen Werdegang eines psychisch labilen Menschen und ist eine Charakter- und Seelenstudie, dabei verherrlicht der Film aber nicht diesen Täter. 

Joaquin Phoenix gibt eine große Performance, sehr intensiv, sehr nuanciert. Es gab keinen Moment, in dem ich nicht wusste, was Arthur Fleck ausmacht und was in ihm vorging. Joaquin Phoenix ist Arthur Fleck/der Joker. Mit seinem ausgemergelten Körper und samt seinen Ticks, seinem unkontrollierten Lachen und seinem improvisierten Ausdruckstanz zeigt er eine völlig andere Interpretation des Jokers als Jack Nicholson (in Tim Burtons „Batman“) oder Heath Ledger (The Dark Knight ). „Joker“ hat durchaus ein paar Drehbuch- und Regie-Schwächen, die Joaquin Phoenix für mich jedoch völlig wegradieren kann. Am Ende habe ich den Film nur als Ganzes wahrgenommen. Dieser Film ist mit einem anderen Schauspieler nicht vorstellbar. Für die Rolle hat er 25 Kilos abgenommen. Um seine Performance richtig erfassen zu können, muss man den Film in der Originalfassung sehen. Joaquin wurde 3 x („Gladiator“, „Walk the Line“, The Master) für den Oscar nominiert. Im Moment kann ich mir nicht vorstellen, dass es am Ende des Jahres eine Performance gibt, die den Oscar mehr verdient hätte, als diese. Ich habe aber auch noch nicht alle Filme gesehen.

Es ist Joaquin Phoenix erste (und hoffentlich letzte) Rolle in einer Comic-Verfilmung. Bislang hat er nur in Filmen gespielt, die kaum Geld an der Kinokasse eingespielt haben. Mir kommt da sofort der einstige Charakterschauspieler Robert Downey Jr. und den Verlauf seiner Karriere in Erinnerung. Bei Joaquin Phoenix bin ich aber sehr zuversichtlich, dass er sich nicht an Disney bzw. ein anderes Filmstudio verkauft.

Natürlich ist „Joker“ eine Hommage an Martin Scorseses Charakterstudien „Taxi Driver“ und noch mehr „The King of Comedy“ (in dem De Niro den psychisch labilen Rupert Pupkin spielte und davon träumte, Stand-Up-Comedian zu werden, in „Joker“ übernahm De Niro quasi den Part von Jerry Lewis). Mich erinnerte „Joker“  aber auch an drei meiner anderen Lieblingsfilme „Fight Club“, „American Psycho“ und You Were Never Really Here.

„Joker“ ist selbstverständlich jetzt bereits schon einer meiner Top Ten Filme aus dem Jahr 2019. Update: „Joker“ ist einer meiner Top Ten-Filme des Jahres 2019.

Grundsätzlich ist ein Superhelden-Film kein Oscar-Anwärter. Allein Joaquin Phoenix in der Rolle bringt den Film schon ins Gespräch für Oscar-Nominierungen. Da der Film dann aber noch auf zwei, bzw. drei wichtigen Herbstfestivals (Venedig, Toronto und New York) gezeigt wurde, zeigt, dass man sich hinsichtlich der Oscars etwas verspricht. 

„Joker“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Joaquin Phoenix), Beste Nebendarstellerin (Frances Conroy) und einige technische Kategorien Update: „Joker“ ist bei den 92nd Academy Award für die meisten Oscars (11) nominiert worden. Er hat eine Oscar-Nominierung für Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Joaquin Phoenix), Bestes adaptiertes Drehbuch, Beste Kamera, Bester Schnitt, Bester Ton, Bester Tonschnitt, Beste Filmmusik, Bestes Kostümdesign und Bestes Make-up und beste Frisuren erhalten. Update: „Joker“ hat zwei Oscars (Bester Hauptdarsteller, Joaquin Phoenix und Beste Filmmusik gewonnen)

„Joker“ wurde erstmalig auf dem Venice International Film Festival 2019 gezeigt. Auf diesem Filmfestival hat der Film den Hauptpreis, den Goldenen Löwen, gewonnen. Der Film startete am 4.10.19 in 4,374 amerikanischen Kinos. In Deutschland ist der Film seit dem 10.10.19 im Kino zu sehen. 

Trailer zu sehen: 

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Knives Out„

Bewertung des Trailers: A- (neuer, dieses Mal Teaser) 

Kommentar: Rian Johnsons neuer Film: Willkommen zurück in der Indie-Welt. Mit Daniel Craig, Jamie Lee Curtis, Don Johnson, Toni Collette, Lakeith Stanfield, Christopher Plummer und Michael Shannon

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Star Wars: The Rise of Skywalker„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: neunter Part der Saga – gähn

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Gretel & Hansel„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Ernsthaft? Horrorfilm und Januar-Film

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „The King´s Man„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Prequel zu den Kingsman-Filmen. Regie Matthew Vaughn mit Ralph Fiennes 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „1917„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Sam Mendes neuer (Oscar- ?)Film, Erste-Weltkriegsgeschichte, eigentlich interessiert mich der Film nicht sonderlich, aber der Trailer ist schon gut.

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „Knives Out„

Bewertung des Trailers: A- (zweiter vor „Joker“ gezeigter, dieses Mal richtiger Trailer) 

Kommentar: Rian Johnsons neuer Film: Willkommen zurück in der Indie-Welt. Mit Daniel Craig, Jamie Lee Curtis, Don Johnson, Toni Collette, Lakeith Stanfield, Christopher Plummer und Michael Shannon

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Terminator: Dark Fate„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Pfffffffffffff

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Richard Jewell„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Clint Eastwoods neuer (Oscar- ?)Film. Biopic mit Paul Walter Hauser, Sam Rockwell, Kathy Bates, Jon Hamm, Olivia Wilde

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Zombieland: Double Tap“

Bewertung des Trailers: B (Redband Trailer) 

Kommentar: Fortsetzung zu Zombieland

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Doctor Sleep„

Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer) 

Kommentar: Verfilmung von Stephen Kings Buch/Fortsetzung von „The Shining“ mit Ewan McGregor 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 

Ein Bild, dass ich Ende September in New York aufgenommen habe
Ein Bild, dass ich Ende September in New York aufgenommen habe

 

...an der Kinokasse meines New Yorker Kinos
an der Kinokasse meines New Yorker Kinos

NYC – Film: „The Sisters Brothers“

Ich war am 28.09.18 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Sisters Brothers“(dt. Kinostart: 07.03.19)  120 min  western, adaptation

dir. Jacques Audiard  cast: John C. Reilly, Joaquin Phoenix, Jake Gyllenhaal, Riz Ahmed, Rutger Hauer, Allison Tolman

 

Oregon im Jahr 1851. Die berüchtigten Brüder Eli (John C. Reilly) und Charlie (Joaquin Phoenix) sollen sich mit John Morris (Jake Gyllenhaal) treffen. Der soll den vermeintlichen Goldsucher Hermann Kermit Warm (Riz Ahmed) an die beiden Auftragskillern ausliefern. Die arbeiten im Auftrag des „Commodore“ (Rutger Hauer)…

 

 

B (Wertung von A bis F) „The Sisters Brothers“ basiert auf Patrick deWitts gleichnamigen Roman. Es ist der neue Film des französischen Autors und Filmemachers Jacques Audiard („A Prophet“, Rust and Bone, „Dheepan“). Dies ist sein erster englischsprachiger Film. 

„The Sisters Brothers“ ist nicht nur aufgrund der Paarung von Joaquin Phoenix und John C. Reilly ein sehenswerter Film. Erzählt wird hier eine recht einfache Western-Geschichte. Angesiedelt in einer Zeit, in der die Zivilisation langsam im Wilden Westen Einzug hält. Der Film hat einen langsamen Spannungsaufbau, über weite Strecken passiert nicht viel. Man folgt zwei berüchtigten Revolverhelden, den gebildeten, aber so unterschiedlichen Brüdern, einer ist eher der nachdenkliche, romantische Typ, der den Wandel der Zeit neugierig aufnimmt, der andere ein Rauf- und Trunkenbold. Die Dialoge zwischen den Geschwistern sind witzig, die Schlägereien und Schießereien – wie es sich für einen ordentlichen Western gehört – natürlich blutig. Später im, vom Goldrausch geprägten Kalifornien, kommt es dann noch zu einem Zusammentreffen mit den beiden Anderen (ebenfalls exzellent von Riz Ahmed und Jake Gyllenhaal, die bereits in Nightcrawler zusammenspielten, dargestellt). Bei tendenziell ruhigen Filmen habe ich immer die Befürchtung, dass sie im Heimkino nicht so wirken, daher würde ich es empfehlen, diesen kleinen, feinen Indie-Western auf der großen Leinwand zu sehen. 

„The Sisters Brothers“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (John C. Reilly, Joaquin Phoenix), Bestes adaptiertes Drehbuch 

„The Sisters Brothers“ wurde erstmalige auf dem Venice Film Festival 2018 gezeigt. Dort wurde Jacques Audiard für diesen Film als Bester Regisseur mit dem Silbernen Löwen ausgezeichnet. Der Film ist am 21.09.18 in vier amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er in 129 Kinos in den U.S.A. In Deutschland startet der Film am 07.03.19.

Trailer zu sehen:

 

 

Ich liebe es, wenn ich erstmalig vorwiegend Trailer von möglichen Oscar-Kandidaten im Kino sehe:

Trailer v. Film: „Ben is Back„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: möglicher Oscar-Kandidat mit Julia Roberts und Lucas Hedges

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Boy Erased„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: möglicher Oscar-Kandidat mit Nicole Kidman, Russell Crowe und Lucas Hedges 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Viper Club„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Drama mit Susan Sarandon, Matt Bomer und Edie Falco

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Beautiful Boy„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: möglicher Oscar-Kandidat mit Steve Carell und Timothee Chalamet 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Can You Ever Forgive Me?„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: möglicher Oscar-Kandidat mit Melissa McCarthy und Richard E. Grant

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „If Beale Street Could Talk„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: möglicher Oscar-Kandidat und neuer Film von Barry Jenkins (Moonlight)  

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Berlin – Film: „You Were Never Really Here“

Ich war am 13.03.18 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„You Were Never Really Here“ (dt. Filmtitel: „A Beautiful Day“, dt. Kinostart: 26.04.18)  90 min thriller, drama, adaptation 

dir. Lynne Ramsay  cast: Joaquin Phoenix, Ekaterina Samsonov, Alex Manette, John Doman, Judith Roberts, Alessandro Nivola

 

Der Ex-Soldat und Ex-FBI-Agent Joe (Joaquin Phoenix) ist vom Leben gezeichnet. Seine Lebensaufgabe sieht er mittlerweile darin, verschleppte Kinder aus Händen von Sexhändlern zu befreien. Dabei scheut er nicht vor Gewalt zurück. Bei seinem neuen Auftrag soll er die entführte minderjährige Tochter des New Yorker Senators Votto (Alex Manette) retten. Aufgrund der bevorstehenden Wahlen will der Senator die Polizei nicht einschalten. Joe ahnt noch nicht, wie gefährlich dieser neue Auftrag ist…

 

A- (Wertung von A bis F) „You Were Never Really Here“ liegt Jonathan Ames´gleichnamigem, nur 99 Seiten langem Roman zugrunde. Dies ist der erste U.S.-amerikanische Film der schottischen Autorin und Filmemacherin Lynne Ramsay (We Need to Talk About Kevin). 

Der Film ist ein Rachethriller, aber noch mehr ein ruhig erzähltes, nüchternes Porträt eines gebrochenen Mannes. Sein Körper ist mit Narben übersät und wenn ihm wieder alles zu viel wird, er schreckliche Bilder der gesehenen oder erlebten Gewalt ausblenden will, nimmt er Tabletten oder zieht sich eine Plastiktüte über den Kopf, bis er fast erstickt. Joe ist ein Mann mit Problemen, man fragt sich, was ihn überhaupt am Leben hält. Wenn er aber für einen Auftrag ein minderjähriges Entführungsopfer befreien soll, ist er hochkonzentriert und kämpft präzise bis er am Ziel ist. Sein Beweggrund gerade solche Aufträge anzunehmen, ist dabei nicht das Geld, sondern eher seine eigene traumatische Kindheit. Letztlich hat ihn diese Kindheit geprägt, ihn zugleich stark und verletzlich gemacht. Als die Regisseurin Ames´Kurzgeschichte für ihr Drehbuch adaptierte, hatte sie keinen anderen Schauspieler als Joaquin Phoenix für die Hauptrolle im Sinn. Es ist eines dieser Rollen, bei denen das Ausnahmetalent mit seinem Filmcharakter eins wird. Partout unvorstellbar, einen anderen Schauspieler in dieser Rolle zu sehen. 

Weiblichen Regisseuren wird gerne unterstellt, keine krassen, brutalen Filme auf die Beine stellen zu können. Lynne Ramsey dürfte das Gegenteil beweisen. Mit diesem Film ist ihr eine außergewöhnliche Inszenierung gelungen. Wahrscheinlich ist es ihrem weiblichen Einfühlungsvermögen zu verdanken, dass man am Ende des Films glaubt, Joe zu kennen und weiß, wie er tickt. Auch wenn man dann immer noch nicht viel mehr über seine Kindheit und seinen Werdegang weiß als am Anfang des Films. 

Besonders positiv aufgefallen ist mir auch die Filmmusik. Einmal mehr ist es Radioheads´Jonny Greenwoods Werk. 

„You Were Never Really Here“ ist ein exzellenter Film, der am Ende des Jahres tatsächlich in meiner Top Ten landen könnte. Bei mir liegt es jetzt über einen Monat zurück, dass ich den Film gesehen habe. Ich hatte mir für die Bewertung ein „A-„ notiert, kann mich aber nicht mehr daran erinnern, warum ich ihm nicht die volle Punktzahl gegeben habe. Update: „You Were Never Really Here“ ist einer meiner Top Ten-Filme des Jahres 2018. 

„You Were Never Really Here“ wurde erstmalig auf dem Cannes Filmfestival 2017 gezeigt. Es war der letzte Film, der dort in jenem Jahr im Wettbewerb gezeigt wurde. Kurz darauf wurde Lynne Ramsey bereits für das beste Drehbuch ausgezeichnet und außerdem hat Joaquin Phoenix des Preis als bester Hauptdarsteller in Cannes gewonnen. In den U.S.A. ist der Film am 6.4.18 in drei Kinos in New York und Los Angeles gestartet, ab dem 20.04.18 ist er dann landesweit zu sehen. In Deutschland wird der Film unter dem Filmtitel „A Beautiful Day“ am 26.04.18 in die Kinos kommen. Ich habe den Film in einer Pressevorführung gesehen. Gezeigt wurde die OmU. 

Trailer zu sehen: 

 

Berlin (ale) – Film: „Don´t Worry, He Won´t Get Far on Foot“

Ich war am 21.02.18 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Don´t Worry, He Won´t Get Far on Foot“ (dt. Filmtitel: „Don´t Worry, weglaufen geht nicht“, dt. Kinostart: 23.08.18) 113 min  drama, comedy, biopic, adaptation  
dir. Gus Van Sant cast: Joaquin Phoenix, Jonah Hill, Rooney Mara, Jack Black, Mark Webber, Udo Kier, Beth Ditto, Kim Gordon

 

John Callahan (Joaquin Phoenix) war bereits vor seinem Autounfall Alkoholiker. Bei dem Unfall wurde er so schwer verletzt, dass er fortan mit einer Querschnittslähmung leben muss. Seitdem er 21 Jahre alt ist, sitzt er nun bereits im Rollstuhl und versucht seither, einen Sinn im Leben zu finden. Dabei helfen ihm irgendwann u.a. seine Meetings mit der Anonyme-Alkoholiker-Gruppe, die von dem schwerreichen, exzentrischen Donnie (Jonah Hill) geleitet wird.

 

B- (Wertung von A bis F) „Don´t Worry, He Won´t Get Far on Foot“ basiert den gleichnamigen Memoiren des amerikanischen Cartoon-Zeichners John Callahan. Es ist der neue Film des Autors und Filmemachers Gus Van Sant („My Own Private Idaho“, „Good Will Hunting“, Milk)

Der Film springt häufig in seiner Erzählstruktur von einer Zeit- und Bedeutungsebene zur anderen. Vor dem Unfall, unmittelbar anschließend, bei zahlreichen Gruppensitzungen der Anonymen Alkoholiker, bei seinen ersten beruflichen Erfolgen als Cartoonist, Trinkgelagen, Szenen mit seiner Freundin, bei einem Auftritt des Cartoonisten vor Publikum, etc. Die schwarzhumorigen Cartoons des Portraitierten ziehen sich wie ein roter Faden durch den Film, auch beginnt Gus Van Sant später, die Handlung anhand des Zwölf-Schritte-Programms der Anonymen Alkoholiker etwas zu gliedern. Letzteres war keine schlechte Idee, vielleicht hätte Gus Van Sant diese Unterteilung konsequenter durch die gesamte Erzählung ziehen oder selbige etwas chronologischer aufbauen sollen. So wirkte die Handlung etwas unaufgeräumt, aber vielleicht auch wieder passend für das verkorkste Leben des einst heftig trinkenden Comic-Zeichners und Karikaturisten. Am Ende ist der Film auch eher ein Porträt und man hat nachher  auch ein recht gutes Bild von diesem John Callahan. Nicht zuletzt, ist dies natürlich Joaquin Phoenix zu verdanken. Er ist sicherlich einer besten Schauspieler unserer Zeit, befreit von jeglicher Eitelkeit führt er einen immer verlässlich durch Geschichten. Selbstverständlich weiß er auch hier zu begeistern und ist glaubwürdig in der Rolle des durchgeknallten Lebenskünstlers (auch wenn mich seine schlechten Perücken mitunter etwas verschreckt haben). Es ist jedoch ein anderer Schauspieler, der diesen Film besonders sehenswert macht: Jonah Hill.

Es ist nicht das erste Mal, dass der, bereits zwei Mal für den Oscar nominierte Schauspieler anderen die Show stiehlt. Hier spielt er den ultrareichen, hippieesken Sponsor von u.a. John Callahan. Er ist kaum wiederzukennen und ich hatte tatsächlich bei jeder seiner Szenen Herzrasen. Für mich ein sicheres Zeichen, wie sehr mich seine Performance umgehauen hat. Am Ende hätte ich mir eigentlich gewünscht, ein Film über diesen Donnie zu sehen.

Die amerikanische Sängerin Beth Ditto gibt hier ihr Spielfilmdebüt und auch ist die amerikanische Musikerin Kim Gordon hier in einer Nebenrolle zu sehen.

„Don´t Worry, He Won´t Get Far on Foot“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2018 gezeigt. Am 13.07.18 soll der Film in den amerikanischen Kinos starten. Bisher ist noch kein Kinostart für Deutschland geplant. Update: Der Film startet am 23.08.18 unter dem Filmtitel: „Don´t Worry, weglaufen geht nicht“ in den deutschen Kinos. Ich habe den Film auf der Berlinale 2018 gesehen. Der Film wurde im Wettbewerb gezeigt.

Trailer zu sehen:

 

L. A. – Film: "Inherent Vice"

Ich war am 7.1.15 in Los Angeles und am 17.1.15 in Boston und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Inherent Vice“ (dt. Filmtitel: „Inherent Vice – Natürliche Mängel“, dt. Kinostart: 12.02.15) 148 min comedy, crime, adaptation
dir. Paul Thomas Anderson cast: Joaquin Phoenix, Josh Brolin, Katherine Waterston Owen Wilson, Reese Witherspoon, Benicio del Toro, Martin Short, Maya Rudolph, Eric Roberts

Los Angeles im Jahr 1970. Larry „Doc“ Sportello (Joaquin Phoenix) arbeitet als Privatdetektiv und – naja – kifft recht viel. Seine Ex-Freundin und große Liebe Chasta Fay Hepworth (Katherine Waterston) taucht eines Tages bei Doc auf, und erzählt ihm von ihrem derzeitigen Freund, dem Millionär Mickey Wolfmann (Eric Roberts). Der jedenfalls ist jetzt verschwunden und Chasta vermutet, dass Wolfmanns Ehefrau und ihr Liebhaber etwas mit Wolfmanns Verschwinden zu tun haben. Doc ermittelt und unglücklicherweise bekommt er eine übergebraten und wacht neben der Leiche von Wolfmanns Leibwächter auf. Das ist alles sehr unerfreulich, vor allen Dingen weil er sich jetzt wieder mit dem Polizisten und seinem alten Widersacher Lt. Christian „Bigfoot“ Bjornson (Josh Brolin) rumschlagen muss.

A- (Wertung von A bis F) „Inherent Vice“ basiert auf dem gleichnamigen Roman von Thomas Pynchon.

Paul Thomas Anderson dreht Filme ganz nach meinem Geschmack. „Boogie Nights“, „Magnolia“, There Will Be Blood waren Filme, die in meiner Top Ten-Liste des jeweiligen Jahres gelandet sind und bei The Master frage ich mich heute, warum er nicht in meiner Bestenliste von 2012 platziert ist. „Inherent Vice“ ist PTAs erste richtige Komödie und hat selbstverständlich den Weg in meine Top Ten-Liste von 2014 gefunden.

Die Handlung in Paul Thomas Andersons Filmen ist eigentlich nie sonderlich wichtig. Es sind mehr die Charaktere mit denen man sich auf eine Reise begibt. So auch hier. Es ist sicherlich sehr mühsam, die einzelnen Puzzleteile der Erzählung zusammenzusetzen und wenn man Pech hat, ist es auch nicht von Erfolg gekrönt. Der Handlung ist etwas wirr und komplex, es werden viele Drogen konsumiert und selbst die Beteiligten, insbesondere der dauerbekiffte Doc (einmal mehr ein ganz natürliches Spiel von Joaquin Phoenix) können nicht immer unterscheiden, ob das und jenes jetzt tatsächlich passiert ist oder ob es der Fantasie entspringt. „Inherent Vice“ macht viel Spass, wenn man Doc einfach bei seinem Abenteuer begleitet. Einige Charaktere denen Doc begegnet stellen für ihn eine Herausforderung dar (so bekifft wie er ist, versteht er nicht immer alle Fragen oder Antworten), für den Kinozuschauer sind die Begegnungen in den meisten Fällen ein weiterer Gewinn. Es gibt einige bekannte Schauspieler, die hier kurz auftauchen und dann wieder verschwinden. Am Besten hat mir überraschenderweise Eric Roberts gefallen, aber auch Martin Short und Benicio del Toro sind großartig. Paul Thomas Anderson hat hier sogar das erste Mal seiner langjährigen Lebensgefährtin (Maya Rudolph) und Mutter seiner vier Kinder eine kleine Rolle gegeben.

Restlos alle Szenen – und ich meine wirklich jede einzelne Szene – mit Doc (gespielt von Joaquin Phoenix) und seinem Schokobananen-liebenden und Hippies-hassenden Widersacher Bigfoot (gespielt von Josh Brolin) sind der Knaller und so witzig, dass ich früher oder später oder manchmal gar die komplette Szene durch schallend lachen musste. Eigentlich hätten die beiden Figuren einen eigenen Film verdient.

Ich liebe Joaquin Phoenix. Es überrascht natürlich nicht sonderlich, wie grandios er auch in diesem Film ist. Er ist ein bekannter method actor und bereits bei I´m Still Here hatte ich mich gefragt, ob er eigentlich die gesamten Dreharbeiten zugedröhnt war. Die Frage kommt zu „Inherent Vice“ zwangsläufig wieder auf, aber er ist auch ein Ausnahmetalent und so ist es auch vorstellbar, dass er alles nur spielt. Fakt ist, dass er von seiner Filmfigur Doc untrennbar ist und alleine seine Gesichtsausdrücke den Kinobesuch wert sind.

Ich habe schon sämtliche Filme (Michael Clayton, Taking Woodstock, Robot & Frank, „Glass Chin“, Being Flynn, Night Moves) gesehen, in denen Katherine Waterston mitspielt, in „Inherent Vice“ ist sie mir das erste Mal aufgefallen. Sie ist die Tochter von „Law & Order“/“The Newsroom“ Schauspieler Sam Waterston und jetzt werde ich sie in jedem Fall wiedererkennen.

Man braucht kein Hellseher zu sein, um zu wissen, dass „Inherent Vice“ schon bald das Etikett des Kiffer-Kultfilms anhaften wird.

Der Gitarrist von Radiohead (Jonny Greenwood) hat, wie zuvor schon bei PTAs Filmen „There Will Be Blood“ und „The Master“, den Score komponiert. Mein Lieblingssong auf dem Soundtrack ist „Vitamin C“ von Can (der Song, der zum Anfang gespielt wird)

„Inherent Vice“ wurde erstmalig auf dem New York Film Festival 2014 gezeigt.

In den U.S.A. ist der Film am 12.12.14 mit genau 5 Kopien landesweit gestartet. Seit dem 9.1.15 läuft er in 645 (und mehr) amerikanischen Kinos.

„Inherent Vice“ war für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch. Am 15.01.15 wurde der Film mit zwei Academy Award-Nominierungen (Bestes adaptiertes Drehbuch und Bestes Kostümdesign) bedacht. In meine Augen hätte er mindestens auch in der Kategorie Bestes Make-up und beste Frisuren nominiert werden müssen.

A- (Wertung von A bis F) Mittlerweile habe ich „Inherent Vice“ ein zweites Mal im Kino gesehen. Das ist definitiv ein Film, den ich mir zig Mal angucken kann. Ich liebe den Film für seine Locations, seine Ausstattung, seine Szenen, seine Szenenbilder, seine Musik, seine Dialoge, für Doc und Bigfoot, für Doc alleine, für Docs Gesichtsausdrücke… Ganz sicher ist der Film jedoch nicht für jeden geeignet. Das erste Mal habe ich „Inherent Vice“ in einem Programmkino gesehen, da waren die Zuschauer von dem Film ähnlich angetan wie ich. Bei meinem zweiten Kinobesuch war ich in einem Kinocenter und habe beobachtet, dass einige Zuschauer die Vorstellung während des Films verlassen haben.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

sicherlich einige. Bei dem Film „A Most Violent Year“, den ich mir direkt davor angeschaut habe, gab es aber leider Tonprobleme und der Film musste neu gestartet werden, dadurch kam ich zu spät, um die Trailer zu sehen. Bei meiner zweiten Sichtung im Kino wurden folgende Trailer gezeigt:

Trailer v. Film: „Still Alice“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Alzheimer-Drama, das Julianne Moore den Oscar bescheren wird
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Danny Collins“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Tragikomödie mit Al Pacino (der immer schlechtere Perücken zu tragen scheint), Annette Bening, Christopher Plummer und Bobby Cannavale
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Terminator Genisys“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: noch einer? Was die Welt so alles nicht braucht.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Focus“
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: Neuer Film mit Will Smith und „The Wolf of Wall Street“s Margot Robbie.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Run All Night“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Bei einem Liam Neeson-, Ed Harris-Actioner bin ich grundsätzlich an Bord
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Unfinished Business“
Bewertung des Trailers: B (Redband Trailer)
Kommentar: Komödie mit Vince Vaughn, Tom Wilkinson und Dave Franco. Der Film spielt in Berlin, schon alleine deshalb muss ich ihn gucken
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

San Francisco – Film: "The Immigrant"

Ich war am 01.06.14 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„The Immigrant“ 117 min drama
dir. James Gray cast: Marion Cotillard, Joaquin Phoenix, Jeremy Renner, Angela Sarafyan

Im Januar des Jahres 1921. Nach dem Tod ihrer Eltern versuchen die polnischen Geschwister Ewa (Marion Cotillard) und Magda (Angela Sarafyan) in die U.S.A. einzuwandern. Auf Ellis Island wird die kranke Magda jedoch gleich aussortiert und kommt aufgrund ihre Lungenkrankheit für sechs Monate in Quarantäne. Ewa wird von den Einreisebehörden abgewiesen und ist bereits kurz darauf in der Schlange derjenigen, denen eine sofortige Ausreise droht. Bruno (Joaquin Phoenix) sorgt jedoch dafür, dass ihr dieses Schicksal erspart bleibt. Er lässt die schüchterne junge Frau bei sich wohnen. Bruno teilt ihr aber auch mit, dass sie für die Arztkosten ihrer Schwester aufkommen muss. Bald arbeitet Ewa für Bruno als Prostituierte. Als Brunos Cousin Orlando, ein Zauberkünster (Jeremy Renner), ins Spiel kommt, wird Ewas Leben noch komplizierter.

B- (Wertung von A bis F) „The Immigrant“ ist ein Film, der einige Längen hat und den ich bereits beim Verlassen des Kinos wieder vergessen habe. Die erzählte Geschichte ist im New York der 1920er Jahre angesiedelt ist. Wenn ich jetzt, ein paar Tage später, über den Film nachdenke, ist mir nur noch die für James Grays Filme so typische düstere Bildsprache wieder bewusst vor Augen, die authentische Ausstattung, die Kostüme und – wie sollte es anders sein – Marion Cotillard.

„The Immigrant“ ist erst James Grays fünfter Spielfilm und bereits die vierte Zusammenarbeit mit Joaquin Phoenix. Die Filme „The Yards“, „We Own the Night“ und „Two Lovers“ habe ich selbstverständlich alle gesehen und mochte sie auch, vielleicht mag ich seinen neuesten Film am wenigsten.

Die Geschichte hat man schon in anderen Varianten gesehen und die Charaktere fand ich relativ nichtssagend. Die Performances waren solide, aber auch nicht besonders erwähnenswert. Klar, Marion Cotillard ist traumschön und ich nehme ihr sowieso jede dramatische Filmfigur ab, also auch die junge gläubige Polin (sie spricht hier tatsächlich auch polnisch), die in den 1920er Jahren als Prostituierte arbeitet. Marion Cotillard ist mir, wie gesagt, auch noch am meisten in Erinnerung geblieben. Bei Joaquin Phoenix zeigt sich das in diesem Film etwas anders. Hier bleibt er tatsächlich unter seinem Möglichkeiten. Auffällig fand ich jedoch (und das betrifft sogar, wenn auch zu wesentlich geringeren Teilen, Marion Cotillard), dass – wenn Jeremy Renner ins Bild kommt, beide ihre schauspielerische Qualität erhöhen. Für mich hat sich das zumindest so angefühlt.

„The Immigrant“ wurde erstmalig auf dem Cannes Film Festival 2013 gezeigt.

Der Trailer, der im amerikanischen Kino gezeigt wurde:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Night Moves“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Kelly Reichardts neuer Film mit Jesse Eisenberg, Dakota Fanning und Peter Sarsgaard
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits auf dem Tribeca FF gesehen

Trailer v. Film: „America“
Bewertung des Trailers: nicht bewertbar
Kommentar: Als der Trailer lief, haben einige meiner Mitzuschauer (im demokratisch geprägten Kalifornien) lauthals gelacht. Ich war zu schockiert, um zu lachen. „America“ ist eine Doku. Ich wollte mir den Trailer Zuhause erneut anschauen und habe den, im Kino gezeigten, Trailer länger im Netz suchen müssen. Bei YouTube war er nicht zu finden, letztlich habe ich ihn bei The Hollywood Reporter gefunden, gepostet unter New Trailer for „America“.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: natürlich nicht

Trailer v. Film: „Wish I Was Here“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Tragikomödie von und mit Zach Braff. Ich wünschte er würde nur Regie führen, sehen mag ich ihn nicht, dafür mag ich aber abgedrehte Filme.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100 %

Trailer v. Film: „The Rover“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: David Michods neuer Film. Da „Animal Kingdom“ einer meiner Lieblingsfilme in dem Jahr war, ist auch dieser Film ein Muss. Mit Guy Pearce, Robert Pattinson und Scoot McNairy
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Calvary“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Tragikomödie mit Brendan Gleeson und Chris O´Down.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 80%

Trailer v. Film: „Begin Again“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: RomCom mit Mark Ruffalo und Keira Knightley
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Yves Saint Laurent“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Biopic über den berühmten Modedesigner
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Neuerdings zeigen sie (zumindest im AMC) nach dem jeweiligen Trailer, scheinbar das Datum, an dem der Film in die amerikanischen Kinos kommt. Finde ich gut.

L.A. – Film: "Her"

Ich war am 20.12.13 in Los Angeles und habe mir im Kino angeschaut:

„Her“ (dt. Kinostart: 27.03.14) 119 min drama, sci-fi
dir. Spike Jonze cast: Joaquin Phoenix, Amy Adams, Rooney Mara, Olivia Wilde, Chris Pratt voice: Scarlett Johansson

Los Angeles – in nicht so ferner Zukunft. Theodore Twombly (Joaquin Phoenix) schreibt beruflich wunderbare Liebesbriefe für andere Leute, privat weiß er sich oftmals nicht richtig auszudrücken. Jetzt lebt er gerade in Scheidung von seiner Frau Catherine (Rooney Mara). Theodore legt sich ein neues Betriebssystem zu. Das OS 1 ist das erste Betriebssystem von künstlicher Intelligenz. Dieses Betriebssystem kann sogar denken und fühlen. Nachdem ihm ein paar persönliche Fragen gestellt wurden und seine Festplatte durchgecheckt wurde, ist das OS direkt auf ihn zugeschnitten und beginnt sich, durch eine sympathische Frauenstimme, mit ihm zu unterhalten. Samantha (Scarlett Johansson) nennt sie sich, erinnert ihn an Termine, liest ihm seine Emails vor und er vertraut ihr seine Gedanken an. Die Beziehung wird immer inniger…

A- (Wertung von A bis F) „Her“ ist ein Film über eine ungewöhnliche Liebesbeziehung. Es ist aber auch ein Film über die Einsamkeit in einer zunehmend technisierten Welt.

Spike Jonze („Being John Malkovich“, „Adaptation“, Where the Wild Things Are) zeichnet mit seinem erst vierten Spielfilm eine Welt in der näheren Zukunft. Eine Zukunft, in der die Technologie einen immer größeren Stellenwert in unserem Leben einnimmt. Die Menschen begegnen sich zwar noch, unterhalten sich, aber zwischenmenschliche Beziehungen nehmen immer mehr ab. Der Computer, das Betriebssystem bestimmt zunehmend das Leben. Es übernimmt weite Teile der Kommunikation in der Gesellschaft, was zwangsläufig in Einsamkeit resultiert.

Es ist etwas ganz Besonderes in diese abgedrehte Welt von Spike Jonzes „Her“ einzutauchen. Man muss sich aber auch darauf einlassen können und wollen. Der Regisseur Spike Jonze hat bereits zwei Mal mit dem Drehbuch-Genie Charlie Kaufmann („Confession of a Dangerous Mind“, „Eternal Sunshine of the Spotless Mind“, Synecdoche, New York) gearbeitet. Zuerst bei seinem Regiedebüt „Being John Malkovich“, dann bei seinem zweiten Film „Adaptation“. „Her“ fühlt sich auch an, als käme er aus Charlie Kaufmanns Ideenfabrik. Dieses Mal hat Spike Jonze aber die Vorlage zu seinem Film völlig allein geschrieben.

Ich finde die Idee mit dem Betriebssystem von künstlicher Intelligenz genial und kann mir vorstellen, dass in einigen, wenigen Jahren so etwas zur Normalität werden kann. Schon seit einigen Jahren beobachte ich sorgenvoll, dass die meisten Menschen mehr in ihr Handy schauen, gucken was in sozialen Netzwerken passiert, anstatt sich persönlich mit anderen Menschen zu unterhalten. Der direkte Kontakt zu seinen Mitmenschen scheint immer mehr abzunehmen. Da ist die Idee mit dem personifizierten Betriebssystem praktisch nur einen Schritt weiter. In „Her“ sieht man (später im Film) wie die Leute auf der Straße nicht nur dauernd in ihr Handy gucken und durch das Handy mit jemanden reden, sondern sie reden direkt mit ihrem Handy, bzw. mit ihrem personifizierten Betriebssystem. Sie bauen eine Beziehung zu ihrem Betriebssystem auf und dann ist es sicherlich nur noch ein kleiner Schritt, Gefühle für sein OS zu entwickeln.

Das Erste was mir in „Her“ aufgefallen ist, waren diese weichen schönen Farben, die großartige Szenenbilder und die fantastische Ausstattung. Alleine in dieser einzigartigen Ausstattung könnte ich mir vorstellen zu leben. Wenn so Großraumbüros aussehen, möchte ich auch in einem arbeiten. Dieses warme Licht in den Innenräumen schafft so eine Wohlfühl-Atmosphäre, teilweise ganz im Kontrast zu den Aufnahmen in der Innenstadt. Die Stadt, hier das Los Angeles in der Zukunft, wirkt kalt und klinisch sauber (mich hat das sofort an japanische Städte wie Osaka oder Nagoya erinnert).

Joaquin Phoenix („Gladiator“, „Walk the Line“, We Own the Night, I´m Still Here, The Master) zeigt einmal mehr was für ein brillanter Schauspieler er ist. Ich habe ihn, glaube ich, in beinahe jedem Film gesehen. In der Vergangenheit hat er oft genug gezeigt, was für ein facettenreicher Schauspieler er ist, auch wenn ich ihn immer besonders überzeugend fand, wenn er irgendwie durchgeknallte Charaktere spielt. Ich kann mich nicht erinnern, wann er je so einen sympathischen und gefühlvollen Charakter wie in „Her“ gespielt hat. Joaquin Phoenix ist Theodore Twombly und damit ist das eine eindeutige Oscar-Performance. Ich kann mir auch keinen anderen Schauspieler vorstellen, der diese Rolle hätte überzeugend verkörpern können. Dennoch ist es gut vorstellbar, dass er bei den Oscar-Nominierungen im nächsten Jahr übergangen wird. Ausgerechnet in die Kategorie Bester Hauptdarsteller drängen sich lauter nominierungswürdigen Performances. Um den wichtigsten männlichen Schauspielern im Filmjahr 2013 gerecht zu werden, könnte man locker die Kategorie Beste Hauptdarsteller auf zehn zu Nominierende erweitern.

Auch im Gespräch für eine Oscar-Nominierung ist Scarlett Johansson. Die Academy hat jedoch noch nie jemanden für eine reine Sprechrolle nominiert, daher ist auch hier eine Nominierung eher unwahrscheinlich. Ich sehe Scarlett Johansson nun gar nicht gerne, aber muss zugeben, dass sie eine schöne Stimme und Sprache hat. Samantha wurde übrigens zuvor von der Schauspielerin Samantha Morton gesprochen. Nachdem der Film abgedreht war, hat sich jedoch Spike Jonze entschieden, ihre Rolle noch einmal komplett von einer anderen Schauspielerin, also Scarlett Johansson, sprechen zu lassen.

Das Einzige woran ich mich in dem Film erst gewöhnen musste, sind Joaquins Hosen (bzw. auch die Hosen der anderen Männer). Später im Film fand ich aber selbst die auf seltsame Weise toll.

Da in dem Film „Her“ die Stimmen und die Sprache eine äußerst wichtige Rolle spielen, sollte er ausschließlich in der Originalfassung geschaut werden. Auch sollte „Her“ vorzugsweise auf der großen Leinwand gesehen werden.

„Her“ ist ein Film nach einem Originaldrehbuch. Wenn man sich den Film anschaut, dann denkt man sofort, dass dies eine Indie-Produktion ist. „Her“ wurde aber tatsächlich von einem großen Studio (Warner Bros Pictures) produziert. Und das in einer Zeit, in der von den Studios hauptsächlich dumme Actionfilme, Comic-Verfilmungen, Buchadaptionen, Remakes, Fortsetzungen und Neuauflagen von bereits vorhandenen Filmen oder Reihen die Kinosäle blockieren. Daher weiß ich den so kleinen, feinen Film von einem Major besonders zu schätzen.

Definitiv wird „Her“ in meiner Bestenliste für Filme aus dem Jahr 2013 auftauchen.

Als ich mir den Film angeschaut habe, lief er nur auf sechs Leinwänden in den gesamten U.S.A. bzw. Kanada (New York, L.A. und Toronto)

„Her“ wurde erstmalig auf dem New York Film Festival 2013 gezeigt.

„Her“ ist für folgende Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Joaquin Phoenix), Beste Nebendarstellerin (Amy Adams, Scarlett Johansson), Bestes Originaldrehbuch, Bestes Szenenbild, Beste Kamera, Beste Filmmusik (bereits qualifiziert), Bester Original Song („The Moon Song“ ist bereits qualifiziert)

Der amerikanische Kino-Trailer:

Die Website:

http://www.herthemovie.com/#/home

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Labor Day“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Jason Reitmans neuer Film mit Kate Winslet und Josh Brolin. Galt mal als Oscar-Kandidat.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Other Woman“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Komödie mit Cameron Diaz und Leslie Mann. (Schön zu sehen, dass auch Cameron Diaz älter wird und noch besser, dass sie auf Botox verzichtet)
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht

Trailer v. Film: „Winter´s Tale“
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Romanverfilmung mit Colin Farrell, Jennifer Connelly und Russell Crowe. Romantisches Drama mit esoterischem Einfluss. Hilfe!
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Edge of Tomorrow“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Sci-Fi-Film mit Tom Cruise und Emily Blunt. Während des Trailers habe ich mir notiert: „Das kann doch nicht deren Ernst sein“. Ich kann mich aber nicht erinnern warum und wollte mir den Trailer auch nicht noch mal im Netz anschauen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

NYC – Film: "The Master"

Ich war am 25.09.12 in New York und habe mir im Kino angeschaut:

„The Master“ (dt. Kinostart: 21.02.13) 137 min drama
dir. Paul Thomas Anderson cast: Joaquin Phoenix, Philip Seymour Hoffman, Amy Adams, Laura Dern

Es ist 1950, Freddy Quell (Joaquin Phoenix) war bei der Marine und ist aus dem Krieg heimgekehrt. Er ist traumatisiert und versucht, wieder im Leben Fuß zu fassen. Dann gerät er an Lancaster Dodd (Philip Seymour Hoffman). Der ist so etwas wie der geistiger Führer einer neuen Glaubensgemeinschaft namens THE CAUSE. Freddy ist schon bald von dem charismatischen Lancaster in den Bann gezogen…

B+ (Wertung von A bis F) Paul Thomas Anderson hat die Vorlage für „The Master“ geschrieben hat und auch Regie geführt hat. Der Filmcharakter Lancaster Dodd und die Gruppierung THE CAUSE basieren wage auf L. Ron Hubbard und Scientology.

Paul Thomas Anderson („Boogie Nights“, „Magnolia“, There Will Be Blood) inszeniert seine Filme mit einer unglaublichen Klarheit und Schönheit. Die gesamte Ausstattung ist beeindruckend. „The Master“ ist kein Film, der mit einer besonderen Handlung überzeugen kann, vorwiegend sind es Charakterstudien zweier so unterschiedlicher Persönlichkeiten. Freddy fungiert als eine Art Versuchskaninchen für Lancaster und gerade diese Psychospielchen, die Gehirnwäsche waren für mich als Zuschauer schwer aushaltbar. Joaquin Phoenix ist die verlorene Seele Freddy Dodd und zeigt die Zerrissenheit seines Charakters. Die Intensität in Joaquin Phoenix´Spiel hat mich an die eines Daniel Day-Lewis erinnert. Ohne Frage mit solch einer Performance kann man einen Oscar gewinnen.

„The Master“ dreht sich hauptsächlich um Joaquin Phoenix´Charakter´Freddy Quell. Dennoch habe ich die Gewichtung von Joaquin Phoenix und Philip Seymour Rollen als gleichwertig empfunden. Ganz sicher ist es nicht einfach als ein sogenannter Guru zu überzeugen. Lancaster Dodds Aura konnte man sich mitunter nicht entziehen. Das fand ich schon irgendwie angsteinflössend. Was hat Philip Seymour Hoffman nicht schon alles gespielt? „The Master“ zeigt – einmal mehr – wie vielseitig einer der besten Schauspieler unserer Zeit ist. Auch Amy Adams gibt – wie immer – eine eindrucksvolle Performance.

Meiner Meinung nach spielen sowohl Joaquin Phoenix als auch Philip Seymour Hoffman hier Hauptrollen. Beide wurden auf dem Venice Film Festival 2012 auch als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet. Was die Oscar-Nominierung 2013 angeht, wird derzeit eine Kampagne für P.S. Hoffman geführt wird, die eher in Richtung bester Nebendarsteller geht. Amy Adams kann auch auf eine Nominierung als beste Nebendarstellerin hoffen.

Gesehen habe ich „The Master“ in der 35-mm-Kopie. Gezeigt wird der Film aber auch in der digitalen Fassung und in der wohl sehr eindrucksvollen 70-mm-Kopie. Ein großer Teil des Films wurde im 70-mm-Format gedreht. Sollte ich noch einmal die Möglichkeit haben, „The Master“ in der 70-mm-Fassung zu sehen, werde ich sie nutzen.

„The Master“ wurde offiziell zum ersten Mal auf dem Venice Film Festival 2012 gezeigt. Dort hat der Film den Kritiker-Preis gewonnen, Paul Thomas Anderson den silbernen Löwen für die Beste Regie und Joaquin Phoenix und Philip Seymour Hoffman den Preis für die Besten Darsteller.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Smashed“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Tragikomödie mit Mary Elizabeth Winstead und Aaron Paul. Leider spielt auch Octavia Spencer mit.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Hyde Park on Hudson“
Bewertung des Trailers: B- (neuer Trailer)
Kommentar: Biografisches Drama über den amerikanischen Präsidenten Franklin D. Roosevelt und seine Cousine. FDR wird von Bill Murray portraitiert, es spielen auch Laura Linney, Olivia Williams und Olivia Colman mit. Film soll leider nicht so gut sein, aber die Performances sind es ganz sicher wert, den Film zu sehen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Sessions“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: „The Sessions“ erzählt eine wahre Geschichte und ist mit John Hawkes, Helen Hunt und William H. Macy besetzt. Der Film hat auf dem Sundance Film Festival dieses Jahr zwei große Preise abgeräumt hat und könnte bei den Oscars 2013 eine Rolle spielen, zumindest was die Schauspieler angeht.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Les Misérables“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Musical mit Hugh Jackman, Russell Crowe, Amanda Seyfried, Anne Hathaway. Ohne bisher gezeigt worden zu sein, gilt der Film und die Performances als Oscar-Top-Favoriten.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Silver Linings Playbook“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: David O. Russells neue Tragikomödie mit Bradley Cooper, Jennifer Lawrence, Jacki Weaver und Robert De Niro. Der Film gilt mittlerweile als großer Oscar-Favorit und es ist wohl nur noch die Frage, wie viele Performance hieraus für den Oscar nominiert werden.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

NYC – Film: "I´m Still Here"

Ich war am 24.09.10 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„I´m Still Here“ 108 min mockumentary, musical/ performing arts
dir. Casey Affleck cast: Joaquin Phoenix

Im Januar 2009 beschließt der Schauspieler Joaquin Phoenix, seinen Beruf an den Nagel zu hängen und zukünftig mit Hip Hop Musik sein Geld zu verdienen. Er versucht, Sean „P. Diddy“ Combs als Produzenten mit ins Boot zu bekommen und die Welt von seiner Idee zu überzeugen…

C (Wertung von A bis F) Mittlerweile ist dankenswerterweise klar, dass es sich bei Joaquin Phoenix Rückzug aus dem Filmgeschäft, sich nicht mehr der Hygiene zu widmen und stattdessen als Rapper (genannt: JP) eine Karriere anzustreben, nur um ein Experiment von Joaquin Phoenix und Casey Affleck handelte. Eindeutig haben diese beiden Clowns das alles nur inszeniert, um die Zeit ihres Lebens zu verbringen. Casey Affleck hat sich hinter die Kamera geschwungen und mit einer Konsequenz wirklich jede Peinlichkeit seines Schwagers aufgenommen. Auch wenn man zum Filmbeginn noch nicht wusste, dass hier alles fake ist, sieht man es – meiner Meinung nach – bereits in der ersten Szene (mit Zottelbart).

Man verbringt in seinem Leben sicherlich Zeit mit wesentlich uninteressanteren Personen, warum also nicht 108 Minuten mit dem durchgeknallten Joaquin Phoenix? Anfangs und durchaus immer wieder, gibt es bei „I´m Stll Here“ viel zu lachen. Im meiner Vorstellung (in einem sehr gut besetzten Kino) war immer irgendwo jemand am Lachen. Ich fand jedoch, dass sich alles bald irgendwie wiederholt und so empfand ich den Film mindestens 20 Minuten (und ich habe nicht die gefühlt 40 Minuten des eigentlich originellen Abspanns mitgerechnet) zu lang. Bei „I´m Still Here“ musste ich mich ekeln, fremdschämen aber auch wundern. Gefragt habe ich mich, inwieweit tatsächlich Drogen vor laufender Kamera konsumiert wurden und auch die Sexgeschichten von Joaquin werfen Fragen auf. Was bleibt ist eine ein völlig sinnbefreites, aber unterhaltsames Experiment, das etwas gekürzt wesentlich sehenswerter gewesen wäre es aber auch so zum kurzfristigen TALK OF THE TOWN geschafft hat.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer

Trailer v. Film: „127 Hours“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Wenn jemand dieses Drama spannend erzählen kann, dann Danny Boyle mit seinem Hauptdarsteller James Franco
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Monsters“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: britischer Alien-Film, der verdammt gut sein könnte…Irgendwie erinnert mich das an „District 9“
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 80%

Trailer v. Film: „It´s Kind of a Funny Story“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Indie-Komödie mit Zach Galifianakis. Ich mag zwar Zach Galifianakis („The Hangover“) nicht, besonders nicht in „Dinner for Schmucks“, aber dieser Trailer gefällt mir.
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%