Los Angeles – Film: „Grandma“

Ich war am 25.08.15 in Los Angeles und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Grandma“ 78 min comedy, drama
dir. Paul Weitz cast: Lily Tomlin, Marcia Gay Harden, Judy Greer, Julia Garner, Sam Elliot, Nat Wolff

Elle (Lily Tomlin) beendet die Beziehung zu ihrer Lebensgefährtin Olivia (Judy Greer). Kurz darauf steht ihre 18-jährige Enkeltochter Sage (Julia Garner) vor der Tür und teilt ihr mit, dass sie schwanger ist und nun 630 Dollar für eine Abtreibung benötigt. Bereits am späten Nachmittag hat Sage einen Termin in der Abtreibungsklinik. Elle selbst ist pleite versucht aber, mit ihrer Enkelin das Geld bei alten Bekannten aufzutreiben. Irgendwann tauchen sie bei Elles Ex Karl (Sam Elliot) auf, den sie dreissig Jahre nicht gesehen hat.

B+ (Wertung von A bis F) Grandma ist der neueste Film von Paul Weitz („American Pie“, „About a Boy“, Being Flynn, Admission). Es ist eine kleine Indie-Tragikomödie, die vor allen Dingen durch die hervorragende Besetzung besticht.

Seit dem Jahr 1988 hat Lily Tomlin keine Hauptrolle mehr in einem Kinofilm gespielt. Selbstverständlich brilliert sie hier und wird nicht umsonst gleich für eine Oscar-Nominierung gehandelt. Wenn ich eine sogenannte Oscar-Szene (den kurzen Ausschnitt, den man beispielsweise auswählt, um ihn bei Filmpreisverleihungen zu zeigen) ausmachen müsste, dann wäre das ihre Szene auf dem Rücksitz eines Taxis. Sollte Lily Tomlin für diese Rolle tatsächlich für den Oscar nominiert werden, liegen insgesamt 39 Jahre zu ihrer letzten Oscar-Nominierung (für den Film „Nashville“). In meinem Beitrag zu der Netflix-Serie Grace and Frankie habe ich bereits erwähnt, dass sie mit einem möglichen Oscar-Gewinn eine der wenigen Künstler wäre, die ALLE wichtigsten Entertainment-Preise, sozusagen den Grand Slam der Show Business Awards, gewonnen hätte. Lily Tomlin hat bereits einen Tony (einen weiteren für ihr Lebenswerk), einen Grammy und sieben Emmy-Awards und hätte damit die Ehre, in die elitäre EGOT-Familie aufgenommen zu werden. Es gibt bislang nur 12 Persönlichkeiten (Richard Rodgers, Helen Hayes, Rita Moreno, John Gielgud, Audrey Hepburn, Marvin Hamlisch, Jonathan Tunick, Mel Brooks, Mike Nichols, Whoopi Goldberg, Scott Rudin und Robert Lopez) die einen Emmy, einen Grammy, einen Oscar und einen Tony (im Wettbewerb) gewonnen haben. Ich drücke Lily Tomlin die Daumen.

„Grandma“ ist aber nicht allein wegen Lily Tomlin sehenswert. Überraschenderweise hat mir Sam Elliot sehr gut gefallen. Auch gibt Marcia Gay Harden wieder mal eine bemerkenswerte Performance und auch Judy Greer, allerdings – in meinen Augen – erst etwas später im Film.

Meine Vorstellung war sehr gut besucht und am Ende des Films wurde sogar applaudiert.

„Grandma“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2015 gezeigt.

„Grandma“ ist am 23.08.15 in 4 Kinos in den gesamten U.S.A. gestartet. In dieser Woche ist er in 19 amerikanischen Kinos zu sehen. Ich finde es sehr schade, dass solche charmanten Indies nur in so wenig Filmtheatern gezeigt werden. Ganz zu schweigen, dass der Film in Deutschland vielleicht nie ins Kino gebracht wird.

„Grandma“ ist im Gespräch für folgende Oscar-Nominierungen: Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Lily Tomlin), Bester Nebendarsteller (Sam Elliot) Bestes Originaldrehbuch

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Sleeping with Other People“
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Komödie mit Jason Sudekis
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Pawn Sacrifice“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Tobey Maguire endlich mal wieder in einem scheinbar guten Film. Biografisches Drama auch mit Peter Sarsgaard und Liev Schreiber. Oscar-Film?
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Room“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Drama mit Brie Larson und William H. Macy. Oscar-Film? Jedenfalls ein Film meines Lieblingsverleihers A24 Films
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „A Walk in the Woods“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Komödie mit Robert Redford, Emma Thompson und Nick Nolte
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 80%

NYC – Film: "Magic in the Moonlight"

Ich war am 04.08.14 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Magic in the Moonlight“ (dt. Kinostart: 04.12.14) 97 min comedy
dir. Woody Allen cast: Colin Firth, Emma Stone, Jacki Weaver, Marcia Gay Harden, Simon McBurney

Berlin im Jahre1928. Stanley Crawford (Colin Firth) ist Europas bekanntester Zauberkünstler. Nach einem seiner Auftritte sucht ihn sein alter Bekannter und Kollege Howard (Simon McBurney) in der Garderobe auf. Howard bittet ihn um Hilfe, da er sich mit allen Tricks auskennt, soll er mit ihm nach Südfrankreich reisen und sich das selbsternannte Medium Sophie (Emma Stone) anschauen. Howard hält die junge Dame für eine Betrügerin und da sie in die befreundete, sehr wohlhabende Familie scheinbar einheiraten will, soll Stanley die junge Frau als Schwindlerin enttarnen.

C- (Wertung von A bis F) „Magic in the Moonlight“ ist Woody Alles neuester Film. Dieser Film zeigt was dabei herauskommt, wenn man als Filmemacher wirklich zwingend jedes Jahr einen Film herausbringt. Woody Allen kann gute Filme machen, sein diesjähriger Film ist aber garantiert keiner von denen.

Die in „Magic in the Moonlight“ erzählte Geschichte ist praktisch von Anfang an vorhersehbar, die Liebesgeschichte fand ich trötenlangweilig und – was am allerschlimmsten ist – unglaubwürdig.

Unzählige Filme in der Vergangenheit haben gezeigt, dass man sich die unterschiedlichsten Frauen und auch Männer (z.B. in „Where the Truth Lies“, A Single Man) in einer romantischen Beziehung mit Colin Firth vorstellen kann. Es gehört schon einiges dazu, den Oscar-Preisträger eine Frau an seine Seite zu stellen, die so nun gar nicht zu ihm passt. Emma Stone harmoniert einfach nicht mit Colin Firth, das hätte bei der Besetzung der Rollen bereits auffallen müssen, spätestens jedoch hätte es Woody Allen bei den Dreharbeiten sehen müssen. Meines Erachtens ist die 25-jährige Emma Stone überhaupt eine Fehlbesetzung, sie passt auch nicht in die Zeit der 1920er Jahre. Die Kostüme, wirken an ihr wie eine Verkleidung zu einer Mottoparty.

Wenn es dennoch zwei Gründe gibt, diesen Film zu sehen, dann sind es Colin Firth und Jacki Weaver. Beide Schauspieler sind egal in welcher Rolle immer sehenswert. Herausragend ebenfalls die traumhaften Locations, die authentischen Kostüme und das Produktionsdesign.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Love is Strange“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Ira Sachs neuer Film mit John Lithgow und Alfred Molina
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
?Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits auf dem Tribeca FF gesehen

Trailer v. Film: „Art and Craft“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Dokumentation über den Kunstfälscher Mark Landis
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Birdman (or the Unexpected Virtue of Ignorance)“
Bewertung des Trailers: A
Kommentar: Soll ich den Film eigentlich ungesehen in meine Top Ten aufnehmen? Oscar-Film von Alejandro González Inárritu. Michael Keaton gilt als sicherer Oscar-Kandidat…unglaublich auf dem Papier, nicht mehr so wenn man den Trailer sieht.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Imitation Game“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Biopic und Kriegsdrama mit Benedict Cumberbatch, Keira Knightley und Matthew Goode. Oscar-Film?
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Die Disappearance of Eleanor Rigby“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Ich liebe diesen Film (mit Jessica Chastain, James McAvoy, Viola Davis, William Hurt, Isabelle Huppert und Bill Hader) eigentlich jetzt schon. Oscar-Film.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

NYC – Film: "Detachment"

Ich war am 30.04.11 in New York und habe mir im Kino angeschaut:

„Detachment“ 100 min drama
dir. Tony Kaye cast: Adrien Brody, Marcia Gay Harden, Lucy Liu, Blythe Danner, James Caan, Christina Hendricks, Tim Blake Nelson, Sami Gayle, Betty Kaye

Henry Barthes (Adrien Brody) kommt als Vertretungslehrer für drei Wochen an eine neue, staatliche Oberschule. Die Schüler sind gelangweilt und aggressiv und bringen ihren Lehrern keinerlei Respekt entgegen. Die übergewichtige Meredith (Betty Kaye) fällt etwas aus der Reihe. Henry macht seinen Job und sucht nach Lösungen, aber er hat auch genug andere Probleme. Sein Opa (Louis Zorich) ist dement und dem Tode nahe und dann trifft er noch auf die junge Erica (Sami Gayle), die von zu Hause abgehauen ist und sich jetzt prostituiert…

A (Wertung von A bis F) „Detachment“ ist ein ehrliches und reales Portrait des amerikanischen Ausbildungssystems. Vordergründig über die Aggressionen, die Perspektivlosigkeit der Schüler und auf der anderen Seite die Hilflosigkeit und die Resignation der Lehrer. Erzählt wird der Film aus der Sicht eines Vertretungslehrers, der eigentlich keine emotionale Bindung zu den Schülern und der Schule hat, da seine Zeit dort begrenzt ist. Der Regisseur unterstreicht seine Geschichte noch mit animierten Sequenzen, Zitaten von Albert Camus und Edgar Allen Poe und Interviews mit tatsächlichen Lehrern. „Detachment“ ist aber noch so viel mehr und gibt u.a. einen Einblick in Henrys Leben, das so kompliziert und belastet zu sein scheint. Mir ging dieses Drama wahnsinnig nahe und für mich ist „Detachment“, trotz seiner krassen Szenen und unzähligen Kraftausdrücke, ein Oscar-Film. Ein Hauptgrund ist zweifelsohne Adrien Brody („The Pianist“, The Darjeeling Limited, The Brothers Bloom). Er zeigt hier eine ganz nuancierte Leistung. Auch wenn er in letzter Zeit in vielleicht nicht so guten Filmen mitspielt, so ist ER immer herausragend, aber meines Erachtens war er noch nie besser als in „Detachment“. Für mich ist das hier eine ganz klare Oscar-Performance. Eine Zuschauerin hat im anschließenden Q & A den Regisseur Tony Kaye gelobt, dass er in diesem Film so eine Leistung aus Adrien Brody rausgeholt hat, wie seinerzeit aus Edward Norton in „American History X“. Dem kann ich zu hundert Prozent zustimmen. Wo ich gerade bei den Oscars bin, würde ich James Caan („The Godfather“, „Misery“, „New York, I Love You“) gleich mitnominieren, alleine mit einer bestimmten Szene muss er in die Filmgeschichte eingehen.

Nach dem Film gab es ziemlich großen Applaus.

Gesehen habe ich „Detachment“ auf dem Tribeca Film Festival 2011. Der Film wurde hier uraufgeführt. Bislang hat „Detachment“ noch keinen Verleih in den U.S.A. Persönlich würde ich mich freuen, wenn Harvey Weinstein ihn unter seine Fittiche nimmt, dann wäre ich wenigstens sicher, dass „Detachment“ eine vernünftige Kinoauswertung bekommt und auch der – in dem Fall bestimmt beschwerliche – Oscar-Weg angestrebt wird.

Der leicht durchgeknallte aber nicht unsympathische Regisseur Tony Kaye kam kurz vor Beginn des Films auf die Bühne, um zu singen (ich möchte nicht weiter ins Detail gehen) und die Zuschauer darauf hinzuweisen, dass sie doch bitte auf die Farbe Rot achten mögen. Rot ist zweifelsfrei präsent im Film, aber ich konnte mir nicht richtig einen Reim darauf machen. Im anschließenden Q & A hat er auf die Frage einer Zuschauerin, was denn nun Rot bedeutet, wortwörtlich geantwortet: „Red is protection“. Mmmh, unter diesem Aspekt möchte ich mir den Film am liebsten sofort noch einmal anschauen.

Trailer zu sehen:

Tribeca Film Festival

Das Tribeca Film Festival wurde nach dem 11. September 2001 von u.a. Robert De Niro ins Leben gerufen. Der New Yorker Robert De Niro besitzt in TriBeCa (Triangle below Canal Street) ein Hotel und Restaurants, auch seine Produktionsfirma ist dort ansässig. Durch das Film Festival wollte er nach den Terroranschlägen seinen Beitrag leisten, Manhattan – insbesondere Lower Manhattan, wieder in ein positives Licht zu rücken und für Investitionen, insbesondere im Filmbereich, werben.

TV – Serie: "Damages, Staffel 2"

Ich habe mir die komplette Staffel folgender Serie angeschaut:

„Damages, Staffel 2“ 12 x approx. 43 min drama
dir. Todd A Kessler, Jean de Segonzac, Constantine Makris, Mario Van Peebles, Tate Donovan, Greg Yaitanes, Matthew Penn, Michael Pressman, Ed Bianchi, Andy Wolk cast: Glenn Close, Rose Byrne, William Hurt, Marcia Gay Harden, Timothy Olyphant, Tate Donovan, Ted Danson, Anastasia Griffith, John Doman, Tom Aldredge, Kevin Corrigan, Mario Van Peebles

Der FROBISHER-Fall wurde erfolgreich abgeschlossen. Arthur Frobisher (Ted Danson) wurde angeschossen, liegt schwerverletzt im Krankenhaus. Ellen (Rose Byrne) macht ihn – nach wie vor – für den Mord an ihrem Verlobten David verantwortlich. Um über den tragischen Verlust hinweg zu kommen, nimmt sie an Gruppen-Therapiesitzungen teil. Dort lernt sie Wes (Timothy Olyphant) kennen. Kann sie ihm vertrauen und entspricht alles der Wahrheit, was er erzählt? In der Kanzlei bekommt die berüchtigte Anwältin Patty Hewes (Glenn Close) brisante Dokumente von dem Wissenschaftler Daniel Purcell (William Hurt) zugeschickt. Daniel Purcell arbeitet für den Energie-Konzern Ultima National Recources (U.N.R.) und fühlt sich bedroht. Patty Hewes lehnt es zunächst ab, Daniel Purcell zu helfen, obwohl die beiden eine gewisse Vergangenheit haben. Als jedoch Purcells Ehefrau ermordet wird und Daniel Purcell verdächtigt ist, sie umgebracht zu haben, übernimmt sie seine Verteidigung. Patty Hewes hat mittlerweile auch Informationen, dass Walter Kendrick (John Doman), der Vorstandsvorsitzende von U.N.R., mit seinem Konzern hinter ganz üblen Machenschaften steckt. Um seine Macht zu vergrössern, plant Walter Kendrick mit seinem Konzern jetzt auch noch eine Fusion. Patty Hewes übernimmt den Fall und legt sich damit auch mit der skrupellosen Anwältin von U.N.R., Claire Maddox (Marcia Gay Harden), an. Ellen arbeitet jetzt bereits seit einem Jahr in der Kanzlei. Sie bekommt nicht aus ihrem Kopf, dass Patty wahrscheinlich jemanden beauftragt hatte, sie zu töten. Sie arbeitet als Informantin für das FBI, sammelt Beweise, um Patty Hewes zur Strecke zu bringen…

B- (Wertung von A bis F) „Damages, Staffel 2“ ist sehr komplex, ohne die erste Staffel zu kennen, würde ich es nicht empfehlen, die zweite zu schauen. Die Autoren haben auch hier einen recht guten Job gemacht, nur so herausragend wie bei Staffel 1 ist das Ergebnis nicht.

Wie schon in der ersten Staffel, arbeitet auch die zweite mit sehr vielen Rückblenden, aber auch dem ein oder anderen Blick in die Zukunft. Die zweite Staffel beginnt mit einer bestimmten Szene und diese wird im Verlauf der Staffel immer wiederholt, ohne dass der Zuschauer weiß, was sich genau hinter der Szene verbirgt, die Auflösung erfolgt dann erst in der letzten Folge.

Vielleicht hätte man sich bei der zweiten Staffel etwas mehr auf die Zeichnung und das Profil einzelner Charaktere konzentrieren müssen und nicht so viele neue erschaffen sollen. Beispielsweise ist mit Wes (Timothy Olyphant) eine durchaus interessante Figur in die Serie gekommen. Rückblickend fehlt mir aber etwas Hintergrund zu diesem Charakter und ein gutes Motiv für sein Handeln hätte ihn sicherlich noch glaubwürdiger gemacht. Dafür bringt Timothy Olyphant jedoch eine ordentliche Portion Sexappeal in die Serie. Schauspielerisch ist diese Staffel natürlich viel zu verlockend, um sie zu ignorieren. Der Hauptgrund für mich die Serie zu sehen, ist Glenn Close („Fatal Attraction“, „The House of Spirits“, „Cookie´s Fortune“). Die bereits 5x für einen Oscar nominierte, mit 3 Tonys, 3 Emmys, 2 Golden Globes und einem SAG-Award ausgezeichnete Schauspielerin ist einfach überragend in dieser, für sie perfekt zugeschnittenen Rolle. Dann werden ihr hier auch noch zwei andere Hochkaräter an die Seite gestellt. Der wunderbare William Hurt („Kiss of the Spider Woman“, „A History of Violence“, „Mr. Brooks“) und die grandiose Marcia Gay Harden („Pollock“, „Mystic River“, „Into the Wild“) machen die Serie auch in der zweiten Staffel zu einem brillanten Ensemble-Spiel. Der mir bislang noch nicht bekannte John Doman hat mich jedoch ebenso begeistern können. Nicht nur sein Schauspiel hat mich an den großartigen Gene Hackman erinnert, den man leider schon seit so vielen Jahren nicht mehr auf der großen Leinwand sieht. Mit einem ganz rührenden und würdevollen Auftritt hat mich, wie schon in der ersten Staffel, der Schaupieler Tom Aldredge als Onkel Pete überzeugen können. Hingegen halte ich David Costabile als komplette Fehlbesetzung. Er spielt in der zweiten Staffel eine wichtige Rolle, aber um dieser Figur glaubwürdig erscheinen zu lassen, fehlt ihm die nötige Substanz und wohl auch das Talent.

Als Zusatzmaterial enthält die (amerikanische) DVD-Box der zweiten Staffel Episoden, die von Rose Byrne, Timothy Olyphant, Ted Danson, Tate Donavan, Glenn Close und den Autoren kommentiert werden.

Derzeit läuft in den U.S.A. die dritte Staffel von „Damages“ auf dem Kabelsender FX . In der dritten Staffel sind die Schauspieler Campbell Scott, Martin Short, Lily Tomlin und Keith Carradine dabei.

Trailer von der zweiten Staffel zu sehen:

DVD – "Pollock"

Ich habe mir auf DVD folgenden Film angeschaut:

„Pollock“ 117 min drama, adaptation, biopic
dir. Ed Harris cast: Ed Harris, Marcia Gay Harden, Amy Madigan, Jennifer Connelly, Val Kilmer, John Heard

Die junge Malerin Lee Krasner (Marcia Gay Harden) lernt im Jahr 1941 in New York den amerikanischen Künstler Jackson Pollock (Ed Harris) kennen. Sie erkennt schnell sein überragendes Talent, verzichtet auf eine eigene Karriere, fördert ihn und macht ihn schliesslich mit der einflussreichen Galeristin Peggy Guggenheim (Amy Madigan) bekannt. Eines Tages heiraten Lee und Pollock und ziehen nach Long Island. Obwohl sich der Maler mittlerweile einen Namen machen konnte, plagen ihn Selbstzweifel und Geldmangel. Er verfällt immer mehr dem Alkohol, wird von Lee verlassen und stirbt schliesslich im Alter von nur 44 Jahren bei einem tragischen Autounfall.

B+ (Wertung von A bis F) Jackson Pollock ist einer der wichtigsten Künstler des 20. Jahrhunderts, der Film basiert auf der Biografie „Jackson Pollock: An American Saga“ und behandelt fünfzehn Jahre seines Lebens. Der Film ist das Regiedebut von Ed Harris, der hier zugleich die Hauptrolle spielt. Ed Harris hat für diese Rolle eine Oscarnominierung erhalten, allerdings gegen Russell Crowe in „Gladiator“ verloren. Bis zum heutigen Tag hat Ed Harris bereits vier Oscarnominierungen („Truman Show“, „Apollo 13“, „Pollock“ und „The Hours“), ich fand ihn ihn „Pollock“ perfekt besetzt, dennoch finde ich, dass er für „The Hours“ noch eher einen Oscar verdient gehabt hätte. Gerade ist seine zweite Regiearbeit, der Western „Appaloosa“, in den U.S.A. gestartet und hat sehr gute Kritiken bekommen, vielleicht wird Ed Harris nächstes Jahr für seine Arbeit belohnt. Marcia Gay Harden wurde zu Recht mit dem Oscar für ihre Darbietung in „Pollock“ ausgezeichnet.

Trailer zu sehen:

DVD – "Rails & Ties"

Ich habe mir auf DVD angeschaut:

„Rails & Ties“ 101 min drama
dir. Alison Eastwood cast: Kevin Bacon, Marcia Gay Harden, Miles Heizer, Marin Hinkle, Bonnie Root

Tom (Kevin Bacon) und Megan (Marcia Gay Harden) sind seit 15 Jahren verheiratet und kinderlos. Seit Megans Krebsdiagnose und den langjährigen Therapien haben sich die beiden immer mehr entzweit. Tom arbeitet als Zugführer und eines Tages passiert in seiner Schicht ein tragisches Zugunglück, bei der die Mutter des 11 jährigen Davey (Miles Heizer) ums Leben kommt. Davey gibt Tom die Schuld und stattet dem Ehepaar einen Besuch ab, der für alle Drei zu einer Wende in ihrem Leben führt…

A (Wertung von A bis F) Zwar vorhersehbares aber sehr ergreifendes Drama über die unterschiedliche Bewältigung von Trauer und Verlust. Bei aller Intensität ist der Film nicht aufdringlich. In den U.S.A. gab es für dieses Drama eher verhaltene Kritiken. Es ist das Regiedebut der Schauspielerin Alison Eastwood (u.a. in einem meiner Lieblingsfilme „Midnight in the Garden of Good and Evil“) und Tochter von Clint. Nach dem Film zu urteilen, lässt sich vermuten, dass sie dass Regietalent von ihrem Vater geerbt hat. Marcia Gay Harden (Oscar für Pollock) beweist hier erneut, dass sie eine grossartige Schauspielerin ist. Kevin Bacon („Sleepers“, „Mystic River“), der für meinen Geschmack zu selten auf der Kinoleinwand zu sehen ist, ist hier sehr glaubwürdig. Ich bin nicht müde zu erwähnen, dass er für „The Woodsman“ mindestens eine Oscarnominierung hätte bekommen müssen.

Trailer zu sehen:

New York City – Into the Wild

Ich war am 31.12.07 in New York und habe mir im Kino angeschaut:

„Into the Wild“ (dt. Titel „In die Wildnis – Allein durch Alaska“, dt. Kinostart 31.01.08) 147 min drama, adaptation
dir. Sean Penn cast: Emile Hirsch, Marcia Gay Harden, William Hurt, Vince Vaughn, Catherine Keener, Hal Holbrook

Obwohl der 22jährige Christopher McCandless (Emile Hirsch) gerade erfolgreich sein College abgeschlossen hat und hervorragende Zukunftsaussichten hat, bricht er aus seinem Elternhaus aus, vernichtet alle Ausweise und Kreditkarten, spendet das gesparte Studiengeld wohltätigen Zwecken und beginnt ein neues Leben in der Natur. Er reist monatelang quer durch die U.S.A. mit dem Ziel eines Tages in Alaska anzukommen. Auf seinem Weg lernt er wunderbare Menschen kennen, bevorzugt aber irgendwann wieder die Einsamkeit und zieht weiter. Eines Tages wird ihm gerade diese von ihm selbst gewählte Einsamkeit zum Verhängnis…

A+ (Wertung von A bis F) Der Film basiert auf wahren Begebenheiten. Christopher McCandless ist sicherlich trotz seines tragischen Schicksals der Held aller amerikanischen Ausreisser. Es gibt sicherlich viele Menschen, die schon einmal davon geträumt haben, alles hinter sich zu lassen und rumzureisen. Sean Penn erzählt seine Geschichte so, dass man ihn um seine Erfahrungen beneidet. Er untermalt die Story mit spektakulären Natur- und Landschaftsaufnahmen und der Musik von Eddie Vedder (den Soundtrack habe ich mir dann auch gleich gekauft) Authentisches Schauspiel von Emile Hirsch und rührende Performances von Catherine Keener, Hal Holbrook und William Hurt. Der Film wird nach meiner Überzeugung in verschiedenen Kategorien für einen Oscar nominiert.

Trailer zu sehen:

New York City – The Invisible

war gerade privat in NYC und habe mir am 27.04.07 im Kino angeschaut:

„The Invisible“ drama
dir. David S. Goyer cast: Margarita Levieva, Justin Chatwin, Marcia Gay Harden

Der Schüler Nick (Justin Chatwin) gerät in eine Auseinandersetzung mit seiner gewalttätigen Mitschülerin Annie (Margarita Levieva) und ihren kriminellen Freunden. Tags darauf schlagen sie ihn derart zusammen, dass er dabei zu Tode kommt…so dachten sie…Sie verstecken seinen Körper in einem Schacht im Wald. Am nächsten Morgen tritt Nick aus dem Wald, geht zur Schule und realisiert , dass er von niemanden wahrgenommen werden kann. Er beobachtet sein Umfeld aus nächster Nähe, sieht wie sie mit ihrer Trauer, der Schuld und ihrem Gewissen umgehen und hat nicht die Möglichkeit sich bemerkbar zu machen.

A (Wertung von A bis F) intensives Drama, besetzt mit neuen Gesichtern, die man wohl nicht das letzte Mal in guten Filmen gesehen hat. Sehr bewegend, habe beinahe das ganze Kino „geflutet“.

Trailer zu sehen: