TV – Serie: „Ozark, 1. Staffel“

Ich habe mir die komplette Staffel folgender Netflix-Serie angeschaut:

 

„Ozark, 1. Staffel“ (seit dem 21.07.17 weltweit auf Netflix zu sehen) 10 x approx. 60 min crime, drama, thriller
dir. Jason Bateman, Andrew Bernstein, Ellen Kuras, Daniel Sackheim cast: Jason Bateman, Laura Linney, Esai Morales, Sofia Hublitz, Skylar Gaertner, Julia Garner, Jordana Spiro, Peter Mullan, Marc Menchaca, Christopher James Baker

 

Marty Byrde (Jason Bateman) ist Finanzberater in Chicago. Mit seinem besten Freund und Geschäftspartner Bruce (Josh Randall) hat er eine kleine Firma – offiziell. Seit zehn Jahren waschen sie aber auch Geld für das mexikanische Drogenkartell. Jetzt stattet ihnen der Drogenboss Del (Esai Morales) einen Besuch ab. Del vermutet, dass sie ein paar Millionen Dollar unterschlagen haben. Ihr Leben ist in Gefahr, Marty kann gut reden und schlägt in seiner Verzweiflung einen Deal vor. Dafür muss er mit seiner Frau Wendy (Laura Linney), seiner Tochter Charlotte (Sofia Hublitz) und seinem Sohn Jonah (Skylar Gaertner) die Stadt verlassen. Sie beginnen ein neues Leben in der Provinz, in dem Stausee-Gebiet Ozarks in Missouri – was aber nur nach außen hin mit einem normalen, bürgerlichen Leben zutun hat. Das FBI mit Agent Petty (Jason Butler Harner) ist Marty Byrde auch bereits auf den Fersen…

 

A- (Wertung von A bis F) Serienschöpfer der TV-Serie sind Drehbuchautor Bill Dulluque („The Accountant“, The Judge) und Produzent Mark Williams („The Accountant“, „Flawless“).

 

Ich schaue wirklich in viele Netflix-Serien rein, einige interessieren mich für ein paar Episoden, bei den meisten langweile ich mich aber bereits schneller, so dass ich nicht mal die erste Episode bis zu Ende anschaue. Über „Ozark“ hatte ich zuvor auch wieder nichts gelesen, aber die Story hat mich gleich bepackt und die Figuren habe ich schnell lieb gewonnen. Ich wollte einfach wissen, wie es mit diesen Charakteren weitergeht, wie kommen sie aus dieser, eigentlich aussichtslosen Nummer wieder raus. Natürlich hat es dabei nicht geschadet, das Laura Linney zu meinen Lieblingsschauspielern zählt und ich Jason Bateman wirklich gerne sehe.

Letztlich hat mir „Ozark“ so gut gefallen, dass ich sie mir – wie alle Serien, die mir gut gefallen – zweimal angeguckt habe. Die Serie eignet sich zum Bingen, die zweite Sichtung habe ich komplett an einem (Faulenz-)Tag vorgenommen.

„Ozark“ ist sowohl Ehe- und Familiendrama als auch Krimi/Thriller. Dabei düster inszeniert, blutig, aber mit guten Dialogen und Humor versetzt. Sowohl von der Story, als auch von den Charakteren war ich das eine oder andere Mal überrascht.

Zu Beginn jeder Episode bekommt man im „O“ von „Ozark“ vier Symbole gezeigt, die für diese Folge relevant sind.

 

Ich liebe Marty Byrde. Eigentlich ist er ganz bodenständig und ruhig, aber stets hellwach, sehr smart, schlagfertig und redegewandt. Er hat einen wunderbaren trockenen Humor. Mir gefielen aber auch alle anderen Familienmitglieder – letztlich sollte man sich mit keinem anlegen. Alle vier sind perfekt besetzt und absolut glaubhaft. Jason Bateman spielt neben Laura Linney hier nicht nur die Hauptrolle, er hat auch bei den ersten beiden und den letzten beiden Episoden der ersten Staffel Regie geführt.

 

 

Zu den einzelnen Episoden:

Ich habe keine Lieblingsfolge, die gesamte erste Staffel gefällt mir. Es gibt Momente (insbesondere bei der 2. Sichtung) in einzelnen Episoden, die ich besonders gerne mag. Z.B. die letzten, vielleicht 10 Minuten der 7. Episode („Nest Box“)

Die 8. Episode („Kaleidoscope“) spielt komplett in der Vergangenheit.

 

 

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

 

Marty Byrde lebt mit seiner Frau Wendy (gespielt von Laura Linney), seiner 15-jährigen Tochter Charlotte (gespielt von Sofia Hublitz) und seinem 13-jährigen Sohn Jonah (gespielt von Skylar Gaertner) in Chicago. Er ist ein Familienmensch und arbeitet – offiziell – als Anlageberater. Mit seinem Geschäftspartner hat er aber vor einigen Jahren begonnen, für ein mexikanisches Drogenkartell Geld zu waschen. Gespielt wird Marty Byrde von dem amerikanischen Schauspieler Jason Bateman gespielt. Jason Bateman war ein Kinderstar, hat früh bereits in einigen TV-Serien, z.B. in „Little House on the Prairie“ („Unsere kleine Farm“ ) gespielt. Später war er in zahlreichen, vorwiegend Komödien (Juno, Horrible Bosses) zu sehen. Mit Bad Words hat er sein Regiedebüt gegeben. Dass er nicht nur auf komödiantische Rollen bedienen kann, konnte man beispielsweise in Disconnect und The Gift sehen. Für seine Rolle in „Arrested Development“ wurde zwei Mal mit dem Emmy-Award als bester Hauptdarsteller in einer Comedy-Serie nominiert.

Wendy Byrde ist seit 22 Jahren mit Marty Byrde zusammen. Die beiden haben zwei Kinder, die 15-jährige Charlotte und der 13-jährige Jonah. Nach der Geburt ihres ersten Kindes hat sie ihren Job aufgegeben, danach aber nie wieder zurück in den Beruf gefunden. Deswegen ist sie frustriert, aber auch unglücklich in ihrer Ehe. Sie hat eine Affäre. Wendy Byrde wird von der amerikanischen Theater-, Film- und TV-Schauspielerin Laura Linney gespielt. Sie hat in unzähligen Filmen („Primal Fear“, „Mystic River“, „Love Actually“, The Dinner) gespielt. Für ihre Performance in „You Can Count on Me“, „Kinsey“ und The Savages hat sie jeweils eine Oscar-Nominierung erhalten. Für ihre TV-Rollen hat sie vier Emmy-Awards (für „Wild Iris“, „Frasier“, „John Adams“ und „The Big C: Hereafter“) gewonnen. Außerdem wurde sie für ihre Arbeit am Theater vier Mal für den Tony Award („The Crucible“, „Sight Unseen“, „Time Stands Still“ und „The Little Foxes“) nominiert.

Charlotte Byrde ist die 15-jährige Tochter von Marty und Wendy Byrde. Gespielt wird Charlotte von der amerikanischen Schauspielerin Sofia Hublitz. Sie hat bisher in den amerikanischen Serien „Louie“ und „Horace and Pete“ mitgewirkt.

Jonah Byrde ist der 13-jährige Sohn von Marty und Wendy Byrde. Gespielt wird Jonah von dem amerikanischen Schauspieler Skylar Gaertner. Er war in einigen TV-Serien („Nurse Jackie“, „The Americans“, Daredevil) zu sehen und hat auch einigen Kinofilmen („Alex of Venice“, Every Secret Thing) mitgewirkt.

Ruth ist 19 Jahre alt und recht pfiffig. Sie kommt aus einer kriminellen Familie, ihr Vater (gespielt von Trevor Long) sitzt im Gefängnis. Sie lebt mit ihren Neffen Wyatt (gespielt von Charlie Tahan) und Three (Carson Holmes) und ihren beiden Onkel Russ (Marc Menchaca) und Boyd (Christopher James Baker) in mehreren Trailern auf einem Grundstück in den Ozarks. Gespielt wird Ruth von der amerikanischen Schauspielerin Julia Garner. Ich habe die talentierte Amerikanerin bereits in einigen Filmen (Martha Marcy May Marlene, The Perks of Being a Wallflower, We Are What We Are und Grandma gesehen.

Roy Petty ist FBI-Agent und Martin Byrde auf den Fersen. Er ist für mich eine der spannendsten Figuren in der Serie. Gespielt wird Petty von dem amerikanischen Schauspieler Jason Butler Harner. Er hat in einigen Episoden bekannter TV-Serien („Law & Order“, The Newsroom, Homeland) mitgespielt. Auch hat er in einigen Kinofilmen (Changeling, Non-Stop) mitgewirkt.

Wyatt ist siebzehn Jahre alt und einer von Ruths Neffen. Wyatt wird von dem amerikanischen Schauspieler Charlie Tahan gespielt. Er hat in den TV-Serien „Gotham“ und „Wayward Pines“ mitgespielt und war auch in einigen Kinofilmen (Blue Jasmine, The Harvest, Love is Strange) zu sehen.

Rachel ist Besitzerin der The Blue Cat Lodge in den Ozarks. Sie und Marty Byrde werden Geschäftspartner. Gespielt wird Rachel von der amerikanischen Schauspielerin Jordana Spiro. Sie hat in einigen TV-Serien („My Boys“, Dexter, „The Good Wife“)

Jacob Snell kommt mit seiner Frau Darlene (gespielt von Lisa Emery) erst zum Ende der vierten Episode ins Spiel. Er ist der (gefürchtete) Drogenboss in den Ozarks. Gespielt wird Jacob Snell von dem schottischen Schauspieler Peter Mullan. Er hat einigen bekannten Filmen („Shallow Grave“, „Trainspotting“, „Children of Men“, „Harry Potter and the Deathly Hallows 1 & 2“) mitgespielt. Mir ist er aber noch besonders in Erinnerung durch den wunderbaren Film Tyrannosaur und den nicht weniger großartigen Mehrteilen Top of the Lake und – vor allen Dingen – Olive Kitteridge. Für seine Performance in „Top of the Lake“ hat er eine Emmy-Nominierung erhalten.

Update: „Ozark“ ist für fünf Emmys (darunter Outstanding Lead Actor, Jason Bateman und Outstanding Directing für die Episoden „Tonight We Improvise“ und „The Toll“) nominiert.

„Ozark“ ist eine Eigenproduktion von Netflix, die seit dem 21.07.17 erstmalig auf Netflix (weltweit) zum Streamen bereitsteht. Auch wenn Netflix diese Serie in der synchronisierten Fassung anbietet, man sollte sie definitiv im Original sehen – die Sprache ist hier sehr wichtig. „Ozark“ ist ausgerichtet auf vier oder fünf Staffeln. Die Serie ist aber erst seit ein paar Tagen für die Zuschauer zugänglich und bislang wurde eine zweite Staffel noch nicht bestätigt. Update: Am 15.08.17 wurde eine zweite Staffel (mit ebenfalls 10 Episoden) bestätigt.

 

Trailer zu sehen:

 

 

Berlin (ale) – Film: „The Dinner“

Ich war am 11.02.17 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„The Dinner“ (dt. Kinostart: 19.10.17) 120 min drama, thriller, adaptation
dir. Oren Moverman cast: Richard Gere, Laura Linney, Steve Coogan, Rebecca Hall, Chloe Sevigny

 
Der ehemalige Geschichtslehrer Paul (Steve Coogan) und seine Ehefrau Claire (Laura Linney) wurden von Pauls Bruder, dem viel beschäftigten Kongressabgeordneten Stan Lohmann (Richard Gere) und seiner Frau Katelyn (Rebecca Hall) zum Essen eingeladen. Sie speisen in einem sehr exklusiven Restaurant. Es gibt eine Familienangelegenheit über die gesprochen werden muss…

 

 

B (Wertung von A bis F) „The Dinner“ basiert auf dem gleichnamigen Roman des niederländischen Schriftstellers Herman Koch. Es ist der neue Film des israelisch-amerikanischen Drehbuchautors und Filmemachers Oren Moverman („Rampart“, The Messenger).

 
Die Geschichte wird in sechs Kapiteln erzählt („Aperitif“, „Appetizer“, „Main Course“, „Cheese Course“, „Dessert“ und „Digestif“). Zwei besser gestellte Elternpaare treffen sich zum Abendessen in einem Nobelrestaurant. Auf der einen Seite der ambitionierte Kongressabgeordnete, der für das Gouverneursamt kandidiert mit seiner Ehefrau (Richard Gere und Rebecca Hall) und auf der anderen Seite der ehemalige Geschichtslehrer mit seiner Gattin (Steve Coogan und Laura Linney). Die Söhne beider Familien haben ein schwerwiegendes Verbrechen begangen. Das erfährt der Zuschauer langsam aus den Rückblenden. Währenddessen lernt man die Charaktere immer besser kennen, erfährt von der einen oder anderen psychischen Krankheit in der Familie und von der schwierigen Beziehung der beiden Brüder untereinander. Am Ende steht die Frage, wie man nun mit der Situation umgeht.

 
Oberflächlich betrachtet erinnert der Film an Roman Polanskis „God of Carnage“. „The Dinner“ ist aber nicht so hysterisch und nervig. Auch gibt es in diesem Film mit Steve Coogans zynischem Paul mindestens einen Sympathieträger in der Viererkonstellation. Auch ist es sein Charakter, der zumindest anfangs für Humor sorgt. Es ist ein düsteres Charakter- und Familiendrama, das durchaus zu fesseln weiß und was die Charaktere angeht, hält der Film auch eine Überraschung parat.

Schauspielerisch haben mir Steve Coogan und Laura Linney am besten gefallen.

 
„The Dinner“ wurde erstmalig auf der Berlinale 2017 gezeigt. Auf dem 67. Berlin International Film Festival lief der Film im Wettbewerb. Gezeigt wurde die OmU. „The Dinner“ startet am 5.5.17 in den amerikanischen Kinos. Ein deutscher Kinostart ist derzeit für den 19.10.17 anvisiert.

Trailer zu sehen:

 

Chicago – Film: „Nocturnal Animals“

Ich war am 22.11.16 und am 24.11.16 in Chicago und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

 

„Nocturnal Animals“ (dt. Kinostart: 22.12.16) 116 min thriller, adaptation
dir. Tom Ford cast: Amy Adams, Jake Gyllenhaal, Michael Shannon, Aaron Taylor-Johnson, Isla Fisher, Armie Hammer, Laura Linney, Andrea Riseborough, Michael Sheen

 
Susan Morrow (Amy Adams) ist eine sehr erfolgreiche Galeristin in Los Angeles. Vor 19 Jahren hat sie sich von ihrem ersten Ehemann Edward Sheffield (Jake Gyllenhaal) scheiden lassen. Es war die große Jugendliebe, aber dennoch hatte sie sich seinerzeit entschlossen, dass der attraktive Hutton (Armie Hammer) besser zu ihr passt. Bis heute sind sie verheiratet, leben aber aneinander vorbei. Glücklich ist Susan nicht. Jetzt erhält sie eines Morgens ein Manuskript per Post. Ihr Ex-Mann ist Schriftsteller, sein neues Buch hat er ihr gewidmet und sie soll auch die erste sein, die den Roman liest. Susan beginnt zu lesen, es ist ein spannender, aber auch sehr verstörender Roman…

 

 

A (Wertung von A bis F) „Nocturnal Animals“ basiert auf Austin Wrights Roman „Tony and Susan“. Es ist nach dem brillanten A Single Man erst der zweite Film des amerikanischen Modedesigners und Filmemachers Tom Ford. Tom Ford hat auch Drehbuch zu dem Film geschrieben.

Jedes Jahr hoffe ich auf einen Film, der mich irgendwie umhaut. Dieses Jahr habe ich bereits viele gute und einige sehr gute Filme im Kino sehen dürfen. Mein 83. Film war dann für mich der Volltreffer. „Nocturnal Animals“ ist ein Film ganz nach meinem Geschmack.

Nach Tom Fords erstklassigem Regiedebüt habe ich mich auf seinen Folgefilm wie verrückt gefreut. Vom Style her hatte ich eine gewisse Vorstellung, wie dieser zweite Film beginnt. Im Leben wäre ich nicht auf diese ersten Szenen, diese ersten irritierenden vielleicht zwei Minuten, gekommen.

„Nocturnal Animals“ ist ein stylischer, nuancierter Rachethriller, genauer gesagt sind es zwei Geschichten, bei denen die Grenzen der Handlungsstränge verschwimmen. Stilistisch könnten beide Stories nicht unterschiedlicher inszeniert sein. Auf der einen Seite die elegante, stilvolle und sicher kalte Inszenierung von Amy Adams Gegenwart (und Vergangenheit mit Jake Gyllenhaal) und auf der anderen Seite die schmuddlige, sehr aufwühlende Inszenierung der Texas-Story. Das Ende des Films ist perfekt, offen und doch so klar.

Jeder Szene im Film sieht man an, dass sie von einem (Mode-) Designer komponiert wurde. Vom Stil der Inneneinrichtung von Amy Adams Haus, die Kostüme (übrigens nicht von Tom Fords eigenem Mode-Label) bis zu den Akzenten, die der Modeschöpfer mit der Farbe Rot (ein Telefon, ein Sofa, einen Vorhang, etc.) und der Farbe Grün (Cowboystiefel, Fliesen, ein Auto, ein Kleid, etc.) setzt.

 
Tom Ford muss auch ein Faible für rothaarige Frauen haben, während es in seinem Erstling „A Single Man“ noch Julianne Moore war, sind es hier Amy Adams, Isla Fisher, Ellie Bamber, Laura Linney)

Wenn Michael Shannon auf der Leinwand auftaucht, bin ich ernsthaft außerstande mich auf irgendwas anderes zu konzentrieren. Während ich ihn so anschaute, habe ich mich gefragt, ob ich eigentlich noch irgendeinen anderen Lieblingsschauspieler neben ihn habe – mir ist keiner eingefallen. Das ist natürlich Blödsinn, aber Michael Shannon hat die Gabe, die gesamte Aufmerksamkeit für sich zu beanspruchen. So sehr, dass mir Jake Gyllenhaal beinahe leid tat, nehmen so einem Ausnahmetalent bestehen zu müssen. Wenn man die beiden in einer Szene zusammen sieht, kommt bei Jake Gyllenhaal der Schauspieler durch, während Shannon einfach nur die Figur „ist“. Das ist Schauspielkunst. AMPAS – bitte, geht in die Screenings, guckt diesen Film, nominiert Shannon und gibt ihm den Oscar. Es ist Zeit.

Schauspielerisch hat mir auch Aaron Taylor-Johnson (Nowhere Boy, Savages, seinerzeit noch Aaron Johnson) sehr gut gefallen.

Da ich unplanmäßig sieben Tage in Chicago in gestrandet bin, irgendwann alle neuen Filme, die ich sehen wollte, gesehen habe, hatte ich Zeit, mir Tom Fords Werk ein zweites Mal anschauen zu können.

Tom Ford soll bloss nicht auf die Idee kommen, mich erneut 7 !!! Jahre auf seinen nächsten Film warten zu lassen.

Der Vollständigkeit sei erwähnt, dass „Nocturnal Animals“ selbstverständlich festgesetzt in meiner TOP TEN für Filme aus dem Jahr 2016 ist. Im Übrigen, der andere Film mit Amy Adams (Arrival) ist nach der zweiten Sichtung auch bereits festgesetzter TOP TEN-Film.

„Nocturnal Animals“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Jake Gyllenhaal), Beste Hauptdarstellerin (Amy Adams), Bester Nebendarsteller (Michael Shannon), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien. Update: „Nocturnal Animals“ hat eine Oscar-Nominierung erhalten, erfreulicherweise für Michael Shannon als bester Nebendarsteller.

 
„Nocturnal Animals“ wurde erstmalig auf dem Venice Film Festival 2016 gezeigt. Dort hat der Film den Grand Jury Prize gewonnen. „Nocturnal Animals“ ist am 18.11.16 in 37 ausgewählten Kinos in den U.S.A. gestartet. Der Film kommt am 22.12.16 in die deutschen Kinos.

 

 

Trailer zu sehen:

 

 

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Collateral Beauty„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Drama mit Will Smith, Edward Norton, Keira Knightley, Naomie Harris und Kate Winslet – der Film sieht aus wie ein Oscar-Film, warum ist er nicht mehr im Gespräch?
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „A Cure for Wellness„
Bewertung des Trailers: A
Kommentar: Wow – Gore Verbinskis neuer Film, Thriller mit Dane DeHaan
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Allied„
Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer)
Kommentar: Robert Zemeckis neuer Film mit Marion Cotillard und Brad Pitt.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen

Trailer v. Film: „50 Shades Darker„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Fortsetzung zu „50 Shades of Grey“ – war das nötig? Jamie Dornan ist so unsexy.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

 
Trailer v. Film: „Passengers„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Morten Tyldums neuer Film, Sci-Fi-Romanze mit Jennifer Lawrence und Chris Pratt
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „A Monster Calls„
Bewertung des Trailers: B- (neuer Trailer)
Kommentar: Romanverfilmung mit Sigourney Weaver und Felicity Jones. Liam Neeson verleiht dem Monster seine wunderbare Stimme
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht

 
Trailer v. Film: „La La Land“
Bewertung des Trailers: A (neuer Trailer)
Kommentar: Perfekter Trailer von Damien Chazelles neuem Film mit Emma Stone, Ryan Gosling und J. K. Simmons. Oscar-Film!
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Zookeeper´s Wife„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Romanverfilmung mit Jessica Chastain und Daniel Brühl
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

amerikanisches Filmplakat von "Nocturnal Animals"
amerikanisches Filmplakat von „Nocturnal Animals“

NYC – Film: „Sully“

Ich war am 26.09.16 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

 

„Sully“ (dt. Kinostart: 1.12.16) 96 min drama, adaptation, biopic
dir. Clint Eastwood cast: Tom Hanks, Aaron Eckhart, Laura Linney, Anna Gunn, Ann Cusack, Autumn Reeser

 
15. Januar 2009, US Airways Flug 1549 von NYC nach Charlotte. Kurz nach dem Start kam es zu einem mehrfachen Vogelschlag. Beide Triebwerke des Airbus 320 sind daraufhin ausgefallen. Flugkapitän Chelsey „Sully“ Sullenberger (Tom Hanks) und sein Copilot Jeff Skiles (Aaron Eckhart) mussten innerhalb weniger Sekunden entscheiden und notwasserten schließlich kurz darauf auf dem Hudson River. Während Sully nach der erfolgreichen Rettung von 155 Menschen in den U.S.A. und weltweit als Held gefeiert wird, muss er und sein Copilot sich vor der amerikanischen Flugsicherheitsbehörde NTSB dafür rechtfertigen, warum sie nicht einfach einen Flughafen in der Nähe angeflogen sind…

 
B+ (Wertung von A bis F) „Sully“ basiert auf der Autobiografie von Chesley Sullenbergers „Highest Duty: My Search for What Really Matters“. Sie beschreiben die Vorgänge des US Airways Fluges 1549 und die anschließenden Untersuchungen des National Transportation Safety Board (NTSB). Es ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers Clint Eastwood („Unforgiven“, „Midnight of the Garden of Good and Evil“, „Mystic River“, Changeling, Gran Torino, American Sniper).

Clint Eastwood ist mittlerweile 86 Jahre alt, mag politisch verwirrt sein, aber er schafft ee immer noch imposante Heldengeschichten zu inszenieren. Wahrscheinlich kennt jeder die Miracle-on-the-Hudson-Story, kaum einer wird aber davon wissen, wie sich die Cockpit-Crew direkt im Anschluss an die spektakuläre Notwasserung vor einer amerikanischen Behörde erklären musste. Die gesamte Anhörung vor den Sicherheitsexperten, vor allen Dingen die Piloten, die den Flug im Simulator nachstellten und dann Sullys Aussage, die alles widerlegte fand ich am beeindruckendsten.

 
Bei Filmen über die Fliegerei neige ich natürlich dazu, besserwisserisch rumzumaulen. Im Endeffekt zählt natürlich das Resultat und das ist, dass allen 155 Insassen an Bord das Leben gerettet wurde – wie sie es geschafft haben, ist zweitrangig. Dennoch konnte ich die im Film dargestellte Reaktion der Kabinencrew nicht nachvollziehen. Wahrscheinlich folgen die Crews der US Airways anderen Richtlinien und trainieren andere Standards. Warum haben sie aber direkt nach dem Aufprall so zögerlich reagiert? Warum haben sie nicht sofort (mit dem Megafon) Kommandos an die Passagiere gegeben und evakuiert? Und warum wurden die Passagiere nicht aufgefordert ihre Schwimmweste mitzunehmen und vor allen Dingen – wenn sie das Flugzeug verlassen – auch aufzublasen? Die Original-Fotos von dem Flugzeug zeigen tatsächlich, dass sehr viele Passagiere keine Schwimmweste trugen. Auch habe ich nicht verstanden warum Cpt. Sully sich so spät erst wieder angeschnallt hat. Aber, ist ja gut gegangen…

 
Tom Hanks ist natürlich perfekt in der Rolle, wahrscheinlich würde der Film ohne ihn gar nicht funktionieren. Letztlich fand ich seine Performance in Captain Phillips aber oscarreifer und dafür wurde er unverständlicherweise nicht nominiert. Auch Anna Gunn hat mir gut gefallen.

 
Im Abspann ist in zwei Filmbeiträgen noch der reale Chelsey „Sully“ Sullenberger zu sehen.

 
„Sully“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Bester Regisseur, Bester Hauptdarsteller (Tom Hanks), Bester Nebendarsteller, Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien.

 
„Sully“ wurde erstmalig auf dem Telluride Film Festival 2016 gezeigt. Der Film ist am 6.9.16 in den amerikanischen Kinos gestartet. In Deutschland ist der Film ab dem 1.12.16 zu sehen.

 
Trailer zu sehen:

 

 

 
vorgeschaltete Trailer:

 

 

Trailer v. Film: „Collateral Beauty„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Drama mit Will Smith, Edward Norton, Keira Knightley, Naomie Harris und Kate Winslet
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 
Trailer v. Film: „Live by Night„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Ben Afflecks neuer Film als Regisseur und Hauptdarsteller. Eine Dennis-Lehane-Verfilmung mit Elle Fanning, Brendan Gleeson, Chris Cooper und Sienna Miller
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 
Trailer v. Film: „The Girl on the Train„
Bewertung des Trailers: F
Kommentar: Dieser Trailer ist ein unfassbarer Spoiler-Trailer. Bei mind. 80% RT gucke ich den Film.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

 

 

Trailer v. Film: „Keeping Up with the Joneses„
Bewertung des Trailers: C (neuer Trailer)
Kommentar: Actionkomödie mit Jon Hamm, Isla Fisher und Zach Galifianakis (der so viel abgenommen hat, dass man ihn kaum erkennt)
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Hillsong: Let Hope Rise„
Bewertung des Trailers: unbewertbar
Kommentar: unerträglich, sorry
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher gucke ich einen Bridget Jones-Film

Trailer v. Film: „Deepwater Horizon„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Peter Bergs neuer Film über die gleichnamige Katastrophe mit Mark Wahlberg.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 

amerikanischer Aufsteller von "Sully"
amerikanischer Aufsteller von „Sully“

Berlin (ale) – Film: "Mr. Holmes"

Ich war am 09.02.15 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Mr. Holmes“ (dt. Kinostart: 24.12.15) 103 min drama, crime, adaptation
dir. Bill Condon cast: Ian McKellen, Laura Linney, Milo Parker, Hiroyuki Sanada

England im Jahr 1947. Sherlock Holmes (Ian McKellen) ist mittlerweile 93 Jahre alt und lebt zurückgezogen in einem Haus auf dem Lande. Er widmet sich der Bienenzucht. Seine Haushälterin Mrs. Munro (Laura Linney) und ihr Sohn Roger (Milo Parker) kümmern sich um ihn. Mr. Holmes wird immer vergesslicher. Eines Tages will Roger mehr über Holmes´ letzten Fall wissen, war der schließlich der Grund, dass der Meisterdetektiv seinen Beruf an den Nagel hing. Mr. Holmes versucht sich zu erinnern.

C+ (Wertung von A bis F) „Mr. Holmes“ basiert auf Mitch Cullins Roman „A Slight Trick of the Mind“. Ursprünglich hatte „Mr. Holmes“ auch diesen Filmtitel.

Bill Condon hat mit „Gods and Monsters“ und „Kinsey“ wunderbare Filme inszeniert, er ist aber auch für „Dreamgirls“ verantwortlich (und „The Twilight Saga: Breaking Dawn – Part 1 & 2“, die habe ich aber nicht gesehen). „Mr. Holmes“ ist in meine Augen weder wunderbar, noch richtig schlecht. Dieser Film bewegt sich irgendwo dazwischen – die erzählte Geschichte war mir zu inszeniert und dabei weder spannend noch sonderlich rührend. Dafür konnte ich mich einmal mehr für den Hauptdarsteller Ian Mc Kellen begeistern. Auch fand ich den Jungen (gespielt von Milo Parker) faszinierend. Was für ein erwachsenes, interessantes Gesicht er bereits in so jungen Jahren hat.

„Mr. Holmes“ wurde erstmalig auf der Berlinale 2015 gezeigt. Dort lief der Film im Wettbewerb (außer Konkurrenz). Ich habe den Film auf der Berlinale gesehen, gezeigt wurde die OmU. „Mr. Holmes“ hat mit Miramax Films/Roadside Attractions bereits einen amerikanischen Verleiher gefunden, einen Starttermin für die U.S.A. steht aber derzeit noch nicht fest.

Trailer zu sehen:

Boston – Film: "The Fifth Estate"

Ich war am 18.10.13 in Boston und habe mir im Kino angeschaut:

„The Fifth Estate“ (dt. Titel: „Inside Wikileaks – Die fünfte Gewalt“, dt. Kinostart: 31.10.13) 128 min biopic, drama, adaptation
dir. Bill Condon cast: Bendedict Cumberbatch, Daniel Brühl, Anthony Mackie, Moritz Bleibtreu, Stanley Tucci, Laura Linney

Dezember 2007. Auf dem Chaos Communication Congress in Berlin lernt der Informatiker Daniel Berg (Daniel Brühl) den australischen Programmierer und Hacker Julian Assange (Benedict Cumberbatch) kennen. Schon länger hat er sich mit seiner Arbeit beschäftigt. Julian Assange ist einer der Gründer der Enthüllungsplattform WikiLeaks. Das ist eine Art zentrale Sammelstelle für geheime Informationen, Dokumente und Filme anonymer Kritiker. Die Verbreitung der Daten soll dabei helfen, politische und wirtschaftliche Verbrechen aufzuklären. Daniel beginnt mit Julian zusammenzuarbeiten und wird sein engster Mitarbeiter und Vertrauter. Daniel hat aber Werte und es ist nur eine Frage der Zeit, bis er sich mit Julian überwirft…

C+ (Wertung von A bis F) „The Fifth Estate“ beruht auf wahren Begebenheiten. Das Skript basiert auf den Büchern: „Inside WikiLeaks: Meine Zeit bei der gefährlichsten Website der Welt“ von dem Deutschen Daniel Domscheit-Berg und „WikiLeaks: Inside Julian Assange´s War on Secrecy“ von David Leigh und Luke Harding.

„The Fifth Estate“ wirkt auf mich sehr unruhig und wirr, was ich dem Filmemacher aber nicht unbedingt zum Vorwurf mache, da es irgendwie zum Thema passt. Was mich richtig gestört hat, war, dass die Deutschen hier nicht in ihrer Muttersprache gesprochen haben sondern in englisch, selbst wenn sie unter sich und in ihrem Heimatland waren. So etwas schmeisst mich grundsätzlich aus dem Film. Wofür werden dann hier überhaupt deutsche Schauspieler (Daniel Brühl, Moritz Bleibtreu, etc.) für deutsche Charaktere besetzt? Ein Realitätsanspruch kann es dann ja wohl nicht sein. Bei einem anspruchsvollen Film oder Biopic erwarte ich, dass fremdsprachige Charaktere miteinander in ihrer Muttersprache reden, eine Untertitelung würde ich davon abhängig machen, ob es passt oder dem Film noch mehr Dramatik verleiht, wenn man einzelne Charaktere nicht richtig versteht.

Es schaut so aus, als ob ich Daniel Brühl als Schauspieler langsam richtig respektiere. Auch in „The Fifth Estate“ gibt er eine souveräne Performace. In Ron Howards Rush musste er den unsympathischen Widerling noch selbst portraitieren, in „The Fifth Estate“ ist Julian Assange der unangenehme Zeitgenosse und Daniel Berg (gespielt von Daniel Brühl) zeigt sich als sympathischer und idealistische Wegbegleiter von Assange. Der Film wird aus seiner Sicht erzählt, was nicht weiter verwundert, basiert es doch auch auf Daniel Bergs Buch. Daniel Brühls Rolle sehe ich definitiv als Hauptrolle.

Mit Benedict Cumberbatch habe ich hingegen scheinbar ein Problem. Vielleicht hätte ich mir für die Rolle des Julian Assange auch einfach einen besser aussehenden, charismatischeren Schauspieler gewünscht. Schauspielerisch ist Benedict Cumberbatch zweifelsfrei gut, aber… ich mag einfach seine Eidechsen-Augen nicht. Ich habe ihn in Tinker Tailor Soldier Spy  und War Horse gesehen, aber er ist mir nicht nachhaltig in Erinnerung geblieben. Die Serie „Sherlock“ konnte ich mir nicht anschauen, weil ich ihn zu schräg (aussehend) fand. Jetzt habe ich ihn aber gerade in „12 Years a Slave“ gesehen und vielleicht brauche ich einfach noch etwas Zeit, um mich an ihn zu gewöhnen.

Die anderen Schauspieler haben mir aber alle gut gefallen. Stanley Tucci zeigt, wieder einmal, dass er alle Figuren (die von ihm verlangt werden) überzeugend spielen kann. Laura Linney hat mindestens eine sehr gute Szene im Film. Anthony Mackie (The Hurt Locker) möchte ich gerne öfter in guten, bzw. in besseren Filmen sehen.

Bill Condon ist der Regisseur der letzten beiden „Twilight“-Filme (nicht dass ich sie gesehen hätte) und „Dreamgirls“ (ich wünschte, ich hätte diesen Film nie gesehen), er hat aber auch schon gute Filme wie „Gods and Monsters“ und „Kinsey“ gedreht. „The Fifth Estate“ ist nicht gut, aber auch nicht schlecht, vor allen Dingen ist er zu lang. Etwas undurchsichtig blieb für mich Julian Assange selbst. Gut, er ist ein selbstsüchtiger, machtbesessener, wichtigtuerischer, paranoider Snob, aber was waren und sind seine Motive? Vielleicht ist es aber auch zuviel verlangt, so viel zu erwarten. Julian Assange dürfte in jedem Fall nicht gefallen, wie er hier portraitiert wird. Was mir an „The Fifth Estate“ sehr gefallen hat, warum die „Großraumbüro-Szenen“, sie sind sehr aussagekräftig.

„The Fifth Estate“ war (nicht mehr) für folgende Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Benedict Cumberbatch), Bester Nebendarsteller (Daniel Brühl), Bestes adaptiertes Drehbuch. Aufgrund der eher durchwachsenen Kritiken und dem katastrophalen Abschneiden an der amerikanischen Kinokasse, hat sich das aber erledigt.

„The Fifth Estate“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival gezeigt.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Dallas Buyers Club“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Biopic mit Matthew McConaughey und Jared Leto. Aus dem Trailer heraus würde ich Matthew McConaughey sofort für den Oscar nominieren. Oscar-Film.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Jack Ryan: Shadow Recruit“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Action von und mit Kenneth Branagh, auch mit Chris Pine und Kevin Costner und Keira Knightley
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 80% bei mind. 60% RT

Trailer v. Film: „About Time“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: britische RomCom mit Bill Nighy, Tom Hollander und Rachel McAdams. Wie oft muss ich diesen Trailer eigentlich noch ertragen?
Wie oft schon im Kino gesehen: 5 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile gar keine Lust mehr auf den Film

Trailer v. Film: „American Hustle“
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: David O. Russells neuer Film mit Christian Bale, Bradley Cooper, Amy Adams, Jeremy Renner und Jennifer Lawrence. Der neue Trailer ist so ganz anders. Hier sehe ich definitiv eine Oscar-Nominierung für Amy Adams und Christian Bale. Oscar-Film!
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Saving Mr. Banks“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Biopic über die Autorin von Mary Poppins mit Emma Thompson und Tom Hanks. Oscar-Film!
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Book Thief“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Romanverfilmung mit Geoffrey Rush und Emily Watson. Zweite Welkriegsdrama und damit praktisch auch automatisch Oscar-Kandidat.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Delivery Man“
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Tragikomödie mit Vince Vaughn als Samenspender und Vater von über 533 Kindern. Ernsthaft?
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

NYC – Film: "Hyde Park on Hudson"

Ich war am 07.12.12 in New York und habe mir im Kino angeschaut:

„Hyde Park on Hudson“ (dt. Titel: „Hyde Park am Hudson“, dt. Kinostart: 28.02.13) 95 min drama, biopic
dir. Roger Michell cast: Bill Murray, Laura Linney, Olivia Colman, Olivia Williams, Samuel West, Elizabeth Wilson

Margaret „Daisy“ Suckley (Laura Linney) ist eine entfernte Cousine von Franklin D. Roosevelt (Bill Murray). FDRs Mutter Sara (Elizabeth Wilson) bittet Daisy, dem amerikanischen Präsidenten einen Besuch abzustatten. Sie haben sich seit Jahren nicht mehr gesehen. Fortan verbringen sie viel Zeit auf Präsident Roosevelts Anwesen in Hyde Park. Kurz vor Beginn des zweiten Weltkriegs, im Juni 1939, kündigen sich der britischen König George VI (Samuel West) und seine Gemahlin, Königin Elizabeth (Olivia Colman), an. Eine turbulentes Wochenende nimmt seinen Lauf…

C- (Wertung von A bis F) Die in „Hyde Park on Hudson“ erzählte Geschichte wurde von Daisy Suckleys Briefen und Tagebüchern inspiriert.

Die Handlung in „Hyde Park on Hudson“ wird aus Daisys Sicht erzählt und das ist schon ein großer Fehler. Die Romanze zwischen US-Präsident Franklin D. Roosevelt und seiner Cousine ist alles andere als interessant. Als Zuschauer war es für mich auch nicht wirklich nachvollziehbar, warum das amerikanische Staatsoberhaupt ausgerechnet mit dieser hausbackenen und langweiligen Daisy so gerne seine Zeit verbracht hat.

Später konzentriert sich der Film auf den Besuch des britischen Königspaares. Das bereichert den Film um einiges. Leider hat auch dieser Part seine Schattenseiten, Samuel West gibt eine mitunter unfreiwillig komische Darstellung als stotternder Monarch (Wo ist Colin Firth wenn man ihn braucht?). Olivia Colman (Tyrannosaur) hat mir als Königin Elizabeth hingegen sehr gut gefallen.

Ich wünschte mir, dass die Geschichte aus Sicht von Franklin D. Roosevelt oder seiner geistreichen Frau Eleanor erzählt worden wäre. Aber auch meine Wunschvorstellung von Film wäre mit diesem Regisseur (Roger Michell) ganz sicher nicht mit einem guten Film gekrönt. Ich hatte während des Films oft den Eindruck, einen schlechten amerikanischen Fernsehfilm zu gucken. Gut, der Regisseur kann nichts für das schlechte Drehbuch und die steifen Dialoge. Die Kameraarbeit ist aber amateurhaft und ich weiss auch nicht, was er sich bei diesen langen Kamerafahrten gedacht hat. Außerdem hat er keinerlei Gespür für eine gute Szene bzw. einzelne Szenenbilder.

Alles in allem ist der Film sterbenslangweilig und schwer aushaltbar. So schlimm, dass ich immer wieder von Bill Murrays durchaus solider Performance abgelenkt wurde. Ich musste ein Auge zudrücken, um Hyde Park on Hudson auf einer „C-„- Bewertung zu halten.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Film bei den Oscar-Nominierungen 2013 irgendeine Rolle spielen wird.

Hyde Park on Hudson wurde erstmalig auf dem Telluride Film Festival aufgeführt.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „A Glimpse Inside the Mind of Charles Swan III“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Komödie von Francis Ford Coppolas Sohn Roman mit Charlie Sheen, Bill Murray und Jason Schwartzman
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 70%

Trailer v. Film: „Les Misérables“
Bewertung des Trailers: C- (neuer Trailer)
Kommentar: Musical mit Hugh Jackman, Russell Crowe, Amanda Seyfried, Anne Hathaway. Um so mehr Trailer ich sehe, um so mehr graut es mir vor diesem Film…
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Quartet“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Dustin Hoffmans Regiedebüt. Komödie mit Maggie Smith
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „West of Memphis“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Dokumentation
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Barbara“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Deutsches Drama mit Nina Hoss. Habe ich vor einigen Monaten gesehen und für überbewertet und langweilig befunden. Ich kann mir auch nicht erklären, was ALLE an der Hoss finden.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits gesehen