Hong Kong – Film: „Spider-Man: Far From Home – 3D“

Ich war am 8.7.19 in Hongkong und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut: 

 

„Spider-Man: Far From Home – 3D“ (dt. Kinostart war der 4.7.19)  129 min  action, fantasy, sequel 

dir. Jon Watts  cast: Tom Holland, Samuel L. Jackson, Zendaya, Cobie Smulders, Jacob Batalon, Jon Favreau, Marisa Tomei, Jake Gyllenhaal 

 

Der 16-jährige Peter Parker a. k. a. Spider-Man (Tom Holland) geht zusammen mit seinem besten Freund Ned (Jacob Batalon) und seinem Schwarm MJ (Zendaya) auf Klassenfahrt nach Europa. Peter nimmt sich vor, MJ in Paris seine Liebe zu gestehen. Zunächst sind sie aber in Venedig und bereits kurz nach ihrem Eintreffen kommt es zu einem Zwischenfall. Ein riesiges Wassermonster wütet durch die Stadt. Zusammen mit einer, zunächst unbekannten Person (Jake Gyllenhaal) kämpft Peter Parker gegen dieses Monster…

 

C (Wertung von A bis F) „Spider-Man: Far From Home“ ist die zweite Einzelverfilmung der Titelfigur innerhalb des MCU und eine Fortsetzung zu Spider-Man: Homecoming und „Avengers: Endgame“.  Wie bereits bei dem Vorgänger führt der amerikanische Drehbuchautor und Filmemacher Jon Watts (Cop Car) Regie. 

Nach einer kurzen Einleitungsschlacht in Mexiko hält der Film gleich im Anschluss die beste Szene parat. Die bringt einen dann auch gleich auf den neuesten Stand des Marvel-Universums. Ich war damit eigentlich in freudiger Erwartung, die perfekte Spidey-Besetzung (Tom Holland) in ein ungewöhnliches  Umfeld (Europa) zu begleiten. Das führt auch hin und wieder zu ganz unterhaltsamen Szenen. Das Ganze wiederholt sich dann aber und bei der x-ten computeranimierten Schlacht (in London) war ich dann von dem Gezeigten so ermüdet, dass ich tatsächlich eingenickt bin. Vielleicht bin ich einfach durch mit diesem Marvel-Kram. 

Anmerkung: Bei meiner ursprünglichen Veröffentlichung dieses Beitrags hatte ich vergessen zu erwähnen, dass ich den Film in der 3D-Fassung gesehen habe. Diese fand ich sehr lohnenswert.

„Spider-Man: Far From Home“ ist am 2.7.19 in 4,634 amerikanischen Kinos gestartet. In Hong Kong ist der Film bereits am 28.06.19 ins Kino gekommen. Ich habe den Film dort in der Originalfassung mit chinesischen Untertiteln gesehen. In Deutschland läuft der Film seit dem 4.7.19 im Kino. 

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Once Upon a Time in Hollywood„

Bewertung des Trailers: B+ (anderer Originaltrailer mit chinesischen Untertiteln)

Kommentar: Quentin Tarantinos neunter Film 

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 

Aufsteller von „Spider-Man: Far From Home“ in Hongkong

San Francisco – Film: „Wildlife“

Ich war am 14.11.18 in San Francisoo und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Wildlife“ (dt. Kinostart: 11.04.19)  104 min  drama, adpatation

dir. Paul Dano  cast: Ed Oxenbould, Carey Mulligan, Jake Gyllenhaal, Bill Camp, Darryl Cox

 

Im Jahr 1960. Der 14-jährige Joe (Ed Oxenbould) ist mit seinen Eltern Jeanette (Carey Mulligan) und Jerry (Jake Gyllenhaal) nach Montana gezogen. Sein Vater verliert jedoch schon bald seinen Job und beschließt dann auch noch, sich anderen Männern anzuschließen, um die nahenden Waldbrände zu bekämpfen. Joe bleibt mit seiner Mutter allein zurück und muss irgendwann mitansehen, wie sie eine Affäre mit einem viel älteren Mann (Bill Camp) beginnt…

 

B (Wertung von A bis F) „Wildlife“ basiert auf Richard Fords gleichnamigen Roman. Es ist das Regiedebüt des amerikanischen Schauspielers Paul Dano („Little Miss Sunshine“, There Will Be Blood, 12 Years a Slave, Prisoners, Love & Mercy). Das Drehbuch hat Paul Dano zusammen mit seiner Partnerin Zoe Kazan (die vordergründig als Schauspielerin aus Filmen wie Ruby Sparks, The Big Sick, The Ballad of Buster Scruggs bekannt ist) geschrieben. 

Paul Dano ist nicht nur ein exzellenter Schauspieler, sein vielversprechendes Regiedebüt zeugt auch von einem Talent als Filmemacher. Er hat einen Blick für Szenenbilder und dafür, wie man die Handlung und die Charaktere am besten in Szene setzt. Etwas arbeiten muss er noch an der Auswahl eines geeigneten Hauptdarstellers. Ed Oxenbould mangelt es an Ausstrahlung und Leinwandpräsenz und erschwerend dazu kommt noch, dass er seinen Filmeltern (Carey Mulligan und Jake Gyllenhaal) nicht im Entferntesten ähnlich sieht. Während des Films habe ich mir überlegt, ob Paul Dano vielleicht seiner Freundin Zoe Kazan einen Gefallen tun wollte und ihren jüngeren Bruder besetzt hat. Optisch ähnelt er nämlich tatsächlich Paul Danos Freundin. Die Geschichte hier wird aber nun aus der Perspektive von Ed Oxenboulds Charakter erzählt und damit ist der Junge quasi in jeder Szene zu sehen. Mit einem anderen, sympathischeren und talentierteren Jungen hätte mir der Film noch wesentlich besser gefallen. 

Carey Mulligan spielt Jeanette, eine frustrierte Ehefrau und Mutter. Viel zu jung hat sie geheiratet und ihren Sohn bekommen. Jetzt, mit Mitte 30 ist ihre Jugend vergangen, das Leben und einige verpasste Chancen haben aus ihr diese griesgrämige, zynische Frau gemacht. Solche Frauenfiguren sieht man in Filmen, die aus den 1960er Jahren stammen oder in der Zeit spielen eher, selten. Carey Mulligan spielt diese Jeanette so wahrhaftig, dass man kaum die Augen von ihr lassen kann. Es ist fesselnd zu beobachten, was sie ihrem 14-jährigen Sohn noch alles zumutet.

„Wildlife“ ist im Gespräch für einige Oscar-Nominierungen, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Ed Oxenbould),  Beste Hauptdarstellerin (Carey Mulligan), Bester Nebendarsteller (Jake Gyllenhaal), Bestes adaptiertes Drehbuch

„Wildlife“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2018 gezeigt. Der Film ist am 19.10.18 in vier amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er landesweit in 105 Kinos. Ich wollte den Film ursprünglich bereits auf dem NYFF56 sehen, hatte jedoch online kein Ticket erwerben können und habe den riesigen Andrang für diesen Film (und die anschließende Q & A) völlig unterschätzt. Als ich etwas mehr als eine Stunde vor Filmbeginn die Alice Tully Hall erreichte, standen bereits mindestens 60 Leute in der Stand-by-Ticket-Schlange, ich gab mich geschlagen und hatte mindestens zwei Stunden schlechte Laune. In Deutschland soll der Film ab dem 11.04.19 in den Kinos laufen. 

Trailer zu sehen: 

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Favourite„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: möglicher Oscar-Kandidat. Yorgos Lanthimos neuer Film mit Olivia Colman, Rachel Weisz und Emma Stone

Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits auf dem NYFF56 gesehen


Trailer v. Film: „At Eternity´s Gate„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Neuer Film des Künstlers Julian Schnabel. Ein Biopic über Vincent van Gogh mit Willem Dafoe in der Hauptrolle

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen


Trailer v. Film: „Shoplifters„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: japanischer Film und Goldene-Palme-Gewinner 2018

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Burning„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: koreanischer Film und Verfilmung einer Kurzgeschichte von Haruki Murakami

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

NYFF56: Der Beginn der Warteschlange für SB-Tickets für das „Wildlife“-Screening

 

NYC – Film: „Stronger“

Ich war am 27.09.17 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Stronger“ (dt. Kinostart: 19.04.18) 119 min drama, biopic, adaptation
dir. David Gordon Green cast: Jake Gyllenhaal, Tatiana Maslany, Miranda Richardson, Clancy Brown, Richard Lane Jr.

 

 

Jeff (Jake Gyllenhaal) und Erin (Tatiana Maslany) führen eine On/Off-Beziehung. Kürzlich hat sie wieder mit ihm Schluss gemacht. Er will sie zurückerobern und als sie den Boston Marathon läuft, erwartet er sie an der Ziellinie. Dann kommt es jedoch zu einem Bombenanschlag, bei dem Jeff schwer verletzt wird. Er verliert beide Beine…

 

 

B (Wertung von A bis F) „Stronger“ basiert auf Jeff Baumans gleichnamigen Memoiren. Es ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers David Gordon Green („Snow Angels“, Pineapple Express, Prince Avalanche).

Jeff Baumann ist keiner, der sich nach einem Schicksalsschlag zurück ins Leben kämpft und dann ein besserer Mensch ist als zuvor. Dafür hadert er zu sehr mit seinem Schicksal. „Stronger“ ist keine ganz so konventionelle Helden-Story, es ist eher ein Film über U.S.-Amerikaner und wieviel ihnen ihre Heldenstories bedeuten. Wie ist es, wenn einen sein Land als Helden feiert und man selbst nicht nachvollziehen kann, warum? Warum gilt man bereits als Held wenn man nichts Heldenhaftes getan hat und eigentlich nur bei einem Attentat beide Beine verloren hat? Ganz gut eingefangen wurde die Hilflosigkeit der Angehörigen, auch wie sie – ungeachtet Jeffs Zustand – ihre Meinungsverschiedenheiten weiterführen. Die sonst tragische Geschichte wird hin und wieder mit Humor aufgelockert.

Es gab einen Moment, relativ am Anfang des Films, da dachte ich, dass die Geschichte jetzt eine Wendung nimmt und es mehr um die Aufklärung des Attentats geht. Letztlich ist es aber ein Biopic über Jeff Bauman und für den Krimi-Aspekt um den Boston Marathon empfehle ich den sehr gut gemachten Film Patriots Day.

Jake Gyllenhaal hat bisher nur eine Oscar-Nominierung für „Brokeback Mountain“ erhalten, einige Male (Zodiac, Rendition, Brothers, End of Watch, Prisoners und definitiv Nightcrawler) wurde er übergangen. Mit diesem Film nimmt er einen erneuten Anlauf. Er ist nicht nur in den dramatischen Szenen gut, mir hat er besonders in den ruhigen, vermeintlich einfachen Szenen (beispielsweise in der Szene mit Carlos) gefallen. Es ist auch erstaunlich, wie einzig die dunkle Augenfarbe und die lockige Haare einen eigentlich attraktiven Mann verändern können. Schauspielerisch haben mir aber auch Tatiana Maslany, die die verständnisvolle Freundin spielt (bislang kannte ich sie nur aus der TV-Serie Orphan Black) und Miranda Richardson als Jeff Baumans Mutter gefallen.

„Stronger“ ist für einiger Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Bester Hauptdarsteller (Jake Gyllenhaal), Beste Nebendarstellerin (Tatiana Maslany, Miranda Richardson), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien

„Stronger“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2017 gezeigt. Der Film ist am 22.09.17 in 573 amerikanischen Kinos gestartet. Seit dem 29.09.17 läuft der Film landesweit in 645 Kinos in den U.S.A. Bislang ist für Deutschland noch kein Kinostart bekannt. Update: „Stronger“ soll am 19.04.18 in den deutschen Kinos starten.

 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Wonderstruck„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Todd Haynes neuer Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Forever My Girl„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: so nen Frauen-Schnulz
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Martin McDonaghs neuer Film mit Frances McDormand, Woody Harrelson, Sam Rockwell, Lucas Hedges und John Hawkes – ich liebe diesen Trailer
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich kann es kaum abwarten

Trailer v. Film: „Blade Runner 2049„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Fortsetzung zu dem Film aus dem Jahr 1982.
Wie oft schon im Kino gesehen: 6 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen

Trailer v. Film: „Thank You for Your Service„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Biopic-Drama mit Miles Teller
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Suburbicon„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: George Clooneys neuer Film mit Matt Damon, Julianne Moore, Oscar Isaac. Trailer gut, Film soll ja nicht so doll sein
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Only the Brave„
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Drama mit Josh Brolin, Miles Teller und Jeff Bridges. Filme über Feuerwehrmänner können funktionieren („Backdraft“), der sieht aber nicht danach aus.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „The Killing of a Sacred Deer„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Yorgos Lanthimos´neuer Film mit Colin Farrell und Nicole Kidman – das sieht wieder nach einem Film ganz nach meinem Geschmack aus.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Chicago – Film: „Nocturnal Animals“

Ich war am 22.11.16 und am 24.11.16 in Chicago und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

 

„Nocturnal Animals“ (dt. Kinostart: 22.12.16) 116 min thriller, adaptation
dir. Tom Ford cast: Amy Adams, Jake Gyllenhaal, Michael Shannon, Aaron Taylor-Johnson, Isla Fisher, Armie Hammer, Laura Linney, Andrea Riseborough, Michael Sheen

 
Susan Morrow (Amy Adams) ist eine sehr erfolgreiche Galeristin in Los Angeles. Vor 19 Jahren hat sie sich von ihrem ersten Ehemann Edward Sheffield (Jake Gyllenhaal) scheiden lassen. Es war die große Jugendliebe, aber dennoch hatte sie sich seinerzeit entschlossen, dass der attraktive Hutton (Armie Hammer) besser zu ihr passt. Bis heute sind sie verheiratet, leben aber aneinander vorbei. Glücklich ist Susan nicht. Jetzt erhält sie eines Morgens ein Manuskript per Post. Ihr Ex-Mann ist Schriftsteller, sein neues Buch hat er ihr gewidmet und sie soll auch die erste sein, die den Roman liest. Susan beginnt zu lesen, es ist ein spannender, aber auch sehr verstörender Roman…

 

 

A (Wertung von A bis F) „Nocturnal Animals“ basiert auf Austin Wrights Roman „Tony and Susan“. Es ist nach dem brillanten A Single Man erst der zweite Film des amerikanischen Modedesigners und Filmemachers Tom Ford. Tom Ford hat auch Drehbuch zu dem Film geschrieben.

Jedes Jahr hoffe ich auf einen Film, der mich irgendwie umhaut. Dieses Jahr habe ich bereits viele gute und einige sehr gute Filme im Kino sehen dürfen. Mein 83. Film war dann für mich der Volltreffer. „Nocturnal Animals“ ist ein Film ganz nach meinem Geschmack.

Nach Tom Fords erstklassigem Regiedebüt habe ich mich auf seinen Folgefilm wie verrückt gefreut. Vom Style her hatte ich eine gewisse Vorstellung, wie dieser zweite Film beginnt. Im Leben wäre ich nicht auf diese ersten Szenen, diese ersten irritierenden vielleicht zwei Minuten, gekommen.

„Nocturnal Animals“ ist ein stylischer, nuancierter Rachethriller, genauer gesagt sind es zwei Geschichten, bei denen die Grenzen der Handlungsstränge verschwimmen. Stilistisch könnten beide Stories nicht unterschiedlicher inszeniert sein. Auf der einen Seite die elegante, stilvolle und sicher kalte Inszenierung von Amy Adams Gegenwart (und Vergangenheit mit Jake Gyllenhaal) und auf der anderen Seite die schmuddlige, sehr aufwühlende Inszenierung der Texas-Story. Das Ende des Films ist perfekt, offen und doch so klar.

Jeder Szene im Film sieht man an, dass sie von einem (Mode-) Designer komponiert wurde. Vom Stil der Inneneinrichtung von Amy Adams Haus, die Kostüme (übrigens nicht von Tom Fords eigenem Mode-Label) bis zu den Akzenten, die der Modeschöpfer mit der Farbe Rot (ein Telefon, ein Sofa, einen Vorhang, etc.) und der Farbe Grün (Cowboystiefel, Fliesen, ein Auto, ein Kleid, etc.) setzt.

 
Tom Ford muss auch ein Faible für rothaarige Frauen haben, während es in seinem Erstling „A Single Man“ noch Julianne Moore war, sind es hier Amy Adams, Isla Fisher, Ellie Bamber, Laura Linney)

Wenn Michael Shannon auf der Leinwand auftaucht, bin ich ernsthaft außerstande mich auf irgendwas anderes zu konzentrieren. Während ich ihn so anschaute, habe ich mich gefragt, ob ich eigentlich noch irgendeinen anderen Lieblingsschauspieler neben ihn habe – mir ist keiner eingefallen. Das ist natürlich Blödsinn, aber Michael Shannon hat die Gabe, die gesamte Aufmerksamkeit für sich zu beanspruchen. So sehr, dass mir Jake Gyllenhaal beinahe leid tat, nehmen so einem Ausnahmetalent bestehen zu müssen. Wenn man die beiden in einer Szene zusammen sieht, kommt bei Jake Gyllenhaal der Schauspieler durch, während Shannon einfach nur die Figur „ist“. Das ist Schauspielkunst. AMPAS – bitte, geht in die Screenings, guckt diesen Film, nominiert Shannon und gibt ihm den Oscar. Es ist Zeit.

Schauspielerisch hat mir auch Aaron Taylor-Johnson (Nowhere Boy, Savages, seinerzeit noch Aaron Johnson) sehr gut gefallen.

Da ich unplanmäßig sieben Tage in Chicago in gestrandet bin, irgendwann alle neuen Filme, die ich sehen wollte, gesehen habe, hatte ich Zeit, mir Tom Fords Werk ein zweites Mal anschauen zu können.

Tom Ford soll bloss nicht auf die Idee kommen, mich erneut 7 !!! Jahre auf seinen nächsten Film warten zu lassen.

Der Vollständigkeit sei erwähnt, dass „Nocturnal Animals“ selbstverständlich festgesetzt in meiner TOP TEN für Filme aus dem Jahr 2016 ist. Im Übrigen, der andere Film mit Amy Adams (Arrival) ist nach der zweiten Sichtung auch bereits festgesetzter TOP TEN-Film.

„Nocturnal Animals“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Jake Gyllenhaal), Beste Hauptdarstellerin (Amy Adams), Bester Nebendarsteller (Michael Shannon), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien. Update: „Nocturnal Animals“ hat eine Oscar-Nominierung erhalten, erfreulicherweise für Michael Shannon als bester Nebendarsteller.

 
„Nocturnal Animals“ wurde erstmalig auf dem Venice Film Festival 2016 gezeigt. Dort hat der Film den Grand Jury Prize gewonnen. „Nocturnal Animals“ ist am 18.11.16 in 37 ausgewählten Kinos in den U.S.A. gestartet. Der Film kommt am 22.12.16 in die deutschen Kinos.

 

 

Trailer zu sehen:

 

 

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Collateral Beauty„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Drama mit Will Smith, Edward Norton, Keira Knightley, Naomie Harris und Kate Winslet – der Film sieht aus wie ein Oscar-Film, warum ist er nicht mehr im Gespräch?
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „A Cure for Wellness„
Bewertung des Trailers: A
Kommentar: Wow – Gore Verbinskis neuer Film, Thriller mit Dane DeHaan
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Allied„
Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer)
Kommentar: Robert Zemeckis neuer Film mit Marion Cotillard und Brad Pitt.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen

Trailer v. Film: „50 Shades Darker„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Fortsetzung zu „50 Shades of Grey“ – war das nötig? Jamie Dornan ist so unsexy.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

 
Trailer v. Film: „Passengers„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Morten Tyldums neuer Film, Sci-Fi-Romanze mit Jennifer Lawrence und Chris Pratt
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „A Monster Calls„
Bewertung des Trailers: B- (neuer Trailer)
Kommentar: Romanverfilmung mit Sigourney Weaver und Felicity Jones. Liam Neeson verleiht dem Monster seine wunderbare Stimme
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht

 
Trailer v. Film: „La La Land“
Bewertung des Trailers: A (neuer Trailer)
Kommentar: Perfekter Trailer von Damien Chazelles neuem Film mit Emma Stone, Ryan Gosling und J. K. Simmons. Oscar-Film!
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Zookeeper´s Wife„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Romanverfilmung mit Jessica Chastain und Daniel Brühl
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

amerikanisches Filmplakat von "Nocturnal Animals"
amerikanisches Filmplakat von „Nocturnal Animals“

San Francisco – Film: „Demolition“

Ich war am 16.04.16 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Demolition“ (dt. Filmtitel: „Demolition – Lieben und Leben“, Kinostart: 16.06.16) 101 min drama, comedy
dir. Jean-Marc Vallée cast: Jake Gyllenhaal, Naomi Watts, Chris Cooper, Judah Lewis

 

 

Dave (Jake Gyllenhaal) ist ein erfolgreicher Investmentbanker. Gerade ist seine Frau verstorben, er befindet sich noch im Krankenhaus und jetzt ist auch noch der Süßwaren-Automat kaputt. Dave hinterfragt sein gesamtes Leben. Schließlich schreibt er einen Brief an den Kundendienst dieser Automaten-Firma. Zum einen ist es ein Beschwerdebrief, da der Automat schließlich nicht die M & Ms rausgerückt hat, zum anderen bringt er aber auch seine Lebenssituation zu Papier. Die Sachbearbeiterin Karen (Naomi Watts) hat seinen Brief, bzw. Briefe, denn bei einem wird es nicht bleiben, alle erhalten und ruft ihn kurzerhand an…

C+ (Wertung von A bis F) „Demolition“ ist der neue Film des kanadischen Regisseurs Jean-Marc Vallée (The Young Victoria , Dallas Buyers Club, Wild)

Vom Trailer her habe ich mir soviel mehr erwartet. Auch beginnt der Film verheißungsvoll. Der von Jake Gyllenhaal, wieder mal brillant verkörperte Dave ist erschöpft, ja förmlich gelähmt, kann seine Gefühle nicht ausdrücken. Er steckt in einer Krisensituation. Schließlich reflektiert er sein bisheriges Leben, in dem er alles, was ihm einfällt zu Papier bringt. Die Filmfigur Dave ist zu Beginn des Films präzise beobachtet und gezeichnet. Aber gerade als ich begonnen habe den Film zu lieben, verliert die Geschichte den Fokus. Auch wird Dave immer weniger greifbar (warum zerstört er all diese Dinge, ohne auch nur eines je wieder zusammenzubauen? – Das war doch der Sinn des Ganzen). Jedenfalls driftet die Geschichte irgendwann ganz von Dave weg, konzentriert sich auf Naomi Watts Charakter und landet schließlich bei dem Jungen.

Mir hätte der Film besser gefallen, wenn er weiterhin hauptsächlich Daves Geschichte erzählt hätte. So wirkt der Film unstrukturiert. Der Film beschreibt die Lebenssituationen dreier Charaktere und mir kam es so vor, als ob der Drehbuchschreiber einer alleine nicht getraut hat. Auch fand ich die (platonische) Beziehung zwischen Jake Gyllenhaals und Naomi Watts Charakter nicht glaubwürdig.

Die eine oder andere Szene kann Judah Lewis (der den Sohn von Naomi Watts Charakter spielt) für sich beanspruchen. Der amerikanische Schauspieler hat es scheinbar nur knapp verpasst, als neuer Spider-Man besetzt zu werden. Wenn man ihn jedoch in diesem Film sieht, er etwas Glück hat und die richtigen Entscheidungen trifft, wird er eine große Karriere vor sich haben.

„Demolition“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2015 gezeigt. Der Film wurde seit dem 8.4.16 landesweit in den amerikanischen Kinos gezeigt. Am 16.06.16 soll der Film in den deutschen Filmtheatern starten.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Elvis & Nixon„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Michael Shannon als Elvis und Kevin Spacey als Präsident Nixon in dieser Komödie
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen

Trailer v. Film: „Everybody Wants Some„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Richard Linklaters neuer Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits gesehen

Trailer v. Film: „Captain America: Civil War„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Marvel-Mist, wobei ich den ersten nicht schlecht fand, den 2. habe ich aber nicht gesehen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Bridget Jones´s Baby„
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Wer – um Himmels Willen – guckt freiwillig so einen Mist? Da gucke ich eher jeden einzelnen Marvel-Film.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Money Monster„
Bewertung des Trailers: C+ (neuer Trailer)
Kommentar: Jodie Fosters neuer Film mit George Clooney und Julia Roberts
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Me Before You„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Romanverfilmung
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „Mike & Dave Need Wedding Dates„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Komödie. Zac Efron würde mich schon davon abhalten den Film zu gucken, aber dann auch noch mit Anna Kendrick…
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: nie – nicht mal, wenn ich eine Wette verliere…

Trailer v. Film: „A Bigger Splash„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Dieser Thriller basiert vage auf „The Swimming Pool“ aus dem Jahr 1969. Hier spielt Matthias Schoenaerts, Tilda Swinton und Ralph Fiennes mit.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: na logisch

 

amerikanisches Filmplakat von "Demolition"
amerikanisches Filmplakat von „Demolition“

 

Berlin – Film: „Everest – 3D“

Ich war am 16.09.15 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Everest – 3D“ (dt. Kinostart: 17.09.15) 122 min drama
dir. Baltasar Kormákur cast: Jake Gyllenhaal, Josh Brolin, Jason Clarke, John Hawkes, Sam Worthington, Robin Wright, Keira Knightley, Emily Watson

Nach einer mehrwöchigen Vorbereitung startet der neuseeländische Expeditionsleiter Rob Hall (Jason Clarke) mit seiner Gruppe den Aufstieg zum Gipfel des Mount Everest. Rob ist sehr auf Sicherheit bedacht, schließt sich aber dennoch mit seinem Konkurrenten, den risikofreudigeren anderen Gruppenleiter Scott Fischer (Jake Gyllenhaal) und seiner Gruppe zusammen. Der Aufstieg ist aber nicht das einzige Problem, alle wollen schließlich auch wohlbehalten wieder im Basislager ankommen.

B (Wertung von A bis F) Der Film „Everest“ basiert auf wahren Ereignissen, die sich im Jahr 1996 am Mount Everest zugetragen haben.

Mir ist ja völlig rätselhaft, wie man überhaupt auf die Idee kommen kann, einen Berg zu besteigen. Jetzt habe ich es aber doch getan. Als ich das Kino verlassen habe, kam es mir zumindest so vor, als wäre ich irgendwo Teil dieser Expedition gewesen. „Everest“ ist ein sehr intensiver, ich fand sogar strapaziöser Film. Ganz sicher hat die 3D-Fassung mein Empfinden noch verstärkt.

Auch wenn die Schneeverwehungen das eine oder andere Mal unecht aussahen und ein paar wenige Szenen wirkten, als wären sie im Studio aufgenommen ist die 3D-Fassung (oder IMAX) doch unbedingt zu empfehlen.

Schauspielerisch konnten besonders Jason Clarke und Jake Gyllenhaal aus dem Ensemble herausragen. Überzeugend fand ich später aber auch John Hawkes, Josh Brolin und sogar Keira Knightley.

„Everest“ wurde erstmalig am 23.06.15 auf der CineEurope gezeigt und wurde auf dem Venice International Film Festival 2015 als Eröffnungsfilm gezeigt. Ich habe den Film in einer Preview gesehen. Gezeigt wurde die OV und 3D-Fassung.

„Everest“ ist kein Oscar-Film. Mit Ausnahme einiger technischer Kategorien hat der Film Everest meines Erachtens keine Chance auf Oscar-Nominierungen.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „American Ultra“ (in der OV gezeigt)
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Actionkomödie mit Jesse Eisenberg und Kristen Stewart
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: wollte den eigentlich schon im August sehen, also 100%

Trailer v. Film: „Sicario“ (in der OV gezeigt)
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Denis Villeneuves neuer Film mit Benicio del Toro und Emily Blunt
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Spectre“ (in der OV)
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Sam Mendes zweiter James Bond Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Star Wars: The Force Awakens“ (in der OV gezeigt)
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: J.J. Abrams Star Wars-Film – ich könnte nicht gelangweilter sein. Die Besetzung reizt mich aber.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: wahrscheinlich schon

Trailer v. Film: „The Last Witch Hunter“ (in der OV gezeigt)
Bewertung des Trailers: C+ (neuer Trailer)
Kommentar: Fantasy-Film mit Michael Caine und Vin Diesel. Bei Vin Diesel bin ich raus.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Kino in Berlin

Ich muss mal wieder meinen Unmut äußern. Ich gehe wirklich sehr selten in Deutschland ins Kino. Die letzte reguläre Kinovorstellung, die ich in Deutschland besucht habe, war Maps to the Stars und das liegt ziemlich genau ein Jahr zurück. Jetzt ist mir wieder mal bewusst geworden, wie glücklich ich mich schätzen kann, in anderen Ländern (vor allen Dingen in den U.S.A.) ins Kino zu gehen. Die Kinokarte in einem Berliner Kinocenter hat 13,50 Euro gekostet (+ 1,00 Euro für die 3D-Brille – was ich auch kaum glauben wollte) und dennoch wurden den Zuschauern 32 Minuten Werbung, inkl. der o.g. Trailer zugemutet. Und nicht nur das, es wurde während dieser 32 minütigen Werbung eine mehrminütige Pause eingelegt, in der die Zuschauer aufgefordert wurden, sich doch noch ein Eis oder ähnliches zu kaufen. Ich finde das wirklich eine Unverschämtheit. Wenn die Preview kostenlos gewesen wäre, hätte ich mich auch ohne zu Murren mit dem Werbe-Müll zuschütten lassen, aber – wie gesagt – ich habe für meine Kinokarte nicht wenig Geld bezahlt. Ich kann nicht verstehen, dass dagegen in Deutschland keiner rebelliert.

Paris – Film: „Southpaw“

Ich war am 07.08.15 in Paris und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Southpaw“ (franz. Titel: „La Rage au ventre“, dt. Kinostart: 20.08.15) 123 min drama
dir. Antoine Fuqua cast: Jake Gyllenhaal, Forest Whitaker, Rachel McAdams, Oona Laurence, Miguel Gomez, Naomie Harris, Victor Ortiz, 50 Cent, Rita Ora

Billy Hope (Jake Gyllenhaal) ist amtierender Boxweltmeister. Durch seine Boxkämpfe hat er es zu großem Wohlstand gebracht. Nachdem er bei seinem letzten Kampf wieder ordentlich einstecken musste, bittet ihn seine Frau Maureen (Rachel McAdams), etwas kürzer zu treten und mehr Zeit mit ihr und der gemeinsamen Tochter Leila (Oona Laurence) zu verbringen. Als Maureen bei einem tragischen Unglück ums Leben kommt, verliert Billy den Boden unter den Füßen. Er verliert alles, als ihm dann auch noch das Sorgerecht für seine Tochter entzogen wird, beginnt er langsam zu realisieren, dass es Zeit wird, etwas zu verändern. Er bewirbt sich zunächst um einen Job bei dem Boxtrainer Tick Willis (Forest Whitaker).

C+ (Wertung von A bis F) „Southpaw“ ist der neue Film von Antoine Fuqua („Training Day“, Olympus Has Fallen). Es ist ein Drama über einen gefallenen Boxer und sein Comeback.

Auch wenn aus der Geschichte nie klar hervorgeht, wie der Boxer Billy Hope so schnell sein gesamtes Vermögen verliert, ist sonst die Handlung bis ins Detail vorhersehbar. Mir war der Film in erster Linie zu lang und in einigen Szenen zu überdramatisch inszeniert.

Schauspielerisch war ich einzig von Forest Whitaker begeistert. Mit Leichtigkeit liefert der Oscar-Gewinner („The Last King of Scotland“) hier eine weitere preiswürdige Performance ab. Jake Gyllenhaal dagegen wirkt sehr angestrengt, setzt seine Mimik zu bewusst ein und legt in seinem Spiel auch eine Schippe zu viel drauf.

Ursprünglich wurde das Drehbuch für Eminem geschrieben. Bereits im Jahr 2010 sollte das Projekt mit Eminem als Hauptdarsteller umgesetzt werden. Eminem ist jedoch irgendwann ausgestiegen, weil er sich wieder mehr seiner Musik widmen wollte. Das Projekt „Southpaw“ hat ihn aber nicht gänzlich verloren, er ist ausführender Produzent des Soundtracks. An den meisten Liedern des Soundtrack war er beteiligt und steuert sogar zwei neue Eminem-Songs („Phenomenal“ und „Kings Never Die“) bei und zwei weitere Songs als Part des Duos Bad Meets Evil. Für den Score zu „Southpaw“ ist der amerikanische Komponist James Horner (Oscar-Gewinner für „Titanic“) verantwortlich. Es war der letzte Film, für den er die Musik schrieb. Er starb am 22.06. bei einem Flugzeugunglück. „Southpaw“ wurde ihm gewidmet.

In Hollywood gibt es ein ungeschriebenes Gesetz. Um so hübscher der oder die Schauspieler/in, um so geringer stehen die Chancen von der Academy of Motion Picture Arts and Sciences als Talent wahrgenommen zu werden und folglich mit einer Oscar-Nominierung oder gar einem Oscar gewürdigt zu werden. Es gibt natürlich immer Ausnahmen (z.B. Jennifer Lawrence für Silver Linings Playbook), aber allgemein gilt, dass sich die besonders attraktiven Filmstars wesentlich mehr ins Zeug legen müssen. Dabei hilft es, wenn sie sich optisch und körperlich stark verändern. Nach dem Motto: Mut zu Hässlichkeit. Extreme Gewichtsab- oder zunahmen, sich „ungeschminkt“ zeigen oder gar mit Prothesen das Gesicht (siehe Halle Berry für „Monster´s Ball“, Nicole Kidman für „The Hours“, Charlize Theron für „Monster“, etc.) entstellen. Das ist zwar immer noch kein Garant, aber es erhöht die Chancen auf eine Oscar-Nominierung ungemein. Vorausgesetzt, dass sie sonst eine oscarwürdige Performance in einem soliden Film zeigen.

Jake Gyllenhaal hat bereits eine Oscar-Nominierung, allerdings für eine Nebenrolle (für seine angeblich so mutige Darstellung in „Brokeback Mountain“) erhalten. Mich konnte er schon in vielen Filmen von seinem Talent überzeugen. Im letzten Jahr hat Jake Gyllenhaal nun aber, in meinen Augen, definitiv eine Oscar-Performance abgeliefert. Für den Film Nightcrawler  hatte er wahnsinnig viel abgenommen, war kaum wiederzuerkennen und hat förmlich einen eigenen Charakter kreiert. Eine Oscar-Nominierung hat er dennoch nicht bekommen. Dies reiht sich in die eh schon viel zu lange Liste der Ungerechtigkeiten bei den Oscars ein. In „Southpaw“ hat er sich kurz nach den Dreharbeiten zu „Nightcrawler“ extrem viel an Muskelmasse antrainiert, sein hübsches Gesicht ist mit Blessuren übersäht, aber – wie schon erwähnt – gibt er hier, in meinen Augen, keine herausragende Performance. Harvey Weinstein, der „Southpaw“ im Verleih hat, sieht das scheinbar anders und setzt alles daran, dass Jake Gyllenhaals Performance bei den kommenden Filmpreisverleihungen nicht übersehen wird. Eine Oscar-Nominierung ist relativ unwahrscheinlich, aber der Film „Southpaw“ ist im Gespräch für folgende Oscar-Nominierungen: Bester Hauptdarsteller (Jake Gyllenhaal)

„Southpaw“ wurde erstmalig auf dem Shanghai International Film Festival 2015 gezeigt. Am 24.07.15 wurde der Film in die amerikanischen Kinos gebracht. Am 22.07.15 ist der Film in die französischen Kinos gekommen, ich habe den Film in Paris gesehen. Gezeigt wurde der Film in der Originalfassung mit französischen Untertiteln.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Dheepan“ (gezeigt in der OmU)
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Jacques Audiards neuer Film. Dheepan hat in Cannes 2015 die Goldene Palme gewonnen
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Mission: Impossible – Rogue Nation“ (gezeigt in der OmU)
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Der fünfte Teil der Tom Cruise-Reihe
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Absolutely Anything“ (gezeigt in der OmU)
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Sci-Fi-Komödie von Terry Jones mit allen (noch lebenden) Monty Python-Mitgliedern und Simon Pegg
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Maze Runner: The Scorch Trials“ (gezeigt in der OmU)
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Fortsetzung von „The Maze Runner“
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Kino in Paris

Ich war tatsächlich noch nie in Frankreich im Kino. In Paris werden alle fremdsprachigen Filme im Original mit französischen Untertiteln gezeigt. Das betrifft zwar nur die französische Hauptstadt, aber damit gibt sich Paris wesentlich internationaler als meine Heimatstadt, das – dahingehend – provinzielle Berlin. Ich war sehr überrascht, weil ich das nun ausgerechnet von den Franzosen nicht erwartet habe. Uns in Deutschland würde es nicht schaden, wenn die Branche langsam umdenkt und damit aufhören würden, alle Filme und Performances tot zu synchronisieren.

In dem Pariser Kinocenter (UGC) hat die Kinokarte hat EUR 11,10 gekostet. Dafür erwarteten mich in einem sehr großen, klimatisierten Kinosaal bequeme Sessel, stadium seating und – worüber ich mich stets am meisten freue – freie Sitzplatzwahl. Zehn Minuten lang wurden Trailer und etwas Werbung gezeigt.

Kino in Paris
Kino in Paris

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