Chicago – Film: "Nightcrawler"


Ich war am 27.11.14 in Chicago und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Nightcrawler“ (dt. Filmtitel: „Nightcrawler – Jede Nacht hat ihren Preis“, dt. Kinostart war der 13.11.14) 117 min thriller, drama
dir. Dan Gilroy cast: Jake Gyllenhaal, Rene Russo, Riz Ahmed, Bill Paxton

Lou Bloom (Jake Gyllenhaal) streunert nachts durch die Straßen von Los Angeles und hält sich mit Diebstählen über Wasser. Einen richtigen Job hat er bislang noch nicht gefunden bis er an einem Verkehrsunfall vorbeifährt und den Kameramännern dabei zusieht, wie sie den Tatort filmen. Das könnte ein Job für Lou sein. Er hat zwar keinerlei Erfahrung, bringt sich aber das Nötigste schnell selbst bei. Er hat das Zeug dazu, einer der besten Sensationsreporter zu werden, ehrgeizig ist er genug und Skrupel hat er keinen.

B (Wertung von A bis F) „Nightcrawler“ ist das Regiedebüt von Drehbuchautor Dan Gilroy. Dan Gilroy ist der Bruder des bekannten Regisseurs Tony Gilroy (Michael Clayton, Duplicity)

„Nightcrawler“ war für mich anfangs eine Art Mockumentary, ab einer gewissen Szene ist der Film dann eher ein Thriller und hat mir damit besser gefallen. Vieles im Film wirkt zwar überzogen, aber als Mediensatire würde ich den Film nicht bezeichnen. Einige Szenen sind erschreckend realistisch, gerade wenn man sich die lokalen Nachrichten in den U.S.A. anschaut und sieht was für drastisches Filmmaterial dem Zuschauer manchmal zugemutet wird. Meine Lieblingsszene ist die Szene, in der sich Lou Bloom mit der Chefredakteurin des Nachrichtensenders (beeindruckend gut von Rene Russo gespielt) in dem mexikanischen Restaurant trifft, leider ist der gesamte Film nicht so gut wie diese Szene und „Nightcrawler“ ist nicht so gut wie Jake Gyllenhaal.

Jake Gyllenhaal wird hier nicht nur eins mit seiner Filmfigur, er hat hier eine ganz eigene Figur kreiert. Lou Bloom ist ein egozentrischer, ehrgeiziger Mann, ein Soziopath, den man nicht in seiner Nähe haben will, ganz zu schweigen davon, dass man alles vermeiden sollte, ihn zum Feind zu haben. Mich hat Jake Gyllenhaals überragende Performance an Cate Blanchett in ihrer Oscar-Gewinner-Rolle in „Blue Jasmine“ erinnert. Ich habe völlig vergessen, hier eigentlich einen Schauspieler zu sehen. Jake Gyllenhaal hat in einem Interview angegeben, dass er wie ein hungriger Kojote aussehen wollte. Man könnte sagen, dass ihm das irgendwie geglückt ist. Extreme Gewichtsabnahme hat dazu geführt, dass er ganz ausgemergelt aussieht, seine Augen drohen manchmal sogar damit, herauszuspringen. Jake Gyllenhaal gibt für mich hier eine Oscar-Performance. Leider gibt er die aber in einem nicht groß beachteten Film und bei der großen Konkurrenz dieses Jahr wird seine Leistung wahrscheinlich auch nicht mit einer Oscar-Nominierung honoriert.

Ich bin froh, dass Jake Gyllenhaal diesen Weg gegangen ist. Er sucht sich herausfordernde Rollen. Er hätte auch den einfachen Weg gehen können, auf ewig einen Schönling in RomComs und Dramen spielen, er zeigt aber Mut zur Hässlichkeit. In seinem nächsten Film („Southpaw“) spielt er einen Boxer. ich habe bereits ein Foto gesehen, ziemlich eindrucksvoll, was er für eine körperliche Veränderung dafür schon wieder auf sich genommen hat.

Riz Ahmed ( The Reluctant Fundamentalist ) hat mir hier auch gut gefallen. Rene Russo spielt in „Nightcrawler“ eine nicht unwesentliche Rolle. Im realen Leben ist sie mit dem Regisseur des Films verheiratet.

„Nightcrawler“ ist für folgende Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Jake Gyllenhaal), Beste Nebendarstellerin (Rene Russo), Bestes Originaldrehbuch

„Nightcrawler“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2014 gezeigt.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Ex Machina“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Regiedebüt von Roman- und Drehbuchautor Alex Garland. Sci-Fi-Film mit Domhnall Gleeson und Oscar Isaac
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Top Five“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Film von und mit Chris Rock, auch dabei Kevin Hart und Adam Sandler. Eigentlich ein Film, den ich nie gucken würde. (Ich habe auch meinen Stolz) Aber: Oscar-Film und der Trailer sieht richtig gut aus
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „American Sniper“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Clint Eastwoods neuer Film, Biopic/Action mit Bradley Cooper. Trailer ist großartig. Oscar-Film.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Into the Woods“
Bewertung des Theaters: B (neuer Trailer)
Kommentar: Rob Marshalls Verfilmung des gleichnamigen Broadway-Musicals mit Meryl Streep, Emily Blunt, Anna Kendrick, Chris Pine, Johnny Depp. Oscar-Film. Oscar-Nominierungen-Sammlerin Meryl Streep soll hier so gut sein, dass sie tatsächlich sogar ihren vierten Oscar gewinnen könnte.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Blackhat“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Michael Manns neuer Film mit Chris Hemsworth und Viola Davis. Bei Michael Mann bin ich grundsätzlich dabei
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Interview“
Bewertung des Trailers: A- (neuer Trailer)
Kommentar: Actionkomödie mit Seth Rogen und James Franco. Der Trailer ist göttlich.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Taken 3“
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: Der dritte Teil von Liam Neesons Actionabenteuer.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

2 Gedanken zu “Chicago – Film: "Nightcrawler"

  1. Du würdest ihn nicht als Mediensatire bezeichnen? Mir fällt gar keine andere Beschreibung ein, denn gerade, weil er auf diesen brutalen Voyeurismus zeigt und Bloom doch sehr überspitzt dargestellt wird, ist es doch eine Satire. Sicher aber auch Drama und Thriller.
    Ja die Szene beim Mexikaner war schon heftig und das Gesicht der Russo sprach Bände. Da war sie echt gut.

    Wow, und nur Trailer von Filmen, in die Du 100%ig gehst :))
    Also in den Rogen/Franco gehe ich nicht. Fand den Trailer bescheuert. Ist wieder so ein Buddy-Ding mit ihrem ganz persönlichen Humor 🙂
    Into The Woods, da weiß ich nicht – wahrscheinlich nicht mein Ding, aber ich werde mit Muddi reingehen 😉

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  2. Ich habe tatsächlich überlegt, ob ich ihn als Mediensatire bezeichnen würde, aber wie der Film diesen Nachrichtensender zeigt, ist er zu nah an der Realität dran (gerade wenn man die lokalen Sender in Los Angeles angeschaut, die vielleicht auch in einer ganz anderen Konkurrenz stehen als anderswo). Bloom ist der skrupellose Kameramann und steht für sich, die Frage ist ja wie der Sender mit ihm umgeht. Und irgendwie wollen sie alle von seinem Filmmaterial profitieren, weil sie auch unter dem Druck der Einschaltquoten stehen. Mir ist das alles zu realistisch, mir für eine Satire zu wenig überspitzt gezeigt.

    Ja manchmal hat man Glück mit den Trailern. 🙂

    Echt, ich finde den Trailer großartig. Aber ich mag auch albern und die Beiden zusammen sind schon gut. Das ist aber wieder ein Film, der gar nicht in der Synchro funktionieren kann (das sieht man schon am Trailer) . Du mochtest aber auch „This is the End“ nicht, soweit ich mich erinnre. 🙂

    Klar gehrst Du in „Into the Woods“ – ich bin ja auch kein Musical-Freund, aber Merryyyl :))

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