Die Oscars 2015: Alle Gewinner

Am Tag der Oscar-Verleihung 2015 hat es in L.A. in Strömen geregnet. War das ein schlechtes Zeichen für den Abend?

Ich war recht zufrieden, vor allen Dingen mit dem Ausgang der elitären Preisverleihung. Jeder einzelne Film, der für einen Oscar in der Kategorie Bester Film nominiert war, hat auch mindestens einen Academy Award gewonnen. „Birdman“ und „The Grand Budapest Hotel“ haben die meisten (jeweils 4) Oscars mit nach Hause nehmen können. Mein Lieblingsfilm „Whiplash“ hat tatsächlich 3 Oscars gewonnen. „Birdman“ wurde zu Recht in den Kategorien Bester Film, Beste Regie, Bestes Originaldrehbuch und Beste Kamera ausgezeichnet. Julianne Moore hat nun auch endlich einen Oscar – eigentlich hätte sie ihn bereits im Jahr 2002 für „Far From Heaven“ gewinnen müssen. Es war keine Überraschung, dass J.K. Simmons (wohlverdient) gewonnen hat und auch dass Patricia Arquette stellvertretend für den Film „Boyhood“ mit dem Oscar ausgezeichnet wurde, war ne sichere Bank. Eddie Redmayne, und das war alles andere als sicher, wurde für seine Daniel Day-Lewis-„My Left Foot“-Gedächtnis-Performance auf die Bühne gebeten und hat sich ganz niedlich und ehrlich gefreut.

Neil Patrick Harris hat sich bereits einige Male in der Vergangenheit als Gastgeber großer Shows bewährt. Ich vermute, es lag an den Autoren der Oscar-Show, dass die Moderation der Oscars 2015 irgendwie schwächelte. Die meisten Dankesreden fand ich origineller und interessanter als die Moderation. NPH war eigentlich souverän wie immer, im direkten Kontakt mit dem Publikum kam er jedoch nicht an seine Vorgängerin Ellen DeGeneres ran, aber in dieser Disziplin ist die Talkshow-Moderatorin auch eine Meisterin.

Es gab wenige Highlights bei den 87. Oscars. Hervorzuheben ist die Performance von John Legend und Common. „Glory“ ist aber auch einfach ein klasse Song und hat kurz darauf auch berechtigterweise den (leider einzigen) Oscar für den Film „Selma“ gewonnen. Unzumutbar für meine Augen und Ohren war hingegen die Performance von Lady Gaga, Jennifer Hudson und Adam Levine. Eine prima Idee war es, John Travolta (der von NPH in Anspielung auf Travolta Adele Dazeem-Faux Pas vom Jahr zuvor als Glom Gazingo angekündigt wurde) mit Idina Menzel gemeinsam als Presenter auftreten zu lassen. Sehr selbstironischer Auftritt von John Travolta, eigentlich doch ein netter Kerl.

Ein ganz und gar nicht netter Kerl saß die ganze Show über betont entspannt, selbstgefällig und widerlich Kaugummi kauend im Publikum: Michael Keaton. Ab dem Moment, in dem er das erste Mal so gezeigt wurde, habe ich seinen Konkurrenten Eddie Redmayne, Bradley Cooper, Benedict Cumberbatch und Steve Carell ganz fest die Daumen gedrückt, dass einer von ihnen den Goldjungen nach Hause holt. Michael Keaton gilt in Hollywood schon lange als schwierig (sehr vorsichtig formuliert) und mit dieser Art hat er sich seine erste und zugleich einzige Chance, auch nur in die Nähe eines Oscars zu kommen, verspielt.

Einen Teil der Eröffnungsrede und der erste Oscar samt Rede von J.K. Simmons war in Deutschland nicht live zu sehen. Aufgrund des schlechten Wetters ist die Pro7-Übertragung zusammengebrochen. Das war der Moment, in dem ich wieder richtig wach geworden bin und mich fürchterlich aufregen musste.

Bei den Oscars 2015 gab es 24 Kategorien und ich habe dieses Jahr 21 richtig geraten (oder anders: Bester Animationsfilm, Bester animierter Kurzfilm und Bestes Originaldrehbuch hatte ich falsch getippt). Ich glaube übrigens, dass es leichter ist, die Gewinner zu erraten, wenn man sich nicht so viel mit den Oscars beschäftigt. Irgendwann ist man einfach zu blockiert im Kopf. Es gibt zig Theorien, warum der oder der Film oder der oder die Schauspieler (in) oder diese oder jene technische Leistung mit einem Oscar ausgezeichnet wird. Für praktisch jeden gibt es eine plausible Erklärung. Wenn man ganz sicher auf jeden einzelnen Gewinner tippen will, muss man aber etwas Abstand dazu haben und das größere Bild sehen. Bei mir wäre es dieses Jahr beinahe in die Hose gegangen, ich war schon zu verkopft, ich habe mich aber dann noch rechtzeitig rausziehen können und somit meine Wette ganz klar gewonnen.

Alle Oscar-Gewinner 2013:

Best Picture: Birdman
Best Director: Alejandro G. Inárritu (Birdman)
Best Actor: Eddie Redmayne (The Theory of Everything)
Best Actress: Julianne Moore (Still Alice)
Best Supporting Actor: J.K. Simmons (Whiplash)
Best Supporting Actress: Patricia Arquette (Boyhood)
Best Original Screenplay: Birdman
Best Adapted Screenplay: The Imitation Game
Best Cinematography: Emmanuel Lubezki (Birdman)
Best Animated Feature: Big Hero 6
Best Foreign Language Film: Ida (Polen)
Best Costume Design: The Grand Budapest Hotel
Best Production Design: The Grand Budapest Hotel
Best Makeup and Hairstyling: The Grand Budapest Hotel
Best Film Editing: Whiplash
Best Sound Editing: American Sniper
Best Sound Mixing: Whiplash
Best Visual Effects: Interstellar
Best Documentary Feature: Citizenfour
Best Animated Short: Feast
Best Live Action Short: The Phone Call
Best Documentary Short Subject: Crisis Hotline: Veterans Press 1
Best Original Song: Glory (Selma)
Best Original Score: The Grand Budapest Hotel

Die Mode – The Best:

Julianne Moore (Chanel Haute Couture)
Viola Davis (Zac Posen)
Sienna Miller (Oscar de la Renta)
Patricia Arquette (Rosetta Getty)
Reese Witherspoon (Tom Ford)
Eddie Redmayne (Alexander McQueen)

Die Mode – The Worst

Naomi Watts (Armani Privé)
Marion Cotillard (Dior Haute Couture – und wer ist für die grausige Frisur verantwortlich?)
Octavia Spencer (selbstgeschneidert?)
Lady Gaga (sieht immer aus wie ein Clown, dieses Mal in Azzedine Alala)
Chloe Grace Moretz (Miu Miu)
Nicole Kidman (Louis Vuitton)

Einen Tag vor der Oscar-Verleihung wurde wie jedes Jahr der Anti-Oscar, der Golden Raspberry Award verliehen. Die Goldene Himbeere haben gewonnen:

„Kirk Cameron´s Saving Chrismas“ wurde zum schlechtesten Film gewählt. Schlechtester Regisseur – was für eine Überraschung: Michael Bay (für Transformers 4: Age of Extinction) Schlechtestes Prequel, Remake, Rip-off or Sequel hat „Annie“ „gewonnen“. Als schlechtester Schauspieler wurde Kirk Cameron (für Kirk Cameron´s Saving Christmas) ausgezeichnet, schlechteste Schauspielerin Cameron Diaz (für The Other Woman und Sex Tape), schlechtester Nebendarsteller ist Kelsey Grammer (für Expendables 3, Legends of Oz, Think Like a Man Too und Transformers 4: Age of Extinction) und schlechteste Nebendarstellerin Megan Fox (für Teenage Mutant Ninja Turtles). Schlechtestes Paar auf der Leinwand wurde Kirk Cameron und sein Ego (für Kirk Cameron´s Saving Christmas). All die als richtig schlecht ausgezeichneten Filme oder Schauspieler kann ich nicht beurteilen, weil ich keinen der genannte Filme gesehen habe.

Ben Affleck hat auch einen Razzie gewonnen, aber einen über den er sich tatsächlich freuen kann. Er hat den neu eingeführten Redeemer Award gewonnen. Vom einstigen Razzie-Gewinner für „Gigli“ bekommt er diese Wiedergutmachung für seine Leistung für „Argo“ und „Gone Girl“. Gratulation.

Oscar-Gewinner 2015, letzte Prognose und meine Wette

So, heute ist der 21.02.15, ein Tag vor der Oscar-Verleihung 2015. Wie üblich meine letzten Worte, meine letzte Prognose und meine Wette.

Eine turbulente Oscar-Saison geht zu Ende. 6124 Academy Mitglieder haben abgestimmt und irgendwie macht es den Anschein, als ob es zu einem richtigen Knaller kommen könnte. Es gibt mindestens zwei wichtige Kategorien, bei denen der Ausgang morgen völlig ungewiss ist: Bester Film und Bester Hauptdarsteller. Die meisten amerikanischen Oscar-Experten gehen davon aus, dass entweder „Boyhood“ oder „Birdman“ das Rennen als Bester Film macht. Ziemlich fifty-fifty. Gibt es eine Möglichkeit, dass beide Filme wichtige Preise gewinnen. Ja.
Boyhood: Bester Film, Beste Nebendarstellerin und Bester Schnitt
Birdman: Beste Regie, Bester Hauptdarsteller und Beste Kamera.
Die letzten zwei Jahre wurde der Beste Film von der Besten Regie getrennt. („Argo“ – Ben Affleck war nicht in der Kategorie Beste Regie nominiert, Ang Lee gewann für „Life of Pi“ und im letzten Jahr gewann „12 Years a Slave“ Bester Film und Alfonso Cuáron gewann den Regiepreis für „Gravity“). Für mich ergibt es keinen Sinn, den Regisseur von seinem Film zu trennen. Wenn etwas bei den Oscar-Regeln geändert werden müsste, dann dass in der Kategorie Beste Regie auch 5 bis zu 10 Regisseure nominiert werden. In meiner letzten Prognose v. 9.2.15 habe ich mich für „Birdman“ in der Kategorie Bester Film und Beste Regie und bei Bester Hauptdarsteller für Eddie Redmayne entschieden.Etwas trotzig bleibe ich dabei, denn um so mehr ich mich mit den möglichen Oscar-Gewinnern dieses Jahr beschäftige, um so verwirrter werde ich.

Der Knaller wäre, wenn ein anderer Film als „Birdman“ oder „Boyhood“ Bester Film gewinnt. Das ist nicht gänzlich ausgeschlossen. Wenn sich zwei Filme („Birdman“ und „Boyhood“) darum „streiten“, die Kategorie Bester Film für sich zu entscheiden, könnte es einen lachenden Dritten geben. Wenn dieser Film, der mit riesigen Abstand erfolgreichste, aber auch kontroverseste Film „American Sniper“ heißt, dann wäre das so absurd, dass es schon beinahe wieder komisch ist.

Dieses Jahr hängt mein Herz dankenswerterweise nicht an einem Film (der als Favorit gilt). Letztes Jahr war „12 Years a Slave“ mein Lieblingsfilm. Wenn ich so emotional im Oscar-Rennen dabei bin, ist das nicht gut für meine Nerven. Von allen nominierten Filmen ist dieses Jahr eindeutig Whiplash mein Lieblingsfilm. Foxcatcher hat zwar eine Nominierung für die Beste Regie, aber eben nicht für Bester Film. „Whiplash“ hat ohne die Oscar-Nominierung für Beste Regie, praktisch keine Chance Bester Film zu gewinnen. Wäre der Regisseur Damien Chazelle nominiert, wäre das vielleicht anders, es ist nämlich durchgesickert, dass viele Academy-Mitglieder „Whiplash“ lieben. Ich habe mir „Whiplash“ kürzlich bei uns im Bordprogramm erneut angeschaut. Der Film ist einfach großartig, hervorzuheben vor allen Dingen natürlich J.K. Simmons und der Schnitt. Vielleicht – und dafür drücke ich die Daumen – gewinnt „Whiplash“ neben Bester Nebendarsteller noch Bestes adaptiertes Drehbuch, Bester Ton und Bester Schnitt.

Die meisten Oscars mit nach Hause nehmen wird meiner Meinung nach: „The Grand Budapest Hotel“ (Bestes Szenenbild, Bestes Kostümdesign, Bestes Make-up und beste Frisuren vielleicht noch Beste Filmmusik und Bestes Originaldrehbuch.

Kleine Zusammenfassung der Nominierten:

Oscar-Gewinner 2015 – meine Wette:

Best Picture: Alejandro G. Inárritu, John Lesher und James W. Skotchdopole (Birdman or (the unexpected Virtue of Ignorance)
Best Director: Alejandro G. Inárritu (Birdman)
Best Actor: Eddie Redmayne (The Theory of Everything)
Best Actress: Julianne Moore (Still Alice)
Best Supporting Actor: J.K. Simmons (Whiplash)
Best Supporting Actress: Patricia Arquette (Boyhood)
Best Original Screenplay: Screenplay by Wes Anderson, Story by Wes Anderson & Hugo Guinness (The Grand Budapest Hotel)
Best Adapted Screenplay: Graham Moore (The Imitation Game)
Best Animated Feature: Dean DeBlois und Bonnie Arnold (How to Train Your Dragon 2)
Best Production Design: Production Design: Adam Stockhausen, Set Decoration: Anna Pinnock (The Grand Budapest Hotel)
Best Cinematography: Emmanuel Lubezki (Birdman)
Best Costume Design: Milena Canonero (The Grand Budapest Hotel)
Best Editing: Tom Cross (Whiplash)
Best Makeup and Hairstyling: Frances Hannon und Mark Coulier (The Grand Budapest Hotel)
Best Sound Mixing: Craig Mann, Benn Wilkins und Thomas Curley (Whiplash)
Best Sound Editing: Alan Robert Murray und Bub Asman (American Sniper)
Best Visual Effects: Paul Franklin, Andrew Lockley, Ian Hunter und Scott Fisher (Interstellar)
Best Original Score: Alexandre Desplat (The Grand Budapest Hotel)
Best Song: John Stephens und Lonnie Lynn „Glory“ (Selma)
Best Foreign Language Film: Poland (Ida)
Best Documentary Feature: Laura Poitras, Mathilde Bonnefoy und Dirk Wilutzky (Citizenfour)
Best Live Action Short: Mat Kirkby und James Lucas (The Phone Call)
Best Animated Short: Robert Kondo und Dice Tsutsumi (Dam Keeper)
Best Documentary Short: Ellen Goosenberg Kent und Dana Perry (Crisis Hotline: Veterans Press 1)

Wenn ich richtig gezählt habe, gehen nach meiner Prognose 5 Oscars an The Grand Budapest Hotel, 3 Oscars an Birdman (incl. BP), 3 Oscars an Whiplash, 1 Oscar geht an Boyhood (Mist – ich werde meine Wette verlieren), 1 Oscar an The Imitation Game, 1 Oscar an The Theory of Everything, 1 Oscar an American Sniper, 1 Oscar an Selma

Dieses Jahr werde ich mir die Oscars endlich wieder live anschauen können, aufnehmen werde ich sie aber trotzdem. Ganz neu entdeckt habe ich das Online-Aufnahmeprogramm Save.TV. Für mich muss sich Technik selbst erklären. Ich habe einfach keine Lust (und Zeit), mir Betriebsanleitungen durchzulesen. Save.TV ist kinderleicht zu bedienen.

Ich teste das Programm jetzt seit mehr als einer Woche und bin recht begeistert. Man braucht eigentlich nur ein Gerät, das online ist. Für mich ist es das iPad, da das seit Jahren ungenutzt bei mir Zuhause liegt (bereits nach wenigen Wochen fand ich es unpraktisch und blöd). Über das iPad, das Zuhause im w-lan Netz ist programmiere ich beispielsweise eine Sendung. Jetzt Ich fliege in der Weltgeschichte herum, bin irgendwo im Ausland im Hotel angekommen, logge mich mit meinem Macbook Air ins Internet ein und kann dann die in der Zwischenzeit aufgenommene Sendung (die sich in der Cloud von Save.TV befindet) sofort runterladen und (ohne Werbeunterbrechungen) in erstklassiger Video-Wiedergabequalität anschauen. Das finde ich ziemlich großartig. Aus rechtlichen Gründen kann man nämlich im Ausland nicht auf die Mediathek des jeweiligen Senders (ZDF, o.ä.) zugreifen. Bietet sich natürlich auch für Leute an, die nicht so viel unterwegs sind wie ich.

Für 30 Tage kann man Save.TV umsonst testen:

http://www.save.tv/STV/S/obj/registration/RegPage1.cfm?sProcessUUID=AD09BC88%2DFDE8%2D8DB5%2D082997DC1BDFD34E

Oscar-Gewinner 2015 – Stand der Dinge

Ein Oscar-Rennen ist erst wirklich mit der Verleihung der Oscars zu Ende. Gerade als ich dachte, die Oscar-Saison 2014/2015 ist gelaufen, langweiliger kann es kaum noch werden, kam die Wendung.

Ein kleiner Rückblick:

Einen großen Teil der Oscar-Saison sah es nach einem „Boyman“-Rennen aus. Entweder gewinnt Boyhood oder Birdman. Nachdem Boyhood dann aber einen Kritiker-Preis nach dem anderen abgeräumt hat, den Golden Globe für bestes Drama und bester Regisseur gewann und „Birdman“ den Golden Globe gegen „The Grand Budapest Hotel“ verlor, stand der Oscar-Gewinner-Film mit „Boyhood“ fest. „Boyhood“ ist zwar ein ungewöhnlich (kleiner) Oscar-Gewinner-Film, aber wenn so viele von einem Film, der über 12 Jahre gedreht wurde, berührt werden, dann doch auch AMPAS.

Nach den ganzen Kritiker-Preisen, kamen dann aber die Preise innerhalb der Filmindustrie. Die Gewerkschaften der Produzenten und Schauspieler haben ihren Lieblingsfilm gekrönt. Bei den Schauspielern, den SAG-Awards, war es wahrscheinlich, dass entweder Birdman oder The Grand Budapest Hotel gewinnt. Alleine aufgrund der großen, beeindruckenden Besetzung in beiden Filmen. „Birdman“ ist ein Film über Schauspieler und das Showbiz im Allgemeinen. Wenn „Birdman“ nicht bei den Schauspielern punkten kann, dann nirgendwo. „Birdman“ hat den Screen Actors Guild Award für das beste Schauspielensemble in einem Film (vergleichbar mit Bester Film) gewonnen. Noch bevor die SAG Awards verliehen wurden, gab es ein Erdbeben in Hollywood. Die Produzenten krönten absolut überraschend „Birdman“ zum besten Kinofilm des Jahres 2014. Die Producers Guild of America hat mehr als 6500 Mitglieder, die Oscar-Academy hat im Jahr 2015 6124 Mitglieder, die zur Wahl berechtigt sind. Die PGAs kann man durchaus mit den Oscars vergleichen, sogar das Abstimmungsverfahren zur Wahl des Besten Films (preferential voting – Ich habe letztes Jahr mal versucht zu erklären, wie die Wahl des Besten Films bei den Oscars funktioniert. ist bei den Produzenten und AMPAS dasselbe. Seit dem Jahr 2007 haben sämtliche Filme zunächst den PGA und dann den Oscar gewonnen („No Country for Old Men“, „Slumdog Millionaire“, „The Hurt Locker“, „The King´s Speech“, „The Artist“, „Argo“, „12 Years a Slave“ – im letzten Jahr gab es bei den PGAs zwei Gewinner: „12 Years a Slave“ und „Gravity“). Also gute Chancen für „Birdman“ dieses Jahr.

Bekanntlich bilden die Schauspieler (mit derzeit 1150 Mitgliedern) die größte Gruppe innerhalb der Academy-Mitglieder. Mit den SAG-Awards haben sie sich bereits für „Birdman“ entschieden, wählen die Schauspieler, die auch Academy-Mitgiieder sind, auch bei den Oscars für „Birdman“?

Dann haben die Regisseure abgestimmt und den Besten Regisseur des Filmjahres 2014 ausgezeichnet: Alejandro González Iñárritu hat für seinen Film „Birdman“ den DGA gewonnen. Damit wurde „Birdman“ mit dem PGA, SAG und DGA ausgezeichnet.

Ganz aktuell wurden die BAFTAs verliehen. Die Briten haben den Film „Boyhood“ ausgezeichnet. Außerdem hat Richard Linklater den Regie-Preis gewonnen. Es gibt einen sehr großen britischen Anteil unter den Oscar-Academy-Mitgliedern.

Tja, dann war es auf einmal wieder das „Boyman“-Rennen. Entweder gewinnt „Boyhood“ oder „Birdman“. Das erinnert etwas an das Oscar-Jahr 2010 in dem „The Social Network“ alle Kritiker-Preise abgeräumt hat und „The King´s Speech“ erst den PGA, SAG und DGA und dann den Oscar gewann. Was ist denn mit American Sniper? Der mit Abstand erfolgreichste Film der diesjährigen Saison. Ein sehr kontroverser Film, der sehr spät ins Oscar-Rennen einstieg. Er kam zu spät, um die Auslandspresse (Golden Globes) und die Schauspiel-Garde von sich zu überzeugen. „American Sniper“ wurde von den Produzenten (PGA) als Bester Film nominiert, Clint Eastwood wurde von den Regisseuren (DGA) als Bester Regisseur nominiert. Clint Eastwood ist einer der angesehensten Regisseure in Hollywood. AMPAS hat „American Sniper“ als Bester Film nominiert, ihn aber nicht als Bester Regisseur. Das erinnert wiederum an „Argo“ und die Nicht-Nominierung von Ben Affleck. Wenn „American Sniper“ früher in die amerikanischen Kinos gekommen wäre (vielleicht im November), wäre es aller Wahrscheinlichkeit nach einAmerican Boyman“-Rennen . Da „Birdman“ aber nun den PGA, SAG und DGA gewonnen hat und „Boyhood“ alle Kritiker hinter sich hat und die Auslandspresse und die Briten ist es nun mal ein „Boyman“-Rennen. Ich bin aber froh, dass es jetzt endlich überhaupt wieder ein Rennen ist. Beide Filme können nach wie vor gewinnen, auch wenn „Birdman“ gerade einen nicht unwesentlichen Vorteil hat.

Hier eine Zusammenfassung und ein paar Fakten:

„Birdman“ hat den PGA, SAG und DGA gewonnen.

Es gewinnt oftmals der Film mit den meisten Oscar-Nominierungen. („Birdman“ und „The Grand Budapest Hotel“ haben mit jeweils 9 Nominierungen, die meisten)

„Birdman“ hat den Golden Globe, Best Comedy (an „The Grand Budapest Hotel“) verloren und gewinnt dann den Oscar? Das gab es letztes Mal im Jahr 1977. Woody Allens Film „Annie Hall“ hat den Golden Globe in der Kategorie Best Comedy verloren, dann aber den Oscar als Bester Film gewonnen.

„Birdman“ hat keine Oscar-Nominierung für den Besten Schnitt. Das letzte Mal, dass ein Film den Oscar als Bester Film gewonnen hat und nicht in der Kategorie Bester Schnitt nominiert war, war im Jahr 1980 mit Ordinary People.

Der Oscar-Film gewinnt üblicherweise auch einen Schauspiel-Oscar. Damit komme ich zu dem zweiten großen Fragezeichen. Welcher Schauspieler kann die Kategorie Bester Hauptdarsteller für sich entscheiden? Ich habe es in meinem Beitrag zu „American Sniper“ bereits angedeutet: Es wird sich zwischen Eddie Redmayne (The Theory of Everything), Michael Keaton („Birdman“) und Bradley Cooper („American Sniper“) entscheiden. Michael Keaton und Eddie Redmayne haben in jeweils ihrer Kategorie (Best Comedy, Best Drama) den Golden Globe gewonnen. „American Sniper“ kam zu spät, um überhaupt für den Golden Globe nominiert zu werden. Eddie Redmayne hat den SAG-Award gewonnen, wenn „Birdman“ der große Abräumer am 22.2.15 wird, könnte Michael Keaton da mitgerissen werden. Und Bradley Cooper sitzt völlig entspannt im Hintergrund und könnte als dreimaliger Oscar-Nominierter in Folge den Oscar am 22.2.15 nach Hause nehmen. Es ist nicht völlig aus der Luft gegriffen, dass Mr. Cooper den Herren Redmayne und Keaton die große Oscar-Sause zunichte macht.

Einige denken, dass die OSCARS eine rein amerikanische Veranstaltung ist. Wenn man sich nicht so mit den Academy Awards beschäftigt, ist einem vielleicht nicht bewusst, dass in den letzten Jahren oftmals nicht-amerikanische Filme, den Oscar gewannen. Es ist noch nicht sonderlich lange her, dass „Slumdog Millionaire“, „The King´s Speech“, „The Artist“ den Oscar als Bester Film gewannen. Selbst der Gewinner-Film vom letzten Jahr „12 Years a Slave“ ist von einem britischen Regisseur. Bei den Regisseuren haben die letzten Jahren britische (Tom Hooper für „The King´s Speech“), französische (Michel Hazanavicius für „The Artist“), taiwanesische (Ang Lee für „Life of Pi“) mexikanische (Alfonso Cuaron für „Gravity“) Regisseure den Oscar gewonnen. Dieses Jahr könnte mit Alejandro González Iñárritu auch wieder ein mexikanischer Regisseur den Oscar gewinnen. Bei den Schauspielern ist es selbstverständlich nicht anders: Daniel Day-Lewis, Jean Dujardin, Colin Firth, Cate Blanchett, Kate Winslet, Marion Cotillard, Helen Mirren, Christoph Waltz, Christopher Plummer, Christian Bale, Javier Bardem, Lupita Nyong `o, Penelope Cruz, Tilda Swinton, um nur ein paar Oscar-Gewinner der letzten Jahre zu nennen, sind KEINE AMERIKANER.

Die derzeitigen Favoriten (Stand 9.2.15) in den sechs wichtigsten Kategorien sind folgende:

Bester Film: „Birdman“
Bester Regisseur: Alejandro González Iñárritu
Bester Hauptdarsteller: Eddie Redmayne („The Theory of Everything“), Michael Keaton („Birdman“) oder Bradley Cooper („American Sniper“) derzeit in der Reihenfolge
Beste Hauptdarstellerin: Julianne Moore („Still Alice“)
Bester Nebendarsteller: J. K. Simmons („Whiplash“)
Beste Nebendarstellerin: Patricia Arquette („Boyhood“)

Von allen Kandidaten, die je für eine Oscar-Nominierung im Gespräch waren, habe ich mir folgende Filme angeschaut (gelistet in der Reihenfolge, in der ich sie gesehen haben): The Lego Movie, The Grand Budapest Hotel, Muppets Most Wanted, The Double, The Two Faces of January, Under the Skin, Love is Strange, Match, Bad Hair, Locke, Starred Up,  Chef,  The Immigrant, Boyhood, X-Men: Days of Future Past, Dawn of the Planet of the Apes, Begin Again, A Most Wanted Man,  Calvary, Get On Up, Maps to the StarsThe Skeleton Twins, The Drop, The Disappearance of Eleonor Rigby: Them, Pride,  Gone Girl, The Boxtrolls, While We´re Young, Whiplash, The One I Love, The Judge, Kill the Messenger, Citizenfour, Frank, St. Vincent, Birdman, Serena, „Finding Vivian Maier“, Interstellar, Rosewater, The Theory of Everything, Obvious Child, The Imitation Game, Nightcrawler, Foxcatcher, Big Hero 6, Fury,  The Hunger Games: Mockingjay, Part 1, Wild Tales, Wild , Top Five„Top Five“The Babadook, Snowpiercer, Ida, Clouds of Sils Maria, Force Majeure, Only Lovers Left Alive, Mr. Turner, The Trip to Italy, Two Days, One Night, A Most Violent YearInherent Vice, Into the Woods, Big Eyes, Selma, American Sniper, Still Alice

Boston – Film: "Still Alice"

Ich war am 30.01.15 in Boston und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Still Alice“ (dt. Titel: „Still Alice – Mein Leben ohne Gestern“, dt. Kinostart: 05.03.15) 99 min drama, adaptation
dir. Richard Glatzer, Wash Westmoreland cast: Julianne Moore, Alec Baldwin, Kristen Stewart, Kate Bosworth

Dr. Alice Howland (Julianne Moore) arbeitet als Linguistik-Professorin und ist schon sehr lange mit John (Alec Baldwin) verheiratet. Die Beiden haben drei erwachsene Kinder. Kurz nach ihrem 50. Geburtstag stellt sie an sich eine Veränderung fest. Zunächst sind es Wortfindungsstörungen, dann verläuft sie sich und auch Namen fallen ihr nicht mehr ein. Sie sucht einen Arzt auf, der einige Tests mit ihr durchführt und schließlich ein Frühstadium von Alzheimer diagnostiziert…

B- (Wertung von A bis F) „Still Alice“ basiert auf dem gleichnamigen Roman von Lisa Genova.

„Still Alice“ ist nun kein überragender Film, Julianne Moore (A Single ManThe Kids Are All Right) macht ihn aber sehenswert. Es ist der Film, für den die zum fünften Mal für einen Oscar nominierte Schauspielerin – aller Wahrscheinlichkeit nach – den Academy Award gewinnen wird. Julianne Moore gibt hier eine solide Performance, aber es ist nicht die Beste ihres Lebens (dafür hat sie in der Vergangenheit zu oft brilliert). Julianne Moore wird mehr für ihre gesamte Karriere ausgezeichnet und dann reicht es auch, dass sie einmal mehr sehr gute Arbeit abliefert. Die stärkste Sequenz im Film ist für mich die, in der sie ihre eigene Videobotschaft abruft. Natürlich sind mir auch die Tränen gelaufen.

Gut gefallen hat mir auch Kristen Stewart. Sie spielt eine Schauspielerin, es ist eine recht uneitle Performance.

Es ist ein ungewöhnliches Regie-Projekt, beide Regisseure (Richard Glatzer und Wash Westmoreland) von „Still Alice“ sind miteinander verheiratet und Richard Glatzer leidet an der Nervenkrankheit ALS (Amyotrophe Lateralsklerose) und ist zu großen Teilen gelähmt. Auch hat er seine Fähigkeit zu sprechen, verloren. Während der Dreharbeiten hat sich sein Zustand nochmal verschlimmert, zum Schluss hat er seine Regieanweisungen nur noch mit seinem Zeh in sein iPad eingegeben können und über eine Sprachfunktion übersetzen lassen.

Im letzten Jahr wurde bekannt, dass sich viele Academy-Mitglieder dieses „Sklavendrama“ nicht angeschaut haben und dennoch für 12 Years a Slave gestimmt haben, dass er den Oscar als Bester Film gewinnt. Dieses Jahr ist durchgesickert, dass viele Mitglieder von AMPAS den „Alzheimer-Film“ nicht gucken wollen, aber dennoch vorhaben, für Julianne Moore zu stimmen, dass sie ihren ersten Oscar gewinnt. Darüber kann man denken was man will, für mich zählt in diesen beiden Fällen mehr das Ergebnis.

„Still Alice“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2014 gezeigt.

Um sich für die Academy Awards zu qualifizieren, musste „Still Alice“ mindestens eine Woche lang im Jahr 2014 in einem kommerziellen Kino in Los Angeles County laufen. Der Film wurde ab 5.12.14 in L.A. und New York gezeigt, bevor er offiziell am 16.01.15 in den U.S.A. gestartet ist. Update: Julianne Moore wurde für ihre Rolle in „Still Alice“ am 22.2.15 mit dem Oscar ausgezeichnet.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Second Best Exotic Marigold Hotel“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Ich habe den ersten Teil nicht mal komplett gesehen. Dieser ist neben Maggie Smith, Bill Nighy, Judi Dench auch mit Richard Gere und David Strathairn. Dieser Trailer verrät, dass der Film Bollywood-mäßig ist und damit kann ich ihn unter keinen Umständen gucken.
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Fifty Shades of Grey“
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Hausfrauen-Softporno
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „A Little Chaos“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Kostümfilm von und mit Alan Rickman und auch mit Kate Winslet und Matthias Schoenaerts (mal in einer ganz anderen Rolle)
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Woman in Gold“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Drama mit Helen Mirren, Ryan Reynolds, Daniel Brühl u.a.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „Danny Collins“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Tragikomödie mit Al Pacino, Annette Bening, Christopher Plummer und Bobby Cannavale
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Red Army“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Doku über russische Eishockey-Mannschaften während des Kalten Krieges.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Boston – Film: "American Sniper"

Ich war am 17.01.15 in Boston und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„American Sniper“ (dt. Filmtitel: „Der Scharfschütze“, dt. Kinostart: 26.02.15) 132 min drama, biopic, adaptation
dir. Clint Eastwood cast: Bradley Cooper, Sienna Miller, Max Charles, Luke Grimes, Kyle Gallner

Der Texaner Chris Kyle (Bradley Cooper) tritt im Jahr 1999 den Navy SEALs bei und lässt sich als Scharfschützer ausbilden. Er heiratet Taya (Sienna Miller) und wird nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 zu seinem ersten Einsatz in den Irak geschickt. Seine Aufgabe als Scharfschütze ist vordergründig, seine Kameraden vor Selbstmordattentätern oder anderen Anschlägen zu schützen. Mit seiner Treffsicherheit wird er schon bald zu einer Legende.

B- (Wertung von A bis F) „American Sniper“ basiert auf Chris Kyles Memoiren „American Sniper: The Autobiography of the Most Lethal Sniper in U.S. Military History“.

Ein Spielfilm ist ein Spielfilm, auch wenn es sich um ein sogenanntes Biopic handelt, ist es immer noch ein Spielfilm. Ein Spielfilm ist keine Dokumentation und auch keine Schulungsgrundlage. Filmemacher müssen – in meinen Augen – in Biopics ein Leben nicht 1:1 wiedergeben, sie dürfen auch, um den Zuschauern eine spannende Geschichte zu erzählen, dramatisieren. Was sie aber nicht tun sollten, ist entscheidend die Tatsachen verdrehen oder die Charaktere so zu verändern, dass die porträtierte Persönlichkeit zu einer anderen wird, als sie ist/ bzw. war.

Dem Film „American Sniper“ habe ich entnommen, dass Chris Kyle ein (später) zwar traumatisierter, aber makelloser Held war. Die Geschichte im wahren Leben stellt sich aber etwas anders dar.

Ich fand es nicht leicht, „American Sniper“ zu bewerten. Insbesondere, da ich nur eine Woche zuvor Selma gesehen habe. Der Film, der in der diesjährigen Oscar-Saison wegen einer Kleinigkeit, die weder die Geschichte noch die Persönlichkeiten entscheidend anders gezeigt hat, in der Luft zerrissen wurde. Der Film, der in der diesjährigen Oscar-Saison wesentlich kritischer betrachtet werden sollte ist: „American Sniper“.

Clint Eastwood erzählt seine Version von Chris Kyles Leben und das ist eine amerikanische Kriegshelden-Geschichte. Nun sieht ein friedfertiger Europäer den Film sicherlich generell anders als ein kriegsbereiter und schießwütiger Macho-Amerikaner. Wenn man die U.S.A. nicht für the greatest country on earth hält, könnte man Probleme mit dem Film haben. Wer sich noch an das ganze absurde Trara erinnert, das die damalige Bush-Regierung veranstaltet hat, um ihre Bevölkerung und auch ihrer Verbündeten von der Notwendigkeit eines Irak-Krieges zu überzeugen, der könnte Probleme mit dem Film haben. Wenn man „American Sniper“ sieht, könnte man fast meinen, dass die Amerikaner diesen Krieg immer noch für gerechtfertigt halten.

Fehlereingeständnisse sind nicht so Clint Eastwoods Ding. Von dem konservativen Filmemacher bekommt man eine sehr einseitige Geschichte zu sehen. Es gibt nur schwarz und weiß – die Iraker sind die Bösen, die Amerikaner sind die Guten. In „American Sniper“ geht es darum, einen amerikanischen Helden zu feiern. Einer, der sich eingesetzt hat für sein Land und seine Kameraden. Chris Kyle war ein Elite-Soldat und Scharfschütze, der zur Legende wurde weil er mehr als 160 Iraker getötet hat.

So, jetzt habe ich aber „American Sniper“ mit einem B- bewertet. Ich habe die Politik und die Authentizität der Figur beiseite gelassen und dann ist der Film recht spannend und gut fotografiert. Die Szenen im Irak fand ich sehr atmosphärisch, auch wenn mich die dort geführten Telefonate manchmal beinahe aus dem Film warfen.

Bradley Cooper hat für diese Rolle ordentlich an Gewicht zugelegt. Sein Schönling-Image ist abgelegt und dadurch wirkt er irgendwie männlicher. Seine Performance ist sehr überzeugend und seine Oscar-Nominierung kann man vertreten. Bradley Cooper wurde für Silver Linings Playbook und für American Hustle für den Oscar nominiert. Gerade wurde er für „American Sniper“ mit seiner dritten Oscar-Nominierung in Folge bedacht. Drei Oscar-Nominierungen hintereinander sind sehr selten und ein Beweis dafür, dass die Academy-Mitglieder ihn mögen. Ich habe mir Gedanken darüber gemacht. Derzeit sieht es so aus, als ob sich der Oscar-Gewinner in der Kategorie Bester Hauptdarsteller zwischen Eddie Redmayne (The Theory of Everything) und Michael Keaton (Birdman) entscheidet. Was wäre, wenn sich die Academy-Mitglieder nun nicht zwischen diesen Beiden entscheiden können und die Wahl auf Bradley Cooper fällt? Wenn man bedenkt, dass „American Sniper“ der mit großem Abstand erfolgreichste Film der diesjährigen Oscar-Filme ist, ist Bradley Cooper als Oscar-Gewinner nicht abwegig.

Ich habe den Film in einer komplett ausverkauften Vorstellung in einem riesigen Kinosaal gesehen. Als ich rauskam, standen bereits die Nächsten Schlange, um reingelassen zu werden. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das das letzte Mal so erlebt habe.

Clint Eastwood ist mittlerweile 84 Jahr alt, er hat seine Karriere in der Branche als Schauspieler begonnen und arbeitet seit den 1970er Jahren auch als Regisseur. Wenn er als Regisseur einen Film dreht, ist er bekannt dafür, die Produktionskosten gering zu halten. Er braucht keine langen Drehzeiten. Szenen lässt er selten wiederholen, meistens nimmt er sie schon nach dem ersten oder zweiten Take ab. Clint Eastwood ist aber auch ein sehr politischer Mensch. Er ist Republikaner. In den 1980er Jahren war er Bürgermeister der kalifornischen Stadt Carmel. Während des Republikaner-Kongresses vor der letzten Präsidentschaftswahl hat er auf der Bühne mit einem leeren Stuhl geredet (und so getan als ob Barack Obama darauf sass) – unvergessen.

„American Sniper“ wurde erstmalig auf dem AFI Fest 2014 gezeigt.

Bislang war Steven Spielbergs Film „Saving Private Ryan“ der erfolgreichste Kriegsfilm in den U.S.A. Der Film hat allein in den U.S.A. 216 Millionen Dollar eingespielt. „American Sniper“ wurde am 25.12.14 in ganzen vier Kinos in den U.S.A. gestartet. Am 17.1.15 hatte der Film seinen wide release auf insgesamt 3555 Leinwänden. Der Film hat an der Kinokasse sämtliche Rekorde gebrochen. Bis zum 29.01.15 hat der Film allein in seinem Heimatland 217 Millionen Dollar an der Kinokasse eingespielt. Jetzt ist „American Sniper“ der erfolgreichste Kriegsfilm in den U.S.A.

„American Sniper“ wurde kürzlich für sechs Academy Awards nominiert. Eine Oscar-Nominierung gab es für folgende Kategorien: Bester Film, Bester Hauptdarsteller (Bradley Cooper), Bester Schnitt, Bester Ton, Bester Tonschnitt und Bestes adaptiertes Drehbuch. Update: Bei der 87. Oscar-Verleihung am 22.2.15 hat „American Sniper“ einen Oscar (Bester Ton) gewonnen.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Gunman“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Zwei meiner Lieblingsschauspieler (Sean Penn und Javier Bardem) in einem Actionthriller – na logisch gucke ich den.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Terminator Genisys“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: noch einer? Was die Welt so alles nicht braucht.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Furious 7“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Der siebentausendste Teil der Reihe
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Chappie“
Bewertung des Trailers: B- (neuer Trailer)
Kommentar: Neil Blomkamps neuer Film sieht aus wie ein Sci-Fi-Film für Teenager. Erschwerend dazu kommt, dass Dev Patel und Hugh Jackman mitspielen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „Mad Max: Fury Road“
Bewertung des Trailers: A
Kommentar: Ich gebe zu, dass ich nicht einen Teil dieser Reihe gesehen habe. Diesen muss ich sehen, nicht nur wegen Tom Hardy, der Trailer sieht wirklich krassgut aus – vor allen Dingen auf so einer riesigen Leinwand.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „In the Heart of the Sea“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Ron Howards neuer Film – da sehe ich derzeit noch keinen Grund, den Film zu sehen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Kingsman: The Secret Service“
Bewertung des Trailers: A- (neuer Redband-Trailer)
Kommentar: Matthew Vaughns neuer Film, Comicbuch-Verfilmung mit Colin Firth, Michael Caine und Samuel L. Jackson
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

L. A. – Film: "Selma"

Ich war am 8.1.15 in Los Angeles und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Selma“ (dt. Kinostart: 19.02.15) 128 min drama
dir. Ava DuVernay cast: David Oyelowo, Tom Wilkinson, Giovanni Ribisi, Tim Roth, Carmen Ejogo, Cuba Gooding Jr., Oprah Winfrey, Alessandro Nivola, Martin Sheen, Dylan Baker, Henry G. Sanders, Stan Houston, Lorraine Toussaint

U.S.A. im Jahr 1965. Rassendiskriminierungen und Gewalt gegen afroamerikanische Bürger bestimmen das Land. Bürgerrechtler Dr. Martin Luther King, Jr. (David Oyelowo) und viele andere Aktivisten mobilisieren die Bevölkerung, sich gegen die Rassentrennung aufzulehnen und für das Wahlrecht schwarzer Mitbürger zu kämpfen. Sie organisieren einen großen friedlichen Protestmarsch, beginnend in der Kleinstadt Selma bis zu der Hauptstadt Alabamas in Montgomery.

A- (Wertung von A bis F) Die in „Selma“ erzählte Geschichte beginnt mit Dr. Martin Luther King, Jrs. Auszeichnung mit dem Friedensnobelpreis und endet knapp drei Monate später.

Ich bin mit sehr großen Erwartungen in den Film gegangen. „Selma“ ist nach Boyhood (98% RT/ 100% Metacritic), der von den amerikanischen Kritikern am besten bewertete Film (99% RT/ 89% Metacritic) des Filmjahres 2014. „Selma“ war der letzte Film, den ich gucken wollte, bevor ich meine Top Ten-Liste 2014 erstelle. Der Film hat mich nicht enttäuscht. Bereits mit einer der Anfangsszenen (mit den Mädchen in der Kirche) wusste ich, hier einen ganz besonderen Film zu sehen.

Der Film gibt einen Einblick in das Leben des berühmten Bürgerrechtlers und gibt einem ein Gefühl dafür, was er für ein Mann war, wie er gedacht hat und was ihn letztlich ausgemacht hat. Ava DuVernay hat ihn nicht als Held gezeichnet, Er war ein ganz normaler Mann, der auch sein Müll rausbringen muss, private Probleme hatte und dem auch oft schon mal die Worte gefehlt haben. Man sieht wie er seine Reden vorbereitet und auch Zuhause probt. Man bekommt ein Gefühl für Dr. Kings rhetorischen Fähigkeiten und wie er Massen begeistern konnte. Selma ist aber auch ein Film über diese Zeit und nicht zuletzt über all die anderen Aktivisten, die sich dafür eingesetzt haben, dass afroamerikanische Bürger ein legales Wahlrecht bekommen.

Der Film lebt von seinen authentischen Schauspielern. Mit Ausnahme von Cuba Gooding Jr. (der mich komplett aus dem Film geworfen hat) und Tim Roth (der mich mit diesem Akzent leider auch völlig rausgebracht hat) bringt der Film nur exzellente Performances hervor. Der britische Schauspieler David Oyelowo trägt den Film, aber es sind auch die vielen afroamerikanischen Schauspieler, die den Film sehenswert machen.

In den U.S.A. wurde der Film dafür kritisiert, dass der damalige US-Präsident Lyndon B. Johnson (hervorragend gespielt von dem britischen Schauspieler Tom Wilkinson) nicht positiv genug gezeichnet wurde.

Ava DuVernay hat einen großartigen Film inszeniert. Man sieht, dass sie ein Auge für eindrucksvolle und einprägsame Szenenbilder hat. Die Regie- und Kameraarbeit (Kameramann Bradford Young Ain´t Them Bodies Saints, A Most Violent Year) haben mich besonders begeistert. „Selma“ ist ein dialogreicher Film, der sich aber auch Zeit für die Kraft der Bilder nimmt. Es gibt einige Gänsehaut-Momente. Die Szene mit dem Großvater, dessen Enkel getötet wurde und die finale Sequenz waren so stark, dass mir die Tränen gekommen sind.

„Selma“ ist erst Ava DuVernays dritter Kinofilm. Bevor sie ins Regiefach wechselte, arbeitete sie als Pressereferentin für einige Filmprojekte. Sie war angestellt, hat sich dann aber mit ihrer eigenen Marketingfirma selbständig gemacht. Sie kennt die Filmbranche, gerade was Kampagnen angeht, auch von der anderen Seite. Ava DuVernay drehte ihren ersten Film (einen Kurzfilm) erst im Jahr 2006. Nach einigen TV-Produktionen hat sie im Jahr 2010 mit „I Will Follow“ ihren ersten Kinofilm inszeniert. Mit ihrem zweiten Kinofilm („Middle of Nowhere“) hat sie bereits den Regiepreis auf dem Sundance Film Festival 2012 gewonnen. Jetzt mit ihrem dritten Film („Selma“) wurde sie als beste Regisseurin für einen Golden Globe nominiert. Sie ist die erste afroamerikanische Frau, die überhaupt in der Kategorie Beste Regie für den Golden Globe nominiert wurde. Was für eine Karriere – ich denke, dass wir in den nächsten Jahren noch sehr viel von Ava DuVernay hören/ bzw. sehen werden.

Ava DuVernay ist mit dem Originaldrehbuch zu „Selma“ bereits im Jahr 2007 von Studio zu Studio gezogen, um irgendwie ihren Film finanziert zu bekommen. Letztlich haben Oprah Winfrey und Brad Pitt den Film produziert. Oprah Winfrey ist es auch zu verdanken, dass der Film mit Paramount einen amerikanischen Verleiher gefunden hat. Oprah Winfrey spielt eine kleine Nebenrolle im Film. Sie gibt eine überraschend zurückhaltende und gute Performance.

Zum Schluss des Films gab es Applaus vom Publikum.

„Selma“ wurde erstmalig auf dem AFI Fest 2014 gezeigt.

„Selma“ war für viele Oscar-Nominierungen im Gespräch. In der Oscar-Saison ist „Selma“ Opfer einer Schmutzkampagne geworden. Der Film hätte es verdient gehabt, in einigen Kategorien für den Academy Award nominiert zu werden. „Selma“ wurde aber nur für jeweils einen Academy Award in den Kategorien Bester Film und Bester Song („Glory“ von John Legend und Common) nominiert. Update: „Selma“ wurde auf der 87. Oscar-Verleihung am 22.2.15 mit einem Oscar (Bester Song) ausgezeichnet.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Black or White“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Tragikomödie mit Kevin Costner und Octavia Spencer
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „McFarland USA“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: wieder so ein Sportsfilm mit Kevin Costner
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Boy Next Door“
Bewertung des Trailers: D (neuer Trailer)
Kommentar: Thriller mit J.Lo, John Corbett.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Wedding Ringer“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: RomCom mit Kevin Hart und Josh Gad. Ich kann nicht mal mehr diesen Trailer sehen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 6 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: niemals!!!!

Trailer v. Film: „The Second Best Exotic Marigold Hotel“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Ich habe den ersten Teil nicht mal komplett gesehen. Dieser ist neben Maggie Smith, Bill Nighy, Judi Dench auch mit Richard Gere und David Strathairn. Dieser Trailer verrät, dass der Film Bollywood-mäßig ist und damit kann ich ihn unter keinen Umständen gucken.
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Terminator Genisys“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: noch einer? Was die Welt so alles nicht braucht.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Project Almanac“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Zeitreisen-Sci-Film. Wenn der Name Michael Bay schon im Trailer auftaucht, bin ich raus.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Ich war überrascht solche Trailer vor „Selma“ zu sehen – sind es doch hauptsächlich Filme, die sich jemand, der sich für „Selma“ interessiert, wahrscheinlich eher nicht angucken würde.

L. A. – Film: "Big Eyes"

Ich war am 8.1.15 in Los Angeles und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Big Eyes“ (dt. Kinostart: 23.04.15) 109 min drama, biopic
dir. Tim Burton cast: Amy Adams, Christoph Waltz, Danny Huston, Krysten Ritter, Jason Schwartzman, Terence Stamp

Im Jahr 1958 trennt sich Margarete (Amy Adams) von ihrem Ehemann und beginnt mit ihrer Tochter ein neues Leben in San Francisco. Margaret ist Künstlerin, auf ihren unverwechselbaren Bildern malt sie Kinder mit übergroßen Augen. Bald lernt sie den charmanten Maler Walter Keane (Christoph Waltz) kennen. Walter hat eine große Überzeugungskraft, bald heiraten sie und irgendwann verkauft er ihre außergewöhnlichen Bilder als seine…

C- (Wertung von A bis F) „Big Eyes“ basiert auf wahren Begebenheiten. Der Film greift Ereignisse aus dem Leben der amerikanischen Künstlerin Margaret Keane auf. Nach „Ed Wood“ ist dies erst Tim Burtons zweites Biopic.

Man kann gut nachvollziehen, was ausgerechnet Tim Burton an Margaret Keanes Bildern und ihrer Lebensgeschichte fasziniert. Leider hat sich diese Faszination nicht auf seinen Film übertragen. Vielleicht ist es auch nicht allein sein Fehler, dass der Film so öde ist. Die Geschichte ist schnell erzählt und dann wiederholt sich alles immer wieder und wieder. Ich war tatsächlich geneigt, das KIno zu verlassen, weil ich so gelangweilt war. Der einzige Grund der mich davon abgehalten hat, war Amy Adams (Doubt, Julie & Julia, The Fighter, The Muppets, American Hustle) Wenn irgendwas bzw. irgendjemand „Big Eyes“ sehenswert macht, dann sie.

Ich bin mittlerweile leider auch von Christoph Waltz etwas gelangweilt. Ich habe den Eindruck, dass er seit Jahren, in leicht abgewandelter Form, immer gleich spielt. Ich sehe keine große Wandelbarkeit bei ihm. Das wurde mir besonders klar, wenn er neben der so vielseitig begabten und wandelbaren Amy Adams spielt. Amy Adams hat ein viel nuancierteres Spiel und ist um Klassen besser als der zweimalige Oscar-Gewinner. Zu keinem Zeitpunkt spielen beide auf Augenhöhe. Er wirkt auch verkleidet und so richtig habe ich ihm seine Rolle auch nicht abgenommen. Hier ist mir aufgefallen, wie sehr sich Christoph Waltz schauspielerisch ins Zeug legt. In einer schier endlosen Szene im Gerichtssaal reicht es, bezeichnenderweise, sogar dem Richter mit Waltz`(also Walter Keanes) Schauspielerei. Gestört hat mich hier auch sein (deutscher) Akzent. Walter Keane war auch gar kein Deutscher.

„Big Eyes“ war ursprünglich für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, nominiert wurde er letztlich in keiner einzigen Kategorie. Amy Adams wurde für diese Rolle mit dem Golden Globe ausgezeichnet. Amy Adams hätte für einen Oscar nominiert werden müssen, definitiv gibt sie – wieder mal – eine Oscar-Performance.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „A Little Chaos“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Kostümfilm von und mit Alan Rickman und auch mit Kate Winslet und Matthias Schoenaerts (mal in einer ganz anderen Rolle
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Age of Adaline“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Drama mit Blake Lively, Harrison Ford und Ellen Burstyn. Der Film kann ganz gut sein, aber auch fürchterlich.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: RT Bewertungen abwarten

Trailer v. Film: „McFarland USA“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: wieder so ein Sportsfilm mit Kevin Costner
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Fifty Shades of Grey“
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Hausfrauen-Softporno
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Second Best Exotic Marigold Hotel“
Bewertung des Trailers: C+ (neuer Trailer)
Kommentar: Ich habe den ersten Teil nicht mal komplett gesehen. Dieser ist neben Maggie Smith, Bill Nighy, Judi Dench auch mit Richard Gere und David Strathairn. Dieser Trailer verrät, dass der Film Bollywood-mäßig ist und damit kann ich ihn unter keinen Umständen gucken.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Paddington“
Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer)
Kommentar: Dieser Trailer ist nicht so gut, der Film hat mir aber gefallen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits gesehen

Trailer v. Film: „Woman in Gold“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Drama mit Helen Mirren, Ryan Reynolds, Daniel Brühl u.a.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht