Denver – Film: „The Mule“

Ich war am 29.12.18 in Denver und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Mule“  (dt. Kinostart: 31.01.19) 116 min  crime, drama, adaptation 

dir. Clint Eastwood  cast: Clint Eastwood, Bradley Cooper, Laurence Fishburne, Michael Pena, Dianne Wiest, Andy Garcia, Alison Eastwood, Taissa Farmiga 

 

Peoria, Illinois, 2017. Earl Stone (Clint Eastwood) hat sein ganzes Leben viel gearbeitet und seine Familie darüber vernachlässigt. Mittlerweile ist er lange geschieden und seine einzige Tochter (Alison Eastwood) redet nicht mehr mit ihm. Jetzt muss er sein Geschäft schließen und sein Haus wird zwangsversteigert. Von einem Freund seiner Enkeltochter Ginny (Taissa Farmiga) bekommt er die Empfehlung, sein Geld als Kurierfahrer zu verdienen. Ehe Earl sich versieht, arbeitet er als Drogenkurier für ein mexikanisches Drogenkartell…

 

C- (Wertung von A bis F) „The Mule“ basiert auf Sam Dolnicks The New York Times Artikel „The Sinaloa Cartel’s 90-Year-Old Drug Mule“. Der Film basiert auf einer wahren Geschichte die von dem Zweite-Weltkriegs-Veteran und Pflanzenzüchter Leo Sharp erzählt, der im hohen Alter  beginnt, für ein mexikanisches Kartell Drogen zu schmuggeln. Es ist der neue Film des amerikanischen Schauspielers („Dirty Harry“, „In the Line of Fire“) und Filmemachers („Unvorgiven“, „Mystic River“, „Million Dollar Baby“, Changeling, Gran Torino, American Sniper, Sully) Clint Eastwood. Clint hat diesen Film auch produziert und spielt die Hauptrolle. 

Der Film ist anfangs ganz unterhaltsam, irgendwann wiederholen sich aber die Szenen, was sehr einschläfernd ist. Erschwerend kommt dazu, dass ich die Geschehnisse, wie sie hier gezeigt werden, unglaubwürdig fand.

Der Film soll auf wahren Begebenheiten basieren. Grundsätzlich ist es auch eine sehr smarte Idee, einen so alten Mann als Drogenkurier einzusetzen. Nicht so smart ist es, seine Fahrten mit einem so auffälligen Auto erledigen zu lassen. Hätte man ihm nicht beispielsweise jedes Mal ein anderes Auto zur Verfügung stellen können oder wenigstens ein etwas unauffälliges? Earl ist zu Anfang in Geldnöten, da kann man sich noch irgendwie erklären, warum er sich Geld durch die Schmuggelfahrten verdienen will. Nach der soundsovielten Fahrt fehlen mir jedoch die Beweggründe, warum Earl weiter sein Leben aufs Spiel setzt. Den Zuschauer an Earls Gedankenwelt teilhaben zu lassen, das wäre der interessante Aspekt der Geschichte gewesen. Hier beobachtet man ihn aber nur dabei, wie er Ware einlädt, viele Kilometer mit brisanter Fracht hinter sich bringt und ausliefert, das macht wirklich keinen guten Film aus. Richtig absurd wird der Film, wenn Earl für geraume Zeit scheinbar spurlos von der Bildfläche verschwindet. Würde das mexikanische Drogenkartell ihren Kurier mit einer, für sie extrem kostbaren Fracht auf den Weg schicken, ohne dass sie ihn jederzeit orten können? Das ist doch völlig unrealistisch. Auch muss sich Earl in den letzten Jahrzehnten in einer Höhle versteckt gehalten haben, wenn es ihn überrascht, dass man „Negro“ heutzutage nicht mehr sagt. 

Clint ist mittlerweile 88 Jahre alt. Er hatte bereits bekannt gegeben, sich von der Schauspielerei zurückzuziehen. Das ist eine gute Entscheidung, hier wirkt er auch sehr müde. Clint Eastwoods tatsächliche Tochter Alison spielt in diesem Film seine Tochter.  

Clint Eastwood hat als Regisseur zwei Oscars (für „Unvorgiven“ und „Million Dollar Baby“) gewonnen. Diese beiden Filme wurden auch mit dem Academy Award als Bester Film ausgezeichnet. Als Schauspieler wurde er für seine Performance in den beiden Filmen als Bester Hauptdarsteller nominiert. 

Vice und „The Mule“ waren in der Oscar-Saison 2018/2019 die letzten beiden Filme, die der amerikanischen Presse gezeigt. wurden.

Mit Clint Eastwood und den Oscars ist es immer so eine Sache, man sollte ihn nie unterschätzen. Man hat ihn mit seinem Film nur maximal vage auf dem Schirm und dann lässt er seinen Film im Dezember, also quasi in letzter Minute, zeigen und kassiert dafür einige Oscar-Nominierungen. So zuletzt geschehen mit American Sniper. „The Mule“ ist nun aber selbst für die alten, weißen Männer bei A.M.P.A.S. nicht gut genug. Der Form halber sei aber erwähnt, dass der Film für einige Oscar-Nominierungen, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller im Gespräch ist. 

„The Mule“ ist am 14.12.18 in 2,588 amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er landesweit sogar in 3,329 Kinos. In Deutschland ist der Film ab dem 31.01.19 im Kino zu sehen. 

Trailer zu sehen:

 

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Upside„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Remake dieses französischen Films („Ziemlich beste Freunde“), hier mit Bryan Cranston, Kevin Hart und Nicole Kidman

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Cold Pursuit„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Actionthriller mit Liam Neeson und Laura Dern

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bei Liam Neeson bin ich eigentlich immer dabei


Trailer v. Film: „Rocketman„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Biopic über Elton John mit Taron Egerton in der Hauptrolle

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „They Shall Not Grow Old„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Peter Jacksons neuer Film, Doku über den Ersten Weltkrieg

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Godzilla: King of the Monsters„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Boah. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

 

Boston – Film: "American Sniper"

Ich war am 17.01.15 in Boston und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„American Sniper“ (dt. Filmtitel: „Der Scharfschütze“, dt. Kinostart: 26.02.15) 132 min drama, biopic, adaptation
dir. Clint Eastwood cast: Bradley Cooper, Sienna Miller, Max Charles, Luke Grimes, Kyle Gallner

Der Texaner Chris Kyle (Bradley Cooper) tritt im Jahr 1999 den Navy SEALs bei und lässt sich als Scharfschützer ausbilden. Er heiratet Taya (Sienna Miller) und wird nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 zu seinem ersten Einsatz in den Irak geschickt. Seine Aufgabe als Scharfschütze ist vordergründig, seine Kameraden vor Selbstmordattentätern oder anderen Anschlägen zu schützen. Mit seiner Treffsicherheit wird er schon bald zu einer Legende.

B- (Wertung von A bis F) „American Sniper“ basiert auf Chris Kyles Memoiren „American Sniper: The Autobiography of the Most Lethal Sniper in U.S. Military History“.

Ein Spielfilm ist ein Spielfilm, auch wenn es sich um ein sogenanntes Biopic handelt, ist es immer noch ein Spielfilm. Ein Spielfilm ist keine Dokumentation und auch keine Schulungsgrundlage. Filmemacher müssen – in meinen Augen – in Biopics ein Leben nicht 1:1 wiedergeben, sie dürfen auch, um den Zuschauern eine spannende Geschichte zu erzählen, dramatisieren. Was sie aber nicht tun sollten, ist entscheidend die Tatsachen verdrehen oder die Charaktere so zu verändern, dass die porträtierte Persönlichkeit zu einer anderen wird, als sie ist/ bzw. war.

Dem Film „American Sniper“ habe ich entnommen, dass Chris Kyle ein (später) zwar traumatisierter, aber makelloser Held war. Die Geschichte im wahren Leben stellt sich aber etwas anders dar.

Ich fand es nicht leicht, „American Sniper“ zu bewerten. Insbesondere, da ich nur eine Woche zuvor Selma gesehen habe. Der Film, der in der diesjährigen Oscar-Saison wegen einer Kleinigkeit, die weder die Geschichte noch die Persönlichkeiten entscheidend anders gezeigt hat, in der Luft zerrissen wurde. Der Film, der in der diesjährigen Oscar-Saison wesentlich kritischer betrachtet werden sollte ist: „American Sniper“.

Clint Eastwood erzählt seine Version von Chris Kyles Leben und das ist eine amerikanische Kriegshelden-Geschichte. Nun sieht ein friedfertiger Europäer den Film sicherlich generell anders als ein kriegsbereiter und schießwütiger Macho-Amerikaner. Wenn man die U.S.A. nicht für the greatest country on earth hält, könnte man Probleme mit dem Film haben. Wer sich noch an das ganze absurde Trara erinnert, das die damalige Bush-Regierung veranstaltet hat, um ihre Bevölkerung und auch ihrer Verbündeten von der Notwendigkeit eines Irak-Krieges zu überzeugen, der könnte Probleme mit dem Film haben. Wenn man „American Sniper“ sieht, könnte man fast meinen, dass die Amerikaner diesen Krieg immer noch für gerechtfertigt halten.

Fehlereingeständnisse sind nicht so Clint Eastwoods Ding. Von dem konservativen Filmemacher bekommt man eine sehr einseitige Geschichte zu sehen. Es gibt nur schwarz und weiß – die Iraker sind die Bösen, die Amerikaner sind die Guten. In „American Sniper“ geht es darum, einen amerikanischen Helden zu feiern. Einer, der sich eingesetzt hat für sein Land und seine Kameraden. Chris Kyle war ein Elite-Soldat und Scharfschütze, der zur Legende wurde weil er mehr als 160 Iraker getötet hat.

So, jetzt habe ich aber „American Sniper“ mit einem B- bewertet. Ich habe die Politik und die Authentizität der Figur beiseite gelassen und dann ist der Film recht spannend und gut fotografiert. Die Szenen im Irak fand ich sehr atmosphärisch, auch wenn mich die dort geführten Telefonate manchmal beinahe aus dem Film warfen.

Bradley Cooper hat für diese Rolle ordentlich an Gewicht zugelegt. Sein Schönling-Image ist abgelegt und dadurch wirkt er irgendwie männlicher. Seine Performance ist sehr überzeugend und seine Oscar-Nominierung kann man vertreten. Bradley Cooper wurde für Silver Linings Playbook und für American Hustle für den Oscar nominiert. Gerade wurde er für „American Sniper“ mit seiner dritten Oscar-Nominierung in Folge bedacht. Drei Oscar-Nominierungen hintereinander sind sehr selten und ein Beweis dafür, dass die Academy-Mitglieder ihn mögen. Ich habe mir Gedanken darüber gemacht. Derzeit sieht es so aus, als ob sich der Oscar-Gewinner in der Kategorie Bester Hauptdarsteller zwischen Eddie Redmayne (The Theory of Everything) und Michael Keaton (Birdman) entscheidet. Was wäre, wenn sich die Academy-Mitglieder nun nicht zwischen diesen Beiden entscheiden können und die Wahl auf Bradley Cooper fällt? Wenn man bedenkt, dass „American Sniper“ der mit großem Abstand erfolgreichste Film der diesjährigen Oscar-Filme ist, ist Bradley Cooper als Oscar-Gewinner nicht abwegig.

Ich habe den Film in einer komplett ausverkauften Vorstellung in einem riesigen Kinosaal gesehen. Als ich rauskam, standen bereits die Nächsten Schlange, um reingelassen zu werden. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das das letzte Mal so erlebt habe.

Clint Eastwood ist mittlerweile 84 Jahr alt, er hat seine Karriere in der Branche als Schauspieler begonnen und arbeitet seit den 1970er Jahren auch als Regisseur. Wenn er als Regisseur einen Film dreht, ist er bekannt dafür, die Produktionskosten gering zu halten. Er braucht keine langen Drehzeiten. Szenen lässt er selten wiederholen, meistens nimmt er sie schon nach dem ersten oder zweiten Take ab. Clint Eastwood ist aber auch ein sehr politischer Mensch. Er ist Republikaner. In den 1980er Jahren war er Bürgermeister der kalifornischen Stadt Carmel. Während des Republikaner-Kongresses vor der letzten Präsidentschaftswahl hat er auf der Bühne mit einem leeren Stuhl geredet (und so getan als ob Barack Obama darauf sass) – unvergessen.

„American Sniper“ wurde erstmalig auf dem AFI Fest 2014 gezeigt.

Bislang war Steven Spielbergs Film „Saving Private Ryan“ der erfolgreichste Kriegsfilm in den U.S.A. Der Film hat allein in den U.S.A. 216 Millionen Dollar eingespielt. „American Sniper“ wurde am 25.12.14 in ganzen vier Kinos in den U.S.A. gestartet. Am 17.1.15 hatte der Film seinen wide release auf insgesamt 3555 Leinwänden. Der Film hat an der Kinokasse sämtliche Rekorde gebrochen. Bis zum 29.01.15 hat der Film allein in seinem Heimatland 217 Millionen Dollar an der Kinokasse eingespielt. Jetzt ist „American Sniper“ der erfolgreichste Kriegsfilm in den U.S.A.

„American Sniper“ wurde kürzlich für sechs Academy Awards nominiert. Eine Oscar-Nominierung gab es für folgende Kategorien: Bester Film, Bester Hauptdarsteller (Bradley Cooper), Bester Schnitt, Bester Ton, Bester Tonschnitt und Bestes adaptiertes Drehbuch. Update: Bei der 87. Oscar-Verleihung am 22.2.15 hat „American Sniper“ einen Oscar (Bester Ton) gewonnen.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Gunman“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Zwei meiner Lieblingsschauspieler (Sean Penn und Javier Bardem) in einem Actionthriller – na logisch gucke ich den.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Terminator Genisys“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: noch einer? Was die Welt so alles nicht braucht.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Furious 7“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Der siebentausendste Teil der Reihe
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Chappie“
Bewertung des Trailers: B- (neuer Trailer)
Kommentar: Neil Blomkamps neuer Film sieht aus wie ein Sci-Fi-Film für Teenager. Erschwerend dazu kommt, dass Dev Patel und Hugh Jackman mitspielen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „Mad Max: Fury Road“
Bewertung des Trailers: A
Kommentar: Ich gebe zu, dass ich nicht einen Teil dieser Reihe gesehen habe. Diesen muss ich sehen, nicht nur wegen Tom Hardy, der Trailer sieht wirklich krassgut aus – vor allen Dingen auf so einer riesigen Leinwand.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „In the Heart of the Sea“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Ron Howards neuer Film – da sehe ich derzeit noch keinen Grund, den Film zu sehen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Kingsman: The Secret Service“
Bewertung des Trailers: A- (neuer Redband-Trailer)
Kommentar: Matthew Vaughns neuer Film, Comicbuch-Verfilmung mit Colin Firth, Michael Caine und Samuel L. Jackson
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Chicago – Film: "Hereafter"

Ich war am 10.11.10 in Chicago und habe mir im Kino angeschaut:

„Hereafter“ (dt. Kinostart: 27.01.10) 129 min drama, science fiction, fantasy
dir. Clint Eastwood cast: Matt Damon, Cecile de France, Jay Mohr, Bryce Dallas Howard, Frankie McLaren, George McLaren, Lyndsey Marshal, Thierry Neuvic

Drei Personen in drei unterschiedlichen Ländern werden mit dem Tod konfrontiert. Die französische Nachrichtensprecherin Marie (Cecile de France) überlebt den Tsunami in Indonesien. Durch diese Nahtod-Erfahrung ist sie traumatisiert und beschäftigt sich mit dem Leben nach dem Tod. Der Londoner Schüler Marcus (Frankie McLaren) hat seinen geliebten Zwillingsbruders Jason (George McLaren) verloren. Er will es nicht wahrhaben und versucht irgendwie mit seinem verstorbenen Bruder Kontakt aufzunehmen. In San Francisco hat George (Matt Damon) seit der Kindheit seherische Fähigkeiten und kann Kontakt mit den Toten aufnehmen. Vor einiger Zeit hat er aufgegeben, als professionelles Medium zu arbeiten. Er sieht seine Begabung als Fluch.

C (Wertung von A bis F) Gerade als Regisseur hat Clint Eastwood in den letzten Jahren mit z. B. „Midnight in the Garden of Good and Evil“, „Mystic River“, Gran Torino und Changeling unglaublich gute Filme präsentiert. Daher würde ich einem Eastwood-Film grundsätzlich eine Chance geben, auch wenn mich das Thema, wie bei „Hereafter“, überhaupt nicht anspricht. Letztlich ist auch hier kein schlechter Film dabei herausgekommen, die Tsunami-Szene zu Beginn ist spektakulär und einige, wenige Szenen haben mich auch berührt, nur im Gesamten ist es für mich kein stimmiger Film geworden. Bei zwei der drei Episoden hat es bei mir geschlagene 1 1/2 Stunden gedauert, bis ich hundertprozentig in die Geschichte eintauchen konnte. Dann habe jedoch die beiden Geschichten (London und Paris) nicht mehr losgelassen und ich konnte es kaum erwarten, dass und wie es weitergeht. Die San Francisco-Geschichte hat mich komplett kalt gelassen und eigentlich hätte man sie sich auch sparen können. Klar, dann hätte es nicht so ein unendlich blödes und unrealistisches Ende gegeben. Mit „Babel“, „21 Grams“ und „Crash“ sind den jeweiligen Filmemachern sensationelle Episodenfilme gelungen. Clint Eastwood halte ich für einen begnadeten Geschichtenerzähler, hier ist ihm meiner Meinung nach mal ein nicht so guter Film gelungen. Man muss dem genialen Drehbuchautor Peter Morgan, der die Vorlage für herausragende Filme wie „The Last King of Scotland“, „The Queen“ und Frost/Nixon lieferte, hier aber auch eine gewisse Mitschuld geben.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer (mir ist ein Fehler unterlaufen, ich habe diese Trailer mit denen, die vor Fair Game geschaltet wurden, verwechselt. Diese Trailer wurden also vor „Fair Game“ gezeigt und andersherum):

Trailer v. Film: „Inside Job“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Analyse/Dokumentation über die Weltfinanzkrise 2008
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Company Men“
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Tragikomödie mit Ben Affleck (ich verstehe nicht, warum der besetzt wird), jedenfalls auch mit Tommy Lee Jones, Chris Cooper und Maria Bello
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 80% (wenn meine Tagesform es zulässt, dass ich Ben Affleck ertrage)

Trailer v. Film: „Somewhere“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Sophia Coppolas neuer Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Tourist“
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Florian Henckel von Donnersmarcks zweiter Film mit Angelina Jolie und Johnny Depp. Mein erster Eindruck ist, dass zwischen den Beiden keine Chemie vorhanden ist. Null.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Sanctum“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: 3D-Action-Thriller, Produktion von James Cameron
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 20%

Philadelphia – "Gran Torino"

Ich war am 30.12.08 in Philly und habe mir im Kino angeschaut:

„Gran Torino“ (dt. Kinostart: 05.03.09) 116 min comedy, drama
dir. Clint Eastwood cast: Clint Eastwood, Bee Vang, Ahney Her, Cory Hardrict, Brian Haley

Walt Kowalski (Clint Eastwood) ist ein verbitterter Koreakriegsveteran, der gerade seine Frau zu Grabe getragen hat und sowohl von seiner Familie, als auch von der Gesellschaft enttäuscht ist. Dann ziehen auch noch immer mehr Asiaten in seine Nachbarschaft, von deren exotischen Traditionen und Eigenarten er überfordert und angewidert er ist. Als er eines Abends den Nachbarsjungen Thao (Bee Vang) mit Waffengewalt vor einer kriminellen Bande beschützt, wird er zum Helden der asiatischen Gemeinde. Keiner ahnt zu dem Zeitpunkt, was er damit auslöste und wie ausssichtslos die Situation ist…

A (Wertung von A bis F) Inmitten der Oscar-Saison, die beinahe ausschliesslich mit wunderbaren Filmen besetzt ist, ist „Gran Torino“ für mich die grösste Überraschung. Von allen sogenannten „Oscar-Kandidaten“, wollte ich den Film nur schauen, wenn er irgendwie zeitlich reinpasste. So sehr ich Clint Eastwoods Regiearbeit („Midnight in the Garden of Good and Evil“, „Mystic River“, Changeling) schätze, so wenig – denke ich zumindest immer – mag ich ihn als Schauspieler („Dirty Harry“, „In the Line of Fire“, „Absolute Power“). Wenn ich aber ehrlich bin, mochte ich ihn dann immer, wenn ich einen Film mit ihm sah. Hier hat er sich mit seiner Mimik, seiner knarzigen Stimme, seinem Geknurre und seinen wilden Flucherreien und Beleidigungen unmittelbar in mein Herz gespielt. Seine Filmfigur könnte man als eine Mischung aus Jack Nicholson in „About Schmidt“ und Hugh Laurie aus der Serie „House“ beschreiben, nur viel radikaler. Es ist unglaublich unterhaltsam und manchmal brüllend komisch ihm zuzuschauen. Ich würde allerdings dringend empfehlen, den Film im Original zu sehen. Vieles ist einfach unübersetzbar. Der Film „Gran Torino“ ist vielschichtiger, als man es zunächst (auch vom Trailer) vermutet und mit dem Thema „Multikulturelle Gesellschaft“ brandaktuell. Als Überraschungskandidat landet der Film festgesetzt in meiner TOP TEN für 2008.

Trailer zu sehen:

San Francisco – "Changeling"

Ich war am 14.11.08 in San Francisco und habe mir im Kino angeschaut:

„Changeling“ (dt. Titel „Der fremde Sohn“, dt. Kinostart 22.01.09) 141 min drama, crime, biopic
dir. Clint Eastwood cast: Angelina Jolie, Amy Ryan, John Malkovich, Jeffrey Donovan, Jason Butler Harner, Gattlin Griffith, Geoffrey Pierson

Los Angeles, 1928. Christine Collins (Angelina Jolie) ist alleinerziehende Mutter. Als sie eines Tages von der Arbeit nach Hause kommt, ist ihr neunjähriger Sohn Walter (Gattlin Griffith) verschwunden. Trotz polizeilicher Ermittlungen bleibt die Suche ergebnislos. Nach fünf Monaten bekommt sie von der Polizei mitgeteilt, dass Walter in einem anderen Bundesstaat wieder aufgetaucht ist. Als sie im Beisein der Polizei und der Presse ihren Walter endlich wieder gegenübersteht, behauptet Christine Collins, dass dies nicht ihr Sohn ist. Während sie für ihre Aussage noch nach Beweisen sucht, veranlasst der Captain der Polizei von Los Angeles (Jeffrey Donovan), sie in die Nervenheilanstalt einzuweisen. Derweil tauchen zwanzig Kinderleichen auf, die scheinbar Opfer eines Serienmörders wurden…

A- (Wertung von A bis F) Der Film „Changeling“ basiert auf einer wahren Geschichte. Dem Regisseur Clint Eastwood („Unforgiven“, „Mystic River“, „Million Dollar Baby“) ist es einmal mehr gelungen, einen bewegenden Film zu realisieren. Mich hat „Changeling“ insbesondere von der Regie, dem Szenenbild und der Kameraführung beeindruckt. Wenn ich es vor einigen Jahren nicht schon bedauert hätte, dass der Kameramann Conrad L. Hall („American Beauty“, „Road to Perdition“) verstorben ist, hätte ich hier bei sehr vielen Szenen dieser meist dunklen, klaren und wunderschönen Bildsprache gedacht, er hätte einem diese Bilder beschert. Ganz zu Beginn des Films hatte ich Probleme, Angelina Jolie in dieser Rolle zu akzeptieren und empfand sie als „verkleidet“, aber durch die zahlreichen Nahaufnahmen vergisst man den BRANGELINA HYPE und sie kann erneut beweisen, was sie für eine ernstzunehmende, grossartige Schauspielerin ist. Angelina Jolie ist schon ein Phänomen. Auf der einen Seite dieser permanent adoptierende oder gebärende, attraktive Superstar mit Superstar-Boyfriend und deren ganzer Wohltätigkeitsarbeit, dann Jolies Rollen als sexy Actionheldin (als „Lara Croft“ und in Wanted) und schliesslich ihre anspruchsvollen und starken Rollen wie z.B. in „Gia“, „Girl, Interrupted“ und A Mighty Heart. Alles beherrscht sie scheinbar perfekt und ist durch diese Vielseitigkeit wohl nicht ersetzbar. Es haben aber tatsächlich auch andere Schauspieler in „Changeling“ mitgespielt. Dabei haben mich vor allen Dingen Jason Butler Harner, der den Serienmörder und Jeffrey Donovan, der den Captain der L.A.P.D. spielt, in den Bann gezogen. Der Film war mir minimal zu lang, aber alles in allem wären für mich Oscarnominierungen in den Kategorien Regie, Szenenbild und Kamera als auch für die Schauspieler Jason Butler Harner, Jeffrey Donovan und Angelina Jolie gerechtfertigt.

Trailer zu sehen: