TV – Serie: „Years and Years“

Ich habe mir folgenden BBC One-Mehrteilers angeschaut:

 

„Years and Years“ (in D. über Apple TV+ und den Pay-TV-Sender Starzplay über Amazon Prime zu sehen)   6 x approx. 60 min  drama, sci-fi

dir. Simon Cellan Jones, Lisa Mulcahy  cast: Rory Kinnear, T´Nia Miller, Anne Reid, Ruth Madeley, Russell Tovey, Jessica Hynes, Emma Thompson, Lydia West, Maxim Baldry, Jade Alleyne, Sharon Duncan-Brewster

 

Manchester, England. Vom Jahr 2019 an begleiten wir die britische Mittelstandsfamilie Lyons 15 Jahre lang. Die Groß- und Urgroßmutter Muriel (Anne Reid) und ihre vier Enkel Stephen (Rory Kinnear) mit seiner Frau Celeste (T´Nia Miller) und ihren beiden Töchter, Daniel (Russell Torvey) und sein Lebenspartner, die alleinerziehende und im Rollstuhl sitzende Rosie (Ruth Madeley) und schließlich die politische Aktivistin Edith (Jessica Hynes). In diesen fünfzehn Jahren macht die Technologie rasante, gesellschaftsverändernde Fortschritte und es kommt zu einer Verkettung von Entwicklungen – ein Part davon ist eine Entscheidung, des für eine zweite Amtszeit bestätigten US-Präsidenten Donald Trump. Alles hat nicht nur Auswirkungen auf die Familie Lyons, sondern auf die britische Gesellschaft und den Rest der Welt. Und nebenbei strebt in Post-Brexit-Großbritannien die Populistin Vivienne Rook (Emma Thompson) nach politischer Macht…. 

 

A- (Wertung von A bis F) Serienschöpfers des britischen Mehrteilers „Years and Years“ ist der englische Autor und Produzent Russell T Davies („Queer as Folk“, „Doctor Who“, „A Very English Scandal“). Bei den ersten vier Episoden hat der britische Filmemacher Simon Cellan Jones („Some Voices“, TV-Serien: „Treme“, „Boardwalk Empire“, „Jessica Jones“, „Ballers“) Regie geführt, bei den letzten beiden Episoden die irische Filmemacherin Lisa Mulcahy (TV-Serien: „The Clinic“, „Red Rock“, „The Moonstone“).

„Years and Years“ ist eines der am besten geschriebenen und gespielten Charakter- und Familiendramen, die ich je gesehen habe. Hinzu kommt – und das macht diese Miniserie so besonders – dass hier eine, nicht sehr ferne (dystopische) Zukunft gezeichnet wird, die man sich leicht vorstellen kann und dadurch unglaublich beängstigend ist.

Mit meiner Inhaltsangabe habe ich mich möglichst kurz gehalten, dieser Mehrteiler wirkt am besten, wenn man so wenig wie möglich darüber weiß. Daher meine dringende Empfehlung: einfach die erste Episode – rund 60 Minuten – bis zum Ende schauen, mich hat die Serie dann so gepackt, dass ich unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht.

„Years and Years“ spielt in Manchester, im Post-Brexit-Großbritannien von 2019-2034. Die eigentliche Geschichte beginnt aber erst richtig im Jahr 2024. 

In letzter Zeit habe ich mich ab und an mal darüber beschwert, dass in Hollywood-Filmen heutzutage alles so übertrieben politisch korrekt sein muss. Manchmal kam es mir schon so vor, dass man nur für die Außenwirkung oder den asiatischen Markt, die eine oder andere Rolle in einem Blockbuster vergab. Hier – und das liegt nicht allein daran, dass es ein britisches TV-Projekt ist, vielmehr ist es die Schreibe, passt es. Nichts fühlt sich aufgesetzt oder „der Quote wegen“ an. Es wird nicht thematisiert, warum Stephen eine schwarze Frau geheiratet hat, warum Rosie im Rollstuhl sitzt und ihr Sohn asiatische Wurzeln hat oder, dass Daniel schwul ist. Es ist einfach so.  In der Familie Lyons gibt auch noch Trans (-human, -gender) und ein Migrant spielt auch eine nicht unerhebliche Rolle. Das hört sich vielleicht jetzt für den einen oder anderen anstrengend an, ist es aber nicht. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet, alle glaubhaft und greifbar und auch hilft ihr typisch englischer Humor das Ganze etwas aufzulockern. Jeder der vier Geschwister (Stephen, Edith, Daniel und Rosie) hat einen eigenen, starken Handlungsstrang. 

Meine Lieblingsepisode: Episode 4, trotz der ganzen Tragik

Meine Lieblingsszene: Grans „This is the world we built“-Rede in Episode 6

Meine Lieblingscharakter: rückblickend ist es wahrscheinlich Gran, ich liebe ihre Bissigkeit, ihre Weisheit und dass sie an richtiger Stelle Herz zeigt. Beschäftigt hat mich allerdings die Frage, wie alt Gran eigentlich ist. Optisch ist natürlich Viktor Goyara (gespielt von Maxim Baldry) ein Hingucker. 

 

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

Stephen Lyons ist der älteste der Lyons Geschwister. Er arbeitet als Finanzberater und lebt mit seiner dunkelhäutigen Frau Celeste (gespielt von T´Nia Miller) und den beiden gemeinsamen Töchtern in London. Gespielt wird Stephen von dem englischen Schauspieler Rory Kinnear. Seine bekannteste Rolle ist die des „Bill Tanner“ in den letzten vier James Bond-Filmen. Auch hat er u.a. in The Imitation Game und einigen TV-Serien (u.a. „Penny Dreadful“) mitgespielt. 

Daniel Lyons ist der Bruder von Stephen (gespielt von Rory Kinnear), Edith (gespielt von Jessica Hynes) und Rosie (gespielt von Ruth Madeley). Er ist in der Verwaltung beim Wohnungsamt tätig. Gerade kümmert er sich um Unterkünfte für Asylsuchende. Er lebt offen schwul und hat einen Lebensgefährten. Gespielt wird Daniel von dem englischen Schauspieler Russell Torwey. Er hat in zahlreichen TV-Serien (u.a. in „Doctor Who Confidential“, „Looking“, The Night Manager, „Quantico“) mitgespielt und war auch in dem einen oder anderen Spielfilm (Pride, „The Good Liar“) zu sehen. 

Rosie Lyons ist die jüngste der Lyons Geschwister. Sie arbeitet in einer Schulkantine, ist alleinerziehend und hat zwei kleinere Kinder. Durch eine Fehlbildung der Wirbelsäule (Spina bifida) ist sie so körperlich beeinträchtigt, dass sie im Rollstuhl sitzt. Gespielt wird Rosie von der englischen Schauspielerin Ruth Madeley. Sie ist selbst mit dieser Fehlbildung der Wirbelsäule geboren. Sie hat schon in einigen Theater- und TV-Projekten (u.a. „Outnumbered“, „Cold Feet“) mitgewirkt. 

Edith Lyons ist die zweitälteste der Lyons Geschwister. Sie ist politische Aktivistin und war viel im Ausland. Gespielt wird Edith von der englischen Schauspielerin Jessica Hynes (bis zum Jahr 2007 unter dem Namen Jessica Stevenson). Sie hat in zahlreichen TV-Projekten (u.a. „The Royle Family“, „Spaced“, „Doctor Who“) und einigen Kinofilmen (u.a. „Shaun of the Dead“, „Bridget Jones: The Edge of Reason“, „Paddington 2“) mitgespielt. Sie hat eine Tony-Nominierung für ihre Performance in „The Norman Conquests“

Celeste arbeitet als Buchhalterin und ist mit dem ältesten der Lyons Geschwister, Stephen (gespielt von Rory Kinnear), verheiratet. Sie haben zwei Töchter. Gespielt wird Celeste von der dunkelhäutigen, englischen Schauspielerin T´Nia Miller. Sie hat in einigen TV-Projekten (u.a. „Witless“, „Marcella“, „Free Rein“) mitgespielt. 

Muriel „Gran“ ist die Matriarchin der Lyons Familie. Sie ist die Großmutter der vier Lyons Geschwister. Da die Lyons-Geschwister vermutlich zwischen Mitte 30 und Mitte 40 sind, stellt sich zwangsläufig die Frage, wie alt ihre Oma ist. Gespielt wird Gran von der englischen Theater-, TV- und Filmschauspielerin Anne Reid. Bekannt wurde sie durch ihre Rolle in der beliebten englischen Soap Opera „Coronation Street“. Sie hat auch in vielen Spielfilmen (u.a. „The Mother“, „Hot Fuzz“, „The Aeronauts“) mitgespielt. 

Vivienne „Viv“ Rook ist eine sehr wohlhabende Geschäftsfrau, die eine politische Karriere startet. Die charismatische Populistin gründet ihre eigene Partei und spaltet natürlich die britische Bevölkerung. Selbst in der Familie Lyons hat Viv Rook mindestens einen Befürworter. Gespielt wird Viv Rook von der brillanten englischen Schauspielerin und Drehbuchautorin Emma Thompson. Sie hat anfangs öfter mit ihrem damaligen Ehemann, dem Schauspieler und Regisseur Kenneth Branagh („Henry V“, „Peter´s Friends“, „Much Ado About Nothing“), zusammengearbeitet und in unzähligen Filmen (unvergessen in „The Remains of the Day“ und „Love Actually“, „Nanny McPhee“ und dem TV-Mehrteiler Angels in America, erst kürzlich wieder in Late Night) mitgespielt. Emma Thompson wurde 5 x für den Oscar nominiert (als Schauspielerin bzw. Drehbuchautorin der Filme „Howards End“, „The Remains of the Day“, „In the Name of the Father“ und „Sense and Sensibility“), Gewonnen hat sie zwei Oscars, ein Mal als Schauspielerin für ihre Performance in „Howards End“ und ein weiteres Mal als Autorin für das beste adaptierte Drehbuch von „Sense and Sensibility“. Außerdem war sie 7 x für den Emmy nominiert hat einen Emmy-Award für ihren Gastauftritt in der TV-Serie „Ellen“ gewonnen. Mit ihrem zweiten Ehemann, dem englischen Schauspieler und Produzenten Greg Wise hat sie zwei Kinder. 

„Years and Years“ wurde erstmalig vom 14.05.19 – 18.06.19 auf BBC One ausgestrahlt. Auf dem amerikanischen Bezahlsender HBO ist die Miniserie seit dem 24.06.19 zu sehen. In Deutschland kann man diesen Mehrteiler über Apple TV+ und bei dem Pay-TV-Sender Starzplay über Amazon Prime schauen. 

Trailer zu sehen:

L. A. – Film: „Late Night“

Ich war am 14.06.19 in Los Angeles und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Late Night“ (dt. Kinostart: 29.08.19)  102 min   comedy

dir. Nisha Ganatra  cast: Emma Thompson, Mindy Kaling, Hugh Dancy, John Lithgow, Denis O´Hare, Amy Ryan, Paul Walter Hauser, Reid Scott, Max Casella

 

Die 56-jährige Britin Katherine Newbury (Emma Thompson) hat seit 28 Jahren ihre eigene amerikanische Late-Night-Talkshow. Sie ist die einzige Moderatorin einer Late-Night-Show. Nun sinken die Quoten, ihr wird vorgeworfen, Frauen zu hassen und auch will die Chefin des Senders (Amy Ryan) ihren Vertrag nicht verlängern. Katherine kommt auf die Idee, eine Frau in ihr, sonst nur aus weißen Männern bestehendes Autorenteam aufzunehmen. Die indisch-amerikanische Quer-Einsteigerin Molly (Mindy Kailing) bekommt die Chance, sich bei der gefürchteten Talkshow-Moderatorin zu beweisen…

 

B+ (Wertung von A bis F) „Late Night“ ist der neue Film der kanadischen Schauspielerin, Drehbuchautorin und Regisseurin  (TV-Serie „Transparent“, TV-Serie „Mr. Robot“) Nisha Ganatra. Das Drehbuch stammt von der amerikanischen Schauspielerin (TV-Serie „The Mindy Project“, The Night Before), Synchronsprecherin (Wreck-It-Ralph, Inside Out), Autorin und Filmemacherin (TV-Serie „The Office“) Mindy Kaling. Sie spielt neben Emma Thompson auch die Hauptrolle in „Late Night“. 

„Late Night“ hat einen herrlichen Dialogwitz, eine gute Situationskomik und vor allen Dingen: Emma Thompson. 

Wenn man Emma Thompsons Performance und ihren Charakter sieht, fällt einen zwangsläufig irgendwann Meryl Streep und ihre Miranda Priestly in „The Devil Wears Prada“ ein. Emma Thompson wird für die Laufzeit des Films zu Katherine Newbury, für mich ist das eine Oscar-Performance. Es überrascht nicht, dass Mindy Kaling ihr die Rolle auf den Leib geschrieben. Es ist eine dieser Rollen, bei der man sich auch keine andere Schauspielerin vorstellen kann. Letztlich wird durch sie der Film auch erst richtig sehenswert. Exzellent aber wieder auch John Lithgow, der den an Parkinson erkrankten, liebenswerten Gatten von Katherine Newbury spielt. An der restlichen Besetzung gibt es  auch nichts rumzumäkeln.

„Late Night“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2019 gezeigt. Am 7.6.19 ist der Film in vier amerikanischen Kinos gestartet. Eine Woche später lief der Film dann landesweit in 2,220 Kinos. In Deutschland soll die Komödie am 29.08.19 ins Kino kommen.

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Anna „

Bewertung des Trailers: B+ 

Kommentar: Luc Bessons neuer Film  

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Gemini Man„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Sci-Fi-Actionthriller mit Will Smith. Neuer Film von Ang Lee, leider schon länger keinen richtig guten Film präsentiert hat.

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: wahrscheinlich schon 


Trailer v. Film: „The Art of Racing in the Rain„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Romanverfilmung und neuer Film von Simon Curtis.

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht


Trailer v. Film: „Yesterday„

Bewertung des Trailers: B+ 

Kommentar: Der neue Danny Boyle Film

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Once Upon a Time in Hollywood„

Bewertung des Trailers: B (Redband Trailer) 

Kommentar: Quentin Tarantinos neunter Film 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Downton Abbey „

Bewertung des Trailers: B- (erster richtiger Trailer) 

Kommentar: Ich habe die Serie nie gesehen, jetzt also der Film dazu. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „The Goldfinch„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Romanverfilmung mit Nicole Kidman, Ansel Elgort, Sarah Pauslon u.a.

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Brittany Runs a Marathon„

Bewertung des Trailers: C

Kommentar: Komödie

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

NYC – Film: „Missing Link“

Ich war am 26.04.19 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Missing Link“ (dt. Filmtitel: „Mister Link – ein fellig verrücktes Abenteuer, dt. Kinostart: 30.05.19)  95 min  animation

dir. Chris Butler  voices: Hugh Jackman, Zoe Saldana, Emma Thompson, Stephen Fry, Timothy Olyphant, Matt Lucas, Zach Galifianakis

 

Sir Lionel Frost (Hugh Jackman) ist ein, von seinem eigenen Ego getriebener Abenteurer. Gerne möchte er Mitglied des elitären Entdecker-Clubs werden. Die werten Herren sind aber nicht wirklich daran interessiert, Sir Frost in ihrer Mitte aufzunehmen. Zunächst soll er Beweise für die Existenz eines „Sasquatch“, also eines Vorfahren des Menschen, beibringen. Auf seiner Reise trifft er dann auch bald auf eine rostbraune fellige Kreatur mit riesigen Füßen (Zach Galifianakis). Sir Frost tauft ihn Mr. Link und der kann sogar sprechen… 

 

B (Wertung von A bis F) „Missing Link“ ist der neue Stop-Motion-Film des englisch-amerikanischen Storyboard-Artisten („Corpse Bride“, Coraline) Autors (Kubo and the Two Strings) und Regisseurs (ParaNorman) Chris Butler. Es ist der fünfte Film der Laika-Studios. 

Wenn zwei der fünf produzierten Filme eines Filmstudios („Coraline“ und „Kubo and the Two Strings“) in meiner persönlichen Top Ten eines Jahres landen, dann macht es, in meinen Augen, alles richtig und jeder neue Film kommt auf meine Must-See-Liste. 

Diesen Film hätte ich aber dennoch beinahe übersehen, der Trailer muss an mir vorbei gegangen sein, das Filmplakat sprach mich nicht an und auch wusste ich nichtmal, dass Laika einen neuen Film rausbringt. Na, ist ja nochmal gut gegangen.

„Missing Link“ mangelt es etwas an einer soliden Story und auch hat der Film ein paar unübersehbare Längen, dafür überzeugt er aber mit seinem Humor und Charme und einer detailreichen perfekten Animation. Man möchte förmlich den Film anhalten, um die Gestaltung der Szenenbilder (insbesondere bei den Szenen im Saloon und im Himalaya-Dorf) genauer zu betrachten. 

Der Film ist recht dialogreich, daher vielleicht eher etwas für Erwachsene. Die Kinder in meiner Vorstellung waren allesamt sehr unruhig. 

Stop-Motion ist eine sehr aufwendige Filmtechnik, für „Missing Link“ wurden allein über 100 Filmsets gebaut. Mir bricht es fast das Herz, wenn ich lese, dass die Laika-Filme nicht das nötige Geld einspielen. Wenig innovative computer-animierte Fortsetzungen von Animationsfilme (wie „The LEGO Movie 2“, bei dem ich tatsächlich vorzeitig das Kino verlassen hatte, weil er mir auf die Nerven ging) sind dagegen mördererfolgreich an der (amerikanischen) Kinokasse. 

Update: „Missing Link“ wurde für einen Oscar (Bester Animationsfilm) nominiert. 

„Missing Link“ ist am 12.04.19 in 3,413 amerikanischen Kinos gestartet. In Deutschland soll der Film am 30.05.19 ins Kino kommen.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer: 

Trailer v. Film: „UglyDolls„

Bewertung des Trailers: C- (neuer Trailer) 

Kommentar: Animationsfilm und Musical

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Abominable„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Dreamworks-Animationsfilm 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht


Trailer v. Film: „Toy Story 4„

Bewertung des Trailers: B+ (erster richtiger Trailer) 

Kommentar: PIXAR-Animationsfilm und Fortsetzung

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „The Angry Birds Movie 2„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Animationsfilm und Fortsetzung

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Pokémon Detective Pikachu„

Bewertung des Trailers: C+ 

Kommentar: Ernsthaft?

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Dora and the Lost City of God„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Abenteuerfilm für Kinder 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „The Addams Family„

Bewertung des Trailers: B 

Kommentar: neuer Animationsfilm, der auf den gleichnamigen Comics basiert

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: jooaa 

NYC – Film: „The Meyerowitz Stories (New and Selected)“

Ich war am 02.10.17 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Meyerowitz Stories (New and Selected)“ (ab dem 13.10.17 weltweit auf Netflix zu sehen) 110 min drama, comedy
dir. Noah Baumbach cast: Adam Sandler, Ben Stiller, Emma Thompson, Dustin Hoffman, Elizabeth Marvel, Rebecca Miller, Adam Driver, Judd Hirsch, Grace Van Patten, Candice Bergen, Sigourney Weaver

 

Danny (Adam Sandler) ist bei seinem Vater zu Besuch. Er und seine Frau haben sich kürzlich getrennt. Seitdem er in New York ist, kommen einige Geschichten aus seiner Kindheit hoch, besonders als er erfährt, dass sein starrköpfige Vater das Haus verkaufen will. Von seinem Halbbruder Matthew (Ben Stiller) hat er schon sehr lange nichts mehr gehört. Bald müssen Danny, Matthew und ihre Schwester Jean (Elizabeth Marvel) mehr Zeit miteinander verbringen als ihnen lieb ist…

 

C+ Wertung von A bis F) „The Meyerowitz Stories (New and Selected)“ ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers Noah Baumbach („The Squid and the Whale“, Frances Ha, While We´re Young, Mistress America, De Palma)

Der Film ist eine Tragikomödie, mit mehr Tragik als Komödie. Sollte Woody Allen mal keine Filme mehr drehen, der New Yorker Noah Baumbach steht bereit, in seine Fußstapfen zu treten. Ich mag inzwischen einige Baumbach-Filme, „The Meyerowitz Stories (New and Selected)“ wollte ich auch mögen, fand ihn aber zu unausgewogen, stellenweise zäh und teilweise zu sehr überzogen und anstrengend.

Im Mittelpunkt dieser Geschichte steht eine New Yorker Künstler-Familie. Auch wenn kaum einer mit seiner/ihrer Kunst Geld verdient, sind sie alle künstlerisch-begabt und verschroben. Allein durch seine Existenz zusammengehalten wird die Familie von dem mittel-erfolgreichen Bildhauer und Vater Harold Meyerowitz (wunderbar gespielt von Dustin Hoffman). Der war mit mehreren Frauen verheiratet, aktuell ist er immer noch mit der esoterischen Maureen (klasse gespielt von Emma Thompson) zusammen. Seine drei Kinder (gespielt von Adam Sandler, Elizabeth Marvel und Ben Stiller) verarbeiten bis heute noch ihre Kindheit, jeder fühlte sich ungerecht behandelt und auch leiden sie immer noch unter der Vernachlässigung durch ihren Vater. Untereinander sind sich die Geschwister aber natürlich auch nicht grün, Geschwisterrivalitäten sind allgegenwärtig – aber jetzt wo der Vater immer älter und krank wird, müssen sie sich zusammenraufen.

Die Geschichte wird in fünf Kapiteln erzählt, wobei jeweils eines den Kindern („Danny“, „Matthew“ und „Jean“) gewidmet ist.

Das Ensemble macht den Film natürlich sehenswert. Adam Sandler überrascht hier, nicht so sehr, wie er mich seinerzeit in Paul Thomas Andersons „Punch-Drunk Love“ erstmalig positiv von sich überzeugte, aber schließlich habe ich ihn länger nicht in einer Rolle gesehen, in der mehr als nur Faxen macht. Wenn er hier mit seiner Filmtochter am Klavier sitzt und singt, beeindruckt das. Ansonsten hatte ich Elizabeth Marvel als neurotische Jean gar nicht erkannt, zuletzt hat sie sehr überzeugend die U.S. Präsidentin Elizabeth Keane in der sechsten Staffel von „Homeland“  gespielt.

In meinen Augen ist dieser Film bei Netflix gut aufgehoben, man kann ihn gucken, muss man aber nicht.

„The Meyerowitz Stories (New and Selected)“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Bester Hauptdarsteller/Nebendarsteller (Adam Sandler) Bester Nebendarsteller (Dustin Hoffman, Ben Stiller), Bestes Originaldrehbuch

„The Meyerowitz Stories (New and Selected)“ wurde erstmalig auf dem Cannes Film Festival 2017 gezeigt. Um sich für die Oscars zu qualifizieren, soll der Film wohl in einigen amerikanischen Kinos gezeigt werden. Ab dem 13.09.17 ist er weltweit auf Netflix zu empfangen. Ich habe den Film auf dem New York Film Festival 2017 gesehen. Der Regisseur Noah Baumbach, sowie die Schauspieler Dustin Hoffman, Adam Sandler und Grace Van Patten haben den Film persönlich angekündigt. Im Anschluss an den Film wurde Noah Baumbach interviewt und stand den Fragen des Publikums zur Verfügung.

Trailer zu sehen:

 

 

Auf dem New York Film Festival 2017 kündigen Regisseur Noah Baumbach, Adam Sandler, Grace Van Patten und Dustin Hoffman (von links) ihren Film „The Meyerowitz Stories“ an.

 

Regisseur Noah Baumbach im Q & A zu seinem Film „The Meyerowitz Stories (New and Selected)“

 

L.A. – Film: "Saving Mr. Banks"

Ich war am 21.12.13 in Los Angeles und habe mir im Kino angeschaut:

„Saving Mr. Banks“ (dt. Kinostart: 06.03.14) 120 min drama, comedy, musical, biopic
dir. John Lee Hancock cast: Emma Thompson, Tom Hanks, Colin Farrell, Paul Giamatti, Jason Schwartzman, Bradley Whitford, B. J. Nowak

London 1961. Die „Mary-Poppins“-Autorin P.L. Travers (Emma Thompson) hat kein Interesse daran, weiter Bücher zu schreiben. Ihr Agent macht ihr aber klar, dass ihre Ersparnisse langsam zur Neige gehen und sie vielleicht ihr Haus verlieren könnte. Seit über zwanzig Jahren versucht Walt Disney (Tom Hanks) sie zu überreden, ihm die Filmrechte an ihrem berühmten Roman „Mary Poppins“ zu verkaufen. Mrs. Travers willigt schließlich ein nach Kalifornien zu fliegen, um mit dem Autor Don DaGradi (Bradley Whitford) und den beiden Komponisten Robert (B.J. Novak) und Richard Sherman (Jason Schwartzman) an dem Drehbuch zu arbeiten. Wenn alles zu ihrer Zufriedenheit ausfällt, würde sie die Rechte verkaufen. Das wird kein einfaches Projekt, für alle Beteiligten. Mrs Travers bedeuten die einzelnen Figuren in ihrem Roman nämlich sehr viel…

B- (Wertung von A bis F) „Saving Mr. Banks“ erzählt die Geschichte über den kreativen Prozess und die Entstehungsgeschichte zu der Walt-Disney-Verfilmung von „Mary Poppins“. In meiner zweiten Oscar-Prognose (vom 12.12.13) habe ich noch hervorgehoben, wie perfekt dieser Film für die Oscars ist. Dennoch wurde er (mit Ausnahme der Hauptdarstellerin Emma Thompson) von der mächtigen Schauspielgewerkschaft und der Auslandspresse bei den SAG- oder Golden Globe Nominierungen komplett übergangen. Ich konnte mir überhaupt nicht vorstellen, dass bei diesem Thema und den Schauspielern auch nur irgendetwas schief gehen konnte. Dafür musste ich mir tatsächlich erst den Film anschauen. Bei „Saving Mr. Banks“ führt John Lee Hancock Regie. Das alleine hätte mich eigentlich schon aufhorchen lassen müssen, hat er doch bereits den für mich kaum zu ertragenden The Blind Side inszeniert.

„Saving Mr. Banks“ ist selbstverständlich nicht so schlecht wie „The Blind Side“. Vermutlich wäre es sogar ein richtig guter und unterhaltsamer Film geworden, wenn er sich hauptsächlich auf das Zusammentreffen von P.L. Travers und dem Filmproduzenten Walt Disney und die unterschiedlichen Vorstellungen der Disney Kreativen und der Autorin, wie die Romanverfilmung auszusehen hat, konzentriert hätte.

Die kulturellen Welten, die aufeinandertreffen, wenn eine englische Lady (die P.L. Travers vorgibt zu sein) erstmalig auf die Amerikaner von der Westküste trifft, sorgen für einige Situationskomik. Die Eigenart der Amerikaner alle Mitmenschen – auch gegen deren Willen – bei ihrem Vornamen zu nennen, zieht sich als Gag praktisch durch den gesamten Film. Bei den Amerikanern dreht sich immer alles irgendwie ums Essen, dauernd und ständig müssen sie irgendetwas futtern. Das sorgt nicht nur bei P.L Travers für Unverständnis, mich verblüfft das noch heutzutage. Ich werde wohl auch nie nachvollziehen können, dass die Amerikaner nicht gerne zu Fuß unterwegs sind. (Warum sollte man auch laufen, wenn man doch viel bequemer auch kürzeste Entfernungen mit dem Auto zurücklegen kann).

Auch wenn „Saving Mr. Banks“ im Ganzen zu lang ist, hat er doch tolle und rührende Momente.. Leider wird man andauernd und permanent aus der Geschichte gerissen. Der Film hat unzählige Rückblenden. Einige der Erinnerungen aus P.L. Travers Kindheit sind notwendig, um zu verstehen, wie wichtig der Autorin die Charaktere in ihrem berühmten Roman sind. Zu dieser Erzähltechnik hätte man am Besten am Anfang des Films greifen sollen, in einer vielleicht größeren Rückblende hätte man P.L. Travers´ Kindheit in Australien und die Beziehung zu ihrem Vater beleuchten können. Später im Film hätte man dann vielleicht noch ein oder zwei signifikante Szenen aus der Vergangenheit reinbringen können. In „Saving Mr. Banks“ wird aber andauernd zurückgeblickt, das ist nicht gut gelöst und hat den Fluss der eigentlichen Handlung erheblich gestört.

Emma Thompson ist – wie erwartet – großartig als P. L. Travers. Die zweimalige Oscar-Gewinnerin (sie hat einen Oscar als beste Hauptdarstellerin für den Film „Howards End“ und einen für das beste adaptierte Drehbuch für „Sense and Sensibility“ gewonnen) kann zu Recht damit rechnen, dass sie im kommenden Jahr für diese Rolle mit einer Oscar-Nominierung bedacht wird.

Besonders gefallen hat mir die ganze Premieren-Sequenz. Auch ist die Ausstattung sehr authentisch, eigentlich gefällt mir vieles im Film. Paul Giamatti ist gut, Colin Farrell ist hervorragend. Den beiden Komponisten-Brüder (gespielt von Jason Schwartzman und B.J. Novak) und dem Drehbuchautor (von Bradley Whitford dargestellt) habe ich gerne zugeschaut und Tom Hanks überzeugt als Walt Disney.

„Saving Mr. Banks“ wurde von dem Disney-Konzern produziert. Entsprechend wird die Entstehungsgeschichte zu dem „Mary Poppins“-Film aus der Disney-Perspektive erzählt. Disney hat die Geschichte frech geschönt, man könnte aber auch sagen, die in „Saving Mr. Banks“ erzählte Geschichte ist zum größten Teil frei erfunden. In John Lee Hancocks Film mag die Romanautorin letztlich die Disney-Verfilmung, in der Realität hat sie den Film gehasst. Auch wird hier der Kettenraucher Walt Disney selbstverständlich nie beim Rauchen gezeigt, lediglich hustet er viel und drückt mal eine Zigarette aus. Wenn man den Hintergrund nicht kennt (und man kein Problem mit den nervigen Rückblenden hat), könnte einem der Film richtig gut gefallen. Definitiv ist der Film eine gute Werbung für den Film „Mary Poppins“. Wie praktisch, dass der Disney-Konzern zum amerikanischen Kinostart von „Saving Mr. Banks“ auch gleich die Blu-ray von „Mary Poppins“ herausgebracht hat.

Während meines Kinobesuchs kam bei mir beinahe zwangsläufig der Wunsch nach einem Biopic über Walt Disney auf. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass Tom Hanks erneut Walt Disney portraitiert, nur dieses Biopic sollte unter keinen Umständen von der Disney Company produziert werden.

Die Academy-Mitglieder sind gerade dabei, ihre Wahlzettel für die Oscar-Nominierungen auszufüllen. Bis zum 8.1.14 haben sie Zeit, ihre Stimme abzugeben. Vor 2 1/2 Wochen war ich, wie gesagt, noch sicher, dass „Saving Mr. Banks“ als Bester Film gesetzt ist und der Film sogar Chancen auf den Oscar-Gewinn als Bester Film hat. Erst nachdem ich den Film gesehen habe, bin ich dahingehend verunsichert. Auf der anderen Seite habe ich gehört, dass er in den offiziellen Academy-Vorführungen gut ankommt. Die Mitglieder der Academy scheinen den Film sehr zu mögen. Wenn sie bis zum 8.1. nicht herausfinden, dass alles erfunden ist, werden sie ihn meines Erachtens nominieren.

In meiner Vorstellung gab es zum Schluss des Films Applaus vom Publikum.

„Saving Mr. Banks“ wurde erstmalig auf dem London Film Festival 2013 gezeigt.

„Saving Mr. Banks“ ist für folgende Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Emma Thompson), Bester Nebendarsteller (Tom Hanks), Bestes Originaldrehbuch, Bestes Szenenbild, Beste Kamera, Bestes Kostümdesign, Bester Schnitt, Bestes Make-up und beste Frisuren, Beste Filmmusik (ist bereits qualifiziert)

Die amerikanische Kinotrailer:

Die Website:

http://movies.disney.com/saving-mr-banks/

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Gimme Shelter“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Drama mit Vanessa Hudgens. Eigentlich würde ich den Film nicht gucken weil ich die Hauptdarstellerin nicht mag, aber der Trailer sieht vielversprechend aus.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 60%

Trailer v. Film: „Labor Day“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Jason Reitmans neuer Film mit Kate Winslet und Josh Brolin. Galt mal als Oscar-Kandidat.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Non-Stop“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Actionfilm mit Liam Neeson und Julianne Moore. Filme, die in einem Flugzeug spielen muss ich gucken – früher oder später.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Heaven is for Real“
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Buchverfilmung mit Greg Kinnear und Kelly Reilly. Drama über Nahtod-Erfahrungen eines dreijährigen Jungen. Schlimm.
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Million Dollar Arm“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: biografischer Baseball-Film mit Jon Hamm und Lake Bell.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Son of God“
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Bibel-Film. Warum habe ich das Gefühl, dass Mel Gibson seine Finger im Spiel hat?
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: niemals

Trailer v. Film: „Muppets Most Wanted“
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: Neuer Muppets-Film mit dem großartigen Ricky Gervais
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Philadelphia – Film: "An Education"

Ich war am 27.11.09 in Philly und habe mir im Kino angeschaut:

„An Education“ (dt. Kinostart: 18.02.10) 100 min drama, adaptation
dir. Lone Scherfig cast: Peter Sarsgaard, Carey Mulligan, Alfred Molina, Rosamund Pike, Dominic Cooper, Olivia Williams, Emma Thompson

1961 in London. Die 16-jährige Jenny (Carey Mulligan) ist eine hervorragende Schülerin, die sich auf eine Universitätsausbildung in Oxford vorbereitet. Eines Tages lernt sie den charmanten Mittdreißiger David (Peter Sarsgaard) kennen. Der weltmännische David zeigt der jungen Jenny das Leben und die Liebe…

A- (Wertung von A bis F) Ich habe zwar in diesem Jahr schon ein paar Filme gesehen, die eine wichtige Rolle bei der kommende Oscar-Verleihung spielen könnten, aber mit „An Education“ wird für mich offiziell die Saison eingeläutet. Als großer Filmfan ist dies für mich die schönste Zeit eines jeden Kinojahres. In erster Linie bedeutet das, dass ich in den nächsten zwei oder drei Monaten (hoffentlich) mit keinen schlechten Filmen im Kino konfrontiert werde und ich mich nicht zu einer entsprechenden Bewertung gezwungen sehe.

Der Film „An Education“ ist eine Adaption der gleichnamigen Autobiografie der britischen Journalistin Lynn Barber. Das Drehbuch zum Film hat der Autor Nick Hornby („High Fidelity“, „About a Boy“) geschrieben.

Der Film ist ein wunderbares Drama, das wesentlich mehr Humor beinhaltet, als ich geglaubt hätte. Die Charaktere sind vielschichtig und in jeder einzelnen Rolle idealbesetzt. Die Chemie und Anziehungskraft von Jenny und David werden durch die beiden Schauspieler glaubhaft transportiert. Auch habe ich mich in die Swinging Sixties versetzt gefühlt.

Peter Sarsgaard („Boys Don´t Cry“, „Empire“, „Shattered Glass“ ) ist endlich wieder zu seinen Wurzeln zurückgekehrt und damit zu dem, was er am besten kann. Ich hoffe, dass er in Zukunft die Finger von schlechten Hollywood-Produktionen lässt und sich wieder darauf konzentriert, komplexe Charaktere in bedeutenden Indie-Filmen zu spielen.

Bei Carey Mulligan hat es einen Moment gedauert, bis ich zu hundert Prozent von ihr überzeugt war. Vermutlich habe ich zu viel Schwärmereien über sie und ihre Performance im Vorfeld gelesen. Der von einigen Kritikern zu lesende Vergleich zu Audrey Hepburn war auch nicht hilfreich. Davon sollte man sich gedanklich lösen und sich einfach auf dieses frische britische Talent einlassen. Sie ist definitiv entzückend in dieser Rolle und zum Filmende hatte ich auch das Gefühl, dass ich sie schon ewig kenne.

In dem Ensemble hat mich Alfred Molina am meisten überrascht. Nicht dass ich ihn jemals schlecht gefunden hätte, hier gefällt er mir aber besonders.

Auch wenn der Film zum Ende minimal schwächelt, wären für mich – alles in allem – mindestens fünf Nominierungen für einen Academy Award gerechtfertigt (Bester Film, bestes adaptiertes Drehbuch und für die Schauspieler Carey Mulligan, Peter Sarsgaard und definitiv Alfred Molina).

Trailer zu sehen:

„sehr gut“

vorgeschaltete Trailer:

Trailer von Film: „Me and Orson Welles“
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Claire Danes immer gerne, aber Zac Efron…er soll hier glaubhaft eine Beziehung zu einer Frau darstellen ? 8|
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 0%

Trailer von Film: „The White Ribbon“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Michael Hanekes Film, der in Cannes die Goldene Palme gewann und sich jetzt als deutscher Beitrag für einen Oscar als bester ausländischer Film bewirbt.
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 100%

Trailer von Film: „The Young Victoria“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Emily Blunt sehe ich immer gerne. Mit Kostümfilmen habe ich es im Moment nicht so.
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: ca. 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 60%

Trailer von Film: „Broken Embraces“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Ich liebe Almodovar-Filme, den werde ich aber auf DVD schauen.
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 100%

Philadelphia – "Last Chance Harvey"

Ich war am 16.01.09 in Philly und habe mir im Kino angeschaut:

„Last Chance Harvey“ (dt. Titel: „Liebe auf den zweiten Blick“, dt. Kinostart: 16.04.09)  99 min  drama, romance
dir.
Joel Hopkins  cast: Dustin Hoffman, Emma Thompson, Kathy Baker, James Brolin, Eileen Atkins, Liane Balaban

Der New Yorker Harvey (Dustin Hoffman) hat gerade keinen so guten Lauf. Als er zur Hochzeit seiner einzigen Tochter nach London fliegt, teilt die ihm mit, dass sie lieber von ihrem Stiefvater zum Traualtar geführt werden möchte, dann verliert er seinen Job und verpasst schliesslich seinen Rückflug. In einer Flughafenbar lernt er Kate (Emma Thompson) kennen, deren Leben sich ebenfalls in einer Sackgasse zu befinden scheint. Die beiden verbringen den restlichen Tag miteinander und verabreden sich für den nächsten Tag. Harvey erscheint aber nicht…

B (Wertung von A bis F) Der Film steht und fällt mit der Besetzung. So sehr ich Dustin Hoffman schätze, so wenig ist er für mich in einer romantischen Rolle vorstellbar, inbesondere in einer Beziehung zu einer mehr als zwanzig Jahre jüngeren Frau. Dennoch schafft es Dustin Hoffman, mich mit seiner Präsenz und seinem Charme zu fesseln, und zwar von der ersten Sekunde an. Mit Emma Thompson habe ich mich zunächst etwas schwerer getan. Sie hat aber in den letzten zehn bis fünfzehn Minuten des Filmes aufgeholt und war dann gleich so authentisch und rührend, wie sie zuletzt in „Love Actually“ war. Alles in allem ist „Last Chance Harvey“ nett, aber auch kein Muss.

Trailer zu sehen:

http://movies.yahoo.com/movie/1809942736/trailer

DVD – "Angels in America"

Ich habe mir folgenden HBO-Mehrteiler ein zweites Mal angeschaut:

„Angels in America“ (dt. Titel „Engel in Amerika“) 352 min drama, fantasy, adaptation
dir. Mike Nichols cast: Al Pacino, Meryl Streep, Patrick Wilson, Emma Thompson, Jeffrey Wright, Mary-Louise Parker, Justin Kirk, Ben Shenkman, James Cromwell

New York, 1985

Roy Cohn (Al Pacino) ist ein sehr erfolgreicher, aber ebenso gewissenloser Staranwalt. Er verkehrt u.a. in den höchsten Politikerkreisen. Dabei ahnt niemand, dass er Sex mit Männern hat. Jetzt teilt ihm sein Vertrauensarzt (James Cromwell) mit, dass er an AIDS erkrankt ist und nicht mehr lange zu leben hat. Da AIDS in den 80er Jahren noch als „Schwulenkrankheit“ galt, Roy selbst aber Schwule hasst, bleibt er weiterhin bei seiner Lebenslüge…

Joe (Patrick Wilson) arbeitet als Anwalt für den „grossen“ Roy Cohn (Al Pacino), ist selbst auch Republikaner, gläubiger Mormone, mit Harper (Mary-Louise Parker) verheiratet und will sich nicht eingestehen, schwul zu sein. Als er auf Louis (Ben Shenkman) trifft, beginnt er langsam aus seinem bisherigen Leben herauszutreten…

Prior (Justin Kirk) ist seit mehr als vier Jahren glücklich mit seiner grossen Liebe Louis (Ben Shenkman) zusammen. Als bei Prior AIDS ausbricht, wird Louis mit dieser Situation nicht fertig und verlässt, schweren Herzens, seinen geliebten Freund…

Hannah (Meryl Streep) ist die Mutter von Joe (Patrick Wilson) und selbst strenggläubiger Mormone. Als Joe ihr am Telefon offenbart, schwul zu sein, fährt sie umgehend vom fernen Utah nach New York City…

Belize (Jeffrey Wright) ist mit Prior (Justin Kirk) und Louis (Ben Shenkman) befreundet und trifft, in der Ausübung seiner Profession als Krankenpfleger, auf Roy Cohn (Al Pacino)…

Harper (Mary-Louise Parker) ist mit ihrem Eheman Joe (Patrick Wilson) nach New York gezogen. Die unglückliche Ehe hat sie psychisch krank gemacht und in ihrem tiefsten Inneren ahnt sie, dass ihr Ehepartner homosexuell ist…

Emily (Emma Thompson) arbeitet als Krankenschwester und lernt dadurch Prior (Justin Kirk) kennen…

B+ (Wertung von A bis F) Der HBO-Mehrteiler ist die Adaption des gleichnamigen Theaterstücks von Tony Krushner. Tony Krushner hat zahlreiche Preise dafür erhalten, u.a. den Pulitzer Preis. Der Regisseur Mike Nichols, der grossartige Filme wie „The Graduate“ und „Heartburn“ auf die Kinoleinwand brachte, hat „Angels in America“ für das Fernsehen inszeniert. Dabei hat er ausnahmslos alle Schauspieler perfekt gecastet und in Szene gesetzt. Unterteilt in sechs Kapiteln gestaltet Nichols dieses Drama über AIDS und Homosexualität in den 80er Jahren in New York visuell sehr fantasievoll. Ich habe es nicht so mit Glauben und Esoterik und hatte bei einigen, wenigen Momenten meine Probleme mit dem Film. Da der Film jedoch nicht missionarisch arbeitet, mir die Funktion der Engel irgendwie gefallen hat und Dank des wunderbar zynischen Drehbuches und der Charaktere ist hier ein beinahe perfekter Film (Mehrteiler) entstanden. Die übertriebene Inszenierung und Darbietung von Emma Thompson als Engel war für mich der ausschlaggebene Punkt, dass es halt nicht ein genialer Mehrteiler wurde.

In „Angels in America“ geht es um AIDS, Homosexualität, Vorurteile, Moral, Glauben, Gewissen, Rassismus, Trauer, Schuld, Einsamkeit, Träume, Liebe , Tod und natürlich Engel…

Im Jahr 2003 wurde „Angels in America“ mit allen wichtigen Preisen (u.a. GOLDEN GLOBE und EMMY) ausgezeichnet. Zusätzlich haben die Schauspieler Al Pacino, Meryl Streep, Jeffrey Wright und Mary-Louise Parker entsprechende Preise gewonnen.

Zu den Schauspielern:

Al Pacino („Scarface“, „The Godfather-Trilogy“, „The Insider“) hat mich in letzter Zeit öfter durch sein übertriebenes Schauspiel enttäuscht. Dennoch habe ich viele seiner Filme gesehen und bin sogar 2005 seinetwegen nach NYC geflogen, um ihn am Broadway in Oscar Wildes „Salome“ zu bewundern. In „Angels in America“ gibt er eine seiner besten Performances. Wenn man ihn mag, muss man ihn in dieser Rolle gesehen haben.

Meryl Streep zählt erst seit einigen Jahren zu meinen Lieblingsschauspielerinnen, was mich in die (nicht unglückliche) Lage versetzt, jetzt viele ihrer früheren Werke zu sehen. Meryl wurde bereits 14x für den OSCAR nominiert, hat ihn allerdings bisher nur 2x erhalten („Kramer vs. Kramer“, „Sophie´s Choice“). Sie ist unglaublich wandelbar, authentisch und „lebt“ tatsächlich immer ihre jeweiligen Rolle, so auch hier. Sie ist hier in vier verschiedenen Rollen zu sehen, wenn man es nicht weiss, erkennt man sie als Rabbi zu Beginn des Mehrteilers nicht. Es macht immer Spass, ihr zuzuschauen.

Patrick Wilson („Little Children“, „Hard Candy“) Seinetwegen habe ich mir gerade „Angels in America“ noch einmal angeschaut. Damals kannte ich ihn noch nicht. Hier wirkt der Theaterschauspieler noch sehr jung, wächst aber mit seinen Aufgaben und zum Schluss konnte er beinahe aus dem Schatten der anderen Über-Schauspieler heraustreten.

Jeffrey Wright (war in Julian Schnabels „Basquiat“ zu sehen) ist hier wunderbar als zynischer Krankenpfleger. Demnächst ist er in dem neuen James Bond „Quantum of Solace“ zu sehen.

Mary-Louise Parker („Fried Green Tomatoes“) ist gerade in der amerikanischen Serie „Weeds“ zu sehen und gibt hier eine überragende Leistung.

Justin Kirk ist ebenfalls in der amerikanischen Serie „Weeds“ zu sehen und zeigt hier zusammen mit Ben Shenkman (aus einem meiner Lieblingsfilme „Requiem for a Dream“) eine glaubwürdige Liebesgeschichte.

Emma Thompson fand ich ihn dem Weihnachts-Liebesfilm „Love Actually“ noch grossartig, hier war sie gut.

Dieser Mehrteiler lief bereits mindestens ein Mal im Fernsehen.

Trailer zu sehen: