TV-Serie: „Escape at Dannemora“

Ich habe mir den folgenden Showtime-Mehrteiler angeschaut:

 

„Escape at Dannemora“(in D. seit dem 19.12.18 auf Sky zu sehen)   7 x approx. 60 min  drama, thriller, biopic 

dir. Ben Stiller  cast: Benicio Del Toro, Patricia Arquette, Paul Dano, Eric Lange, David Morse, Bonnie Hunt

 

 

Im Juni 2015 gelang den beiden verurteilten Mördern Richard Matt (Benicio Del Toro) und David Sweat (Paul Dano) die Flucht aus dem Hochsicherheitsgefängnis in Dannemora im Bundesstaat New York. Die Generalinspektorin des Staates New York, Catherine Leahy Scott (Bonnie Hunt), beginnt mit der Befragung von Tilly Mitchell (Patricia Arquette). Es macht den Anschein, als hätte die Gefängnisangestellte den beiden Häftlingen zur Flucht verholfen…

 

 

B+ (Wertung von A bis F) „Escape at Dannemora“ basiert auf wahren Begebenheiten. Der Mehrteiler erzählt die Geschichte eines spektakulären Gefängnisausbruchs aus dem Jahr 2015. Um die Ereignisse so authentisch wie möglich zu halten, haben sich die Autoren an den Bericht der Generalinspektorin des Staates New York gehalten. Gedreht wurde u.a. in der Stadt Dannemora und für Außenaufnahmen sogar in der Clinton Correctional Facility. Ben Stiller und sein Produktionsteam hatten darüberhinaus während des achtmonatigen Drehs viele Berater (Angestellte des Gefängnisses und Ermittlern, die an der intensiven Verbrecherjagd beteiligt waren) an ihrer Seite. Bei allen sieben Episoden hat der amerikanische Schauspieler („Meet the Parents“, „The Royal Tenenbaums“, „Starsky & Hutch“, While We´re Young, Brad´s Status), Drehbuchautor, Regisseur („Zoolander“, Tropic Thunder) und Produzent Ben Stiller Regie geführt. 

Der beste Gefängnisfilm für mich (und einer meiner liebsten Filme überhaupt) ist „The Shawskank Redemption“. Der spektakuläre Gefängnisausbruch in Dannemora erinnert an den in Frank Darabonts Film (bzw. Stephen Kings Buch). 

Ein Mehrteiler mit zwei meiner Lieblingsschauspieler (Benicio Del Toro und Paul Dano)? Motivation genug, dieses Projekt auf meine MUST-SEE-Liste zu setzen. „Escape at Dannemora“ zeigt auf der einen Seite, wie den zwei Häftlingen der Gefängnisausbruch gelang, ist aber auch ein Porträt der beiden Schwerverbrecher und eine Charakterstudie der Gefängnisangestellten, die den beiden zur Flucht verholfen hat. 

Man hätte diese Geschichte auch in vier oder fünf Episoden erzählen können, so wirkt es etwas gestreckt. Gefallen hat mir der Mehrteiler aber dennoch. 

Ich mag die Einleitung der Story. Zu Beginn die Dialog-Szene der Generalinspektorin mit der Gefängnisangestellten, die mit einer 360-Grad-Kamerafahrt auf „Tilly“ (der Protagonistin der Geschichte) endet. Auch mag ich, wie diese Szene in der finalen Episode wieder aufgenommen wird. Durch die Inszenierung bekommt man auch sehr schnell den Eindruck, dass die ganze  Bevölkerung der Kleinstadt Dannemora, entweder direkt oder indirekt für das Gefängnis arbeitet.

Etwas Probleme hatte ich mit der Charakterentwicklung von Benicio Del Toros Charakter Richard Matt. Er wird eingeführt als jemand, der alles unter Kontrolle hat, mit dem sich keiner im Knast anlegt. Ein Alpha-Mann, der  sehr smart und manipulativ ist. Schließlich hat er den Plan für den Gefängnisausbruch. Künstlerisch ist er auch begabt (übrigens werden ganz zum Schluss des Mehrteilers auch die Originalbilder von Richard Matt gezeigt). Wie ist aber dann sein irrationales Verhalten auf der Flucht zu erklären? Aber gut, so oder so ähnlich scheint es sich zugetragen zu haben. Ein weiteres Problem hatte ich mit der Erzählstruktur. 

Dramaturgisch ist dieser Mehrteiler etwas seltsam aufgebaut. Die ersten vier Teile lernt man die Charaktere und ihren Gefängnisalltag kennen. Natürlich ist einem bewusst, dass die beiden Häftlinge nicht unschuldig im Gefängnis sitzen, beide sind verurteilte Mörder. Man hegt aber irgendwo Sympathien für sie, ist bei ihnen, wenn sie ihren Fluchtplan umsetzen. Entsprechend ist die sechste Episode dann ein Schlag in die Magengrube. Hier, also sehr spät, erfährt man, aufgrund welcher brutalen Verbrechen Richard Matt und David Sweat im Gefängnis gelandet sind. Eine ungewöhnliche Entscheidung, die Geschichte so zu erzählen. Üblicherweise werden solche Informationen in einigen Szenen am Anfang eingestreut.

Patricia Arquette zählt zu den Schauspielerinnen, die ich immer etwas unterschätze. Hier ist sie kaum wiederzuerkennen, aber glaubhaft als einfache, leicht übergewichtige Frau, die nie sonderlich viel Wert auf ihr Äußeres gelegt hat. Sie spielt eine frustrierte (Ehe-)Frau, die in einer Gefängnisschneiderei arbeitet. Nur dort fühlt sie sich auch anerkannt und wohl von den Männern (Sweat, später auch Hacksaw) begehrt. Die beiden Schauspieler Benicio Del Toro und Paul Dano machen den Mehrteiler sehenswert, letztlich ist es aber die Patricia Arquette-Show. 

Anmerkungen zu den Episoden

Part 6 – spielt ausschließlich in der Vergangenheit (am Anfang der Episode ist Ben Stillers Tochter, Ella Olivia Stiller, in ihrer ersten Rolle – sie spielt die Teenager-Autofahrerin, die von dem Sheriff angehalten wird – zu sehen)

Part 7 – die finale Folge ist meine Lieblingsepisode. Es ist mit einer Stunde und 39 Minuten auch die längste.

 

Den Audio-Kommentaren zu den einzelnen Episoden mit Ben Stiller, den Autoren, der Kamerafrau, den Cuttern, der Schauspielerin Patricia Arquette, u.a. kann man sehr viele interessante Informationen entnehmen. Insbesondere der Audio-Kommentar zu der letzen Episode mit dem, tatsächlich für die Jagd nach den flüchtigen Häftlingen Hauptverantwortlichen Chuck Guess fand ich sehr aufschlussreich. 

 

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

Richard „Hacksaw“ Matt ist ein verurteilter Mörder, der in dem Hochsicherheitsgefängnis in Dannemora einsitzt. Er hat sich mit dem Gefängnisinsassen David Sweat (gespielt von Paul Dano) angefreundet. Die beiden sitzen im sogenannten „Honor Block“, für Strafgefangene, deren Verhalten während der Haftzeit mustergültig ist. Den beiden glückt irgendwann die Flucht aus der Clinton Correctional Facility. Gespielt wird Richard Matt von dem amerikanischen Schauspieler Benicio Del Toro. Sein Talent konnte er in vielen Filmen, u.a. „The Usual Suspect“, „Fear and Loathing in Las Vegas“, „21 Grams“, Things We Lost In the Fire, Inherent Vice, Sicario und Sicario: Day of the Soldado) unter Beweis stellen. Für seine Performance in Steven Soderberghs „Traffic“ hat er den Oscar gewonnen. 

Joyce „Tilly“ Mitchell arbeitet in der Schneiderei des Hochsicherheitsgefängnisses in Dannemora. Sie ist seit über 20 Jahren mit Lyle (gespielt von Eric Lange) verheiratet und frustriert mit ihrem Leben. Sie hat eine Affäre mit dem Gefängnisinsassen David Sweat (gespielt von Paul Dano). Beiden verurteilten Mördern Hacksaw (gespielt von Benicio Del Toro) und David Sweat hat sie zur Flucht verholfen. Gespielt wird Tilly von der amerikanischen Schauspielerin Patricia Arquette. Sie hat in vielen Filmen, u.a. „True Romance“, „Flirting with Disaster“„Lost Highway“ und auch TV-Serien („Medium“, „Boardwalk Empire“, „CSI: Cyber“) mitgespielt. Für ihre Performance in Boyhood hat sie den Oscar gewonnen. Sie wurde auch bereits mit einem Emmy für ihre Rolle in der TV-Serie „Medium“ ausgezeichnet. Sie ist die Schwester der Schauspieler Richmond, Alexis, David und Rosanna Arquette. 

David Sweat ist ein verurteilter Mörder, der bereits seit 12 Jahren in dem Hochsicherheitsgefängnis in Dannemora einsitzt. Er hat eine Affäre mit der Gefängnisangestellten Tilly (gespielt von Patricia Arquette). Befreundet ist er mit dem Gefängnisinsassen Hacksaw (gespielt von Benicio Del Toro). Den beiden gelingt schließlich auch die Flucht aus der Clinton Correctional Facility. Gespielt wird David Sweat von dem amerikanischen Schauspieler, Drehbuchautor und Filmemacher Paul Dano. Mir ist er das erste Mal in „Little Miss Sunshine“ aufgefallen, kurz darauf beeindruckte er bereits neben Daniel-Day Lewis in PTAs There Will Be Blood und seither gucke ich auch Filme seinetwegen. Er hat u.a. in The Good Heart, Being Flynn, 12 Years a Slave, Prisoners, Love & Mercy  und Youth mitgespielt. Mit Wildlife gab er sein Regiedebüt.

Gene Palmer ist ein Gefängniswärter, der sich mit dem Insassen Richard Matt (gespielt von Benicio del Toro) etwas angefreundet hat. Gespielt wird Gene Palmer von dem amerikanischen Schauspieler David Morse. Er hat in vielen Filmen („The Negotiator“, „The Green Mile“, Disturbia, The Hurt Locker und auch in einigen TV-Serien (u.a. „St. Elsewhere“, „Medium“, „True Detective“) mitgespielt. Für seine Performance in der  TV-Serie „House“ und dem Mehrteiler „John Adams“ hat er jeweils eine Emmy-Nominierung erhalten. 

Lyle Mitchell arbeitet im Gefängnis. Er ist seit über 20 Jahren mit Tilly (gespielt von Patricia Arquette) verheiratet. Lyle wird von dem amerikanischen TV- und Filmschauspieler Eric Lange gespielt. In vielen TV-Serien hatte er kleinere Gastauftritte, In dem Mehrteiler Waco und in den TV-Serien „The Bridge“ und  „Narcos“ hatte er eine größere Rolle. Auch war er in dem Film Wind River zu sehen. 

„Escape at Dannemora“ ist für einige Emmy-Nominierungen im Gespräch, u.a. Best Limited Series, Best Actress Limited Series/Movie (Patricia Arquette), Best Actor Limited Series/Movie (Benicio del Toro), Best Supporting Actor Limited Series/Movie (Paul Dano). Update: The Academy of Television Arts & Sciences hat „Escape at Dannemora“ für 12 Emmys nominiert  (darunter Limited Series, Lead Actor in a Limited Series (Benicio Del Toro), Lead Actress in a Limited Series (Patricia Arquette), Supporting Actor in a Limited Series (Paul Dano)  Die Primetime Emmy Awards-Verleihung findet am 22.09.19 statt, die Creative Arts Emmy Awards werden am 15.09.19 verliehen. 

Escape at Dannemora“ wurde erstmalig vom 18.11.18 – 30.12.18 auf dem amerikanischen Pay-TV-Sender Showtime gezeigt. In Deutschland ist dieser Mehrteiler seit dem 19.12.18 auf Sky zu sehen. 

Trailer zu sehen: 

 

San Francisco – Film: „Wildlife“

Ich war am 14.11.18 in San Francisoo und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Wildlife“ (dt. Kinostart: 11.04.19)  104 min  drama, adpatation

dir. Paul Dano  cast: Ed Oxenbould, Carey Mulligan, Jake Gyllenhaal, Bill Camp, Darryl Cox

 

Im Jahr 1960. Der 14-jährige Joe (Ed Oxenbould) ist mit seinen Eltern Jeanette (Carey Mulligan) und Jerry (Jake Gyllenhaal) nach Montana gezogen. Sein Vater verliert jedoch schon bald seinen Job und beschließt dann auch noch, sich anderen Männern anzuschließen, um die nahenden Waldbrände zu bekämpfen. Joe bleibt mit seiner Mutter allein zurück und muss irgendwann mitansehen, wie sie eine Affäre mit einem viel älteren Mann (Bill Camp) beginnt…

 

B (Wertung von A bis F) „Wildlife“ basiert auf Richard Fords gleichnamigen Roman. Es ist das Regiedebüt des amerikanischen Schauspielers Paul Dano („Little Miss Sunshine“, There Will Be Blood, 12 Years a Slave, Prisoners, Love & Mercy). Das Drehbuch hat Paul Dano zusammen mit seiner Partnerin Zoe Kazan (die vordergründig als Schauspielerin aus Filmen wie Ruby Sparks, The Big Sick, The Ballad of Buster Scruggs bekannt ist) geschrieben. 

Paul Dano ist nicht nur ein exzellenter Schauspieler, sein vielversprechendes Regiedebüt zeugt auch von einem Talent als Filmemacher. Er hat einen Blick für Szenenbilder und dafür, wie man die Handlung und die Charaktere am besten in Szene setzt. Etwas arbeiten muss er noch an der Auswahl eines geeigneten Hauptdarstellers. Ed Oxenbould mangelt es an Ausstrahlung und Leinwandpräsenz und erschwerend dazu kommt noch, dass er seinen Filmeltern (Carey Mulligan und Jake Gyllenhaal) nicht im Entferntesten ähnlich sieht. Während des Films habe ich mir überlegt, ob Paul Dano vielleicht seiner Freundin Zoe Kazan einen Gefallen tun wollte und ihren jüngeren Bruder besetzt hat. Optisch ähnelt er nämlich tatsächlich Paul Danos Freundin. Die Geschichte hier wird aber nun aus der Perspektive von Ed Oxenboulds Charakter erzählt und damit ist der Junge quasi in jeder Szene zu sehen. Mit einem anderen, sympathischeren und talentierteren Jungen hätte mir der Film noch wesentlich besser gefallen. 

Carey Mulligan spielt Jeanette, eine frustrierte Ehefrau und Mutter. Viel zu jung hat sie geheiratet und ihren Sohn bekommen. Jetzt, mit Mitte 30 ist ihre Jugend vergangen, das Leben und einige verpasste Chancen haben aus ihr diese griesgrämige, zynische Frau gemacht. Solche Frauenfiguren sieht man in Filmen, die aus den 1960er Jahren stammen oder in der Zeit spielen eher, selten. Carey Mulligan spielt diese Jeanette so wahrhaftig, dass man kaum die Augen von ihr lassen kann. Es ist fesselnd zu beobachten, was sie ihrem 14-jährigen Sohn noch alles zumutet.

„Wildlife“ ist im Gespräch für einige Oscar-Nominierungen, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Ed Oxenbould),  Beste Hauptdarstellerin (Carey Mulligan), Bester Nebendarsteller (Jake Gyllenhaal), Bestes adaptiertes Drehbuch

„Wildlife“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2018 gezeigt. Der Film ist am 19.10.18 in vier amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er landesweit in 105 Kinos. Ich wollte den Film ursprünglich bereits auf dem NYFF56 sehen, hatte jedoch online kein Ticket erwerben können und habe den riesigen Andrang für diesen Film (und die anschließende Q & A) völlig unterschätzt. Als ich etwas mehr als eine Stunde vor Filmbeginn die Alice Tully Hall erreichte, standen bereits mindestens 60 Leute in der Stand-by-Ticket-Schlange, ich gab mich geschlagen und hatte mindestens zwei Stunden schlechte Laune. In Deutschland soll der Film ab dem 11.04.19 in den Kinos laufen. 

Trailer zu sehen: 

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Favourite„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: möglicher Oscar-Kandidat. Yorgos Lanthimos neuer Film mit Olivia Colman, Rachel Weisz und Emma Stone

Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits auf dem NYFF56 gesehen


Trailer v. Film: „At Eternity´s Gate„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Neuer Film des Künstlers Julian Schnabel. Ein Biopic über Vincent van Gogh mit Willem Dafoe in der Hauptrolle

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen


Trailer v. Film: „Shoplifters„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: japanischer Film und Goldene-Palme-Gewinner 2018

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Burning„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: koreanischer Film und Verfilmung einer Kurzgeschichte von Haruki Murakami

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

NYFF56: Der Beginn der Warteschlange für SB-Tickets für das „Wildlife“-Screening

 

L.A. – Film: „Swiss Army Man“

Ich war am 05.07.16 in Los Angeles und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„Swiss Army Man“ (dt. Kinostart: 13.10.16) 95 min drama, comedy
dir. Daniel Scheinert, Daniel Kwan cast: Paul Dano, Daniel Radcliffe, Mary Elizabeth Winstead

 
Hank (Paul Dano) ist auf einer einsamen Insel gestrandet und will sich gerade das Leben nehmen, als er einen angeschwemmten Leichnam (Daniel Radcliffe) entdeckt…

 
B+ (Wertung von A bis F) „Swiss Army Man“ ist das Langfilmdebüt der „Daniels“ (Daniel Scheinert und Daniel Kwan). Bislang hat das Regie-Duo vorwiegend Musikvideos inszeniert.

Voraussichtlich können die wenigsten Zuschauer mit diesem Film etwas anfangen. Sogar auf dem Sundance Film Festival haben einige Zuschauer die Vorstellung vorzeitig verlassen. Man wird es wohl nicht verhindern können, dass „Swiss Army Man“ in der Kurzbeschreibung als „Furzender-Leichnam-Film“ bezeichnet wird. Es lohnt sich aber, etwas hinter die Kulisse zu blicken. Man wird eine originelle und einmalige Geschichte über Liebe, Einsamkeit und das Anderssein entdecken.

Sicherlich musste auch ich in diese abgedrehte Geschichte erst mal reinwachsen. Die Szene in dem nachgebauten Bus hat mein Herz sofort berührt, einige Szenen haben mir richtig gut gefallen, es gab aber auch ein paar, die mich irritiert und rätselnd zurückgelassen haben. Mittlerweile sind einige Tage vergangen, meine Theorie zu Hank und Manny hat sich festgesetzt. Jeder wird aber seine eigene zu den Charakteren und der Geschichte haben, man muss sich nur auf den Film einlassen (wollen). „Swiss Army Man“ ist sicherlich albern, absurd, manchmal abstossend, aber tiefgründiger als man zunächst vermutet.

 
In den ersten, vielleicht zehn Minuten des Films habe ich mir überlegt, was sich Paul Dano wohl beim Lesen des Drehbuchs gedacht hat. Später habe ich mir ein Interview angehört, in dem er gesagt hat, dass er für den Film zugesagt hat, als er diese „Jet-Ski-Szene“ zu Beginn des Films gelesen hat. Er fand das so abgedreht und hätte jeden Schauspieler um diese Szene beneidet. Seit gut zehn Jahren (und dem Film „Little Miss Sunshine“) bin ich Fan von Paul Dano. Nach diesem Film hatte ich das dringende Bedürfnis, mir auf Netflix „There Will Be Blood“ noch einmal anzuschauen. Paul Dano hat seinerzeit tatsächlich schon auf einer Augenhöhe mit Daniel Day Lewis gespielt. Mit 12 Years a Slave, Love & MercyYouth und jetzt „Swiss Army Man“ bin ich überzeugt, dass er ALLES spielen kann.

Daniel Radcliffe macht seine Sache überraschend gut. Gut, ausdruckslos kann er, aber diese Rolle erfordert Mut und den scheint er zu haben. Mary Elizabeth Winstead (10 Cloverfield Lane) hätte in diesem Film durch quasi jede andere Schauspielerin ersetzt werden können.

 
Der amerikanische Regisseur Shane Caruth (Upstream Color) ist während der Dreharbeiten am Set aufgekreuzt und da die beiden Filmemacher noch keine Besetzung für den Leichenbeschauer hatten, hat Shane Caruth kurzerhand die Rolle übernommen.

„Swiss Army Man“ ist ein Film meines amerikanischen Lieblingsverleihers A24. Seit dem Jahr 2013 verwöhnt A24 den amerikanische Indie-Filmliebhaber mit einigen Perlen. Die folgenden Filme fand ich mindestens sehenswert: „The Spectacular Now“, „Enemy“, „Under the Skin“, „Locke“, „The Rover“, „A Most Violent Year“, „While We´re Young“, „Ex Machina“, „Mojave“, „Slow West“, „Amy“, „The End of the Tour“, „Mississippi Grind“, „The Lobster“, „Room“, „The Witch“, „De Palma“ und nun auch „Swiss Army Man“.

Der Soundtrack von „Swiss Army Man“ wurde von zwei Mitgliedern der amerikanischen Indie-Band Manchester Orchestra komponiert. Ich glaube, ich werde mir diese Filmmusik zulegen.

 
„Swiss Army Man“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2016 gezeigt. Auf diesem Filmfestival wurden die Regisseure für diesen Film mit dem Directing Award: Dramatic ausgezeichnet. Der Film wurde am 24.06.16 in drei amerikanischen Kinos gestartet. Seit dem 01.07.16 war „Swiss Army Man“ dann landesweit in den U.S.A. zu sehen. Der deutsche Kinostart ist der 13.10.16.

 
Trailer zu sehen:

Ich mag die Website:

http://swissarmyman.com

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Florence Foster Jenkins„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Stephen Frears neuer Film. Biopic mit Meryl Streep – Haben wir da die 20. Oscar-Nominierung von Meryl?
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Equity„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Frauen und Wall Street – spricht mich sofort an. Mit Anna Gunn von „Breaking Bad“
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Bridget Jones´s Baby„
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Wer – um Himmels Willen – guckt freiwillig so einen Mist?
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: nie…mals

Trailer v. Film: „Lights Out„
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer, glaube ich)
Kommentar: Horrorfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bei mind. 70% Rotten Tomatoes

Trailer v. Film: „Absolutely Fabulous: The Movie„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Ich war nie Fan von „Ab Fab“, aber der Trailer sieht irgendwie erfrischend aus.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: vielleicht

Trailer v. Film: „Free Fire„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Ben Wheatleys neuer Film mit Brie Larson, Sharlto Copley, Cillian Murphy, Sam Riley
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: vielleicht

Trailer v. Film: „American Honey„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Roadmovie mit Shia LaBeouf
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 

 

 

Amsterdam – Film: „Youth“

Ich war am 05.11.15 in Amsterdam und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Youth“ (Originalfilmtitel: „La giovinezza“, dt. Filmtitel: „Ewige Jugend“, dt. Kinostart: 26.11.15) 119 min drama, comedy
dir. Paolo Sorrentino cast: Michael Caine, Harvey Keitel, Rachel Weisz, Paul Dano, Jane Fonda

Der pensionierte Komponist und Dirigent Fred Ballinger (Michael Caine) verbringt mit seiner Tochter Lena (Rachel Weisz) und seinem besten Freund Mick (Harvey Keitel) einen Urlaub in einem luxuriösen Wellness-Hotel in den Schweizer Alpen. Mick ist Regisseur und arbeitet an seinem neuen, wohl letzten Film. Fred Ballinger wird von einem Abgesandten des britischen Königshauses aufgesucht und gebeten, noch einmal ein Konzert anlässlich des Geburtstages des Gemahlen der Queen zu geben. Der berühmte Dirigent lehnt dies aus persönlichen Gründen ab und geniesst weiter seinen Urlaub.

A- (Wertung von A bis F) Nach „This Must Be the Place“ ist „Youth“ der zweite englischsprachige Film des italienischen Regisseurs Paolo Sorrentino.

Die Magie der Bilder. Wenn man nicht weiß, was darunter zu verstehen ist, sollte man sich von Paolo Sorrentinos bildgewaltigen Filmen verführen lassen. „Youth“ ist ein visuelles Meisterwerk. Ich glaube, ich brauchte keine 20 Minuten um zu wissen, dass dieser Film (wie bereits sein Vorgängerfilm The Great Beauty) unwiderruflich in meiner Bestenliste auftauchen wird.

Michael Caine ist ein Ausnahmeschauspieler. Allein wenn ich seine Stimme höre, wird mir warm ums Herz. Der zweimalige Oscar-Gewinner verleiht dem schlechtesten Film noch so etwas wie Würde. Die Lobeshymnen auf seine Performance in „Youth“ sind natürlich gerechtfertigt. Harvey Keitels Performance fand ich aber gleichwertig und wird bei den Kritikern zu selten hervorgehoben.

Ich liebe Paul Dano – sowieso und besonders seinen Charakter hier. Er spielt einen Hollywood-Schauspieler, mehr sei nicht verraten. In seinem Wesen, zurückhaltend, meist in sich ruhend, Situationen aufsaugend, wach und interessiert alles beobachtend, habe ich mich wahrscheinlich selbst wiedererkannt. Mit Danos Performance in „Youth“ als Unterstützung sollte es doch möglich sein, dass er eine so wohlverdiente Oscar-Nominierung für Love & Mercy bekommt.

Anfangs war ich etwas irritiert von Jane Fondas Auftritt, sie wirkte auf mich zunächst beinahe wie ein alternder Transvestit und ich wusste das nicht wirklich einzuordnen (rückblickend muss ihr Aussehen aber beabsichtigt sein, wenn man sich die Perfektion der restlichen Inszenierung des Filmemachers anschaut), dann aber wenn sie mit ihrem Monolog über die Filmindustrie loslegt und immer mehr in Fahrt gerät, war ich ganz bei ihr. Vielleicht ist Jane Fonda nicht länger als 6 oder 7 Minuten im gesamten Film zu sehen, aber ihre Performance ist nachhaltig.

„Youth“ wurde erstmalig auf dem Cannes Film Festival 2015 gezeigt. Der Film soll am 4.12.15 in einigen amerikanischen Kinos starten. Ich habe in einem Kino in Amsterdam gesehen. Gezeigt wurde die Originalfassung mit niederländischen Untertiteln.

„Youth“ wurde kürzlich fünfmal für den Europäischen Filmpreis nominiert und ist für folgende Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Michael Caine), Bester Nebendarsteller (Harvey Keitel), Beste Nebendarstellerin (Jane Fonda, Rachel Weisz), Bestes Originaldrehbuch und einige technische Kategorien

Update: „Youth“ hat 1 Oscar-Nominierung in der Kategorie Bester Song erhalten.

 

Der amerikanische Trailer gibt den Film nicht so gut wieder, daher habe ich mich entschieden, auf den internationalen Trailer hinzuweisen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Son of Saul“ (wortloser Trailer)
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: ungarisches Holocaust-Drama und wohl sicherer Gewinner des Oscars in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Star Wars: The Force Awakens“ (gezeigt in der OmU)
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: J.J. Abrams Star Wars-Film – interessiert mich null.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Kino in Amsterdam: Für mich war es das erste Mal, dass ich in Amsterdam im Kino war. In Amsterdam werden ALLE Filme in der Originalfassung mit niederländischen/ oder englischen Untertiteln gezeigt. Mit dem Kriterion (Roetersstraat 170, 1018 WE Amsterdam) habe ich ein sehr schönes Programmkino gefunden. Die Kinokarte kostete 9,50 EUR, dafür gibt´s aber freie Platzwahl (ich habe mir sagen lassen, dass dies leider nicht üblich ist in Amsterdam). Die Sitze zumindest im Kinosaal 1 waren neu und bequem. Insgesamt wurden 10 Minuten Werbung und Trailer gezeigt.

amerikanisches Filmplakat von "Youth"
amerikanisches Filmplakat von „Youth“
Das Kriterion in Amsterdam
Das Kriterion in Amsterdam

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Berlin (ale) – Film: "Love & Mercy"

Ich war am 9.2.15 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Love & Mercy“ (dt. Kinostart: 11.06.15) 122 min drama, biopic
dir. Bill Pohlad cast: Paul Dano, John Cusack, Paul Giamatti, Elizabeth Banks, Kenny Wormald

In den 1980er Jahren trifft Brian Wilson (John Cusack) auf die hübsche Autoverkäuferin Melinda (Elizabeth Banks). Sie hat zunächst keine Ahnung wer er ist und mit was für Problemen er sich herumschlägt. Ständig wird er von seinem Psychotherapeuten Dr. Gene Landy (Paul Giamatti) und Anderen begleitet. Brian Wilson ist Begründer und der kreative Kopf der Beach Boys. Als Brian Wilson (Paul Dano) zwanzig Jahre zuvor die ganzen Hits komponierte, hatte er bereits psychische Probleme. Ein Grund dafür ist in seiner Kindheit zu finden.

B- (Wertung von A bis F) „Love & Mercy“ ist ein biografisch angelegtes Drama über Beach Boys-Gründer Brian Wilson.

Am Ende des Films habe ich mir gedacht, schade, dass Brian Wilson ein nicht noch besserer Film gewidmet wurde. Durch Paul Danos Performance habe ich den Musiker irgendwie ins Herz geschlossen.

Der Film hat einige Schwächen, zum einen springt er andauernd von der Zeit in den 1960er Jahren in die Zeit der 1980er Jahre. Irgendwann wollte ich aber die frühere, in meinen Augen interessantere Geschichte und Paul Dano, der den jungen Brian Wilson portraitiert, nur noch ungern verlassen. Die in den 1980er Jahren erzählte Geschichte dreht sich irgendwie im Kreis, kommt nicht wirklich voran und ist sehr deprimierend. Mir ging auch Paul Giamattis Charakter auf die Nerven (der Schauspieler selbst war auch schon mal in besserer Form). Noch dazu fand ich, dass John Cusack mit der Rolle des älteren, psychisch sehr kranken Musikers überfordert ist. Ich mochte John Cusack in seinen jungen Jahren wirklich gerne. Auch später in den RomComs empfand ich ihn immer als Sympathieträger. Mit u.a. „Grosse Pointe Blank“, „Midnight in the Garden of Good and Evil“ und „High Fidelity“ kann er sogar großartige Filme vorweisen. Ich weiss nicht genau, seit wann ich ein Problem mit John Cusack habe. Vielleicht seitdem er als Charaktermime wahrgenommen werden möchte. In „Love & Mercy“ hat man den direkten Vergleich mit einem Schauspieler (Paul Dano), dem das Talent und die Wandelbarkeit im Blut liegt und einem (John Cusack), der zwar sein Bestes gibt, aber schauspielerisch schnell an seine Grenzen kommt.

Ich liebe Paul Dano There Will Be BloodThe Good Heart, Prisoners, 12 Years a Slave. Für mich ist er ein Ausnahmetalent, der vielleicht dafür geboren ist, anderen die Show zu stehlen. Mir fällt es schwer, auf andere Schauspieler zu achten, wenn er im Bild ist. Auch in diesem Film verschwindet er wieder hinter seiner Figur. Für diese Rolle hat er ordentlich an Gewicht zugelegt. Paul Dano spielt Brian Wilson so, dass mir das Herz aufgegangen ist. Was für eine sensible Künstlerseele. Durch insbesondere Paul Danos Performance habe ich verstanden, was Brian Wilson bewegt und wie er tickt.

Meine Lieblingssequenz im Film war für mich die „Good Vibration“-Sequenz.

„Love & Mercy“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival gezeigt. Der Film hat mit Roadside Attractions einen amerikanischen Verleiher gefunden und startet 5.6.15 in den amerikanischen Kinos. Ich habe den Film in der OmU auf der Berlinale 2015 (Berlinale Special Gala) gesehen. Im Friedrichstadt-Palast feierte der Film seine Europapremiere in Anwesenheit von u.a. dem Komponisten und Gründer der Beach Boys, Brian Wilson, seiner Frau Melinda, dem Regisseur Bill Pohlad, sowie den Schauspielern Paul Dano und Elizabeth Banks. (ich habe ein paar Bilder reingestellt).

Update: „Love and Mercy“ ist für folgende Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Paul Dano), Bester Nebendarsteller (John Cusack), Beste Nebendarstellerin (Elizabeth Banks), Bestes Originaldrehbuch

Trailer zu sehen:

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D.C. – Film: "12 Years a Slave"

Ich war am 23.10.13 und am 29.10.13 in Washington und habe mir im Kino angeschaut:

„12 Years a Slave“ (dt. Kinostart: 16.01.14) 133 min drama, biopic, adaptation
dir. Steve McQueen cast: Chiwetel Ejiofor, Michael Fassbender, Benedict Cumberbatch, Paul Dano, Paul Giamatti, Lupita Nyong`o, Sarah Paulson, Brad Pitt, Quvenzhané Wallis, Dwight Henry

Saratoga, New York im Jahr 1841. Der Afro-Amerikaner Solomon Northup (Chiwetel Ejiofor) ist ein gebildeter, gesellschaftlich anerkannter und freier Mann. Er hat eine Frau und zwei Kinder. Ein talentierter Musiker ist er, er spielt Violine. Er lernt zwei Männer kennen, die ihm einen Job anbieten. Für wenige Auftritte in Washington kann er gutes Geld verdienen. Solomon Northup schliesst sich den beiden Männern an, seine Frau und die Kinder sind sowieso für drei Wochen nicht in der Stadt. Noch bevor sie zurück sind, wird er wieder Zuhause sein. Nach einem Auftritt verbringt er einen netten Abend mit den Männern. Am nächsten Morgen wacht er eingesperrt in einem Kellerloch auf, er ist angekettet. Eine andere Identität soll er annehmen, denn er wird als Sklave in die Südstaaten verkauft…

A (Wertung von A bis F) „12 Years a Slave“ beruht auf einer wahren Geschichte. Der Film basiert auf Solomon Northups Autobiografie „Twelve Years a Slave“.

„12 Years a Slave“ ist kein Hollywoodfilm, kein Film über die Sklaverei, wie ihn sich Hollywood-Produzenten vorstellen. Der Film ist von einem Künstler, dem schwarzen britischen Künstler Steve McQueen.

Es hat nicht lange gedauert, jedenfalls keine dreißig Minuten, da wusste ich, dass „12 Years a Slave“ festgesetzt in meiner Top Ten für Filme aus dem Jahr 2013 landen wird. Vielleicht ist es sogar einer der besten Filme, die ich je gesehen habe. „12 Years a Slave“ ist mit Sicherheit kein Film, den man so toll findet, dass man anschließend mit Konfetti um sich werfen möchte. Die Sklaverei ist sicherlich eines der schlimmsten Verbrechen, die die Amerikaner je begangen haben. Dieser Teil der amerikanischen Geschichte verdiente lange einen großartigen Film, „12 Years a Slave“ ist dieser Film. Er ist nicht nur wegen seiner Thematik bedeutend, künstlerisch ist es auch ein sehr facettenreicher Film.

Was für ein schreckliches Schicksal und was für eine unfassbare Geschichte. Ein freier Mann, der im Bundesstaat New York ein Leben in der Mittelschicht geführt hat, wird entführt, verkauft und landet schließlich als Sklave bei einem brutalen Plantagenbesitzer. Von einem Tag auf den nächsten ist sein komplettes vorheriges Leben vorbei. Als gebildeter Mensch, dummen, reichen und sadistischen Menschen ausgeliefert zu sein, ist wohl außerhalb jeglicher Vorstellungskraft. Solomon Northup muss die Identität eines entflohenen Sklaven annehmen, sich dumm stellen, lernen sich anzupassen, damit sein Leben nicht noch unerträglicher wird. Er muss sich mit seinem neuen Leben arrangieren, aber kann man das? Wird man nicht immer irgendetwas versuchen, um sich aus dieser grauenvollen Situation zu befreien? Solomon Northup entwickelt eine Überlebensstrategie, eigentlich ist es auch keine Strategie, er versucht einfach zu überleben. Dabei sieht und fühlt man, seine Hoffnung schwinden, jemals wieder aus dieser Gefangenschaft befreit zu werden. Spät im Film gibt eine sehr eindrucksvolle Szene, bei er man sieht, dass er alle Hoffnung verloren hat. Entgegen seiner Gewohnheiten beteiligt sich Solomon Northup langsam an einem Ritual der Sklaven, ab dem Moment hat er sich wohl damit abgefunden, selbst einer von ihnen zu sein.

Der Sound in dem Film, neben allen anderen Dingen, ist auch hervorragend. Die Filmmusik ist von Hans Zimmer, der sich aber sehr zurückhält. In den prägnantesten Szenen kommt der Film ohne (oder fast ohne) Musik aus. Es sind die Hintergrundgeräusche oder beispielsweise das Singen oder das Weinen eines der Charaktere, das von einer Szene in die nächste überlappt.

„12 Years a Slave“ ist ein beängstigend realistischer, atmosphärischer, sehr künstlerischer, in vielen Momenten aber auch kaum zu ertragender Film, an den man sich lange zurückerinnern wird. Steve McQueen ist kein Steven Spielberg, der Ereignisse oder Geschichten überdramatisiert und der die Gefühle der Zuschauer versucht, zu beeinflussen oder zu manipulieren. Beispielsweise gibt es hier ein Frau, eine Sklavin, die andauernd laut weint (sie hat auch allen Grund dazu), ich als Zuschauer wollte einfach, dass sie sich endlich beherrscht und ruhig ist. Steven Spielberg hätte diese Figur sehr wahrscheinlich ganz anders gezeigt, hochdramatische Musik unterlegt, etc.

„12 Years a Slave“ hat mich sehr berührt, aber ich habe mich gefragt, warum bei mir eigentlich so gut wie keine Tränen geflossen sind. Ich habe mir den Film innerhalb von einer Woche 2x angeschaut. Auch beim zweiten Mal war ich zu sehr in der Geschichte gefangen, irgendwie in Schockstarre, ein hilfloser Beobachter der Ereignisse, der unfähig ist, zu reagieren.

Auch bei diesem Film muss ich wieder dringend empfehlen, ihn in der Originalfassung zu gucken. Die Sprache spielt hier eine wichtige Rolle, die Sklaven, insbesondere Solomon Northup sprechen hier kultiviertes Englisch, nicht wie man es sonst aus einem Hollywood-Film oder einer Serie über die Sklaverei kennt.

Michael Fassbender hat angegeben, dass er kein weiteres Mal für eine Oscar-Kampagne zur Verfügung stehen wird. Das braucht er auch nicht, seine Performance ist so nuanciert, was er hier zeigt ist eine eindeutige Oscar-Performance. Michael Fassbender ist Edwin Epps. Das einzige was zu einer Nicht-Nominierung von Michael Fassbender führen kann, ist, dass sein Charakter grundböse ist. Die Academy ist solchen Charakteren nicht wohlgesonnen. Die bösen Filmfiguren, die in der Vergangenheit für einen Oscar nominiert und ausgezeichnet wurden (und da denke ich an Anthony Hopkins als Dr. Hannibal Lecter, Javier Bardem als Anton Chigurh oder Christoph Waltz als Hans Landa) hatten allesamt entweder etwas charismatisches, originelles oder charmant-witziges. Das bietet Michael Fassbender als Edwin Epps nicht. Heute ist der 1. November 2013 und ich kann mir zu diesem Zeitpunkt nicht vorstellen, welcher Schauspieler Michael Fassbender diesen Oscar „klauen“ kann.

Der britische Regisseur Steve McQueen hat mit Hunger, Shame und „12 Years a Slave“ erst drei Spielfilme inszeniert. Alle drei Filme sind in meinen Augen großartig. In allen drei Filmen spielt Michael Fassbender entweder die Hauptrolle oder wie in „12 Years a Slave“ eine sehr wichtige Rolle. Steve McQueens Filme könnten nicht unterschiedlicher sein, und die Charaktere, die Michael Fassbender in diesen Filmen gespielt hat, könnten nicht verschiedener sein. Wenn man es bis heute noch nicht begriffen hat, dann spätestens mit „12 Years a Slave“, Michael Fassbender ist einer der besten Schauspieler unserer Zeit.

Es gab aber noch andere herausragende Performances in „12 Years a Slave“. Ich würde, aber da scheiden sich die Geister, auch Paul Dano für den Oscar nominieren. Er ist der fiese Rassist und zugleich ein armseliges Würstchen. Natürlich gibt auch Chiwetel Ejiofor eine Oscar-Performance. Seine Angst, seine Verzweiflung und seine Hoffnungslosigkeit transportiert sich auf den Zuschauer. Die Szenen zwischen Chiwetel Ejiofor und Michael Fassbender sind mit die besten im Film. Von Lupita Nyong ´o war ich zunächst nicht so beeindruckt, ich fand sie zu ausdruckslos. Aber hier hat eine zweite Sichtung des Films geholfen, definitiv hätte sie eine Oscar-Nominierung verdient, wesentlich eher als beispielsweise Oprah Winfrey.

Der einzige Schauspieler mit dem ich wirklich Probleme hatte, war Brad Pitt. Brad Pitt kann nichts dafür, dass er ein berühmter Hollywoodstar ist. Seine Präsenz hat mich aber unmittelbar aus dem Film katapultiert. Wenn man Michael Fassbender und Brad Pitt zusammen spielen sieht, dann sieht man ganz deutlich, wer der Schauspieler und wer der Filmstar ist. Brad Pitts Rolle im Film ist wichtig, für den Film wäre es besser gewesen, wenn ein anderer Schauspieler diesen Charakter gespielt hätte. Brad Pitt könnte aber dennoch seinen ersten Oscar gewinnen, nicht als Schauspieler (logisch), aber als Produzent von „12 Years a Slave“.

Ich war geneigt, einen Punktabzug zu geben. Brad Pitt, wie gesagt, der mich aus dem Film warf und bei der zweiten Sichtung empfand ich die Filmmusik zum Schluss auch etwas zu aufdringlich. Aber das ist mäkeln auf einem so hohen Niveau und eine Verschlechterung meiner Bewertung würde dem gesamten Film nicht gerecht werden, daher bleibe ich bei meiner Bewertung.

Die Oscar-Academy hat sich in den letzten paar Jahren viel Mühe gegeben, ihr Image zu verbessern. Viele neue Einladungen an junge Künstler wurden verschickt, die Academy sollte nicht mehr hauptsächlich aus weißen, alten Männern bestehen. Präsidentin der Academy ist seit einigen Monaten die Afro-Amerikanerin Cheryl Boone Isaacs. Die Academy könnte im Jahr 2014 den ersten schwarzen Regisseur mit einem Oscar auszeichnen. Ein fantastischer Film über die Sklaverei könnten den Oscar als Bester Film gewinnen.

„12 Years a Slave“ könnte nächstes Jahr Oscar-Geschichte schreiben und ich hoffe, er tut es.

„12 Years a Slave“ ist für folgende Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Chiwetel Ejiofor), Bester Nebendarsteller (Michael Fassbender), Beste Nebendarstellerin (Lupita Nyong ´o) Bestes adaptiertes Drehbuch, Bestes Szenenbild, Beste Kamera, Beste Kostüme, Bester Schnitt, Bestes Make-up und beste Frisuren, Bester Ton, Bester Tonschnitt

„12 Years a Slave“ wurde erstmalig auf dem Telluride Film Festival 2013 gezeigt. Fortan galt er als Kritikerliebling und damit als Favorit auf den Oscar-Gewinn als Bester Film. Zu diesem Zeitpunkt hat aber noch niemand den Film „Gravity“ gesehen hat und entsprechend waren die sensationellen Einspielergebnisse von Gravity auch noch nicht bekannt. Das „12 Years a Slave“ nicht nur hervorragend bei den Kritikern ankommt, sondern auch bei dem Publikum, hat das Toronto International Film Festival 2013 gezeigt. Dort hat „12 Years a Slave“ den Publikumspreis gewonnen hat.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Mandela: Long Walk to Freedom“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Biopic über Nelson Mandela mit Idris Elba in der Hauptrolle.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x (3x)
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Nebraska“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Oscar-Film. Um so öfter ich den Trailer sehe, um so besser gefällt er mir.
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x (4x)
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Best Man Holiday“
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Komödie, bei der ich wohl eher nicht die Zielgruppe bin.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x (2x)
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Her“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Spike Jonzes neuer Film mit Joaquin Phoenix. Das ist ganz MEIN Film, vielleicht auch ein Oscar-Film. Dem Trailer nach auch eine Oscar-Performance von Joaquin Phoenix.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x (3x)
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%!!!

Trailer v. Film: „Pompeii“
Bewertung des Teasers: B
Kommentar: Film von Paul W.S. Anderson, der im Februar 14 ins amerikanische Kino kommt…der kann gar nicht gut sein. Da ich mir die Ausgrabungen von Pompeji dieses Jahr das erste Mal live angeschaut habe, habe ich mir überlegt, dem Film vielleicht doch eine Chance zu geben.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x (2x)
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 51%

Trailer v. Film: „Belle“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: britischer Kostümfilm mit Tom Wilkinson, Miranda Richardson, Matthew Goode, etc. Ich weiß trotzdem nicht…
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x (1x)
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 49%

Trailer v. Film: „Black Nativity“
Bewertung des Trailers: nicht bewertbar, da ich mir die Ohren zuhalten musste
Kommentar: Film mit Forest Whitaker, Angela Bassett, aber leider auch mit Jennifer Hudson und vor allen Dingen ihre quietschige Stimme
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x (1x)
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: niemals

NYC – Film: "Prisoners"

Ich war am 22.09.13 in New York und habe mir im Kino angeschaut:

„Prisoners“ (dt. Kinostart: 10.10.13) 146 min thriller
dir. Denis Villeneuve cast: Hugh Jackman, Jake Gyllenhaal, Viola Davis, Maria Bello, Terrence Howard, Melissa Leo, Paul Dano

An Thanksgiving sind Keller (Hugh Jackman), seine Frau Grace (Maria Bello) und die beiden Kinder bei ihren Nachbarn, der Birch-Familie eingeladen. Als die beiden kleinen Töchter der Familien verschwinden, wird schnell der Besitzer eines weißen Wohnmobils verdächtigt. Detective Loki (Jake Gyllenhaal) verhört den geistig zurückgebliebenen Alex (Paul Dano), der muss aber bald aus Mangel an Beweisen wieder freigelassen werden. Die Mädchen bleiben spurlos verschwunden. Keller ist felsenfest davon überzeugt, dass Alex die beiden Kinder entführt hat und unternimmt etwas auf eigene Faust, Detective Loki ermittelt hingegen in verschiedene Richtungen…

B- (Wertung von A bis F) Ich glaube, ich bin wieder einmal mit den falschen Erwartungen ins Kino gegangen. Von dem Toronto International Film Festival hat man nur Gutes von „Prisoners“ gehört. „12 Years a Slave“ hat zwar dort überraschend den Publikumspreis gewonnen, aber auf Platz 3 (nach „Philomena“) ist jedoch schon der Film „Prisoners“ gelandet.

Die ganze „Der-Familienvater-dreht-völlig-durch“-Geschichte ist absurd, völlig überzogen und fast ärgerlich. Das hätte man auf ein Minimum beschränken können und dafür etwas mehr über die Protagonisten erzählen können. Auch überschattet diese Story eine eigentlich ganz packende Entführungsgeschichte. Auch wenn der Film in meinen Augen viel zu lang ist, hat er einige gute Spannungsmomente, gescheite, nicht immer vorhersehbare Wendungen und ein gelungenes Ende. Auch ist die Kameraarbeit hervorragend, was nicht groß verwundert, weil dafür Roger Deakins, einer der besten Kameramänner Hollywoods und Lieblingskameramann der Coen Bros., verantwortlich ist.

Durch diesen Film habe ich wieder einmal festgestellt, dass Hugh Jackman einfach kein guter Schauspieler ist. Auch wenn er sich – wie hier – noch so sehr anstrengt. Schauspielerisch empfand ich Jake Gyllenhall („Brokeback Mountain“,“ Jarhead“, Source Code, End of Watch) herausragend. Er wird ein zunehmend besserer Schauspieler. Melissa Leo (The FighterMildred Pierce, Flight) ist erneut kaum zu erkennen, was nur zeigt wie wandelbar sie ist. Sie sehe ich mittlerweie immer als Bereicherung für einen Film.

„Prisoners“ ist in meinen Augen kein Oscar-Film. Wenn jemand aus dem Ensemble nominiert werden sollte, dann Jake Gyllenhaal und vielleicht Melissa Leo. Jakes Rolle sehe ich als Hauptrolle, eine Oscar-Kampagne wird für ihn jedoch für die beste Nebenrolle geführt.

Regisseur Denis Villeneuve hat mich vor ein paar Jahren mit seinem, für den Oscar nominierten, Film „Incendies“ überrascht. Auch wenn ich seinerzeit etwas zu mäkeln hatte, ist er so intensiv, dass er mir bis heute nicht aus dem Kopf geht,

„Prisoners“ wurde in einem sneak screening auf dem Telluride Film Festival gezeigt, offiziell lief er erstmalig auf dem Toronto International Film Festival.

„Prisoners“ ist derzeit im Gespräch für folgende Oscar-Nominierungen: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Hugh Jackman), Bester Nebendarsteller (Jake Gyllenhaal) Bestes Originaldrehbuch, Beste Kameraführung

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Gravity“
Bewertung des Trailer: B- (erster Trailer)
Kommentar: Alfonso Cuaróns neuer Film mit Sandra Bullock und George Clooney. Oscar-Film, den ich unbedingt in IMAX gucken muss.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Her“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Spike Jonzes neuer Film mit Joaquin Phoenix, Amy Adams und Rooney Mara. Oscar-Film? Joaquin macht wieder einen fantastischen Eindruck
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Fifth Estate“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Biopic über WikiLeaks Julian Assange. War mal als Oscar-Film im Gespräch, nach den ersten Screenings nicht mehr so. Mit Benedict Cumberbatch, Daniel Brühl, Stanley Tucci.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Nebraska“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: War mal für den Oscar im Gespräch, dann hat man nicht mehr so viel davon gehört. Ich habe jetzt den Trailer das erste Mal gesehen und für mich ist das ein Oscar-Film. Bruce Dern macht im Trailer schon einen nominierungswürdigen Eindruck.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Dallas Buyers Club“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Biopic und Oscar-Film mit Matthew McConaughey und Jared Leto
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Singapore – Film: "Ruby Sparks"

Ich war am 8.10.12 in Singapur und habe mir im Kino angeschaut:

„Ruby Sparks“ (dt. Titel: „Ruby Sparks – Meine fabelhafte Freundin“, dt. Kinostart: 29.11.12) 104 min drama, comedy
dir. Jonathan Dayton, Valerie Faris cast: Paul Dano, Zoe Kazan, Antonio Banderas, Annette Bening, Steve Coogan, Elliot Gould, Chris Messina

Calvin (Paul Dano) ist einer dieser jungen und hippen Schriftsteller, der schon früh zu Ehre und Geld gekommen ist. Mittlerweile ist er Ende 20 und will einen Folgeroman schreiben. Er hat aber eine Schreibblockade. Als ihm im Traum immer wieder eine junge Frau erscheint, fällt ihm plötzlich wieder ein, über was er schreiben kann. Er schreibt über sie und sich. Er nennt sie Ruby und erfindet eine Persönlichkeit um sie herum. Dann steht Ruby auf einmal in seinem Haus und Calvin denkt, er hat den Verstand verloren…

B- (Wertung von A bis F) „Ruby Sparks“ erzählt nun nicht unbedingt eine Geschichte, die man noch nie gehört hat, es werden aber ein paar neue originelle Aspekte in den Film gebracht. Für eine romantische Komödie ist „Ruby Sparks“ durchaus sehenswert. Der Film hätte mir sicherlich noch mehr gefallen, wenn Zooey Deschanel hier die Hauptrolle gespielt hätte. Die Rolle wäre perfekt für sie gewesen, das hat mich den ganzen Film über beschäftigt. Im Abspann war dann zu lesen, dass Zoe Kazan das Drehbuch zu „Ruby Sparks“ geschrieben hat und da hat die sich dann gleich mal die Titelfigur zukommen lassen. Vielleicht hat es auch geholfen, dass sie im wahren Leben mit Paul Dano („Little Miss Sunshine“, There Will Be Blood, The Good Heart) zusammen ist. Meines Erachtens sollte sie besser beim Schreiben bleiben. Gut gefallen hat mir Annette Bening in der ungewohnten Rolle als Hippie.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The House at the End of the Street“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Horrorfilm mit Elisabeth Shue und Jennifer Lawrence. Lief schon in den U.S.A., hat aber vernichtende Kritiken bekommen, daher erspare ich mir den.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Pitch Perfekt“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Highschool-Comedy/Musical mit Anna Kendrick
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

NYC – Film: "Being Flynn"

Ich war am 15.03.12 in New York und habe mir im Kino angeschaut:

„Being Flynn“ 101 min drama, adaptation
dir. Paul Weitz cast: Paul Dano, Robert De Niro, Olivia Thirlby, Julianne Moore, Lily Taylor

Nick Flynn (Paul Dano) ist bei seiner Mutter Jody (Julianne Moore) aufgewachsen. Sein Vater Jonathan (Robert De Niro) war nie da, er hat sich immer schon für einen der besten amerikanischen Schriftsteller gehalten und sein eigenes Leben geführt. Nicks Mutter hat vor einiger Zeit Selbstmord begangen und Nick sucht jetzt einen Sinn im Leben. Seine Freundin Denise (Olivia Thirlby) arbeitet in einem Obdachlosenasyl und so beginnt auch er, dort zu arbeiten. Nick hat seinen Vater jetzt seit mittlerweile mehr als 18 Jahren nicht mehr gesehen. Eines Tages bekommt er plötzlich einen Anruf von seinem Vater. Kurze Zeit später steht der alkoholkranke Jonathan auf einmal vor seinem Sohn, im Obdachlosenasyl…

C (Wertung von A bis F) „Being Flynn“ basiert auf Nick Flynns Memoiren „Another Bullshit Night in Suck City“

„Being Flynn“ ist deprimierend, aber nicht im herkömmlichen Sinne. Ich weiß nicht, was hier so schief gegangen ist. Die Geschichte hat das Potenzial zu berühren und „Being Flynn“ ist durch die Bank mit grandiosen Schauspieltalenten besetzt, die alle eine sehr gute Performance abgeben. Dennoch hat mich der Film aber nicht erreicht.

Seitdem ich Paul Dano in „Little Miss Sunshine“ das erste Mal wahrgenommen habe, ist er für mich einer der vielversprechendsten und coolsten Jungschauspieler. In There Will Be Blood hat er dann brilliert und anschließend hat er für mich auch jeden Film aufgewertet. So auch hier.

Im Nachhinein sehe ich „Being Flynn“ dennoch irgendwie als lohnenswert an. So habe ich in manchen Szenen (später im Film) einen Robert De Niro gesehen, den ich soo gut seit gefühlten Ewigkeiten nicht mehr gesehen habe. Das alleine war schon einen Kinobesuch wert. In den letzten Jahren ist Robert De Niro immer wieder in Filmen aufgetaucht, die vielleicht noch okay waren, aber auch schnell wieder vergessen. So auch er und seine Performances. Ich habe schon gedacht, dass er etwas von seinem großartigen Talent und seinen Biss verloren hat. „Being Flynn“ zeigt, dass man ihn immer noch zu einem der besten Schauspieler zählen sollte. Ich hoffe inständig, dass er sich in der Zukunft einfach für Projekte entscheidet, die es wert sind verfilmt zu werden und für Regisseure, die aus ihm das rausholen, was in ihm – immer noch – steckt.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Hunter“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: australische Romanverfilmung mit Willem Dafoe, Sam Neill und Frances O´Connor
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 70%

Trailer v. Film: „Damsels in Distress“
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Komödie mit Greta Gerwig und Adam Brody
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 20%

Trailer v. Film: „Delicacy“
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: französische RomCom mit Audrey Tautou… Das sind gleich drei Faktoren, die mich davon abhalten, den Film sehen zu wollen…
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Moonrise Kingdom“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Wes Andersons neuer Film mit Bill Murray, Edward Norton, Frances McDormand, Tilda Swinton und Bruce Willis. „Moonrise Kingdom“ ist der Eröffnungsfilm des Cannes Film Festival dieses Jahr.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

San Francisco – Film: "Cowboys & Aliens"

Ich war am 04.08.11 in San Francisco und habe mir im Kino angeschaut:

„Cowboys & Aliens“ (dt. Kinostart: 25.08.11) 118 min sci-fi, western, action
dir. Jon Favreau cast: Daniel Craig, Harrison Ford, Olivia Wilde, Paul Dano, Sam Rockwell, Adam Beach, Abigail Breslin, Keith Carradine

Im Jahr 1875 in New Mexico. Jake Lonergan (Daniel Craig) wacht in der Wüste auf. Er trägt eine mysteriöse Metallmanschette am Handgelenk und kann sich nicht daran erinnern, wer er ist und wie er dahin gekommen ist. Schon kurz darauf landet er in dem abgelegenen Westernkaff Absolution. Die Einwohner sind ihm nicht gerade wohlgesonnen. Sheriff Taggart (Keith Carradine) erkennt in Jake einen gesuchten Verbrecher. Er gerät in eine Schießerei mit dem durchgeknallten Percy (Paul Dano), Sohn des mächtigen und fiesen Viehzüchters Woodrow Dolarhyde (Harrison Ford). Dann wird die Stadt von Aliens angegriffen und Dolarhydes Sohn und ein paar andere Bewohner der Stadt werden von den Aliens gefangen genommen…

D+ (Wertung von A bis F) „Cowboys & Aliens“ ist eine Film-Adaption der gleichnamigen Comics.

Es kann kein gutes Zeichen sein, wenn mehrere Autoren an einem Drehbuch schreiben. Hier sind es offiziell fünf (man spricht sogar von acht) Autoren, die scheinbar einzeln ihre Ideen eingebracht haben, aber so keinen vernünftigen Film zustande gebracht haben. Sinnlose Filme müssen wenigstens Spaß machen. „Cowboys & Aliens“ ist aber klar vorhersehbar, erscheint extrem lang und langweilig. Als ich kurz davor war einzunicken, passiert auf der Leinwand, für die vielleicht letzten 30 Minuten, auf einmal etwas. Warum denn nicht gleich so? Es ist auch nicht so, dass man in der Zwischenzeit etwas über die einzelnen Charaktere erfährt. „Cowboys & Aliens“ nimmt sich dabei auch noch viel zu ernst, gute oder witzige Dialoge sind Fehlanzeige und auch fehlt es an einem richtigen charismatischen Helden wie in Jon Favreaus Vorgängerfilmen der Reihe „Iron Man“. Olivia Wilde, die mir normalerweise recht gut gefällt, ist zwar auch hier sexy, macht aber schauspielerisch keinen guten Eindruck. Gut, ihr Charakter ist auch absurd. Dann haben sie sie auch noch in ein hellgelbes Blümchenkleid gesteckt und ihr eine übergroße Pistole um die Hüfte gebunden – das sah schon sehr albern aus. Gefallen hat mir das Zusammenspiel von Harrison Ford und Daniel Craig. Man merkt, dass denen die Dreharbeiten einfach Spaß gemacht haben. Harrison Ford kann hier sein Repertoire an bösen Gesichtsausdrücken und dazu seine grimmige Stimme und Sprache vorführen, das alleine finde ich unterhaltsam. Daniel Craig ist natürlich ein Hingucker und er kann mit dem Film beweisen, dass er nicht nur als James Bond überzeugt, sondern auch als Westernheld, der bisweilen ziemlich angepisst ist. Auch Paul Dano empfand ich als Bereicherung für den Film, aber auch er hat den Film nicht retten können…

In meiner Vorstellung war unter den Zuschauern auffällig viel Bewegung, einige haben das Kino sogar nach relativ kurzer Zeit ganz verlassen.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Battleship“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Sci-Fi-Film mit Liam Neeson und Alexander Skarsgard und, nicht zu vergessen: Rihanna
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 20%

Trailer v. Film: „Tower Heist“
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Action/Comedy mit Eddie Murphy, Ben Stiller, Casey Affleck, Matthew Broderick und Gabourey Sidibe
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0% (schon wg. G.S.)

Trailer v. Film: „30 Minutes or Less“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Action/Comedy mit Jesse Eisenberg und Danny McBride
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 50%

Trailer v. Film: „Mission: Impossible – Ghost Protocol“
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: hmmm, ich fand nur MI3 gut (kann mich aber gar nicht mehr richtig erinnern). Ich mag einfach Tom Cruise nicht sehen. Jeremy Renner spielt aber mit und man sieht schon im Trailer, dass er Tom Cruise an die Wand spielt.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 50%

Trailer v. Film: „War Horse“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Steven Spielbergs 2. Film dieses Jahr (nach dem Animationsfilm „The Adventures of Tintin“) „War Horse“ ist ein potentieller Oscar-Film, durch den ich mich wahrscheinlich quälen muss.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Contagion“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Steven Soderberghs neuer Action/Thriller mit Gwyneth Paltrow, Matt Damon, Jude Law, Kate Winslet, Marion Cotillard. Ich liebe solche Seuchen-Katastrophenfilme und dann noch mit der Besetzung.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%