D. C. – Film: „Bombshell“

Ich war am 22.12.19 in Washington und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Bombshell“  (dt. Filmtitel: „Bombshell – Das Ende des Schweigens“, dt. Kinostart: 13.02.19)  108 min.  drama, biopic 

dir. Jay Roach cast: Charlize Theron, Nicole Kidman, Margot Robbie, John Lithgow, Kate McKinnon, Connie Britton, Mark Duplass, Stephen Root, Malcolm McDowell, Allison Janney, Alice Eve, Richard Kind

 

Gretchen Carlson (Nicole Kidman) wurde überraschend die Moderation der TV-Show Fox & Friends entzogen. Als sich der rechtskonservative Sender FOX News endgültig von ihr trennt, strebt sie eine Klage gegen den Senderchef Roger Ailes (John Lithgow) an. Sie prangert eine penetrante Atmosphäre sexueller Belästigung bei Fox News an. Gretchen Carlson weiß, dass sie nicht die Einzige ist, die unter sexueller Übergriffigkeit litt, nur halten sich die anderen weiblichen Fox-News-Angestellten, darunter die Starmoderatorin Megyn Kelly (Charlize Theron), bislang zurück. Derweil versucht die ehrgeizige Journalistin Kayla (Margot Robbie), Karriere bei Fox News zu machen und trifft erstmalig auf Roger Ailes…

 

B (Wertung von A bis F) „Bombshell“ ist eine Dramatisierung von wahren Begebenheiten. Erzählt wird von dem mächtigen US-amerikanischen Medienmacher und Fox News-Senderchef Roger Ailes, der aufgrund von Vorwürfen sexueller Belästigung zu Fall gebracht wurde. Es ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers und Drehbuchautors Jay Roach („Austin Powers“-Filme, „Meet the Parents“, Dinner for Schmucks, The Campaign, Trumbo). Das Drehbuch stammt von Charles Randolph, der mit zusammen mit Adam McKay das Drehbuch zu The Big Short geschrieben hat. 

„Bombshell“ ist in seiner Erzählstruktur etwas problematisch. Jay Roachs Film befasst sich im Ganzen erst mal mit dem Feindbild der Liberalen: Fox News. Das ist legitim, wer schon öfter in den fraglichen Genuss gekommen ist, Sendungen und Beiträge des ultrakonservativen Senders  zu schauen, sieht mit einem objektiven Auge, wie aggressiv die ihre Zuschauer manipulieren. Fox News ist der Propaganda-Sender der Republikaner und der Lieblingssender des derzeit amtierenden US-Präsidenten Donald Trump – mehr braucht man sicher nicht zu wissen. Dass die Beine der Moderatorinnen in den Sendungen immer perfekt in Szene gesetzt werden, hält sicherlich den einen oder anderen konservativen Zuschauer zusätzlich vom Umschalten ab. 

Nun geht es aber in „Bombshell“ auch um die Frauen, die den berüchtigten Senderchef Roger Ailes zu Fall gebracht haben. Noch bevor, im Oktober 2017, durch den Skandal um den Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein, die #metoo-Bewegung losgelöst wurde, spielt dieser Film. Über fast zwei Jahrzehnte soll der mächtige Fox-News-Manager Roger Ailes und andere einflussreiche Personen des Senders (u.a. Star-Moderator Bill O´Reilly) Frauen sexuell belästigt haben. In diesem erzkonservativen Arbeitsumfeld haben sich die weiblichen Angestellten nicht getraut, dagegen vorzugehen. Auch weil sie wussten, dass ihnen wahrscheinlich gekündigt wird und da Fox News ein Makel im Lebenslauf darstellt, sie wahrscheinlich Probleme hätten, einen neuen Job zu finden. Dann hat sich aber doch eine getraut: Gretchen Carlson, aber das auch erst nachdem sie ihren Job bei dem Format Fox & Friends verloren hatte. Die anderen Betroffenen schweigen zunächst hartnäckig, stellen sich gar auf die Seite von Roger Ailes. Jetzt befinden wir uns im Jahr 2015 und Star-Moderatorin Megyn Kelly sorgt für Schlagzeilen, weil sie sich mit einem der aussichtsreichsten, republikanischen Präsidentschaftskandidaten, Donald Trump, angelegt hat. Sie warf ihm sexistische Äußerungen vor. Die Beleidigungen, die Donald Trump am nächsten Tag über Megyn Kelly raushaute, haben es seinerzeit sogar bis in die deutschen Nachrichten geschafft. Damals noch undenkbar, dass jemand, der sich so unflätig verhält, jemals Präsident der Vereinigten Staaten wird. 

Bei „Bombshell“ werden mehrere Stories parallel erzählt und die Fäden laufen alle bei Roger Ailes bzw. der sexuellen Belästigung bei Fox News zusammen. Gretchen Carlson Geschichte bildet dabei den moralischen Rahmen und eigentlich müsste es ein Film über sie sein. Im Zentrum steht jedoch Star-Moderatorin Megyn Kelly, die sich gerade mit Donald Trump rumärgert und zunächst nur Beobachterin der Szenerie ist. Die Dritte im Bunde ist die gerade beförderte, ambitionierte Journalistin Kayla (ein fiktiver Charakter), die wir bei ihrem Werdegang bei Fox News begleiten. 

„Bombshell“ wirkt auf mich etwas unausgewogen. Hätte mich das Schicksal der Frauen nicht mehr berühren müssen? Ich wünschte, das Drehbuch hätte eine Frau geschrieben, vielleicht hätte hier auch eine Frau Regie führen müssen. Es wäre sicherlich der interessantere, sprich: bessere Film geworden. 

Von der US-amerikanischen Schauspielgewerkschaft wurden Charlize Theron, Nicole Kidman und Margot Robbie für den SAG-Award nominiert. Darüberhinaus wurde der Film für das Beste Ensemble nominiert und das kommt nicht von ungefähr. Wenn es einen Grund gibt diesen Film unbedingt sehen zu müssen, dann sind es die durch die Bank exzellenten Schauspieler. 

Als ich vor einigen Monaten das erste Mal den Teaser sah, habe ich Margot Robbie und Nicole Kidman sofort erkannt, mich aber gefragt, wo Charlize Theron, die bekanntlich die Hauptrolle spielen sollte, steckt. Ehrlich gesagt, ging es mir im Spielfilm nicht viel anders. Fast schon zu abgelenkt war ich, weil ich hinter der Maske, der völlig anders klingenden Stimme, kurzum hinter der bekannten Moderatorin Megyn Kelly irgendwo Charlize Theron entdecken wollte. Charlize Theron adelt wirklich jeden Film, sie gibt hier zweifelsfrei eine Oscar-Performance. Ein weiterer Oscar sollte gleich an den Maskenbildner und Oscar-Gewinner (Darkest Hour) Kazu Hiro gehen. Schauspielerisch wissen aber auch insbesondere Margot Robbie, John Lithgow, Allison Janney, Kate McKinnon zu beeindrucken. Als „Rudy Giuliani“ (2x) im Film auftauchte, wurde in meiner Vorstellung herzhaft gelacht. Das lag weniger an Richard Kinds Performance, sondern mehr daran, dass der einst so angesehene New Yorker Bürgermeister in den letzten Jahren zur Witzfigur mutierte. 

Als später dann Rupert Murdoch (gespielt von Malcolm McDowell) und seine beiden Söhne (gespielt von Josh und Ben Lawson) auftauchten, war ich leider komplett raus. Kein Fehler des Films, aber ich musste umgehend an die geniale TV-Serie Succession denken, bei der es eigentlich um die Murdochs geht. Ich hätte gewünscht, dass „Bombshell“ auch nur annähernd so gut geschrieben ist, wie diese Serie. , 

„Bombshell“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Charlize Theron), Beste Nebendarstellerin (Nicole Kidman, Margot Robbie), Bester Nebendarsteller (John Lithgow, Jon Hamm), Bestes Originaldrehbuch und einige technische Kategorien Update: „Bombshell“ wurde für drei Oscars (Beste Hauptdarstellerin (Charlize Theron), Beste Nebendarstellerin (Margot Robbie) und Bestes Make-up und beste Frisuren nominiert. 

„Bombshell“ ist am 13.12.19 in vier amerikanischen Kinos gestartet. Ab dem 20.12.19 war der Film dann landesweit in 1,480 Kinos zu sehen. In Deutschland soll der Film unter dem Filmtitel „Bombshell – Das Ende des Schweigens“ am 13.02.19 in den Kinos starten. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Black Widow„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Marvel-Mist

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Downhill„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: überflüssiges amerikanisches Remake des sehr guten schwedischen Films Force Majeure Hier mit Julia Louis-Dreyfus und Will Ferrell

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Barb and Star Go to Vista Del Mar„

Bewertung des Teasers: B+

Kommentar: Sehr gute Idee für einen Teaser und diese Komödie mit Kristin Wiig. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: warum nicht?


Trailer v. Film: „The Photograph„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar:  Drama mit Kelvin Harrison Jr. und Lakeith Stanfield

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich denke schon 


Trailer v. Film: „Fantasy Island“

Bewertung des Trailers: D

Kommentar: Horrorfilm mit Michael Pena, der Trailer verrät doch scheinbar wieder den ganzen Film  

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht 


Trailer v. Film: „Just Mercy„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar:  Destin Daniel Crettons neuer Film mit Michael B. Jordan, Jamie Foxx und Brie Larson

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „The Gentlemen„

Bewertung des Trailers: B+ 

Kommentar: Nachdem Guy Ritchie seit RocknRolla entweder Filme machte, die mich nicht interessierten oder die ich blöd fand, hier scheinbar wieder etwas, was an seine alten, brillanten Filme erinnert. Mit Matthew McConaughey, Michelle Dockery, Colin Farrell und Hugh Grant

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Antebellum„

Bewertung des Teasers: A-

Kommentar: Horrorfilm

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „Like a Boss„

Bewertung des Trailers: B- (Redband-Trailer) 

Kommentar: Komödie, da Tiffany Haddish mitspielt, kann ich sie mir nicht anschauen 

Wie oft schon im Kino gesehen:  1 x 

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Boston – Film: „Boy Erased“

Ich war am 09.11.18 in Boston und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Boy Erased“ (dt. Filmtitel: „Der verlorene Sohn“, dt. Kinostart: 21.02.19)   115 min   drama, biopic,  adaptation

dir. Joel Edgerton  cast: Lucas Hedges, Nicole Kidman, Russell Crowe, Joel Edgerton, Joe Alwyn, Xavier Dolan

 

Jared (Lucas Hedges) ist der Sohn eines baptistischen Predigers (Russell Crowe). Als er seinen Eltern gegenüber zugibt, schwul zu sein, bricht für diese eine Welt zusammen. Seine Eltern drängen schließlich darauf, dass er an einem, von der Kirche unterstützten Umerziehungsprogramm für Homosexuelle teilnimmt. Mit seiner Mutter (Nicole Kidman) wohnt er in einem nahegelegenen Motel und begibt sich jeden Tag in das „Love in Action“-Camp einer fundamentalistischen Organisation. Geleitet von dem Pastor und Therapeuten Victor Sykes (Joel Edgerton) soll Jareds Homosexualität „geheilt“ werden… 

 

B+ (Wertung von A bis F) „Boy Erased“ erzählt eine wahre Geschichte. Der Film basiert auf Garrard Conleys Autobiografie „Boy Erased :A Memoir“. Es ist nach The Gift der zweite Film, bei dem der australische Schauspieler (Warrior, Loving, It Comes at Night) Regie geführt hat. Für diesen Film hat er auch das Drehbuch geschrieben. 

Für mich ist dies nach dem Film The Miseducation of Cameron Post dieses Jahr bereits der zweite Film, der die Therapie von Homo- bzw. Transsexualität thematisiert. In dem diesjährigen Sundance-Gewinner-Film wird eine fiktive Geschichte erzählt wird, dieses Familiendrama ist die Verfilmung einer wahren Geschichte. 

„Boy Erased“ hat mir noch etwas besser gefallen, er hat auch eine andere Herangehensweise. Während sich Cameron Post bei Gleichgesinnten eine neue Familie sucht, hat Jared eine sehr gute Beziehung zu seinen strenggläubigen Eltern, will sie nicht enttäuschen und begibt sich – mehr oder weniger – freiwillig in diese gay conversion therapy und findet dann dort seine eigene, definitiv schwule Identität. Hier ist man die ganze Zeit ganz nah an Jareds Seite, sieht was der Junge durchmacht, erlebt es irgendwo auf schmerzhafte Weise mit, was die Sichtung dieses Films zu einem sehr intensiven Erlebnis macht. 

Ich finde es – nach wie vor – unfassbar, was sich diese (fundamentalistischen) Gläubigen herausnehmen. Selbst Toleranz erwarten, aber andere be- und verurteilen und sie von ihrer Homo- oder Transsexualität „heilen“ wollen. Für mich ist schwer nachzuvollziehen, dass es in der heutigen Zeit immer noch in vielen amerikanischen Bundesstaaten keine gesetzliche Mittel gibt, diese Gläubigen in ihre Schranken zu weisen. Selbstverständlich hat mich diese Geschichte, dieses Thema, noch Tage später beschäftigt und verärgert. 

Von allen nuancierten Performances in diesem Film (Lucas Hedges, Nicole Kidman und Joel Edgerton können alle überzeugen) hat mich Russell Crowe am meisten überrascht. Vielleicht, weil ich ihn schon sehr lange nicht mehr so gut gesehen habe. Diesen gottesfürchtigen Vater, der glaubt, das Richtige für seinen Sohn zu tun, habe ich ihm abgenommen. Etwas erschreckend, wie sich Russell Crowe in den letzten Jahren hat gehen lassen, insbesondere im direkten Vergleich zu seiner fast gleichaltrigen Filmpartnerin Nicole Kidman. 

In diesem Film gibt es zwei starke Dialogszenen (in einer sieht man Jared mit seinem Therapeuten und später mit seinem Vater), die nicht nur schauspielerisch brillant sind.

Zum Ende des Films werden Originalfotos von Garred Conley und seinen Eltern gezeigt und man erfährt, dass gay conversion therapy auch heute noch in 36 amerikanischen Bundesstaaten legal ist. 

„Boy Erased“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Lucas Hedges), Bester Nebendarsteller (Russell Crowe, Joel Edgerton), Beste Nebendarstellerin (Nicole Kidman), Bestes adaptiertes Drehbuch, Bester Song („Revelation“)

„Boy Erased“ wurde erstmalig auf dem Telluride Film Festival 2018 gezeigt. Der Film ist am 2.11.18 in fünf amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er in 672 amerikanischen Kinos landesweit. Für Deutschland soll der Film unter dem Titel „Der verlorene Sohn“ am 21.02.19 starten. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Favourite„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: möglicher Oscar-Kandidat. Yorgos Lanthimos neuer Film mit Olivia Colman, Rachel Weisz und Emma Stone

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits auf dem NYFF56 gesehen


Trailer v. Film: „Mary Queen of Scots„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Kostümfilm mit Saoirse Ronan und Margot Robbie

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue:100%


Trailer v. Film: „Welcome to Marwen„

Bewertung des Trailers: B 

Kommentar: Neuer Film von Robert Zemeckis mit Steve Carell in der Hauptrolle, taugt bestimmt nichts.

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „The Mule„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Clint Eastwoods neuer Film und der Film, der für alle Oscar-Experten dieses Jahr ziemlich überraschend noch in die Oscar-Saison reinrutschte. Möglicher Oscar-Kandidat.

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „Ben is Back„

Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer)

Kommentar: möglicher Oscar-Kandidat mit Julia Roberts und Lucas Hedges

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 

NYC – Film: „The Killing of a Sacred Deer“

Ich war am 21.10.17 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Killing of a Sacred Deer“ (dt. Kinostart: 28.12.17) 121 min drama, thriller, horror
dir. Yorgos Lanthimos cast: Colin Farrell, Nicole Kidman, Barry Keoghan, Raffey Cassidy, Bill Camp, Alicia Silverstone, Sunny Suljic

 

Der erfolgreiche Herzchirurg Steven (Colin Farrell) fühlt sich verantwortlich für den Tod von Martins Vater, schließlich starb er auf seinem OP-Tisch. Seither verbringt er einige Zeit mit dem 16-jährigen Martin (Barry Keoghan), stellt ihn sogar seiner Frau Anna (Nicole Kidman) und seinen beiden Kindern Kim und Bob (Raffey Cassidy und Sunny Suljic) vor. Irgendwann muss Steven aber feststellen, dass Martin ernsthafte Probleme hat….

 

B (Wertung von A bis F) „The Killing of a Sacred Deer“ ist der fünfte Film des griechischen Filmemachers Yorgos Lanthimos (Dogtooth, The Lobster). Die Handlung ist an die griechische Tragödie „Iphigenie in Aulis“ angelehnt.

Als ich aus dem Kino dachte ich, was für ein kranker Scheiß und wie heilend es für Yorgos Lanthimos bestimmt ist, seine kranken Fantasien zu Papier bringen und später als Spielfilm zu inszenieren. Später habe ich recherchiert, ob er vielleicht eine Frau und Kinder hat und wie es denen so geht. Kinder hat der griechische Regisseur scheinbar nicht und nach „Dogtooth“ und jetzt diesem Film beruhigt mich das immens.

Yorgos Lanthimos erzeugt hier von Beginn an eine beklemmende, ja bedrohliche Atmosphäre. Auch wenn noch gar nichts passierte, stellte sich bei mir bereits ein unwohles Gefühl ein. Durch die absurd-seltsamen Dialoge, die stressige Musik, die ungewöhnliche Kameraeinstellungen und lange Kamerafahrten hat man immer Abstand zu den Figuren und der Geschichte. Man betrachtet eine Inszenierung, vieles erinnert an Stanley Kubrick-Filme. Einige kurze Momente im Schlafzimmer mit Nicole Kidman wirkten sogar, als wären sie direkt aus „Eyes Wide Shut“.

Im Ganzen war mir der Film eine Spur zu verstörend, definitiv ein Film, den ich mir kein zweites Mal anschauen werde. Yorgos Lanthimos ist jedoch zweifelsfrei einer der interessantesten und konsequentesten Filmemacher heutzutage, dessen Werke sich jeder Filminteressierte anschauen sollte.

Barry Keoghan ist der geborene Film-Psychopath. Er ist hier so glaubwürdig , dass ich mir im Moment nicht vorstellen kann, dass er jemals in einer ganz andere Rolle hundertprozentig überzeugen könnte. Ich lasse mich aber dahingehend gerne überraschen. Sein Gesicht kam mir auch bekannt vor, ohne Recherche wäre ich jedoch nicht darauf gekommen, dass er kürzlich in einer kleineren Rolle in Dunkirk zu sehen war.

„The Killing of a Sacred Deer“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Beste Regie, Bestes Originaldrehbuch

„The Killing of a Sacred Deer“ wurde erstmalig auf dem Cannes Filmfestival 2017 gezeigt. Dort hat der Film den Preis für das beste Drehbuch gewonnen. Gerade wurde der der Film in drei Kategorien (Bester Regisseur, Colin Farrell als Bester Hauptdarsteller und Bester Drehbuchautor) für den Europäischen Filmpreis 2017 nominiert. Der A-24-Film ist am 20.10.17 in vier amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er in 86 Kinos landesweit. In Deutschland kommt der Film am 28.12.17 ins Kino.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Disaster Artist „
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Biopic über Greg Sestero. Möglicher Oscar-Kandidat von und mit James Franco
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Lady Bird„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Greta Gerwigs Regiedebüt mit Saoirse Ronan, Laurie Metcalf und Tracy Letts. Der Film ist ein möglicher Oscar-Kandidat
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Shape of Water„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Guillermo del Toros neuer (Oscar-)Film mit Sally Hawkins und Michael Shannon
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Downsizing„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Alexander Paynes neuer Film soll problematisch sein, vom Trailer her sieht er aber wirklich gut aus
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Call Me by Your Name„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Luca Guadagninos neuer Film, sehr wahrscheinlicher Oscar-Kandidat
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue:  habe ich bereits auf der Berlinale gesehen

Trailer v. Film: „12 Strong„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Kriegsfilm mit Michael Shannon und anderen
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „I Love You, Daddy„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Louis C. K.s neuer Film. Tragikomödie in s/w gedreht.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 

TV – Serie: „Top of the Lake: China Girl“

Ich habe mir folgenden BBC-Two-Mehrteiler angeschaut:

 

„Top of the Lake: China Girl“ 6 x 55 min drama, sequel
dir. Jane Campion, Garth Davis, Ariel Kleiman cast: Elisabeth Moss, Gwendoline Christie, Alice Englert, Nicole Kidman, David Dencik, Ewen Leslie, David Wenham

 

Vor fünf Jahren hat Detective Robin Griffin (Elisabeth Moss) an einem Kriminalfall in ihrer Heimatstadt Laketop gearbeitet. Seinerzeit war eine schwangere 12-Jährige verschwunden. Für Robin ist der Fall jedoch leider immer noch nicht hundertprozentig abgeschlossen, aber zunächst ermittelt sie an einem neuen Fall. Die Leiche einer asiatischen Frau wurde an einen Strand gespült. Der neue Fall lenkt Robin auch von ihren privaten Problemen ab. Erst vor vier Wochen hat sie sich von ihrem Verlobten getrennt und vor einigen Jahren hat sie einen Brief von ihrer leibliche Tochter erhalten. Auch wenn sie seinerzeit nicht geantwortet hat, beschäftigt sie das Thema sehr, vor allen Dingen seitdem sie zurück in Sydney ist. Irgendwann entschließt sich Robin, die Adoptiveltern (Nicole Kidman und Ewen Leslie) ihrer, mittlerweile 17-jährigen Tochter Mary (Alice Englert) zu kontaktieren…

 

B (Wertung von A bis F) Der sechsteilige Mehrteiler „Top of the Lake: China Girl“ ist eine Fortsetzung zu Jane Campions Mehrteiler Top of the Lake aus dem Jahr 2013.

Auch wenn ich die eigentliche Kriminalstory in „China Girl“ nicht sonderlich spannend und durchdacht fand, mochte ich die Fortsetzung von „Top of the Lake“ vor allen Dingen als Charakter- und Beziehungsdrama. Robin Griffin ist ein bodenständiger und sympathischer Charakter, dem man gerne folgt. In den neuen Folgen muss sie sich immer noch mit ihrem zurückliegenden Fall auseinandersetzen. Sie ist aber sonst wieder zurück in Sydney, ermittelt in einem neuen Fall und bekommt eine Kollegin zugewiesen, die so gar nicht zu ihr passen will. Die Sache mit ihrer mittlerweile 17-jährigen Tochter bereitet ihr auch Kopfzerbrechen. Sie hat das Mädchen damals direkt nach ihrer Geburt zur Adoption freigegeben. Vor vier Jahren hatte ihr ihre Tochter einen Brief geschrieben, wollte ihre leibliche Mutter kennenlernen. Robin war seinerzeit mit der Situation überfordert. Jetzt würde sie jedoch gerne wissen, was aus ihrem Kind geworden ist…

Das alles dominierende Thema in „China Girl“ ist Mutterschaft mit allen Facetten, die man sich vorstellen kann.

Ich konnte in Elisabeth Moss´Performances noch nie so etwas wie ein Makel entdecken. Egal in welchen Charakter sie schlüpft, man hat nie den Eindruck, sie würde eine Figur nur spielen. Ein paar Tage bevor ich „China Girl“ angefangen habe, habe ich noch fürchterlich mit ihr als versklavte Offred in einem totalitären Regime (The Handmaid´s Tale) mitgelitten und jetzt bin ich ganz bei ihr, wenn sie als furchtlose australische Polizistin Robin Griffin ihren Alltag bestreitet.

Zugegebenermassen ist aber auch Nicole Kidman exzellent. Um so älter sie wird, um so besser entwickelt sie sich als Schauspielerin. Vor einigen Tagen wurde sie für Big Little Lies mit ihrem ersten Emmy ausgezeichnet, wenn ihre Performance in „Top of the Lake: China Girl“ zur Debatte gestanden hätte, hätte die Academy of Television Arts & Sciences (ATAS) es sicherlich nicht einfach gehabt, sich hier für eine ihrer beste Performance zu entscheiden.

Meine Lieblingsfolge in „China Girl“ : Episode 3 (Surrogate)

 

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen

Detective Robin Griffin arbeitet als Polizistin in Sydney. Sie hat einige private Probleme, ihr letzter Fall, bei dem sie in ihrer Heimatstadt Laketop ermittelte, hat ihr auch ordentlich zugesetzt. Jetzt arbeitet Robin an einem neuen Fall. Außerdem möchte sie ihre, mittlerweile 17-jährige Tochter Mary (gespielt von Alice Englert) kennenlernen. Gespielt wird Robin Griffin von der amerikanischen Schauspielerin Elisabeth Moss (Mad Men, Top of the Lake). Sie hat acht Emmy-Nominierungen und kürzlich wurde diese wandelbare Schauspielerin mit ihrem ersten Emmy Award für ihre Performance in The Handmaid´s Tale ausgezeichnet.

Mary ist Robins leibliche Tochter. Sie ist mittlerweile siebzehn Jahre alt, in einem Monat wird sie volljährig. Mary ist das erste Mal richtig verliebt und zwar in den wesentlich älteren, deutschstämmigen Bordell-Besitzer Puss (gespielt von David Dencik). Ihre Adoptiveltern (gespielt von Nicole Kidman und Ewen Leslie) wissen nicht, womit Marys Freund sein Geld verdient. Gespielt wird Mary von der australischen Schauspielerin Alice Englert. Sie hat bereits in einigen internationalen Produktionen mitgespielt, u.a. in „Ginger & Rosa“, In Fear, „Beautiful Creatures“. Alice Englert ist die Tochter der neuseeländischen Filmemacherin Jane Campion („The Piano“). Jane Campion ist die Serienschöpferin der ersten und auch der zweiten Staffel von „Top of the Lake“, außerdem hat sie bei insgesamt acht Episoden auch Regie geführt.

Miranda Hilmarson arbeitet als Polizistin bei der Polizei in Sydney. Miranda ist Robins neue Partnerin. Gespielt wird Miranda von der englischen Schauspielerin Gwendoline Christie. Wahrscheinlich muss man sich an die Optik der Schauspielerin erst einmal gewöhnen. Ganz zum Schluss des Mehrteilers mochte ich sie auch. Gwendoline Christie spielt in der HBO-Serie „Game of Thrones“ mit und hat auch bereits in einigen internationalen Kinoproduktionen (The Hunger Games: Mockingjay – Part 2, „Star Wars: The Force Awakens“) mitgewirkt.

Julie Edwards ist die Adoptivmutter von Mary (gespielt von Alice Englert). Da sich Julie in eine Frau verliebt hat, hat sie sich von ihrem Ehemann (gespielt von Ewen Leslie) getrennt. Mit ihrer Tochter Mary versteht sich Julie gar nicht. Julie wird von der australischen Schauspielerin Nicole Kidman gespielt. Mir ist sie das erste Mal in „Dead Calm“ aufgefallen. Sie hat in zahlreichen Filmen („Moulin Rouge!“, „The Others“, „Dogville“, „The Stepford Wives“, Stoker) mitgespielt. Für ihre Performance in „The Hours“ hat sie einen Oscar gewonnen, sie hat drei weitere Oscar-Nominierungen für „Moulin Rouge!“, Rabbit Hole und Lion erhalten. Außerdem wurde sie für ihre Performance in „Hemmingway & Gellhorn“ und Big Little Lies für den Emmy nominiert. Kürzlich wurde sie für ihre Performance in „Big Little Lies“ mit ihrem ersten Emmy ausgezeichnet.

Pyke Edwards ist der Adoptivvater von Mary (gespielt von Alice Englert). Pyke wird von dem australischen Schauspieler Ewen Leslie gespielt. In dem Film The Railway Man hat er bereits neben Nicole Kidman gespielt. Sonst hat er in einigen australischen Theater-, Film- und TV-Produktionen mitgewirkt.

Alexander „Puss“ Braun ist der 42-jährige, deutschstämmige Freund von Mary. Er ist Bordell-Besitzer, was Marys Eltern natürlich nicht wissen. Puss wird von dem schwedisch-dänischen Schauspieler David Dencik gespielt. Er hat in einigen internationalen Kinoproduktionen (u.a. Tinker Tailor Soldier Spy, The Girl with the Dragon Tattoo mitgespielt

„Top of the Lake: China Girl“ wurde erstmalig auf dem Cannes Film Festival 2017 gezeigt und wurde v. 27.07.17 bis zum 31.08.17 auf BBC Two mit sechs Episoden ausgestrahlt. In den U.S.A. wurde der Mehrteiler erstmalig im September 2017 auf Sundance TV gezeigt. Für Deutschland ist bislang noch kein Ausstrahlungstermin bekannt.

 

Trailer zu sehen:

 

 

TV-Serie: „Big Little Lies“

Ich habe mir die komplette Staffel folgender HBO-Miniserie angeschaut:

 

„Big Little Lies“ (in Deutschland seit dem 19.05.17 auf DVD zu erhalten, im Free-TV ab dem 30.05.18 auf VOX um 20.15 Uhr zu sehen) 7 x approx. 55 min drama, mystery, adaptation
dir. Jean-Marc Vallée cast: Reese Witherspoon, Nicole Kidman, Shailene Woodley, Alexander Skarsgard, Laura Dern, Adam Scott, Zoé Kravitz, James Tupper, Jeffrey Nordling

 

Monterey, Kalifornien. Bei einer abendlichen Schulveranstaltung wurde jemand ermordet, weder der Mörder noch der Täter sind bekannt. Rückblick. Die Sommerferien sind zu Ende. Die alleinerziehende Jane Shapman (Shailene Woodley) ist gerade mit ihrem sechsjährigen Sohn nach Monterey gezogen. Noch vor dem ersten Schultag lernt sie Madeline Mackenzie (Reese Witherspoon) kennen. Madeline macht sie auch mit ihrer besten Freundin Celeste Wright (Nicole Kidman) bekannt. Janes Sohn, Madelines Tochter und die Zwillinge von Celeste gehen alle in dieselbe erste Klasse der örtlichen Grundschule. Noch am ersten Tag behauptet die Tochter von Renate (Laura Dern) von Janes Sohn gewürgt worden sein. Würde sich Madeline nicht gleich auf Janes Seite schlagen, wäre sie und ihr Sohn bestimmt schnell aus der Gemeinschaft ausgegrenzt worden. Aber auch Madeline hat ihre Probleme, sie hat es immer noch nicht überwunden, dass Nathan (James Tupper) sie vor fünfzehn Jahren für die wesentlich jüngere Bonnie (Zoe Kravitz) verlassen hat. Celeste führt mit ihrem, um einiges jüngeren Ehemann Perry (Alexander Skarsgard) eine sehr leidenschaftliche Beziehung, aber er wird ihr gegenüber zunehmend gewalttätig. Warum ist Jane eigentlich nach Monterey gezogen?

B (Wertung von A bis F) „Big Little Lies“ basiert auf dem gleichnamigen Roman von Liane Moriaty. Es ist die neue Serie des Serienschöpfers und TV-Produzenten David E. Kelly („L.A. Law“, „Chicago Hope“, „Ally McBeal“, „Boston Legal“). Bei allen sieben Episoden hat der kanadische Filmemacher Jean-Marc Vallée (The Young Victoria, Dallas Buyers Club, Wild, Demolition) Regie geführt. Dies ist sein erstes TV-Projekt.

Ein Mordfall umrahmt die Geschichten von mehreren Familien in einem kleinen kalifornischen Küstenörtchen. Wenn der Mord nicht am Anfang und Ende des Mehrteilers gestanden und mich zwischendurch mit Andeutungen, wer der Täter und wer der Mörder sein könnte, immer wieder raus gerissen hätte, hätte mir „Big Little Lies“ noch besser gefallen. So wird zusätzlich eine Spannung aufgebaut, die dieser Mehrteiler nicht nötig hat. Erst im letzten Teil wird aufgelöst, wer Opfer/Täter sind und das kam für mich bei einem der beiden etwas aus dem Nichts. Eigentlich geht es aber hauptsächlich um die Geschichten dreier Mütter (Madeline, Celeste und Jane), von denen jede ein Geheimnis hat. Begleitet wird ihr Alltag von jeder Menge (in meine Augen nervigen) Kindern und ansonsten Intrigen, Mobbing, häuslicher Gewalt, Ehetherapie und Ehebruch.

In der ersten Folge erfährt man davon, dass ein sechsjähriger Junge ein gleichaltriges Mädchen gewürgt haben soll. Ausgerechnet der Sohn der gerade zugezogenen Jane (gespielt von Shailene Woodley) soll die Tochter der frustrierten Renata (gespielt von Laura Dern) angegriffen haben. Jane ist sowieso schon als Außenseiterin in der Stadt der Reichen und Schönen leicht zu erkennen, dieser Vorfall hätte sie leicht ins gesellschaftliche Aus schießen können, wenn sich nicht die kämpferische Madeline (gespielt von Reese Witherspoon) eingemischt und auf ihre Seite gestellt hätte.

Die Wrights (gespielt von Nicole Kidman, Alexander Skarsgard mit ihren sechsjährigen Zwillingssöhnen) sind die für mich spannendste Familie. Nach außen hin eine Bilderbuch-Familie, ein geradezu unverschämt attraktives Paar mit Kindern, die sogar ich toll finde. Die beiden Eheleute führen eine sehr leidenschaftliche Beziehung, bald wird aber klar, dass es in diesem Traumhaus zu Gewalttätigkeiten kommt.

Mit Ausnahme von Alexander Skarsgard und Laura Dern spielt in dieser Miniserie nun kein Schauspieler mit, den ich sonderlich mag. Shailene Woodley finde ich furchtbar und Reese Witherspoon kann ich eigentlich auch nicht leiden. Nicole Kidman halte ich zwar für talentiert, was sie mir jedoch jedes Mal von Neuem beweisen muss, weil mich entweder ihr zugebotoxtes, mimikloses Gesicht erschreckt oder ablenkt oder ich mich daran erinnere, dass sie mal mit diesem Sekten-Psycho eine – wie auch immer gelagerte – Beziehung führte. Mit Botox hat sie sich scheinbar in letzter Zeit etwas zurückgehalten. In den Therapiesitzungen zeigt Nicole Kidman wie fantastisch sie als Schauspielerin sein kann. Sie gibt für mich die beste Performance des Ensembles, gefolgt von Alexander Skarsgard (der erneut unwiderstehlich aussieht) und tatsächlich Reese Witherspoon. Letztgenannte ist hier wirklich klasse, wahrscheinlich war sie noch nie besser. Lobenswert erwähnen möchte ich auch Adam Scott (der sogar singen kann).

Meine Lieblingsepisode: habe ich nicht, meine Lieblingsszenen sind alle Szenen mit der Ehetherapeutin und Nicole Kidmans (und Alexander Skarsgards) Charakter.

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

Madeline ist scharfzüngig und streitsüchtig. Sie ist mit Ed (gespielt von Adam Scott) verheiratet. Die beiden haben eine gemeinsame sechsjährige Tochter, Chloe. Madeline hat mit ihrem Ex-Mann Nathan (gespielt von James Tupper) auch noch die Teenager-Tochter Abigail. So richtig hat sie es noch nicht überwunden, dass Nathan sie damals für die jüngere Bonnie (gespielt von Zoe Kravitz) verlassen hat. Ihre beste Freundin ist Celeste (gespielt von Nicole Kidman). Gespielt wird Madeline von der amerikanischen Schauspielerin Reese Witherspoon. Bekannt wurde sie durch ihre Rolle in „Legally Blonde“. Ein paar Jahre später hat sie mit ihrer ersten Oscar-Nominierung für „Walk the Line“ gleich den Academy Award gewonnen. Sie hat eine weitere Oscar-Nominierung für Wild erhalten.

Celeste ist Anwältin hat ihren Job aber aufgegeben und ist nur noch Ehefrau von Perry (gespielt von Alexander Skarsgard) und Mutter der sechsjährigen Zwillinge Josh und Max. Ihre beste Freundin ist Madeline (gespielt von Reese Witherspoon). Gespielt wird Celeste von der australischen Schauspielerin Nicole Kidman. Mir ist sie das erste Mal in „Dead Calm“ aufgefallen. Sie hat in zahlreichen Filmen („Moulin Rouge!“, „The Others“, „Dogville“, „The Stepford Wives“, Stoker) mitgespielt. Für ihre Performance in „The Hours“ hat sie einen Oscar gewonnen, sie hat drei weitere Oscar-Nominierungen für „Moulin Rouge!“, Rabbit Hole und Lion erhalten. Außerdem wurde sie für ihre Performance in „Hemmingway & Gellhorn“ für den Emmy nominiert.

Jane ist alleinerziehende Mutter des sechsjährigen Ziggy und erst kürzlich nach Monterey gezogen. Im Gegensatz zu ihren neuen Freundinnen Madeline und Celeste (gespielt von Reese Witherspoon und Nicole Kidman) ist sie nicht wohlhabend. Gespielt wird Jane von der amerikanischen Schauspielerin Shailene Woodley. International bekannt wurde sie wohl wahrscheinlich durch die „Divergent“-Serie. Ihr Spielfilmdebüt gab sie in The Descendants, sie hat aber auch in The Spectacular Now und Snowden mitgespielt.

Renata ist eine erfolgreiche, aber irgendwie frustrierte Geschäftsfrau, sie ist mit Gordon (gespielt von Jeffrey Nordling) verheiratet und Mutter der sechsjährigen Tochter Amabella. Gespielt wird Renata von der amerikanischen Schauspielerin Laura Dern. Sie hat in den David Lynch-Filmen „Blue Velvet“, „Wild at Heart“ und „Inland Empire“ mitgespielt und ist aus dem Indie-Kino (99 Homes, Certain Women, Wilson) nicht mehr wegzudenken. Laura Dern hat zwei Oscar-Nominierungen für „Rambling Rose“ und Wild und fünf Emmy-Nominierungen für „Afterburn“, „Fallen Angels“, „Ellen“, „Recount“ und „Enlightened“. Laura Dern ist die Tochter der Schauspieler Diane Ladd und Bruce Dern.

Perry ist der Ehemann von Celeste (gespielt von Nicole Kidman). Die beiden haben sechsjährige Zwillingssöhne. Gespielt wird Perry von dem schwedischen Schauspieler Alexander Skarsgard. Durch seine Rolle als Eric Northman in True Blood wurde er international bekannt. Er hat in einigen guten Indies (u.a. Disconnect, The East, What Maisie Knew, The Diary of a Teenage Girl) gespielt und ist der Sohn von Schauspieler Stellan Skarsgard.

Bei den Fernseh-Oscars (den Primetime Emmy Awards) in der Kategorie Beste Miniserie konkurriert „Big Little Lies“ dieses Jahr (2017) bisher vor allen Dingen mit den Serien The Night Of und Feud: Bette and Joan und der 3. Staffel „Fargo“. „Big Little Lies“ ist für einige Emmys im Gespräch, u.a. Beste Limited Series, Beste Hauptdarstellerin (Limited Series) Nicole Kidman, Reese Witherspoon, Beste Nebendarstellerin (Limited Series) Shailene Woodley, Bester Nebendarsteller (Limited Series) Alexander Skarsgard, Adam Scott und einige technische Kategorien. Update: „Big Little Lies“ wurde am 13.07.17 für 16 Emmy-Awards nominiert. Nominiert wurde die Mini-Serie in den Kategorien Outstanding Limited Series, Oststanding Lead Actress in a Limited Series or Movie (Nicole Kidman und Reese Witherspoon), Oststanding Supporting Actress in a Limited Series or Movie (Laura Dern und Shailene Woodley), Outstanding Supporting Actor in a Limited Series or Movie (Alexander Skarsgard), Outstanding Directing for a Limited Series, Movie or Dramatic Special, Outstanding Writing for a Limited Series, Movie or Dramatic Special, Outstanding Casting for a Limited Series, Movie or Special, Outstanding Cinematography for a Limited Series or Movie, Outstanding Single-Camera Picture Editing for a Limited Series or Movie, Outstanding Contemporary Costumes for a Series, Limited Series or Movie, Outstanding Hairstyling for a Limited Series or Movie, Outstanding Makeup for a Limited Series or Movie (Non-Prosthetic), Outstanding Sound Mixing for a Limited Series or Movie, Outstanding Music Supervision. Die Verleihung der Emmy-Awards findet am 17.09.17 in Los Angeles statt. Update: „Big Little Lies“ hat am 17.09.17 von 13 Emmy-Nominierungen, acht Emmy-Awards gewonnen, darunter outstanding limited series, outstanding directing for a limited series, movie or dramatic special, outstanding lead actress in a limited series or movie (Nicole Kidman), outstanding supporting actor in a limited series or movie (Alexander Skarsgard), outstanding supporting actress in a limited series or movie (Laura Dern), outstanding casting for a limited series, movie or special

Update: „Big Little Lies“ war ursprünglich als Mehrteiler konzipiert, auch bei den Emmys 2017 entsprechend eingereicht. Kurz nachdem dieser Mehrteiler sämtliche Emmys abgeräumt hat, wurde bekannt, dass es wohl eine zweite Staffel geben wird. Mittlerweile hat HBO bekannt gegeben, dass die zweite Staffel 7 Episoden beinhaltet, seit dem Frühjahr 2018 gedreht wird, aber voraussichtlich erst im Jahr 2019 auf HBO ausgestrahlt wird. 

„Big Little Lies“ wurde erstmalig v. 19.02.-02.04.17 auf HBO ausgestrahlt. Der Mehrteiler war in Deutschland ab dem 19.05.17 auf DVD erhältlich. Im Free-TV ist dieser Mehrteiler auf VOX ab dem 30.05.18 um 20.15 Uhr (3 Episoden hintereinander), 06.06.18 um 20.15 Uhr (2 Episoden hintereinander), 13.06.18 um 20.15 Uhr (2 Episoden hintereinander) zu sehen. 

Trailer zu sehen:

Vorspann (mit einem wunderbaren Ohrwurm) zu sehen:

 

Charlotte – Film: „Lion“

Ich war am 28.12.16 in Charlotte und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

 

„Lion“ (dt. Filmtitel: „Lion: Der lange Weg nach Hause“, dt. Kinostart: 23.02.17) 121 min drama, adaptation, biopic
dir. Garth Davis cast: Sunny Pawar, Dev Patel, Rooney Mara, David Wenham, Nicole Kidman, Abhishek Bharate

 
Im Jahr 1986 in Khadwa, Indien. Der fünfjährige Saroo (Sunny Pawar) lebt mit seiner Mutter und seinen Geschwistern in den Slums. Eines Nachts ist er mit seinem älteren Bruder Gaddu (Abhishek Bharate) unterwegs. Saroo wird müde, er wird von seinem Bruder auf dem Bahnhof zurückgelassen und soll auf ihn warten. Als der Kleine wach wird, sucht er seinen Bruder, steigt in einen verlassenen Zug und schläft erneut ein. Am nächsten Morgen befindet sich der Fünfjährige im fahrenden Zug und irgendwann ist er in Kalkutta, 1600 km von seinem Heimatort entfernt. Saroo weiß weder seinen Familiennamen noch kennt er seinen genauen Wohnort. Fortan ist er völlig auf sich allein gestellt und und in der Millionenstadt verschiedener Gefahren ausgesetzt. Eines Tages landet er in einem Waisenhaus. Saroo wird dann von einem australischen Ehepaar (Nicole Kidman und David Wenham) adoptiert. Die Jahre vergehen und als Erwachsener (Dev Patel) hat er zunehmend Probleme mit seiner Situation. Er begibt sich schließlich auf die Suche nach seiner Mutter und seinen Geschwistern…

 
B+ (Wertung von A bis F) „Lion“ basiert auf einer wahren Geschichte. Es ist die Adaption von Saroo Brierleys Memoiren „A Long Way Home“ und der erste Spielfilm, bei dem der australische Künstler und Regisseur für Werbefilme Garth Davis Regie führt. Mit dem TV-Mehrteiler Top of the Lake hat er bereits eine eindrucksvolle Regiearbeit abgegeben.

Auch wenn ich wusste, dass dieser Film für den Oscar als bester Film im Gespräch ist, war meine Erwartung nicht sonderlich hoch. Oftmals gibt es einen faulen Apfel im Korb der oscarnominierten Filmen und ich dachte, ihn in „Lion“ zu finden. Dann begibt man sich aber auf die Reise mit diesem putzigen, definitiv adoptionswürdigen Jungen und man befindet sich inmitten einer spannenden Geschichte. Der stärkste Part ist zweifelsfrei der mit dem kleinen Saroo, ich habe den Jungen so ins Herz geschlossen, dass ich regelrecht einen Verlust- oder Trennungsschmerz verspürt habe, als er plötzlich erwachsen war. Der Mittelteil des Film weist ein paar Schwächen auf, dafür endet er aber wieder zufriedenstellend und für mich tränenreich. „Lion“ ist in dieser Oscar-Saison der Film mit Herz, ein Feelgood-Film.

Garth Davis bringt mit diesem Film seinen ersten abendfüllenden Spielfilm auf die Leinwand. Als Vorlage liegt hier eine wirklich herzergreifende Geschichte zugrunde, dass dies auch als Film funktioniert, ist nicht automatisch gesagt. Gerade der erste Part, in dem kaum gesprochen wird, ist unglaublich fesselnd inszeniert und letztlich ist es ein sehr eindrucksvolles Regiedebüt. Die amerikanische Gewerkschaft der Regisseure (Directors Guild of America) hat – für mich etwas überraschend – Garth Davis gleich mit einer Nominierung für einen DGA-Award belohnt. Damit stehen die Chancen für eine Oscar-Nominierung als Bester Regisseur nicht schlecht, sicherer ist zu diesem Zeitpunkt wohl eine als Bester Film.

Kaum einer kennt das Oscar-Geschäft so gut wie Harvey Weinstein. Mit „Lion“ zeigt er allen Oscar-Strategen auf eindrucksvolle Weise, wie der Hase läuft. Wenn ein Film allgemein als Favorit gilt (dieses Jahr La La Land) ist das gar nicht so gut, wie viele denken. Ab dem Moment wird dieser Film nämlich von allen Seiten attackiert und der Zuschauer geht mit einer riesigen Erwartungshaltung in den Film und fragt sich am Ende vielleicht: „Ist das alles?“. Wesentlich besser ist es, tief zu stapeln und das hat The Weinstein Company mit diesem Film gemacht. Zum jetzigen Zeitpunkt fällt „Lion“ in der Oscar-Saison die Außenseiterrolle zu und dennoch hat der Film durch die Bank Nominierungen bei allen wichtigen brancheninternen Preisen (PGA, DGA und zwei SAGs) eingesackt.

Jeder, der ein Kind aus einem anderen Land adoptiert hat oder sich mit Adoptionsplänen rumschlägt, sollte sich diesen Film schauen. Am Ende des Films erfährt man, dass in Indien 80.000 Kinder pro Jahr verschwinden. See-Saw Films und The Weinstein Company haben mit #LionHeart ein Hilfsprojekt, das indische Straßenkinder unterstützt, ins Leben gerufen. (mehr darüber zu erfahren von Nicole Kidman und Dev Patel: http://lionmovie.com/#charity.

„Lion“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller bzw. Bester Nebendarsteller (Sunny Pawar), Bester Nebendarsteller (Dev Patel), Beste Nebendarstellerin (Nicole Kidman), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien. Update: „Lion“ wurde für insgesamt 6 Oscars nominiert, in den Kategorien: Bester Film, Bester Nebendarsteller (Dev Patel), Beste Nebendarstellerin (Nicole Kidman), Bestes adaptiertes Drehbuch, Beste Kamera, Beste Filmmusik

„Lion“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2016 gezeigt. Dort hat „La La Land“ den Publikumspreis gewonnen, „Lion“ war der Zweitplatzierte. Der Film ist am 25.11.16 in vier ausgewählten amerikanischen Kinos gestartet. Seit dem 23.12.16 war der Film in 55 Kinos und seit dem 6.1.17 in 600 Kinos landesweit zu sehen. „Lion“ startet am 23.02.17 in den deutschen Kinos.

 

 

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „A United Kingdom„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Biopic-Drama mit Rosamund Pike und David Oyelowo
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: interessiert mich gar nicht

Trailer v. Film: „Silence„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Martin Scorsese neuer Film. Oscar-Film!
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen

Trailer v. Film: „Born in China„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Disney´s Nature Tier-Doku, chinesisch-amerikanische Produktion
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Gold„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Drama mit Matthew McConaughey, Edgar Ramirez und Bryce Dallas Howard
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Founder„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Biopic über die McDonald-Gründer mit Michael Keaton
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 

kanadischer Aufsteller von "Lion"
kanadischer Aufsteller von „Lion“

Chicago – Film: „Secret in Their Eyes“

Ich war am 26.11.15 in Chicago und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Secret in Their Eyes“ (dt. Filmtitel: „Vor ihren Augen“, dt. Kinostart: 19.05.16) 111 min thriller, adaptation, remake

dir. Billy Ray cast: Chiwetel Ejiofor, Nicole Kidman, Julia Roberts, Dean Norris, Alfred Molina

Los Angeles, Monate nach den Ereignissen des 11. September 2001. Ray (Chiwetel Ejiofor) und Jess (Julia Roberts) arbeiten als Ermittler für das FBI. Sie beobachten eine Moschee und werden zu einem Tatort, direkt neben ihrem Beobachtungsziel gerufen. Eine junge Frau wurde tot aufgefunden, es handelt sich um Jess´Tochter. Der Fall wird nie geklärt. Jetzt, 13 Jahre später, teilt Ray seiner ehemaligen Kollegin mit, dass er weiss, wer ihre Tochter ermordet hat.

 

D (Wertung von A bis F) „Secret in Their Eyes“ basiert auf Juan José Campanellas Roman „La pregunta de sus ojos“. Es ist das amerikanische Remake des argentinischen Thrillers „El secreto de sus ojos“. Dieser Film gewann im Jahr 2010 den Oscars als bester fremdsprachiger Film.

Julia Roberts hat ihrem Ehemann wieder mal einen Job hinter der Kamera verpasst. Ich weiss nicht, ob „Secret in Their Eyes“ mit einem guten Kameramann und einem routinierteren Regisseur noch etwas hätte rausholen könnte. Der Film ist jedenfalls völlig misslungen, der Hauptgrund ist sicherlich das Drehbuch. Der Film springt häufig von einer Handlungsebene im Jahr 2002 zu der anderen, 13 Jahre später. Der Versuch, einen in die Zeit nach 9/11 zu versetzen, schlägt völlig fehl, auch sehe ich keinen Grund, dies überhaupt nur am Rande zu thematisieren.

Schauspielerisch ist das amerikanische Remake auch keine Offenbarung. Die Szenen mit Alfred Molina haben mir zwar alle gefallen und auch hat Nicole Kidman eine sehr gute Szene, nur spielt Alfred Molina eine Nebenrolle und das zusammen mit der einen Kidman-Szene ergibt noch lange keinen soliden Film. Nicole Kidman trägt eine seltsame Perücke und die lässt sie vielleicht noch ausdrucksloser und puppenhafter erscheinen. Die Liebesgeschichte zwischen Chiwetel Ejiofors und Nicole Kidmans Charakteren ist nicht nur überflüssig, sondern regelrecht ärgerlich.

Julia Roberts sieht hier besonders nachtgespenstig aus. Aus ihr wird nie eine gute Schauspielerin, auch wenn sie verbitterte Charaktere mittlerweile ganz überzeugend darstellen kann. Ich vermute, dass sie Mut zur Hässlichkeit mit tatsächlicher Schauspielkunst verwechselt.

Trailer zu sehen:

 

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Danish Girl“
Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer)
Kommentar: Biopic mit Eddie Redmayne, Alicia Vikander und Matthias Schoenaerts
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits gesehen

Trailer v. Film: „The Big Short“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Eine Satire über die Finanz- und Immobilienkrise. Kaum einer versteht den Film gänzlich, aber gut soll er sein. Mit Christian Bale, Steve Carell, Ryan Gosling, etc.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Legend“
Bewertung des Trailers: A- (neuer Trailer)
Kommentar: Krimi und Art Biopic mit Tom Hardy – sogar in der Doppelrolle
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits gesehen

Trailer v. Film: „Concussion“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Drama und Biopic mit Will Smith – der im Trailer einen sehr guten Eindruck hinterlässt – möglicher Oscar-Kandidat
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Joy“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: David O. Russells neuer Film, wieder mit Jennifer Lawrence, Bradley Cooper und Robert De Niro.
Wie oft schon im Kino gesehen: 5 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Midnight Special“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Jeff Nichols neuer Film mit Michael Shannon hatte ich bereits auf meiner Wunschliste für das Jahr 2014 und 2015. Jetzt soll er 2016 kommen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Boy“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Gruselpuppen-Horrorfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%