D. C. – Film: "St. Vincent"

Ich war am 25.10.14 in Washington und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„St. Vincent“ (dt. Kinostart: 08.01.15) 103 min comedy, drama
dir. Theodore Melfi cast: Bill Murray, Scott Adsit, Melissa McCarthy, Chris O´Dowd, Naomi Watts, Terrence Howard

Vin (Bill Murray) lebt in einem heruntergekommenen Haus, ist pleite, trinkt zu viel Alkohol und ist ständig schlecht gelaunt. Mit der schwangeren, russischen Stripperin/Prostituierten Daka (Naomi Watts) hängt er jedoch gerne ab. Im Nachbarhaus zieht dann die alleinerziehende Mutter Maggie (Melissa McCarthy) mit ihrem 12-jährigen Sohn Oliver (Jaeden Lieberher) ein. Aus der Not heraus muss Maggie ihren Sohn bei dem Stinkstiefel lassen…

D (Wertung von A bis F) St. Vincent ist eine Tragikomödie.

Wer schreibt eigentlich so einen klischeehaften, vorhersehbaren Mist? Der Regisseur Theodore Melfi gibt hier sein Regiedebüt und hat auch das Drehbuch geschrieben. Vielleicht sollte man eher fragen, wer produziert so einen Mist. Übrigens auch Theodore Melfi. Aber warum spielen namhafte Schauspieler überhaupt in einem Film eines Newcomers? Vielleicht weil sich Bill Murray beispielsweise mit dieser Rollenbeschreibung seinen lang ersehnten Oscar erhofft – anders kann ich mir das nicht erklären.

Unter normalen Umständen sehe ich Bill Murray und Naomi Watts wirklich sehr gerne. Hier konnte ich sie beinahe kaum ertragen. Ab einem gewissen Zeitpunkt im Film (den ich nicht spoilern möchte) sieht man, wie sich Bill Murray um eine Oscar-Performance bemüht, das machte das Ganze für mich nur noch unerträglicher. Bill Murrays Charakter ist ein Typ, den man ins Herz schließen soll, in meinen Augen ist seine Figur aber eine zutiefst unsympathische mit der ich partout keine Zeit verbringen will.

„St. Vincent“ hat eine Laufzeit von geringfügig mehr als 100 Minuten, für mich hat sich der Film wie eine Strafe angefühlt. Vergleichbar mit früher, wenn ich Hausarrest bekommen habe und alle anderen Kinder durften weiter draußen spielen. Klar hätte ich einfach aufstehen und gehen können, aber wenn ich mich für einen Film (im Kino) entscheide, dann halte ich tapfer bis zum Ende durch. Der Film hat zwischendurch auch ein paar tolerierbare Momente, ein paar gute Sprüche, ich mag Chris O´Dowd einfach gerne und auch Melissa McCarthy, die hier eine sehr zurückgenommene Performance gibt, hat mir hier auch ausnahmsweise gefallen. Alles in allem, ist der Film aber weder witzig noch traurig, er hat mich schlichtweg gar nicht berührt.

Bill Murrays Figur im Film und seine Performance zielt mir zu aufdringlich (und dabei, wie gesagt, noch nicht mal gut) auf Filmpreise ab. Bill Murray ist wahnsinnig beliebt in Hollywood, wenn er tatsächlich für diese Rolle für einen Oscar nominiert wird und beispielsweise nicht ein Robert Duvall (für The Judge), dann ist das ein Skandal.

„St. Vincent“ ist für folgende Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Bill Murray), Beste Nebendarstellerin (Naomi Watts, Melissa McCarthy), Bestes Originaldrehbuch

„St. Vincent“ wurde erstmalig aus dem Toronto International Film Festival 2014 gezeigt.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Theory of Everything“
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: Stephen Hawking Biopic mit Eddie Redmayne in der Hauptrolle. Oscar-Film.
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Inherent Vice“
Bewertung des Trailers: A
Kommentar: PTAs neuer Film mit Joaquin Phoenix, Josh Brolin, Benicio del Toro, etc. Oscar-Film. Josh Brolin ist echt der Knaller.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Dumb and Dumber To“
Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer)
Kommentar: 20 Jahre nach dem ersten Film nun die Fortsetzung mit Jeff Daniels und Jim Carrey.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Homesman“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Der neueste Film von und mit Tommy Lee Jones. Besetzt auch mit Hilary Swank und Meryl Streep
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Wild“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Drama mit Reese Witherspoon. Film sieht so aus wie Sean Penns „Into the Wild“ nur leider mit Reese in der Hauptrolle. Oscar-Film, mal gucken
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Imitation Game“
Bewertung des Trailers: B- (neuer Trailer)
Kommentar: Biopic und Kriegsdrama mit Benedict Cumberbatch, Keira Knightley und Matthew Goode. Definitiv ein Oscar-Film. Eine Oscar-Nominierung für Benedict Cumberbatch gilt als sicher.
Wie oft schon im Kino gesehen: 5 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

NYC – Film: "Prisoners"

Ich war am 22.09.13 in New York und habe mir im Kino angeschaut:

„Prisoners“ (dt. Kinostart: 10.10.13) 146 min thriller
dir. Denis Villeneuve cast: Hugh Jackman, Jake Gyllenhaal, Viola Davis, Maria Bello, Terrence Howard, Melissa Leo, Paul Dano

An Thanksgiving sind Keller (Hugh Jackman), seine Frau Grace (Maria Bello) und die beiden Kinder bei ihren Nachbarn, der Birch-Familie eingeladen. Als die beiden kleinen Töchter der Familien verschwinden, wird schnell der Besitzer eines weißen Wohnmobils verdächtigt. Detective Loki (Jake Gyllenhaal) verhört den geistig zurückgebliebenen Alex (Paul Dano), der muss aber bald aus Mangel an Beweisen wieder freigelassen werden. Die Mädchen bleiben spurlos verschwunden. Keller ist felsenfest davon überzeugt, dass Alex die beiden Kinder entführt hat und unternimmt etwas auf eigene Faust, Detective Loki ermittelt hingegen in verschiedene Richtungen…

B- (Wertung von A bis F) Ich glaube, ich bin wieder einmal mit den falschen Erwartungen ins Kino gegangen. Von dem Toronto International Film Festival hat man nur Gutes von „Prisoners“ gehört. „12 Years a Slave“ hat zwar dort überraschend den Publikumspreis gewonnen, aber auf Platz 3 (nach „Philomena“) ist jedoch schon der Film „Prisoners“ gelandet.

Die ganze „Der-Familienvater-dreht-völlig-durch“-Geschichte ist absurd, völlig überzogen und fast ärgerlich. Das hätte man auf ein Minimum beschränken können und dafür etwas mehr über die Protagonisten erzählen können. Auch überschattet diese Story eine eigentlich ganz packende Entführungsgeschichte. Auch wenn der Film in meinen Augen viel zu lang ist, hat er einige gute Spannungsmomente, gescheite, nicht immer vorhersehbare Wendungen und ein gelungenes Ende. Auch ist die Kameraarbeit hervorragend, was nicht groß verwundert, weil dafür Roger Deakins, einer der besten Kameramänner Hollywoods und Lieblingskameramann der Coen Bros., verantwortlich ist.

Durch diesen Film habe ich wieder einmal festgestellt, dass Hugh Jackman einfach kein guter Schauspieler ist. Auch wenn er sich – wie hier – noch so sehr anstrengt. Schauspielerisch empfand ich Jake Gyllenhall („Brokeback Mountain“,“ Jarhead“, Source Code, End of Watch) herausragend. Er wird ein zunehmend besserer Schauspieler. Melissa Leo (The FighterMildred Pierce, Flight) ist erneut kaum zu erkennen, was nur zeigt wie wandelbar sie ist. Sie sehe ich mittlerweie immer als Bereicherung für einen Film.

„Prisoners“ ist in meinen Augen kein Oscar-Film. Wenn jemand aus dem Ensemble nominiert werden sollte, dann Jake Gyllenhaal und vielleicht Melissa Leo. Jakes Rolle sehe ich als Hauptrolle, eine Oscar-Kampagne wird für ihn jedoch für die beste Nebenrolle geführt.

Regisseur Denis Villeneuve hat mich vor ein paar Jahren mit seinem, für den Oscar nominierten, Film „Incendies“ überrascht. Auch wenn ich seinerzeit etwas zu mäkeln hatte, ist er so intensiv, dass er mir bis heute nicht aus dem Kopf geht,

„Prisoners“ wurde in einem sneak screening auf dem Telluride Film Festival gezeigt, offiziell lief er erstmalig auf dem Toronto International Film Festival.

„Prisoners“ ist derzeit im Gespräch für folgende Oscar-Nominierungen: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Hugh Jackman), Bester Nebendarsteller (Jake Gyllenhaal) Bestes Originaldrehbuch, Beste Kameraführung

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Gravity“
Bewertung des Trailer: B- (erster Trailer)
Kommentar: Alfonso Cuaróns neuer Film mit Sandra Bullock und George Clooney. Oscar-Film, den ich unbedingt in IMAX gucken muss.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Her“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Spike Jonzes neuer Film mit Joaquin Phoenix, Amy Adams und Rooney Mara. Oscar-Film? Joaquin macht wieder einen fantastischen Eindruck
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Fifth Estate“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Biopic über WikiLeaks Julian Assange. War mal als Oscar-Film im Gespräch, nach den ersten Screenings nicht mehr so. Mit Benedict Cumberbatch, Daniel Brühl, Stanley Tucci.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Nebraska“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: War mal für den Oscar im Gespräch, dann hat man nicht mehr so viel davon gehört. Ich habe jetzt den Trailer das erste Mal gesehen und für mich ist das ein Oscar-Film. Bruce Dern macht im Trailer schon einen nominierungswürdigen Eindruck.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Dallas Buyers Club“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Biopic und Oscar-Film mit Matthew McConaughey und Jared Leto
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

NYC – Film: "Lee Daniels´The Butler"

Ich war am 18.08.13 in New York und habe mir im Kino angeschaut:

„Lee Daniels´The Butler“ (dt. Titel: „Der Butler“, dt. Kinostart: 10.10.13) 132 min drama
dir. Lee Daniels cast: Forest Whitaker, David Oyelowo, Oprah Winfrey, Vanessa Redgrave, Cuba Gooding, Jr., Lenny Kravitz, Terrence Howard, Robin Williams, John Cusack, James Marsden, Alan Rickman, Jane Fonda, Liev Schreiber, Mariah Carey

Cecil Gaines (Forest Whitaker) kommt aus ganz einfachen Verhältnissen. Sein Vater war Baumwollpflücker und wurde vor seinen Augen von dem weißen Plantagenbesitzers (Alex Pettyfer) erschossen. Seit dem Vorfall hat seine Mutter (Mariah Carey) starke psychische Probleme und so ist er bereits mit sehr jungen Jahren von Zuhause abgehauen. Er arbeitete in einigen Häusern und Hotels als Hausdiener bis er im Jahr 1957 durch seine zurückhaltende Art aufgefallen ist, und vom Weißen Haus abgeworben wurde. Geheiratet hat er Gloria (Oprah Winfrey), die beiden haben zwei Söhne. Der ältere Sohn Louis (David Oyelowo) bereitet dem Vater zunehmend Probleme. Während Cecil als Butler im Weißen Haus dient, wird sein Sohn Louis in schwarzen Bürgerrechtsbewegungen aktiv. Jeder macht auf seine Art Erfahrung mit Diskriminierung und Rassismus…

C+ (Wertung von A bis F) Der Film „Lee Daniels´The Butler“ wurde von Will Haygoods Washington Post Artikel „A Butler Well Served by This Election“ angeregt. Der von Forest Whitaker dargestellte Filmcharakter Cecil Gaines wurde von Eugene Allen inspiriert. Eugene Allen war Afroamerikaner und 34 Jahre lang für das Weiße Haus tätig. Er hat unter acht amerikanischen Präsidenten gedient und hauptsächlich als Butler gearbeitet.

Ich hätte mir gewünscht, einen Film tatsächlich über das Leben dieses Butler zu sehen. Das alleine hätte ein richtig guter Film, vielleicht sogar ein gelungenes Biopic, werden können. Hollywood hat dem aber natürlich nicht getraut, erfindet eine Familiengeschichte und einen (weiteren) Sohn des eigentlichen Butlers und lässt dem Zuschauer durch diese Figur eine Geschichtsstunde zum Thema U.S.-amerikanische Bürgerrechtsbewegung zukommen. Mir kam es so vor, als ob in diesen Film thematisch alles reingestopft wurde, was den Machern zu Rassismus und Unterdrückung der Afroamerikaner und den U.S.-amerikanische Bürgerrechtsbewegungen einfiel.

„Lee Daniels´The Butler“ ist für mich kein runder Film, mehr die Aneinanderreihung vieler Ereignisse. Der Film versucht mehr zu sein als er ist. So wird einem auf der einen Seite das beinahe komplette Leben des Butlers Cecil Gaines gezeigt und parallel verfolgt man den Werdegang seines ältesten Sohnes. Der zunächst rebellische Sohn, der dann später als Aktivist in sämtlichen Bürgerrechtsbewegungen war und der bei allen wesentlichen Eckpunkten der Unterdrückung und des Widerstands der Schwarzen live dabei war. Praktisch wie Forrest Gump, der einen seinerzeit augenzwinkernd durch die amerikanische Zeitgeschichte führte – nur nimmt sich Lee Daniels Film wesentlich ernster dabei.

Ein weiteres Problem habe ich mit dem superprominent besetzten Ensemble. Der Film hat noch nicht richtig angefangen, da hat mich bereits Mariah Carey wieder aus dem Film gebracht. Sie spielt die Mutter von Cecil Gaines (also später Forrest Whitaker). Unglückliches Casting. Ebenso bei den ganzen Schauspielern, die die U.S. Präsidenten spielen. Ich war mehr damit beschäftigt, für mich zu beurteilen, wie glaubwürdig ich die jeweiligen Schauspieler als Präsidenten der Vereinigten Staaten fand, als weiter der Handlung zu folgen. Schlussfolgernd ist das meine Bewertung: Robin Williams als Dwight. D. Eisenhower – D+, James Marsden als J.F.K – B-, Liev Schreiber als Lyndon B. Johnson – von D+ hat er sich später auf ein C+ gerettet, John Cusack als Richard Nixon, zunächst als Vizepräsident unter Eisenhower C+, dann als Präsident B, Alan Rickman als Ronald Reagan – B, nicht unerwähnt lassen möchte ich Jane Fonda als First Lady Nancy Reagan B+. (Die Präsidenten Gerald Ford und Jimmy Carter wurden im Film nicht von Schauspielern verkörpert)

Auch prominent, aber überraschend gut besetzt und schauspielerisch überzeugend empfand ich Lenny Kravitz und Cuba Gooding, Jr. Die beiden spielen die befreundeten Butler von Cecil Gaines. Sie waren ebenfalls im Weißen Haus tätig.

Forest Whitaker gibt hier eine wundervolle Performance, die es nicht verdient hat, in so einem mittelmässigen Film zu landen. Das Einzige was mich wirklich an dem Film gefesselt hat, war er. Das ist eine würdevolle Performance, die dafür da ist, einen Academy Award zu gewinnen. Forest Whitaker hat bereits einen Oscar gewonnen, damals für seine Rolle als Idi Amin in „The Last King of Scotland“. In Lee Daniels Film ist er der zurückhaltende, liebenswürdige Cecil Gaines, der einen während des Films öfter zu Tränen rührt. Forest Whitaker hat eine ganz besondere Aura. Ich glaube, das ist ein ganz feiner Mensch.

Die berühmt-berüchtige Talkshow-Moderatorin Oprah Winfrey hat man hier in billige bzw. billig aussehende Klamotten gezwängt, ihr irgendwelche Perücken übergestülpt und dicke Schminke verpasst – das macht aus ihr aber noch lange keine andere Person. Das Zusammenziehen der Augenbrauen und das auswendige Aufsagen von vorgegebenen Sätzen macht aus ihr auch keine gute Schauspielerin. Aber sie hat sich natürlich fürchterlich ins Zeug gelegt. Ihrer fiktiven Figur wurde dafür auch einiges vorgeben, sie hat ein Alkoholproblem, betrügt ihren Mann, flucht wie ein Rohrspatz usw. – Platz für großen Emotionen. Anders besetzt hätte die Figur vielleicht auch funktionieren können. Oprah schrammt aber immer kurz an einer Karikatur vorbei. Forest Whitaker ist es gelungen, Cecil Gaines über einen Zeitraum von 40 Jahren zu portraitieren. Oprah habe ich die junge Frau nicht abgenommen und sie altert auch nicht glaubwürdig – eigentlich sieht sie immer gleich aus, sie bleibt immer Oprah – nur anders gekleidet und geschminkt. Sollte Oprah für diese Rolle tatsächlich für den Oscar nominiert werden, dann einzig und allein weil sie Oprah Winfrey ist.

„Lee Daniels´The Butler“ ist derzeit für eine Oscar-Nominierung für folgende Kategorien im Gespräch: Bester Film, Beste Regie, Bestes adaptiertes Drehbuch, Bester Hauptdarsteller (Forest Whitaker), Bester Nebendarsteller (David Oyelowo) Beste Nebendarstellerin (Oprah Winfrey), Bestes Szenenbild, Bestes Kostümdesign, Bestes Make-up

Es sind dieses Jahr drei Filme mit einer afroamerikanische Thematik, denen gute Chancen, für einen Oscar-Nominierung im Jahr 2014 eingeräumt werden. Der kleine Indie-Film Fruitvale Station ist im Vergleich zu „Lee Daniels´The Butler“ der eindeutig bessere Film. Qualität setzt sich bei den Academy Awards bekannterweise aber nicht immer durch.

„Lee Daniels´The Butler“ relativ konkurrenzlos im August in den amerikanischen Kino zu starten, ist einmal mehr eine smarte Oscar-Strategie der Weinsteins. Das ganze Projekt „The Butler“ ist mir persönlich aber viel zu berechnend. Eine All-Star-Cast mit einer Geschichte um einen afroamerikanischen Hausdiener, der für das Weiße Haus arbeitet und seinen Sohn, der für sämtliche schwarze Bürgerrechtsbewegungen aktiv ist. Ein Mainstream-Film, der überwiegend schwarze, aber durchaus auch weiße Zuschauer anspricht. Ein Film, der einem mit der Gefühlskeule auf den Kopf haut, dem Zuschauer klare Vorgaben macht, wer gut und wer böse ist und wann er zu lachen und wann zu weinen hat. Sicher hat die Story bzw. Forest Whitakers Charakter Cecil Gaines auch mich gerührt. Mir ist das alles nur zu durchschaubar. Der Filmstart, ziemlich genau 50 Jahre nach dem Marsch auf Washington, bei dem Martin Luther King seine legendäre „I Have a Dream“-Rede hielt, war sicher auch kein Zufall. Und dann gibt es noch Überstar Oprah Winfrey, die eine Rolle in dem Film hat und passend zum Kinostart mit einer Rassismus-Story in den Schlagzeilen landet. Wenn das Ganze nicht clever ausgetüftelt ist, dann weiß ich nicht. An der Kinokasse ist der Plan bereits aufgegangen, ganz locker hat “ Lee Daniels´The Butler“ schon nach zwei Wochen seine Produktionskosten eingespielt. Eine Oscar-Nominierung für den Film kann man (derzeit) als sehr wahrscheinlich ansehen.

Jetzt fehlt nur noch die Oscar-Kampagne für Oprah, der erfolgreichsten (afroamerikanischen) Frau überhaupt. Na bravo.

Wenn „Lee Daniels´The Butler“ tatsächlich im Januar 2014 für einige Oscars nominiert wird, war das eine raffinierte Oscar-Strategie und ich muss einmal mehr den Hut vor Harvey Weinstein ziehen. Wie gesagt, mit Ryan Cooglers „Fruitvale Station“, „Lee Daniels´The Butler“ und Steve McQueens „12 Years a Slave“ gibt es drei potenzielle Oscar-Kandidaten von schwarzen Filmemachern. Man kann davon ausgehen, dass sich nicht alle drei Filme bei den Oscar-Nominierungen am Ende durchsetzen. Wenn man den ersten Stimmen aus Colorado glauben kann, ist Steve McQueens „12 Years a Slave“ ein kleines Meisterwerk. Auch wenn ich diesen Film noch nicht gesehen habe, so hoffe ich jetzt schon, dass „12 Years a Slave“ der Oscar-Film ist, den es zu schlagen gilt. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Bei meiner sehr gut besuchten Vorstellung von „Lee Daniels´The Butler“ gab es 1x Szenenapplaus (bei Cecile Gaines wiederkehrende Anfrage nach einer Lohnerhöhung), meine Mitzuschauer sind emotional mitgegangen, es wurde herzhaft gelacht, aber auch hemmungslos geweint. Zum Schluss gab es großen Applaus.

Aufgrund eines Rechtsstreits mit der Warner Bros., musste die Weinstein Co. den ursprüngliche Filmtitel „The Butler“ in „Lee Daniels´The Butler“ umbenennen.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „August: Osage County“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Verfilmung des gleichnamigen Bühnenstücks. Mit Meryl Streep, Julia Roberts, Ewan McGregor, Chris Cooper, Benedict Cumberbatch, usw. Ein Film, der auf dem Papier an allen Ecken nach Oscar schreit. Wenn man Meryl Streep im Trailer sieht, sieht man ihre 18. Oscar-Nominierung schon vor Augen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Mandela: Long Walk to Freedom“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Biopic über Nelson Mandela mit Idris Elba in der Hauptrolle. Oscar-Film?
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „12 Years a Slave“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Steve McQueens neuer Film. Biopic mit Chiwetel Ejiofor, Michael Fassbender, Benedict Cumberbatch, Brad Pitt, etc. Oscar-Film.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Anchorman:The Legend Continues“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Fortsetzung zu der Komödie „Anchorman: The Legend of Ron Burgundy“ Mit Will Ferrell, Christina Applegate und Steve Carell. Ich mochte den ersten Film.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Captain Philips“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Biopic über den amerikanischen Kapitän Philips, dessen Frachter von somalischen Piraten gekapert wurde. In der Hauptrolle: Tom Hanks
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Prisoners“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Thriller mit Hugh Jackman, Jake Gyllenhaal, Paul Dano, Viola Davis, Melissa Leo. Ich hoffe nur, dass der Trailer nicht zu viel verrät. Oscar-Film?
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Best Man Holiday“
Bewertung des Trailers: D+
Kommentar: Komödie, bei der ich wohl eher nicht die Zielgruppe bin.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Saving Mr. Banks“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Biopic über die Autorin von Mary Poppins mit Emma Thompson und Tom Hanks. Oscar-Film?
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

DVD – Film: "The Ledge"

Folgenden Film habe ich mir als iTunes Leihvideo angeschaut:

„The Ledge“ (in D. ab 20.01.12 auf DVD erhältlich) 101 min drama, thriller
dir. Matthew Chapman cast: Terrence Howard, Charlie Hunnam, Liv Tyler, Patrick Wilson

Der Polizist Hollis (Terrence Howard) macht gerade privat eine schlechte Zeit durch und wird jetzt noch zu einem Einsatz gerufen, bei dem er einen jungen Mann davon überzeugen soll, nicht Selbstmord zu begehen. Gavin (Charlie Hunnam) steht auf dem Dach eines Gebäudes und macht Hollis klar, dass er um genau 12 Uhr vom Dach springen wird, da ansonsten ein anderer Mensch stirbt. Gavin beginnt zu erzählen, wie er sich in seine verheiratete Nachbarin Shana (Liv Tyler) verliebt hat und mit ihrem strenggläubigen Ehemann Joe (Patrick Wilson) konfrontiert wurde…

B- (Wertung von A bis F) Für einen amerikanischen Film geht „The Ledge“ erfrischend anders mit dem Thema Glauben um. Der Indie-Film ist komplex und konsequent.

Nachdem mir Patrick Wilson („Hard Candy“, „Little Children“) in seinem letzten Film (Insidious) nicht gefallen hat, fand ich ihn hier als fundamentalistischen Christen sehr überzeugend.

Sehr interessant fand ich es, Charlie Hunnam nach zwei Staffeln Sons of Anarchy mal in einer ganz anderen Rolle zu sehen. Definitiv gibt es derzeit keinen Mann im Fernseh- und Filmgeschäft, der coolere Haare hat. Charlie Hunnam ist einfach verwegen und sexy und eine tolle Stimme hat er auch. Schauspielerisch ist da sicherlich noch Platz nach oben.

Terrence Howard („Crash“, „Ray“, „The Brave One“, „Iron Man“) mochte ich immer gerne sehen. Seitdem ich vor einiger Zeit gehört habe, dass er bereits ein paar Mal richtig durchgedreht ist und niemand so gerne mit ihm mehr arbeiten möchte, fällt es mir schwer, sein Schauspiel irgendwie objektiv zu beurteilen. Da verhält sich das ähnlich wie mit Charlie Sheen, den ich einfach im Moment nicht mehr sehen möchte.

„The Ledge“ wurde auf dem Sundance Film Festival 2011 gezeigt. Er ist derzeit über VOD und iTunes Leihvideo zu erhalten. In die amerikanischen Kinos kommt der Film am 8.7.2011.

Trailer zu sehen:

DVD – "Awake"

Ich habe mir auf DVD angeschaut:

„Awake“ (dt. DVD-Verleih seit dem 11.11.08) 104 min thriller
dir. Joby Harold cast: Hayden Christensen, Jessica Alba, Lena Olin, Terrence Howard, Arliss Howard, Sam Robards

Der Millionenerbe Clayton Beresford (Hayden Christensen) verheimlicht seiner Mutter (Lena Olin) die Beziehung zu der attraktiven Sam (Jessica Alba). Als er sich aufgrund seines schweren Herzfehlers einer Herztransplantation unterziehen muss, vertraut er sich nicht, wie von seiner Mutter empfohlen, dem renommierten Herzschirurgen Dr. Neyer (Arliss Howard) an, sondern überlässt die Operation seinem besten Freund Dr. Jack Harper (Terrence Howard). Auf dem Operationstisch wirkt jedoch die Narkose nicht und Clayton erlebt die OP bei vollem Bewusstsein. Er ist unfähig, sich mitzuteilen. Dann muss er aber auch schon die Gespräche seines vermeintlichen Freundes mit den anderen Ärzten mitanhören. Gedanklich versucht er alle Puzzleteile zusammenzuführen und zu durchschauen, wer und was sich alles hinter der Intrige verbirgt…

B+ (Wertung von A bis F) Der Film beginnt mit den schockierenden Zahlen, dass jährlich von ungefähr 21 Millionen Patienten, ca. 30 000 eine unzureichende Narkose bekommen und damit ihre eigene Operation im Wachzustand erleben. Diese Patienten haben auch nicht die Möglichkeit, sich bemerkbar zu machen. Der Film „Awake“ macht dieses erschreckende Phänomen zum Thema und ist ansonsten ein vielleicht etwas zu konstruierter, dafür aber ungewöhnlich spannender Thriller. Der Film hat einige Wendungen, wobei für mich besonders eine komplett unvorhersehbar war. Hayden Christensen macht seine Sache ganz gut. Jessica Alba hat sicherlich die Schauspielerei nicht erfunden, ist aber immer ganz nett anzuschauen. Bei Terrence Howard („Crash“, „The Brave One“, „Iron Man“) kann man sowieso selten über seine Performance mäkeln. Am meisten hat mich hier aber die schwedische Schauspielerin Lena Olin („Chocolat“, „The Reader“) überzeugt.

Trailer zu sehen:

Detroit – August Rush

Ich war am 2.12.07 in Detroit und habe mir im Kino angeschaut:

„August Rush“(dt. Titel „Klang des Herzens“, dt. Kinostart 13.12.07) 114 min drama
dir. Kirsten Sheridan cast: Freddie Highmore, Jonathan Rhys Meyers, Keri Russell, Robin Williams, Terrence Howard

Der 11 jährige Evan (Freddie Highmore) wächst in einem Waisenhaus auf. Schon früh stellt er fest, dass er die Fähigkeit besitzt, überall Musik zu hören und er glaubt fest daran, dass er seine biologischen Eltern durch diese Gabe findet. Sein Instinkt führt ihn eines Tages zum Washington Square nach New York City. Dort haben sich einst seine Mutter Lyla (Keri Russell), eine Cellistin und sein Vater Louis (Jonathan Rhys Meyers), ein irischer Rockmusiker in einer einzigen Nacht verliebt. Am nächsten Morgen haben sich die beiden jedoch durch ein Missverständnis aus den Augen verloren. Noch in der Nacht wurde Evan gezeugt. Als Lyla hochschwanger einen Unfall erleidet wird ihr durch ihren sehr auf ihre Karriere bedachten Vater mitgeteilt, dass ihr ungeborenes Kind verstarb. Wird New York und die gemeinsame Leidenschaft zur Musik die gesamte Familie schliesslich zusammenführen…?

C (Wertung von A bis F) durchschnittliches Drama, das phasenweise durch eine zu heftige Geräuschkulisse und Hektik nervt, dann aber in der Schlußsequenz durch grosses Gefühlskino aufwartet. Jonathan Rhys Meyers hat mich schon oft durch sein intensives Schauspiel überzeugt, so auch hier. Freddie Highmore („Charlie and the Chocolate Factory“, „Finding Neverland“) zählt wohl zu den wenigen Kinderschauspielern, die natürlich und unaufdringlich wirken, grosses Talent. Robin Williams optisch hier mit Bono zu verwechseln drängt sich zu sehr in den Vordergrund. Meine Neuentdeckung ist die Kinderschauspielerin Jamia Simone Nash.

Trailer zu sehen: