Berlin – Film: „Cold Pursuit“

Ich war am 25.01.19 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Cold Pursuit“ (dt. Filmtitel: „Hard Powder“, dt. Kinostart: 28.02.19)  119 min  thriller, remake 

dir. Hans Petter Moland  cast: Liam Neeson, Laura Dern, John Doman, Emmy Rossum, Tom Bateman, Micheál Richardson

 

Nels Coxman (Liam Neeson) arbeitet als Schneepflugfahrer in einem Skigebiet in den Rocky Mountains. Dort lebt er mit seiner Frau (Laura Dern) und seinem Sohn Kyle (Micheál Richardson). Als ihm mitgeteilt wird, dass sein einziger Sohn an einer Überdosis Heroin verstorben ist, will er das nicht wahrhaben. Kyle war ganz sicher nicht drogensüchtig, er hat sich aber scheinbar mit den falschen Leuten eingelassen. Nels begibt sich auf Spurensuche…

 

B- (Wertung von A bis F) „Cold Pursuit“ ist ein Remake des norwegischen Films „In Order of Disappearance“ („Kraftidioten“). Der norwegische Filmemacher Hans Petter Moland hat sowohl bei dem Originalfilm, als auch bei diesem englischsprachigen Remake Regie geführt. 

Die Liam-Neeson-Actionthriller sind quasi schon ein eigenes Sub-Genre. Ich habe mich mittlerweile von dem Gedanken verabschiedet, dass der Schauspieler dauerhaft seiner Actionhelden-Laufbahn den Rücken kehrt und wieder – wie früher – herausfordernde  Rollenangebote annimmt. Die Actionfilme mit ihm (Taken 1-3, Unknown, Non-Stop, A Walk Among the Tombstones, Run All Night, The Commuter) ähneln sich alle, sind irgendwo spannend, aber kommen nie über das Mittelmaß hinaus. Nun, „Cold Pursuit“ sticht aus seinem bisherigen Action-Brei etwas hervor. Der Filmemacher hat eine schräge Herangehensweise, seine Geschichte zu erzählen. Ich kannte seinen norwegischen Originalfilm nicht und musste seinen Humor für mich zunächst mal einordnen. Einige Regieentscheidungen (alleine die Würdigung der einzelnen Toten) manche Szenen und die Musikauswahl erinnerten immer wieder kurz an Filme der Coen Bros. Die begnadeten Regiebrüder schaffen mit ihrem subtilen Humor und teils skurrilen Charakteren immer wieder Meisterwerke. Der norwegische Filmemacher versucht sich etwas in dieser Welt. Sein „Viking“ ist jedoch eine Karikatur von einem Bösewicht (soll er vielleicht auch sein – ein passenderer und besserer Schauspieler hätte dem Film aber sicher nicht geschadet). Auch die Figur der asiatischen Ehefrau war mir zu überzogen und hat mich rausgebracht. Letztlich hat der Film aber seine Momente (der beste ist einer, nicht in die deutsche Synchronisation transportierbarer in einem Hotel). Der Film ist durchaus sehenswert, aber im Vergleich zu den anderen Liam Neeson-Actionthrillern ist dieser schwarzhumorige schon etwas irritierend. 

„Cold Pursuit“ ist am 8.2.19 in 2,630 amerikanischen Kinos gestartet. Der Film startet am 28.02.19 unter dem Titel „Hard Powder“ in den deutschen Kinos. Ich habe den Film in einer Pressevorführung gesehen. Gezeigt wurde die OmU. 

Trailer zu sehen: 

 

San Francisco – Film: „Widows“

Ich war am 22.11.18 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Widows“ (dt. Filmtitel: „Widows – Tödliche Witwen, dt. Kinostart: 06.12.18) 128 min crime, thriller, adaptation 

dir. Steve McQueen  cast: Viola Davis, Michelle Rodriguez, Elizabeth Debicki, Cynthia Erivo, Colin Farrell, Brian Tyree Henry, Daniel Kaluuya, Jacki Weaver, Carrie Coon, Robert Duvall, Liam Neeson, Garret Dillahunt, Jon Bernthal, Lukas Haas

 

Der letzte Raubüberfall ist schief gegangen ist und der Drahtzieher des Raubes, Harry (Liam Neeson) und seine Komplizen wurden getötet. Der Gangster Jamal (Brian Tyree Henry) stattet Harrys trauernder Witwe Veronica (Viola Davis) einen Besuch ab, er will sein Geld in Höhe von zwei Millionen Dollar zurück. Geld, das Veronica nicht hat, die Beute des letzten Raubes ist mit verbrannt. Ihr verstorbener Mann hat ihr jedoch ein Notizbuch mit Plänen für einen weiteren Raubüberfall hinterlassen. Sie kontaktiert die Witwen der anderen, bei dem Raubüberfall getöteten Kriminellen. Schließlich beschließen Veronica, Linda (Michelle Rodriguez) und Alice (Eilzabeth Debicki) aus der Not heraus, den Coup durchzuführen…

 

B- (Wertung von A bis F) „Widows“ basiert auf der gleichnamigen britischen Krimiserie aus den 1980er Jahren. Es ist der neue Film des britischen Autors und Filmemachers Steve McQueen. Nach Hunger, Shame und 12 Years a Slave ist dies sein vierter Film. Das Drehbuch hat Steve McQueen mit Gillian Flynn verfasst. Sie hat die Romanvorlagen zu dem Film Gone Girl und der TV-Serie Sharp Objects geschrieben.  

Bei diesen brillanten Schauspielern, geführt von diesem begnadeten Regisseur habe ich mir leider sehr viel mehr versprochen. Der Film bietet auch einige innovative Szenen, allein in einer sieht man nur die Kühlerhaube einer fahrenden Limousine und dazu den vorbeiziehenden Teil von Chicago. Während man also auf dieser Fahrt realisiert, dass die Unterprivilegierten nur wenige Blocks von den Privilegierten entfernt residieren, lauscht man einem kurzen Gespräch des in der Limousine sitzenden Chicagoer Politikers (gespielt von Colin Farrell), der dort als Stadtrat kandidiert. Eine ungewöhnliche und doch so ausdrucksstarke Szene. Aber auch bereits die Anfangsszene, eine Parallelmontage  (in der man u.a. eine leidenschaftliche Kussszene zwischen einer schwarzen Ehefrau und ihrem weißen Angetrauten sieht) ist etwas, so normal es sich anhört, was man in amerikanischen Kinofilmen nie zu sehen bekommt. Außerdem gibt es eine Dialogszene zwischen Colin Farrells und Robert Duvalls Charakteren, die ich großartig finde. „Widows“ war einer der Filme, auf den ich mich dieses Jahr am meisten gefreut habe und doch war ich am Ende etwas enttäuscht. Vielleicht weil die Spielfilmform den einzelnen Charakteren und auch der komplexen Handlung nicht in Gänze gerecht werden kann. Und dann gibt es da eine große Wendung (die zu einer weiteren führt), die mich leider überhaupt nicht überzeugt hat. 

Ich hatte das Glück, die australische Schauspielerin Elizabeth Debicki bereits in dem Mehrteiler The Night Manager für mich entdecken zu dürfen, hier ragt sie (nicht nur aufgrund ihrer Körpergröße) aus der sowieso schon erstklassigen Besetzung heraus. Daniel Kaluuya, bei dem ich noch in meinem Beitrag zu Black Panther erwähnte, dass ich ihn wohl ein Leben lang mit Get Out verbinden würde, liefert hier eine Performance, die mich seine einprägsame Rolle vergessen liess. Cynthia Erivo, die mir erst im letzten Monat erstmalig in Bad Times at the El Royale aufgefallen ist, zeigt hier wie wandelbar sie ist. Tatsächlich war „Widows“ das Spielfilmdebüt der britischen Theaterschauspielerin und Sängerin. Von Liam Neeson, Viola Davis, Collin Farrell, Robert Duvall, Jacki Weaver ganz zu schweigen – Ich bin geneigt, mir den Film ein zweites Mal anzuschauen, aber kann ich dann über die Logiklücken hinwegsehen, ärgere ich mich dann nicht wieder darüber, dass den Charakteren und der Handlung nicht mehr Raum gegeben wird, die Erzählstränge am Ende nicht perfekt harmonieren und – vor allen Dingen – bringen mich dann nicht wieder die Wendungen völlig aus dem Film?

„Widows“ ist für einiger Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Viola Davis), Bester Nebendarsteller (Daniel Kaluuya), Beste Nebendarstellerin (Elizabeth Debicki, Michelle Rodriguez), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien

„Widows“ ist erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2018 gezeigt worden. Der Film wird bereits seit dem 6.11.18 in den Kinos in Großbritannien gezeigt. In den amerikanischen Kinos ist „Widows“ am 16.11.18 in 2,803 Kinos gestartet. In Deutschland ist der Film unter dem Filmtitel „Widows – Tödliche Witwen“ ab dem 6.12.18 in den Kinos zu sehen. 

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Creed II„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Fortsetzung zu Creed, wieder mit Michael B. Jordan, Tessa Thompson und Sylvester Stallone

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen


Trailer v. Film: „The Upside„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Remake dieses französischen Films („Ziemlich beste Freunde“), hier mit Bryan Cranston, Kevin Hart und Nicole Kidman

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: nicht, wenn ich es verhindern kann


Trailer v. Film: „Cold Pursuit„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Actionthriller mit Liam Neeson und Laura Dern

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bei Liam Neeson bin ich eigentlich immer dabei


Trailer v. Film: „Miss Bala„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Actionthriller mit Gina Rodriguez und Anthony Mackie

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Green Book„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Oscar-Kandidat mit wahrscheinlich einem weiteren Oscar-Gewinn für Mahershala Ali

Wie oft schon im Kino gesehen: 5 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen


Trailer v. Film: „What Men Want„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Komödie, eine scheinbar völlig unlustige noch dazu. Mit Taraji P. Henson und Tracy Morgan 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ganz sicher nicht 


Trailer v. Film: „The Favourite„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: möglicher Oscar-Kandidat. Yorgos Lanthimos neuer Film mit Olivia Colman, Rachel Weisz und Emma Stone

Wie oft schon im Kino gesehen: 6 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits auf dem NYFF56 gesehen


Trailer v. Film: „Aquaman„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Superhelden-Kram. Schon die pure Existenz dieses Films kann ich kaum glauben

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

NYC – Film: „The Ballad of Buster Scruggs“

Ich war am 01.10.18 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Ballad of Buster Scruggs“ (in D. ab dem 16.11.18 auf Netflix zu sehen)   132 min  western, comedy, drama 

dir. Joel Coen, Ethan Coen  cast: Tim Blake Nelson, James Franco, Brendan Gleeson, Zoe Kazan, Liam Neeson, Tom Waits, Tyne Daly, Stephen Root, Grainger Hines, Bill Heck

 

Ein singender Cowboy (Tim Blake Nelson), ein Bankräuber (James Franco), ein Schausteller (Liam Neeson), ein Goldsucher (Tom Waits), eine Siedlerin (Zoe Kazan) und eine Lady (Tyne Daly), die mit vier Männern in einer Kutsche sitzt…am Ende ihrer Geschichten gibt es wohl immer einen Toten…

 

B+ (Wertung von A bis F) „The Ballad of Buster Scruggs“ ist der neue Film der Coen Bros. („Fargo“, No Country For Old Men, A Serious Man, Inside Llewyn Davis). Es ist ein Episodenfilm, der in sechs Kapitel aufgeteilt ist.

Die erste („The Ballad of Buster Scruggs“) und die zweite Episode („Near Algodones“) sind witzig, aber auch recht blutig und wenn man es sich gerade im Lachmodus gemütlich gemacht hat, kommt die dritte („Meal Ticket“) und stimmt einen nachdenklich, gar traurig, die vierte (All Gold Canyon) ist eine wunderbare Fabel über den Menschen und die Natur (übrigens mit Tom Waits, den ich überhaupt nicht erkannte), die fünfte („The Gal Who Got Rattled“) erzählt eine tragische Siedler-Story und bei der sechsten und letzten Episode („The Mortal Remains“) fühlte ich mich, als ich diese dialogreiche Kutschfahrt begleitete, zunächst  an Quentin Tarantinos The Hateful Eight erinnert. Jeder wird sein Lieblingssegment in diesem Film haben. Ich mochte am meisten das 1., 2., und das 6. Kapitel. 

Es hat aber nicht lange gedauert, dass ich diesen Western-Episodenfilm in mein Herz geschlossen habe. Ich weiß noch genau, dass ich bereits bei der ersten Episode und der zweiten Saloon-Szene gedacht habe, wenn das so weitergeht, ist das einer meiner Lieblingsfilme der Coens. Am Ende waren es aber sechs separate und völlig unterschiedlichen Geschichten, aber alle haben einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Jede einzelne ist von Originalität und perfektem Timing geprägt, gestalterisch sehr präzise und schwarzhumorig, wie man das von einem Werk der Coen Brüder erwartet. Absolut hinreißend, wie sie jede neue Geschichte einleiten.

Die Filme der regieführenden Brüder sind für das Kino geschaffen, dies ist ihre erste Netflix-Produktion. „The Ballad of Buster Scruggs“ war ursprünglich als Sechsteiler für das Fernsehen (bzw. Netflix) geplant. Dann wurde daraus ein Netflix-Spielfilm. Für die meisten Coen-Bros.-Fans bedeutet das, dass sie diesen Film dann leider auch nur auf diesem Streamingportal sehen können. Um sich für die Oscars zu qualifizieren, wird dieser Film wohl nur in ausgewählten amerikanischen Kinos zu sehen sein. Ich hatte es bereits bei meiner ersten Prognose zu den Oscar-Nominierungen 2019 erwähnt, Netflix hat die besten Oscar-Strategen der Branche angeheuert und jetzt ist jeder, der sich mit den Oscars beschäftigt, gespannt, wie weit sie im nächsten Jahr (vor allen Dingen mit „Roma“) kommen. Für mich war es bei „The Ballad of Buster Scruggs“ das erste Mal, dass ich das neue Netflix-Logo (ein simples „N“) gesehen habe. 

„The Ballad of Buster Scruggs“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Nebendarsteller (Tim Blake Nelson), Bestes Originaldrehbuch Update: „The Ballad of Buster Scruggs“ hat 3 Oscar-Nominierungen (Bestes adaptiertes Drehbuch, Bestes Kostümdesign und Bester Song für „When a Cowboy Trades his Spurs for Wings“) erhalten. 

„The Ballad of Buster Scruggs“ wurde erstmalig auf dem Venice International Film Festival 2018 gezeigt. Auf diesem Filmfestival haben die Coen-Brüder den Preis für das beste Drehbuch gewonnen. Der Film wird am 16.11.18 in einigen amerikanischen Kinos anlaufen und zeitgleich auf Netflix zu sehen sein. In Deutschland wird dieser Film wohl auch ab dem 16.11.18 über Netflix abrufbar sein. Ich habe den Film in einem Screening der Screen Actors Guild gesehen. Im Anschluss an den Film haben sich die Schauspieler Tim Blake Nelson, Grainger Hines und Bill Heck, sowie die legendäre Casting Direktorin Ellen Chenoweth einem Interview gestellt und die Fragen des Publikums beantwortet. Das Publikum, das vorwiegend aus Schauspielern bestand, wollten vorwiegend von allen Beteiligten wissen, wie es ist, mit den Coen Bros. zu arbeiten.

Trailer zu sehen:

 

 

amerikanische Filmplakate v. „The Ballad of Buster Scruggs“

 

Q & A nach dem SAG-Screening v. „The Ballad of Buster Scruggs“ (v. r. Casting Direktorin Ellen Chenoweth, und die Schauspieler Grainger Hines, Billy Lockwood und Tim Blake Nelson und der Interviewer)

 

Berlin – Film: „The Commuter“

Ich war am 30.11.17 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Commuter“ (dt. Kinostart: 11.01.18) 105 min action, thriller
dir. Jaume Collet-Serra cast: Liam Neeson, Vera Farmiga, Patrick Wilson, Jonathan Banks, Elizabeth McGovern, Sam Neill

 

Michael MacCauley (Liam Neeson) arbeitet als Versicherungsmakler und pendelt seit zehn Jahren aus dem Vorort nach Manhattan. Von einem Tag auf den anderen verliert Michael seinen Job und gerät in finanzielle Nöte. Als ihn auf dem Nachhauseweg eine mysteriöse Fremde (Vera Farmiga) im Zug anspricht und ihm ein lukratives Angebot macht, springt er an. Dafür muss er einen bestimmten Passagier im Zug finden, der soll etwas sehr Wertvolles transportieren. Michael wird bald klar, dass nicht nur das Leben der Zug-Passagiere in Gefahr ist, sondern auch das seiner eigenen Familie…

 

C- (Wertung von A bis F) „The Commuter“ ist der neue Film des spanischen Regisseurs Jaume Collet-Serra (Orphan, The Shallows). Nach Unknown, Non-Stop und Run All Night ist „The Commuter“ bereits die vierte Zusammenarbeit des Filmemacher mit seinem Hauptdarsteller Liam Neeson.

„The Commuter“ ist ein Actionthriller, der sich in seinem wirren und überladenen Plot verzettelt. Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht? Die Story ist an den Haaren herbeigezogen, die Performances sind teilweise miserabel, so auch die Computereffekte am Ende. Vielleicht wäre der Film noch zu retten gewesen, wenn er nicht gänzlich von Humor befreit wäre. Ich hatte mich eigentlich wirklich auf den Film gefreut, leider hatte ich am Ende richtig schlechte Laune. Schade.

Ich dachte mal gehört zu haben, dass der 65-jährige irische Schauspieler nach zahlreichen Actionfilmen eigentlich nicht mehr solche Filme drehen wollte. Es stellte sich aber heraus, dass das wohl mehr mein Wunschdenken war, er das so nie gesagt hat. Die jüngere Generation kann sich wahrscheinlich gar nicht mehr daran erinnern, dass Liam Neeson mal ein richtig guter Charakterschauspieler („Schindler´s List“, „Michael Collins“, „Kinsey“) war. Ich gebe zu, dass ich dem „alten“ Liam Neeson nachtrauere und darauf hoffe, dass er endlich mal wieder solide Performances in wirklich sehenswerten Filmen liefert. Dennoch sehe ich ihn immer noch sehr gerne, ich liebe einfach seine Stimme.

„The Commuter“ startet am 12.01.18 landesweit in den amerikanischen Kinos. In Deutschland startet der Film morgen (11.01.18). Ich habe den Film in einer Pressevorführung gesehen. Gezeigt wurde die OmU.

Trailer zu sehen:

 

Denver – Film: „Silence“

Ich war am 06.01.17 in Denver und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„Silence“ (dt. Kinostart: 02.03.17) 161 min drama, adaptation
dir. Martin Scorsese cast: Andrew Garfield, Adam Driver, Liam Neeson, Ciarán Hinds, Issei Ogata

 
Im Jahr 1638. Pater Sebastiao Rodrigues (Andrew Garfield) und Pater Francisco Garupe (Adam Driver) aus Portugal reisen nach Japan. Sie begeben sich auf die Suche nach ihrem ehemaligen Mentor, Pater Ferreira (Liam Neeson), er soll seinem Glauben abgeschworen haben…

 
B (Wertung von A bis F) „Silence“ basiert auf dem gleichnamigen Roman des japanischen Autors Shusaku Endo. Es ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers Martin Scorsese („Taxi Driver“, „Raging Bull“, „Goodfellas“, „Casino“, The Wolf of Wall Street).

„Silence“ gilt als sehr persönlicher Film des römisch-katholischen Regisseurs Martin Scorsese. Wie die meisten seiner Filme sieht auch dieser fantastisch aus. Es ist einer dieser imposanten Filme, der wahrscheinlich ausschließlich auf einer großen Leinwand wirkt. Leider ist er endlos lang und thematisch konnte ich dem Film gar nichts abgewinnen.

Ich halte mich für einen empathischen Menschen, versuche mich bei Filmen auch meist in die Charaktere reinzuversetzen. Das war mir in diesem Film nicht möglich, der einzige Charakter, dessen Handeln ich bis zu einem gewissen Punkt nachvollziehen konnte, war Liam Neesons und seine Rolle kommt erst zum Ende zu tragen. Es liegt nun eine ganze Weile zurück, dass ich „Silence“ gesehen habe, lange habe ich überlegt, was ich schreiben kann, ohne anderen Menschen zu nahe zu treten. Generell macht mich die Arroganz sprachlos, mit der Gläubige in ein fremdes Land, in eine fremden Kultur wandern und den Einwohnern ihren Glauben aufzwingen wollen und dabei ihre Meinung/ihren Glauben als die/den einzig wahre (n) gelten lassen. Hier werden Pater Rodgrigues (gespielt von Andrew Garfield) und (japanische) Christen gezeigt, wie sie – im Angesicht des Todes – beharrlich an ihrem Glauben festhalten. Die japanischen Machthaber wollen nicht, dass die christliche Religion ihr Land unterwandert, verfolgen die Christen, nehmen sie fest und verlangen, dass sie – im wahrsten Sinne des Wortes – ihren Glauben mit Füßen treten. Und hier kommt der Punkt, den ich nicht verstanden habe. Wenn ich weiß, dass ich schrecklich gefoltert oder gar getötet werde, warum gebe ich mich dann nicht etwas geschmeidiger? Diese ganze Prozedur wiederholt sich zig Mal in dem Film.

Gut, aber was weiß ich schon davon? Gläubige Menschen werden den Film sehr wahrscheinlich mit ganz anderen Augen sehen. Für mich gab es eindrucksvolle Bilder, ich habe von ganz neuen Folter- und Tötungsmethoden erfahren und hatte Spass mit einem der Nebencharakter, Inquisitor Inoue (gespielt von Issei Ogata). Diese Figur ist der klare Bösewicht des Films. Mich hat er von seiner kultivierten-fiesen Art an Christoph Waltz´ Hans Landa aus Inglourious Basterds erinnert. Diese Rolle könnte für den 64-jährigen japanischen Schauspielers der Durchbruch in Hollywood bedeuten.

In der Oscar-Saison 2016/2017 war „Silence“ der letzte Prestige-Film, der den amerikanischen Kritikern gezeigt wurde. Der Film war für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Andrew Garfield), Bester Nebendarsteller (Issey Ogata, Adam Driver, Liam Neeson), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien. „Silence“ wurde letztendlich nur für einen Academy Award (Beste Kamera) nominiert.

Die Premiere von„Silence“ fand im Vatikan statt. Am 23.12.16 ist der Film in vier ausgewählten amerikanischen Kinos gestartet. Seit dem 13.1.17 war der Film dann landesweit in den U.S.A. zu sehen. Der Film ist teilweise in Japanisch mit englischen Untertiteln. In Deutschland startet der Film am 02.03.17.

 
Trailer zu sehen:

 
vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Neruda„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Chilenischer Film und nach Jackie zweiter 2016er Film von Pablo Larrain. Mit Gael Garcia Bernal
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „I´m Not Your Negro„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Dokumentation
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „20th Century Women„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Mike Mills neuer Film mit Annette Bening, Elle Fanning, Greta Gerwig und Billy Crudup
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Paterson„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Jim Jarmuschs neuer Film mit Adam Driver
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits auf dem NYFF 54 gesehen

Seoul – Film: "Run All Night"

Ich war am 23.03.15 in Seoul und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Run All Night“ (dt. Kinostart: 16.04.15) 115 min crime, action
dir. Jaume Collet-Serra cast: Liam Neeson, Ed Harris, Joel Kinnaman, Boyd Holbrook, Vincent D´Onofrio, Nick Nolte, Common

Shawn (Ed Harris) und Jimmy (Liam Neeson) kennen sich ein Leben lang. Jahrelang hatte Jimmy für den Mafia-Boss als Auftragskiller gearbeitet. Diese Zeit liegt nun hinter ihnen. Jimmy hat einen Sohn, Mike (Joel Kinnaman), zu dem er schon seit fünf Jahren keinen Kontakt mehr hat. Als Jimmy erfährt, dass sein Sohn in Schwierigkeiten steckt, weil er Shawns Sohn Danny (Boyd Holbrook) dabei beobachtet hat, wie er einen Mann ermordete, fährt er umgehend zu seinem Sohn. Um seinen Sohn das Leben zu retten, muss Jimmy etwas zu tun, was die Freundschaft zwischen ihm und Shawn mit einem Schlag beendet.

C+ (Wertung von A bis F) „Run All Night“ ist nach Unknown und Non-Stop bereits die dritte Zusammenarbeit von Regisseur Jaume Collet-Serra und seinem Hauptdarsteller Liam Neeson.

Ich kann nicht sagen, dass ich mich bei „Run All Night“ gelangweilt habe. Der Film ist schnell geschnitten, actionreich und durchaus spannend. Typisches Popcornkino halt und ein weiterer Film, bei dem Liam Neeson (mit seiner wunderbaren Stimme) Drohungen am Telefon ausspricht. Erzählt werden die Ereignisse einer Nacht. Genauer sind es sogar 16 Stunden. Ich mag es nicht wenn man mir einen Film oder wichtige Details zu einer Handlung spoilert, auch kann ich es überhaupt nicht leiden, wenn man einen Film mit dem Filmende beginnt und dann zurückblickt. Das ist in „Run All Night“ leider der Fall. Ein weiterer Negativpunkt war für mich, dass mir der persönliche Rachefeldzug von Ed Harris Charakter ziemlich fadenscheinig daherkommt. Zuvor wird noch gezeigt wie eng er und Liam Neesons Charakter sind, und wie wenig er von seinem Sohn (gespielt von Boyd Holbrook, der neben Liam Neeson schon in A Walk Among the Tombstones spielte) hält, und dann wirft er alles über den Haufen?

Der Rapper und frisch gebackener Oscar-Preisträger Common (für seinen Song „Glory“ aus dem Film Selma) ist mir hier das erste Mal bewusst als Schauspieler aufgefallen. Richtig angetan war ich von Joel Kinnaman (The Killing). Er ist definitiv ein Schauspieler, den man im Auge behalten sollte. In „Run All Night“ habe ich erstmalig bemerkt, dass Ed Harris ziemlich alt geworden ist (und Nick Nolte erst – den habe ich, so waldschratig er hier aussieht, auf den ersten Blick nicht mal erkannt)

Ich bin wirklich ein treuer Liam Neeson Fan, aber selbst ich bin langsam ermüdet von dem alternden Actionstar Liam Neeson. Ich würde mich freuen, wenn sich der einstige Charakterschauspieler jetzt endlich wieder dem anspruchsvollem Kino widmen würde.

Gesehen habe ich „Run All Night“ in der Originalfassung mit koreanischen Untertiteln.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Avengers: Age of Ultron“
Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer)
Kommentar: Marvel-Fortsetzung
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „????????
Bewertung des Trailers: ?
Kommentar: ein koreanisches Drama, durch die ausschließlich koreanischen Schriftzeichen, weiss ich nicht, was hier gezeigt wurde
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: kann ich nicht beurteilen

Trailer v. Film: „The Divergent Series: Insurgent“
Bewertung des Teasers: C- (neuer Teaser)
Kommentar: 2. Teil der Teenager-Romanverfilmung. Mit einer anderen Hauptdarstellerin als Shailene Woodley würde ich mir diese Reihe vielleicht angucken.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Song One“
Bewertung des Teasers: C-
Kommentar: Film mit Anne Hathaway
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: nicht, wenn ich es verhindern kann

Trailer v. Film: „Furious 7“
Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer)
Kommentar: Der siebentausendste Teil der Reihe. Ich gebe zu, dass ich ihn mir in Seoul angeguckt hätte, wenn er in 4D gelaufen wäre.
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „????????
Bewertung des Trailers: ?
Kommentar: koreanische Komödie. Durch die ausschließlich koreanischen Schriftzeichen, weiss ich nicht, was gezeigt wurde
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Kino in Seoul

Ich war tatsächlich noch nie in Korea im Kino. Gut, ich war auch bestimmt 12 Jahre nicht dort. Zunächst einmal werden die englischsprachigen Filme (wie in den meisten Ländern weltweit) im Original mit Untertiteln gezeigt. Sehr löblich. Ich war in einem großen Kinocenter. Wenn man eine Kinokarte kaufen will, muss man, bevor man zur Kasse geht, eine Wartenummer (!!!) ziehen. Wenn seine Nummer dann (auf der digitalen Anzeige der einzelnen Kassen) aufgerufen wird, geht man zum jeweiligen Schalter und teilt dem gut verständlich Englisch sprechenden Personal mit, was man wann gucken will und wählt den gewünschten Sitzplatz. (Ich hasse das bekanntlich). Eine Kinokarte kostet 8000 Won. (das sind umgerechnet ca. 6,65 EUR). Das Kino war sehr sauber, hatte sehr bequeme Sessel und stadium seating. Die Koreaner halten dankenswerterweise nicht viel davon, so nah beieinander zu hocken. Sobald das Licht ausgegangen ist, sind in meiner Vorstellung die Zuschauer auseinander gerutscht. 10 Minuten bevor der eigentliche Film beginnen soll, werden Trailer, Werbung und das übliche Filmchen über das Verhalten in Notfällen gezeigt. Das nimmt beinahe 20 Minuten in Anspruch. Als ich erfahren habe, dass ich nach Seoul fliege (bin aus dem Stand By dorthin geschickt worden), war mein großes Ziel, in eines der berühmten 4D-Kinos zu gehen. Von meinen Kollegen habe ich schon oft gehört, wie cool das sein soll. Ich habe mich bei dem Concierge erkundigt, der einzige (englischsprachige) Film war „Furious 7“. Dieser Actionfilm lief aber während meiner gesamten Aufenthaltsdauer dort noch nicht. Schade.

IMG_3274IMG_3277IMG_3279

Berlin – Film: "Taken 3"

Ich war am 16.12.14 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Taken 3“ (dt. Filmtitel: 96 Hours – Taken 3, dt. Kinostart: 8.1.15) 103 min action, thriller
dir. Olivier Megaton cast: Liam Neeson, Forest Whitaker, Maggie Grace, Famke Janssen, Dougray Scott

Kim (Maggie Grace) ist mittlerweile bei ihrer Mutter Lenore (Famke Janssen) und ihrem Stiefvater (Dougray Scott) ausgezogen. Jetzt wohnt sie mit ihrem Freund (Jonny Weston) zusammen. Der ehemaligen CIA-Agent Bryan Mills (Liam Neeson) trifft sich gelegentlich mit seiner Ex-Frau Lenore. Sogar einen Hausschlüssel hat sie wieder. Eines Morgens entdeckt Bryan die Leiche von Lenore in seinem Apartment. Er gerät in Verdacht, sie getötet zu haben. Bei seiner Verhaftung gelingt ihm die Flucht, jetzt muss er herausfinden, wer seine Ex-Frau tatsächlich ermordet hat. Inspector Franck Dotzler (Forest Whitaker) leitet die Ermittlungen und heftet sich an Mills Fersen.

B- (Wertung von A bis F) „Taken 3“ ist eine Fortsetzung zu „Taken 2“ und der letzte Teil der „Taken“-Trilogie

Dieses Mal kommt es nun zu keiner Entführung, sondern der Held der ersten beiden Filme (gespielt von Liam Neeson) wird verdächtigt, seine Ex-Frau getötet zu haben. Das Drehbuch, wie bereits bei dem vorangegangenen Film, „Taken 2“, hat Luc Besson mit Robert Mark Kamen geschrieben.

„Taken 3“ ist ein überraschungs- und mitunter logikfreier Aktioner, der mich aber bis zum Schluss gut unterhalten hat. Der finale Teil der Actionthriller-Reihe hat mir von allen Teilen am Besten gefallen. Ich habe nicht viel erwartet und vielleicht mochte ich den dritten Teil der Reihe, weil er mich an einen meiner Lieblingsactionfilme („The Fugitive“) erinnert. „Taken 3“ fehlt natürlich der unverwechselbare Humor und die Klasse des Harrison Ford/Tommy Lee Jones-Streifens. Dafür hat er aber Liam Neeson, den ich aber nunmal wahnsinnig gerne sehe (und höre).

Ich muss aber zugeben, dass die „Taken“-Filme bei mir irgendwie ein Phänomen sind. Ich hatte den ersten Taken um einiges positiver in Erinnerung und war regelrecht überrascht, wie schlecht ich ihn seinerzeit bewertet habe. Vielleicht sollte ich ihn so in Erinnerung behalten und ihn mir nie wieder anschauen.

„Taken 3“ wird am 9.1.15 in die amerikanischen Kinos kommen. Ich habe den Film am 16.12.14 in Deutschland in einer Pressevorführung gesehen. Gezeigt wurde die OV.

Offizieller Trailer:

Deutscher Trailer: