Berlin – Film: The Gentlemen“

Ich war am 28.01.20 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Gentlemen“ (dt. Kinostart: 27.02.20)   113 min  crime, action 

dir. Guy Ritchie  cast: Matthew McConaughey, Charlie Hunnam, Henry Golding, Michelle Dockery, Jeremy Strong, Eddie Marsan, Colin Farrell, Hugh Grant

 

Der Amerikaner Mickey Pearson (Matthew McConaughey) hat sich in London über die Jahre ein millionenschweres Mariihuana-Imperium aufgebaut. Vom kleinen Dealer hat er es in die britische Upper Class geschafft. Nun will er sich zur Ruhe setzen und endlich mehr Zeit mit seiner Frau Rosalind (Michelle Dockery) verbringen. In dem exzentrischen Milliardär Matthew Berger (Jeremy Strong) hat Mickey vielleicht auch schon einen Käufer für sein Imperium gefunden…

 

B+ (Wertung von A bis F) „The Gentlemen“ ist der neue Film des englischen Filmemachers Guy Ritchie („Lock, Stock and Two Smoking Barrels“, „Snatch“, RocknRolla). Auch das Drehbuch hat Guy Ritchie geschrieben. 

„The Gentlemen“ ist zwar nicht der erste Film, den ich dieses Jahr im Kino gesehen habe, es ist aber offiziell mein erster Film aus Jahr 2020 und es fühlt richtig sich gut an, wenn das neue Filmjahr gleich mit einem Werk beginnt, das mir gefällt. 

Nach Sherlock Holmes: Game of Shadows hatte ich Guy Ritchie quasi abgeschrieben. Jedenfalls habe ich mir seither nie wieder einen Film von ihm angeschaut. Der Trailer zu „The Gentlemen“ erinnerte mich dann aber an die Arbeiten, mit denen er sich seinerzeit einen Namen gemacht hat. Und tatsächlich, der Film ist ein stylischer und origineller, kurzweiliger Spass nach guter alter, britischer Gangster-Genre-Manier. Die Geschichte ist komplex, sprachwitzige Dialoge, hervorragende Schauspieler (darunter Jeremy Strong aus der TV-Serie „Succession“, die wunderbaren Michelle Dockery aus der mittlerweile leider abgesetzten TV-Serie „Good Behavior und ein blendend aufgelegter Hugh Grant) und dann gibt es sogar noch ein paar Höhepunkte in Form von dem von Colin Farrell gespielten „Coach“ und seinen „Toddlers“, die Erwähnung von einem meiner Lieblingsfilme („The Conversation“) und einer recht gelungenen Miramax/Harvey Weinstein-Anspielung.

Der Film wird in den Vereinigten Staaten dafür kritisiert, dass er rassistische Beleidigungen enthält. Wie glauben denn diese Leute, dass sich Gangster unter- und übereinander unterhalten? Dieses ständige Politisch-Korrekt-Sein-Wollen hat mittlerweile anstrengende Formen angenommen.

„The Gentlemen“ ist bereits am 1.1.20 in den britischen Kinos gestartet. In den Vereinigten Staaten wird der Film seit dem 24.1.20 in 2,165 Kinos landesweit gezeigt. In Deutschland ist der Film ab dem 27.02.20 in den Kinos zu sehen. Ich habe den Film in einer Pressevorführung in der OmU gesehen. 

Trailer zu sehen:

NYC – Film: „White Boy Rick“

Ich war am 28.09.18 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„White Boy Rick“ (dt. Kinostart: 07.03.19)   111 min  crime, drama, biopic

dir. Yann Demange   cast: Matthew McConaughey, Richie Merritt, Bel Powley, Jennifer Jason Leigh, Brian Tyree Henry, Rory Cochrane, Eddie Marsan, Bruce Dern, Piper Laurie

 

Im Jahr 1984 ist Detroit bereits ziemlich heruntergekommen. Jeder, der die Möglichkeit hat, verlässt die Stadt. Richard Wershe Sr. (Matthew McConaughey) will nach seiner Haftentlassung  ein normales Leben führen und träumt davon, eine Videothek zu eröffnen. Sein 14-jähriger Sohn Rick, genannt White Boy Rick (Richie Merritt) hängt viel mit den Afroamerikanern rum und beginnt bereits in jungen Jahren, Waffengeschäfte mit Gangmitgliedern zu machen. Die FBI-Agenten Byrd (Rory Cochrane) und Snyder (Jennifer Jason Leigh) werben den jungen Rick eines Tages als Informant an…

 

C- (Wertung von A bis F) „White Boy Rick“ basiert auf wahren Begebenheiten. Erzählt wird die Geschichte des 14-jährigen Richard Wershe Jr., der in den 1980er Jahren als FBI-Informant arbeitete. Es ist der zweite Kinofilm des französischen Filmemachers Yann Demange („´71“).

In erster Linie war ich enttäuscht von diesem Film, vielleicht weil ich mir zuvor die Dokumentation „White Boy“ angeschaut hatte und wusste, dass die Lebensgeschichte von Richard Wershe Jr.  genug Potenzial für ein faszinierendes Biopic bietet.

Hier hat man sich stattdessen dazu entschlossen, dem Zuschauer eine belanglose Geschichte vorzusetzen. Mit Matthew McConaugheys Figur haben wir hier einen ehemaligen Gefängnisinsassen und alleinerziehenden Vater, der in einer üblen Gegend von Detroit versucht, seine Tochter Bel Powley) und seinen Sohn (Richie Merritt) großzuziehen. Der 14-jährige weiße Rick hing schon immer viel mit Schwarzen rum, was ihm auch den Spitznamen White Boy Rick einbrachte. Bald macht der Teenager Geschäfte mit Gangstern, kommt früh an viel Geld, verlässt die Schule, das FBI rekrutiert ihn, er kooperiert mit der Bundesbehörde und bespitzelt örtliche Drogenkartelle, aber landet dennoch im Alter von 17 Jahren für den Besitz und Handel von Drogen im Gefängnis. Auch diesen Part hätte man fesselnd gestalten können, hier wirkt aber beinahe jede Szene inszeniert und die Dialoge fühlen sich oftmals „aufgesagt“ an. Der Minderjährige White Boy Rick war sicherlich kein Heiliger, war auch später in Drogengeschäfte verwickelt, aber der eigentliche  Skandal seiner Geschichte ist, dass er mit nur 17 Jahren für ein Drogendelikt zu einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe verurteilt wurde. Warum er zu dieser unverhältnismäßig hohen Strafe verurteilt wurde und – wie ich durch die Doku erfahren habe – warum beispielsweise alle anderen verurteilten Drogenhändler und sogar auch ein Auftragsmörder, der zugegeben hat, mindestens dreißig Menschen getötet zu haben, vor Rick aus dem Gefängnis entlassen wurden, über diesen Hintergrund hätte ich gerne mehr erfahren und in Spielfilmform gesehen. Die Doku ist dahingehend auch nicht befriedigend. Hat es doch hier eindeutig den Anschein, als würde irgendetwas vertuscht werden. Die Stadt Detroit wurde seinerzeit von kriminellen Strukturen und Korruption seitens der Polizei und der Politiker beherrscht. Richard Wershe Jr. war sicher auch ein Opfer der erbitterten Drogenpolitik des damaligen US-Präsidenten Ronald Reagan. Der hatte den Kampf gegen Drogen seinerzeit verbissen geführt und ist mit gnadenloser Härte gegen Drogenbesitzer und -händler vorgegangen. Drogendelikte wurden härter bestraft als Gewalttaten. 

White Boy Rick wurde im Jahr 2017 nach 29 Jahren aus dem Gefängnis in Michigan entlassen. (jedoch direkt in ein Gefängnis in Florida überführt, in dem er derzeit eine Strafe für eine anderen Tat verbüsst).

Vielleicht wird eines Tages ein besser Film über diesen Jungen gedreht, „White Boy Rick“ ist sehr langatmig und zäh. 

Schauspielerisch hat mir Bruce Dern (als Opa des jungen Rick) am besten gefallen, aber auch Jennifer Jason Leigh und Matthew McConaughey geben eine solide Performance. Bel Powley, die ich noch in The Diary of a Teenage Girl passend besetzt fand, hat hier meine Geduld arg strapaziert. Richie Merritt, der hier den Titelcharakter spielt, hatte keinerlei Schauspielerfahrung. Der Junge wurde in einer Highschool entdeckt, was die Casting Agenten in ihm sahen, ist mir schleierhaft. Wahrscheinlich war das der Anfang und zugleich das Ende der Schauspielkarriere von Richie Merritt. 

„White Boy Rick“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Matthew McConaughey), Bester Nebendarsteller (Bruce Dern), Bestes Originaldrehbuch

„White Boy Rick“ wurde erstmalig auf dem Telluride Film Festival 2018 gezeigt. Der Film ist am 14.09.18 landesweit in 2,504 amerikanischen Kinos gestartet. Für Deutschland ist ein Kinostart am 07.03.19 geplant. 

Trailer zu sehen:

 

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „A Star is Born„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: ziemlich sicherer Oscar-Kandidat von und mit Bradley Cooper

Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen


Trailer v. Film: „Hunter Killer„

Bewertung des Trailers: C

Kommentar: Actioner mit Gerard Butler und Gary Oldman

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: nein


Trailer v. Film: „What They Had„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Drama mit Hilary Swank, Blythe Danner, Robert Forster, Michael Shannon….okay wird geguckt

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Overlord„

Bewertung des Trailers: ?

Kommentar: Horrorfilm. Der Trailer geht von ganz schlimm zu eigentlich ganz cool

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal sehen


Trailer v. Film: „Bad Times at the El Royale„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Film mit Jeff Bridges, Jon Hamm, Dakota Johnson. Der Trailer war wirklich cool, der Film hat für mich leider einige Schwächen, s. mein Beitrag

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen


Trailer v. Film: „First Man„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Damien Chazelles neuer Film, eigentlich sicherer Oscar-Kandidat, wackelt gerade aber etwas

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen


Trailer v. Film: „The Girl in the Spider´s Web„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Neuer Thriller der Lisbeth Salander-Reihe, dieses Mal mit Claire Foy in der Hauptrolle

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bin noch nicht überzeugt


Trailer v. Film: „The Front Runner„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Jason Reitmans neuer Film, Biopic über den amerikanischen Präsidentschaftskandidaten Gary Hart. Hugh Jackman in der Hauptrolle

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Denver – Film: „Gold“

Ich war am 06.02.17 in Denver und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„Gold“ (dt. Kinostart: 13.04.17) 120 min   drama
dir. Stephen Gaghan cast: Matthew McConaughey, Edgar Ramirez, Bryce Dallas Howard, Corey Stoll, Toby Kebbell, Craig T. Nelson, Bruce Greenwood, Bill Camp, Stacy Keach, Macon Blair

 

 

1988 in Reno, Nevada. Normale Arbeit ist nichts für Kenny Wells (Matthew McConaughey), er ist ein Prospector. Mittlerweile muss seine langjährige Freundin Kay (Bryce Dallas Howard) für den Lebensunterhalt der Beiden aufkommen. Jetzt hat er von einem größeren Goldfund in Indonesien gehört, kratzt etwas Geld zusammen und fliegt nach Südostasien. Dort trifft er sich mit dem Geologen Michael Acosta (Edgar Ramirez). Die beiden handeln einen Deal aus und engagieren ein Team, um im indonesischen Dschungel nach Gold zu suchen…

 

 

C- (Wertung von A bis F) „Gold“ wurde von wahren Begebenheiten inspiriert. Der Geschichte lag der Bre-X-Skandal zugrunde. Es ist der neue Film des amerikanischen Drehbuchautors und Filmemachers Stephen Gaghan („Syriana“).

Mir war der Bre-X-Skandal nicht bekannt, sicherlich lohnt es sich, davon zu erfahren, ich weiß nur nicht, ob ein Film die beste Erzählform dafür ist. „Gold“ ist von Beginn an sehr zäh, viel passiert nicht. Mit Ausnahme einiger schauspielerischen Leistungen und der etwas überraschenden Wendung zum Schluss, fand ich den Film überflüssig.

Matthew McConaughey wollte vor vielen Jahren nicht mehr nur als Schönling gelten, sondern auch endlich als Schauspieler ernst genommen werden. Also hat er konsequent alle Rollenangebote für romantische Komödien abgelehnt. Irgendwann kamen dann die anspruchsvolleren Rollen und er zeigte sein Können in Magic Mike, der Serie True Detective, The Wolf of Wall Street, Dallas Buyers Club. Für letztgenannten Film gewann er dann den Oscar. Obwohl mittlerweile wahrscheinlich jeder verstanden hat, dass er auch schauspielern kann, ist er weiterhin bemüht, möglichst unattraktiv auszusehen (wie hier: extreme Gewichtszunahme, Halbglatze mit fettigen Strähnen und falsche Zähne),weil er das scheinbar gleichsetzt mit gutem Schauspiel. Den Oscar kann man ihm leider nicht mehr wegnehmen, aber er wird niemals zu einem der besten Schauspieler zählen. Hier hätte er sich am Set mal ein Beispiel an Corey Stoll, Bill Camp und Edgar Ramirez nehmen sollen, die auf leichte und natürliche Art einen wesentlich größeren Eindruck als Schauspieler hinterlassen.

„Gold“ war ursprünglich für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Bester Hauptdarsteller (Matthew McConaughey). Iggy Pops hörenswerter Song „Gold“ wurde für den Golden Globe nominiert, Oscar-Nominierungen hat der Film nicht erhalten.

 
„Gold“ wurde am 30.12.16 in einigen amerikanischen Kinos gestartet, seit dem 27.01.17 ist er dort landesweit in den Kinos. Ab dem 13.04.17 ist der Film in den deutschen Kinos zu sehen.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

 
Trailer v. Film: „Pirates of the Caribbean: Dead Men Tell No Tales„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: 5. Film der Serie. Warum genau spielt hier Javier Bardem mit?
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Ghost in the Shell„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Sci-Fi-Film mit Scarlett Johansson und Takeshi Kitano, aber auch Juliette Binoche
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Wilson„
Bewertung des Trailers: A
Kommentar: Tragikomödie mit Woody Harrelson und Laura Dern. Ich liebe den Film schon vom Trailer her
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Dunkirk„
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: Der Christopher-Nolan-Film mit Kenneth Branagh, Tom Hardy und Mark Rylance. Der Film ist für den Sommer angekündigt, also kein Oscar-Film?
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Shack„
Bewertung des Trailers: D+
Kommentar: schnulziger Fantasy-Mist mit Octavia Spencer
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Great Wall„
Bewertung des Trailers: A- (neuer Trailer)
Kommentar: Historische Actionfilme sind selten meine Welt. Der hier ist eindeutig für den chinesischen Markt produziert, auch wenn Matt Damon mitspielt.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Free Fire„
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: Ben Wheatleys Actionkomödie mit Brie Larson, Armie Hammer, Sharlto Copley
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: vielleicht

NYC – Film: „Kubo and the Two Strings“

Ich war am 19.08.16 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„Kubo and the Two Strings“ (dt. Filmtitel: „Kubo – Der tapfere Samurai“, dt. Kinostart: 27.10.16) 102 min animation
dir. Travis Knight cast: Art Parkinson, Charlize Theron, Ralph Fiennes, Rooney Mara, Matthew McConaughey, George Takei

 

 

Die Geschichte spielt im Japan vor unserer Zeit. Der kleine Kubo (Art Parkinson) lebt mit seiner Mutter in einer Höhle am Meer. Tagsüber geht er ins Dorf und unterhält die Bevölkerung mit seinen fantasievollen Geschichten. Seine Mutter (Charlize Theron) hat ihm immer eingetrichtert, dass er vor Anbruch der Dunkelheit zurück sein soll. Eines Tages bleibt er zu lange draußen und begegnet prompt zwei Geistern. Bei den beiden Geistern handelt es sich um seine beiden Tanten (Rooney Mara), vor denen hat ihn seine Mutter immer eindringlich gewarnt. Für Kubo beginnt ein gefährliches Abenteuer…

 
A- (Wertung von A bis F) Nach Coraline, ParaNorman und The Boxtrolls ist „Kubo and the Two Strings“ erst der vierte Film des Stop-Motion-Animationsstudios LAIKA. Es ist der erste Spielfilm bei dem der Vorstand und Präsident von LAIKA, Travis Knight, Regie führt. Travis Knight ist der Sohn von Phil Knight, Gründer des Sportartikel-Herstellers Nike.

Ich musste selbst noch mal nachschauen, aber den ersten Trailer von „Kubo“ habe ich vor dem Kinofilm Zootopia gesehen. Ich mochte die Figuren nicht und wollte mir den Film auch gar nicht anschauen. Jetzt – ein halbes Jahr später – bin ich ziemlich begeistert von dem Streifen. Zweifelsfrei ist es der technisch perfekteste der vier LAIKA-Filme und er erzählt eine originelle und originale Geschichte.

Die Animation in „Kubo and the Two Strings“ ist eine Kombination aus Stop-Motion-Technik und CGI. Am Anfang standen aber immer die handgefertigten Puppen und die, mit viel Liebe zum Detail gebauten Sets. Immer wenn das im Film durchscheint, sind mir vor Rührung die Tränen gekommen. Wer gibt sich den heute, mit all den technischen Möglichkeiten, noch so viel Mühe?

 
Erzählt wird die Story des einäugigen, japanischen Jungen Kubo, einem Geschichtenerzähler. Seitdem sein Vater verstorben ist, kümmert er sich rührend um seine kranke Mutter. Eines Tages beschwört er zwei Geister aus seiner Vergangenheit und muss aus dem Dorf flüchten. Er wird Götter und Monster bekämpfen und bekommt dabei Hilfe von zwei Gefährten, Monkey und Beetle.

„Kubo and the Two Strings“ ist ein ideenreiches Abenteuer, das einen in eine ganz andere Welt führt. Vielleicht sind es ein paar Feinheiten, die man an der Story noch hätte verbessern können, ansonsten habe ich an dem Film wenig auszusetzen. Kubo ist natürlich der Held, meine Lieblingsfigur ist jedoch Monkey. Mich störte, dass Beetle von Matthew McConaughey gesprochen wird. Mir ist die Stimme und Sprache des texanischen Schauspielers so vertraut, dass ich diese überall heraushöre und mich das hier aus dem Film brachte. Mit Hollywoodstars kann man natürlich prima Werbung machen, ich könnte aber oftmals gut darauf verzichten, dass bekannte Schauspieler die Sprechrollen in den Animationsfilmen übernehmen. „Kubo and the Two Strings“ ist ein Film mit japanischen Figuren, der ausschließlich in Japan spielt und wird in den U.S. A. zu Recht dafür kritisiert, dass er vorwiegend von weißen Schauspielern synchronisiert wird.

 
Nach wie vor bin ich PIXAR-Fan, aber LAIKA macht auch einzigartige Filme und darüberhinaus plant dieses Animationsstudio keine Fortsetzungen zu ihren Filmen, daher schlägt mein Herz mittlerweile mehr für LAIKA.

Aus Zeitgründen habe ich „Kubo and the Two Strings“ in der 2D-Fassung gesehen, werde ihn mir aber noch mal in der ganz sicher lohnenswerten 3D-Version anschauen.

Den Film habe ich in einem Kinocenter in New York gesehen. Es ist offiziell der erste Film für den ich 16 USD für eine Kinokarte gezahlt habe. In Manhattan gibt es kaum Vergünstigungen für Vormittagsvorstellungen, o.ä. Es ist unglaublich, wie sich die Ticketpreise in den letzten Jahren entwickelt haben.

„Kubo and the Two Strings“ ist festgesetzt in meiner Top Ten für Filme aus dem Jahr 2016. 

 
„Kubo and the Two Strings“ ist im Gespräch für eine Oscar-Nominierung als bester Animationsfilm. Update: „Kubo and the Two Strings“ wurde für insgesamt 2 Oscars nominiert, in den Kategorien: Bester Animationsfilm und Beste visuelle Effekte

Trailer zu sehen:

 

 

 

 

Das Making-of:

 

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „A Monster Calls„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Romanverfilmung mit Sigourney Weaver und Felicity Jones. Liam Neeson verleiht dem Monster seine wunderbare Stimme
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht

Trailer v. Film: „Sing„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Musical-Animationsfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: interessiert mich nicht

Trailer v. Film: „Trolls„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: bunter Musical-Animationsfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „The Eagle Huntress„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Dokumentation
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Storks“
Bewertung des Trailers: A- (neuer Trailer)
Kommentar: Animationsfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Monster Trucks„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Fantasy-Kinderfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Queen of Katwe
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Biopic mit David Oyelowo und Lupita Nyong´o
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

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L. A. – Film: „Free State of Jones“

Ich war am 05.07.16 in Los Angeles und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„Free State of Jones“ 139 min drama
dir. Gary Ross cast: Matthew McConaughey, Gugu Mbatha-Raw, Keri Russell, Mahershala Ali

 

 

Oktober 1862 in Jones County, Mississippi. Mitten im Bürgerkrieg entzieht sich Newton Knight (Matthew McConaughey) seinen militärischen Verpflichtungen. Der fahnenflüchtige Soldat muss sich fortan vor den konföderierten Truppen verstecken, trennt sich seiner Frau Serena (Keri Russell) und dem gemeinsamen Sohn und sucht Zuflucht bei einigen entflohenen Sklaven irgendwo in den Sümpfen. Schließlich desertieren immer mehr Männer und finden sich zusammen. Sie formieren eine eigene Armee und setzen sich gegen wohlhabende Plantagenbesitzer und Steuereintreiber zur Wehr…

 

 

C+ (Wertung von A bis F) „Free State of Jones“ beruht auf wahren Ereignissen, die sich zwischen den Jahren 1862 und 1876 in Jones County, Mississippi zugetragen haben. Es ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers Gary Ross („Pleasantville“, „Seabiscuit“, The Hunger Games).

In so vielen Einstellungen spürt man, dass Gary Ross einen anspruchsvollen Film über ein wichtiges Thema präsentieren will. Dafür hätte er jedoch ein anderes Drehbuch verfilmen müssen.

 

Zugegebenermassen erzählt der Film mal eine etwas andere Story über den amerikanischen Bürgerkrieg. Von Newton Knight, dem einfachen Farmer, dem Soldaten der konföderierten Truppen, dem Deserteur, der später mit einigen Gleichgesinnten und entflohenen Sklaven gegen die Staatsmacht rebelliert, hatte ich noch nie etwas gehört. Leider vertraut Gary Ross nicht alleine auf Newton Knights Geschichte, mehrmals unterbricht er die eigentliche Story und erzählt eine andere, die 85 Jahre später spielt. So wie Newton Knights Charakter in diesem Film dargestellt wird, wirft seine Figur Fragen auf. Warum beispielsweise verlässt er die, ihm so wichtige Familie und kommt später nie auf die Idee, nach ihr zu suchen? „Free State of Jones“ ist kein Biopic, Newton Knights Familiengeschichte war wohl eine leicht abgewandelte. Ich hatte den Eindruck hier die Hollywood-Version von Newton Knights Leben zu sehen, gewünscht hätte ich mir eine solide Biografie-Verfilmung.

 
Matthew McConaughey hat in den letzten Jahren alles daran gesetzt, als Schauspieler ernst genommen zu werden. Letztlich hat er in Bernie, Mud, Magic Mike, Dallas Buyers Club und True Detective auch gezeigt, dass er schauspielern kann. Für „Dallas Buyers Club“ hätte er zwar nicht wirklich den Oscar verdient (dieser Oscar gehört eindeutig Leo für „The Wolf of Wall Street“), aber gut, er hat ihn nun mal. Jetzt sollte er sich mal langsam entspannen, in diesem Film gibt er aber auch wieder ALLES. Mich langweilt er mittlerweile, schauspielerisch besser hat mir in diesem Film Mahershala Ali, der den entflohenen Sklaven Moses spielt, gefallen. Auch gut ist Gugu Mbatha-Raw (Concussion).

 
Trailer zu sehen:

 

 

 
vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Ben-Hur„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Remake des gleichnamigen Films – schlimm
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Jason Bourne„
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: Der fünfte Film der Bourne-Reihe (für mich der vierte, weil ich den letzten nicht gesehen habe und da auch Matt Damon nicht mitgespielt hat)
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Magnificent Seven„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Antoine Fuquas Remake des gleichnamigen Westerns – War das nötig? Von der Besetzung interessiert mich eigentlich nur Peter Sarsgaard.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „The Accountant„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Warum muss Ben Affleck immer wieder als Schauspieler arbeiten, wo ihm das Regiefach doch so viel mehr liegt?
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mmh…ja

Trailer v. Film: „The Birth of a Nation„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Nach dem OSCARS-SO-WHITE-Protest während der diesjährigen Oscar-Saison, kann man davon ausgehen, dass im nächsten Jahr nicht-weiße Schauspieler und ein Film mit einem afroamerikanischen Thema den Oscar gewinnen werden. Aussichtsreichste Kandidaten derzeit: „The Birth of a Nation“ und „Fences“…dann wird wohl auch Viola Davis endlich ihren Oscar bekommen..
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Loving„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Jeff Nichols neuer Film mit Joel Edgerton, Ruth Negga und natürlich Michael Shannon. Ein weiterer Oscar-Film, sollte Ruth Negga als beste Nebendarstellerin „kandidieren“, hat sie den Oscar wohl schon in der Tasche. „Loving“ interessiert mich wesentlich mehr als „The Birth of a Nation“.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Bad Moms„
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Komödie mit Christina Applegate, Mila Kunis und Kristen Bell
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

 

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Hong Kong – Film: "Interstellar"

Ich war am 06.11.14 in Hongkong und habe mir im Kino angeschaut:

„Interstellar“ (dt. Kinostart war der 06.11.14) 169 min sci-fi
dir. Christopher Nolan cast: Matthew McConaughey, Anne Hathaway, Wes Bentley, David Gyasi, Michael Caine, Jessica Chastain, John Lithgow, Casey Affleck, Topher Grace, David Oyelowo, Ellen Burstyn, Mackenzie Foy, Timothee Chalamet

Große Sandstürme bedrohen die Welt. Die Nahrung und auch der Sauerstoff wird auf der Erde langsam knapp. Cooper (Matthew McConaughey) arbeitet als Landwirt und bewirtschaftet ein riesiges Maisfeld. Nach dem Tod seiner Frau lebt er nun mit seinem Schwiegervater (John Lithgow), seiner 10-jährigen Tochter Murph (Mackenzie Foy) und seinem 15-jährigen Sohn Tom (Timothee Chalamet) auf der Farm. Früher hat er als Ingenieur und Testpilot für die NASA gearbeitet. Seitdem die NASA ihre Arbeit offiziell eingestellt hat, arbeitet Cooper als Bauer. Die NASA arbeitet aber seit Jahren an einem geheimen Weltraum-Projekt und bittet Cooper eine Weltraum-Mission zu leiten. Es soll erforscht werden, ob es in einer anderen Galaxie einen bewohnbaren Lebensraum für die Menschen gibt. Dafür muss sich Cooper auf unbestimmte Zeit von seiner Familie trennen. Auf der Weltraum-Mission wird er von den Astronauten Amelia (Anne Hathaway), Doyle (Wes Bentley) und Romilly (David Gyasi) begleitet.

C- (Wertung von A bis F) „Interstellar“ ist überambitioniertes Popcorn-Kino.

„Interstellar“ ist einer von Christopher Nolans Puzzleteile-Filmen, in der er möglichst viele smarte Ideen und komplizierte Handlungsstränge einbringt, der aber – in meinen Augen – an seinem eigenen Anspruch scheitert. Während des Films hat mich „Interstellar“ einige Male an Inception erinnert – mit dem Unterschied, dass mir „Inception“ wesentlich besser gefallen hat.

„Interstellar“ hat eine Laufzeit von 169 Minuten – das ist für das Sci-Fi-Genre schon auf dem Papier zu lang. Im Kino habe ich zig Mal auf die Uhr geschaut und bin unruhig auf meinem Kinosessel hin- und hergerutscht. Ich weiß nicht, wann ich mich das letzte Mal so gelangweilt habe. Gut, ich bin eh kein großer Freund von Sci-Fi-Filmen, insbesondere Filme über die Raumfahrt finde ich selten faszinierend. Die Sci-Fi und Fantasy-Filme, die mich begeistern, sind die bei denen mir eine außergewöhnliche Story erzählt wird und/ oder bei der ich – im besten Fall – in eine andere Welt eintauchen kann. Interessante Charaktere oder irgendetwas Spektakuläres sind dabei immer hilfreich. Christopher Nolan bringt in meinen Augen nichts davon. Gut, man sollte „Interstellar“ zugutehalten, dass es kein Franchise, Remake, Reboot und auch keine Comic-Verfilmung ist. Heutzutage ist das für einen Hollywood-Blockbuster ja leider schon eine Seltenheit. Jonathan Nolan hat mit seinem Bruder Christopher das Drehbuch zu dem Film verfasst.

Die Charakterbildung und der gesamte erste Akt sind etwas dürftig. Die NASA hat scheinbar nur auf Matthew McConaugheys Charakter Cooper gewartet hat (warum haben sie ihn dann eigentlich nicht kontaktiert?) und dass sich Cooper dann so schnell von seiner Familie verabschiedet und, vor allen Dingen, seine geliebte Tochter auf unbestimmte Zeit zurücklässt, fand ich seltsam. Christopher Nolan ist nun nicht für gefühlvolles Kino bekannt, hier hätte aber etwas in den Charakteraufbau investiert werden müssen. Ich fand zwar die Videobotschaften, die Cooper von seinen Kindern erhält und die Vater/Tochter-Szene am Krankenhausbett bewegend, aber nur weil ich solche Szenen generell rührend finde und nicht weil der Charakter- und Beziehungsaufbau dazu geführt haben. Matthew McConaugheys Charakter scheint auch einzig eine Bindung zu seiner Tochter zu haben. Sein Sohn ist Cooper (und ganz offensichtlich auch den Nolan-Brüdern, die das Drehbuch verfasst haben) offensichtlich völlig egal. Ansonsten ist der letzte Akt des Films auch eine Katastrophe.

Vielleicht hätten talentiertere bzw. wandelbarere oder auch unbekanntere Schauspieler in den Hauptrollen noch etwas rausholen können. Matthew McConaughey habe ich zwar noch den Vater, den Farmer, wenn ich ein Auge zudrücke auch den Ingenieur abgenommen, aber den Astronaut und Retter der Menschheit definitiv nicht. Anne Hathaway habe ich garantiert nicht die Wissenschaftlerin und Astronautin abgenommen. (und überhaupt fand ich es unerträglich, sie so lange in einem Film zu sehen) Zu keinem Moment habe ich in dem Film etwas anderes als die beiden Schauspieler Matthew McConaughey und Anne Hathaway gesehen. So sehr ich Matthew McConaughey für seine schauspielerische Leistung in True Detective noch gelobt habe, so wenig überzeugend fand ich ihn hier. Lange bevor er sich dazu entschlossen hat, Charakterschauspieler zu werden, habe ich immer betont, wie sehr ich seine Sprache und Stimme mag. Die Zeiten sind mit seiner Oscar-Dankesrede und jetzt im „Interstellar“ vorbei. In „Interstellar“ redet er gefühlt pausenlos und das Gequatsche, seine Stimme, seine Sprache, sein Rumgenuschel gingen mir wahnsinnig auf die Nerven.

Der 44-jährige Filmemacher Christopher Nolan ist einer der mächtigsten Regisseure Hollywoods. Es gibt wenige Regisseure, die von einem Hollywood Studio quasi einen Blanko-Scheck ausgehändigt bekommen und dann so viel Freiheiten geniessen wie er. Er ist auch einer der wenigen großen Regisseure, der im Digitalzeitalter seine Filme noch mit der analogen Technik dreht.

Ich will ja kein Spielverderber sein, aber 165 Millionen Dollar sehe ich „Interstellar“ nicht an. Die visuellen Effekte sind okay, beeindruckendes habe ich aber teilweise im letzten Jahr in Gravity gesehen.

Ich habe „Interstellar“ in einer 2-D-Vorstellung (in der OV mit chinesischen Untertiteln) gesehen. Während des Films war mir aber bereits klar, dass die IMAX-Fassung hier wohl die weitaus bessere Wahl gewesen wäre.

Christopher Nolans Film The Dark Knight war der Grund, dass die Academy of Motion Picture Arts and Sciences (AMPAS) im Jahr 2009 ihre, für den Oscar zu nominierenden Filme von 5 auf 10 bzw. dann ab dem Jahr 2011 Jahr von 5 auf bis zu 10 erhöhten. Die Idee, die dahinter steckte, war, dass ein hervorragend gemachter Blockbuster auch die Möglichkeit bekommen soll, für den Academy Award nominiert zu werden. Ich bin der festen Überzeugung, dass wenn ein unbekannterer Regisseur „Interstellar“ inszeniert hätte, niemals ernsthaft über den Film im Bezug auf Oscar-Nominierungen als Bester Film und Beste Regie gesprochen worden wäre. Jedes Jahr gibt es meistens mindestens einen Film, der die Zuschauer, die Kritiker und die Academy-Mitglieder spaltet, in dieser Oscar-Saison ist es wohl „Interstellar“.

„Interstellar“ ist im Gespräch für folgende Oscar-Nominierungen: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Matthew McConaughey), Beste Hauptdarstellerin (Anne Hathaway), Bester Nebendarsteller (Matt Damon), Beste Nebendarstellerin (Jessica Chastain), Bestes Originaldrehbuch, Bestes Szenenbild, Beste Kamera, Bester Schnitt, Bestes Make-up und beste Frisuren, Bester Ton, Bester Tonschnitt, Besten visuelle Effekte und Beste Filmmusik. Update: „Interstellar“ wurde bei den Oscars 2015 mit fünf Oscar-Nominierungen (Beste visuelle Effekte, Beste Filmmusik, Bestes Szenenbild, Bester Ton und Bester Tonschnitt) versehen. Bei der 87. Oscar-Verleihung am 22.2.15 wurde der Film mit einem Oscar (Beste visuelle Effekte) ausgezeichnet.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Hector and the Search of Happiness“
Bewertung des Trailers: C+ (neuer Trailer)
Kommentar: britische Romanverfilmung mit Simon Pegg und Rosamunde Pike. Leider spielt die Ferres mit.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Hunger Games: Mockingjay – Part 1“
Bewertung des Trailers: B- (neuer Trailer)
Kommentar:Jetzt der dritte Teil, der in zwei Parts ins Kino kommt.
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

TV – Serie: "True Detective, 1. Staffel"

Ich habe mir die komplette Staffel folgender HBO-Serie angeschaut:

„True Detective, 1. Staffel“ (wurde seit dem 17.04.14 auf Pay-TV-Sender Sky ausgestrahlt, in D. ab 04.09.14 auf DVD erhältlich) 8 x approx. 60 min drama, thriller, crime
dir. Cary Fukunaga cast: Matthew McConaughey, Woody Harrelson, Michelle Monaghan, Michael Potts, Tory Kittles, Kevin Dunn, Tess Harper

Louisiana. Im Jahr 1995 ermitteln die beiden Detectives Rust Cohle (Matthew McConaughey) und Marty Hart (Woody Harrelson) gemeinsam an einem Fall. Eine Prostituierte wurde ermordet, scheinbar ein Ritualmord. Jetzt, 17 Jahre später, im Jahr 2012 sind Detective Gilbough (Michael Potts) und Detective Papania (Tory Kittles) mit einem scheinbar ähnlichen Mordfall beschäftigt. Durch den Hurricane Rita wurde die Akte des damaligen Falles vernichtet. Sie befragen Rust und Marty getrennt voneinander. Beide geben Auskunft über ihren damaligen Fall und über den jeweils anderen…

B+ (Wertung von A bis F) „True Detective“ ist eine eigenwillige, vielleicht daher herausragende TV-Serie. Präziser ist es ein abgeschlossener Mehrteiler. Geschrieben wurde dieser Mehrteiler von Nic Pizzolatto und bei allen acht Teilen hat Cary Fukunaga („Sin Nombre“, Jane Eyre) Regie geführt. Da „True Detective“ auf mindestens eine weitere Staffel ausgelegt ist, ist die Bezeichnung „Serie“ jedoch auch nicht falsch. Miniserie oder Anthologie-Serie trifft es wohl am Besten. Für die Emmy-Awards wird es unter Drama/Serie eingereicht. Nic Pizzolatto schreibt bereits an der zweiten Staffel von „True Detective“. In der nächsten Staffel wird eine ganz andere Story mit neuen Charakteren erzählt. Durchgesickert ist bereits, dass die nächste Geschichte irgendwo in Kalifornien spielt und es drei Hauptcharaktere geben wird. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird auch mehr als ein Regisseur durch die Staffel führen.

Ungewöhnlich ist „True Detective“, weil die Serie nicht wie eine herkömmliche Krimiserie erzählt wird. Die Geschichte wird auf mehreren Zeitebenen erzählt. Die beiden zentralen Handlungen sind im Jahr 1995 und dann 17 Jahre später im Jahr 2012 angesiedelt. Die Handlung springt von einer zu der anderen. Ab der fünften Folge der Miniserie kommt noch eine dritte Zeitebene (das Jahr 2002) dazu.

Ich sehe „True Detective“ in erster Linie als grandiose Charakterstudie zweier unterschiedlicher Persönlichkeiten. Die brillant und so detailliert gezeichneten und porträtierten Figuren lernt man über einen Zeitraum von 17 Jahren kennen und man sieht wie sie sich über die Jahre verändern. Die Miniserie erzählt aber auch von dem problematischen Verhältnis der beiden Männer Rust und Marty (gespielt von Matthew McConaughey und Woody Harrelson). „True Detective“ lebt von der Chemie und dem Zusammenspiel dieser beiden Figuren. Parallel wird eine Kriminalfall gelöst, ein Fall der wesentlich komplexer ist, als er anfangs erscheint. Es ist ein Fehler, an diesen Mehrteiler mit den falschen Erwartungen ranzugehen. Es ist eine recht langsame Erzählweise. Möglichst schnell sollte man sich von der Idee verabschieden, dass diese herausragende erste Staffel von einem spektakulären Finale gekrönt ist. Denn das bietet das Staffelende nicht. Auch bleiben am Ende einige Fragen offen.

Es ist nicht einfach, bei „True Detective“ einzusteigen. Es ist auch nicht einfach, alle Details zu erfassen. Ich hatte beispielsweise im Januar und Februar immer mal wieder bei einer Folge auf HBO reingeschaut, fand das Gesehene hochinteressant und beeindruckend inszeniert, aber konnte mir keinen so richtigen Reim darauf machen. Die erzählte Geschichte ist vielschichtig. Viele Namen fallen. Ich kann mir leider auch noch schwer Namen merken und so fand ich es nicht leicht, alle Zusammenhänge gleich zu erfassen. „True Detective“ sollte man sehr aufmerksam verfolgen.

Es ist keine Frage, dass Matthew McConaughey in „True Detective“ die beste Performance seiner Karriere gibt. In Dallas Buyers Club war er sehr gut, einen Oscar war das aber, meines Erachtens, nicht wert. Wäre „True Detective“ ein Kinofilm, wäre dies die Performance, für die er einen Oscar verdient hätte. Als ziemlich sicher gilt, dass er ein Nominierung für einen Fernseh-Oscar, den Emmy, bekommen wird. Wenn er dann auch noch gewinnen würde, hätte er einen Oscar und einen Emmy in einem Jahr gewonnen. Das passiert logischerweise sehr selten. Seine derzeit grösste Emmy-Konkurrenz in der Kategorie Bester Hauptdarsteller Drama/Serie ist Bryan Cranston für die letzte Staffel von „Breaking Bad“.

Aber auch Woody Harrelson gibt eine überragende Performance und auch er ist im Gespräch für eine Emmy-Nominierung in der Kategorie Bester Hauptdarsteller in einer Serie/Drama. Ich bin aber sicher, dass wenn – Matthew McConaughey, der in der gleichen Kategorie mit einer Nominierung rechnen kann, eher ausgezeichnet werden würde.

Ich empfehle dringend, „True Detective“ im Original anzuschauen. Die Südstaaten-Atmosphäre und noch wichtiger die beiden Protagonisten können einzig so richtig zur Geltung kommen. Meines Erachtens kann man die beiden Charaktere nicht lieben, wenn man ihnen nicht in ihrer Sprache zuhört. Ich rate aber auch, (englische!!!!) Untertitel einzublenden. Die Serie spielt in Louisiana und die Charaktere sprechen in ihrem eigenen Südstaaten-Slang. Zugegebenermassen ist es nicht leicht, hier alles zu verstehen. Erschwerend kommt aber noch dazu, dass beide Protagonisten irgendwie eine eigene Sprache haben und beim Sprechen kaum ihren Mund öffnen und sich einen zurecht nuscheln. Die englischen Untertitel empfand ich als sehr hilfreich. Auch haben mir die Untertitel bei den zahlreichen Namen, mit denen man in der Serie konfrontiert wird, geholfen.

Ebenso dringend empfehle ich, die gesamte Staffel ein zweites Mal anzuschauen. Mit einem Abstand von einigen Wochen habe ich mir die komplette erste Staffel ein zweites Mal angeschaut. Ich fand sie beim ersten Mal bereits absolut sehenswert, bei der zweiten Sichtung gefiel sie mir jedoch noch um einiges besser. Beim ersten Mal hatte ich mir ein B (mit einer leichten Tendenz zu einem B-) als Bewertung notiert. Beim zweiten Mal kam meine finale Bewertung (B+) zustande.

Bei der zweiten Sichtung muss man sich nicht mehr um die Aufklärung des Serienmörder-Falles kümmern, man kann die falschen Fährten, die zweifelsfrei gelegt wurden, ignorieren. Letztlich bildet der Serienmörder-Fall und dessen Aufklärung für mich nur den mysteriösen Rahmen, der ein wundervolles Gemälde umrahmt. Es sind die Charaktere Rust und Marty, die die Serie ausmachen. Es ist die Beziehung der Beiden, die Gespräche, die sie führen, wie sie einander sehen, die diese Miniserie besonders machen. Beim zweiten Mal habe ich viel entspannter zuschauen können. Beim ersten Mal glaubte ich, die Charaktere schon zu kennen und mochte sie sehr gerne. Mit der zweiten Sichtung waren sie mir so vertraut und richtig ans Herz gewachsen. Ich werde sie vermissen. Es lohnt sich definitiv, die erste Staffel ein zweites Mal zu gucken.

„True Detective“ wurde in den U.S.A. dafür kritisiert, wie Frauen hier dargestellt werden. Ich sehe das sehr entspannt. Die Handlung ist eindeutig auf die beiden männlichen Protagonisten ausgerichtet. Alle andere Charaktere sind automatisch Nebenfiguren. Charmanter und präziser in der englischen Sprache als supporting roles bezeichnet. Zum anderen haben manche Männer (wie hier Marty, gespielt von Woody Harrelson) einfach ein solches Bild von Frauen. Zeigt für mich nur – einmal mehr – wie glaubwürdig diese Figur geschrieben ist. Die Kritik hat sich der Serienmacher, Nic Pizzolatto, aber dennoch scheinbar zu Herzen genommen. In der zweiten Staffel wird es wohl drei Hauptfiguren geben, wobei dabei mindestens eine weiblich sein wird. Es gab Gerüchte, dass Jessica Chastain bereits eine Rolle angeboten wurde. In dem nächsten Monat (Juni 2014) wird man wohl mehr wissen, dann soll mit der Casting-Prozess beginnen.

Ein paar Anmerkungen zu einigen Episoden der ersten Staffel:

Folge 4 („Who Goes There“): Die Aktion, die Rust da durchzieht, fand ich unglaubwürdig. Die Folge kam aber aus anderen Gründen zu Ruhm. Bei dieser Episode gibt es eine technische Finesse, man bekommt eine ca. sechsminütigen Szene zu sehen, die ohne einen einzigen Schnitt auskam.

Folge 5 („The Secret Fate of All Life“): Die neue, dritte Zeitebene wird eingeführt. Die Handlung spielt im Jahr 2002.

Folge 6 („Haunted Houses“): Die Geschichten aus der Vergangenheit sind aufgearbeitet, die Geschichte beginnt an einer anderen Stelle.

Folge 8 („Form and Void“): Ich liebe das letzte Zusammentreffen von Rust und Marty.

Die Charaktere im Einzelnen:

Detective Rustin Spencer „Rust“ Cohle – seltsamer Typ, Eigenbrötler, in Texas geboren, Alaska aufgewachsen, redet nicht viel, hält aber – wenn er was sagt – mit seiner Meinung nicht hinterm Berg, er ist sehr negativ und pessimistisch, lebt sehr spartanisch, ist alleinstehend, keine Frau, keine Kinder. Hat seine zweijährige Tochter bei einem Autounfall verloren, eine gescheiterte Ehe, hat vier Jahre als Undercover-Cop im Drogen-Milieu gearbeitet, schleppt ein großes Notizbuch immer mit sich herum, in denen er Zeichnungen und Notizen macht, Kettenraucher, Atheist. Im Jahr 1995 arbeitet er seit drei Monaten mit Marty als Partner zusammen. Zweifelsfrei ist er mein Lieblingscharakter in der ersten Staffel von „True Detective“. Gespielt wird Rust von dem amerikanischen Schauspieler Matthew McConaughey. Bekannt wurde er als Schönling zahlreicher RomComs („The Wedding Planer“, „How to Lose a Guy in 10 Days“, „Failure to Launch“, Fool´s Gold). Nachdem er es satt hatte, die immergleichen Rollen zu spielen, hat er ein Projekt nach dem nächsten abgelehnt. Irgendwann hat er dann anspruchsvolle Rollenangebote bekommen und konnte eine Art Comeback als ernstzunehmender Schauspieler feiern. Diese Wiedergeburt zum Charakterschauspieler war einigen amerikanischen Kritikern ein eigener Begriff wert: The McConaissance. Mich hat er mit seiner Performance in Bernie, „Killer Joe“, Mud, Magic Mike, Dallas Buyers Club und The Wolf of Wall Street begeistern können. Für seine Rolle in „Dallas Buyers Club“ hat er seine erste Oscar-Nominierung erhalten und wurde dann zwei Monate später auch mit dem Oscar ausgezeichnet.

Detective Martin Eric „Marty“ Hart – verheiratet mit Maggie (gespielt von Michelle Monaghan) und Vater zweier Töchter, religiös, konservativ, hat eine außereheliche Affäre. Im Jahr 1995 arbeitet er seit drei Monaten mit Rust als Partner zusammen. Gespielt wird Marty von dem amerikanischen Schauspieler Harrelson. Seinen Durchbruch hatte Woody Harrelson in den 1980er Jahren mit der TV-Serie „Cheers“. Seit den 1990er Jahren und den Filmen „Indecent Proposal“ und „Natural Born Killers“ war er den Kinofans ein ständiger Begleiter. In den letzten Jahren war er u.a. mit Zombieland, Seven Psychopaths und den ersten beiden Teilen der Hunger Games-Trilogie im Kino zu sehen. Für seine Rollen in „The People vs. Larry Flynt“ und The Messenger hat er jeweils eine Oscar-Nominierung erhalten.

Maggie Hart (gespielt von Michelle Monaghan) – ist die Ehefrau von Marty (gespielt von Woody Harrelson), Mutter seiner Kinder. Gespielt wird Maggie Hart von der amerikanischen Schauspielerin Michelle Monaghan. Sie war bereits in zahlreichen Kinofilmen zu sehen („Kiss Kiss Bang Bang“, „Mission: Impossible III“, Gone Baby Gone, Source Code)

Detective Maynard Gilbough – Einer der beiden Polizisten, die im Jahr 2012 Rust und Marty interviewen. Gespielt wird Gilbough von dem amerikanischen Schauspieler Michael Pitts. Er wurde durch die TV-Serie „The Wire“ bekannt. Er hat dann auch mehrere Auftritte in einigen Serien, u.a. in „Law & Order“ und „Damages“

Detective Thomas Papania – Einer der beiden Polizisten, die im Jahr 2012 Rust und Marty interviewen Gespielt wird er von dem amerikanischen Schauspieler Tory Kittles. Er hat eine größere Rolle in der TV-Serie „Sons of Anarchy“ und hat auch kürzlich in den Kinofilmen The Sapphires und Olympus Has Fallen mitgespielt

„True Detective“ wurde erstmalig bei HBO in der Zeit vom 12.01.14 – 09.03.14 ausgestrahlt. Selbstverständlich ist die Serie und die Performance für den Fernseh-Oscar Emmy und sämtliche andere Fernsehpreise wie Golden Globes im Gespräch.

Trailer zu sehen:

Das allererste Gespräch, das Rust und Marty miteinander führen:

Ich liebe diesen Vorspann und vermisse es jetzt schon: