D. C. – Film: „Motherless Brooklyn“

Ich war am 4.11.19 in Washington und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Motherless Brooklyn“ (dt. Kinostart: 12.12.19)   144 min  crime, drama, adaptation 

dir. Edward Norton  cast: Edward Norton, Gugu Mbatha-Raw, Bobby Cannavale, Alec Baldwin, Willem Dafoe, Michael K. Williams, Leslie Mann, Bruce Willis

 

New York in den 1950er Jahren. Nachdem sein Freund und Mentor Frank Minna (Bruce Willis) getötet wurde, begibt sich der Privatdetektiv Lionel Essrog (Edward Norton) auf die Suche nach dem Mörder…

 

C (Wertung von A bis F) „Motherless Brooklyn“ basiert auf Jonathan Lethems gleichnamigen Roman. Es ist nach der charmanten RomCom „Keeping the Faith“ aus dem Jahr 2000 erst die zweite Regiearbeit des amerikanischen Schauspielers Edward Norton („Primal Fear“, „American History X“, „Fight Club“, „25th Hour“, Birdman or (The Unexpected Virtue of Ignorance). Edward Norton schrieb auch das Drehbuch zu dem Film und spielt die Hauptrolle. 

Die Romanhandlung von „Motherless Brooklyn“ ist Ende der 1990er Jahren angesiedelt, Edward Norton lässt seine Geschichte in den 1950er spielen. Ein privater Ermittler einer kleinen Detektei versucht, den Mord an seinem ehemaligen Chef und einzigem Freund aufzuklären. Der von Edward Norton verkörperte Lionel Essrog ist ein Außenseiter mit Ticks (er leidet an dem Tourette-Syndrom und Zwangsverhalten) und deckt bei seinen Ermittlungen immer mehr die korrupten Strukturen der Stadt auf. Eine klassische Detektiv-Story inszeniert im Stil eines Neo-Noir-Films. „Motherless Brooklyn“ ist auch ein Film der Rassismus, Diskriminierung und Gentrifizierung zum Thema macht. Ich wünschte, mir hätte der Film besser gefallen. 

Heutzutage ist es generell für Filmemachern schwer, eine Finanzierung für Kinofilme, die weder eine Fortsetzung zu einem erfolgreichem Film oder Part eines Franchises darstellen, zu erhalten. Edward Norton hat neunzehn Jahr gebraucht, die Filmadaption eines seiner Lieblingsromane auf die Leinwand zu bringen. Ed Norton hat sich bemüht, das Filmbudget (mit rund 26 Millionen Dollar) möglichst gering zu halten, dabei wurde er durch seine Schauspieler unterstützt, die gänzlich auf ihre Gage verzichtet haben. Der Look, das Kostümdesign und auch die Ausstattung sieht wertig aus, auch machen die Schauspieler Willem Dafoe, Bobby Cannavale, Gugu Mbatha-Raw und – vor allen Dingen – Alec Baldwin und Edward Norton selbst den Film am Ende sehenswert. Mir war es allerdings nie möglich, richtig in die Geschichte einzutauchen. Ich weiß nicht, woran es lag, ich hatte in so gut wie jeder einzelnen Szene das eigentliche Set vor mir. Habe mir vorgestellt, wo die Kameras platziert waren, wie Norton Regieanweisungen gab, etc. Das mag ein persönliches Problem sein, aber wenn man den Film nur „von außen“ sieht, fallen einem auch sämtliche Kleinigkeiten auf. Beispielsweise inszeniert Ed Norton hier eine Sequenz in einem Jazzclub. In meiner Vorstellung müsste eine solche New Yorker Bar in den 1950er Jahren völlig verqualmt sein, beinahe alle Gäste würden rauchen, als gäbe es kein Morgen, nicht so in Nortons Version des Jazz Clubs. Irgendwann gegen Ende der längeren Sequenz wurde dann vereinzelt geraucht, aber da war es für mich bereits zu spät, ich war komplett raus. Als großer Freund der Musik von Radiohead habe ich Thom Yorkes wunderbaren Song natürlich sofort als seinen rausgehört. Während es sich der Song in meinem Herzen gemütlich gemacht hat, konnte ich mich natürlich wieder erst mal nicht auf etwas anderes konzentrieren.

Edward Nortons Porträt eines, an dem Tourette-Syndrom und unter Zwangsverhalten leidenden Mannes ist überzeugend. Er erklärt uns seine Erkrankung und sein Befinden anhand seines Voice-Overs. Sein Umfeld nimmt ihn teilweise als „Freakshow“ wahr, sie können seine Ticks nicht einordnen und somit wurde Lionel Essrog zwangsläufig zum Außenseiter. Schauspielerisch ebenso gut hat mir Alec Baldwin gefallen, auch weil er die Rolle des mächtigen Widerlings so gut beherrscht. 

„Motherless Brooklyn“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Edward Norton), Bester Nebendarsteller (Alec Baldwin, Willem Dafoe), Beste Nebendarstellerin (Gugu Mbatha-Raw), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien

„Motherless Brooklyn“ wurde erstmalig auf dem Telluride Film Festival 2019 gezeigt. Der Film ist am 1.11.19 in 1,342 amerikanischen Kinos gestartet. Für Deutschland ist ein Kinostart für den 12.12.19 geplant. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „1917„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Sam Mendes neuer (Oscar-)Film, Erste-Weltkriegsgeschichte, eigentlich interessiert mich der Film nicht sonderlich, aber der Trailer ist schon gut.

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „A Beautiful Day in the Neighborhood„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Marielle Hellers neuer Film über Fred Rogers mit Tom Hanks als selbiger.

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „The Good Liar„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Bill Condons neuer Film mit Ian McKellen und Helen Mirren

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: vielleicht nicht zwingend im Kino


Trailer v. Film: „Richard Jewell„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Clint Eastwoods neuer (Oscar- ?)Film. Biopic mit Paul Walter Hauser, Sam Rockwell, Kathy Bates, Jon Hamm, Olivia Wilde

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Ford v Ferrari„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: James Mangolds neuer Film, u.a. der das Le Mans-Autorennen im Jahr 1966 mit Christian Bale, Matt Damon, Tracy Letts

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits gesehen


Trailer v. Film: „Like a Boss„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Komödie, da Tiffany Haddish mitspielt, kann ich sie mir nicht anschauen 

Wie oft schon im Kino gesehen:  1 x 

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „The Gentlemen„

Bewertung des Trailers: B+ 

Kommentar: Nachdem Guy Ritchie seit RocknRolla entweder Filme machte, die mich nicht interessierten oder die ich blöd fand, hier scheinbar wieder etwas, was an seine alten, brillanten Filme erinnert. Mit Matthew McConaughey, Michelle Dockery, Colin Farrell und Hugh Grant

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Berlin (ale) – Film: „Isle of Dogs“

Ich war am 16.02.18 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Isle of Dogs“ (dt. Filmtitel: „Ataris Reise“, dt. Kinostart: 10.05.18)  101 min  animation
dir. Wes Anderson voices: Bryan Cranston, Edward Norton, Bill Murray, Jeff Goldblum, Ken Watanabe, Koyu Rankin, Greta Gerwig, Frances McDormand, Courtney B. Vance, Harvey Keitel, Liev, Schreiber, Bob Balaban, Scarlett Johannson, Tilda Swinton, F. Murray Abraham, Kunichi Nomura, Yoko Ono

 

Japan in der nahen Zukunft. Kobayashi (Kunichi Nomura) ist Bürgermeister der Großstadt Megasaki City. Er mag keine Hunde und verbreitet bei seinem Volk die Angst, dass sich durch die Hunde eine Seuche verbreiten kann. Damit sich diese nicht auf den Menschen überträgt, hat der Bürgermeister kurzerhand veranlasst, alle Hunde auf eine Mülldeponie, nach Trash Island, zu verbannen und dort ihrem Schicksal zu überlassen. Um ein Zeichen zu setzen, wird der Wachhund seines 12-jährigen Mündels Atari (Koyu Rankin), „Spots“ (Liev Schreiber), gleich als Erstes auf die Müllinsel deportiert. Sechs Monate später landet Atari auf der Isle of Dogs. Er trifft dort auf die mittlerweile verwahrlosten ehemaligen Haushunde Boss (Bill Murray), Duke (Jeff Goldblum), King (Bob Balaban) und Rex (Edward Norton) und dem Streuner Chief (Bryan Cranston). Letztendlich helfen alle dem Jungen dabei, seinen geliebten Hund zu finden….

 

A- (Wertung von A bis F) „Isle of Dogs“ ist nach Fantastic Mr. Fox der zweite Stop-Motion-Film des amerikanischen Autors und Filmemachers Wes Anderson („The Royal Tenenbaums“, The Darjeeling Limited, The Grand Budapest Hotel). Es ist der erste Film in Spielfilmlänge, für den er die Story und das Drehbuch allein geschrieben hat.

„Isle of Dogs“ ist ein, mit sehr viel Liebe zum Detail ausgearbeiteter Stop-Motion Film. Wes Anderson schafft es zunehmend mit seinen Filmen eine völlig eigene, so skurrile Welt zu kreieren und gibt dem Zuschauer damit die Option, an diese Welt teilhaben zu dürfen. Mit diesem Film führt er einen zusätzlich auch in die politische Gegenwart. „Isle of Dogs“ ist ein Film über Ausgrenzung. Die Ausgegrenzten sind in diesem Fall Hunde.

Ich bin selbst ein großer Hundeliebhaber, aber ich glaube, auch wenn man das nicht ist, fühlt man mit diesen, doch so menschentreuen Geschöpfen. Wes Anderson hat hier, besonders mit den eigentlich verwöhnten Haushunden Boss, King, Duke und Rex und dem Streuner Chief ein paar kauzig-liebenswerte Vierbeiner zum Leben erweckt. Schnell begreift man die Sozialstruktur ihres Rudels und begleitet sie bei ihrem Abenteuer in dieser hoffnungslosen Welt. Auch wenn ich natürlich das eine oder andere Tränchen vergossen habe, ist mir der Film überwiegend humorig in Erinnerung geblieben. Am Besten hat mir der Film gefallen, wenn er tatsächlich bei den Hunden ist. Zwei andere Szenen (in der die Zubereitung eines Sushi-Menüs gezeigt wird und eine weitere im Krankenhaus bzw. Operationssaal) sind mir aber auch als besonders originell in Erinnerung geblieben.

Ansonsten ist der Film voller Rückblenden und Zeitsprünge, ist ideen- und detailreich, das man bei der ersten Sichtung des Films kaum alles aufnehmen kann. Ich werde mir den Film daher ganz sicher noch ein zweites Mal anschauen.

Der Film könnte in meiner Top Ten für Filme aus dem Jahr 2018 landen. Update: „Isle of Dogs“ ist einer meiner Top Ten-Filme des Jahres 2018. 

Ich könnte mir vorstellen, dass „Isle of Dogs“ bei den nächsten Oscars (2019) eine Rolle spielt. Update: „Isle of Dogs“ hat 2 Oscar-Nominierungen (Beste Filmmusik und Bester Animationsfilm) erhalten. 

„Isle of Dogs“ feierte seine Weltpremiere auf der Berlinale 2018. Es war der Eröffnungsfilm des 68. Berlin International Film Festivals und damit der erste Animationsfilm, der die Berliner Filmfestspiele eröffnete. Der Film lief im Wettbewerb. Der Film startet am 23.03.18 in den amerikanischen Kinos. Ich habe den Film auf der Berlinale gesehen. Gezeigt wurde die japanisch/englische Originalfassung mit deutschen Untertiteln. Das Japanische wurde nicht übersetzt bzw. untertitelt.

Trailer zu sehen:

 

 

Denver – Film: „Sausage Party“

Ich war am 25.08.16 in Denver und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„Sausage Party“ (dt. Filmtitel: „Sausage Party – Es geht um die Wurst“, dt. Kinostart: 06.10.16) 89 min animation
dir. Greg Tiernan, Conrad Vernon cast: Seth Rogen, Jonah Hill, Kristen Wiig, Bill Hader, James Franco, Michael Cera, Paul Rudd, Danny McBride, Craig Robinson, Edward Norton, Salma Hayek

 
Für die Lebensmittel des Supermarktes Shopwell´s gibt es nichts Erstrebenswerteres als zu den Auserwählten zu gehören. Sie halten die Konsumenten für Götter und wenn sie in ihrem Einkaufswagen landen und gekauft werden, wissen sie, dass jetzt das Paradies folgt. Nun wurde aber der Honigsenf (Danny McBride) gerade in den Supermarkt zurückgebracht und hat Horrorstories zu erzählen. Angeblich soll es gar keinen Gott geben, er hält die Menschen sogar für Monster. Niemand schenkt ihm Glauben, alle sind schon ganz vorfreudig auf die große Party, denn es ist amerikanischer Unabhängigkeitstag.

 
B- (Wertung von A bis F) „Sausage Party“ ist ein Animationsfilm für Erwachsene – und zwar ausnahmslos. Die Geschichte stammt aus der Feder von Seth Rogen und Evan Goldberg (This is the End).

Wie dieser Animationsfilm das Thema Glauben angeht, ist originell und stellenweise sehr smart – insbesondere wenn die Esswaren realisieren, dass es gar keinen Gott (keine Götter) gibt. Ansonsten geht es hauptsächlich um Sex. viel zotiger Humor, viel Fluchen – das muss man schon mögen. Irgendwann wiederholen sich aber die Jokes und dann weist der Film Längen auf. Schade. Allein um den teils guten Sprachwitz mitzubekommen, empfehle ich die Originalfassung.

Eines Tages wird es bei den Oscars eine Kategorie für die momentan noch immer unterschätzten motion capture und voice performances geben, Edward Norton wäre für mich ein Kandidat für die Synchronisation des jüdischen Sammy Bagel Jr.

 
An der amerikanischen Kinokasse war der Anfang August in den U.S.A. gestartete Film überraschend erfolgreich. Eine Fortsetzung zu „Sausage Party“ ist im Gespräch.

„Sausage Party“ wurde erstmalig auf bei South by Southwest 2016 gezeigt.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Masterminds„
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Komödie mit Zach Galifianakis, Owen Wilson, Kristen Wiig, etc. Sollte eigentlich schon vor einem Jahr ins Kino kommen, dann ist der amerikanische Verleih (Relativity) in finanzielle Schwierigkeiten gestrudelt und der Film wurde verschoben.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Bad Santa 2„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Fortsetzung zu einem Film, den ich liebe. Wieder mit Billy Bob Thornton, aber auch Kathy Bates
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Office Christmas Party„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Komödie mit Jason Bateman, Courtney B. Vance, aber leider auch Jennifer Aniston
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Why Him?„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Komödie mit James Franco und Bryan Cranston
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Resident Evil: The Final Chapter„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Der vielleicht letzte Film der Resident-Evil-Reihe mit Milla Jovovich. Ich habe keinen der Filme gesehen, der Trailer ist aber nahezu perfekt.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Kevin Hart: What Now?„
Bewertung des Trailers: C (neuer Trailer)
Kommentar: Stand-Up-Comedy-Film mit Kevin Hart
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

 

einer der amerikanischen Aufsteller von "Sausage Party"
einer der amerikanischen Aufsteller von „Sausage Party“

 

 

D. C. – Film: "Birdman or (The Unexpected Virtue of Ignorance)"

Ich war am 25.10.14 in Washington und am 29.11.14 in Chicago und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Birdman or (The Unexpected Virtue of Ignorance)“ (dt. Titel: „Birdman (oder die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit)“, dt. Kinostart: 29.01.15) 119 min drama, comedy
dir. Alejandro González Inárritu cast: Michael Keaton, Edward Norton, Zach Galifianakis, Emma Stone, Naomi Watts, Lindsay Duncan, Amy Ryan, Andrea Riseborough

Riggan Thomson (Michael Keaton) ist ein in die Jahre gekommener Schauspieler. In den 1980er und 1990er Jahren war eine ganz große Nummer in Hollywood. Durch seine Rolle als Superheld Birdman wurde er zum Superstar. Nachdem er es ablehnte, einen weiteren Teil der Birdman-Reihe zu drehen, ging seine Karriere den Bach runter. Jetzt strebt er mit einem Theaterstück am Broadway ein Comeback an. Riggan hat mit vielen Problemen zu kämpfen, da sind seine Selbstzweifel und Ängste, seine Tochter Sam (Emma Stone), seine Freundin Laura (Andrea Riseborough), eine der Schauspielerinnen (Naomi Watts), seine Ex-Frau (Amy Ryan), die gefürchtete Theaterkritikerin (Lindsay Duncan) und schließlich sein brillanter, aber auch arroganter Co-Star (Edward Norton)..

A- (Wertung von A bis F) „Birdman“ ist ein Arthouse-Film. Der Film ist eine Kritik an der Filmindustrie, der Obsession Hollywoods für Superhelden-Filme, dem Status von Berühmtheiten, egozentrischen Schauspielern, der Liebe und dem Hass mit dem sich Hollywoodstars auseinandersetzen müssen, den Einfluss von Kritikern (insbesondere der Macht der Theaterkritiker) und den Stellenwert von sozialen Medien – es ist aber auch ein Film über Eitelkeiten und Selbstzweifel und Ängste verschiedener Art – „Birdman“ ist ein viel tiefgründigerer Film, als es vielleicht zunächst anmutet. Die Fäden laufen über die Theaterproduktion eines midlifekriselnden Filmstars zusammen. Der 51-jährige Regisseur hat angegeben, dass die Thematik des Films auch autobiografisch ist.

Ich wusste eigentlich schon mit dem ersten Trailer, dass ich diesen Film lieben werde. Die ersten Töne, der Sound und die ersten Bilder des Films machten mir klar, dass mich „Birdman“ nicht enttäuschen wird. Der Film ist etwas für Theater-Liebhaber, vielleicht muss man tatsächlich auch das Theater lieben, um diesen Film richtig wertzuschätzen. Vielleicht aber auch nicht, weil „Birdman“ in jedem Fall eine Bereicherung für die Kinowelt ist.

Nach „Amores Perros“, „21 Grams“, „Babel“ und Biutiful) ist dies erst der fünfte Spielfilm des mexikanischen Filmemachers. Ich mag alle seine Filme. Im Gegensatz zu den Dramen, die er bislang inszenierte, ist „Birdman“ ein sehr humorvolles Drama. Es ist die erste Zusammenarbeit mit dem mexikanischen Kameramann Emmanuel Lubezki (genannt „Chivo“), der erst dieses Jahr für seine Kameraarbeit in Gravity mit einem Oscar ausgezeichnet wurde. Die beiden mexikanischen Künstler arbeiten aber bereits an ihrem zweiten Werk („The Revenant“), dieses Mal ein Western mit Leonardo DiCaprio und Tom Hardy.

„Birdman“ wirkt als ob er an einem Stück, in einem Take gedreht wurde. Die Kamera stoppt praktisch nie, sie verfolgt meist Riggan Thomson (aber auch manchmal andere Charaktere), hält dann die Kamera auf z.B. eine Unterhaltung, ist in Bewegung und begleitet dann Riggan Thomson (oder halt einen anderen Charakter) weiter. So hat man das Gefühl, dabei zu sein oder im Theater zu sitzen und trotzdem mitzubekommen, was hinter den Kulissen passiert. Damit der Film auf technischer Ebene so aussieht, als wäre er ohne Unterbrechung gefilmt, war eine exakte Choreografie der einzelnen Szenen notwendig. Bevor die Dreharbeiten losgingen, musste viel geprobt werden. Als dann tatsächlich die Filmarbeiten begannen, mussten die Schauspieler nicht nur ihren Text beherrschen und auf ihren Einsatz vorbereitet sein, sondern sie mussten auch genau so stehen, laufen und sich bewegen wie ihnen exakt vorgegeben wurde. Jede Bewegung war präzise durchgeplant. Sie durften nicht zu schnell sprechen, aber auch nicht zu langsam. „Birdman“ ist ein Film, bei dem nichts dem Zufall überlassen werden konnte. Wenn ein Schauspieler ein Texthänger hatte oder falsch gestanden hat, nicht – wie vorgegeben – gelaufen ist oder in die falsche Richtung geguckt hat, hatte das gleich erhebliche Konsequenzen. Durch die sehr langen Takes mussten nicht nur die Szene des Schauspielers, der gerade seine Szene vergeigt hat, wiederholt werden, sondern auch vorangegangene Szenen anderer Schauspieler, die mitunter sehr dialoglastig waren.

In einem Fernsehinterview hat Emma Stone davon erzählt, dass sie einige Szenen in den Sand gesetzt hat. Für sie war es besonders schrecklich, wenn eine Szene bereits 10 Minuten und länger angedauert hat, ihr Einsatz dann kam und sie sich dann versprochen hat oder irgendetwas anderes falsch gemacht hat. So hat sie beispielsweise die eine oder andere perfekte und lange Dialogszene von Michael Keaton und Edward Norton ruiniert und alles musste neu gedreht werden.

Man sollte sich „Birdman“ aber nicht anschauen und nach Filmschnitten suchen. Alejandro González Inárritu hat sich etwas bei dieser außergewöhnlichen Inszenierung gedacht und er hält sich auch sehr bedeckt, was die tatsächliche Anzahl der Schnitte angeht. Fakt ist, dass es ein paar Filmschnitte gibt und sehr wahrscheinlich sogar ein paar mehr als der Laie erkennen kann.

Für Michael Keaton ist dies sicherlich die Rolle seines Lebens. Bei ihm, wie auch bei Edward Norton, war es nicht unerheblich, dass die Schauspieler und ihre Karriere ihrem Rollenprofil sehr ähneln. Was Edward Norton angeht wollte ich es kaum glauben, dass er im wahren Leben ein A… sein soll. Michael Keatons Karriere ist der seines Charakters sehr ähnlich. Es ist großartig zu beobachten, dass er irgendwann während des Films zu dieser Figur Riggan Thomson wird. Ich hätte nie gedacht, dass er ein so guter Schauspieler ist, in meinen Augen gibt er eine Oscar-Performance. Es gilt als sicher, dass er für diese Rolle für den Oscar nominiert wird. Ich sehe es auch gar nicht mehr als ausgeschlossen an, dass er tatsächlich auch den Oscar gewinnt. Michael Keaton wäre dann nach George Clooney und Christian Bale der dritte Batman-Darsteller, der einen Oscar gewinnt.

Ich bin Fan von Edward Norton, seitdem ich ihn in seinem Spielfilmdebüt „Primal Fear“ gesehen habe. Leider habe ich ihn in den letzten Jahren immer weniger gesehen oder wenn, dann nur in kleineren Rollen (Moonrise Kingdom, The Grand Budapest Hotel). „Primal Fear“, „Fight Club“ und „American History X“ waren, in meinen Augen, die besten Performances die er gegeben hat. (Für „Primal Fear“ und „American History X“ hat er eine Oscar-Nominierung erhalten.) In „Birdman“ ist er Mike Shiner und für mich ist das eine eindeutige Oscar-Performance. J.K. Simmons sieht mit seiner Rolle (für Whiplash) im Moment zwar schon als klarer Oscar-Gewinner aus, Edward Norton ist ihm aber dicht auf den Fersen. Wenn sich der Oscar-Gewinner in der Kategorie bester Nebendarsteller zwischen diesen beiden exzellenten Performances entscheiden wird, dann ist MEINE Welt in Ordnung.

Manche Szenen in „Birdman“ fand ich so umwerfend, dass mein Herz ganz schnell zu schlagen begann. In der ersten Szene, in der Michael Keatons Charakter vor Publikum spielt, habe ich realisiert, wie großartig er hier als Schauspieler ist, dann liebe ich die Szenen mit Edward Norton und Emma Stone auf dem Dach des Theaters, aber auch die Szene mit Michael Keaton und der Theaterkritikern (gespielt von Lindsay Duncan), um nur ein paar Szenen zu nennen.

Das gesamte Ensemble ist stimmig. Emma Stone, Naomi Watts, Lindsay Duncan und Zach Galifianakis möchte ich neben Michael Keaton und Edward Norton noch hervorheben. Die Einzige, die zwar ihre Berechtigung im Film hat, die ich aber nicht mochte, war Andrea Riseborough. Für mich hat sie einfach richtig fiese Augen.

A- (Wertung von A bis F) Meine Bewertung nach der zweiten Sichtung bleibt dieselbe. Näheres folgt in Kürze.

„Birdman“ wird aller Wahrscheinlichkeit nach zahlreiche Oscar-Nominierungen erhalten, z.B. für: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Michael Keaton), Bester Nebendarsteller (Edward Norton), Beste Nebendarstellerin (Emma Stone), Bestes Originaldrehbuch, Beste Kamera, Bester Schnitt, Bestes Szenenbild, Beste Filmmusik Beste visuelle Effekte, Beste Nebendarstellerin (Naomi Watts), Bestes Kostümdesign, Bestes Make-up und beste Frisuren, Bester Ton, Bester Tonschnitt

„Birdman“ wurde erstmalig auf dem Venice International Film Festival 2014 gezeigt.

„Birdman“ ist am 17.10.14 in den U.S.A. mit ganzen vier Kopien gestartet, eine Woche später wurden auf 50 Kopien (verteilt im gesamten Land) aufgestockt. Der Film soll wöchentlich immer mehr Zuschauern zugänglich gemacht werden. Eine clevere Politik des amerikanischen Verleihers (Fox Searchlight Pictures). Meine Vorstellung war bis zum letzten Platz ausverkauft. In jedem Fall werde ich mir „Birdman“ noch einmal anschauen. Update: Bei der 87. Oscarverleihung am 22.02.15 wurde „Birdman“ mit vier Oscars (Bester Film, Beste Regie, Bestes Originaldrehbuch und Beste Kamera) ausgezeichnet.

„Birdman“ ist festgesetzt in meiner Top Ten für Filme aus dem Jahr 2014.

Mein Lieblingstrailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Rosewater“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Jon Stewarts Film mit Gael Garcia Bernal in der Hauptrolle. Wahre Geschichte und Oscar-Film.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Theory of Everything“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Stephen Hawking Biopic mit Eddie Redmayne in der Hauptrolle. Oscar-Film.
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Diplomacy“
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Volker Schlöndorffs neuer Film, in französischer Sprache
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Foxcatcher“
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: Biopic-Drama von Bennett Miller mit Steve Carrell, Mark Ruffalo und Channing Tatum. Oscar-Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Wild“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Drama mit Reese Witherspoon. Film sieht so aus wie Sean Penns „Into the Wild“ nur leider mit Reese in der Hauptrolle. Oscar-Film, mal gucken
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Big Eyes“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Neuester Tim Burton-Film mit Amy Adams und Christoph Waltz. Habe gehört, dass dies der schlimmste Burton-Film sein soll. Na da muss man erst mal gucken.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 60% RT

Berlin – Film: "The Grand Budapest Hotel"

Ich war am 27.02.14 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„The Grand Budapest Hotel“ (dt. Titel: „Grand Budapest Hotel“, dt. Kinostart: 06.03.14) 100 min comedy, drama
dir. Wes Anderson cast: Ralph Fiennes,Tony Revolvori, F. Murray Abraham, Adrien Brody, Willem Dafoe, Jeff Goldblum, Matthieu Amalric, Jude Law, Harvey Keitel, Bill Murray, Edward Norton, Saoirse Ronan, Tilda Swinton, Jason Schwartzman, Tom Wilkinson, Owen Wilson, Leá Seydoux

Im Jahr 1932 ist Zero (Tony Revolvori) ein junger Page im Grand Budapest Hotel in Zubrowka. Ausgebildet wird er von dem legendären und dandyhaften Concierge des Luxushotels, Gustave H. (Ralph Fiennes). Er erklärt ihm alles Wesentliche und Zero ist schon bald Gustaves engster Vertrauter. Nachdem die wohlhabende 84-jährige Madame D. (Tilda Swinton) verstorben ist, reist Gustave mit Zero zur Beerdigung und Testamentseröffnung an. Gustave hatte ein Verhältnis mit der betagten Lady und hat jetzt ein sehr wertvolles Gemälde geerbt. Die Verwandtschaft ist empört, Gustave gerät bald unter Mordverdacht, stiehlt das Gemälde und sucht mit Zero das Weite…

B (Wertung von A bis F) Wes Anderson hat sich für den Film „The Grand Budapest Hotel“ von dem österreichischen Schriftsteller Stefan Zweig inspirieren lassen. Auch wurde der Filmemacher von einigen Filmen von Ernst Lubitsch und dem Film „Grand Hotel“ mit Greta Garbo und Joan Crawford beeinflusst.

Wes Anderson („Rushmore“, „The Royal Tenenbaums“, The Darjeeling Limited, Fantastic Mr. Fox) hat mittlerweile eine unverkennbare Handschrift. Vermutlich könnte man jedes x-beliebige Szenenbild eines Wes-Anderson-Films nehmen und würde mit Sicherheit erkennen, dass es sich hierbei um einen Film dieses Regisseurs handelt. Man muss seinen farbenreichen, schrill-schrägen, so eigenen Stil mögen – ich mag ihn.

Vor allen Dingen mag ich seine Filme, weil sie so wirken, als ob hier viel Kreativität drinsteckt. Er hat sich skurrile Figuren, deren Namen und Kostüme ausgedacht und diese in einer fantasievollen Ausstattung zum Leben erweckt. Seine Filme sind mit so viel Liebe zum Detail inszeniert. Wenn man alle Einzelheiten und alle Ebenen in seinen vielschichtigen Filmen in Gänze ergründen möchte, muss man sie sich wahrscheinlich mehrere Male schauen. Bei „The Grand Budapest Hotel“ hatte ich auch wieder den Eindruck, dass einzelnen Szenen wichtiger sind als die Handlung, was ich nicht als negativ erachte, weil seine Erzählkunst halt so unterhaltsam ist. Einige der imposanten Szenenbilder im „The Grand Budapest Hotel“ sind beinahe Kunstwerke.

Am Besten haben mir die Szenen mit Harvey Keitel und seiner schrägen Gefängnistruppe (mit den deutschen Schauspielern Florian Lukas, Volker Michalowski und dem österreichischen Schauspieler Karl Markovics) gefallen und später als sich Gustave mit Zero absetzt, eine teilweise in stop-motion inszenierte Flucht in der Gebirgslandschaft der fiktiven Republik Zubrowka. Außerdem mochte ich die Szenen mit dem Geheimbund aller Luxushotel-Concierges. Das ist alles so absurd und im besten Sinne klamaukig.

Das ganze Ensemble macht einfach Spaß. Ralph Fiennes kann man hier mal in einer ganz anderen Rolle bestaunen. Mich hat er völlig fasziniert und begeistert. Herausragend fand ich auch Adrien Brody.

Ich fand, dass „The Grand Budapest Hotel“ im Mittelteil ein paar Längen hat, aber der Film ist im Ganzen definitiv sehenswert.

Könnte „The Grand Budapest Hotel“ eine Rolle bei den nächsten Oscar-Nominierungen spielen? Schwierig zu beurteilen. Wes Anderson hat mit seinen Filmen bislang erst drei Oscar-Nominierungen erhalten, zwei für die Drehbücher der Filme „The Royal Tenenbaums“ und „Moonrise Kingdom“ und einen Academy Award-Nominierung für den besten Animationsfilm („Fantastic Mr. Fox“). Ich würde gerne Ralph Fiennes ins Gespräch bringen, verdient wäre es. Ein amerikanischer Kinostart im März ist zwar konkurrenzlos, aber für Filmpreise, die erst ab Dezember verliehen werden, denkbar schlecht. Sicherheitshalber werde ich „The Grand Budapest Hotel“ aber unter „Oscar´14“ listen. Update: „The Grand Budapest Hotel“ war zusammen mit „Birdman“ der am meisten nominierte Film bei den Oscars im Jahr 2015. Bei der 87. Oscarverleihung am 22.02.15 wurde er mit vier Oscars (Bestes Szenenbild, Bestes Kostümdesign, Bestes Makeup und Beste Frisuren und Beste Filmmusik) ausgezeichnet.

„The Grand Budapest Hotel“ wurde erstmalig auf der Berlinale 2014 gezeigt. Es war der Eröffnungsfilm der Berlinale, lief im Wettbewerb und wurde schließlich mit dem Silbernen Bären, dem Großen Preis der Jury, ausgezeichnet. In den Vereinigten Staaten wird der Film ab dem 7.3.14 (limited) gezeigt. Ich habe den Film in einer Pressevorführung gesehen. Gezeigt wurde die OmU.

Der amerikanische Trailer:

Berlin – Film: "Moonrise Kingdom"

Ich war am 29.05.12 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Moonrise Kingdom“ (dt. Kinostart war der 24.05.12) 94 min drama, comedy
dir. Wes Anderson cast: Jared Gilman, Kara Hayward, Edward Norton, Bill Murray, Frances McDormand, Tilda Swinton, Jason Schwartzman, Bruce Willis, Harvey Keitel

Im Jahr 1965 beschließt der zwölfjährige Pfadfinder Sam Shakusky (Jared Gilman) aus dem Sommercamp zu büxen, um mit seiner großen Liebe, der gleichaltrigen Suzy Bishop (Kara Hayward) durchzubrennen. Der Pfadfinder-Leiter Ward (Edward Norton) und seine Gruppe, der Sheriff (Bruce Willis) und Suzys Eltern (Frances McDormand und Bill Murray) sind ihnen aber schon sehr bald auf den Fersen…

B- (Wertung von A bis F) Entweder man mag die schrägen Filme von Wes Anderson oder man mag sie nicht. Ich mag seine bis ins kleinste Detail so liebevoll und skurril inszenierten Filme. Wes Anderson besitzt die Gabe, den Zuschauer mit seinen Filmen in eine komplett andere Welt zu versetzen. Er zählt zu den wenigen Regisseuren, die eine unverkennbar eigene Handschrift haben. Anhand eines beliebigen Standbildes aus einem seiner Filme würde man zweifelsfrei erkennen, dass dies ein Wes Anderson-Film ist.

Leider hat „Moonrise Kingdom“ für mich nicht funktioniert. Völlig begeistert war ich bis zu der Szene, die veranschaulichte, dass Sam und Suzy weggerannt sind weil, sie sich ineinander verliebt haben. Nicht dass Sam nicht authentisch wäre. Ganz im Gegenteil, Sam Shakusky wird erschreckend echt von Jared Gilman verkörpert. Auch fand ich es glaubwürdig, dass er sich in die zauberhafte Suzy verliebt hat. Aber umgekehrt? Suzy verliebt sich in dieses hässlich-bebrillte Mondgesicht an Pfadfinder, der nicht nur alleine aufgrund seiner altklugen Art unbeliebt ist? Ab dem Moment war ich raus aus der Geschichte und leider bin auch nicht mehr reingekommen.

Während des Films habe ich mich dann auch gefragt, seit wann Nerds eigentlich nicht mehr als gänzlich uncool gelten. Es ist jetzt schon seit einigen Jahren in Filmen zu beobachten, den Übergang muss ich irgendwie verpasst haben. Ich finde Nerds nur sympathisch wenn sie irgendetwas als liebenswert auszeichnet, ansonsten lösen sie bei mir Aggressionen aus. Sam gehört für mich in die zweite Kategorie.

Auch wenn mir durch den Filmcharakter Sam der Film vermasselt wurde, mochte aber vieles andere an „Moonrise Kingdom“. Ein so typisches Anderson-Ensemble, die einzigartige Anderson-Ausstattung und vor allen Dingen den überragenden Soundtrack. Der Abspann wurde mit einem genialen Musikstück von dem französischen Komponisten Alexandre Desplat unterlegt. Das musste ich mir dann unmittelbar bei iTunes runterladen.

„Moonrise Kingdom“ feierte seine Weltpremiere auf den Filmfestspielen in Cannes. Im Jahr 2012 wurde er als Eröffnungsfilm gezeigt.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Amador“ (Amador und Marcelas Rosen“) – synchronisierter Trailer
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: spanisches Drama, der Trailer zeigt auf, dass die Synchro ganz grauenhaft ist.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 70%

Trailer v. Film: „Ai Weiwei Never Sorry“ – OmU Trailer
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Dokumentation über den bekannten chinesischen Künstler
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 50%

Trailer v. Film: „The Way“ – synchronisierter Trailer
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Emilio Estevez´Film über eine Pilgerreise (hier: Jakobsweg) mit Martin Sheen und Deborah Kara Unger
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 60%

Trailer v. Film: „Tabu – Es ist die Seele ein Fremdes auf Erden“ – deutscher Trailer
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Film über den österreichischen Dichter Georg Trakl und seine inzestuöse Beziehung zu seiner Schwester
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Kino in Berlin

Nach langer Zeit war ich mal wieder in dem Hackesche Höfe Kino. Die Kinokarte für einen Film in der Originalfassung mit Untertiteln ist bei sehr nettem Personal bereits ab 6.50 Euro zu erwerben. Auch wenn es in in diesem Kino rätselhafterweise auch wieder mal nur süßes Popcorn gibt, so überwiegt bei mir die Freude darüber, dass es hier keine Platzkarten gibt. Man kann sich also im Kinosaal entscheiden, in welchen der gut gepolsterten Sitze man sich fallen lassen möchte. Die Werbung in meiner 15.45 Uhr Vorstellung hat (nur) fünf Minuten gedauert, anschließend die Trailer, dann ging der Vorhang aber leider wieder zu. Irgendjemand müsste mir mal einleuchtend erklären, warum in deutschen Kinos dieses „Vorhang-auf-Werbung-Trailer-Vorhang-wieder-zu-2 Minuten-später-Vorhang-wieder-auf“-Spiel immer gespielt werden muss, bevor ein Film anfängt. Diesmal hat diese Arie aber dankenswerterweise insgesamt nur 15 Minuten angedauert.

Boston – Film: "Stone"

Ich war am 27.10.10 in Boston und habe mir im Kino angeschaut:

„Stone“ 105 min drama, thriller
dir. John Curran cast: Edward Norton, Robert De Niro, Frances Conroy, Milla Jovovich

Kurz vor seiner Pensionierung wird der Bewährungshelfer Jack Mabry (Robert De Niro) mit dem Gefängnisinsassen Gerald „Stone“ Creeson (Edward Norton) konfrontiert. Stone ist seit acht Jahren wegen Brandstiftung in Haft. Er hat noch weitere drei Jahre abzusitzen, Jack soll jetzt über eine Haftentlassung von Stone entscheiden, dafür muss er die Psyche des veurteilten Straftäter beurteilen…

B- (Wertung von A bis F) „Stone“ gilt gemeinhin auch als Thriller, ich verstehe ihn jedoch viel eher als komplexes, ruhig erzähltes Drama mit exzellenten Schauspielern. Spannung kam für mich durch die durchweg fesselnden Performances auf, die sich durch die ungewöhnlich vielen Nahaufnahmen noch intensiver anfühlen. Der Film beginnt unglaublich vielversprechend, von der Dramaturgie kann er es, meines Erachtens, leider nicht halten. Für meinen Geschmack nimmt auch Glauben und Religion einen zu hohen Stellenwert ein.

Frances Conroy hat schon in der Serie „Six Feet Under“ unter Beweis gestellt, was für eine großartige Schauspielerin sie ist. In „Stone“ ist es schlichtweg ein Fest, diesem Talent zu folgen. Milla Jovovich spielt das sexy Luder aus der Unterschicht so überzeugend, dass ich mir derzeit keine andere Aktrice so perfekt in einer entsprechenden Rolle vorstellen kann. Robert De Niro zeigt hier wieder einmal mit einer Selbstverständlichkeit, warum er heutzutage immer noch zu den besten Schauspielern zählt. Seit „Primal Fear“ bin ich Fan von Edward Norton. Mit großem Vergnügen erinnere ich mich noch, ihn bei der damaligen Europa-Premiere von „American History X“ gesehen zu haben (die anschließende Podiumsdiskussion mit Michel Friedman hat jedoch auch eine bleibende Erinnerung hinterlassen…) Bis heute wertet Ed Norton („Fight Club“, „Score“, „25th Hour“, „The Painted Veil“) für mich jeden Film auf. Hier hat er jedoch endlich wieder eine Rolle bekommen, die ihn auch herausfordert. Von der Intensität her, hat mich dieser Charakter an seinen aus „American History X“ erinnert. „Stone“ würde ich dringend im Original empfehlen, weil gerade Edward Norton seine Stärke durch seine Sprache (natürlich auch durch seine Mimik) erzielt.

Definitiv könnte man hier für die schauspielerische Seite Oscar-Nominierungen (Norton, Conroy, De Niro) mit ins Spiel bringen. Leider ist der Film an sich genommen jedoch nicht gut genug, daher wird es auch für die Schauspieler schwer.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Due Date“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Wie oft kann man einen Trailer eigentlich zeigen? Komödie mit Robert Downey Jr. und Zach Galifianakis
Wie oft schon im Kino gesehen: 8 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „My Soul to Take“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Wes Cravens neuer Serienmörder-Horrorfilm, na hoffentlich ist der nicht so schlimm wie „A Nightmare on Elm Street“
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 40%

Trailer v. Film: „The Next Three Days“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Neuer Trailer! Paul Haggis neuer Film. Thriller mit Russell Crowe, Liam Neeson und der wunderbaren Elizabeth Banks
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Saw 3D“
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: na spitze, torture porn in 3 D
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 10%

Trailer v. Film: „Don´t Be Afraid of the Dark“
Bewertung des Teasers: A-
Kommentar: von Guillermo Del Toro produziertes Remake mit Guy Pearce und Katie Holmes
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%