NYC – Film: „Ford v Ferrari“

Ich war am 02.10.19 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Ford v Ferrari“  (dt. Filmtitel: „Le Mans 66 – Gegen jede Chance“, dt. Kinostart: 14.11.19) 152 min  drama, biopic 

dir. James Mangold  cast: Matt Damon, Christian Bale, Jon Bernthal, Tracy Letts, Josh Lucas, Noah Jupe 

 

Zu Beginn der 1960er Jahre will der amerikanische Automobilhersteller Ford Motor Company seinen Ruf verbessern und sich einen eigenen Namen im Autorennsport machen. Nachdem Ferrari das Übernahmeangebot seines US-Konkurrenten abgelehnt hat, plant der Chef des Ford-Konzerns, Henry Ford II (Tracy Letts), mit Hilfe des ambitionierten Managers Lee lacocca (Jon Bernthal) und dem ehemaligen Rennfahrer und Sportwagen-Konstrukteur Carroll Shelby (Matt Damon) nun einen eigenen Rennwagen zu entwickeln. Um bei dem legendären Auto-Rennen in Le Mans anzutreten und die Italiener zu schlagen, brauchen sie aber auch einen exzellenten Fahrer. Der hitzköpfige Brite Ken Miles (Christian Bale) ist ein leidenschaftlicher Fahrer und scheint wagemutig genug, nur entspricht der nicht dem Image, dass sich die Chefetage von Ford vorstellt…

 

B- (Wertung von A bis F) „Ford v Ferrari“ basiert auf wahren Begebenheiten und wurde von A.J. Baimes Biografie „Go Like Hell: Ford, Ferrari, and Their Battle for Speed and Glory at Le Mans“ inspiriert. Es ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers James Mangold („Girl, Interrupted“, „Identity“, „Walk the Line“, Knight and Day, Logan). 

„Ford v. Ferrari“ ist ein Film über Leidenschaft und über eine Freundschaft, vor allen Dingen ist es aber eine typische amerikanische Heldengeschichte. Autos des amerikanischen Automobilherstellers Ford galten Ende der 1950er/Anfang 1960er als biedere Familienkutschen. Henry Ford II wollte das Image ändern und an Autorennen teilnehmen. Am liebsten hätte er den strauchelnden italienischen Autohersteller Ferrari aufgekauft und mit deren Autos Rennen gewonnen, aber nachdem die Übernahme scheiterte, musste Ford einen eigenen Rennwagen bauen, um eines Tages gegen die Italiener bei dem 24-Stunden-Rennen von Le Mans anzutreten. Das ist der grobe Umriss der Geschichte, Konflikte entstehen dadurch, dass die von Matt Damon und Christian Bale porträtierten ungleichen Männer Carroll Shelby und Ken Miles zunächst eine Basis finden und sich später gegen die Schlipsträgern der Ford Company durchsetzten mussten. 

In Deutschland bekam „Ford v Ferrari“ den Filmtitel „Le Mans 66“, das ist insofern irritierend, da das eigentliche Autorennen erst spät im Film in Szene gesetzt wird. „Ford v Ferrari“ ist dann doch der passendere Titel, da die Motivation der Amerikaner genau daher rührt, ein so schnelles Rennauto wie das der Italiener zu bauen, um diese dann bei dem legendären Autorennen schlagen zu können. Es ist also mehr ein Drama über diesen Prozess mit samt den andauernden Auseinandersetzungen der Charaktere, die den Film interessant machen. Für herausragende und bleibende Szenen sorgt, wie üblich, Tracy Letts, hier als Henry Ford II. 

„Ford v Ferrari“ ist es ein handwerklich gut gemachter Film, etwas zu lang, aber durchaus unterhaltsam mit einigen witzigen Szenen, Ron Howards Rennsportfilm Rush hat mir jedoch besser gefallen. 

 Wenn ich an Matt Damon denke, weiß ich selbstverständlich, dass er früh (zusammen mit Ben Affleck) einen Drehbuch-Oscar für „Good Will Hunting“ gewann und als Schauspieler für The Martian nominiert wurde. Warum auch immer entfällt mir grundsätzlich, dass er noch zwei weitere Male als Schauspieler („Good Will Hunting“ und Invictus) für den Oscar nominiert wurde. Es liegt jetzt vier Wochen zurück, dass ich „Ford v Ferrari“  gesehen habe. Es ist einer dieser Filme, die ich sah, ganz gut fand, aber von denen ich mittlerweile nicht mehr viel in Erinnerung habe. Das vergnügliche Zusammenspiel von Bale und Damon ist mir jedoch noch recht präsent. Matt Damon ist sicher in mehr Szenen zu sehen, als Christian Bale, aber am Ende des Tages bleibt Bale derjenige, an den man zurückdenkt und der eine Oscar-Performance liefert. Es ist noch kein Jahr her, dass ich Christian Bale als Dick Cheney in der, für mich,  filmischen Katastrophe Vice Im Kino sah. Für diese Rolle hatte er enorm zugenommen und wurde zu Recht für den Oscar nominiert. Nun spielt er mit einer Selbstverständlichkeit, den fast magensüchtig wirkenden, exzentrischen britischen Rennfahrer Ken Miles. Als Zuschauer lässt einen Bale nie daran zweifeln, ob er die richtige Wahl für eine Rolle ist, er ist einfach. Für beide Schauspieler wird eine Oscar-Kampagne als Bester Hauptdarsteller geführt. In dieser Kategorie gibt es aber auch dieses Jahr viel zu viele Bewerber und daher ist es sehr unwahrscheinlich, dass sowohl Damon als auch Bale für den Oscar nominiert werden. Auch nicht sicher ist eine Oscar-Nominierung für Tracy Letts, auch wenn er es verdient hätte. Schauspielerisch gefiel mir hier wieder der Kinderschauspieler Noah Jupe (Suburbicon, A Quiet Place), obwohl er als Sohn von Christian Bales Charakter – rein optisch – eine Fehlbesetzung ist.  

„Ford v Ferrari“ ist einer dieser Filme, bei denen ich tatsächlich noch nicht einschätzen kann, ob er Chancen auf eine Oscar-Nominierung als Bester Film hat. Vielleicht hängt es davon ab, ob er an der amerikanischen Kinokasse ordentlich Geld einspielt. Für mich ist es auch eher ein konventioneller Popcorn-Film, in einigen technischen Kategorien (Ton, Tonschnitt, Kamera, Szenenbild, Schnitt, etc.) sehe ich den Film aber bei den Oscars vertreten.

„Ford v Ferrari“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Matt Damon, Christian Bale), Bester Nebendarsteller (Tracy Letts, Jon Bernthal) und einige technische Kategorien Update: „Ford v Ferrari“ wurde für 4 Oscars nominiert (Bester Film, Bester Schnitt, Bester Ton und Bester Tonschnitt) Update: „Ford v Ferrari“ hat 2 Oscars gewonnen (Bester Schnitt, Bester Tonschnitt) 

„Ford v Ferrari“ wurde erstmalig auf dem Telluride Film Festival 2019 gezeigt. Der Film startet am 15.11.19 in den amerikanischen Kinos. In Deutschland soll der Film unter dem Filmtitel „Le Mans 66“ einen Tag vorher, am 14.11.19, starten. Ich habe den Film in einem SAG/AFTRA/AMPAS-Screening mit einer anschließenden Party (bei der auch Regisseur James Mangold und die Schauspieler Tracy Letts und Jon Bernthal anwesend waren) in New York gesehen. 

Trailer zu sehen:

 

Regisseur James Mangold kündigt seinen Film "Ford v Ferrari" bei dem SAG/AFTRA/AMPAS-Screening in New York an.
Regisseur James Mangold kündigt seinen Film „Ford v Ferrari“ bei dem SAG/AFTRA/AMPAS-Screening in New York an.

Denver – Film: „Vice“

Ich war am 28.12.18 in Denver und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Vice“  (dt. Filmtitel: „Vice – Der zweite Mann“, dt. Kinostart: 21.02.19)  132 min  biopic

dir. Adam McKay  cast: Christian Bale, Amy Adams, Steve Carell, Sam Rockwell, Tyler Perry, Alison Pill, Lily Rabe, Shea Whigman, Eddie Marsan, Bill Pullman, Bill Camp, Alfred Molina, Jesse Plemons  voice: Jesse Plemons 

 

„Vice“ ist ein Porträt eines der mächtigsten und zugleich am meisten gehassten Politikern der Vereinigten Staaten: Dick Cheney.

 

 

D+ (Wertung von A bis F) „Vice“ ist der neue Film des amerikanischen Autors und Filmemachers Adam McKay („Anchorman: The Legend of Ron Burgundy“, Step Brothers , The Big Short). Sein Biopic über den ehemaligen US-Vize-Präsidenten Dick Cheney eröffnet er mit folgenden Worten: “The following is a true story. Or as true as it can be, given that Dick Cheney is known as one of the most secretive leaders in recent history. We tried our fucking best.”

Es kommt natürlich immer auch auf die Erwartungshaltung an. Nach dem äußerst gelungenen „The Big Short“ war McKays Nachfolgefilm einer der 2018er-Filme, auf die ich mich am meisten gefreut habe. Jetzt ist es meine größte filmische Enttäuschung des vergangenen Jahres. 

Adam McKay wollte unbedingt einen Film über Dick Cheney machen, warum, bzw. was er mit seinem Werk bezweckt und welche Zielgruppe der Film ansprechen soll, bleibt sein Geheimnis. Zunächst einmal hätte der Film während der Obama-Administration herauskommen müssen, jetzt mit Donald Trump im Weißen Haus, will man sich gerade nicht wirklich nochmal mit Dick Cheney beschäftigen. Dick Cheney ist sicher an vielem schuld (er hat den damaligen U.S. Präsidenten George W. Bush als Marionette mißbraucht, das amerikanische Volk und die Welt hinsichtlich Massenvernichtungswaffen im Irak belogen, aus wirtschaftlichen Interessen einen Angriffskrieg gegen den Irak geführt, ohne den wir heute sicher nicht so eine Instabilität in der arabischen Region hätten, etc. ), den Klimawandel und die Wahl von Donald Trump würde ich ihm nicht in die Schuhe schieben. Was hat aber Dick Cheney angetrieben, was hat ihn ausgemacht, was war seine Motivation? Diese Fragen versucht Adam McKay nicht zu ergründen. Das wäre aber die Aufgabe einer filmischen Biografie, auch wenn sie mehr satirischer Natur ist. 

Diejenigen, die Cheneys Vizepräsidentschaft unter Bush Jr. nicht selbst miterlebt haben, nehmen durch diesen Film vielleicht ein paar oberflächliche Fakten mit. Aufschlussreicher gegliedert können sie die aber Cheneys Wikipedia-Seite entnehmen. Als Unterstützung in Spielfilmform kann ich Oliver Stones Biopic W. empfehlen. Wieso der verheerende Terroranschlag vom 11. September 2001 von den amerikanischen Geheimdienstlern nicht verhindert wurde, erklärt die brillante TV-Serie The Looming Tower. Warum die CIA-Agentin Valerie Plame von der Bush-Adminstration enttarnt wurde (was auch kurz in „Vice“ zur Sprache kommt) kann man durch Doug Limans Film Fair Game erfahren. 

„Vice“ ist ein Paradebeispiel dafür, dass man nicht jedem Regisseur bei der Fertigstellung seines Films freie Hand lassen sollte. Warum haben hier die Produzenten, die Geldgeber, diesen überladenen Film so abgenommen und nicht darauf gedrängt, dass er zurück in den Schneideraum geht, um das Chaos etwas zu strukturieren? 

McKays Inszenierung ist nämlich eine unstrukturierte, gar wirre, teils schnell geschnittene Zusammenstellung von kreativen und nicht so kreativen Ideen, Montagen von historischen Fakten und biografischen Punkten in Cheneys Lebenslauf, vielen Zeitsprüngen, Metaphern, schockierenden Fotos, Rückblenden, Originalaufnahmen, einem Dialog in Shakespeare-Form, einem Abspann inmitten des Films (hat Adam McKay Gaspar Noés Climax gesehen?). einer ähnlich wirksamen Szene, wie Margot Robbies-Badewannen-Monolog in „The Big Short“, einer vierten Wand-Szene, einem Rätsel, was es wohl mit dem Erzähler (Jesse Plemons, der auch 10x im Film auftaucht) auf sich hat, vielen plakativen Worten, einer Szene während des Abspanns, usw, usw. Dabei merkt man der Inszenierung an, dass sie smart, cool und witzig sein sollte. Clevere Filme müssen aber nicht nochmal erklären, was man gerade sowieso auf der Leinwand gesehen hat und auch versehen sie nicht jede bekannte Persönlichkeit mit einer Untertitelung. 

Es ist nicht so, dass ich „Vice“ von vorne bis hinten hasse. Immer wieder gibt es Szenen die ich mag (Im Krankenhaus mit Dick und Lynne Cheney und ihrer Tochter, Stabchef Scoott Libbys „Verteilung“ der Posten, die Szene während des Nachspanns). Die Alfred Molina-Szene ist für mich die beste des gesamten Films, aber ansonsten bleibt mir der Film nur als nachlässiges, verbissen witzig sein wollendes, chaotisches Biopic in Erinnerung. Dick Cheney ist eine faszinierende Figur der Zeitgeschichte, er hat einen besseren Film verdient. 

Schauspielerisch ist der Film sehr gut. Am meisten positiv überrascht war ich von Steve Carell als Donald Rumsfeld, entsprechend ausgeleucht sah er dem Original manchmal erschreckend ähnlich. LisaGay Hamilton und Tyler Perry als Condoleezza Rice und Colin Powell haben ihre Sache auch sehr gut gemacht. Amy Adams ist mir besonders in der Szene im Krankenhaus in Erinnerung. Sam Rockwell hat nun nicht wirklich Ähnlichkeit mit George W. Bush (warum hat Adam McKay nicht Josh Brolin, der George W. Bush in „W.“ so überzeugend spielte, besetzt?). Christian Bale ist natürlich überragend in der Rolle (wann ist er es mal nicht?), er sieht dem ehemaligen Vizepräsidenten nicht nur sehr ähnlich, er trifft sogar seine Stimmlage und Sprache. Dennoch habe ich mir mitten im Film notiert, dass er für diese Performance keinen zweiten Oscar gewinnt. 

„Vice“ und Clint Eastwoods „The Mule“ waren die letzten beiden möglichen Oscar-Anwärter, die im Filmjahr 2018 der amerikanischen Presse gezeigt wurden. „Vice“ stand lange unter Embargo, was ein sehr kluger Schachzug der PR-Experten von Annapurna Pictures war. Schließlich hat der Film und die Schauspieler in der Zwischenzeit Golden Globe-Nominierungen erhalten und auch wurden die Schauspieler für die SAG-Awards nominiert, darüber kann man fast vergessen, dass die amerikanischen Kritiken eher durchwachsen sind.  

„Vice“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Christian Bale), Bester Nebendarsteller (Sam Rockwell, Steve Carell), Bestes Originaldrehbuch Update: „Vice“ hat 8 Oscar-Nominierungen (Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller Christian Bale, Bester Nebendarsteller Sam Rockwell, Beste Nebendarstellerin Amy Adams, Bestes Originaldrehbuch, Bester Schnitt und Bestes Make-up und Beste Frisuren) erhalten. Update: „Vice“ hat einen Oscar (Bestes Make-up und beste Frisuren) gewonnen. 

„Vice“ ist am 25.12.18 in 2,442 amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er landesweit sogar in 2,534 Lichtspielhäusern. In Deutschland startet der Film unter dem deutschen Filmtitel: „Vice – Der zweite Mann“ am 21.02.19 in den Kinos. 

Trailer zu sehen:

 

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Captain Marvel„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Wann hört das endlich auf mit diesen Marvel-Filmen?

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „What Men Want„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Komödie, eine scheinbar völlig unlustige noch dazu. Mit Taraji P. Henson und Tracy Morgan 

Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ganz sicher nicht 


Trailer v. Film: „The Upside„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Remake dieses französischen Films („Ziemlich beste Freunde“), hier mit Bryan Cranston, Kevin Hart und Nicole Kidman

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Cold Pursuit„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Actionthriller mit Liam Neeson und Laura Dern

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bei Liam Neeson bin ich eigentlich immer dabei


Trailer v. Film: „Us„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: nahezu perfekter Trailer von Jordon Peeles neuem Horrorfilm

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „They Shall Not Grow Old„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Peter Jacksons neuer Film, Doku über den Ersten Weltkrieg

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Fighting with my Family„

Bewertung des Trailers: C

Kommentar: Biopic/Sportsdrama mit Dwayne Johnson, Vince Vaughn und Nick Frost

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Where´d You Go, Bernadette„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Romanverfilmung und Richard Linklaters neuer Film mit Cate Blanchett in der Hauptrolle

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

San Francisco – Film: „The Big Short“

Ich war am 02.01.16 in San Francisco und am 11.01.16 in Washington und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„The Big Short“ (dt. Kinostart: 14.01.16) 130 min drama, comedy, adaptation, biopic
dir. Adam McKay cast: Christian Bale, Steve Carell, Ryan Gosling, Brad Pitt, Melissa Leo, Marisa Tomei, Rafe Spall, Jeremy Strong, John Magaro, Finn Wittrock, Tracy Letts, Margot Robbie, Selena Gomez

 

New York im Jahr 2005. Der Hedgefonds-Manager und Analyst Dr. Michael Burry (Christian Bale) findet heraus, dass die riskante Kreditvergabe für Immobilien früher oder später zu einem Finanzkollaps führen wird. Er realisiert, mit welchen Investitionen aus der drohenden Immobilien- und Finanzkrise profitiert werden kann.

Der Wertpapierhändler der Deutschen Bank, Jared Vennett (Ryan Gosling), hat von Burrys Investitionsplänen erfahren und möchte auch ein Stück von dem Kuchen abhaben. Er versucht den Trader Mark Baum (Steve Carell) und sein Team zu überzeugen, gegen das Finanzsystem zu wetten.

Die jungen ambitionierten Spekulanten Charlie Geller (John Magaro) und Jamie Shipley (Finn Wittrock) erfahren auch von der Immobilienblase und ziehen Jamies Nachbarn, den ehemaligen Top-Wertpapierhändler Rickert (Brad Pitt) ins Vertrauen.

B (Wertung von A bis F) „The Big Short“ basiert auf dem gleichnamigen Bestseller von Michael Lewis. Der Film beruht vage auf wahren Begebenheiten. Die Handlung erklärt wie es zu dem Platzen der Immobilienblase und dem weltweiten Bankencrash im Jahr 2008 kam und erzählt wie einige wenige, die das vorausgesehen haben, davon finanziell profitiert haben.

Es ist der neue Film von Adam McKay, der sich zuvor ausschließlich mit Komödien (Anchorman: The Legend of Ron Burgundy, Step Brothers, The Other Guys) einen Namen gemacht hat. „The Big Short“ ist sein erstes Drama, auch wenn es kein reines Drama ist.

Der Regisseur Adam McKay nutzt alle bekannten Regietricks, um seine komplizierte Story und die, mir so verhasste Finanzwelt unterhaltsam zu inszenieren. Er setzt mit seinem Film alles dran, cool und smart zu sein. Vielleicht kann man diesen drögen Stoff einem Mainstream-Publikum nicht anders vermitteln. Mir wirkte es aber mitunter zu aufgesetzt. Es ist originell aber auch irritierend wenn eine Traumfrau wie Margot Robbie (The Wolf of Wall Street) champagnerschlürfend in einem Schaumbad liegt und einem erklärt was Ramschhypotheken sind.
Ich mochte die Macho-Sprüche und die schnellen Schnitte, aber dann, als der Film etwas mehr in sich ruht, war er mir zu langgezogen. Der eine oder andere Charakter trägt sonderbare Frisuren oder Perücken, mich hat das rausgebracht, genauso wie Melissa Leos verwirrend seltsame Brille. Mir war auch nicht klar, was der Film eigentlich sein wollte, etwas Dokumentation, etwas Drama und etwas Komödie/Satire. Wenn man keine Ahnung von den Geschehnissen, die zu der Finanzkrise geführt haben, hat, ist „The Big Short“ sicher auch lehrreich.

„The Big Short“ ist ein Film über Außenseiter. Einen Helden sucht man in dem Film natürlich vergebens – wie auch – wenn es um gierige und skrupellose Banker und Spekulanten, Banken und Ratingagenturen geht. Für mich war Christian Bales Charakter, Dr. Michael Burry, noch am ehesten so etwas wie ein Sympathieträger. Dr. Burry ist Neurologe und wechselte aus Langeweile in die Finanzbranche. Er analysierte den Immoblienmarkt, entdeckte Fehler im System und war einer der Ersten, der die Immobilienblase, die später zu dem Bankencrash führte, erkannte. Christian Bale spielt den, an dem Asperger-Syndrom leidenden, exzentrischen, nuschelnden und leicht stotternden Dr. Burry auf eindrucksvolle Weise. Auch war Ryan Gosling wieder mal ein Hingucker. Ich war angewidert und fasziniert zugleich von diesem solariumgebräunten, schmierigen Jared Vennett, stelle ich mir doch genau so einen Banker aus dieser Zeit vor. Mir hat auch der kaugummikauende Vinny (Jeremy Strong) aus Steve Carells Team gefallen. Ansonsten ist „The Big Short“ ein Ensemble-Film und jeder erfüllt seine Aufgabe.

Wie man vielleicht herauslesen kann, bin ich etwas hin- und hergerissen von dem Film. Im Moment werden „The Big Short“ sogar sehr gute Chancen auf den Oscar-Gewinn als bester Film eingeräumt, daher werde ich ihn mir die Tage nochmal anschauen. Ich werde davon berichten.

B+ (Wertung von A bis F) Bei der zweiten Sichtung ist tatsächlich der Funke übergesprungen. Ich liebe weite Teile des Films. Der Film ist aber nicht perfekt und ich fand ihn auch immer noch zu lang. Beinahe wäre er in meiner Top Ten gelandet.

„The Big Short“ wurde erstmalig zum AFI Fest 2015 gezeigt. Bevor der Film gezeigt wurde, hatte ihn kein Oscar-Experte so richtig als ernstzunehmenden Oscar-Anwärter auf dem Schirm. Mittlerweile wurde der Film von den so wichtigen Filmpreisen innerhalb der Filmindustrie (SAG, PGA, WGA) nominiert. Es ist davon auszugehen, dass „The Big Short“ auch eine Oscar-Nominierung als bester Film erhält. Ich sehe „The Big Short“ neben Spotlight sogar mittlerweile als Favorit auf den Oscar-Gewinn als bester Film. „The Big Short“ hat vier Golden Globe-Nominierungen (Bester Film, Comedy, Bester Hauptdarsteller, Comedy Christian Bale und Steve Carell und Bestes Drehbuch) und sogar fünf BAFTA-Nominierungen (Bester Film, Beste Regie, Bestes adaptiertes Drehbuch, Bester Nebendarsteller, Christian Bale und Bester Schnitt) erhalten.

„The Big Short“ ist für folgende Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Film, Beste Regie, Bester männlicher Haupt- (oder Neben-) darsteller (Steve Carell), Bester männlicher Nebendarsteller (Christian Bale, Beste weibliche Nebendarstellerin (Melissa Leo, Marisa Tomei), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien.

 „The Big Short“ hat 5 Oscar-Nominierungen (Bester Film, Beste Regie, Bester Nebendarsteller Christian Bale, Bestes adaptiertes Drehbuch und Bester Schnitt) erhalten.

Update: „The Big Short“ hat einen Oscar (Bestes adaptiertes Drehbuch) gewonnen.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Finest Hours„
Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer)
Kommentar: Disney-Katastrophen-Mist
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Revenant„
Bewertung des Trailers: A- (neuer Trailer)
Kommentar: Alejandro González Iñárritus neuer Film mit Leonardo DiCaprio und Tom Hardy.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Boss„
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: Komödie mit Melissa McCarthy
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Risen„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Historienfilm mit dem nicht so guten Fiennes
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Everybody Wants Some„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Richard Linklaters neuer Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Zoolander No. 2„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Das erste Mal, dass ich einen Trailer im Kino sehe. Ich liebe den ersten „Zoolander“ also muss ich mir den auch anschauen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Nice Guys„
Bewertung des Trailers: A- (Redband Trailer)
Kommentar: Shane Blacks neuer Film mit einem ziemlich angedickten Russell Crowe und Ryan Gosling
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Filmplakat von "The Big Short" in der New Yorker U-Bahn
Filmplakat von „The Big Short“ in der New Yorker U-Bahn

 

Berlin (ale) – Film: "Knight of Cups"

Ich war am 9.2.15 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Knight of Cups“ (dt. Kinostart: 10.09.15) 118 min drama
dir. Terrence Malick cast: Christian Bale, Natalie Portman, Cate Blanchett, Brian Dennehy, Antonio Banderas, Freida Pinto

Rick (Christian Bale) ist ein erfolgreicher Drehbuchautor in Hollywood. Oberflächlich betrachtet führt er ein glückliches Leben. Er langweilt sich aber generell schnell, empfindet eine gewisse Leere und begibt sich auf die Suche.

B- (Wertung von A bis F) Terrence Malick liefert ziemlich genau den Film, den ich von ihm erwartet habe. „Knight of Cups“ erinnert dabei eher an einen seiner letzten Filme, The Tree of Life, als an meinen persönlichen Lieblingsfilm von ihm „The Thin Red Line“.

In seinem neuesten Werk erzählt Terrence Malick nicht wirklich eine Geschichte. Es ist eher die Stimmung und die Atmosphäre, von der man sich mitreißen lassen kann. Der Filmemacher schafft mit seinem Kameramann Emmanuel „Chivo“ Lubezki („Tree of Life“, Gravity, Birdman) bildgewaltige Szenen, in denen man sich – kombiniert mit der für mich typischen Malick-Filmmusik – verlieren möchte. Ich mochte sehr viele Szenen im Film, besonders die Szenen am oder im Wasser (und davon gibt es einige). Meine Lieblingsszene ist die, in der die Hunde unter Wasser nach ihrem Ball versuchen, zu schnappen.

Vom Inhalt her – von der Leere, die Hollywood erzeugen kann – hat mich der Film etwas an Sofia Coppolas Somewhere  erinnert.

Christian Bale hatte zwar eine grobe Rollenbeschreibung für seinen Filmcharakter, aber kein Drehbuch. Wenn man den Film sieht, glaubt man das sofort. Es wirkt so, als ob der Schauspieler jeden Tag pünktlich am jeweiligen Drehort erschien, etwas rumgelaufen ist, bedeutungsvoll vor sich hin geguckt hat und ab und an ein paar Regieanweisungen befolgte. Nun könnte ich Christian Bale tatsächlich ewig bei so etwas zuschauen. Als ich aber dachte, ich hätte ihm jetzt ewig dabei zugeschaut und der Film müsste bald zu Ende sein, habe ich auf die Uhr geguckt, und da war exakt eine Stunde vergangen. Anders gesagt, Bales Sinnsuche ist irgendwann etwas ermüdend. Was soll ich mich aber beschweren, ich habe meine Zeit im Kino schon mit wesentlich weniger ambitionierten und guten Filmen verbracht und dabei keine wohltuende Entspannung für meine Augen erfahren.

„Knight of Cups“ wurde erstmalig am 08.02.15 auf der Berlinale 2015 gezeigt. Der Film lief im Wettbewerb. Ich habe den Film auf der Berlinale gesehen. Gezeigt wurde die OmU. In meiner nicht ausverkauften Vorstellung haben einige Zuschauer während des Films den Saal verlassen. Derzeit hat „Knight of Cups“ noch keinen amerikanischen Verleiher.

Trailer zu sehen:

L. A. – Film: "American Hustle"

Ich war am 21.12.13 in Los Angeles und am 07.01.14 in Washington und habe mir im Kino angeschaut:

„American Hustle“ (dt. Kinostart: 13.02.14) 129 min drama, crime, comedy
dir. David O. Russell cast: Christian Bale, Bradley Cooper, Amy Adams, Jennifer Lawrence, Jeremy Renner, Robert De Niro, Louis C. K., Michael Pena

Ende der 1970er Jahre in New York. Irving Rosenfeld (Christian Bale) ist ein Geschäftsmann, er besitzt eine Glaserei und einige Trockenreinigungen. Sein Geld macht er aber hauptsächlich mit Kunstfälschungen und sonstigen Trickbetrügereien. Seine Freundin Sydney (Amy Adams) unterstützt ihn dabei. Der FBI-Agent Richie DiMaso (Bradley Cooper) erwischt die beiden Betrüger. Statt ins Gefängnis zu wandern, können sie mit dem FBI zusammenarbeiten. Sie sollen dabei helfen, ranghohe Politiker der Bestechung zu überführen.

B+ (Wertung von A bis F) Der Film „American Hustle“ beginnt Ende der 1970er Jahre. In der Zeit führte das FBI seine erste große Undercover-Aktion gegen Korruption von Politikern durch. Die Namen, der an diesem Fall beteiligten Personen wurden geändert und vieles hinsichtlich der Personen ist frei erfunden. Erzählt wird eine fiktive Geschichte, zu Beginn des Films wird aber darauf hingewiesen, dass einiges tatsächlich passierte.

Eigentlich war mir schon mit der Anfangsszene klar, dass ich den Film wenn nicht lieben, dann sehr mögen werde. Alles was ich in der ersten Sequenz mochte, zieht sich dankenswerterweise bis zum Schluss des Films durch. Damit fand ich „American Hustle“ wesentlich besser als David O. Russels, in meinen Augen überbewerteten Film, Silver Linings Playbook aus dem Filmjahr 2012.

„American Hustle“ und The Wolf of Wall Street waren die letzten beiden Prestige-Filme im Filmjahr 2013, die der amerikanischen Presse gezeigt wurde. Diese späte Ankunft in die Oscar-Saison hat David O. Russells Film gleich verwandeln können. Kurz darauf wurde „American Hustle“ nämlich von den New Yorker Film Critic Circle als Bester Film gekrönt. (Allerdings brauchten die New Yorker anscheinend fünf Wahlgänge, damit „American Hustle“ als Gewinner hervorgehen konnte, bei den ersten vier Wahlgängen kamen 12 Years a Slave und „American Hustle“ auf dieselbe Stimmenanzahl. Da es halt nur einen Gewinner-Film geben soll, mussten die New Yorker Filmkritiker so lange wählen bis ein Film mehr Stimmen hatte als der andere).

„American Hustle“ ist ein Film, der beim Gucken unfassbar Spaß macht. Ich wünschte, ich müsste ihn nicht als Oscar-Film bewerten. Denn das ist er In meinen Augen nicht. Kurzes Update zur Oscar-Saison 2013/2014: In zwei Wochen werden die Oscar-Nominierungen bekannt gegeben. Das Rennen sieht momentan so aus, als ob es sich zwischen „12 Years a Slave“ und „American Hustle“ (und Gravity) entscheiden wird.

Bei mir liegt es jetzt zwei Wochen zurück, dass ich „American Hustle“ gesehen habe. Sehr gut habe ich noch in Erinnerung, dass ich im mich im Kino bestens amüsiert habe. Ich weiß noch, dass ich den Film handwerklich (Schnitt, Kamera, Regie) mitunter brillant fand, die Dialoge erstklassig, die Musikauswahl exzellent, ich habe diese imposanten Frisuren vor mir, Christian Bale und Jennifer Lawrence, die Beziehung zwischen Amy Adams und Christian Bales Charakter und ich kann mich tatsächlich auch noch an Bradley Cooper in ein paar entscheidenden Szenen erinnern. Alles andere von dem Film ist mittlerweile völlig weg. Zugegeben, das ist schon weit mehr als mir bei den meisten anderen Filmen bleibt, aber es ist halt auch kein bedeutsamer Film wie „12 Years a Slave“.

Bei „American Hustle“ stehen die Charaktere im Vordergrund und nicht die Geschichte. Auch wenn David O. Russells Film Längen hat, bereitet es großes Vergnügen diese Figuren zu begleiten. Ich hätte ihnen ewig zuschauen können.

Der Regisseur hat in seinem Ensemble die zentralen Parts mit Schauspielern besetzt, mit denen er bereits zuvor gearbeitet hat: Christian Bale („The Fighter“), Amy Adams (The Fighter), Bradley Cooper („Silver Linings Playbook“) und Jennifer Lawrence („Silver Linings Playbook“).

Christian Bale ist großartig. Trotz Übergewicht, ordentlicher Plauze und unmöglicher Was-auch-immer-Frise konnte ich nachempfinden, was Amy Adams Charakter an ihm (sexy) findet.

Jennifer Lawrence ist vermutlich geboren, um anderen Schauspielern die Show zu stehlen. Ihr Part in „American Hustle“ war ursprünglich wesentlich kleiner. David O. Russell ist bekannt dafür, dass er am Set viel improvisieren lässt. Hier merkt man förmlich wie sie sich in ihren Charakter reinfindet und zunehmend durchdreht. Es ist eine schrille Performance, die für mich den Höhepunkt findet, wenn sie anfängt zu singen. Vermutlich hätte sie den Oscar für „American Hustle“ sicher, wenn sie nicht im letzten Jahr einen gewonnen hätte. Ich habe erfahren, dass die Academy Mitglieder in den entsprechenden Vorführungen bei Jennifer Lawrence Namen im Abspann ihre lautstarke Anerkennung gaben.

Bei Amy Adams war ich etwas hin und hergerissen. Sie ist ungewöhnlich freizügig gekleidet und geht sogar irgendwo als verführerischer Vamp durch. Ihr Typ hat mich an die junge Sissy Spacek erinnert. Eine Kleinigkeit hat mich dennoch gestört, bis heute weiß ich es aber nicht zu benennen. Update nach dem zweiten Kinobesuch: Es hat mich gar nichts an ihr gestört.

Jeremy Renner kann hier auch wieder punkten, leider geht er in dem gesamten Ensemble etwas unter.

In dem gesamten Ensemble von „American Hustle“, hätte ich Bradley Cooper schauspielerisch am wenigsten zugetraut. Relativ am Anfang hat er eine Szene (in der Zelle), die mich neugierig werden ließ. Immer noch leicht skeptisch habe ich ihn dann weiter beobachtet, die Szene mit seiner Mutter (wo hat David O. Russell die denn eigentlich schon wieder her?) und spätestens mit der Szene im Studio 54 hat er mich dann endgültig von sich überzeugen können. Diese komische Minipli soll übrigens seine Idee gewesen sein.

Seit der Oscar-Verleihung im Jahr 2013 heißt eine der Kategorien Best Makeup and Hairstyling. Mit der Umbenennung dieser Kategorie dürfte der Frisuren-Oscar wohl an „American Hustle“ gehen.

Bei „American Hustle“ bin ich tatsächlich etwas unsicher, ob ich ihn in meine Bestenliste für 2013 aufnehmen soll. Am liebsten würde ich ihn mir dafür noch einmal anschauen, mal gucken.

Update nach dem zweiten Kinobesuch:

A- (Wertung von A bis F) Mittlerweile ist meine Top Ten Liste erstellt und „American Hustle“ ist gelistet. Der Film ist einfach zu gut, um nicht in meiner Top Ten aufzutauchen. Die Studio 54-Szene, insbesondere mit dem Übergang in die Szene mit dem Bürgermeister und Bales Charakter, die komplizierte, aber glaubwürdige Beziehung zwischen Christian Bales und Amy Adams Charakter, die Dialoge, das ganze Drehbuch ist klasse und Bradley Cooper. Ja, der Film hat ein A- verdient. Im Moment (07.01.14) gilt „American Hustle“ als Oscar-Favorit.

„American Hustle“ gilt als sicherer Kandidat für eine Oscar-Nominierung für Bester Film, auch im Gespräch sind Nominierungen für: Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Christian Bale), Beste Hauptdarstellerin (Amy Adams), Bester Nebendarsteller (Bradley Cooper, Jeremy Renner), Beste Nebendarstellerin (Jennifer Lawrence), Bestes Originaldrehbuch, Bestes Szenenbild, Beste Kamera, Bestes Kostümdesign, Bester Schnitt, Bestes Make-up und Beste Frisuren, Bester Ton, Bester Tonschnitt

Die beiden Trailer, die ich im amerikanischen Kino gesehen habe:

Die Website:

http://www.americanhustle-movie.com/site/

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Lone Survivor“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Militär-Action-Film nach wahren Begebenheiten mit Mark Wahlberg und Eric Bana.
Wie oft schon im Kino gesehen: 5 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Sabotage“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Action/Thriller mit Arnold Schwarzenegger (der auf mich wie Clint Eastwood wirkt) und Sam Worthington (den ich im Trailer gar nicht erkannt habe)
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0 %

Trailer v. Film: „Jack Ryan: Shadow Recruit“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Action von und mit Kenneth Branagh, auch mit Chris Pine und Kevin Costner und Keira Knightley.
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 80% bei mind. 60% RT

Trailer v. Film: „Million Dollar Arm“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: biografischer Baseball-Film mit Jon Hamm und Lake Bell.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Endless Love“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Remake des Films aus dem Jahr 1981 mit Alex Pettyfer. Ach nö.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht.

Trailer v. Film: „RoboCop“
Bewertung des Trailer: A-
Kommentar: Remake des Films aus den 1980er Jahren. Mit Joel Kinnaman, Gary Oldman, Michael Keaton, Samuel L. Jackson, Jackie Earle Haley
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht

Trailer v. Film: „The Other Woman“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Komödie mit Cameron Diaz und Leslie Mann. (Schön zu sehen, dass auch Cameron Diaz älter wird und noch besser, dass sie auf Botox verzichtet)
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht

Trailer v. Film: „The Monuments Men“
Bewertung des Trailers: B- (neuer Trailer)
Kommentar: George Clooneys neuer Film, Zweite Weltkriegsfilm mit George Clooney, Matt Damon, Cate Blanchett, Bill Murray, John Goodman, Jean Dujardin.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Montréal – Film: "Out of the Furnace"

Ich war am 07.12.13 in Montréal und habe mir im Kino angeschaut:

„Out of the Furnace“ (dt. Filmtitel: „Auge um Auge“, dt. Kinostart: 03.04.14) 116 min drama, thriller
dir. Scott Cooper cast: Christian Bale, Casey Affleck, Woody Harrelson, Willem Dafoe, Forest Whitaker, Sam Shepard, Zoe Saldana

Im Jahr 2008 in einer Kleinstadt in Pennsylvania. Russell Baze (Christian Bale) ist Fabrikarbeiter und macht sich Sorgen um seinen im Sterben liegenden Vater und seinen jüngeren Bruder Rodney Jr. (Casey Affleck). Rodney Jr. war während seiner Armeezeit einige Male im Irak und hat seitdem nicht wieder Fuß gefasst. Nun befürchtet Russell, dass sein Bruder auf die falsche Bahn gerät. Als er selbst einen folgenschweren Verkehrsunfall baut, muss er eine Haftstrafe absitzen. Als Russell aus dem Gefängnis entlassen wird, hat sich vieles geändert und sein Bruder gerät immer tiefer ins Schlamassel…

C+ (Wertung von A bis F) Nach dem Film Crazy Heart (der Jeff Bridges seinen langverdienten Oscar verschaffte) ist „Out of the Furnace“ erst Scott Coopers zweiter Spielfilm, bei dem er Regie führt. Der Filmemacher zeigt einem hier etwas von einer Welt, von der er etwas zu verstehen weiß. Es ist eine wirtschaftlich heruntergekommene Gegend, in der eine hohe Arbeits- und Perspektivlosigkeit herrscht. Jeder ist froh einen Job zu haben, auch wenn es harte Arbeit in der Stahlfabrik ist und sie sich für ihr Leben etwas anderes vorgestellt haben. Casey Afflecks Charakter ist Veteran, von seinen Kriegseinsätzen heimgekehrt und mit seinem Trauma allein gelassen. Die Charaktere in „Out of the Furnace“ finde ich alle authentisch und fesselnd. Beinahe ausnahmslos alle Figuren hätte ich nur wahnsinnig gerne in einer besseren Geschichte, in einem besseren Film gesehen.

Vielleicht wäre Film gelungener wenn er sich darauf konzentriert hätte, ein Drama sein zu wollen. Irgendwann sieht man aber ein Rachethriller. Meines Erachtens hat der Film große Schwächen im Drehbuch, aber auch in der Regieführung.

Dafür gibt Christian Bale eine hervorragende Performance. Gerade heute habe ich ihn in American Hustle gesehen, beide Rollen sind so unterschiedlich und zeigen einmal mehr, was für ein fantastischer Schauspieler er ist. In „Out of the Furnace“ sieht er mit seinen langen Haaren dabei auch noch unfassbar sexy aus.

Auch sieht man Woody Harrelson wieder mal von einer ganz anderen Seite. Willem Dafoe sehe ich immer gerne und auch er spielt eine ungewöhnliche Type. Sogar Casey Affleck gibt in diesem Film eine solide Performance.

Nur schade, dass der Film nicht überzeugen kann.

„Out of the Furnace“ war für folgende Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Christian Bale), Bester Nebendarsteller (Woody Harrelson, Casey Affleck), Bestes Originaldrehbuch,

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer von Film: „The Wolf of Wall Street“
Bewertung des Trailer: B (neuer Trailer)
Kommentar: Seit September habe ich keinen „Wolf“-Trailer mehr im Kino gesehen. Martin Scorseses neuer Film mit Leonardo DiCaprio, Jonah Hill, Matthew McConaughey, etc. Der Film gilt als heißer Oscar-Anwärter.
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „August: Osage County“
Bewertung des Trailer: B
Kommentar: Verfilmung des gleichnamigen Bühnenstücks. Tragikomödie mit Meryl Streep, Julia Roberts, Benedict Cumberbatch, Chris Cooper, Ewan McGregor, Juliette Lewis, Abigail Breslin, Sam Shepard
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „That Awkward Moment“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: RomCom mit Zac Efron, Miles Teller, Michael B. Jordan. Ich kann mir keinen Film mit Zac Efron angucken, auch wenn ich Miles Teller und Michael B. Jordan gerne sehe.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ?

Trailer v. Film: „Sabotage“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Action/Thriller mit Arnold Schwarzenegger (der auf mich wie Clint Eastwood wirkt) und Sam Worthington (den ich im Trailer gar nicht erkannt habe)
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0 %

D.C. – Film: "The Dark Knight Rises – IMAX"

Ich war am 23.07.12 in Washington und habe mir im Kino angeschaut:

„The Dark Knight Rises – IMAX“ (dt. Kinostart: 26.07.12) 164 min action, drama
dir. Christopher Nolan cast: Christian Bale, Michael Caine, Gary Oldman, Anne Hathaway, Tom Hardy, Marion Cotillard, Joseph Gordon-Levitt, Morgan Freeman, Liam Neeson, Ben Mendelsohn, Matthew Modine

Es sind acht Jahre vergangen, dass Harvey Dent (Aaron Eckhart) ermordet wurde. Batman (Christian Bale) hat den Tod des Staatsanwalts auf seine Kappe genommen und ist untergetaucht. Bruce Wayne ist in die Jahre gekommen, läuft an einem Krückstock und ist desillusioniert. Dann steht Bruce Wayne plötzlich vor der mysteriösen Selina Kyle (Anne Hathaway). Welchen hinterlistigen Plan verfolgt sie? Als der Terrorist Bane (Tom Hardy) dann aus dem Untergrund auftaucht und Gotham City zerstören will, muss Bruce Wayne handeln…

B+ (Wertung von A bis F) „The Dark Knight Rises“ ist nach „Batman Begins“ und The Dark Knight der letzte Teil von Christopher Nolans Batman-Trilogie. Ich finde, die Trilogie hat mit dem Ende des dritten Teils einen würdigen Abschluss gefunden.“The Dark Knight Rises“ ist zwar nicht so großartig wie „The Dark Knight“, mir hat er aber besser gefallen als „Batman Begins“.

Auch wenn es bei „The Dark Knight Rises“ ein paar Probleme mit der komplexen Handlung und dem Drehbuch gibt, so war ich bereit, darüber hinwegzusehen. Im letzten Teil von Nolans Batman-Saga war ich von der teils dramatischen Story bis zum Schluss gefesselt war. Außerdem gibt es einige atemberaubende Actionszenen. Das Ende des Films hätte für meinen Geschmack noch konsequenter sein dürfen, aber als Abschluss der Fledermaus-Trilogie bin ich letztlich doch zufrieden. Es ist eine runde Geschichte. Vielleicht ist „The Dark Knight Rises“ nicht unbedingt ein Film, der die nerds und fanboys richtig begeistern wird. Christopher Nolan schneidet auch mehr Themen (Gefahr, die durch die Finanzmärkte ausgeht, Occupy-Bewegung, Guantanamo Bay) an, für die sich (derzeit) wohl mehr reifere Menschen interessieren dürften. Schließlich ist es auch kein junger, agiler Superheld, sondern ein alternder, seelisch und körperlich schwächelnder Held. Insbesondere für die etwas älteren Fans ist auch das Besondere an Nolans Batman-Trilogie, dass man mit seinem Batman selbst auch gealtert ist.

Der geniale Bösewicht aus „The Dark Knight“ wurde von dem leider viel zu früh verstorbenen Heath Ledger verkörpert. Durch Heath Ledgers wirre Optik, seine Mimik, aber noch wesentlicher durch seine Stimme und Sprache hat er mit dem JOKER einen der charismatischsten Bösewichten der Filmgeschichte geschaffen. Tom Hardy ist nun der Schurke BANE in „The Dark Knight Rises“. Durch seine Maske wurde ihm komplett die Mimik genommen. Seine Stimme und Sprache waren (dank der Nachsynchronisierung in der IMAX-Fassung) zwar zu jeder Zeit zu verstehen, wirkten aber irgendwie merkwürdig und fremd. Tom Hardy (Bronson, „Inception“, Warrior) konnte hier einzig durch seine körperliche Präsenz, seine Maskierung und Kostümierung etwas Bedrohliches seinem Filmcharakter hinzufügen. Ich fand auch, dass der Ausdruck in seinen Augen und sein Blick irgendwie gleichbleibend wirkten. In erster Linie war das für mich pure Verschwendung eines so großartigen Talents wie Tom Hardy. Vielleicht zeigt es aber auch, wie einzigartig Heath Ledgers JOKER ist und wie wichtig sein Charakter für den Film „The Dark Knight“ ist.

Bei Marion Cotillard („La Vie en Rose“, Public Enemies, „Inception“) dachte ich zunächst auch: Was für eine Talentverschwendung, auch wenn ich sie immer wahnsinnig gerne sehe. Später hat sie dann aber doch noch eine ziemlich gute Szene.

Am meisten hat mich Joseph Gordon-Levitt ((500) Days of Summer, „Inception“, 50/50) hier überzeugen können. Er wirkt mittlerweile viel reifer. Als Schauspieler war ich immer schon von ihm angetan, hier hat er aber gezeigt, dass er auch als Schauspieler noch reifen kann.

Warum hat eigentlich Anne Hathaway nicht eine Maske getragen, die ihr komplettes Gesicht verdeckt? Gut, mit ihr werde ich wohl nie warm. Sie macht hier zugegebenermassen einen guten Job, aber soo gut ist nun wieder auch nicht. Was ihre Maskierung angeht, fand ich ihre Brille besonders originell. Wenn sie die Brille in die Haare schiebt, kamen kleine Katzenohren zum Vorschein.

Für mich ist Bruce Wayne/Batman, der interessanteste Superheld von allen. Keine Figur aus der Meute der Avengers ist so cool wie Batman (oder wie er im Original genannt wird THE BATMAN). Insbesondere Christian Bale als Batman ist idealbesetzt. Auch wenn ich immer noch Schwierigkeiten mit Bales aufgesetzt-düsterer Stimme habe, wenn er die Batman-Maskierung trägt. Dies ergibt insbesondere keinen Sinn, wenn ihm Jemand gegenübersteht, der/die sowieso weiß, wer er ist.

Den Score fand ich gut eingesetzt, gelungen war aber Nolans Entscheidung, insbesondere zu Beginn einer sehr eindrucksvollen Szene (Stadium), dass er auf einen Score komplett verzichtet hat.

„The Dark Knight Rises“ ist visuell beeindruckend, man sollte ihn unbedingt auf einer riesengroßen Leinwand mit dem bestmöglichen Soundsystem sehen. Bei „The Dark Knight“ wurde schon dringend empfohlen, ihn in der IMAX-Fassung zu sehen. Da waren es ungefähr 30 Minuten, die Christopher Nolan in IMAX gedreht hat. Bei „The Dark Knight Rises“ zahlt es sich noch mehr aus, ihn im IMAX-Format zu gucken, wurden hier über 70 Minuten mit den teuren IMAX-Kameras gedreht.

Hätte „The Dark Knight Rises“ Chancen, für wichtige Oscars nominiert zu werden? Um das zu beurteilen müsste man meines Erachtens unterscheiden, ob man ihn als eigenständigen Film oder als Part der nun zu Ende gegangenen Trilogie betrachtet. Als Würdigung des Gesamten sehe ich ich eine Nominierung für „The Dark Knight Rises“ als möglich. Es hängt immer noch in der Luft, dass die Academy wegen der Nicht-Nominierung von „The Dark Knight“ etwas gutmachen muss. Die Academy wurde seinerzeit deshalb ordentlich kritisiert und hat anschließend, für das nächste Jahr, die Zahl der zu nominierenden Filme von 5 auf 10 raufgesetzt. Christopher Nolan („Memento“, „The Prestige“, Inception) hat auch bislang keine Nominierung als Bester Regisseur erhalten, was bei vielen in der Branche ebenfalls auf Unverständnis stösst. Schauspielerisch würde ich bei „The Dark Knight Rises“ Christian Bale, Joseph Gordon-Levitt und Michael Caine hervorheben. Ich wäre aber auch nicht am Boden zerstört, wenn es zu keiner wichtigen Oscar-Nominierung kommt.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Watch“
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: Sci-Fi-Komödie mit Ben Stiller, Vince Vaughn und Jonah Hill
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 80%

Trailer v. Film: „The Bourne Legacy“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Der vierte Film der „Bourne“-Serie, diesmal mit dem großartigen Jeremy Renner als Agent. Es spielen auch Rachel Weisz, Edward Norton, Joan Allen und David Strathairn mit. Selbstverständlich gucke ich auch diesen Film.
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Skyfall“ (in IMAX gezeigt)
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: neuester James Bond von Sam Mendes. Daniel Craig als 007 und was im Trailer nicht zu sehen war, Javier Bardem als Bösewicht. Das erhöht die Chancen, dass ich ihn mir doch angucke.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 50%

Trailer v. Film: „Oz: The Great and Powerful“ (in IMAX gezeigt)
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Sam Raimis Verfilmung von „The Wonderful Wizard of Oz“ mit James Franco und Michelle Williams
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Hobbit: An Unexpected Journey“ (in IMAX gezeigt)
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Peter Jacksons Tolkiens Verfilmung. Trailer wirkt billig, wie eine Farrelly Bros-Produktion, nur nicht lustig. Der Film erscheint wahrscheinlich in vier technischen Versionen. Mich würde nur das neue, 48fps-Format interessieren.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal schauen

Teaser v. Film: „Man of Steel“ (in IMAX gezeigt)
Bewertung des Teasers: C-
Kommentar: Zack Snyders neuer Superman-Film. War das nötig? Henry Cavill als Superman. Im Teaser nicht zu sehen, es spielen aber auch Amy Adams, Michael Shannon, Russell Crowe, Kevin Costner mit.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

NYC – Film: "The Fighter"

Ich war am 15.12.10 in New York und habe mir im Kino angeschaut:

„The Fighter“ (dt. Kinostart: 07.04.11) 114 min drama, biopic
dir. David O. Russell cast: Mark Wahlberg, Christian Bale, Melissa Leo, Amy Adams

Lowell, Massachusetts im Jahr 1993. Dicky Eklund (Christian Bale) war als professioneller Boxer in den 80er Jahren erfolgreich. Nach wie vor ist er der ganze Stolz seiner Familie und seiner Heimatstadt. Heutzutage ist er der Trainingspartners und Berater seines jüngeren Halbbruders „Irish“ Micky Ward (Mark Wahlberg). Dicky ist cracksüchtig und kriminell. Der Sender HBO plant eine Dokumentation über ihn. Jetzt ist Micky der Boxer in der Familie, seine Mutter Alice (Melissa Leo) leitet sein Management. Jedoch werden immer wieder falsche Karriereentscheidungen getroffen. Als Micky die Kellnerin Charlene (Amy Adams) kennenlernt, beginnt er sich von seiner Familie zu distanzieren und dann gerät auch seine Karriere langsam in Schwung…

A- (Wertung von A bis F) „The Fighter“ ist ein Biopic über den Boxer „Irish“ Micky Ward.

Ich bin kein so wahnsinnig großer Fan von Sportfilmen und meine Begeisterung für den Boxsport hält sich auch in Grenzen. Rückblickend betrachtend sehe ich den Film in erster Linie als (Familien-) Drama. Die Boxkämpfe empfand ich aber dennoch als sehenswert. Sie sind brutal, realistisch und fesselnd inszeniert.

Auch wenn Mark Wahlberg die Hauptrolle in „The Fighter“ spielt, so ist es Christian Bales Film. So wie ich Mark Wahlbergs Micky Ward als Außenseiter in seiner Familie sehe, so sehe ich ihn in diesem exzellenten Ensemble ebenso als Außenseiter. Christian Bale („American Psycho“, „The Machinist“, „Rescue Dawn“), Melissa Leo („21 Grams“, „Frozen River“, Conviction) und Amy Adams („Enchanted“, Sunshine Cleaning, Doubt, Miss Pettigrew Lives for a Day) sind einfach eine Nummer zu groß für Mark Wahlberg. Dennoch hat er eine Leinwandpräsenz und macht seine Sache auch recht gut. Er spielt hier den Sympathieträger. Meine Sympathie gilt aber den besseren Schauspielern und da freue ich mich, dass Christian Bale endlich wieder eine Rolle bekommen hat, die ihn auch herausfordert. In „The Fighter“ kann er endlich wieder zeigen, wie gut er eigentlich ist. Bale hat alle Eitelkeiten abgelegt und Dicky Eklund studiert. Von der Sprache, dem Akzent, der Mimik und auch von der Körpersprache ist er Dicky Eklund. Weiter unten habe ich ein Link zu einem YouTube-Video der beiden (dann schon älteren) Brüder gestellt. Wenn man sehen möchte wie eine eindeutige Oscar-Performance für die beste männliche und weibliche Nebenrolle auszusehen hat, sollte man sich Christian Bale und Melissa Leo in „The Fighter“ im Original anschauen. Amy Adams würde ich hier auch einreihen, weil sie – obwohl sie immer gut ist – noch nie besser war. Nur wenn ich mich entscheiden müsste, würde der Oscar an Melissa Leo gehen. Begeistert und absolut fasziniert war ich aber auch über die perfekte Besetzung der sieben Schwestern von Micky und Dicky. Wo bitte hat man die denn gefunden? Ich glaube mir blieb, bei beinahe jedem Auftritt der Schwestern, sogar der Mund offen stehen, auch den Hair Stylisten, Make Up Artisten und Stylisten gilt ein großes Lob.

Nun bleibt abzuwarten, ob der Ausraster von Christian Bale am Set von „Terminator Salvation“ ihm bei der Oscar-Nominierung bzw. der Vergabe des Oscars noch schaden. Der Regisseur David O.Russell („Three Kings“, „I Heart Huckabees“) gilt in der Branche als zwar sehr talentiert, aber äusserst unbeliebt und ebenso zu Ausrastern neigend. Auch hier wird sich zeigen, ob die Academy das einfach „wegsteckt“. Update: The Fighter wurde mit zwei Oscars (Bester Nebendarsteller, Christian Bale und Beste Nebendarstellerin, Melissa Leo) ausgezeichnet.

„The Fighter“ bewirbt sich um einen Platz in meiner TOP TEN für Filme aus dem Jahr 2010.

Trailer zu sehen:

Die echten Micky und Dicky auf YouTube zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Unknown“
Bewertung des Trailers: A- (neuer Trailer)
Kommentar: ein in Berlin gedrehter Thriller mit Liam Neeson, Diane Kruger, der MAD MEN-Schönheit January Jones, Frank Langella, Bruno Ganz
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Lincoln Lawyer“
Bewertung des Trailers: B- (neuer Trailer)
Kommentar: Auch wenn ich Matthew McConaughey nur ganz begrenzt optisch ertragen kann (immerhin mag ich seine Stimme und Sprache) macht dieser Thriller mit der tollen Marisa Tomei und William H. Macy, Ryan Phillippe und Josh Lucas erst einmal einen guten Eindruck
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Tree of Life“
Bewertung des Trailers: A
Kommentar: Man, auf Terrence Malicks neuen Film warte ich nun schon seit mehr als einem Jahr. Auch aus dieser Oscar-Saison wurde er geschoben. Die Bildsprache fasziniert mich jetzt schon, naja und dann ist natürlich auch Sean Penn dabei…
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% !!!!

Trailer v. Film: „Battle: Los Angeles“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Sci-Fi-Katastrophenfilm mit Aaron Eckhart und Michelle Rodriguez
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 80%

Trailer v. Film: „Sanctum“
Bewertung des Trailers: B- (neuer Trailer)
Kommentar: 3D-Action-Thriller, Produktion von James Cameron
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 30%

Trailer v. Film: „True Grit“
Bewertung des Trailers: A
Kommentar: Neuer Coen-Bros Film, Remake des John Wayne-Western von 1969 mit Jeff Bridges, Josh Brolin und Matt Damon. Klarer Oscar-Kandidat, die bislang völlig unbekannte Hailee Steinfeld macht auch so einen unglaublichen guten Eindruck
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „No Strings Attached“
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: RomCom mit Ashton Kutcher und Natalie Portman
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 50%

Seattle – Film: "Public Enemies"

Ich war am 04.07.09 in Seattle und habe mir im Kino angeschaut:

„Public Enemies“ (dt. Kinostart: 06.08.09) 143 min drama, gangster, adaptation
dir. Michael Mann cast: Johnny Depp, Christian Bale, Marion Cotillard, Channing Tatum, Stephen Graham, Giovanni Ribisi, Stephen Dorff, Billy Crudup, Leelee Sobieski

Im Jahre 1933 gelingt dem berüchtigten Bankräuber John Dillinger (Johnny Depp) die Flucht aus dem Gefängnis. Fortan wird er und seine Gang vom FBI unter der Leitung von Melvin Purvis (Christian Bale) gejagt…

B- (Wertung von A bis F) Bei „Public Enemies“ habe ich einen „A“-Film erwartet. Der Trailer sieht vielversprechend aus, Johnny Depp und auch Christian Bale haben für mich eine magnetische Wirkung und ich mag viele Filme von Michael Mann. Der Regisseur arbeitet hier erneut mit dem exzellenten DP Dante Spinotti zusammen, das Duo bescherte mir bereits zwei meiner Lieblingsfilme („The Insider“ und „Heat“). Entsprechend ist die Bildsprache auch klar, dunkel und elegant. Auch die Sets sind beeindruckend, was ist also schief gelaufen? Ich würde dem Drehbuch die Schuld geben. Selten ist es ein gutes Zeichen, wenn zu viele (auf die eine oder andere Weise) am Drehbuch mitwirken. Keiner hat sich richtig Mühe gegeben, eine gute Geschichte zu erzählen oder auf die Charaktere näher einzugehen. Eine Verhaftungsszene fand ich dabei so unfassbar unglaubwürdig inszeniert, dass sie mich gleich aus dem Film gerissen hat. Etwas später hat mich jedoch eine Szene (auf der Polizeistation) wieder etwas entschädigt.

In der schweren Wirtschaftskrise in den U.S.A. der 30er Jahre muss wohl, neben Bonnie und Clyde, John Dillinger einer der lässigsten Gangster gewesen sein. Wer könnte John Dillinger authentischer portraitieren als Johnny Depp? Seine Performance wäre mir vielleicht sogar eine Oscar-Nominierung wert. Nach The Dark Knight und Terminator Salvation spricht Christian Bale jetzt beinahe wieder normal. Er ist zwar noch nicht in Bestform, aber wieder auf dem richtigen Weg. Auch Marion Cotillard konnte mich in ihrer ersten grossen Rolle in einem amerikanischen Film überzeugen, die Chemie zwischen Johnny Depp und Marion Cotillard stimmt, nur die innigen Gefühle, die die beiden scheinbar verband, konnten für mich nicht transportiert werden.

Alles in allem ist „Public Enemies“ ein Film, den man gesehen haben sollte. Er ist aber nicht durchgängig gut und fern davon, großartig zu sein.

Trailer zu sehen:

Seattle – Film: "Terminator Salvation"

Ich war am 23.05.09 in Seattle und habe mir im Kino angeschaut:

„Terminator Salvation“ (dt. Titel: „Terminator – Die Erlösung“, dt. Kinostart: 04.06.09) 115 min action, science fiction
dir. McG cast: Christian Bale, Sam Worthington, Anton Yelchin, Bryce Dallas Howard, Helena Bonham Carter

Im Jahre 2018 führt John Connor (Christian Bale) mit der Widerstandsbewegung einen schier aussichtslosen Krieg gegen Roboter und Maschinen…

C (Wertung von A bis F) Um eines vorweg zu nehmen, ich habe nicht einen Film aus der Terminator-Reihe gesehen und ja ich habe auch schon gehört, daß man als Cineast wenigstens „Terminator 2“ gesehen haben sollte. Warum also dieser Film? Nun, zum einen hatte ich Zeit und zum anderen bin ich, wenn Hollywood einen Schauspieler zur Neuentdeckung erklärt, neugierig. Außerdem zählte Christian Bale lange zu meinen TOP TEN ACTORS, dazu später mehr. Meine Beurteilung erfolgt also ohne große Vorkenntnisse, einfach aus der Sicht eines Kinogängers, der auch Spaß an Actionfilmen hat.

Der Regisseur McG („Charlie´s Angels“) ist bekannt dafür, daß er Explosionen liebt und das zeigt sich bei diesem Film deutlich. Was ich ferner sehr zu schätzen weiß, ist, daß er hauptsächlich on location drehte und seine visuellen und sonstigen Spezialeffekte sehr gut inszeniert sind, um so vieles besser als bei dem tatsächlich ersten Sommer-Blockbuster „Wolverine“ („C-„), bei dem offensichtlich viele Szenen im Studio gedreht wurden. Die Roboter/Maschinen finde auch gelungener als z.B. bei „Transformers“ (von dem ich gerade Teile im Fernsehen gesehen habe) Die Story, wenn man denn so will, daß es eine gibt, ist einzig dafür da, einen weiteren Terminator-Film auf den Weg zu bringen.

Der australische Schauspieler Sam Worthington ist nun als neues Talent erkoren, es zeigt sich hier tatsächlich warum. Er hat eine große Leinwandpräsenz und – wie es scheint – Talent, minimale Probleme hat er allerdings noch mit seinem australischen Akzent, aber da bin ich für zukünftige Produktionen sehr zuversichtlich.

Christian Bale hat sich mit diesem Film, denke ich, keinen Gefallen getan. Ich erinnere mich, daß ich bei „The Dark Knight“ zum ersten Mal gewisse Probleme mit seiner Performance hatte. Ich sehe ihn lieber als Charakterdarsteller („The Machinist“, Rescue Dawn, I´m Not There). Der SAN FRANCISCO CHRONICLE hat so treffend in der Kritik zu „Terminator Salvation“ über ihn geschrieben: Bale muss sich entscheiden, ob er mehr Sean Penn oder Nicolas Cage sein möchte…Passender hätte ich es nicht sagen können! Auch sein kürzlicher Komplett-Ausraster bei den Dreharbeiten zu diesem Film bleibt sicherlich noch eine Weile in Erinnerung und wirft Fragen auf:

Trailer von „Terminator Salvation“ zu sehen: