NYC – Film: „The Irishman“

Ich war am 27.09.19 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Irishman“ (ab dem 14.11.19 in Deutschland im Kino zu sehen, ab dem 27.11.19 weltweit auf Netflix abrufbar)   209 min    drama, crime, biopic, adaptation 

dir. Martin Scorsese  cast: Robert De Niro, Al Pacino, Joe Pesci, Harvey Keitel, Bobby Cannavale, Anna Paquin, Ray Romano, Jesse Plemons

 

Frank „The Irishman“ Sheeran (Robert De Niro) ist alt und einsam und blickt zurück auf sein Leben…

 

B+ (Wertung von A bis F) „The Irishman“ basiert auf Charles Brandts True Crime Bestseller „I Heard You Paint Houses“. Es ist der 26. Kinofilm des New Yorker Filmemachers Martin Scorsese („Taxi Driver“, „Raging Bull“, „Goodfellas“, „The Departed“, Shutter Island, Hugo, The Wolf of Wall Street, Silence). Das Drehbuch zu „The Irishman“ hat der amerikanische Filmemacher („A Civil Action“, TV-Serie „The Night Of“) und Drehbuchautor („Schindler´s List“, „Gangs of New York“, Moneyball) Steve Zaillan geschrieben. 

„The Irishman“ ist eine Adaption von Charles Brandts Buch „I Heard You Paint Houses“. Für sein Buch hatte Brandt über einen Zeitraum von fünf Jahren den Mafia-Killer Frank „The Irishman“ Sheeran befragt. In der Mafia-Sprache umschreibt der „house painter“ einen Auftragskiller. „I Heard You Paint Houses“ waren die ersten Worte, die der legendäre amerikanische Gewerkschaftsführer Jimmy Hoffa zu Frank Sheeran sagte. 

Der von Robert De Niro gespielte Frank Sheeran ist ein alter, einsamer Mann, der in einem Pflegeheim lebt, wenn wir als Zuschauer das erste Mal auf ihn treffen. Der Zweite-Weltkriegsveteran erzählt von dem ersten Aufeinandertreffen mit dem Mafia-Boss Russell Bufalino (gespielt von Joe Pesci) und, wie er dann begann, als Auftragskiller für die Mafia zu arbeiten. Irgendwann freundete sich Sheeran dann mit dem Gewerkschaftspräsidenten Jimmy Hoffa (gespielt von Al Pacino) an und arbeitete für ihn. Jimmy Hoffa hatte Verbindungen zur Mafia und verschwand im Jahr 1975 spurlos. Was es damit auf sich hatte, erfahren wir und auch, was das alles für Auswirkungen auf Sheerans Privatleben hatte. 

„The Irishman“ ist auf der einen Seite ein gelungenes Mafia-Epos und auf der anderen Seite eine ehrliche und am Ende auch rührende Charakterstudie über den titelgebenden Charakter. Auch wenn sich die Laufzeit von 3 1/2 Stunden recht lang anhört, war ich überrascht, wie wenig ich die Länge gespürt habe. Wenn ich an den Film zurückdenke, fallen mir als erstes die brillanten und witzigen Dialoge ein (allein für den „Fisch-Dialog im Auto“ würde ich mir den Film jetzt, sofort nochmal anschauen), dann die sehr starken letzten, vielleicht dreißig Minuten des Films, die vielen exzellenten Kamerafahrten und -einstellungen, Zeitlupen-Szenen und nicht zuletzt die Performances von Joe Pesci, Ray Romano, Al Pacino und Robert De Niro (letzterer insbesondere als alter Mann). „The Irishman“ spielt über vier Zeitebenen, zeigt Pesci und De Niro über einen Zeitraum von über 40 Jahren. Mit einer sehr aufwendigen und teuren Verjüngerungstechnik, an die man sich erst gewöhnen muss, die sich aber am Ende auszahlt, sehen wir die Charaktere in unterschiedlichen Stadien ihres Lebens. Mit dem jüngeren De Niro bzw. Frank Sheeran hatte ich meine Probleme. Naja eigentlich haben mich nur seine stahlblauen, glasigen Augen irritiert und manchmal hat mich auch sein wächsern wirkendes Gesicht etwas zu sehr abgelenkt. Zwei Mal musste ich mir kurz die Augen reiben, weil ich glaubte, in Joe Pesci (den ich eigentlich für einen der coolsten Typen des Planeten halte) plötzlich Gollum aus den „The Lord of the Rings“-Filmen gesehen zu haben.

Al Pacino neigt oft zur Übertreibung in seinem Spiel. Hier spielt er den stoischen Hitzkopf Jimmy Hoffa und ich wüsste keinen Schauspieler, der ihn besser hätte spielen können. Wenn er auf der Leinwand zu sehen ist, ist es fraglos sein Film. In den besten, bzw. witzigsten Szenen ist er meist beteiligt. Gegen Al Pacino geben Joe Pesci und De Niro eine sehr zurückgenommene Performance. Alle drei Schauspieler qualifizieren sich aber für den Oscar. Es ist wunderbar zu sehen, wie Pacino und De Niro, die in den letzten Jahren auch viele Schrottfilme drehten, jetzt mit 79 bzw. 76 Jahren noch einmal das zeigen, was sie eigentlich drauf haben. Das, wofür sie von vielen, wesentlich jüngeren Schauspielern noch heute so verehrt werden. Auch hervorragend, in einer kleineren Rolle, haben mir Ray Romano und Louis Cancelmi (der mit der Brille und dem Fisch in dem Auto) gefallen.

„The Irishman“ ist Martin Scorseses neunter Spielfilm mit Robert De Niro und der erste seit „Casino“ aus dem Jahr 1995. Seit Jahren suchten sie schon nach einem gemeinsamen Spielfilmprojekt. Als sie schließlich Charles Brandts Buch fanden, hatten sie Schwierigkeiten, eine Finanzierung für das Projekt zu bekommen. Ohne Netflix hätte es den teuersten und mit 3 1/2 Stunden längsten Scorsese-Film bis heute nicht gegeben. Der Film sollte ursprünglich 100 Millionen Dollar kosten, die Produktionskosten sind aber irgendwann explodiert (man spricht von 175 Millionen Dollar), wobei ein Großteil davon in die ausgeklügelte, digitale De-Aging-Technik floß. 

Joe Pesci wollte eigentlich immer als Musiker arbeiten, konnte aber sein Geld nur mit der Schauspielerei verdienen. Eines Tages riefen Robert De Niro und Martin Scorsese an, verpflichteten ihn für den Film „Raging Bull“. Mit „Goodfellas“ (für seine Performance gewann Pesci den Oscar) und „Casino“ gab es zwei weitere Filme, bei denen die Drei zusammenarbeiteten. Joe Pesci beendete im Jahr 1999 dann offiziell seine Filmkarriere. Auch wenn er hin und wieder mal in dem ein oder anderen Film einen Kurzauftritt hatte, erschien ihm kein Rollenangebot attraktiv genug, wieder eine größere Rolle in einem Film anzunehmen. Nach Angaben von De Niro und Scorsese mussten sie auch einiges an Überzeugungsarbeit leisten, damit Joe Pesci ein weiteres Mal mit den beiden Ikonen in „The Irishman“ zusammenarbeitete. Für Al Pacino ist es, man glaubt es kaum, seine erste Kooperation mit Martin Scorsese.

„The Irishman“ ist natürlich bereits auf dem Papier ein Oscar-Anwärter. Scorsese, De Niro, Pacino, Pesci, Paquin, Drehbuchautor Steven Zaillian – alles Oscar-Preisträger. Ein Mafia-Epos ist etwas, was man mit dem Alten Hollywood verbindet. Ich weiß nicht, ob so ein Film es noch in der heutigen Zeit schafft, den Oscar tatsächlich zu gewinnen. „The Irishman“ wäre vielleicht der letzte Film dieser Art, der das könnte. Die Oscar-Gewinner-Filme der letzten Jahre waren alle nicht mehr sonderlich lang. In der Vergangenheit gab es aber einige Oscar-Gewinner-Filme mit einer Laufzeit von um die 200 Minuten, dazu gehören „Lord of the Rings: The Return of the King, „Titanic“, „The Godfather, Part II“ und etwas länger her „Ben Hur“ und natürlich „Gone with the Wind“. Nun ist „The Irishman“ ein Film von Netflix, die haben seit Roma die besten Oscar-Strategen der Branche am Start. Sie sind auch bei den letzten Oscars sehr weit gekommen, bis… (lassen wir das). Dieses Jahr haben sie mit „The Irishman“, „Marriage Story“, „The Two Popes“ und den jeweiligen Schauspieler einige Hochkaräter in petto. Auch werden sie eine Oscar-Kampagne für Eddie Murphy für seine Performance in „Dolemite is My Name“ führen. Auf welchen Film Netflix ihr Hauptaugenmerk setzt, wird sich zeigen. Im Moment (Anfang Oktober 19) sieht es aus, als ginge der Oscar für den Besten Film an Scorseses „The Irishman“, Quentin Tarantinos „Once Upon a Time in Hollywood“ oder Noah Baumbachs „Marriage Story“ – aber das kann sich auch noch ändern. 

„The Irishman“ ist einer meiner Top Ten-Filme aus dem Jahr 2019. 

„The Irishman“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Robert De Niro), Bester Nebendarsteller (Al Pacino, Joe Pesci), Beste Nebendarstellerin (Anna Paquin), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien Update: „The Irishman“ wurde für 10 Oscars nominiert (Bester Film, Beste Regie, Bester Nebendarsteller (Joe Pesci und Al Pacino), Bestes adaptiertes Drehbuch, Bestes Szenenbild, Beste Kamera, Bestes Kostümdesign, Bester Schnitt und Beste visuelle Effekte)

„The Irishman“ wurde erstmalig auf dem New York Film Festival 2019 gezeigt. Der Film ist im Verleih des Streaming Portals Netflix und soll ab dem 1.11.19 In einigen ausgewählten Kinos in den Vereinigten Staaten zu sehen sein. Ich habe den Film am Eröffnungstag auf dem NYFF57 gesehen. Der Film war ursprünglich mit vier Vorstellungen für den 27.09.19 geplant. Aufgrund der riesigen Nachfrage des, in der Weltpremiere gezeigten Films, wurden aber immer mehr Vorstellungen hinzugefügt. Der Film soll ab dem 14.11.19 auch in ein paar ausgewählten deutschen Kinos gezeigt werden und ist dann ab dem 27.11.19 weltweit auf Netflix abrufbar. 

Trailer zu sehen:

 

NYFF57 Opening Afternoon Screening von "The Irishman"
NYFF57 Opening Afternoon Screening von „The Irishman“
NYFF 57, Opening Night, Film: „The Irishman“

Vor unserer 15.45 Uhr-Vorstellung gab es in dem Kino eine Pressevorführung. Während Joe Pesci und Al Pacino nach der PV an den enttäuschten Fans vorbei, in ihre Limousine huschten, gab Robert De Niro den dankbaren Fans bereitwillig Autogramme. 

Joe Pesci auf dem NYFF57 "The Irishman"
Joe Pesci auf dem NYFF57 „The Irishman“
Al Pacino auf dem NYFF57 „The Irishman“
Robert De Niro auf dem NYFF57 „The Irishman“

San Francisco – Film: „Once Upon a Time…in Hollywood – 70mm“

Ich war am 02.08.19 in San Francisco und am 10.08.19 in Los Angeles und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Once Upon a Time…in Hollywood – 70mm“ (dt. Kinostart: 15.08.19)  161 min drama, comedy, thriller  

dir. Quentin Tarantino  cast: Leonardo DiCaprio, Brad Pitt, Margot Robbie, Emile Hirsch, Margaret Qualley, Timothy Olyphant, Dakota Fanning, Bruce Dern, Al Pacino, Austin Butler, Kurt Russell, Zoe Bell, Michael Madsen, Rebecca Gayheart, Luke Perry, Damien Lewis, Lena Dunham, Scoot McNairy, Maya Hawke, Rafal Zawierucha voice: Kurt Russell 

 

Im Februar des Jahres 1969. Der alternde TV-Darsteller Rick Dalton (Leonardo DiCaprio) hadert mit seinem Schicksal. Durch die erfolgreiche TV-Westernserie „Bounty Law“ wurde er berühmt, irgendwann wurde die Serie aber abgesetzt und nun wird er nur noch in kleineren Schurkenrollen für Fernseh-Serien besetzt. Sein Stunt-Double und bester Freund Cliff Booth (Brad Pitt) bekommt aufgrund seines Rufes schon länger keine anderen Stunt-Jobs. Wenn er keine Arbeiten für seinen Freund übernimmt oder ihn hin und her kutschiert, lebt er in den Tag hinein. Und dann ist da noch die aufstrebende Schauspielerin Sharon Tate (Margot Robbie), die erst kürzlich mit ihrem Gatten, dem Star-Regisseur Roman Polanski (Rafal Zawierucha) in Daltons direkte Nachbarschaft gezogen ist… 

 

B (Wertung von A bis F) „Once Upon a Time in Hollywood“ ist der neunte Film des Autors und Filmemachers Quentin Tarantino („Reservoir Dogs“, „Jackie Brown“, Grindhouse Planet Terror/Death Proof, Inglourious Basterds, Django Unchained, The Hateful Eight) 

Wie bewertet man einen Film, bei dem man die ersten zwei Stunden zwar nicht langweilig, aber mit Ausnahme von ein paar Highlights auch nicht wirklich überragend, (zusammenfassend vielleicht irgendwas zwischen B+ und C+) und die letzten 40 Minuten – nach dem Zeitsprung – nahezu perfekt (A bis A-) fand?

Der Filmtitel ist zum einen der Hinweis darauf, dass dieser Film ein Märchen ist (Once Upon a Time…/Es war einmal…) und zum anderen als eine Hommage an einen von Tarantinos Lieblingsregisseuren Sergio Leone (von dem zwei seiner Filme in der amerikanischen Übersetzung „Once Upon a Time in the West“ und „Once Upon a Time in America“ heißen) zu verstehen. 

„Once Upon a Time…in Hollywood“ ist natürlich eine Liebeserklärung an die amerikanische Filmindustrie der vergangenen Tage, die vielen vergessenen TV-Darsteller und die Charaktere, die sie porträtierten, die Schauspieler, die mal beinahe ihren großen Durchbruch in Hollywood hatten, die zahlreichen  Stuntmen, deren Namen die Zuschauer nicht kennen, die vielen TV-Serien und Filme von früher und schließlich ist der Film auch eine Verbeugung an eine (unschuldige) Ära, die langsam zu Ende geht. 

Dabei hat der gesamte Film keine wirkliche Handlung. In den ersten beiden Stunden passiert relativ wenig, man hängt einfach entspannt mit Leonardo DiCaprios Rick Dalton, Brad Pitts Cliff Booth und auch etwas mit Margot Robbies Sharon Tate rum. Dabei liegt der Fokus auf den ehemaligen Fernsehstar Rick Dalton. Der ist ein, in die Jahre gekommene Schauspieler, plagt sich schon länger mit Selbstzweifeln und wird nur noch in Gast- und Nebenrollen in TV-Serien besetzt. Gerade dreht er eine TV-Western-Serie. In besseren Zeiten hatte er sich ein Haus in den Hills gekauft, kürzlich ist der „Rosemary´s Baby“-Regisseur Roman Polanski und seine Frau, die aufstrebende Schauspielerin Sharon Tate, in seine direkte Nachbarschaft gezogen. Sein bester Freund Cliff Booth war jahrelang sein Stunt-Double, kann aber aufgrund seines Rufes (und einer ungeklärten Sache aus seiner Vergangenheit – Hat er oder hat er nicht? Natalie Woods Schicksal und das eventuelle Zutun von Schauspieler Robert Wagner kommt einen in Erinnerung) als Stuntman in der Filmbranche nicht mehr richtig Fuß fassen. Im Gegensatz zu seinem Kumpel Rick Dalton nimmt Cliff Booth sein Schicksal allerdings gelassen. Wenn er seinen Freund nicht durch die Gegend kutschiert oder andere Aufgaben für ihn erledigt, lässt er sich einfach treiben. Wenn man Sympathie für diese beiden Hauptfiguren aufbringen und/oder die mit viel Liebe zum Detail inszenierten ersten zwei Stunden wertschätzen kann, wird einem auch nicht langweilig. Auch kann man beispielsweise mal darauf achten, wie oft Fußfetischist Quentin Tarantino hier (dreckige) Füße in Szene setzt. 

Zugegebenermassen bin ich aber dennoch etwas ratlos aus dem Film gekommen, vielleicht hatte ich mir einfach etwas anderes vorgestellt. Tarantinos letzten Film, The Hateful Eight , hatte ich relativ schnell ins Herz geschlossen, vielleicht muss ich diesen noch länger sacken lassen, definitiv nochmal im Kino schauen (ein Update erfolgt dann). Die ersten zwei Stunden beinhalten einige großartige Szenen (in den meisten ist Leo involviert). Tarantino hat seinen Film mit erkennbar viel Leidenschaft, aber auch Leichtigkeit inszeniert und versetzt einen in dieses spezielle Los Angeles. Vielleicht haben mir einfach seine geniale Dialoge gefehlt. Alles nach dem Zeitsprung wirkte auf mich schon fast wie ein eigener Film, den ich in dieser Form vielleicht sogar lieber gesehen hätte. Aber was soll´s, Quentin Tarantino hat diesen Film wohl vordergründig für sich selbst und als Verbeugung für das fast schon vergessene (TV-)Hollywood dieser Zeit gemacht.

Leonardo DiCaprio und Brad Pitt zusammen in einem Film zu sehen, ist ein großes Plus. Man fragt sich unweigerlich, warum Tarantino erst kommen muss, der diese beiden Superstars gemeinsam in einem Film besetzt. Ich war nie ein großer Freund von Brad Pitt, im fortgeschrittenen Alter gefällt er mir optisch, aber auch schauspielerisch wesentlich besser. Mit der richtigen Rolle – wie hier – kann er sogar richtig überzeugen. Ich habe ihn selten so cool gesehen. Leonardo DiCaprio, der hier einen stotternden, unsicheren zweitklassigen TV-Darsteller gibt, hat auch mindestens zwei Oscar-Szenen (einmal bei Dreharbeiten mit Timothy Olyphant und dann als er in seinen Trailer zurückkehrt). 

„Once Upon a Time in Hollywood“ ist bis in die kleinsten Rollen prominent besetzt. Außerdem spielen hier auffällig viele Töchter von bekannten Schauspielern bzw. Regisseuren mit: Maya Hawke (Tochter von Uma Thurman und Ethan Hawke), Harley Quinn Smith (Tochter von Filmemacher Kevin Smith), Rumer Willis (Tochter von Demi Moore und Bruce Willis) und Margaret Qualley (Tochter von Andie McDowell, die aber mittlerweile schon selbst durch die TV-Serien „The Leftovers“ und Fosse/Verdon eine gewisse Bekanntheit hat) 

Der Soundtrack ist – wie üblich – superb und selbstverständlich bereits gekauft (ich liebe besonders die Versionen von „California Dreamin´“ und von „You Keep Me Hangin´On“).

Bekanntermassen ist noch vor Beginn der Dreharbeiten zu „The Hateful Eight“ das Drehbuch zu selbigen Film im Internet aufgetaucht. Quentin Tarantino hatte das damals extrem wütend gemacht. Von „Once Upon a Time in Hollywood“ gab es nun nur ein fertiges Skript, das – so wurde berichtet – nur der Produzent des Films, David Heyman, und die beiden Stars Leonardo DiCaprio und Brad Pitt im Ganzen zu lesen bekamen…und das auch nur bei dem Starregisseur zu Hause.  

Update nach meinem zweiten Kinobesuch

B+ (Wertung von A bis F) Ziemlich genau eine Woche nachdem ich den Film das erste Mal geschaut habe, habe ich ihn mir an einem Samstagabend in Dolby Vision in einem normalen Kinocenter in Los Angeles ein weiteres Mal angeschaut. Zuvor habe mir noch den großartig recherchierten Podcast „You Must Remember This“ (Folge 44 – 52) angehört. Darin geht es um Charles Manson´s Hollywood und – u.a. was für diesen Film besonders interessant ist –  was Doris Days Sohn Terry Melcher und die Spahn Movie Ranch für eine Rolle spielt. Außerdem versetzen einen diese Podcast-Folgen in die perfekte Stimmung für einen Film, der Ende der 1960er Jahre in L.A. spielt. 

Bei der Zweitsichtung lag mein Augenmerk noch mehr auf Kostüme, Ausstattung, Regie und Schnitt. Alle Szenen, in denen Leonardo DiCaprio in einem Film, einer TV-Serie, einer Sendung oder einer Werbung zu sehen ist, die während der Dreharbeiten und der Drehpausen spielen, finde ich perfekt. Es hat mir dieses Mal auch nicht zu lange gedauert bis es auf die Spahn-Ranch geht. Genau diese Sequenz hat mir dieses Mal sogar noch einen Tick besser gefallen, allein von der Inszenierung (auch mit dem musikalischen Ausklang). Ich wünschte Tarantino hätte die meisten Szenen mit Margot Robbies Sharon Tate rausgeschnitten, für die Erzählung sind sie unnötig und ich fand sie bei meiner Zweitsichtung sogar nervig. Letztlich fand ich den Film bei der zweiten Sichtung etwas besser, habe dem Zeitsprung entgegengefiebert und bleibe dabei, lieber hätte ich einen Film im Stil des dritten Aktes gesehen. In diesem gab es von den Angelenos sogar ein Mal Szenenapplaus und auch wurde in meiner ausverkauften Vorstellung zum Schluss applaudiert. 

„Once Upon a Time in Hollywood“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. für Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Leonardo DiCaprio), Bester Nebendarsteller (Brad Pitt), Bestes Originaldrehbuch Update: „Once Upon a Time in Hollywood“ wurde für 10 Oscars nominiert (Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Leonardo DiCaprio), Bester Nebendarsteller (Brad Pitt), Bestes Originaldrehbuch, Beste Kamera, Bestes Kostümdesign, Bestes Szenenbild, Bester Ton und Bester Tonschnitt) Update: „Once Upon a Time in Hollywood“ hat zwei Oscars (Bester Nebendarsteller, Brad Pitt und Bestes Szenenbild) gewonnen. 

„Once Upon a Time in Hollywood“ wurde erstmalig auf dem Cannes Film Festival 2019 gezeigt. Der Film ist am 26.07.19 in 3,659 amerikanischen Kinos gestartet. Quentin Tarantino ist einer der wenigen Regisseure, der noch auf analogem Film dreht. Im Gegensatz zu Tarantinos letztem Werk „The Hateful Eight“ wurde dieser Film auf 35mm gedreht, Kameramann Robert Richardson hat erklärt, dass bei diesem Film die 70mm-Fassung das Budget gesprengt hätte. Es gibt nur wenige (fünf) Kinos in den U.S.A. die „Once Upon a Time in Hollywood“ im Großformat auf die Leinwand bringen. Das Alamo Drafthouse New Mission in San Francisco hat die erforderliche Projektionstechnik für das Cinemascope-Breitbild. Ich habe mich für dieses besondere Kinoerlebnis entschieden und dafür auch einen etwas längeren Anfahrtsweg in Kauf genommen. In meiner gut besuchten 11.00-Uhr-Vorstellung gab es zum Filmende Applaus. Es gibt noch eine Szene während des Abspanns.  

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „A Beautiful Day in the Neighborhood„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Marielle Hellers neuer Film über Fred Rogers mit Tom Hanks als selbiger.

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Queen & Slim„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Drama/Thriller mit Daniel Kaluuya 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 90%


Trailer v. Film: „Knives Out„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Rian Johnsons neuer Film: Willkommen zurück in der Indie-Welt. Mit Daniel Craig, Jamie Lee Curtis, Don Johnson, Toni Collette, Lakeith Stanfield, Christopher Plummer und Michael Shannon

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Jojo Rabbit„

Bewertung des Teasers: A-

Kommentar: Taika Waititis neuer Film, Nazi-Satire mit Thomasin McKenzie, Sam Rockwell, Scarlett Johansson

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: versteht sich von selbst 


Trailer v. Film: „Joker„

Bewertung des Trailers: A

Kommentar: Klasse Trailer, Mega-Joaquin, trotzdem habe ich etwas Bauchweh, vielleicht wegen dem Regisseur (Todd Phillips), aber er läuft auf den Herbst-Festivals, also kann er doch gar nicht schlecht sein, oder? 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 

Ein Blick in das Foyer des Alamo Drafthouse Kinos in Frisco
…mit einer eigenen Video – und
und Musikabteilung (zusätzlich gibt es cooles Merchandise)

 

Trailer, die am 10.08.19 gespielt wurden:

Trailer v. Film: „Hustlers„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Ich dachte erst, dass wäre die Neuverfilmung von „Showgirls“. Film mit J.Lo und anderen

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht


Trailer v. Film: „Gemini Man„

Bewertung des Trailers: B 

Kommentar: Sci-Fi-Actionthriller mit Will Smith. Neuer Film von Ang Lee, der leider schon länger keinen richtig guten Film präsentiert hat.

Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: wahrscheinlich schon 


Trailer v. Film: „Knives Out„

Bewertung des Trailers: A- (neuer Trailer) 

Kommentar: Rian Johnsons neuer Film: Willkommen zurück in der Indie-Welt. Mit Daniel Craig, Jamie Lee Curtis, Don Johnson, Toni Collette, Lakeith Stanfield, Christopher Plummer und Michael Shannon

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „A Beautiful Day in the Neighborhood„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Marielle Hellers neuer Film über Fred Rogers mit Tom Hanks als selbiger.

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Queen & Slim„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Drama/Thriller mit Daniel Kaluuya 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 90%


Trailer v. Film: „Joker„

Bewertung des Trailers: A

Kommentar: Klasse Trailer, Mega-Joaquin, trotzdem habe ich etwas Bauchweh, vielleicht wegen dem Regisseur (Todd Phillips), aber er läuft auf den Herbst-Festivals, also kann er doch gar nicht schlecht sein, oder? 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Ad Astra„

Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer) 

Kommentar: James Grays neuer Film. Sci-Fi mit Brad Pitt, Tommy Lee Jones, Donald Sutherland 

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Charlie´s Angels„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: War das nötig? Dritter Film, dieses Mal führt Elizabeth Banks Regie mit Kristen Stewart

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich weiß nicht


Trailer v. Film: „Good Boys„

Bewertung des Trailers: B (neuer Redband Trailer)

Kommentar: Komödie mit Jacob Tremblay 

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 80%

DVD – Film: „Dog Day Afternoon“

Folgenden Film habe ich mir auf DVD angeschaut:

„Dog Day Afternoon“ (dt. Titel: „Hundstage“) 125 min drama
dir. Sidney Lumet cast: Al Pacino, John Cazale, James Broderick, Charles Durning, Chris Sarandon, Gary Springer

Sonny Wortzik (Al Pacino) und seine Freunde Sal Naturale (John Cazale) und Stevie (Gary Springer) planen, eine Bank in Brooklyn zu überfallen. Stevie springt aber noch in letzter Minute ab. Alle Bankangestellten merken schnell, dass sie es hier mit absoluten Amateuren zutun haben. Irgendwie läuft alles schief und die Bank ist bald umstellt. Die beiden Bankräuber verschanzen sich mit ihren Waffen und den Geiseln in der Bank. Vor der Bank bahnt sich ein Massenspektakel an. Reporter und Anwohner versammeln sich vor der Bank und feiern die Bankräuber. Für die Polizei gerät das Ganze zunehmend außer Kontrolle. Sie versuchen, mit Sonny zu verhandeln. Der Bankräuber verlangt, dass seine Frau Leon zur der Bank gebracht wird. Nur ist Leon (Chris Sarandon) keine Frau, sondern Sonnys transsexueller Geliebter.

A- (Wertung von A bis F) Sidney Lumets Film „Dog Day Afternoon“ beruht auf einer wahren Geschichte. Die Namen der Filmfiguren wurden geändert. Ich hatte mir zunächst die Dokumentation „The Dog“ über John Wojtowiczs Leben und diese abstruse Bankraub-Geschichte angeschaut. John Wojtowicz hat die Bank überfallen, um mit dem Geld die Geschlechtsumwandlung seines transsexuellen Liebhabers zu bezahlen.

Der Film ist aus dem Jahr 1975. In meinen Augen ist „Dog Day Afternoon“ einer der besten (Banküberfall-)Filme überhaupt. Auch wenn ich durch die Doku das ganze Hintergrundwissen hatte, fand ich das Geschehen sehr faszinierend, spannend, aber auch witzig. Selbstverständlich gab es ein Drehbuch für den Film (das hat sogar den Oscar gewonnen), vieles wurde aber improvisiert. Das kommt dem Film sehr zugute, weil dieser Banküberfall auch völlig planlos über die Bühne ging. Mir gefiel besonders, dass der Film ohne Filmmusik auskommt.

Al Pacino war zu „Dog Day Afternoon“ gerade 35 Jahre alt und hat hierfür bereits seine vierte Oscar-Nominierung erhalten. Al Pacino gibt eine grandiose Performance, so natürlich und fern von seinem immer leicht zur Übertreibung neigenden Spiel heutzutage. Beinahe noch besser als Al Pacino hat mir John Cazale gefallen. Der Schauspieler ist leider bereits im Alter von 42 Jahren gestorben. In seinem viel zu kurzen Leben hat er in nur fünf, bzw. sechs (in „The Godfather III“ wurde Archivmaterial von ihm verwendet) Spielfilmen gespielt. ALLE Filme wurden für den Oscar als Bester Film nominiert.

„Dog Day Afternoon“ war für sechs Oscars (Bester Film, Bester Regisseur, Bester Hauptdarsteller (Al Pacino), Bester Nebendarsteller (Chris Sarandon), Bester Schnitt und Bestes Originaldrehbuch) nominiert. Gewonnen hat der Film letztlich nur Bestes Originaldrehbuch.

Trailer zu sehen:

Boston – Film: "Danny Collins"

Ich war am 4.4.15 in Boston und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Danny Collins“ 106 min comedy, drama
dir. Dan Fogelman cast: Al Pacino, Annette Bening, Christopher Plummer, Bobby Cannavale, Jennifer Garner

Danny Collins (Al Pacino) war in den 1970er Jahren ein berühmter Rockstar – mit allem was dazu gehört. Er hat zwar immer noch eine große Fangemeinde, aber er tourt halt nur mit seinen alten Hits. Seit 30 Jahren hat er keinen Song mehr geschrieben. Sein Manager Frank Grubman (Christopher Plummer) schenkt ihm zu seinem Geburtstag einen an ihn gerichteten handgeschriebenen Brief von John Lennon. Der Brief wurde im Jahr 1971 geschrieben und sollte den damals jungen Sänger und Songschreiber ermuntern, sich selbst treu zu bleiben. Für Danny Collins ist der Brief jetzt der Auslöser, sein Leben zu ändern. Er storniert seine Tournee, nistet sich in einem Hotel in New Jersey ein, flirtet mit der Hotelmanagerin Mary (Annette Bening) und versucht das erste Mal in seinem Leben, seinen leiblichen Sohn Tom (Bobby Cannavale) zu kontaktieren.

B (Wertung von A bis F) „Danny Collins“ wurde von einer wahren Geschichte inspiriert. Der Filmemacher hat es zu Beginn des Films origineller ausgedrückt: „The Following is kind of based on a true story a little bit“. Zum Schluss des Films kommt der britische Sänger Steve Tilston zu Wort, der tatsächlich erst im Jahr 2005 den an ihn gerichteten Brief von John Lennon erhalten hat. Danny Collins ist das Regiedebüt von Drehbuchautor Dan Fogelman (Crazy, Stupid, Love, „The Guilt Trip“, „Last Vegas“)

Die Story ist natürlich nicht außergewöhnlich. Eigentlich weiss man von Beginn an wie sie endet. Auch kamen mir weite Teile des Films wie ein Werbetrailer für Hilton Hotels vor. Wenn der Film in der Oscar-Saison gestartet wäre, wäre ich viel kritischer an ihn rangegangen. So aber, für einen März/April-Film fand ich ihn sehenswert. Ich konnte komplett in die Geschichte eintauchen, mochte die Dialoge, die meisten Charaktere und Performances.

Al Pacino neigt zum Overvacting. Das ist bekannt, also muss er sich in seinem Schauspiel entweder extrem zurücknehmen oder die Filmemacher müssen sich das zu Nutzen machen, in dem sie als ihn Exzentriker wie beispielsweise in Phil Spector  besetzen. In „Danny Collins“ hält sich Al Pacino zurück.

Entweder ich bin total verknallt in Bobby Cannavale (Blue Jasmine ) oder er mutiert langsam zu einem meiner Lieblingsschauspieler. Anders kann ich es mir nicht erklären, dass – immer wenn er auftritt – mein Herz schneller zu schlagen beginnt. Ich beobachte ihn jetzt schon eine Weile, mag seine Präsenz und das es ihm immer gelingt, hinter seiner jeweiligen Figur zu verschwinden.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Desert Dancer“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Film spielt im Iran. Ich habe keinerlei Interesse an Tanzfilmen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „I´ll See You in My Dreams“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Tragikomödie mit Blythe Danner und Sam Elliott
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Aloha“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Cameron Crowes neuer Film mit Bradley Cooper, Emma Stone, Alec Baldwin, Bill Murray
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Trainwreck“
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Judd Apatows neuer Film. Ich habe den gesamten Trailer nur gedacht, was das bloss für eine grauenvolle Frau ist. Amy Schumer – gar nicht mein Fall. Da sie scheinbar die Hauptrolle spielt, weiss ich noch nicht, ob ich den Film gucke.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „The Water Diviner“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Russell Crowes Regiedebüt. Er spielt natürlich auch die Hauptrolle. Der Film wurde von der Australischen Academy mit einigen Preisen (u.a. Bester Film) ausgezeichnet. Dieses historische Drama interessiert mich eigentlich nicht sonderlich.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „While We´re Young“
Bewertung des Trailers: B- (neuer Trailer)
Kommentar: Noah Baumbachs neuer Film mit Ben Stiller, Naomi Watts und Adam Driver. Ich habe ihn bereits auf dem NYFF 2014 gesehen habe. Ich habe den Film besser in Erinnerung als dieser Trailer es prophezeit. Film läuft auch bereits schon in einem Nachbarsaal.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits gesehen.

HBO-Films: "Phil Spector"

Folgenden HBO-Film habe ich mir angeschaut:

„Phil Spector“ 91 min drama
dir. David Mamet cast: Al Pacino, Helen Mirren, Chiwetel Ejiofor, Jeffrey Tambor,

Staranwalt Bruce Cutler (Jeffrey Tambor) ist beruflich verhindert und lässt die Anwältin Linda Kenney Baden (Helen Mirren) einfliegen. Sie soll sich mit der Verteidigung des legendären Plattenproduzenten Phil Spector (Al Pacino) beschäftigen. Phil Spector ist angeklagt, die Schauspielerin Lana Clarkson erschossen zu haben. Gegen die Bezahlung von einer Million Dollar Kaution ist Phil Spector auf freiem Fuß. Linda ist alles als begeistert, den Fall zu übernehmen. Sie hält ihn zunächst für schuldig. Sie trifft auf eine Persönlichkeit, die ihr so bislang noch nicht begegnet ist. Ganz sicher hat er nicht alle beisammen, aber hat er die Schauspielerin auch getötet?

B+ (Wertung von A bis F) Der HBO-Film „Phil Spector“ konzentriert sich auf die Zeit des ersten Mordprozesses des exzentrischen Musikproduzenten und Multimillionärs Phil Spector. Es ist eine fiktionale Erzählung.

Die Fakten: Auf Phil Spectors Anwesen ist am 3.2. 2003 die Schauspielerin Lana Clarkson durch einen Schuss zu Tode gekommen. Der legendäre Musikproduzent will mit ihrem Tod nichts zu tun gehabt haben. Selbstmord soll sie begangen haben. Phil Spector wird angeklagt, bleibt aber nach Zahlung einer Millionenkaution auf freiem Fuß. Der erste Mordprozess platzt, da sich die Geschworenen nicht auf ein einstimmiges Urteil einigen konnten. Im zweiten Mordprozess, am 13.04.2009, wurde Phil Spector wegen Mordes schuldig gesprochen. Er ist zu einer Haftstrafe von 19 Jahren bis zu lebenslang verurteilt worden und sitzt in einem kalifornischen Gefängnis.

Der erste Mordprozess erregte in den U.S.A. seinerzeit großes Aufsehen.

Ich liebe Biopics, ich wünschte Phil Spector wäre ein Biopic. Gezeigt wird Phil Spector als ein Musik-Genie mit längst verblasstem Ruhm, dem der jahrelange Konsum von Alkohol, Drogen und Psychopharmaka stark zugesetzt hat. Ein Exzentriker, der zu verbalen Ausbrüchen neigt, aber auch ein tattriger, alter Mann. Ein Waffennarr mit großer Vorliebe zu seltsamen Perücken. Diese Rolle ist Al Pacino praktisch auf den Leib geschrieben.

Aber auch Helen Mirren ist sehr überzeugend als Phil Spectors Verteidigerin. Man sieht die Neugierde mit der sie Phil Spector begegnet, weiß immer was sie denkt. Es gibt eine großartige Szene. (Sie dachte ihrem Klienten klar gemacht zu haben, dass er vor Gericht einen guten Eindruck machen muss und sie erblickt ihn dann an dem so wichtigen Tag.)

Der HBO-Film gefiel mir hauptsächlich durch die grandiosen Performances von Al Pacino und Helen Mirren. Auch mag ich die theatrische Erzählweise Mamets. Warum sich der Bühnen- und Filmregisseur David Mamet (House of Games, The Spanish Prisoner) aber ausgerechnet diesen sehr kurzen Zeitraum in Phil Spectors Leben ausgesucht hat und was er dem Zuschauer suggerieren will, lässt einige Fragen aufkommen.

Ich bin sicher, dass dieser Fernsehfilm, insbesondere die Performances von Al Pacino und Helen Mirren noch bei der Emmy-Verleihung im Herbst eine Rolle spielen werden. Update: Am 18.07.13 wurde der Film „Phil Spector“ in der Kategorie Outstanding Miniseries or Movie für einen Emmy-Award nominiert. Über eine Nominierung können sich auch Al Pacino als Bester Hauptdarsteller (in einer Miniserie/Movie)) und Helen Mirren als Beste Hauptdarstellerin (in einer Miniserie/Movie) freuen. Das ist der wichtigste Fernseh-Preis.

Trailer zu sehen:

HBO-Films: "You Don´t Know Jack"

Folgenden HBO-Film habe ich mir auf DVD angeschaut:

„You Don´t Know Jack“ 134 min drama, biopic
dir. Barry Levinson cast: Al Pacino, Danny Huston, Susan Sarandon, John Goodman, Brenda Vaccaro

Dr. Jack Kevorkian (Al Pacino) ist Pathologe. Der amerikanischen Öffentlichkeit aber hauptsächlich daher bekannt, weil er sich für Sterbehilfe eingesetzt hat. Dr. Kevorkian hat zwischen den Jahren 1990 und 1998 bei mindestens 130 unheilbar kranken Patienten Sterbehilfe geleistet hat. Nachdem er einem Mann vor laufender Kamera geholfen hat, sich selbst zu töten und dieses Video bei der CBS-Sendung „60 Minutes“ ausgestrahlt wurde, wurde wegen Mordes angeklagt und verurteilt.

B- (Wertung von A bis F) Also mit Al Pacino macht man schon was mit. Früher war er grandios und einer meiner Lieblingsschauspieler, dann fand ich ihn oftmals überschätzt, zu eitel und zu angestrengt in seinem Schauspiel. Vor einigen Jahren habe ich ihn dann am Broadway in Oscar Wilde´s „Salome“ gesehen und fand ihn in der Rolle des King Herod wieder großartig (wobei mich Marisa Tomei noch mehr umgehauen hat), dann spielt er aber wieder in so Hollywood-Abfall-Produktionen wie „88 Minutes“ und „Righteous Kill“ mit und man muss sich über die Filme und ihn ärgern. Nach „Angels in America“ spielt er nun hier in seiner zweiten HBO-Produktion. In „You Don´t Know Jack“ verschwindet der Schauspieler Al Pacino komplett und erscheint als Dr. Kevorkian wieder. Damit liefert er eine seiner besten Arbeiten seiner Karriere ab. Zu Recht hat er für diese Rolle seinen zweiten Fernseh-Oscar EMMY gewonnen. Gestern Abend hat er dann auch für diese Rolle einen Golden Globe gewonnen.

Ich kann mich noch sehr gut an die damaligen Diskussionen über „Dr. Death“ erinnern. Um so interessierter war ich, wie diese Produktion mit dem Thema umgeht. Dankenswerterweise zeigt sie hauptsächlich Fakten und versucht einen nicht, in seiner Meinung über das sensible Thema Sterbehilfe zu beeinflussen. Wie immer, ist auch dieser HBO-Film qualitativ hochwertig.

Trailer zu sehen:

http://www.youtube.com/watch?v=Uoe8nZDLuLY&NR=1

DVD – "Angels in America"

Ich habe mir folgenden HBO-Mehrteiler ein zweites Mal angeschaut:

„Angels in America“ (dt. Titel „Engel in Amerika“) 352 min drama, fantasy, adaptation
dir. Mike Nichols cast: Al Pacino, Meryl Streep, Patrick Wilson, Emma Thompson, Jeffrey Wright, Mary-Louise Parker, Justin Kirk, Ben Shenkman, James Cromwell

New York, 1985

Roy Cohn (Al Pacino) ist ein sehr erfolgreicher, aber ebenso gewissenloser Staranwalt. Er verkehrt u.a. in den höchsten Politikerkreisen. Dabei ahnt niemand, dass er Sex mit Männern hat. Jetzt teilt ihm sein Vertrauensarzt (James Cromwell) mit, dass er an AIDS erkrankt ist und nicht mehr lange zu leben hat. Da AIDS in den 80er Jahren noch als „Schwulenkrankheit“ galt, Roy selbst aber Schwule hasst, bleibt er weiterhin bei seiner Lebenslüge…

Joe (Patrick Wilson) arbeitet als Anwalt für den „grossen“ Roy Cohn (Al Pacino), ist selbst auch Republikaner, gläubiger Mormone, mit Harper (Mary-Louise Parker) verheiratet und will sich nicht eingestehen, schwul zu sein. Als er auf Louis (Ben Shenkman) trifft, beginnt er langsam aus seinem bisherigen Leben herauszutreten…

Prior (Justin Kirk) ist seit mehr als vier Jahren glücklich mit seiner grossen Liebe Louis (Ben Shenkman) zusammen. Als bei Prior AIDS ausbricht, wird Louis mit dieser Situation nicht fertig und verlässt, schweren Herzens, seinen geliebten Freund…

Hannah (Meryl Streep) ist die Mutter von Joe (Patrick Wilson) und selbst strenggläubiger Mormone. Als Joe ihr am Telefon offenbart, schwul zu sein, fährt sie umgehend vom fernen Utah nach New York City…

Belize (Jeffrey Wright) ist mit Prior (Justin Kirk) und Louis (Ben Shenkman) befreundet und trifft, in der Ausübung seiner Profession als Krankenpfleger, auf Roy Cohn (Al Pacino)…

Harper (Mary-Louise Parker) ist mit ihrem Eheman Joe (Patrick Wilson) nach New York gezogen. Die unglückliche Ehe hat sie psychisch krank gemacht und in ihrem tiefsten Inneren ahnt sie, dass ihr Ehepartner homosexuell ist…

Emily (Emma Thompson) arbeitet als Krankenschwester und lernt dadurch Prior (Justin Kirk) kennen…

B+ (Wertung von A bis F) Der HBO-Mehrteiler ist die Adaption des gleichnamigen Theaterstücks von Tony Krushner. Tony Krushner hat zahlreiche Preise dafür erhalten, u.a. den Pulitzer Preis. Der Regisseur Mike Nichols, der grossartige Filme wie „The Graduate“ und „Heartburn“ auf die Kinoleinwand brachte, hat „Angels in America“ für das Fernsehen inszeniert. Dabei hat er ausnahmslos alle Schauspieler perfekt gecastet und in Szene gesetzt. Unterteilt in sechs Kapiteln gestaltet Nichols dieses Drama über AIDS und Homosexualität in den 80er Jahren in New York visuell sehr fantasievoll. Ich habe es nicht so mit Glauben und Esoterik und hatte bei einigen, wenigen Momenten meine Probleme mit dem Film. Da der Film jedoch nicht missionarisch arbeitet, mir die Funktion der Engel irgendwie gefallen hat und Dank des wunderbar zynischen Drehbuches und der Charaktere ist hier ein beinahe perfekter Film (Mehrteiler) entstanden. Die übertriebene Inszenierung und Darbietung von Emma Thompson als Engel war für mich der ausschlaggebene Punkt, dass es halt nicht ein genialer Mehrteiler wurde.

In „Angels in America“ geht es um AIDS, Homosexualität, Vorurteile, Moral, Glauben, Gewissen, Rassismus, Trauer, Schuld, Einsamkeit, Träume, Liebe , Tod und natürlich Engel…

Im Jahr 2003 wurde „Angels in America“ mit allen wichtigen Preisen (u.a. GOLDEN GLOBE und EMMY) ausgezeichnet. Zusätzlich haben die Schauspieler Al Pacino, Meryl Streep, Jeffrey Wright und Mary-Louise Parker entsprechende Preise gewonnen.

Zu den Schauspielern:

Al Pacino („Scarface“, „The Godfather-Trilogy“, „The Insider“) hat mich in letzter Zeit öfter durch sein übertriebenes Schauspiel enttäuscht. Dennoch habe ich viele seiner Filme gesehen und bin sogar 2005 seinetwegen nach NYC geflogen, um ihn am Broadway in Oscar Wildes „Salome“ zu bewundern. In „Angels in America“ gibt er eine seiner besten Performances. Wenn man ihn mag, muss man ihn in dieser Rolle gesehen haben.

Meryl Streep zählt erst seit einigen Jahren zu meinen Lieblingsschauspielerinnen, was mich in die (nicht unglückliche) Lage versetzt, jetzt viele ihrer früheren Werke zu sehen. Meryl wurde bereits 14x für den OSCAR nominiert, hat ihn allerdings bisher nur 2x erhalten („Kramer vs. Kramer“, „Sophie´s Choice“). Sie ist unglaublich wandelbar, authentisch und „lebt“ tatsächlich immer ihre jeweiligen Rolle, so auch hier. Sie ist hier in vier verschiedenen Rollen zu sehen, wenn man es nicht weiss, erkennt man sie als Rabbi zu Beginn des Mehrteilers nicht. Es macht immer Spass, ihr zuzuschauen.

Patrick Wilson („Little Children“, „Hard Candy“) Seinetwegen habe ich mir gerade „Angels in America“ noch einmal angeschaut. Damals kannte ich ihn noch nicht. Hier wirkt der Theaterschauspieler noch sehr jung, wächst aber mit seinen Aufgaben und zum Schluss konnte er beinahe aus dem Schatten der anderen Über-Schauspieler heraustreten.

Jeffrey Wright (war in Julian Schnabels „Basquiat“ zu sehen) ist hier wunderbar als zynischer Krankenpfleger. Demnächst ist er in dem neuen James Bond „Quantum of Solace“ zu sehen.

Mary-Louise Parker („Fried Green Tomatoes“) ist gerade in der amerikanischen Serie „Weeds“ zu sehen und gibt hier eine überragende Leistung.

Justin Kirk ist ebenfalls in der amerikanischen Serie „Weeds“ zu sehen und zeigt hier zusammen mit Ben Shenkman (aus einem meiner Lieblingsfilme „Requiem for a Dream“) eine glaubwürdige Liebesgeschichte.

Emma Thompson fand ich ihn dem Weihnachts-Liebesfilm „Love Actually“ noch grossartig, hier war sie gut.

Dieser Mehrteiler lief bereits mindestens ein Mal im Fernsehen.

Trailer zu sehen: