Denver – Film: „Vice“

Ich war am 28.12.18 in Denver und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Vice“  (dt. Filmtitel: „Vice – Der zweite Mann“, dt. Kinostart: 21.02.19)  132 min  biopic

dir. Adam McKay  cast: Christian Bale, Amy Adams, Steve Carell, Sam Rockwell, Tyler Perry, Alison Pill, Lily Rabe, Shea Whigman, Eddie Marsan, Bill Pullman, Bill Camp, Alfred Molina, Jesse Plemons  voice: Jesse Plemons 

 

„Vice“ ist ein Porträt eines der mächtigsten und zugleich am meisten gehassten Politikern der Vereinigten Staaten: Dick Cheney.

 

 

D+ (Wertung von A bis F) „Vice“ ist der neue Film des amerikanischen Autors und Filmemachers Adam McKay („Anchorman: The Legend of Ron Burgundy“, Step Brothers , The Big Short). Sein Biopic über den ehemaligen US-Vize-Präsidenten Dick Cheney eröffnet er mit folgenden Worten: “The following is a true story. Or as true as it can be, given that Dick Cheney is known as one of the most secretive leaders in recent history. We tried our fucking best.”

Es kommt natürlich immer auch auf die Erwartungshaltung an. Nach dem äußerst gelungenen „The Big Short“ war McKays Nachfolgefilm einer der 2018er-Filme, auf die ich mich am meisten gefreut habe. Jetzt ist es meine größte filmische Enttäuschung des vergangenen Jahres. 

Adam McKay wollte unbedingt einen Film über Dick Cheney machen, warum, bzw. was er mit seinem Werk bezweckt und welche Zielgruppe der Film ansprechen soll, bleibt sein Geheimnis. Zunächst einmal hätte der Film während der Obama-Administration herauskommen müssen, jetzt mit Donald Trump im Weißen Haus, will man sich gerade nicht wirklich nochmal mit Dick Cheney beschäftigen. Dick Cheney ist sicher an vielem schuld (er hat den damaligen U.S. Präsidenten George W. Bush als Marionette mißbraucht, das amerikanische Volk und die Welt hinsichtlich Massenvernichtungswaffen im Irak belogen, aus wirtschaftlichen Interessen einen Angriffskrieg gegen den Irak geführt, ohne den wir heute sicher nicht so eine Instabilität in der arabischen Region hätten, etc. ), den Klimawandel und die Wahl von Donald Trump würde ich ihm nicht in die Schuhe schieben. Was hat aber Dick Cheney angetrieben, was hat ihn ausgemacht, was war seine Motivation? Diese Fragen versucht Adam McKay nicht zu ergründen. Das wäre aber die Aufgabe einer filmischen Biografie, auch wenn sie mehr satirischer Natur ist. 

Diejenigen, die Cheneys Vizepräsidentschaft unter Bush Jr. nicht selbst miterlebt haben, nehmen durch diesen Film vielleicht ein paar oberflächliche Fakten mit. Aufschlussreicher gegliedert können sie die aber Cheneys Wikipedia-Seite entnehmen. Als Unterstützung in Spielfilmform kann ich Oliver Stones Biopic W. empfehlen. Wieso der verheerende Terroranschlag vom 11. September 2001 von den amerikanischen Geheimdienstlern nicht verhindert wurde, erklärt die brillante TV-Serie The Looming Tower. Warum die CIA-Agentin Valerie Plame von der Bush-Adminstration enttarnt wurde (was auch kurz in „Vice“ zur Sprache kommt) kann man durch Doug Limans Film Fair Game erfahren. 

„Vice“ ist ein Paradebeispiel dafür, dass man nicht jedem Regisseur bei der Fertigstellung seines Films freie Hand lassen sollte. Warum haben hier die Produzenten, die Geldgeber, diesen überladenen Film so abgenommen und nicht darauf gedrängt, dass er zurück in den Schneideraum geht, um das Chaos etwas zu strukturieren? 

McKays Inszenierung ist nämlich eine unstrukturierte, gar wirre, teils schnell geschnittene Zusammenstellung von kreativen und nicht so kreativen Ideen, Montagen von historischen Fakten und biografischen Punkten in Cheneys Lebenslauf, vielen Zeitsprüngen, Metaphern, schockierenden Fotos, Rückblenden, Originalaufnahmen, einem Dialog in Shakespeare-Form, einem Abspann inmitten des Films (hat Adam McKay Gaspar Noés Climax gesehen?). einer ähnlich wirksamen Szene, wie Margot Robbies-Badewannen-Monolog in „The Big Short“, einer vierten Wand-Szene, einem Rätsel, was es wohl mit dem Erzähler (Jesse Plemons, der auch 10x im Film auftaucht) auf sich hat, vielen plakativen Worten, einer Szene während des Abspanns, usw, usw. Dabei merkt man der Inszenierung an, dass sie smart, cool und witzig sein sollte. Clevere Filme müssen aber nicht nochmal erklären, was man gerade sowieso auf der Leinwand gesehen hat und auch versehen sie nicht jede bekannte Persönlichkeit mit einer Untertitelung. 

Es ist nicht so, dass ich „Vice“ von vorne bis hinten hasse. Immer wieder gibt es Szenen die ich mag (Im Krankenhaus mit Dick und Lynne Cheney und ihrer Tochter, Stabchef Scoott Libbys „Verteilung“ der Posten, die Szene während des Nachspanns). Die Alfred Molina-Szene ist für mich die beste des gesamten Films, aber ansonsten bleibt mir der Film nur als nachlässiges, verbissen witzig sein wollendes, chaotisches Biopic in Erinnerung. Dick Cheney ist eine faszinierende Figur der Zeitgeschichte, er hat einen besseren Film verdient. 

Schauspielerisch ist der Film sehr gut. Am meisten positiv überrascht war ich von Steve Carell als Donald Rumsfeld, entsprechend ausgeleucht sah er dem Original manchmal erschreckend ähnlich. LisaGay Hamilton und Tyler Perry als Condoleezza Rice und Colin Powell haben ihre Sache auch sehr gut gemacht. Amy Adams ist mir besonders in der Szene im Krankenhaus in Erinnerung. Sam Rockwell hat nun nicht wirklich Ähnlichkeit mit George W. Bush (warum hat Adam McKay nicht Josh Brolin, der George W. Bush in „W.“ so überzeugend spielte, besetzt?). Christian Bale ist natürlich überragend in der Rolle (wann ist er es mal nicht?), er sieht dem ehemaligen Vizepräsidenten nicht nur sehr ähnlich, er trifft sogar seine Stimmlage und Sprache. Dennoch habe ich mir mitten im Film notiert, dass er für diese Performance keinen zweiten Oscar gewinnt. 

„Vice“ und Clint Eastwoods „The Mule“ waren die letzten beiden möglichen Oscar-Anwärter, die im Filmjahr 2018 der amerikanischen Presse gezeigt wurden. „Vice“ stand lange unter Embargo, was ein sehr kluger Schachzug der PR-Experten von Annapurna Pictures war. Schließlich hat der Film und die Schauspieler in der Zwischenzeit Golden Globe-Nominierungen erhalten und auch wurden die Schauspieler für die SAG-Awards nominiert, darüber kann man fast vergessen, dass die amerikanischen Kritiken eher durchwachsen sind.  

„Vice“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Christian Bale), Bester Nebendarsteller (Sam Rockwell, Steve Carell), Bestes Originaldrehbuch Update: „Vice“ hat 8 Oscar-Nominierungen (Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller Christian Bale, Bester Nebendarsteller Sam Rockwell, Beste Nebendarstellerin Amy Adams, Bestes Originaldrehbuch, Bester Schnitt und Bestes Make-up und Beste Frisuren) erhalten. Update: „Vice“ hat einen Oscar (Bestes Make-up und beste Frisuren) gewonnen. 

„Vice“ ist am 25.12.18 in 2,442 amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er landesweit sogar in 2,534 Lichtspielhäusern. In Deutschland startet der Film unter dem deutschen Filmtitel: „Vice – Der zweite Mann“ am 21.02.19 in den Kinos. 

Trailer zu sehen:

 

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Captain Marvel„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Wann hört das endlich auf mit diesen Marvel-Filmen?

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „What Men Want„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Komödie, eine scheinbar völlig unlustige noch dazu. Mit Taraji P. Henson und Tracy Morgan 

Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ganz sicher nicht 


Trailer v. Film: „The Upside„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Remake dieses französischen Films („Ziemlich beste Freunde“), hier mit Bryan Cranston, Kevin Hart und Nicole Kidman

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Cold Pursuit„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Actionthriller mit Liam Neeson und Laura Dern

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bei Liam Neeson bin ich eigentlich immer dabei


Trailer v. Film: „Us„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: nahezu perfekter Trailer von Jordon Peeles neuem Horrorfilm

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „They Shall Not Grow Old„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Peter Jacksons neuer Film, Doku über den Ersten Weltkrieg

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Fighting with my Family„

Bewertung des Trailers: C

Kommentar: Biopic/Sportsdrama mit Dwayne Johnson, Vince Vaughn und Nick Frost

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Where´d You Go, Bernadette„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Romanverfilmung und Richard Linklaters neuer Film mit Cate Blanchett in der Hauptrolle

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

San Francisco – Film: „Beautiful Boy“

Ich war am 14.11.18 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Beautiful Boy“ (dt. Kinostart: 24.01.19)  112 min  drama, biopic adaptation 

dir. Felix Van Groeningen  cast: Steve Carell, Timothée Chalamet, Maura Tierney, Amy Ryan, Timothy Hutton 

 

Der Journalist David Sheff (Steve Carell) lebt mit seiner zweiten Frau Karen (Maura Tierney) und ihren beiden gemeinsamen Kindern zusammen. Außerdem lebt Davids 18-jähriger Sohn Nic (Timothée Chalamet) aus einer früheren Beziehung mit Ex-Frau Vicky (Amy Ryan) bei ihnen. Eines Tages findet David heraus, dass sein Sohn offensichtlich schon eine Weile drogensüchtig ist. Er setzt alles daran, dass sein Sohn von den Drogen loskommt… 

 

C+ (Wertung von A bis F) „Beautiful Boy“ erzählt eine wahre Geschichte. Der Film basiert auf den Memoiren von David Sheff („Beautiful Boy: A Father’s Journey Through His Son’s Addiction“) und seinem Sohn Nic Sheff (Tweak: „Growing Up on Methamphetamines“). Es ist der erste amerikanische Film des belgischen Filmemachers Felix van Groeningen („The Broken Circle Breakdown“).

„Beautiful Boy“ ist ein Porträt eines drogenabhängigen Teenagers und seines Vaters, der versucht, zunächst nachzuvollziehen, warum sein Sohn, überhaupt mit den Drogen begann und warum er nicht davon loskommt. Schließlich setzt er alles daran, dass der Junge seine Abhängigkeit bekämpft. Etwas was diesen Film vielleicht von vielen anderen Filmen, die von Sucht erzählen, unterscheidet, es gab nicht wirklich den einen, triftigen Grund, warum er anfing, harte Drogen zu konsumieren. Es ist ein Junge, der in einem liebevollen Umfeld groß wird und später sagt, dass er Crystal nimmt, weil es das Schwarzweißbild seiner Welt in ein buntes umwandelt. 

Der Film hätte mir richtig gut gefallen können, aber mich nervte, dass ständig die immer gleichen Szenen wiederholt werden. Szenen, die die Bindung von Vater und Sohn verdeutlichen sollen, die einst so glückliche Familie zeigen, die Wege aus der Sucht, Fortschritte, der Rückfall und dann wieder alles von vorne. Die einzelnen Stadien einer endlosen Drogenabhängigkeit entsprechen sicherlich einer realistischen und typischen „Drogenkarriere“, wie hier verbildlicht , können sie aber den Zuschauer ermüden.

Für mich kam erschwerend dazu, dass mich Steve Carell irgendwie ablenkte. Nicht, dass er schauspielerisch unbedingt schlecht wäre, er gibt sich schon Mühe, geht in seiner Rolle auf, aber in meinen Augen ist er einfach nicht der Richtige für die Rolle. Die emotional stärkste Szene liefert hier Maura Tierney. Wäre ihre Rolle etwas größer, würde sie sich ernsthaft um eine Oscar-Nominierung bewerben.

Im letzten Jahr in Call Me by Your Name hat man Timothée Chalamet noch abgenommen, dass er sich in seinen Sommerferien in Italien dermassen in einen älteren, attraktiven Mann verknallt hat, hier verkörpert er mindestens genauso überzeugend den drogensüchtigen Teenager Nic Sheff. Timothée Chalamet wird als der nächste Hollywood-Superstar gehandelt. Das schauspielerische Talent lässt sich kaum bestreiten, aber irgendwie fehlt mir bei ihm die nötige Aura und das Charisma. Der jungen Leonardo DiCaprio hat im Vergleich bereits in seinen ersten Filmrollen („This Boy´s Life“,„What´s Eating Gilbert Grape“, „The Basketball Diaries“) den anderen (seinerzeit wesentlich bekannteren) Schauspielern die Show gestohlen. Timothee Chalamets ist mir damals in der zweiten Staffel von „Homeland“ oder in Christopher Nolans Interstellar noch nicht aufgefallen. Ich bin aber gespannt, wie sich seine Karriere weiterentwickelt. 

„Beautiful Boy“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Steve Carell), Bester Nebendarsteller (Timothée Chalamet), Beste Nebendarstellerin (Maura Tierney, Amy Ryan), Bestes adaptiertes Drehbuch

„Beautiful Boy“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2018 gezeigt. Der Film ist am 12.10.18 in vier amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er landesweit in 776 Kinos. Der Film soll am 24.01.19 in den deutschen Kinos starten.

Trailer zu sehen:

Ich bin etwas später ins Kino gekommen und habe nur noch folgende Trailer gesehen:

Trailer v. Film: „At Eternity´s Gate„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Neuer Film des Künstlers Julian Schnabel. Ein Biopic über Vincent van Gogh mit Willem Dafoe in der Hauptrolle

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen


Trailer v. Film: „Shoplifters„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: japanischer Film und Goldene-Palme-Gewinner 2018

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Burning„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: koreanischer Film und Verfilmung einer Kurzgeschichte von Haruki Murakami

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

NYC – Film: „Last Flag Flying“

Ich war am 28.09.17 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Last Flag Flying“ 124 min drama, comedy, adaptation, sequel
dir. Richard Linklater cast: Steve Carell, Bryan Cranston, Laurence Fishburne, Cicely Tyson, J. Quinton Johnson, Deanna Reed-Foster

 

Dezember 2003. Larry (Steve Carell) hat vor zwei Tagen erfahren, dass sein 21-jähriger Sohn bei seinem Einsatz im Irak-Krieg gefallen ist. Er selbst ist Kriegsveteran, hat in Vietnam gedient. Nach über dreißig Jahren sucht er den Kontakt zu seinen damaligen Kameraden Sal (Bryan Cranston) und Mueller (Laurence Fishburne). Sein Sohn soll überführt werden und er bittet die beiden, ihn dabei zu begleiten, wenn er seinen toten Sohn in Empfang nimmt.

 

 

B+ (Wertung von A bis F) „Last Flag Flying“ basiert auf Darryl Poniscans gleichnamigen Roman. Es ist eine Art Fortsetzung zu Hal Ashbys Film „The Last Detail“ aus dem Jahr 1973, die Namen von Jack Nicholsons, Otis Youngs und Randy Quaids Charakteren wurden jedoch geändert. „Last Flag Flying“ ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers Richard Linklater („Before“-Trilogie,Boyhood, Everybody Wants Some!!).

„Last Flag Flying“ ist eine Tragikomödie, genauer gesagt ist es ein Road-Movie. Ich mag Road-Movies, diese Filme sind quasi Selbstläufer, wenn man einfach talentierte Schauspieler besetzt, sie als unterschiedliche Persönlichkeiten aus einem guten Grund zusammenbringt und sie mit ihrer Umwelt/ bzw. mit anderen Menschen konfrontiert. Hier weiß der Regisseur Richard Linklater, das Potenzial zu nutzen. Aus einem traurigen Anlass kommen hier drei Vietnam-Veteranen zusammen, die sich seit über dreißig Jahren nicht mehr gesehen haben. Mueller ist mittlerweile Priester, Barbesitzer Sal könnte von Gott nicht weiter entfernt sein, das garantiert schon für einige Lacher. Etwas Probleme hatte ich hier anfangs mit Steve Carell, er hat mich einfach zu sehr abgelenkt. Klar, es ist auch sein Charakter, (er spielt den in sich gekehrten, trauernden Vater und Witwer), der ihn in diesem Trio zum Außenseiter macht. Vielleicht drängen sich aber auch Sal and Mueller (Bryan Cranston und Laurence Fishburne) mit ihren brillanten Dialogen und ihren exzellenten Performances zu sehr in den Vordergrund und haben meine gesamte Aufmerksamkeit in Anspruch genommen. Im Verlauf des Films habe ich Steve Carell nicht mehr so sehr als Störfaktor gesehen, vielleicht weil er besser wird oder ich mich an ihn gewöhnt habe.

„Last Flag Flying“ hat mir gut gefallen, vielleicht hätte er mir aber noch besser gefallen, wenn er nicht ganz so lang gewesen wäre. Für mich ist der Film die Bryan-Cranston-Show. Er gibt definitiv eine Oscar-Performance. Nicht ganz nachvollziehen kann ich, dass seine Rolle als Nebenrolle gilt. Für die Oscar-Kampagne wurde Steve Carell zunächst als Bester Hauptdarsteller geführt und Bryan Cranston und Laurence Fishburne als Beste Nebendarsteller. Mittlerweile gibt es aber scheinbar Überlegungen, dies zu ändern. In meinen Augen spielen entweder alle drei Nebenrollen oder Bryan Cranston („Malcolm in the Middle“, Breaking Bad, Trumbo) die Hauptrolle.

„Last Flag Flying“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller/Nebendarsteller (Steve Carell, Bryan Cranston, Laurence Fishburne), Beste Nebendarstellerin Cicely Tyson), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien

„Last Flag Flying“ wurde erstmalig auf dem New York Film Festival 2017 gezeigt. Der Film startet am 3.11.17 in den amerikanischen Kinos. Ich habe den Film auf dem New York Film Festival gesehen. Es war der Eröffnungsfilm des NYFF55. Ich war, wie üblich, nicht in der Premieren-Vorstellung, sondern in dem 15 Minuten späteren Screening, Richard Linklater hat aber dennoch seinen Film persönlich angekündigt. Für mich ist es nach Gone Girl, The Walk und 13th bereits der vierte Eröffnungsfilm, den ich auf einem New York Film Festival sehen konnte. Bisher ist für „Last Flag Flying“ noch kein deutscher Kinostart bekannt.

 

Trailer zu sehen:

 

 

Eröffnungsfilm des New York Film Festivals 2017 „Last Flag Flying“

 

Regisseur Richard Linklater kündigt seinen Film „Last Flag Flying“ auf dem NYFF55 an.

 

Vor der Alice Tully Hall bei der Eröffnung des New York Film Festivals 2017

 

NYFF55-Plakat

NYC – Film: „Battle of the Sexes“

Ich war am 27.09.17 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Battle of the Sexes“ (dt. Filmtitel: „Battle of the Sexes – Gegen jede Regel“, dt. Kinostart: 23.11.17) 121 min drama, comedy, biopic
dir. Valerie Faris, Jonathan Dayton cast: Emma Stone, Steve Carell, Elisabeth Shue, Andrea Riseborough, Sarah Silverman, Bill Pullman, Alan Cumming

 

Im Jahr 1972 ist Billie Jean King (Emma Stone) die erfolgreichste Tennisspielerin in den U.S.A. Sie setzt sich dafür ein, dass Frauen im Tennis mit ähnlich hohen Preisgeldern honoriert werden wie die männlichen Spieler. Der 55-jährige Bobby Riggs (Steve Carell) war früher einer der Besten im Tennis, heutzutage verbringt er seine Zeit mit mehr oder weniger spektakulären Schaukämpfen. Der chauvinistische Bobby will beweisen, dass Frauen keine ernstzunehmenden Gegner sind und fordert die 29-jährige Billie Jean zu einem Tennismatch heraus….

 

B (Wertung von A bis F) „Battle of the Sexes“ basiert auf einer wahren Geschichte. Es ist der dritte Kinofilm, bei dem das Ehepaar Valerie Faris und Jonathan Dayton („Little Miss Sunshine“, Ruby Sparks) Regie führt.

Man hätte die eine oder andere Szene weglassen oder wenigstens kürzen sollen, sonst ist es aber ein durchaus gelungener Sportfilm kombiniert mit Billie Jean Kings Liebes- und Lebensgeschichte. Alles um den Battle of the Sexes und der Schaukampf selbst ist spannungsreich inszeniert. Der Film spielt in den 1970er Jahren und wenn man jetzt das Leben in der damaligen Zeit betrachtet, hat man das Gefühl als war das eine völlig andere Welt. Billie Jean King hat sich für die Gleichberechtigung von Mann und Frau im Sport eingesetzt und war die erste Profisportlerin, die sich als lesbisch geoutet hat (auch wenn es nicht ganz freiwillig geschah). Dahingehend mochte ich vor allen die Schlussszene (mit Emma Stones und Alan Cummings Charakteren).

Emma Stone hat in diesem Jahr ihren ersten Oscar für La La Land gewonnen, wäre ihr diese Ehre nicht zuteil geworden, würde sie den Oscar sicherlich für diese Performance gewinnen. Ebenso preiswürdig fand ich die Performances von Sarah Silverman und Bill Pullman.

„Battle of the Sexes“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Steve Carell), Beste Hauptdarstellerin (Emma Stone), Bestes Originaldrehbuch und einige technische Kategorien

„Battle of the Sexes“ wurde erstmalig auf dem Telluride Film Festival 2017 gezeigt. Der Film ist am 22.09.17 in 21 amerikanischen Kinos gestartet. Seit dem 29.09.17 läuft der Film landesweit in den U.S.A. In Deutschland ist der Film voraussichtlich ab dem 23.11.17 im Kino zu sehen. In Manhattan wurden scheinbar schon wieder die Kinopreise erhöht. Im Regal am Union Square hat mich die Kinokarte für diesen Film 17,20 Dollar gekostet.

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Martin McDonaghs neuer Film mit Frances McDormand, Woody Harrelson, Sam Rockwell, Lucas Hedges und John Hawkes – ich liebe diesen Trailer
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich kann es kaum abwarten

Trailer v. Film: „The Shape of Water„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Guillermo del Toros neuer (Oscar-)Film mit Sally Hawkins und Michael Shannon
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Pitch Perfekt 3„
Bewertung des Trailers: C-.
Kommentar: davon gibt es schon drei Filme?
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Only the Brave„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Drama mit Josh Brolin, Miles Teller und Jeff Bridges. Filme über Feuerwehrmänner können funktionieren („Backdraft“)
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „Blade Runner 2049„
Bewertung des Trailers: A- (neuer Trailer)
Kommentar: Fortsetzung zu dem Film aus dem Jahr 1982. Die ersten Kritiken sind eingegangen, aktuell steht er bei 98% RT, BR2049 scheint bei den nächsten Oscars also eine Rolle zu spielen, zumindest in den technischen Kategorien
Wie oft schon im Kino gesehen: 5 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Downsizing„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Alexander Paynes neuer Film soll problematisch sein, vom Trailer her sieht er aber wirklich gut aus
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Mark Felt: The Man Who Brought Down the White House„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Spionagethriller nach wahren Begebenheiten. Liam Neesons Perücke ist seltsam und lenkt mich zu sehr ab
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 

Aufsteller von „Battle of the Sexes“

NYC – Film: „Café Society“

Ich war am 08.08.16 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„Café Society“ (dt. Kinostart: 10.11.16) 96 min drama, comedy
dir. Woody Allen cast: Jesse Eisenberg, Kristen Stewart, Steve Carell, Blake Lively, Parker Posey, Corey Stoll, Jeannie Berlin, Ken Stott

 

 

Bobby (Jesse Eisenberg) ist in New York aufgewachsen. In den 1930er Jahren versucht er, in Los Angeles sein Glück zu finden. Vielleicht könnte ihm dabei Onkel Phil (Steve Carell), der vielbeschäftigte und erfolgreiche Hollywood-Agent, behilflich sein. Bobby verliebt sich bald in die Sekretärin seines Onkels, Vonnie (Kristen Stewart). Leider hat die aber einen Freund…

 
B- (Wertung von A bis F) „Café Society“ ist Woody Allens neuer Film. Es ist sein 47. Film und nicht nur der teuerste, den der New Yorker Filmemacher je inszeniert hat, sondern erstmals hat er auch mit digitalen Kameras gedreht.

In den besseren Woody-Allen-Filmen der neueren Zeit („Match Point“, Midnight in Paris und Blue Jasmine) bekommt man Woody Allen selbst dankenswerterweise nicht zu sehen. In „Café Society“ spielt er zwar auch nicht mit, lässt es sich jedoch nicht nehmen, als Erzähler zu fungieren. Ich hätte gerne auch auf diesen unnötigen Part verzichtet.

Überhaupt hätte ich mir gewünscht, „Cafe Society“ wäre eine Charakterstudie über den neurotischen New Yorker Bobby, der sich in der Fremde (noch dazu im glitzernden Hollywood der 1930er Jahre) zurechtfinden muss. Dass dies funktioniert hätte, sieht man zu Beginn des Films. Leider erzählt Woody Allen später eine völlig andere, in New York angesiedelte Geschichte. Die Ausflüge in die Unterwelt hätten auch aus einem ganz anderen Film sein können und die Geschichte im Ganzen wirkt zu konstruiert und aufgepumpt.

Die Szenen des älteren, jüdischen Ehepaars, Bobbys Eltern (gespielt von Jeannie Berlin und Ken Stott), sind hinreissend und hätten so auch aus einem Coen-Bros.-Film stammen können. Amüsant fand ich die Kurzauftritte von Bobbys permanentrauchenden Gangsterbruder Ben (gespielt von Corey Stoll, den ich mit voller Haarpracht tatsächlich nicht erkannte). Der Form halber sei erwähnt, dass Bruce Willis für die Rolle des Onkel Phil besetzt war. Während der Dreharbeiten war Woody Allen jedoch so unzufrieden mit der Arbeit des Schauspielers, dass er ihn kurzerhand durch Steve Carell ersetzte. Steve Carell ist ein Glücksgriff für den Film. Wenn man es nicht besser wüsste, könnte man denken, dass Woody Allen ihm die Rolle auf den Leib geschrieben hat. Letztlich ist es den beiden o.g. Schauspielern, Steve Carell und dem stets wunderbaren Jesse Eisenberg zu verdanken, dass mich der Film nicht noch mehr gelangweilt hat.

„Café Society“ ist nach Adventureland und „American Ultra“ bereits der dritte Film, bei dem Jesse Eisenberg und Kristen Stewart gemeinsam vor der Kamera stehen.

„Café Society“ wurde erstmalig auf dem Cannes Film Festival 2016 gezeigt. Es war der Eröffnungsfilm der diesjährigen Filmfestspiele in Cannes.

Trailer zu sehen:

 
vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Morris From America„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: deutsch-amerikanischer Film mit Craig Robinson.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mmmh…mal gucken

Trailer v. Film: „Come What May„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: französischer Zweiter-Weltkriegsfilm mit August Diehl
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „Mia Madre„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Italienischer Film mit John Turturro. Habe ich letztes Jahr auf dem New York Film Festival gesehen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits gesehen.

Trailer v. Film: „Denial„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Film über den Holocaust-Leugner David Irving. Mit Rachel Weisz, Tom Wilkinson und Timothy Spall
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „A Man Called Ove„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: schwedische Tragikomödie
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

San Francisco – Film: „The Big Short“

Ich war am 02.01.16 in San Francisco und am 11.01.16 in Washington und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„The Big Short“ (dt. Kinostart: 14.01.16) 130 min drama, comedy, adaptation, biopic
dir. Adam McKay cast: Christian Bale, Steve Carell, Ryan Gosling, Brad Pitt, Melissa Leo, Marisa Tomei, Rafe Spall, Jeremy Strong, John Magaro, Finn Wittrock, Tracy Letts, Margot Robbie, Selena Gomez

 

New York im Jahr 2005. Der Hedgefonds-Manager und Analyst Dr. Michael Burry (Christian Bale) findet heraus, dass die riskante Kreditvergabe für Immobilien früher oder später zu einem Finanzkollaps führen wird. Er realisiert, mit welchen Investitionen aus der drohenden Immobilien- und Finanzkrise profitiert werden kann.

Der Wertpapierhändler der Deutschen Bank, Jared Vennett (Ryan Gosling), hat von Burrys Investitionsplänen erfahren und möchte auch ein Stück von dem Kuchen abhaben. Er versucht den Trader Mark Baum (Steve Carell) und sein Team zu überzeugen, gegen das Finanzsystem zu wetten.

Die jungen ambitionierten Spekulanten Charlie Geller (John Magaro) und Jamie Shipley (Finn Wittrock) erfahren auch von der Immobilienblase und ziehen Jamies Nachbarn, den ehemaligen Top-Wertpapierhändler Rickert (Brad Pitt) ins Vertrauen.

B (Wertung von A bis F) „The Big Short“ basiert auf dem gleichnamigen Bestseller von Michael Lewis. Der Film beruht vage auf wahren Begebenheiten. Die Handlung erklärt wie es zu dem Platzen der Immobilienblase und dem weltweiten Bankencrash im Jahr 2008 kam und erzählt wie einige wenige, die das vorausgesehen haben, davon finanziell profitiert haben.

Es ist der neue Film von Adam McKay, der sich zuvor ausschließlich mit Komödien (Anchorman: The Legend of Ron Burgundy, Step Brothers, The Other Guys) einen Namen gemacht hat. „The Big Short“ ist sein erstes Drama, auch wenn es kein reines Drama ist.

Der Regisseur Adam McKay nutzt alle bekannten Regietricks, um seine komplizierte Story und die, mir so verhasste Finanzwelt unterhaltsam zu inszenieren. Er setzt mit seinem Film alles dran, cool und smart zu sein. Vielleicht kann man diesen drögen Stoff einem Mainstream-Publikum nicht anders vermitteln. Mir wirkte es aber mitunter zu aufgesetzt. Es ist originell aber auch irritierend wenn eine Traumfrau wie Margot Robbie (The Wolf of Wall Street) champagnerschlürfend in einem Schaumbad liegt und einem erklärt was Ramschhypotheken sind.
Ich mochte die Macho-Sprüche und die schnellen Schnitte, aber dann, als der Film etwas mehr in sich ruht, war er mir zu langgezogen. Der eine oder andere Charakter trägt sonderbare Frisuren oder Perücken, mich hat das rausgebracht, genauso wie Melissa Leos verwirrend seltsame Brille. Mir war auch nicht klar, was der Film eigentlich sein wollte, etwas Dokumentation, etwas Drama und etwas Komödie/Satire. Wenn man keine Ahnung von den Geschehnissen, die zu der Finanzkrise geführt haben, hat, ist „The Big Short“ sicher auch lehrreich.

„The Big Short“ ist ein Film über Außenseiter. Einen Helden sucht man in dem Film natürlich vergebens – wie auch – wenn es um gierige und skrupellose Banker und Spekulanten, Banken und Ratingagenturen geht. Für mich war Christian Bales Charakter, Dr. Michael Burry, noch am ehesten so etwas wie ein Sympathieträger. Dr. Burry ist Neurologe und wechselte aus Langeweile in die Finanzbranche. Er analysierte den Immoblienmarkt, entdeckte Fehler im System und war einer der Ersten, der die Immobilienblase, die später zu dem Bankencrash führte, erkannte. Christian Bale spielt den, an dem Asperger-Syndrom leidenden, exzentrischen, nuschelnden und leicht stotternden Dr. Burry auf eindrucksvolle Weise. Auch war Ryan Gosling wieder mal ein Hingucker. Ich war angewidert und fasziniert zugleich von diesem solariumgebräunten, schmierigen Jared Vennett, stelle ich mir doch genau so einen Banker aus dieser Zeit vor. Mir hat auch der kaugummikauende Vinny (Jeremy Strong) aus Steve Carells Team gefallen. Ansonsten ist „The Big Short“ ein Ensemble-Film und jeder erfüllt seine Aufgabe.

Wie man vielleicht herauslesen kann, bin ich etwas hin- und hergerissen von dem Film. Im Moment werden „The Big Short“ sogar sehr gute Chancen auf den Oscar-Gewinn als bester Film eingeräumt, daher werde ich ihn mir die Tage nochmal anschauen. Ich werde davon berichten.

B+ (Wertung von A bis F) Bei der zweiten Sichtung ist tatsächlich der Funke übergesprungen. Ich liebe weite Teile des Films. Der Film ist aber nicht perfekt und ich fand ihn auch immer noch zu lang. Beinahe wäre er in meiner Top Ten gelandet.

„The Big Short“ wurde erstmalig zum AFI Fest 2015 gezeigt. Bevor der Film gezeigt wurde, hatte ihn kein Oscar-Experte so richtig als ernstzunehmenden Oscar-Anwärter auf dem Schirm. Mittlerweile wurde der Film von den so wichtigen Filmpreisen innerhalb der Filmindustrie (SAG, PGA, WGA) nominiert. Es ist davon auszugehen, dass „The Big Short“ auch eine Oscar-Nominierung als bester Film erhält. Ich sehe „The Big Short“ neben Spotlight sogar mittlerweile als Favorit auf den Oscar-Gewinn als bester Film. „The Big Short“ hat vier Golden Globe-Nominierungen (Bester Film, Comedy, Bester Hauptdarsteller, Comedy Christian Bale und Steve Carell und Bestes Drehbuch) und sogar fünf BAFTA-Nominierungen (Bester Film, Beste Regie, Bestes adaptiertes Drehbuch, Bester Nebendarsteller, Christian Bale und Bester Schnitt) erhalten.

„The Big Short“ ist für folgende Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Film, Beste Regie, Bester männlicher Haupt- (oder Neben-) darsteller (Steve Carell), Bester männlicher Nebendarsteller (Christian Bale, Beste weibliche Nebendarstellerin (Melissa Leo, Marisa Tomei), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien.

 „The Big Short“ hat 5 Oscar-Nominierungen (Bester Film, Beste Regie, Bester Nebendarsteller Christian Bale, Bestes adaptiertes Drehbuch und Bester Schnitt) erhalten.

Update: „The Big Short“ hat einen Oscar (Bestes adaptiertes Drehbuch) gewonnen.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Finest Hours„
Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer)
Kommentar: Disney-Katastrophen-Mist
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Revenant„
Bewertung des Trailers: A- (neuer Trailer)
Kommentar: Alejandro González Iñárritus neuer Film mit Leonardo DiCaprio und Tom Hardy.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Boss„
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: Komödie mit Melissa McCarthy
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Risen„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Historienfilm mit dem nicht so guten Fiennes
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Everybody Wants Some„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Richard Linklaters neuer Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Zoolander No. 2„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Das erste Mal, dass ich einen Trailer im Kino sehe. Ich liebe den ersten „Zoolander“ also muss ich mir den auch anschauen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Nice Guys„
Bewertung des Trailers: A- (Redband Trailer)
Kommentar: Shane Blacks neuer Film mit einem ziemlich angedickten Russell Crowe und Ryan Gosling
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Filmplakat von "The Big Short" in der New Yorker U-Bahn
Filmplakat von „The Big Short“ in der New Yorker U-Bahn

 

Boston – Film: „Minions“

Ich war am 14.07.15 in Boston und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Minions“ (dt. Kinostart war der 02.07.15) 91 min animation
dir. Pierre Coffin, Kyle Balda voices: Pierre Coffin, Sandra Bullock, Jon Hamm, Michael Keaton, Alison Janney, Geoffrey Rush, Jennifer Saunders, Steve Carell

So weit man denken kann, gibt es Minions. Sie sind klein, gelb, etwas ungeschickt, nicht sonderlich helle, aber voller Schadenfreude. Eigentlich haben sie nur ein Ziel im Leben: einem Bösewicht zu dienen. Für viele Schurken haben sie bereits gearbeitet, doch irgendwann kamen diese ums Leben und sie mussten sich wieder einen neuen suchen. Jetzt haben sie schon seit vielen Jahren keinen Boss mehr, sind also arbeitslos. Sie wurden depressiv und haben sich in eine Eishöhle zurückgezogen. Dort langweilen sie sich zu Tode. Irgendwann begeben sich Kevin, Stuart, Bob (einer der Regisseure, Pierre Coffin, spricht alle Minions) auf die Suche nach einem neuen Superschurken.

B- (Wertung von A bis F) Nach Despicable Me und Despicable Me 2, in denen die Minions eher eine Nebenrolle spielten, ist „Minions“ nun der erste eigenständige Film über die gelben Spaßvögel. In „Minions“ wird eine Hintergrundgeschichte über die Minions erzählt, die Handlung ist hauptsächlich in den 1960er Jahren angesiedelt.

Viele vereinzelte Szenen (im New Yorker Warenhaus, wenn sie per Anhalter fahren, die Villain-Con, alle Szenen, in denen sie sich über sich selbst lustig machen) fand ich großartig und eigentlich gibt es den gesamten Film über viel zu schmunzeln und einiges zu Lachen und auch der Soundtrack sorgt für gute Laune. Leider hat aber das Drehbuch Schwächen und der Film Längen. Mir hätte „Minions“ beispielsweise noch besser gefallen, wenn es etwas weniger Scarlet Overkill und etwas mehr Szenen mit den, in der Eishöhle zurückgelassenen Minions gegeben hätte.

Letztlich ist „Minions“ aber eine wesentlich gelungener Film, als ich es erwartet habe. Er ist natürlich auch nicht auf dem Niveau des ausgeklügelten Pixar-Films Inside Out.

Ungewöhnlicherweise kam „Minions“ übrigens erst eine Woche nach dem deutschen Kinostart in die amerikanischen Kinos.

„Minions“ ist im Gespräch für eine Oscar-Nominierung in der Kategorie bester Animationsfilm.
Teaser zu sehen:

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Underdogs“
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: argentinischer Animationsfilm über Fußballer. Ich kann mich erinnern, einen Trailer von dem Film schon mal im Kino gesehen zu haben. Konnte das aber nicht auf Anhieb finden. Film ist aus dem Jahr 2013 und der amerikanische Kinostart wurde schon zig Mal verschoben
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Shaun the Sheep Movie“
Bewertung des Trailers: B- (neuer Trailer)
Kommentar: Dieser Trailer ist besser, trifft aber immer noch nicht mein Humorzentrum
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Hotel Transylvania 2“
Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer)
Kommentar: Fortsetzung des Animationsfilms
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Pan“
Bewertung des Trailers: C- (neuer Trailer)
Kommentar: Joe Wrights Peter Pan-Film mit Hugh Jackman, Rooney Mara, Amanda Seyfried und schon wieder Cara Delevingne
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Jem and the Holograms“
Bewertung des Trailers: C (neuer Trailer)
Kommentar: Teenager-Musical
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Alvin and the Chipmunks: The Road Chip“
Bewertung des Teasers: C+
Kommentar: Habe die Filme glaube ich alle mal – früher oder später – im TV gesehen und fand die irgendwie putzig
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: im TV

Trailer v. Film: „The Secret Life of Pets“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Animationsfilm über unbeaufsichtigte Haustiere
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Chicago – Film: "Foxcatcher"

Ich war am 27.11.14 in Chicago und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Foxcatcher“ (dt. Kinostart: 05.02.15) 134 min drama, biopic
dir. Bennett Miller cast: Steve Carell, Channing Tatum, Mark Ruffalo, Vanessa Redgrave, Sienna Miller, Guy Boyd, Anthony Michael Hall

Im Jahr 1987. Mark Schultz (Channing Tatum) ist Ringer und 27 Jahre alt. Vor drei Jahren hat er und sein Bruder Dave (Mark Ruffalo) als Ringer olympisches Gold gewonnen. Während Dave mittlerweile als Trainer arbeitet und mit Nancy (Sienna Miller) verheiratet ist und zwei Kinder hat, hat Mark seinen Platz im Leben noch nicht gefunden. Eines Tages wird er von dem Multimillionär John du Pont (Steve Carell) eingeladen. Er macht ihm das Angebot, mit einem Ringerteam auf seinem Anwesen Foxcatcher für die nächsten olympischen Spiele in Seoul zu trainieren. Vielleicht ist das für Mark die Möglichkeit, aus dem Schatten seines älteren Bruders zu treten.

A (Wertung von A bis F) „Foxcatcher“ basiert auf einer wahren Geschichte.

Nach „Capote“ und Moneyball ist „Foxcatcher“ erst der dritte Spielfilm von Bennett Miller. Auch dieser Film handelt über eine, bzw. in diesem Fall über zwei außergewöhnliche amerikanische Persönlichkeiten.

„Foxcatcher“ ist ein sehr düsterer und grandioser Film. Es gibt wenig Filme, die mich so fesselten wie dieser. Den ganzen Film über war ich fürchterlich angespannt. Bennett Miller hat hier eine Atmosphäre geschaffen, dass ich die ganze Zeit dachte, gleich passiert etwas ganz Schlimmes. Letztendlich steuert die Geschichte auch auf einen Mord hin, aber es sind mehr die Charaktere und das psychische Drama, die meine Angespanntheit auslösten. Der Film liefert auch keine Erklärung für den Mord. So einfach macht es einen der Film nicht. „Foxcatcher“ ist ein sehr komplexer Film, so komplex wie seine Charaktere. Es ist kein Film über eine Kriminalgeschichte, es ist eher ein ruhig erzähltes, intensives und hochspannendes Beziehungsdrama und eine Charakterstudie. Eine Charakterstudie, bei der man am Ende des Films, aber auch nicht wirklich mehr über das Innerste der Charaktere weiß als vorher. Ganz seltsam und sehr schwer zu beschreiben und ich kann auch nachvollziehen wenn einem in dem Film zu wenig los ist oder man mit „Foxcatcher“ nicht so viel anfangen kann. Der Film ist definitiv kein Film für ein Mainstream-Publikum.

Als Zuschauer ist man auf die beiden Hauptcharaktere (gespielt von Steve Carell und Channing Tatum) angewiesen. Mich haben die Beiden von Anfang an in den Bann gezogen. Zwei introvertierte, unsichere und unglückliche Männer, die noch nicht wirklich einen Platz im Leben gefunden haben. Die Herkunft der beiden Männer könnte nicht unterschiedlicher sein. Der eine kommt aus einer Familie alten Geldadels und der andere kann sich gerade so finanziell über Wasser halten. Vermutlich verbindet beide eine unglückliche Kindheit. Großartig hier übrigens Vanessa Redgrave als John du Ponts Mutter. Die wenigen Szenen mit ihr sagen so viel über ihre Beziehung aus.

John du Pont stammt aus einer der reichsten Familien der U.S.A. Selten war Reichtum in einem Film so sicht- und greifbar und wirkte zugleich so bedrohlich wie in „Foxcatcher“. John ist es gewohnt, zu kontrollieren, zu dominieren und seine Macht auszuspielen. Wer nicht nach seinen Regeln spielt, muss die Konsequenzen tragen. Der Film zeigt vieles unterschwellig, er ist viel zu smart, um Entscheidendes direkt zu zeigen oder auszusprechen. Über Gefühle wird nie gesprochen, dennoch ist vieles an Reaktionen oder Situationen ablesbar.

Steve Carell (Dan in Real Life, Dinner for Schmucks, Seeking a Friend for the End of the World, The Way, Way Back) ist hier kaum wiederzukennen. Nicht nur seine künstliche Nase und das ganze Make-up, sein Körperbau, seine Körperhaltung und seine seltsame Stimme und monotone Sprache – wenn man nicht weiß, dass der bislang mehr auf komödiantische Rollen festgelegte Schauspieler hier mitspielt, wird man ihn nicht wirklich erkennen. Als ich mir „Foxcatcher“ angeschaut habe, wusste ich nicht, wie der echte John du Pont aussah. Nach eigenen Angaben hat Steve Carell John du Pont studiert. Mittlerweile habe ich auch Videomaterial gesehen und muss sagen, dass er ihn ganz gut getroffen hat. Steve Carell spielt hier einen unangenehmen, nicht durchschaubaren Menschen. Es gibt kleine Momente im Film, in denen man ahnt, was in ihm vorgeht, die gibt es genauso bei Mark Schultz. Ich bin kein Freund von Channing Tatum (21 Jump Street, Magic Mike, 22 Jump Street), in meinen Augen ist er sehr begrenzt, in dem was er glaubhaft spielen kann. Hier ist er perfekt. Mark Schultz ist ein Muskelpaket, nicht ganz helle – eine verlorene Seele, dem man anmerkt, wie es in ihm brodelt. Er ist nicht fähig, sich auszudrücken, man kann sich aber einiges denken, das meiste bleibt aber sein Geheimnis. Gerne hätte ich in der einen oder anderen Szene gewusst, was in John du Ponts oder Marks Schultz´Köpfen vorgeht. Vielleicht machte es den Film noch besser, dass ich es nicht genau wusste.

Wie Bennett Miller bestimmte Szenen inszeniert, ist besonders. In wichtigen (Dialog-) Szenen verzichtet er ganz auf unterlegte Musik und das sorgt für eine beklemmend intime Kammerspiel-Atmosphäre. Das Reduzierte macht die Szenen nur noch intensiver. Überhaupt fand ich die Musikauswahl sehr gelungen. Mit David Bowies Song „Fame“ wusste ich, dass „Foxcatcher“ in meiner Top Ten für Filme aus dem Jahr 2014 landet. Lange nachdem ich das Kino verlassen habe, hat mich der Film noch beschäftigt.

Ich empfehle dringend, diesen Film in der Originalfassung zu sehen, weil ich der Meinung bin, dass Sprache hier einen wichtigen Teil zur Atmosphäre beiträgt.

„Foxcatcher“ ist für folgende Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Steve Carell, Channing Tatum), Bester Nebendarsteller (Mark Ruffalo), Beste Nebendarstellerin (Vanessa Redgrave) Bestes Originaldrehbuch, Bestes Szenenbild, Beste Kamera, Bestes Kostümdesign, Bester Schnitt, Bestes Make-up und beste Frisuren, Bester Tonschnitt, Beste Filmmusik

„Foxcatcher“ wurde erstmalig auf dem Cannes Film Festival 2014 gezeigt und Bennett Miller wurde dort als Bester Regisseur ausgezeichnet.

„Foxcatcher“ ist am 14.11.14 in 6 Kinos in den U.S.A. gestartet, eine Woche später war der Film dann national in 24 Kinos zu sehen und dann wurde der Film wöchentlich immer mehr Zuschauern zugänglich gemacht. Eine Strategie, die ich bereits bei „Birdman“ als gelungen empfand.

Trailer zu sehen:

Trailer zu sehen:

Trailer v. Film: „A Most Violent Year“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: J.C. Chandors neuer Film. Oscar-Film mit Oscar Isaac, Jessica Chastain, David Oyelowo
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „McFarland USA“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: wieder so ein Sportsfilm mit Kevin Costner
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „American Sniper“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Clint Eastwoods neuer Film, Biopic/Action mit Bradley Cooper. Trailer ist großartig. Oscar-Film.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Blackhat“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Michael Manns neuer Film mit Chris Hemsworth und Viola Davis. Bei Michael Mann bin ich grundsätzlich dabei
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Chappie“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Neil Blomkamps neuer Film sieht aus wie ein Sci-Fi-Film für Teenager. Erschwerend dazu kommt, dass Dev Patel und Hugh Jackman mitspielen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „Wild“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Drama mit Reese Witherspoon. Film sieht so aus wie Sean Penns „Into the Wild“ nur leider mit Reese in der Hauptrolle. Oscar-Film, mal gucken
Wie oft schon im Kino gesehen: 5 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Mr. Turner“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Mike Leighs neuer Film über den Maler William Turner. Biopic und Oscar-Film.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Boston – Film: "The Way, Way Back"

Ich war am 20.07.13 in Boston und habe mir im Kino angeschaut:

„The Way, Way back“ (dt. Filmtitel: „Ganz weit hinten“, dt. Kinostart: 05.12.13) 103 min drama, comedy
dir. Nat Faxon, Jim Rash cast: Liam James, Steve Carell, Toni Collette, Allison Janney, Sam Rockwell, Rob Corddry, Amanda Peet, AnnaSophia Robb, Maya Rudolph

Der 14-jährige Duncan (Liam James) muss seine Sommerferien mit seiner Mutter (Toni Collette), ihrem ätzenden Freund Trent (Steve Carell) und seiner Tochter in seinem Sommerhaus verbringen. Na da kann Freude aufkommen. Er hasst es, den Erwachsenen bei ihrem Leben zuzuschauen. Bevor er noch den merkwürdigen Sohn, der stets betrunkenen und dauerquasselnden Nachbarin Betty (Alison Janney) aufs Auge gedrückt bekommt, sucht er das Weite. Irgendwann landet er im nahegelegenen Wasserpark WATER WIZZ. Dort lernt er den stets gut aufgelegten Manager des Wasserparks, Owen (Sam Rockwell), kennen. Owen nimmt ihn gleich unter seine Fittiche und verschafft ihm sogar einen Job im Wasserpark. Duncan fühlt sich dort wohl und blüht langsam auf…

A- (Wertung von A bis F) „The Way, Way Back“ ist eine sehenswerte Tragikomödie über das Erwachsenwerden und einen Sommer, der vieles verändert.

Das ist das Regiedebüt von Nat Faxon und Jim Rash. Die beiden Multitalente haben Ihr erstes Drehbuch (für The Descendants) mit dem Regisseur Alexander Payne geschrieben und wurden damit gleich mit dem Oscar für das beste adaptierte Drehbuch ausgezeichnet. Ich war nun nicht so begeistert von dem Film, aber für ihre Autorentätigkeit ist das schon mal ein gelungener Karrierestart. Die Vorlage für „The Way, Way Back“ haben Nat Faxon und Jim Rash auch geschrieben. Es galt lange Jahre als eines der besten, unproduzierten Drehbücher in Hollywood. Erst durch ihren Oscar-Gewinn im Frühjahr 2012 wurde den beiden ermöglicht, ihr eigenes Drehbuch selbst zu verfilmen. In „The Way, Way Back“ sind sie auch als Schauspieler in einer Nebenrolle (beide sind Angestellte des Wasserparks) zu sehen.

Also, wir haben ein wunderbares Drehbuch und eine Besetzung, die einen förmlich zwingt, den Film zu gucken. Sam Rockwell („Confessions of a Dangerous Mind“, „Matchstick Men“, Moon, Seven Psychopaths) und Allison Janney („Hairspray“, Juno, The Help) sind hier in Bestform. Steve Carell sehe ich mittlerweile wesentlich lieber in ernsthafteren Rollen. Dieser Film zeigt einmal mehr, dass er besonders in Dramen brillant ist. Den fiesen Freund von Duncans Mutter, der sein Selbstbewusstsein scheinbar daraus zieht, andere runterzuputzen, habe ich ihm zu jeder Zeit abgenommen. Der kanadische Schauspieler Liam James ist authentisch und eine lobende Erwähnung bekommt von mir auch AnnaSophia Robb, die hier die Tochter der Nachbarin (gespielt von Alison Janney) darstellt.

Maya Rudolph sieht immer noch aus wie eine Vogelscheuche, aber auch sie konnte mir den Film nicht schlecht machen.

Der Film war für mich durchgehend ein B+ in der Bewertung, das Ende hat mich aber noch gerührt und so habe ich noch ein Pünktchen spendiert.

Da „The Way, Way Back“ sehr durch seine Sprache und seine originellen Sprüche lebt, würde ich auf jeden Fall dazu raten, ihn in der Originalfassung zu sehen. Alleine das Sprachfeuerwerk, das aus den Mündern von Sam Rockwells und Alison Janneys Charakteren kommt, sollte man am Besten im Original auf sich wirken lassen.

„The Way, Way Back“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2013 gezeigt.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Spectacular Now“
Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer)
Kommentar: Tragikomödie. Da spielen einige Gute mit (Jennifer Jason Leigh, Mary Elizabeth Winstead, etc.), ich glaube, ich mag aber die Hauptdarstellerin (Shailene Woodley) nicht. Okay, aber warum nicht, schließlich wurde der Film wurde beim Sundance Festival gefeiert.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Closed Circuit“
Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer)
Kommentar: Thriller mit Eric Bana, Rebecca Hall, Jim Broadbent und Riz Ahmed
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Salinger“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Dokumentation über den Schriftsteller J.D. Salinger. Sein Buch „The Catcher in the Rye“ ist bis heute eines meiner absoluten Lieblingsbücher. Eine Doku über diesen Autor ist für mich ein Muss – da muss er gar nicht ein sicherer Oscar-Kandidat für 2014 sein. Davon kann man aber jetzt schon ausgehen, da die Weinsteins die Rechte erworben haben.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Captain Philips“
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: Biopic über den amerikanischen Kapitän Philips, dessen Frachter von somalischen Piraten gekapert wurde. In der Hauptrolle: Tom Hanks
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „About Time“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: britische RomCom mit Bill Nighy, Tom Hollander und Rachel McAdams
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 60%

Trailer v. Film: „Baggage Claim“
Bewertung des Trailers: D-
Kommentar: Komödie, bei der ich wohl eher nicht die Zielgruppe bin.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Percy Jackson: Sea of Monsters“
Bewertung des Trailers: D-
Kommentar: unfassbar schlecht gemachter Fantasy-Mist – der Trailer hat mich schon sprachlos gemacht…
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: NIEMALS

Boston – Film: "Despicable Me 2 – 3D"

Ich war am 03.07.13 in Boston und habe mir im Kino angeschaut:

„Despicable Me 2 – 3D“ (dt. Titel: „Ich – Einfach unverbesserlich 2“, dt. Kinostart: 04.07.13) 98 min animation, sequel
dir. Pierre Coffin cast: Steve Carell, Kristen Wiig, Benjamin Bratt, Russell Brand, Steve Coogan

Gru (Steve Carell) ist mittlerweile dreifacher Vater. Seine Zeit als Bösewicht liegt schon etwas zurück. Jetzt wird er von dem Geheimdienst AVL (Anti Villain League) angeworben. Er soll einen Schurken, der im Besitz eines gefährlichen Serums ist, aufspüren. Dazu soll er mit Agentin Lucy (Kristen Wiig) verdeckt ermitteln. In einem großen Einkaufszentrum soll sich der Verbrecher versteckt halten…

A- (Wertung von A bis F) „Despicable Me 2“ ist die Fortsetzung zu dem Animationsfilm Despicable Me aus dem Jahr 2010.

Ich neige immer dazu, Filme zu vergleichen. Dieses Jahr habe ich mit The Croods und Monsters University zwar erst drei Animationsfilme gesehen, „DM2“ ist für mich aber mit Abstand der kurzweiligste. Er gefiel mir sogar besser als der erste Film (dachte ich zumindest, bis ich gesehen habe, dass ich dem auch ein „A-“ gegeben habe).

Die Geschichte im zweiten Animationspaß ist zugegebenermassen schnell erzählt und das Ende erwartbar. Durch den liebenswerten Gru und seine putzigen Adoptivtöchter (klar, ist Agnes nach wie vor der Goldschatz), ein paar guter Einfälle und Szenen hatte ich den ganzen Film über ein glückliches Dauergrinsen im Gesicht. Unterbrochen wurde dieser sicherlich selten dämlich aussehende Gesichtsausdruck allerdings von sehr häufig auftretenden Spontan-Gelächter. Ich konnte immer kaum noch an mich halten, wenn die Minions wieder irgendein Blödsinn fabrizierten. Da ihnen im zweiten Teil der Reihe auch wesentlich mehr Zeit gewidmet wird, war das ziemlich oft. Dennoch gab es für mich einige Minions-Höhepunkte (Traum von/mit Lucy, Minions am Strand und singend zum Schluss). Ohne diese kleinen, drolligen gelben Dinger hätte ich dem Film kaum eine so gute Bewertung gegeben.

Vielleicht ist der Film weniger etwas für Kinder. In meiner recht gut besuchten Vorstellung gab es vermutlich ebenso viele Kinder wie Erwachsene. Am meisten habe ich jedoch die Erwachsenen lachen gehört.

Ich habe „Despicable Me 2“ in der 3D-Fassung gesehen und würde das auch weiterempfehlen. Spätestens mit dem Abspann habe ich registriert, dass auch die Kinder von den Effekten begeistert waren.

Zum Schluss meiner Vorstellung gab es großen Applaus.

„Despicable Me 2“ bewirbt sich um einen Platz in meiner Top Ten für Filme aus dem Jahr 2013.

Im nächsten Jahr soll ein eigener Minions-Film ins Kino gebracht werden. Zum heutigen Zeitpunkt sehe ich einen kompletten Film alleine über die Minions als Fehler. Sie sind perfekt darin, die Charaktere und die Handlung zu unterstützen, dabei sollte man es belassen.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer von Film: „Free Birds“ (in 3D gezeigt)
Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer)
Kommentar: Animationsfilm
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 80%

Trailer von Film: „The Wizard of Oz“ (in 3D gezeigt)
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Der Klassiker feiert 75. Geburtstag und wird im September 13 für eine Woche in der 3D-Version ins Kino gebracht.
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: eher nicht

Trailer von Film: „Frozen“ (in 3D gezeigt)
Bewertung des Trailers: A
Kommentar: Disney-Animationsfilm. Ich liebe diesen Trailer.
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 100%

Trailer von Film: „The Smurfs 2“ (in 3D gezeigt)
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Fortsetzung des Animationsfilms.
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 0%

Trailer von Film: „The Boxtrolls“ (in 3D gezeigt)
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Stop-Motion-Film
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: warum nicht?

Trailer von Film: „Turbo“ (in 3D gezeigt)
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: DreamWorks-Animationsfilm.
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 30%

Trailer von Film: „R.I.P.D.“ (in 3D gezeigt)
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Action-Mist mit Ryan Reynolds und Jeff Bridges
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 0%