NYC – Film: „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“

Ich war am 11.11.17 in New York und am 24.11.17 in Chicago und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ (dt. Kinostart: 25.01.18) 115 min drama, comedy
dir. Martin McDonagh cast: Frances McDormand, Woody Harrelson, Sam Rockwell, John Hawkes, Peter Dinklage, Abbie Cornish, Caleb Landry Jones, Lucas Hedges, Zeljko Ivanek

 

Mildred Hayes (Frances McDormand) ist alleinerziehend und lebt mit ihrem Sohn Robbie (Lucas Hedges) in dem Örtchen Ebbing in Missouri. Vor sieben Monaten ist ihre Tochter Angela brutal vergewaltigt und ermordet worden. In ihren Augen hat die lokale Polizeibehörde mit Sheriff Willoughby (Woody Harrelson) nicht genug getan, um den Täter ausfindig zu machen. Kurzerhand bucht Mildred für ein Jahr drei großformatige Werbeflächen außerhalb der Gemeinde und klagt in großen Lettern Sheriff Willoughby und sein Team an…

 

A- (Wertung von A bis F) „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ ist der neue Film des britisch-irischen Dramatikers und Regisseurs Martin McDonagh. Dies ist nach In Bruges und Seven Psychopaths erst der dritte Spielfilm, bei dem er das Drehbuch schrieb und Regie führte.

Wenn man die grandiosen Trailer von „Three Billboards“ sieht, könnte man meinen, dass es sich hier um eine schwarze Komödie handelt. Als ich den Film das erste Mal sah, war ich leicht irritiert, welche Wege die Handlung nimmt. In der Zwischenzeit habe ich den Film ein zweites Mal gesehen. Mit der zweiten Sichtung wusste ich, was mich erwartet, „Three Billboards“ ist eindeutig ein Charakterdrama über zwei komplexe und so unterschiedliche Persönlichkeiten (gespielt von Frances McDormand und Sam Rockwell) ist. Der Humor ist natürlich auch da, er resultiert aus der Situationskomik und den wirklich überragenden, schimpfwortreichen Dialogen.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Mildred Hayes, eine für die meisten Bewohner von Ebbing zu smarte, sarkastische und sehr zornige Mutter, die es nicht fassen kann, dass der Mörder ihrer Tochter nach sieben Monaten immer noch nicht gefasst wurde und offensichtlich nicht groß weiter ermittelt wird. Die Geschichte ist dabei weniger an der Suche nach dem Mörder interessiert, eher, mit wem Mildred Hayes alles konfrontiert wird und sich auseinandersetzen muss. Einer der Typen ist dabei der Polizist Jason Dixon (gespielt von Sam Rockwell). Diese Figur ist anschaulich beschrieben, man versteht, was ihn geprägt hat, was ihn umtreibt und kann dann auch sein weiteres Handeln nachvollziehen. Sam Rockwell erweckt diesen Dixon zum Leben. Dixon hätte leicht eine Karikatur sein können, aber Sam Rockwell findet den richtigen Ton und macht ihn zu einer realen Person, die in so einem Kaff im Mittleren Westen der U.S.A. leben könnte. Bei jedem Auftritt Dixons schlug mein Herz bis zum Anschlag. Sam Rockwell (Moon, Conviction, The Way, Way Back) ist unbeschreiblich gut und war nie besser (und das will was heißen). Wenn er für „Three Billboards“ nicht den Oscar gewinnt, verstehe ich die Welt nicht mehr. Ich liebe, liebe, liebe jede einzelne Szene mit ihm…insbesondere bei meiner zweiten Sichtung des Films.

Hier geben aber auch Woody Harrelson, John Hawkes, Lucas Hedges, Caleb Landry Jones, Peter Dinklage und selbstverständlich Frances McDormand exzellente Performances. Das gepaart mit den brillanten Dialogen macht den Film zu einem einzigartigen Film. Ich kann aber auch verstehen, wenn man Probleme mit dem Film hat, er ist auch nicht leicht einzuordnen und aller Wahrscheinlichkeit kann man sich in keinem der Charaktere wiederfinden. Die Wut und Frustration von Mildred Hayes passt aber in die heutige Zeit, in der man – wenn man mit offenen Augen durch die Welt schreitet – so viele Missstände in der Gesellschaft, bei der Polizei, der Justiz und natürlich in der Politik sieht.

Als Martin McDonagh das Drehbuch zu dem Film schrieb, hatte er Frances McDormand für die Hauptrolle im Sinn. Als ihr die Rolle angeboten wurde hatte die amerikanische Schauspielerin jedoch länger gezögert. Sie fand sich zu alt für die Rolle und war der Meinung, dass eine Frau, die in so einer Kleinstadt in Missouri lebt, viel früher Kinder bekommen hätte. Letztendlich hat ihr Ehemann und Top-Regisseur Joel Coen sie aber überzeugen können. Danke dafür! Mildred Hayes ist eine dieser Figuren, die man sich mit einer anderen Schauspielerin nicht vorstellen kann. Frances McDormand ist eine der besten Schauspielerinnen heutzutage, Ihre Performance in dem Mehrteiler Olive Kitteridge und jetzt in „Three Billboards“ zählen, in meinen Augen, zu ihren besten. Frances McDormand hält nicht viel von Awards-Kampagnen und sehr wahrscheinlich wird man sie nicht häufig bei den ganzen Rote-Teppich-Events sehen, da werden ihr Saoirse Ronan, Margot Robbie und andere sicherlich mit einer Charme-Offensive den Rang ablaufen. Am Ende sollte aber Leistung zählen und so hoffe ich darauf, dass sie am Ende nach über zwanzig Jahren mit ihrem zweitem Oscar (den ersten hat sie für ihre Performance in „Fargo“ gewonnen) ausgezeichnet wird.

In regulären amerikanischen Vorstellungen gibt es äußert selten Applaus am Ende eines Films. Als ich „Three Billboards“ das erste Mal in New York gesehen habe, gab es jedoch in meiner sehr gut besuchten Vorstellung am Eröffnungswochenende großen Applaus. (Als ich den Film zum zweiten Mal in Chicago gesehen hat jedoch keiner applaudiert).

„Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ ist festgesetzt in meiner Top Ten für Filme aus dem Jahr 2017.

Jetzt zu den Oscars, Kategorie Bester Film. Als ich meine erste Prognose zu den Oscar-Nominierungen bzw. Oscar-Gewinnern 2018 Ende September veröffentlicht habe, gab es faktisch noch keinen Favoriten in dieser Kategorie. Ich habe die Vermutung geäußert, dass „Three Billboards“ den Oscar als Bester Film gewinnen könnte. Jetzt zwei Monate später ist, in dieser beispiellosen Oscar-Saison, immer noch kein Favorit in Sicht. Viele Oscar-Experten gehen, nach wie vor, davon aus, dass Dunkirk gewinnen wird. Ich bin mir jedoch mittlerweile ziemlich sicher, dass ein Film mit einer weiblichen Hauptrolle den Oscar im nächsten Jahr gewinnen wird. Die Gründe dafür liegen auf der Hand, ich werde in meiner nächsten Oscar-Prognose näher dazu Stellung nehmen. In dieser Oscar-Saison gibt es erfreulicherweise eine beachtliche Auswahl von Filmen mit starken Frauen/Mädchen in der Hauptrolle: „Three Billboards“, Lady Bird, „“The Shape of Water“ und „The Post“, aber auch „I, Tonya“, The Florida Project, Battle of the Sexes, Molly´s Game“ und nicht zu vergessen: mother!.(gut, Letztgenannter hat natürlich keinerlei Chancen auf einen Oscar-Gewinn)

„Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Frances McDormand), Bester Nebendarsteller (Sam Rockwell, Woody Harrelson), Bestes Originaldrehbuch und einige technische Kategorien. Update: Three Billboards Outside Ebbing, Missouri hat 7 Oscar-Nominierungen erhalten (Best Picture, Best Actress – Frances McDormand, Best Supporting Actor – Sam Rockwell und Woody Harrelson, Best Original Screenplay, Best Film Editing, Best Score) Update: „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ hat zwei Oscars (Beste Hauptdarstellerin, Frances McDormand und Bester Nebendarsteller Sam Rockwell)
gewonnen.

„Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ wurde erstmalig auf dem Venice International Film Festival 2017 gezeigt. Auf dem Toronto International Film Festival hat der Film den Publikumspreis gewonnen. Am 10.11.17 ist der Film in vier amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er landesweit in 614 Kinos in den U.S.A. Für Deutschland ist ein Kinostart am 25.01.18 geplant.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Isle of Dogs„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Wes Andersons neuer Stop-motion-Animationsfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Post„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Da ist er nun endlich der Trailer zum lang erwarteten neuen Spielberg-Film mit Meryl Streep und Tom Hanks. Wichtiger Film über ein wichtiges Thema (Pentagon-Papers). Film steht bis auf weiteres noch unter Embargo. Soviel ist aber durchgedrungen, man kann mit einigen Oscar-Nominierungen rechnen
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Fifty Shades Freed„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: als erkennbar war, für welchen Film hier Werbung gemacht wird, brach in meiner New Yorker Vorstellung schallendes Gelächter aus.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „12 Strong„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Kriegsfilm mit Michael Shannon und anderen
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Downsizing„
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: Alexander Paynes neuer Film soll problematisch sein, vom Trailer her sieht er aber wirklich gut aus
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Commuter„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Action-Thriller mit Liam Neeson (ich dachte, er wollte solche Filme nicht mehr machen, er sieht hier schlecht aus) und Vera Farmiga
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: wahrscheinlich schon

Trailer v. Film: „Phantom Thread„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Paul Thomas Andersons neuer Film, der nun offiziell diesen Titel trägt, (vorerst) letzte Performance von Daniel-Day Lewis. Auch dieser Film wurde die Tage das erste Mal gezeigt, steht aber auch noch unter Embargo
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Vor meiner Vorstellung in Chicago habe ich Trailer von „12 Strong“, „The Disaster Artist“, „The Commuter“, „Fifty Shades Freed (keiner hat in Chicago bei diesem Trailer gelacht), „The Shape of Water“

und

Trailer v. Film: „I, Tonya„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Margot Robbie als Tonya Harding – unglaublich, wie furchtbar diese bildhübsche Frau aussehen kann. Und ja klar, allein vom Trailer schon mind. eine Oscar-Nominierung für Allison Janney und wahrscheinlich eine für Margot Robbie
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Super Troopers 2„
Bewertung des Teasers: B
Kommentar: Actionkomödie und Fortsetzung
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

 

Aussteller von „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri

 

Berlin – Film: „Everest – 3D“

Ich war am 16.09.15 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Everest – 3D“ (dt. Kinostart: 17.09.15) 122 min drama
dir. Baltasar Kormákur cast: Jake Gyllenhaal, Josh Brolin, Jason Clarke, John Hawkes, Sam Worthington, Robin Wright, Keira Knightley, Emily Watson

Nach einer mehrwöchigen Vorbereitung startet der neuseeländische Expeditionsleiter Rob Hall (Jason Clarke) mit seiner Gruppe den Aufstieg zum Gipfel des Mount Everest. Rob ist sehr auf Sicherheit bedacht, schließt sich aber dennoch mit seinem Konkurrenten, den risikofreudigeren anderen Gruppenleiter Scott Fischer (Jake Gyllenhaal) und seiner Gruppe zusammen. Der Aufstieg ist aber nicht das einzige Problem, alle wollen schließlich auch wohlbehalten wieder im Basislager ankommen.

B (Wertung von A bis F) Der Film „Everest“ basiert auf wahren Ereignissen, die sich im Jahr 1996 am Mount Everest zugetragen haben.

Mir ist ja völlig rätselhaft, wie man überhaupt auf die Idee kommen kann, einen Berg zu besteigen. Jetzt habe ich es aber doch getan. Als ich das Kino verlassen habe, kam es mir zumindest so vor, als wäre ich irgendwo Teil dieser Expedition gewesen. „Everest“ ist ein sehr intensiver, ich fand sogar strapaziöser Film. Ganz sicher hat die 3D-Fassung mein Empfinden noch verstärkt.

Auch wenn die Schneeverwehungen das eine oder andere Mal unecht aussahen und ein paar wenige Szenen wirkten, als wären sie im Studio aufgenommen ist die 3D-Fassung (oder IMAX) doch unbedingt zu empfehlen.

Schauspielerisch konnten besonders Jason Clarke und Jake Gyllenhaal aus dem Ensemble herausragen. Überzeugend fand ich später aber auch John Hawkes, Josh Brolin und sogar Keira Knightley.

„Everest“ wurde erstmalig am 23.06.15 auf der CineEurope gezeigt und wurde auf dem Venice International Film Festival 2015 als Eröffnungsfilm gezeigt. Ich habe den Film in einer Preview gesehen. Gezeigt wurde die OV und 3D-Fassung.

„Everest“ ist kein Oscar-Film. Mit Ausnahme einiger technischer Kategorien hat der Film Everest meines Erachtens keine Chance auf Oscar-Nominierungen.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „American Ultra“ (in der OV gezeigt)
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Actionkomödie mit Jesse Eisenberg und Kristen Stewart
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: wollte den eigentlich schon im August sehen, also 100%

Trailer v. Film: „Sicario“ (in der OV gezeigt)
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Denis Villeneuves neuer Film mit Benicio del Toro und Emily Blunt
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Spectre“ (in der OV)
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Sam Mendes zweiter James Bond Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Star Wars: The Force Awakens“ (in der OV gezeigt)
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: J.J. Abrams Star Wars-Film – ich könnte nicht gelangweilter sein. Die Besetzung reizt mich aber.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: wahrscheinlich schon

Trailer v. Film: „The Last Witch Hunter“ (in der OV gezeigt)
Bewertung des Trailers: C+ (neuer Trailer)
Kommentar: Fantasy-Film mit Michael Caine und Vin Diesel. Bei Vin Diesel bin ich raus.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Kino in Berlin

Ich muss mal wieder meinen Unmut äußern. Ich gehe wirklich sehr selten in Deutschland ins Kino. Die letzte reguläre Kinovorstellung, die ich in Deutschland besucht habe, war Maps to the Stars und das liegt ziemlich genau ein Jahr zurück. Jetzt ist mir wieder mal bewusst geworden, wie glücklich ich mich schätzen kann, in anderen Ländern (vor allen Dingen in den U.S.A.) ins Kino zu gehen. Die Kinokarte in einem Berliner Kinocenter hat 13,50 Euro gekostet (+ 1,00 Euro für die 3D-Brille – was ich auch kaum glauben wollte) und dennoch wurden den Zuschauern 32 Minuten Werbung, inkl. der o.g. Trailer zugemutet. Und nicht nur das, es wurde während dieser 32 minütigen Werbung eine mehrminütige Pause eingelegt, in der die Zuschauer aufgefordert wurden, sich doch noch ein Eis oder ähnliches zu kaufen. Ich finde das wirklich eine Unverschämtheit. Wenn die Preview kostenlos gewesen wäre, hätte ich mich auch ohne zu Murren mit dem Werbe-Müll zuschütten lassen, aber – wie gesagt – ich habe für meine Kinokarte nicht wenig Geld bezahlt. Ich kann nicht verstehen, dass dagegen in Deutschland keiner rebelliert.

NYC – Film: "The Driftless Area"

Ich war am 25.05.15 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„The Driftless Area“ 95 min drama, crime, adaptation
dir. Zachary Sluser cast: Anton Yelchin, Zooey Deschanel, John Hawkes, Frank Langella, Ciarán Hinds, Aubrey Plaza

Pierre (Anton Yelchin) hat eines Tages ein schräges Zusammentreffen mit einem seltsamen Fremden (John Hawkes). Diese Begegnung alleine hätte sein Leben schon heftig durcheinanderbringen können, aber dann lernt er auch noch die mysteriöse Stella (Zooey Deschanel) kennen.

B+ (Wertung von A bis F) Der Film „The Driftless Area“ basiert auf Tom Drurys gleichnamigen Roman. Es ist das Spielfilmdebüt von Regisseur Zachary Sluser.

Für mich ist „The Driftless Area“ DIE Entdeckung auf dem diesjährigen Tribeca Film Festival. Genau die Art von Film verspreche ich mir von diesem Filmfestival. Reingegangen bin ich eigentlich nur aufgrund der Schauspieler und dann habe ich diesen irgendwie quer erzählten Krimi mit einer überraschend großen Portion Humor präsentiert bekommen. Die Akteure haben sich ganz natürlich in ihre Charaktere reingefühlt, so dass es Spass macht, ihren mitunter skurrilen Figuren zuzuschauen. Der Film bietet einige recht schräge, wirklich witzige Szenen. Die nächtliche Szene im Wald fand ich, insbesondere für ein Regiedebüt, hervorragend.

Ich konnte bislang noch keinen Trailer finden.

„The Driftless Area“ wurde erstmalig auf dem Tribeca Film Festival 2015 gezeigt. Ich habe den Film auf diesem Filmfestival gesehen. Der Film hat bislang noch keinen amerikanischen Verleih gefunden.

Tribeca Film Festival

Das Tribeca Film Festival wurde nach dem 11. September 2001 von u.a. Robert De Niro ins Leben gerufen. Der New Yorker Robert De Niro besitzt in TriBeCa (Triangle below Canal Street) ein Hotel und Restaurants, auch seine Produktionsfirma ist dort ansässig. Durch das Film Festival wollte er nach den Terroranschlägen seinen Beitrag leisten, Manhattan – insbesondere Lower Manhattan, wieder in ein positives Licht zu rücken und für Investitionen, insbesondere im Filmbereich, werben. Im Jahr 2015 feierte das TFF bereits seinen 14. Jahrestag.

Boston – Film: "Lincoln"

Ich war am 27.11.12 in Boston und habe mir im Kino angeschaut:

„Lincoln“ (dt. Kinostart: 24.01.13) 149 min drama, biopic, adaptation
dir. Steven Spielberg cast: Daniel Day-Lewis, Sally Field, Tommy Lee Jones, David Strathairn, James Spader, Hal Holbrook, Joseph Gordon-Levitt, John Hawkes, Jackie Earle Haley, Lee Pace, Michael Stuhlbarg, Dane DeHaan, Adam Driver

Abraham Lincoln wurde im Jahr 1860 ins höchste amerikanische Staatsamt gewählt. Er war der erste republikanische Präsident und gilt bis heute als einer der bedeutendsten Präsidenten der U.S. Geschichte. Er war ein Visionär und stand für die Einheit der amerikanischen Nation und Gleichheit aller Menschen. Sein Traum war es, das Unrecht der Sklaverei zu beenden. Verheiratet war Abraham Lincoln mit der sehr gebildeten, reichen Tochter aus den Südstaaten, Mary Todd. Sie galt als manisch-depressiv und verschwenderisch. Zu Beginn seiner zweiten Amtszeit, im Januar 1865 versuchte er den 13. Zusatzartikel der amerikanischen Verfassung, der die Sklaverei in allen U.S. Staaten verbietet, durchzusetzen. Hierfür brauchte er die Zustimmung seines Kabinetts und des Repräsentantenhauses. Am 14.04.1865 wurde Abraham Lincoln von dem fanatischen Südstaatler und Schauspieler John Wilkes Booth erschossen.

Der Film „Lincoln“ beginnt kurz nach der Wiederwahl von Abraham Lincoln (Daniel Day-Lewis). Der Krieg zwischen den Vereinigten und den Konföderierten Staaten dauert nun bereits seit vier Jahren an und, nachdem der 13. Verfassungszusatz bereits einmal die Zweidrittelmehrheit im Repräsentantenhaus verfehlte, setzt der amerikanische Präsident im Januar 1865 nun alles daran, die Verfassungsänderung durchzusetzen.

B (Wertung von A bis F) „Lincoln“ basiert auf Doris Kearns Goodwins Sachbuch „Team of Rivals: The Political Genius of Abraham Lincoln“.

Das Skript zu „Lincoln“ wurde von dem Dramatiker und Drehbuchautor Tony Kushner (Angels in America) geschrieben. Der Film spielt ausschließlich in den letzten vier Lebensmonaten von Abraham Lincoln, hauptsächlich jedoch im Januar 1865.

Die Handlung bringt es mit sich, dass der Film sehr textreich ist. Unabhängig davon war mir der Film aber etwas zu lang. Man hätte Teile kürzen können. Die Vater/Sohn-Geschichte hätte man in meinen Augen ganz weglassen können. Auch kann Steven Spielberg sicherlich nicht zu hundert Prozent aus seiner Haut, diesmal lenkt er dankenswerterweise in nur ganz wenigen Szenen durch künstliches Licht und Musik ab. Insbesondere bei biografische Dramen mag ich es nicht, wenn die Filmemacher durch diese simplen Tricks versuchen, den Zuschauer emotional zu manipulieren. Für mich hätte „Lincoln“ gerne noch etwas puristischer ausfallen können. Auch passt der, von mir sehr geschätzte, Jackie Earle Haley („Little Children“, „A Nightmare on Elm Street“, „Shutter Island), der hier den Vizepräsident der Konföderierten Staaten spielt, nicht in die Zeit. Vielleicht lenkt sein Äusseres auch zu sehr ab. Ich weiss nicht, was ein paar meiner Mitzuschauer dazu veranlasst hat, das Kino vorzeitig zu verlassen. Ansonsten ist „Lincoln“ nämlich ein ziemlich guter Film.

Schon im Vorfeld, mit den ersten veröffentlichten Trailern, gab es in den U.S.A. viele Diskussionen, ob der Brite Daniel Day-Lewis den richtigen Ton des amerikanischen Präsidenten trifft. Damit war nicht nur seine Sprache und Stimme gemeint, sondern auch, ob Day-Lewis überhaupt in der Lage ist, den sympathisch-kauzigen, warmherzigen und so beliebten Abraham Lincoln zu spielen. Daniel Day-Lewis ist einer der besten Schauspieler der heutigen Zeit. Wer, wenn nicht er kann so überzeugend in scheinbar jeden x-beliebigen Charakter schlüpfen. In „Lincoln“ habe ich von Anfang an nicht Daniel Day-Lewis gesehen, sondern ausschließlich Abraham Lincoln. Es ist alles andere als unwahrscheinlich, dass Daniel Day-Lewis mit dieser Performance seinen dritten Oscar gewinnt. Damit würde einen Rekord brechen als erster Schauspieler, der drei Academy Awards als Bester Hauptdarsteller erhalten hat. Bisher hat allerdings noch kein Schauspieler für einen Steven Spielberg-Film einen Oscar gewonnen.

Begeistert war ich aber auch von James Spader (wo hat der eigentlich die ganze Zeit gesteckt?), Michael Stuhlbarg (der mittlerweile zu meinen Lieblingsschauspielern zählt), Lee Pace, der zweimaligen Oscar-Gewinnerin Sally Field und natürlich auch von Tommy Lee Jones, dem gute Chancen eingeräumt werden, mit seiner Rolle hier seinen zweiten Oscar zu erhalten.

Steven Spielberg hat seinen Film „Lincoln“ kurz nach den amerikanischen Präsidentschaftswahlen 2012 ins Kino gebracht. U.S.-Präsident Barack Obama wurde letzten Monat gerade für eine zweite Amtsperiode wiedergewählt und ich weiss nicht, ob es ein Zufall ist, dass drei politische Filme (Argo, „Lincoln“, Zero Dark Thirty) im Oscar-Rennen 2012/2013 gegeneinander antreten. Jeder Film hat irgendwie auf seine eigene Art einen aktuellen Bezug zu Themen, die Amerika bewegen.

„Lincoln“ ist im Gespräch für folgende Oscar-Nominierungen: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Daniel Day-Lewis), Bester Nebendarsteller (Tommy Lee Jones), Bester Nebendarstellerin (Sally Field), Bestes adaptiertes Drehbuch, Bester Schnitt, Beste Kamera, Bestes Szenenbild, Bester Ton, Bestes Kostümdesign, Beste Filmmusik

„Lincoln“ wurde erstmalig auf dem New York Film Festival gezeigt.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Side Effects“
Bewertung des Trailers: B
?Kommentar: Thriller von Steven Soderbergh mit Jude Law, Rooney Mara und Channing Tatum
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Gangster Squad“
Bewertung des Trailers: C+ (neuer Trailer)
Kommentar: Thriller mit Sean Penn, Ryan Gosling, Josh Brolin, Nick Nolte, Giovanni Ribisi, Michael Pena – hoffentlich nicht wieder einer dieser Filme, der eine geniale Besetzung hat und trotzdem ein großer Flop ist. Nach dem letzten Trailer habe ich das Gefühl.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Les Misérables“
Bewertung des Trailers: C (neuer Trailer)
Kommentar: Musical mit Hugh Jackman, Russell Crowe, Amanda Seyfried, Anne Hathaway. Da muss ich ganz stark sein…
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Zero Dark Thirty“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Kathryn Bigelows neuer (Oscar)Film mit Jessica Chastain, Joel Edgerton, James Gandolfini.
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Oz: The Great and Powerful“
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: Sam Raimis Verfilmung von „The Wonderful Wizard of Oz“ mit James Franco und Michelle Williams
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Parental Guidance“
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Komödie mit Billy Crystal, Bette Midler, Marisa Tomei
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 40%

Trailer v. Film: „The Lone Ranger“
Bewertung des Teasers: B+
Kommentar: Action/Western mit Johnny Depp
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiss nicht…

San Francisco – Film: "The Sessions"

Ich war am 01.11.12 in San Francisco und habe mir im Kino angeschaut:

„The Sessions“ (dt. Titel: „The Sessions – Wenn Worte berühren“, dt. Kinostart: 03.01.2013) 95 min drama, comedy, adaptation
dir. Ben Lewin cast: John Hawkes, Helen Hunt, William H. Macy

Berkley, Kalifornien, 1988. Mark O´Brien (John Hawkes) ist mit 6 Jahren an Kinderlähmung erkrankt. Mittlerweile ist er 38 Jahre alt und bewegungsunfähig. Die meiste Zeit am Tage und natürlich nachts muss er in einem Beatmungsapparat, der sogenannten Eisernen Lunge, verbringen. Er ist streng katholisch, dichtet und arbeitet auch als Journalist. Er bekommt schließlich den Auftrag, körperlich Behinderte nach ihrem Sexualleben zu befragen. Er ist überrascht, wie freimütig die Erkrankten über Sex erzählen und möchte nun auch das erste Mal in seinem Leben Sex haben. Für sechs Sitzungen bestellt er die Sex-Therapeutin Chery (Helen Hunt), doch noch bevor sie sich das erste Mal treffen, verlässt ihn beinahe der Mut…

B+ (Wertung von A bis F) „The Sessions“ basiert auf einer wahren Geschichte und auf Mark O´Briens Artikel „On Seeing a Sex Surrogate“, der im Jahr 1990 in der THE SUN erschien.

Der Film ist bewegend, tragisch, herzzerreissend, verstörend, humorvoll, informativ (ich hatte nicht die geringste Ahnung, dass es solche Sextherapeuten gibt), faszinierend, intim und schwierig – manchmal sogar alles zur gleichen Zeit. Taschentücher sollte man bei dem Kinobesuch in keinem Fall vergessen.

Ich hatte ein paar Probleme, die Gefühle aus der weiblichen Perspektive nachzuvollziehen. An einer bestimmten Stelle hat mich das sogar aus dem Film gebracht hat. Dank der überragenden Performance von insbesondere von Helen Hunt war das aber nicht von langer Dauer und schon konnte ich wieder teilhaben. Helen Hunt („As Good as It Gets“, „Pay It Forward“, „What Women Want“) gibt überhaupt eine unglaublich mutige Performance. Im Gespräch ist sie für eine Oscar-Nominierung als Beste Nebendarstellerin. William H. Macy als katholischer Priester ist ebenfalls sehenswert.

„The Sessions“ ist aber hauptsächlich John Hawkes´Film. Ich habe John Hawkes leider erst in Winter´s Bone für mich entdeckt. In diesem Film sind seine Möglichkeiten sich auszudrücken, begrenzt. Er liegt förmlich die ganze Zeit auf seiner Krankentrage, einzig sein Gesicht, seine Mimik, seine Stimme und seine Sprache müssen überzeugen. Der Humor seiner Filmfigur tut sein Übriges und man hat ihn schon schnell ins Herz geschlossen.

Derzeit ist John Hawkes in der Top 5 für eine Oscar-Nominierung als Bester Schauspieler.

Wenn Daniel Day-Lewis (wahrscheinlich verdient, ich habe den Film aber noch nicht gesehen) oder auch Denzel Washington (schon die Nominierung für einen Oscar wäre eine Respektlosigkeit gegenüber den richtig guten Performances dieses Jahr – zu dem Film Flight komme ich später) nicht im nächsten Jahr ihren jeweils dritten Oscar bekommen, stehen die Chancen für John Hawkes (aber auch für Joaquin Phoenix) nicht schlecht, ihren ersten Oscar zu erhalten. Das ist eine Momentaufnahme, Hugh Jackman kann mit „Les Misérables“ auch wieder alles durcheinander bringen und bei Bradley Cooper kann und will ich mir bislang nicht vorstellen, dass er für einen Oscar nominiert wird oder einen Oscar sogar sein Eigen nennen darf.

„The Sessions“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival im Jahr 2012 gezeigt. Dort lief er noch unter dem Filmtitel: „The Surrogate“ und hat den Audience Award: U.S. Dramatic und den U.S. Dramatic Special Jury Prize for Ensemble Acting gewonnen.

Den Film sollte man unbedingt im Original sehen. Ansonsten ist, meines Erachtens, John Hawkes´Charakter gar nicht richtig zu erfassen.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „A Late Quartet“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Drama mit Christopher Walken, Philip Seymour Hoffman und Catherine Keener. Oscars 2013?
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Hyde Park on Hudson“
Bewertung des Trailers: B- (neuer Trailer)
Kommentar: Biografisches Drama über den amerikanischen Präsidenten Franklin D. Roosevelt und seine Cousine. FDR wird von Bill Murray portraitiert, es spielen auch Laura Linney, Olivia Williams und Olivia Colman mit. Film soll leider nicht so gut sein, aber die Performances sind es ganz sicher wert, den Film zu sehen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Other Son“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: israelisches Familiendrama
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 80%

Trailer v. Film: „The Big Picture“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: französischer Thriller mit Catherine Deneuve
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 80%

Trailer v. Film: „Brooklyn Castle“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Dokumentation über eine Schule in Brooklyn, deren Schüler alle Wettbewerbe im Schach gewinnen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

VOD – Film: "Martha Marcy May Marlene"

Folgenden Film habe ich mir auf Video on Demand angeschaut:

„Martha Marcy May Marlene“ (dt. Kinostart: 08.03.12) 101 min drama, thriller
dir. Sean Durkin cast: Elizabeth Olsen, John Hawkes, Sarah Paulson, Hugh Dancy

Martha (Elizabeth Olsen) ist in den Sog einer Sekte geraten, flüchtet aber eines Tages. Völlig traumatisiert ruft sie ihre ältere Schwester Lucy (Sarah Paulson) an und kommt bei ihr und ihrem Ehemann Ted (Hugh Dancy) unter. Martha hat sich in den letzten zwei Jahren stark verändert, sie legt ein merkwürdiges Verhalten an den Tag und erzählt nur sehr wenig. Ihre Schwester Lucy macht sich Sorgen. Martha erinnert sich an die Zeit in der Sekte zurück und entwickelt schon bald eine Panik, von dem Sektenführer Patrick (John Hawkes) und seinen Anhängern verfolgt zu werden…

B (Wertung von A bis F) Das Spielfilmdebüt von Regisseur Sean Durkin ist ein leises und äusserst beklemmendes Drama. Ich hatte mich mehr auf einen Psychothriller eingestellt, und es gibt ganz sicherlich spannende Szenen, aber ein Thriller ist es für mich nicht. Sean Durkin hat hier auch noch ungewöhnlichen Score eingesetzt, in einigen Szenen hat er die Musik sogar völlig weggelassen, was mein Unwohlsein als Zuschauer nur noch verstärkt hat. Vieles bleibt im Dunkeln bzw. lässt Raum für Interpretationen. Elizabeth Olsens Charakter Martha fragt einmal ihre Schwester, ob sie manchmal auch nicht weiss, ob etwas eine Erinnerung oder ein Traum ist. Nach der Zeit, die sie in der Sekte verbracht hat, findet sie sich in der normalen Welt nicht mehr zurecht.

Elizabeth Olsen wirkt sehr natürlich, ich nehme ihr die Persönlichkeit der Martha zu jeder Zeit ab. Elizabeth Olsen scheint wesentlich talentierter und mutiger in ihrer Filmauswahl als ihre beiden älteren Schwestern (die berühmten Olsen-Zwillinge) zu sein. Dennoch würde ich ihre Performance nicht überbewerten, für mich ist das keine Oscar-Performance, aber ich bin schon sehr gespannt, sie bald mal in einer anderen Rolle zu sehen. Selbstverständlich nehme ich John Hawkes den Charles Manson-mässigen Sektenführer ab.

„Martha Marcy May Marlene“ wurde auf dem Sundance Film Festival 2011 uraufgeführt. Dort wurde der Regisseur Sean Durkin mit dem U.S. Directing Award für Bestes Drama ausgezeichnet.

Trailer zu sehen:

NYC – Film: "Contagion"

Ich war am 20.09.11 in New York und habe mir im Kino angeschaut:

„Contagion“ (dt. Kinostart: 20.10.11) 105 min thriller
dir. Steven Soderbergh cast: Matt Damon, Marion Cotillard, Jude Law, Kate Winslet, Gwyneth Paltrow, Laurence Fishburne, John Hawkes, Bryan Cranston, Armin Rohde

Beth (Gwyneth Paltrow) war auf einer Geschäftsreise in Hong Kong. Als sie in die U.S.A. zu ihrem Ehemann Mitch (Matt Damon) und ihrem Sohn zurückkehrt, erleidet sie zwei Tage später einen Zusammenbruch und stirbt. Es stellt sich heraus, dass sie an einem mysteriösen Virus verstorben ist. Dieser leicht übertragbare Virus breitet sich weltweit in Windeseile aus und tötet unzählige Menschen. Die amerikanische Seuchenschutzbehörde mit Dr. Ellis Carver (Laurence Fishburne) und Dr. Erin Mears (Kate Winslet) wird beauftragt, alles über diesen Virus herauszufinden. Es scheint aber schon zu spät, eine Pandemie ist längst ausgebrochen…

B (Wertung von A bis F) Das ist ein Katastrophenfilm ganz nach meinem Geschmack. Wenn ich mir ein Horrorszenario vorstellen kann und bereit bin, minimal panisch zu werden, dann bei Viren. Es gibt gute und schlechte Drehbuchautoren und Regisseure. „Contagion“ ist dankenswerterweise bei den guten gelandet. Sie vermitteln mir hier plausibel, welchen Verlauf eine Pandemie nimmt, auf was man sich so alles einstellen muss und wie die Gesellschaft dabei ist, auseinanderzubrechen. Ich habe erfahren, dass man sich 2000 bis 3000 Mal pro Tag in Gesicht fasst und zwischendurch was weiss ich was alles. (Natürlich habe ich in Bars auch vorher nicht in die bereitgestellten Nuss-Schälchen gelangt.) Steven Soderbergh zeigt in seinem Film ganz eindrucksvoll den Weg, den sich ein tödlicher Virus sucht.

Der Film hat ein unglaubliches Staraufgebot, aber Steven Soderbergh bleibt den Charakteren treu, nicht den Stars. Am besten hat mir Kate Winslet gefallen. Sie ist aber auch eine so gute Schauspielerin. Etwas überrascht war ich, Armin Rohde zu sehen. Seine Rolle ist auch gar nicht so klein.

Auf die Szene mit dem U2 Song hätte ich gerne verzichtet. Man bekommt hier aber ansonsten einen auffallend guten Score zu hören.

Eine Figur hätte man sich meines Erachtens sparen können Alan Krumwiede ist Blogger und eine armselige Gestalt. Jude Laws Charakter wirkt so lächerlich wie seine scheinbar selbst geschneiderte Schutzuniform. (Als er damit das erste Mal auftrat brach schallendes Gelaechter im Kino aus). Er nimmt sich bei allem was er macht so wichtig und ernst. Wie sagt der eine so schön zu ihm: „Blogging is not writing, it´s graffiti with punctuation.“ Im Nachhinein habe ich mir aber gedacht, dass seine Figur vielleicht doch nicht so überflüssig ist. Durch Jude Laws Figur wird gezeigt, dass sich manche Menschen sogar in Katastrophenzeiten nicht scheuen, Dinge zu tun und über das Internet zu verbreiten nur um (endlich mal) wahrgenommen zu werden.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Thing“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Mal ein Horrorfilm, den ich vom Original her kenne und liebe. Trailer sah für mich nach Remake aus, ist aber ein Prequel mit Joel Edgerton
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 80%

Trailer v. Film: „50/50“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Tragikomödie mit Joseph Gordon-Levitt, Seth Rogen, Bryce Dallas Howard, Anjelica Huston, Anna Kendrick – Oscar-Potenzial
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „A Very Harold & Kumar Christmas“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Für mich war es überraschend, Kal Penn aktuell als Schauspieler auf der Leinwand zu sehen. Ist er doch Mitarbeiter der Obama Administration. Habe jetzt aber gelesen, dass er sich eine kurze Auszeit für seine Schauspielerei genommen hat. Komisch.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 70%

Trailer v. Film: „John Carter“
Bewertung des Trailers: D+ (neuer Trailer)
Kommentar: Disney-Sci-Fi-Abenteuer-Film mit Willem Dafoe, Samantha Morton, Thomas Haden Church
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Machine Gun Preacher“
Bewertung des Trailers: D+
Kommentar: Biopic über Sam Childers mit Gerard Butler
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%