NYC – Film: „Smallfoot“

Ich war am 03.10.18 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Smallfoot“ (dt. Filmtitel: „Smallfoot – Ein Eisigartiges Abenteuer“, dt. Kinostart: 11.10.18) 96 min animation, adaptation 

dir. Karey Kirkpatrick  voices: Channing Tatum, James Corden, Zendaya, Common, LeBron James, Danny DeVito, Gina Rodriguez

 

Der Yeti Migo wird durch Zufall Zeuge eines Flugzeugabsturzes, der Pilot kann sich retten und so begegnet Migo zum ersten Mal einem Smallfoot, also einem Menschen. Als er dieses Riesenereignis ganz aufgeregt der Yeti-Dorfgemeinschaft mitteilt, wird er verspottet, schließlich existieren nach ihren Regeln und Gesetzen solche Smallfoots gar nicht. Migo bleibt nicht anderes übrig, als irgendwie zu beweisen, dass es tatsächlich Menschen gibt…

 

B+ (Wertung von A bis F) „Smallfoot“ basiert auf Sergio Pablos Kinderbuch „Yeti Tracks“. Es ist der neue Film des amerikanischen Drehbuchautors („James and the Giant Peach“, „Chicken Run“) und Filmemachers Karey Kirkpatrick („Imagine That“). Dieser Animationsfilm stammt aus dem Hause Warner Bros. Animation (The Lego Movie).

„Smallfoot“ ist ein irrsinnig lustiges, aber auch hintergründiges Animationsabenteuer für Kinder und Erwachsene. Hier haben wir eine leicht verdrehte Welt, der Mensch ist der Fremde und wird von den Yetis gefürchtet. Daraus ergibt sich eine Film voller Situationskomik. Als es zu der ersten Begegnung zwischen dem Yeti Migo und dem Kleinfuss Percy kommt, und sie in einer, für den jeweils anderen völlig unverständlichen Sprache miteinander kommunizieren, wäre ich beinahe vor Lachen aus dem Kinosessel gefallen. Es gibt noch einige solcher wirklich witzigen Szenen, das ganze Gesinge hätte ich nicht wirklich gebraucht, auch wenn mir der Rap Song „Let it Lie“ von Common sogar gefallen hat. „Smallfoot“ erzählt eine Geschichte über Vorurteile und Ausgrenzung und – damit hat er mich dann gänzlich überzeugt – fordert unterschwellig dazu auf, sein steinzeitliches Weltbild, an die heutigen Begebenheiten anzupassen. 

„Smallfoot“ ist im Gespräch für eine Oscar-Nominierung als Bester Animationsfilm. 

„Smallfoot“ ist am 28.09.18 landesweit in 4,131 amerikanischen Kinos landesweit gestartet. In habe den Film in der 2D-Fassung gesehen, kann entsprechend nicht auf die 3D-Animation eingehen. In Deutschland startet der Film heute (11.10.18) in den Kinos. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Lego Movie 2“

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Fortsetzung zu The Lego Movie

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Ralph Breaks the Internet: Wreck-It Ralph 2„

Bewertung des Trailers: B- (neuer Trailer) 

Kommentar: Disney-Fortsetzung zu Wreck-It Ralph

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich denke schon 


Trailer v. Film: „Shazam!„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Superhelden-Kram

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: nö


Trailer v. Film: „Goosebumps 2: Haunted Halloween„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Fortsetzung

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0 %


Trailer v. Film: „Wonder Park„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Animationsfilm

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „How to Train Your Dragon: The Hidden World„

Bewertung des Trailers: C

Kommentar: Animationsfilm und Fortsetzung, ich mag aber keine Drachen und habe den ersten und den zweiten Teil bis heute nicht gesehen

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: also, eher nicht


Werbung von „Smallfoot“ am Times Square

Boston – Film: „Hail, Caesar!“

Ich war am 13.2.16 in Boston und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

 

„Hail, Caesar!“ (dt. Kinostart: 18.2.16) 106 min comedy, drama
dir. Joel Coen, Ethan Coen cast: Josh Brolin, George Clooney, Alden Ehrenreich, Ralph Fiennes, Jonah Hill, Scarlett Johansson, Frances McDormand, Tilda Swinton, Channing Tatum, Alison Pill, Fred Melamed, David Krumholtz voice: Michael Gambon

 

 

Hollywood im Jahr 1951. Eddie Mannix (Josh Brolin) ist der Problemlöser eines großen Filmstudios. Er hat alle Hände voll zutun und dann wird auch noch der große Filmstar Baird Whitlock (George Clooney) entführt.

 

 

B- (Wertung von A bis F) „Hail, Caesar!“ ist der 17. Spielfilm der Coen Brüder („Fargo“, „The Big Lebowski“, „The Man Who Wasn´t There“, No Country for Old Men, A Serious Man, Inside Llewyn Davis).

„Hail, Caesar!“ ist etwas konfus, definitiv nicht leicht zu etikettieren. Auch wenn man einiges aus früheren Werken der Coens wiederfindet, ist dieser Film so eigen. Es ist ein Film über den Prozess des Filmemachens und über das Hollywood Studiosystem der 1950er Jahre. Die Anspielungen auf Legenden dieser Zeit (Clark Gable, Esther Williams, Hedda Hopper, Gene Kelly) erfolgen natürlich bewusst, die Filmsets sind äußerst eindrucksvoll. Mir bleiben einige Szenen, die skurrilen Charaktere, die teils absurden Dialoge und die famosen Bilder in Erinnerung, der Film hat aber einige Längen und verblasst recht schnell.

Josh Brolins Charakter Eddie Mannix (basierend auf der realen Person Eddie Mannix) führt wie ein roter Faden durch den Film. Er ist der Fixer eines Hollywoodstudios und als Zuschauer begleiten wir ihn einen Tag lang und sehen, mit welchen Problemen, Zweifeln und existenziellen Fragen er sich beschäftigt.

Einige Filme (Stoker, Blue Jasmine), in denen Alden Ehrenreich mitgewirkt hat, habe ich gesehen, aufgefallen war er mir bislang jedoch noch nicht. Das ändert sich mit „Hail, Caesar!“.  Alden Ehrenreich zeichnet hier eine ungewöhnlich starke Präsenz aus. Es gehört auch einiges dazu, einen schlechten Schauspieler zu portraitieren. Auch wenn ich mir derzeit noch nicht vorstellen kann, den amerikanischen Schauspieler in einer ganz anderen Rolle zu sehen, denke ich, dass er seinen Weg gehen wird und ich schon bald erneut begeistert von ihm berichten werde. Die Szenen mit ihm und dem britischen Regisseur (ein erneut grandioser Ralph Fiennes) zählen zu meinen Lieblingsszenen in „Hail, Caesar!“.

Channing Tatum zeigte bereits in Filmen wie Foxcatcher, dass er durchaus ein schauspielerisches Talent besitzt. Er braucht einfach nur geeignete Rollen und die Coens haben ihm diese hier gegeben. In der gefühlte Ewigkeiten andauernden homoerotischen Tanzszene ist er so glaubwürdig wie selten zuvor.

 
Wie alle anderen Filme der Coens sieht auch „Hail, Caesar!“ fantastisch aus. Nicht zuletzt ist dies auch auf Kamerakünstler Roger Deakins zurückzuführen.

Seit dem Jahr 1990 und dem Film „Miller´s Crossing“ arbeiten die berühmten Filmemacher mit dem, dieses Jahr bereits das 13. Mal für den Oscar nominierten Kameramann Roger Deakins zusammen. Vor einigen Jahren war Roger Deakins mit den Dreharbeiten zu Sam Mendes Skyfall beschäftigt und so mussten und die Coens erstmalig bei dem Spielfilm „Burn After Reading“ gezwungenermassen auf einen anderen DP zurückgreifen. Ihre Wahl fiel auf den mittlerweile zweimaligen dreimaligen (gut, ist zwar noch knapp 2 Wochen hin, aber der Academy Award ist ihm mittlerweile sicher) mit dem Oscar ausgezeichneten Emmanuel Lubezki, genannt Chivo (GravityBirdman und The Revenant). Die Coens schätzten seine Arbeit seit längerer Zeit. Chivo konnte sich gleich am ersten Drehtag von dem speziellen Humor der Regie-Brüder persönlich überzeugen, die trugen nämlich ein T-Shirt mit der Aufschrift „What would Roger do?

„Hail Caesar!“ wurde am 5. 2. 16 in den amerikanischen Kinos gestartet. Am 11.2.16 wurde er als Eröffnungsfilm der 66. Berlinale gezeigt. Der Film ist ab dem 18.2.16 regulär in den deutschen Kinos zu sehen.

Trailer zu sehen:

ein zweiter Trailer (und ein Teil meiner Lieblingsszene) zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Hello, My Name is Doris„
Bewertung des Trailers: C+ (neuer Trailer)
Kommentar: Tragikomödie mit Sally Field
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich glaube, Sally Fields Charakter geht mir zu sehr auf die Nerven

Trailer v. Film: „Now You See Me 2„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: wieder mal eine unnötige Fortsetzung (von Now You See Me) und dann noch mit Daniel Radcliffe
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Money Monster„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: neuer Film von Jodie Foster mit George Clooney und Julia Roberts
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Eddie the Eagle„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: britische Sport-Biopic-Komödie mit Taron Egerton (den ich kaum erkannt habe) und leider Hugh Jackman
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Nice Guys„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Shane Blacks neuer Film mit einem ziemlich angedickten Russell Crowe und Ryan Gosling
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Neighbors 2: Sorority Rising„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: noch so eine unnötige Fortsetzung
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „The Boss„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Komödie mit Melissa McCarthy – wie viele solcher Komödien will sie noch drehen?
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

San Francisco – Film: „The Hateful Eight – 70mm“

Ich war am 02.01.16 in San Francisco und am 25.01.16 in Boston und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

 

„The Hateful Eight – 70mm“ (dt. Kinostart: 28.01.16) 180 min  western, mystery, horror
dir. Quentin Tarantino cast: Samuel L. Jackson, Kurt Russell, Jennifer Jason Leigh, Walton Goggins, Demián Bichir, Tim Roth, Michael Madsen, Bruce Dern voice: Quentin Tarantino

 

Sechs, acht oder zwölf Jahre nach dem amerikanischen Bürgerkrieg in Wyoming. Im tiefen Schnee ist die Postkutsche mit dem Kopfgeldjäger John Ruth (Kurt Russell) und seiner Gefangenen Daisy Domergue (Jennifer Jason Leigh) unterwegs. Auf dem Weg nach Red Rock treffen sie auf den anderen Kopfgeldjäger (Samuel L. Jackson) und Chris Mannix (Walton Goggins). Da ein heftiger Schneesturm aufzieht, müssen sie für ein paar Tage einen Zwischenhalt in einer Hütte einlegen. Dort haben es sich aber bereits ein paar Fremde gemütlich gemacht.

 

 

A- (Wertung von A bis F) „The Hateful Eight“ ist nach „Reservoir Dogs“, „Pulp Fiction“, Jackie Brown“, „Kill Bill“, Death Proof, Inglourious Basterds und Django Unchained Quentin Tarantinos achter Spielfilm.

Selbstverständlich habe ich alle Filme von ihm gesehen, einige sogar mehrmals. In meinen Augen war sein letzter Film „Django Unchained“ der schlechteste, den er je gemacht hat. Da ich mich immer noch über den Film ärgere und weil ich hörte, dass „The Hateful Eight“ eher langweilig sein soll und dafür aber 3 Stunden lang, hatte ich schon keine Lust, mir den neuesten Tarantino-Film überhaupt anzuschauen.

Ich habe ihn mir aber natürlich trotzdem angeschaut und zwar – wie es sich der Filmemacher vorstellt – in der 70mm-Fassung. Dafür musste ich für die 11.00-Uhr-vormittags-Vorstellung unglaubliche 18 Dollar löhnen, bekam aber ein schön bebildertes Programm (ein paar Fotos habe ich weiter unten veröffentlicht) und musste eine, für amerikanische Verhältnisse absolut unübliche, Pause hinnehmen.

Der Film ist wie ein Theaterstück aufgebaut, er beginnt mit einer ca. 3-minütigen Ouvertüre. Keine weiteren 7 Minuten später wusste ich, dass ich, die Filmmusik (wie auch die anderen Tarantino-Soundtracks) haben will muss. Schon mit diesem traumhaften Bild als die Kutsche vor Minnie´s Haberdashery hält, war mir klar, dass mir dieser Film gefällt. Der Filmemacher macht dann zu dem richtigen Zeitpunkt eine Pause und direkt nach eben dieser Pause setzt er mit seiner Stimme als Erzähler fort. Seine Geschichte funktioniert und mit dem Verlauf des 4. Kaptitels wusste ich, dass ich „The Hateful Eight“ liebe und dass er festgesetzt in meiner Top Ten für Filme aus dem Jahr 2015 landet.

Quentin Tarantino nimmt sich viel Zeit für seine Erzählung. Man erkennt, dass er seine Figuren liebt, sie erhalten alle eine respektvolle Einführung und er gibt ihnen viel Raum. Der gesamte Film hat eine kammerspielartige Atmosphäre. Was die Sprache und die Dialoge angeht, zeichnete sich das immer schon als Tarantinos größte Stärke aus. Wenn man – wie ich – sein Regiedebüt „Reservoir Dogs“ und/oder die Anfangsszene aus „Inglourious Basterds“ liebt, wird man auch diesen Film mögen.

Vielen ist der Film zu langsam erzählt. Die Fans von Tarantinos actiongeladenen Gewalt- und Blutspektakel kommen aber auch auf ihre Kosten, nur müssen die sich halt etwas länger gedulden.

Was für mich diesen Film so großartig macht: die mit sehr viel Liebe zum Detail eingerichtete Hütte, die Kostüme (allein das Gebommel an dem Hut des Kutschers), die unfassbar schön fotografierten Bilder, die Dialoge, die Sprüche. Auch liebe ich es, wie er immer wieder auf Dinge zurückkommt, als eine Art running gag (Stichwort: Tür-Szene, Lincoln-Brief, halber Arm). „The Hateful Eight“ wäre auch wunderbar für die Theaterbühne geeignet, das ist vielleicht ein weiterer Grund, warum mir der Film so gut gefällt.

Nachdem Quentin Tarantino die erste Fassung seines Drehbuchs zu „The Hateful Eight“ fertigstellte und u.a. an drei seiner Schauspieler verschickte, ist das Skript bekanntlich im Internet aufgetaucht. Darüber hat sich Filmemacher so sehr geärgert, dass er den Film kurzerhand gar nicht drehen wollte. Er hat sich offensichtlich umentschieden, Änderungen im Drehbuch vorgenommen und – noch vor den Dreharbeiten – am 24.04.15, sogar eine exklusive Lesung in einem Kino in Los Angeles gehalten. Gern hätte ich im Publikum gesessen, als Quentin Tarantino, Samuel L. Jackson, Kurt Russell, Amber Tamblyn, Walton Goggins, Michael Madsen, Tim Roth, Bruce Dern und James Remar live aus dem ersten Entwurf des „The Hateful Eight“-Skripts lasen.

Vermutlich haben Frauenrechtlerinnen und stets politisch Korrekte ein Problem mit dem Film. Die Gewalt gegenüber Daisy (gespielt von Jennifer Jason Leigh) und die häufige Nutzung des Wortes „Nigger“ erhitzt, zumindest in den U.S.A., die Gemüter. Samuel L. Jackson sagte in einem Interview, dass er überhaupt nicht nachvollziehen warum sie sich über den Gebrauch des „N“-Wortes aufregen. Er ist sicher, dass die sich damals – also sechs, acht oder zwölf Jahre nach dem amerikanischen Bürgerkrieg – ganz sicher nicht alle politisch korrekt äußerten und wenn sie halt zu oder über einen Afro-Amerikaner sprachen, dann wurde dieses Wort häufig genutzt. Damit hat er vermutlich Recht.

Schauspielerisch hat mir Samuel L. Jackson am Besten gefallen. Eigentlich sind alle Schauspieler exzellent. Der Einzige, der mich leider etwas rausgebracht hat, war Tim Roth. Ich mag den Schauspieler, nur diese Rolle sieht eindeutig so aus, als wäre sie für Christoph Waltz geschrieben. Sobald Tim Roth auftaucht, habe ich nur Christoph Waltz vor mir gesehen. Ich fand sogar, dass Tim Roth Christoph Waltz optisch und sprachlich sehr ähnelte.

Meine Empfehlung:  „The Hateful Eight“ unbedingt in der Originalfassung und möglichst in 70mm-Fassung sehen.

Bekanntermassen gibt es zwei Versionen des Films. Der filmverrückte Quentin Tarantino und sein Kameramann Robert Richardson haben den gesamten Film auf 65mm-Film gedreht. Zum Dreh musste die Objektive dafür eigens aus dem Archiv geholt werden. Das letzte Mal kamen sie im Jahr 1966 (für den Film „Khartoum“) zum Einsatz. In dem Ultra-Breitbild-Format (Ultra Panavision 70) wurden zuvor ausschließlich 10 Filme (u.a. „Ben Hur“ und „Mutiny on the Bounty“) im Kino präsentiert.

Die 70mm-Version von „The Hateful Eight“ ist 3 Stunden lang (plus einer 12 minütigen Pause). Die Multiplex-Version (Digital) unterscheidet sich etwas von der 70mm-Fassung und ist mit 168 Minuten auch etwas kürzer. Ich finde es löblich, dass Quentin Tarantino seinen Fans etwas Besonderes bieten will. Die sogenannte Roadshow, in der er ausschließlich die 70mm-Fassung seines Films zeigt, ist etwas Besonderes. Dabei war es für mich auch nicht weiter wichtig, dass diese ultra-breiten Aufnahmen nicht groß für Außenaufnahmen eingesetzt wurden. Die Geschichte spielt hauptsächlich an einem Ort, aber auch die ultra-breiten Aufnahmen wirken in dieser Hütte. Ich habe die 70-mm-Fassung in einem Kinocenter gesehen und war – für so ein Multiplex – von einem ungewöhnlich interessanten Publikum umgeben. Zum Schluss wurde von einigen Zuschauern  begeistert applaudiert.

A- (Wertung von A bis F) 3 Wochen nachdem ich mir die wunderbare 70-mm-Fassung angeschaut habe, hatte ich Zeit, mir die 168 minütige Mainstream-Version anzusehen. Schon mit den ersten Tönen des herausragenden Soundtracks ist mir das Herz aufgegangen. Alles was ich bereits bei der ersten Sichtung liebte, liebe ich selbstverständlich auch hier. Die 70mm-Fassung ist jedoch ein (seltenes) Event, dass sich kein Filmfan entgehen lassen sollte.

 

„The Hateful Eight“, „The Revenant“ und Joy waren die letzten drei potenziellen Oscar-Anwärter der Saison 2015/2016, die der amerikanischen Presse gezeigt wurden.

„The Hateful Eigth“ ist für folgende Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Film, Beste Regie, Bester männlicher Hauptdarsteller (Samuel L. Jackson), Bester männlicher Nebendarsteller (Walton Goggins, Kurt Russell, Bruce Dern), Beste weibliche Nebendarstellerin (Jennifer Jason Leigh), Bestes Originaldrehbuch und einige technische Kategorien. Der Film hat drei Golden Globe-Nominierungen erhalten (Jennifer Jason Leigh als beste weibliche Nebendarstellerin, bestes Drehbuch und beste Filmmusik)

„The Hateful Eight“ hat 3 Oscar-Nominierungen (Beste Nebendarstellerin Jennifer Jason Leigh, Beste Filmmusik und Beste Kamera) erhalten.

Update: „The Hateful Eight“ hat einen Oscar (Beste Filmmusik) gewonnen.

„The Hateful Eight“ startete am 25.12.15 in den amerikanischen Kinos. Eine Woche lang wurde der Film – im Rahmen einer Roadshow-Präsentation – ausschließlich auf 100 Leinwänden auf 70mm-Film gezeigt. Seit dem 30.12.15 wurde der Film dann landesweit auch zusätzlich in der Mainstream-Version (Digital), in dann insgesamt 2474 Kinos gezeigt. In Deutschland ist der Film ab dem 28.01.16 im Kino zu sehen. Die 70mm-Fassung ist für Deutschland bislang für vier Kinos (Zoo-Palast in Berlin, Savoy in Hamburg, Schauburg in Karlsruhe und Lichtburg in Essen) bestätigt, in Einzelvorstellungen sogar die zu empfehlende OV- oder OmU-Fassung.

 

 

Trailer zu sehen:

Featurette zu der 70mm-Roadshow zu sehen:

 

Vor der 70mm-Fassung des Films wurden weder (kinoeigene) Werbung noch ein einziger Trailer gezeigt. Danke dafür.

amerikanisches Filmplakat zu "The Hateful Eight"
amerikanisches Filmplakat zu „The Hateful Eight“
Das Booklet zur Roadshow-Präsentation von "The Hateful Eight"
Bilder aus dem Booklet zur Roadshow-Präsentation von „The Hateful Eight“

Das Booklet zur Roadshow-Präsentation von "The Hateful Eight"

 

 

Chicago – Film: "Foxcatcher"

Ich war am 27.11.14 in Chicago und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Foxcatcher“ (dt. Kinostart: 05.02.15) 134 min drama, biopic
dir. Bennett Miller cast: Steve Carell, Channing Tatum, Mark Ruffalo, Vanessa Redgrave, Sienna Miller, Guy Boyd, Anthony Michael Hall

Im Jahr 1987. Mark Schultz (Channing Tatum) ist Ringer und 27 Jahre alt. Vor drei Jahren hat er und sein Bruder Dave (Mark Ruffalo) als Ringer olympisches Gold gewonnen. Während Dave mittlerweile als Trainer arbeitet und mit Nancy (Sienna Miller) verheiratet ist und zwei Kinder hat, hat Mark seinen Platz im Leben noch nicht gefunden. Eines Tages wird er von dem Multimillionär John du Pont (Steve Carell) eingeladen. Er macht ihm das Angebot, mit einem Ringerteam auf seinem Anwesen Foxcatcher für die nächsten olympischen Spiele in Seoul zu trainieren. Vielleicht ist das für Mark die Möglichkeit, aus dem Schatten seines älteren Bruders zu treten.

A (Wertung von A bis F) „Foxcatcher“ basiert auf einer wahren Geschichte.

Nach „Capote“ und Moneyball ist „Foxcatcher“ erst der dritte Spielfilm von Bennett Miller. Auch dieser Film handelt über eine, bzw. in diesem Fall über zwei außergewöhnliche amerikanische Persönlichkeiten.

„Foxcatcher“ ist ein sehr düsterer und grandioser Film. Es gibt wenig Filme, die mich so fesselten wie dieser. Den ganzen Film über war ich fürchterlich angespannt. Bennett Miller hat hier eine Atmosphäre geschaffen, dass ich die ganze Zeit dachte, gleich passiert etwas ganz Schlimmes. Letztendlich steuert die Geschichte auch auf einen Mord hin, aber es sind mehr die Charaktere und das psychische Drama, die meine Angespanntheit auslösten. Der Film liefert auch keine Erklärung für den Mord. So einfach macht es einen der Film nicht. „Foxcatcher“ ist ein sehr komplexer Film, so komplex wie seine Charaktere. Es ist kein Film über eine Kriminalgeschichte, es ist eher ein ruhig erzähltes, intensives und hochspannendes Beziehungsdrama und eine Charakterstudie. Eine Charakterstudie, bei der man am Ende des Films, aber auch nicht wirklich mehr über das Innerste der Charaktere weiß als vorher. Ganz seltsam und sehr schwer zu beschreiben und ich kann auch nachvollziehen wenn einem in dem Film zu wenig los ist oder man mit „Foxcatcher“ nicht so viel anfangen kann. Der Film ist definitiv kein Film für ein Mainstream-Publikum.

Als Zuschauer ist man auf die beiden Hauptcharaktere (gespielt von Steve Carell und Channing Tatum) angewiesen. Mich haben die Beiden von Anfang an in den Bann gezogen. Zwei introvertierte, unsichere und unglückliche Männer, die noch nicht wirklich einen Platz im Leben gefunden haben. Die Herkunft der beiden Männer könnte nicht unterschiedlicher sein. Der eine kommt aus einer Familie alten Geldadels und der andere kann sich gerade so finanziell über Wasser halten. Vermutlich verbindet beide eine unglückliche Kindheit. Großartig hier übrigens Vanessa Redgrave als John du Ponts Mutter. Die wenigen Szenen mit ihr sagen so viel über ihre Beziehung aus.

John du Pont stammt aus einer der reichsten Familien der U.S.A. Selten war Reichtum in einem Film so sicht- und greifbar und wirkte zugleich so bedrohlich wie in „Foxcatcher“. John ist es gewohnt, zu kontrollieren, zu dominieren und seine Macht auszuspielen. Wer nicht nach seinen Regeln spielt, muss die Konsequenzen tragen. Der Film zeigt vieles unterschwellig, er ist viel zu smart, um Entscheidendes direkt zu zeigen oder auszusprechen. Über Gefühle wird nie gesprochen, dennoch ist vieles an Reaktionen oder Situationen ablesbar.

Steve Carell (Dan in Real Life, Dinner for Schmucks, Seeking a Friend for the End of the World, The Way, Way Back) ist hier kaum wiederzukennen. Nicht nur seine künstliche Nase und das ganze Make-up, sein Körperbau, seine Körperhaltung und seine seltsame Stimme und monotone Sprache – wenn man nicht weiß, dass der bislang mehr auf komödiantische Rollen festgelegte Schauspieler hier mitspielt, wird man ihn nicht wirklich erkennen. Als ich mir „Foxcatcher“ angeschaut habe, wusste ich nicht, wie der echte John du Pont aussah. Nach eigenen Angaben hat Steve Carell John du Pont studiert. Mittlerweile habe ich auch Videomaterial gesehen und muss sagen, dass er ihn ganz gut getroffen hat. Steve Carell spielt hier einen unangenehmen, nicht durchschaubaren Menschen. Es gibt kleine Momente im Film, in denen man ahnt, was in ihm vorgeht, die gibt es genauso bei Mark Schultz. Ich bin kein Freund von Channing Tatum (21 Jump Street, Magic Mike, 22 Jump Street), in meinen Augen ist er sehr begrenzt, in dem was er glaubhaft spielen kann. Hier ist er perfekt. Mark Schultz ist ein Muskelpaket, nicht ganz helle – eine verlorene Seele, dem man anmerkt, wie es in ihm brodelt. Er ist nicht fähig, sich auszudrücken, man kann sich aber einiges denken, das meiste bleibt aber sein Geheimnis. Gerne hätte ich in der einen oder anderen Szene gewusst, was in John du Ponts oder Marks Schultz´Köpfen vorgeht. Vielleicht machte es den Film noch besser, dass ich es nicht genau wusste.

Wie Bennett Miller bestimmte Szenen inszeniert, ist besonders. In wichtigen (Dialog-) Szenen verzichtet er ganz auf unterlegte Musik und das sorgt für eine beklemmend intime Kammerspiel-Atmosphäre. Das Reduzierte macht die Szenen nur noch intensiver. Überhaupt fand ich die Musikauswahl sehr gelungen. Mit David Bowies Song „Fame“ wusste ich, dass „Foxcatcher“ in meiner Top Ten für Filme aus dem Jahr 2014 landet. Lange nachdem ich das Kino verlassen habe, hat mich der Film noch beschäftigt.

Ich empfehle dringend, diesen Film in der Originalfassung zu sehen, weil ich der Meinung bin, dass Sprache hier einen wichtigen Teil zur Atmosphäre beiträgt.

„Foxcatcher“ ist für folgende Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Steve Carell, Channing Tatum), Bester Nebendarsteller (Mark Ruffalo), Beste Nebendarstellerin (Vanessa Redgrave) Bestes Originaldrehbuch, Bestes Szenenbild, Beste Kamera, Bestes Kostümdesign, Bester Schnitt, Bestes Make-up und beste Frisuren, Bester Tonschnitt, Beste Filmmusik

„Foxcatcher“ wurde erstmalig auf dem Cannes Film Festival 2014 gezeigt und Bennett Miller wurde dort als Bester Regisseur ausgezeichnet.

„Foxcatcher“ ist am 14.11.14 in 6 Kinos in den U.S.A. gestartet, eine Woche später war der Film dann national in 24 Kinos zu sehen und dann wurde der Film wöchentlich immer mehr Zuschauern zugänglich gemacht. Eine Strategie, die ich bereits bei „Birdman“ als gelungen empfand.

Trailer zu sehen:

Trailer zu sehen:

Trailer v. Film: „A Most Violent Year“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: J.C. Chandors neuer Film. Oscar-Film mit Oscar Isaac, Jessica Chastain, David Oyelowo
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „McFarland USA“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: wieder so ein Sportsfilm mit Kevin Costner
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „American Sniper“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Clint Eastwoods neuer Film, Biopic/Action mit Bradley Cooper. Trailer ist großartig. Oscar-Film.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Blackhat“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Michael Manns neuer Film mit Chris Hemsworth und Viola Davis. Bei Michael Mann bin ich grundsätzlich dabei
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Chappie“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Neil Blomkamps neuer Film sieht aus wie ein Sci-Fi-Film für Teenager. Erschwerend dazu kommt, dass Dev Patel und Hugh Jackman mitspielen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „Wild“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Drama mit Reese Witherspoon. Film sieht so aus wie Sean Penns „Into the Wild“ nur leider mit Reese in der Hauptrolle. Oscar-Film, mal gucken
Wie oft schon im Kino gesehen: 5 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Mr. Turner“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Mike Leighs neuer Film über den Maler William Turner. Biopic und Oscar-Film.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Chicago – Film: "22 Jump Street"

Ich war am 26.06.14 in Washington und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„22 Jump Street“ (dt. Kinostart: 31.07.14) 112 min comedy, action, sequel, adaptation
dir. Phil Lord, Christopher Miller cast: Jonah Hill, Channing Tatum, Wyatt Russell, Jillian Bell, Ice Cube, Nick Offerman, Dave Franco, Peter Stormare, Queen Latifah

Die beiden Polizisten Schmidt (Jonah Hill) und Jenko (Channing Tatum) müssen erneut mit Captain Dickson (Ice Cube) zusammenarbeiten. Nachdem eine Studentin an einer Überdosis gestorben ist, bekommen die Beiden einen neuen Undercover-Einsatz. Dieses Mal werden sie als Studenten an der örtlichen Uni eingeschleust. Sie sollen herausfinden, wer der Drogendealer und -lieferant der neuen Designerdroge ist.

B- (Wertung von A bis F) „22 Jump Street“ basiert auf der TV-Serie „21 Jump Street“ und ist eine Fortsetzung des gleichnamigen Films.

Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie die amerikanischen Filmkritiker von 21 Jump Street geschwärmt haben. Völlig vergessen habe ich wie ich den Film fand. Aus der Erinnerung heraus dachte ich, dass ich ihn so mittel fand. Tatsächlich habe ich ihn aber mit einem D+ bewertet. Auch dem zweiten Teil waren die amerikanischen Kritiker sehr wohlgesonnen. Warum sollte mir der Fortsetzungsfilm also besser gefallen? Ganz einfach, weil es der bessere Film ist.

„22 Jump Street“ ist eine Action-Komödie, aber noch mehr ist es eine Satire. Durch den Kakao gezogen wird der eigene Vorgängerfilm und – was besonders gelungen ist – die ganzen sogenannten Bromance-Komödien der letzten Zeit.

Channing Tatum gibt hier erneut die athletische Hohlbirne. Wenn er was kann, dann das. Als er dann noch auf seinem Partner im Geiste, Zook, trifft, potenziert sich die Komik, die von seinem Filmcharakter ausgeht. Das Zusammenspiel der Beiden ist klasse. Die daraus resultierenden schwulen Anspielungen und Eifersüchteleien von Jonah Hills Charakter nehmen die ganzen Kumpel-Komödien oder Polizistenpartner-Filme richtig auf den Arm.

Zook (quasi Channing Tatums blonder Zwilling) ist mir durch seine Präsenz aufgefallen. Erst im Nachhinein habe ich in Erfahrung gebracht, dass er von Wyatt Russell (dem Sohn von Goldie Hawn und Kurt Russell) gespielt wird. Erst kürzlich habe ich ihn in Cold in July und We Are What We Are gesehen, so richtig herausgestochen ist er für mich aber erst in dieser Komödie.

Ein anderes Talent das ich in diesem Film für mich entdeckt habe, ist Jillian Bell. Sie spielt Mercedes, die Mitbewohnerin von Jonah Hills neuer Freundin. Die besten Sprüche kommen von ihrem Charakter. Eigentlich fand ich jeden Auftritt von ihr brüllend komisch.

Apropos brüllend komisch. Meine anderen Lieblingsszenen sind alle Aufeinandertreffen von Jonah Hill Charakter und seinem Schwiegervater in spe. Als Krönung davon noch die gesamte Sequenz, in der Channing Tatums Charakter von dieser Verbindung erfährt. Ich habe bei „22 Jump Street“ wesentlich mehr gelacht als bei „21 Jump Street“, aber auch die Fortsetzung ist etwas zu lang.

Die Regisseure von „22 Jump Street“ sind Phil Lord und Christopher Miller. Mit diesem Fortsetzungsfilm und dem ebenfalls gelungenen Animationsfilm The Lego Movie haben die beiden Regisseure bereits zwei sehenswerte Filme dieses Jahr abgeliefert.

Für mich war es eine kurzfristige aber richtige Entscheidung, an diesem Tag „22 Jump Street“ zu gucken. Noch wenige Stunden zuvor, am Vormittag, war ich noch mit meiner Crew auf der grössten amerikanischen Fanmeile. In der logischerweise eindeutigen Unterzahl haben wir ganz konsequent unsere deutsche Fußball-Nationalmannschaft bei dem WM Spiel von Deutschland gegen die U.S.A. unterstützt. Nach dem deutschen Gewinn bin ich dann bestens gelaunt ins Kino – es waren schlichtweg die besten Voraussetzungen für eine Komödie.

Ich empfehle unbedingt, nicht zu schnell aus dem Kino zu rennen, sondern den Abspann abzuwarten. Ich habe lange nicht so einen originellen Abspann gesehen.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Fluffy Movie“
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Stand-up comedy als Film mit einem schwergewichtigen Komiker (Gabriel Iglesias), von dem ich noch nie gehört habe.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Expendables 3“
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Ist mir völlig entgangen oder entfallen, dass es schon einen zweiten Teil dieses Actioners gab.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Dumb and Dumber To“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: 20 Jahre nach dem ersten Film nun die Fortsetzung mit Jeff Daniels und Jim Carrey. Ich fand den ersten Film bestenfalls okay, also weiß ich nicht so recht.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht

Trailer v. Film: „The Interview“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Actionkomödie mit Seth Rogen und James Franco
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Let´s Be Cops“
Bewertung des Trailers: ? (Red Band Trailer)
Kommentar: Actionkomödie mit Jake Johnson, Damon Wayans Jr. und Andy Garcia. Da während dieses Trailers ein Zuschauer über eine Reihe geplumpst ist, war ich zu sehr abgelenkt, um den Trailer zu bewerten.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Sex Tape““
Bewertung des Trailers: B (neuer, dieses Mal Red Band Trailer)
Kommentar: Komödie mit Cameron Diaz, Jason Segal, etc.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bei mind. 80% RT

Boston – Film: "The Lego Movie – 3D"

Ich war am 08.02.14 in Boston und habe mir im Kino angeschaut:

„The Lego Movie – 3D“ (dt. Kinostart: 10.04.14) 101 min animation
dir. Phil Lord, Chris Miller voices: Chris Pratt, Will Ferrell, Elizabeth Banks, Nick Offerman, Liam Neeson, Morgan Freeman, Channing Tatum, Jonah Hill, Will Forte

Emmet Brickowski (Chris Pratt) ist ein Durchschnittstyp. Er lebt in Bricksburg und arbeitet als Bauarbeiter. Sehr unauffällig und angepasst ist er und beachtet alle Regeln. Er hat keine Freunde und setzt jetzt alles daran, beliebter zu werden. Als er nach Feierabend feststellt, dass er auf der Baustelle sein Regelwerk vergessen hat, kehrt er zurück. Dort trifft auf Wyldstyle (Elizabeth Banks) und gerät schon kurz darauf in ein großes Abenteuer.

B (Wertung von A bis F) „The Lego Movie“ basiert auf den Figuren der LEGO Themenserien.

Ich kann mich noch gut daran erinnern, als ich das erste Mal von diesem LEGO-Film erfuhr. Gerade war ich dabei, das Kino zu verlassen, gut gelaunt und voller Elan lief ich die Rolltreppe runter als ich einen riesigen The Lego Movie-Aufsteller erblickte. Die bloße Existenz eines LEGO-Films empfand ich als so absurd und unfassbar (warum weiß ich nicht, wird mir als regelmässiger Kinogänger doch oft weit Schlimmeres zugemutet), dass mich das aus dem seelischen und körperlichen Gleichgewicht gebracht und ich beinahe die gesamte Rolltreppe runtersegelte.

Selbstverständlich wollte ich mir diesen LEGO-Film nicht und nie angucken. Als ich aber dann letztens meinen Kinotag plante, bin ich aus Mangel an Alternativen dann doch bei „The Lego Movie“ hängen geblieben. Bei den amerikanischen Kritikern hat er auch noch eine beinahe einstimmige Zustimmung erhalten (bei dem Bewertungsportal RT ist er mit 96% gelistet) und so war „The Lego Movie“ plötzlich nicht nur der Film, den ich auf einmal unbedingt sehen „muss“, sondern von dem ich auf seltsame Weise auch noch eine recht große Erwartung hatte. So kann es gehen.

„The Lego Movie“ ist ein schneller, actiongeladener, manchmal für die Augen etwas anstrengender (es kann mitunter an dem 3D gelegen haben, dass ich aber überwiegend recht lohnenswert fand), aber kreativer und witziger Animationsfilm. Mir war der Film etwas zu actionreich – wer das mag, wird hier auf seine Kosten kommen. Die ruhigen Momente haben mich mehr angesprochen. Besonders originell fand ich die gezeichneten Instruktionen und Pläne. Die Wellen und das Meer sind auch großartig animiert. Überhaupt ist dieser Animationsfilm technisch genial.

Es ist schon etwas Besonderes, in die einzelne LEGO-Welten einzutauchen (es gibt eine Western-, eine Art Mittelerde-, Weltraum-, Piraten- und diese quietschbunte Mädchenwelt). Viele aus der Popkultur bekannten Figuren tauchen auf, nicht alle fand ich so doll, dafür gab es jedoch ein paar, die ich recht schnell ins Herz geschlossen: President Business (gesprochen von Will Ferrell), Bad Cop/Good Cop (von Liam Neeson gesprochen) und selbstverständlich liebe ich auch hier Batman (Will Arnett verleiht ihm seine Stimme). Regie in diesem auf dem Papier absurd klingenden LEGO-Film führen Phil Lord und Christopher Miller, die bereits den charmanten Cloudy With a Chance of Meatballs auf die große Leinwand brachten.

Vom Humor her dürfte „The Lego Movie“ eher ein Film für Erwachsene sein. In meiner sehr gut besuchten Vorstellung waren es auch beinahe ausschließlich die erwachsenen Kinder, die sich hier lauthals amüsierten.

Das Ende wird hier selbstverständlich nicht gespoilert. Ich bin in den Film reingegangen und wusste nichts von einer Wendung und diese Chance sollte auch jedem anderen Zuschauer gegeben werden. In jedem Fall hat das Ende den Film für mich noch mal aufgewertet. Ich fand zwar, dass „The Lego Movie“ Längen hat, aber das Ende ist für mich ein Grund, mir den Film ein zweites Mal anschauen zu wollen. Auch wenn ich dann Gefahr laufe, diesen nervigen Ohrwurm „Everything is Awesome“ wieder für eine Weile nicht mehr aus meinem Kopf zu bekommen.

Auch wenn sich „The Lego Movie“ dankenswerterweise nicht als reine Verkaufsveranstaltung für die kleinen bunten Steine herausgestellt hat (ich kann mich nicht erinnern, dass nur ein einziges Mal LEGO überhaupt erwähnt wird), kann man aber davon ausgehen, dass dieser Film den Verkauf von LEGOS erheblich ankurbeln wird. Wäre ich ein Kind (im LEGO-Spiel-Alter) hätte ich definitiv meine Eltern nach dem Kinobesuch ins nächste Spielzeugwarengeschäft geschleppt und erst aufgehört zu nölen, wenn ich so viele LEGO-Spiel-Sets bekommen hätte, wie ich alleine aus dem Laden tragen kann.

Für mich ist „The Lego Movie“ der erste sehenswerte Film des Jahres 2014. Bei den hervorragenden Kritiken und dem fantastischen Einspielergebnis kann man schon davon ausgehen, dass dieser Animationsfilm am Ende des Jahres bei den wichtigen Filmpreisverleihungen wieder auftauchen wird.

Eine Fortsetzung von „The Lego Movie“ ist bereits in Arbeit.

Der amerikanische Trailer:

Emmet am frühen Morgen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Boxtrolls“ (nicht in 3D gezeigt)
Bewertung des Trailers: A
Kommentar: Neuer Stop-Motion-Film von den „Coraline“-Machern. Ich liebe diesen Trailer und den Film kann ich auch nur lieben.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Planes: Fire & Rescue“ (in 3D gezeigt)
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Disney-Fortsetzung von Planes, den ich nicht gesehen habe.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „The Amazing Spider-Man 2“ (in 3D gezeigt)
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: Der Trailer ist schon wesentlich besser. Ich habe den ersten Film dieser Neuverfilmung nicht gesehen. Interessiert mich auch eigentlich nicht.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Mr. Peabody & Sherman“ (in 3D gezeigt)
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: 3D-Animationsfilm, ich hasse Zeitmaschinenfilme.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht.

Trailer v. Film: „Island of Lemure: Madagascar“ (in 3D gezeigt)
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: IMAX-Tierdoku über Lemuren, bei der wieder mal Morgan Freeman als Erzähler fungiert. Tolle Bilder.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

San Francisco – Film: "This is the End"

Ich war am 25.06.13 in San Francisco und habe mir im Kino angeschaut:

„This is the End“ (dt. Titel: „Das ist das Ende“, dt. Kinostart: 08.08.13) 107 min comedy, adaptation
dir. Seth Rogen, Evan Goldberg cast: Seth Rogen, Jay Baruchel, James Franco, Jonah Hill, Danny McBride, Rihanna, Emma Watson, Michael Cera, Jason Segel, Craig Robinson, Paul Rudd, Christopher Mintz-Plasse

Jay Baruchel kommt nach einem Jahr das erste Mal wieder nach Los Angeles. Selbstverständlich wohnt er bei seinem Kumpel Seth Rogen. Geplant ist ein Wochenende mit Videospielen, kiffen und abhängen. Seth überredet aber Jay, am Abend auf James Francos Einweihungsparty zu gehen. Dort treffen sie auf Michael Cera, Jonah Hill, Jason Segel, Rihanna, Craig Robinson und was weiß ich noch auf wen. Als Seth Rogen und Jay Baruchel kurz Zigaretten kaufen gehen, gibt es ein Erdbeben. Oder war das gar der Weltuntergang? Na lieber mal schnell zurück zu James Francos Haus…

B (Wertung von A bis F) „This is the End“ basiert auf Jason Stones Kurzfilm „Jay and Seth versus the Apocalypse“.

Die Idee, dass sich die Schauspieler irgendwie selbst spielen, sich über sich selbst lustig machen und gegenseitig auf die Schippe nehmen hat natürlich eine gewisse Dynamik. Die meisten Schauspieler, kennen sich aus den Judd Apatow-Projekten (Knocked Up, Superbad, Pineapple Express) und zeigen sich hier selbstironisch (Seth Rogen spielt sowieso immer denselben Typen in seinen Filmen, James Franco hält sich für einen Künstler und ist selbstverliebt, Jonah Hill hält sich seit seiner Oscar-Nominierung für Moneyball für etwas Besseres, etc.). Sie reden über ihre vergangenen Filmprojekte, über sich und andere Schauspieler und das ist sehr unterhaltsam und bietet einiges an Situationskomik. Natürlich ist der Film total übertrieben, kindisch, teilweise krass und hat einen derben Humor, aber das kann man sich bereits denken, wenn man sich die Besetzungsliste anschaut. Vielleicht ist es hauptsächlich ein Film für Teenager-Jungs oder Männer, die sich ihre Teenager-Zeit ab und zu mal zurückwünschen.

Mit einer Ausnahme (Whitney Houston), fand ich „This is the End“ immer besonders klasse, wenn Songs eingespielt werden. Das gilt auch für die Schlussszene. Der Film hätte noch besser sein können, wenn er nicht so lang wäre. Hollywood-Komödien, und das erwähne ich natürlich nicht das erste Mal, sollten eine Laufzeit von 90 Minuten nicht überschreiten. So lahmt leider auch dieser Film irgendwann und fühlt sich zum Ende hin gestreckt an.

So gelangweilt ich in der letzten Zeit von James Franco war, so begeistert war ich hier von ihm. Auch hat mir – wieder einmal – Jonah Hill gut gefallen.

Erwähnen möchte ich noch ein tolles Cameo (zum Ende des Films), das ich selbstverständlich nicht spoilern werde. Ich fand es brüllend komisch, wie er mit den Gerüchten um seine Person umgeht.

Wie viel Geld hat eigentlich Milky Way bzw. Mars Incorporated zu diesem Film gesponsert? Eigentlich mag ich Milky Way gar nicht so gerne, aber während des Films hätte auch ich am liebsten in so einen Riegel gebissen.

Meine dringende Empfehlung ist, dass man „This is the End“ ausschließlich im Original sehen sollte. Der Film kann, meines Erachtens, nur so funktionieren.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Don Jon“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Neuer Film von und mit Joseph Gordon-Levitt. Leider spielt auch Scarlett Johannson mit.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „We´re the Millers“
Bewertung des Trailers: C+ (Redband-Trailer)
Kommentar: Komödie, bei der Jennifer Aniston wieder versucht, sexy auszusehen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The To Do List“
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: RomCom mit Aubrey Plaza. Sie sollte für keine Hauptrolle besetzt werden.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Kick Ass 2“
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Wat für´n Scheiß. Jim Carrey nimmt mittlerweile sogar Abstand von dem Film.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Mortal Instruments: City of Bones“
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Fantasy/Romanverfilmung. Schlimm – wirklich schlimm!
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Heat“
Bewertung des Trailers: B- (neuer Redband-Trailer)
Kommentar: Ich fand diesen Trailer scheinbar besser als die anderen. Trotzdem kein Grund, diese Komödie mit Sandra Bullock und Melissa McCarthy zu sehen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Grown Ups 2“
Bewertung des Trailers: D
Kommentar: Der erste Film war schon schlimm, dieser Trailer zeigt, dass der 2. mindestens genauso schlimm ist.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%