Boston – Film: „Molly´s Game“

Ich war am 08.01.18 in Boston und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Molly´s Game“ (dt. Kinostart: 08.03.18) 141 min drama, crime, biopic, adaptation
dir. Aaron Sorkin cast: Jessica Chastain, Idris Elba, Kevin Costner, Michael Cera, Chris O´Dowd, Bill Camp, Jeremy Strong

 

Molly Bloom (Jessica Chastain) musste aufgrund einer Rückenverletzung ihre Skifahrer-Karriere aufgeben. Bevor sie ein Jurastudium anfängt, will sie sich erst mal eine Auszeit nehmen. Sie zieht nach Los Angeles und arbeitet als persönliche Assistentin von Dean (Jeremy Strong), der einen elitären, illegalen Pokerclub in Hollywood führt. Irgendwann macht sich Molly selbstständig und organisiert fortan hochexklusive Pokerspiele. Sie baut sich ein Imperium auf, bis eines Tages das FBI vor der Tür steht…

 

B+ Wertung von A bis F) „Molly´s Game“ basiert auf wahren Begebenheiten. Der Film ist eine Adaption von Molly Blooms Memoiren „Molly’s Game: From Hollywood’s Elite to Wall Street’s Billionaire Boys Club, My High-Stakes Adventure in the World of Underground Poker“. Es ist das Regiedebüt von Drehbuchautor Aaron Sorkin („The West Wing“, TV-Serie:The Newsroom, The Social Network, Moneyball, Steve Jobs). Für „Molly´s Game“ hat er selbstverständlich auch das Drehbuch geschrieben.

Aaron Sorkin gilt als einer der besten Drehbuchautoren, in seinem Regiedebüt erzählt er von Molly Blooms faszinierendem Leben. Aaron Sorkin hat auch durchaus Potenzial, einen Film zu inszenieren, im Moment ist jedoch noch Luft nach oben. Es gibt einige Szenen, die man ersatzlos hätte streichen können oder vielleicht auch müssen. Der Film hat mich teilweise an einen meiner Lieblingsfilme vom letzten Jahr, Miss Sloane, erinnert. Im Ganzen ist dieser Film aber zu lang und längst nicht so perfekt.

Jessica Chastain ist idealbesetzt in der Titelrolle. Aaron Sorkin ist bekannt für seine schnellen und supersmarten Texte bzw. Dialoge, dafür braucht er aber auch Schauspieler, die diese überzeugend vortragen können. Das ist mit der Besetzung dieses Films gelungen. Die Schauspieler in dem Film haben mir alle gut gefallen, neben Jessica Chastain besonders Bill Camp, sexy Idris Elba und und in einigen Szenen auch Kevin Costner.

Der Spieler X spielt bei den High-Class-Pokerspielen und in Molly Blooms Leben eine wichtige Rolle. Er wird, ohne namentlich genannt zu werden, als berühmter Hollywoodstar beschrieben. In Molly Blooms Memoiren hat sie darüber geschrieben, dass Ben Affleck, Leonardo DiCaprio und Tobey Maguire regelmäßig an den exklusiven Pokerspielen teilnahmen. Bei dem Player X, der in dem Film von Michael Cera verkörpert wird, wird gemeinhin davon ausgegangen, dass es sich hierbei um Tobey Maguire handelt.

Molly´s Game ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a.: Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Jessica Chastain), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien Update: Molly´s Game hat 1 Oscar-Nominierung erhalten (Best Adapted Screenplay)

„Molly´s Game“ ist am 25.12.17 in 271 amerikanischen Kinos gestartet. Seit dem 5.1.18 läuft der Film landesweit in 1608 Kinos in den U.S.A. „Molly´s Game“ startet am 8.3.18 in den deutschen Kinos.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Commuter„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Action-Thriller mit Liam Neeson und Vera Farmiga
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits gesehen

Trailer v. Film: „Annihilation„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Alex Garlands neuer Sci-Fi-Film mit Natalie Portman, Jennifer Jason Leigh, Tessa Thompson und Oscar Isaac
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Fifty Shades Freed„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: was die für ein Geld für Werbung ausgeben
Wie oft schon im Kino gesehen: 7 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Red Sparrow„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Wow – zumindest vom Trailer her. Spionagethriller mit Jennifer Lawrence, Joel Edgerton, Matthias Schoenaerts
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Den of Thieves„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Actioner mit Gerard Butler und 50 Cent, sieht aus wie ein typischer „Januar-Film“
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Sicario 2 Soldado„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Fortsetzung zu Sicario mit (wieder) Benicio del Toro und Josh Brolin
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The 15:17 to Paris„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Clint Eastwoods neuer Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Gringo„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Actionkomödie von Joel Edgertons Bruder Nash mit Charlize Theron, David Oyelowo und Joel Edgerton
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Boston – Film: „Miss Sloane“

Ich war am 10.12.16 in Boston und am 16.12.16 in Washington und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„Miss Sloane“ (dt. Filmtitel: Die Erfindung der Wahrheit, dt. Kinostart: 06.07.17) 132 min drama, thriller
dir. John Madden cast: Jessica Chastain, Mark Strong, Gugu Mbatha-Raw, Michael Stuhlbarg, Alison Pill, John Lithgow, Sam Waterston

 
Washington D.C. Die ehrgeizige Politstrategin Elizabeth Sloane (Jessica Chastain) überwirft sich mit ihrem Chef (Sam Waterston) und verlässt nach elf Jahren ihren Arbeitgeber, eine einflussreiche Lobby-Firma. Jetzt arbeitet sie für eine Organisation und leitet eine Kampagne, mit der sie und ihr Team über 60 U.S. Senatoren davon überzeugen müssen, ein neues, schärferes Waffengesetz zu befürworten. Mit dem neuen Gesetz werden strengere Überprüfungen beim Waffenkauf gefordert. Mit ihrer Kampagne legt sich die Lobbyistin mit der mächtigen Waffenlobby an. Ihr altes und jetzt gegnerische Team unter der Leitung von Pat Conners (Michael Stuhlbarg) unterstützt die Waffenlobby und versucht die Senatoren auf ihre Seite zu ziehen. Beide Teams kämpfen mit allen Mitteln…

 
A (Wertung von A bis F) „Miss Sloane“ ist der neue Film des englischen Filmemachers John Madden („Shakespeare in Love“, „Proof“, „The Best Exotic Marigold Hotel“).

Ich habe ein Faible für smarte Politthriller und gute Charakterstudien. Auch mag ich – wie ich es nenne – „runde“ Geschichten. „Miss Sloane“ ist genau das.

„Miss Sloane“ gibt einem am Anfang des Films eine Idee von der üblichen Strategie der titelgebenden Figur. Miss Sloane ist eine ehrgeizige Frau, die sich in der harten Welt der Lobbyisten in Washington durchgesetzt hat. Sie ist stets perfekt vorbereitet und ihren Widersachern meist einen Schritt voraus ist, schießt aber durchaus auch mal über das Ziel hinaus. Miss Sloane ist sehr erfolgreich in ihrem Metier, aber sie hat auch Prinzipien. Eine Gewinnertype, die sich sogar mit der mächtigen amerikanischen Waffenlobby anlegt – wäre sie ein Mann, jeder würde sie bewundern. Sie  lebt für ihren Job, ist aber nicht fehlerfrei und zahlt einen hohen Preis für dieses Leben.

 
Jessica Chastain (Zero Dark Thirty, A Most Violent Year) ist gewohnt bravourös. Sie kann unterkühlte Frauen sehr gut spielen. Miss Sloane ist keine Sympathieträgerin, aber dafür ein faszinierender, vielschichtiger Charakter, der mich bis zum Schluss gefesselt hat. Ich liebe scharfzüngige, zynische und sehr smarte Filmfiguren. Besonders mochte ich den Schlagabtausch, den sich Miss Sloane und ihr Kollege und spätere Gegner (gespielt von Michael Stuhlbarg) liefern. Bei Miss Sloanes Aussage am Ende des Films habe ich sogar Gänsehaut bekommen.

Schauspielerisch sind aber auch Mark Strong, Gugu Mbatha-Raw und – wie immer – Michael Stuhlbarg klasse. Jake Lacy ist mir das erste Mal in Love the Coopers aufgefallen, hier spielt er Forde und ist auch ein Hingucker, irgendwie.

Jessica Chastain hat in einem Interview erzählt, wie sie sich auf den Film vorbereitet hat. Weniger als 10% in der Washingtoner Lobby-Industrie sind Frauen. Sie hat sich mit elf Lobbyistinnen in Washington getroffen und war überrascht, dass diese Frauen auch so cool waren. Besonders erstaunt war die Schauspielerin, wie viel Geld man in dieser Branche verdient.

Wenn man diesen Film (insbesondere im Original) schaut, wird man kaum glauben können, dass dieses dialogreiche, brillante Drehbuch das erste Skript des Engländers Jonathan Perera ist. Es hätte auch von Aaron Sorkin (The Social Network, Moneyball, Steve Jobs) sein können.

 
Bei den meisten Filmen spielt leider immer noch eine männliche Figur die Hauptrolle und die Frau hat meist nur eine unterstützende Rolle oder ist schmückendes Beiwerk. Dieses Jahr gibt es auffällig viele Filme („La La Land“, „Arrival“, „Jackie“, „Elle“, „Hidden Figures“, „20th Century Women“, „The Edge of Seventeen“, „Krisha“, „Toni Erdmann“, etc.), bei denen ein starker und komplexer Frauencharakter, den Film trägt. Weiter so!

 
Ich habe mir den Film ein zweites Mal angeschaut. Bei der zweiten Sichtung hatte ich genauso wenig an dem Film auszusetzen, wie bei der ersten und damit ist der Film festgesetzt in meiner Top Ten für Filme aus dem Jahr 2016.

„Miss Sloane“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Jessica Chastain), Bester Nebendarsteller (Mark Strong, Michael Stuhlbarg), Beste Nebendarstellerin (Gugu Mbatha Raw), Bestes Originaldrehbuch und einige technische Kategorien Update: Der Film wurde bei den Oscars leider komplett übergangen.

 
„Miss Sloane“ wurde erstmalig auf dem AFI Fest 2016 gezeigt. Der Film ist am 25.11.16 in drei ausgewählten amerikanischen Kinos gestartet. Seit dem 9.12.16 ist der Film landesweit in den amerikanischen Kinos zu sehen. In Deutschland startet „Miss Sloane“ unter dem Filmtitel „Die Erfindung der Wahrheit“ am 06.07.17 in den Kinos.

 
Trailer zu sehen:

 

 

vorgeschaltete Trailer:
Trailer v. Film: „La La Land“
Bewertung des Trailers: A
Kommentar: Perfekter Trailer von Damien Chazelles neuem Film mit Emma Stone, Ryan Gosling und J. K. Simmons. Oscar-Film!
Wie oft schon im Kino gesehen: 6 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits gesehen

Trailer v. Film: „Passengers„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Morten Tyldums neuer Film, Sci-Fi-Romanze mit Jennifer Lawrence und Chris Pratt. Jennifer Lawrence sieht in dem Kleid echt ein Knaller aus.
Wie oft schon im Kino gesehen: 7 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „50 Shades Darker„
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: Fortsetzung zu „50 Shades of Grey“ – ich verstehe nicht, wie die Dorman besetzen konnte, er ist wirklich alles andere als sexy. Aber gut, was interessiert es mich.
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Silence„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Martin Scorsese neuer Film. Oscar-Film!
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Collateral Beauty„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Drama mit Will Smith, Edward Norton, Keira Knightley, Naomie Harris und Kate Winslet – diesen Trailer habe ich so oft gesehen, dass ich ihn exakt mitsprechen kann…Der hat mittlerweile so schlechte Bewertungen, dass ich ihn mir auch nicht mehr anschauen will.
Wie oft schon im Kino gesehen: 7 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „A United Kingdom„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Biopic-Drama mit Rosamund Pike und David Oyelowo
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: interessiert mich gar nicht

Trailer v. Film: „Valerian and the City of a Thousands Planets„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Luc Bessons neuer Sci-Fi-Film mit Dane DeHaan und Cara Delevingne
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „The Circle„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Sci-Fi-Film mit Tom Hanks, John Boyega und Emma Watson
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

amerikanischer Aufsteller von "Miss Sloane"
amerikanischer Aufsteller von „Miss Sloane“

 

NYC – Film: „Crimson Peak“

Ich war am 27.10.15 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Crimson Peak“ (dt. Kinostart war der 15.10.15) 119 min drama, mystery
dir. Guillermo del Toro cast: Mia Wasikowska, Jessica Chastain, Tom Hiddleston, Charlie Hunnam, Jim Beaver

Im Jahr 1901. Edith Cushing (Mia Wasikowska) lebt mit ihrem wohlhabenden Vater (Jim Beaver) in Buffalo, New York. Sie ist eine junge Autorin, die Spukgeschichten schreibt. Prägend dafür war sicherlich, dass ihr im Alter von 10 Jahren ihre tote Mutter als Geist erschienen ist. Jetzt lernt sie den britischen Baronet Sir Thomas Sharpe (Tom Hiddleston) kennen. Ediths Vater steht dem jungen Mann skeptisch gegenüber und lässt ihn und seine Schwester Lucille (Jessica Chastain) überprüfen. Was bei den Nachforschungen herausgefunden wird, ist in der Tat beunruhigend. Das nützt aber alles nichts, Edith hat sich längst in den Engländer verliebt.

B- (Wertung von A bis F) „Crimson Peak“ ist der neueste Film des mexikanischen Regisseurs Guillermo del Toro („Pan´s Labyrinth“, „Hellboy“, Hellboy II: The Golden Army).

Die Geschichte ist schon zig mal erzählt worden und in dieser Fassung auch eher spannungsfrei. „Crimson Peak“ ist alles andere als gruselig, auch wenn die Geister-Gestalten anderes vermuten lassen. Man geht definitiv mit den falschen Erwartungen an den Film, wenn man davon ausgeht, einen Horrorfilm zu sehen. Ich würde den Film eher als eine sehr atmosphärische, gotische Geister-Romanze beschreiben. Da ich es mir in diesem, von mir beschriebenen Genre quasi von Anfang an bequem gemacht habe, und so vor mich hinträumte, wurde ich gerade von der ersten, richtig heftigen, äußerst brutalen Szene ziemlich kalt erwischt. Guillermo del Toro hat sich aber dann mit ähnlichen Szenen im Verlauf des Films eher zurückgehalten.

Zugegebenermassen hat mich die Story aber auch nicht sonderlich interessiert. Mein Hauptaugenmerk im Film galt sowieso der fantasievollen Ausstattung, der traumschönen viktorianischen Kostüme und den kunstvollen Szenenbildern. Einige Male hätte ich am liebsten den Film angehalten, etwas länger in dieser Kulisse verweilt, um wirklich alle Einzelheiten aufzusaugen. Alleine dieses zerfallene englische Anwesen ist atemberaubend. Wie gerne würde ich mal durch dieses Filmset schlendern und vielleicht mit dem stilvollen Fahrstuhl einige Male hoch und runter fahren. An diesem riesigen, dreistöckigen Allerdale Hall-Anwesen wurde mit viel Liebe zum Detail sieben Monate lang gebaut, leider wurde es nach den Dreharbeiten wieder abgerissen. Was für eine himmelschreiende Verschwendung. Ich hätte diese Location als zentrale Figur einer neuen TV-Serie genutzt und eine Geschichte um dieses Anwesen konstruiert. In einer gerechten Welt wird „Crimson Peak“ in den Kategorien Bestes Szenenbild und Bestes Kostümdesign mindestens für den Oscar nominiert, gerechtfertigt wäre aber auch die Auszeichnung.

Die australische Schauspielerin Mia Wasikowska (The Kids Are All Right, Jane Eyre, Stoker, „Only Lovers Left Alive“, The Double, Maps to the Stars) ist immer herausragend. In solchen Kostümdramen ist sie genauso authentisch wie als junge Frau in der heutigen Zeit. Nicht so glücklich war ich mit Jessica Chastain, vielleicht war es aber auch die für sie ungewohnte Rolle. Direkt fehlbesetzt fand ich Charlie Hunnam, er passt einfach nicht in die Zeit der Jahrhundertwende. Er ist mir sicherlich auch noch zu präsent als Jax Teller der TV-Serie Sons of Anarchy.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Boy“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Gruselpuppen-Horrorfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Night Before“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Komödie mit Seth Rogen, Joseph Gordon-Levitt und Anthony Mackie
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht

Trailer v. Film: „Victor Frankenstein“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Wie viele Frankenstein-Filme braucht die Welt? Hier spielt Daniel Radcliffe und James McAvoy mit. Warum spielt James McAvoy in so einem Mist mit?
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: Pfff

Trailer v. Film: „Creed“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Wie viele Boxer-Filme muss ich eigentlich noch gucken? Rocky-Spin-off mit Sylvester Stallone.
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „By the Sea“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Neuer Film von und mit Angelina Jolie Pitt (wann hat die Jolie eigentlich ihren Namen geändert?) und ihrem Gatten
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Krampus“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Horrorfilm mit Toni Collette und Allison Tolman
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

NYC – Film: „The Martian – 3D“

Ich war am 27.09.15 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„The Martian – 3D“ (dt. Filmtitel: „Der Marsianer – Rettet Mark Watney“, dt. Kinostart: 08.10.15) 142 min sci-fi, drama, action, adaptation
dir. Ridley Scott cast: Matt Damon, Jessica Chastain, Kristen Wiig, Jeff Daniels, Michael Pena, Kate Mara, Sean Bean, Chiwetel Ejiofor, Mackenzie Davis

Commander Lewis (Jessica Chastain) leitet die NASA-Basisstation auf dem Mars. Als ein gewaltiger Sandsturm aufkommt, wird der Astronaut Mark Watney (Matt Damon) fortgerissen. Es wird angenommen, dass er ums Leben gekommen ist und so stellt Commander Lewis aus Sicherheitsgründen die Suche nach Watney ein und ordnet die sofortige Evakuierung der Mars-Station an. Der NASA-Direktor (Jeff Daniels) erklärt seinen Mitarbeiter schließlich später für tot. Was keiner ahnt, Mark Watney ist zwar verletzt, aber konnte sich noch zur Basisstation retten. Jetzt muss er einen Plan aufstellen, wie er auf dem Mars überleben kann. Er rechnet sich aus, dass die Lebensmittelreserven nicht ausreichen, bis er irgendwann gerettet wird. Außerdem sind alle Kommunikationssysteme bei dem Sturm zerstört worden und noch weiß niemand, dass er überhaupt überlebt hat.

B+ (Wertung von A bis F) Der Film „The Martian“ basiert auf Andy Weirs gleichnamigen Roman.

„The Martian“ ist in meinen Augen auch kein Oscar-Film, aber er ist im Gegensatz zu dem Eröffnungsfilm des New York Film Festivals The Walk gut gemachtes, intelligentes Popcorn-Kino. Ridley Scott („Alien“, „Thelma & Louise“, „Gladiator“, Prometheus) weiß einfach, wie man großes Sci-Fi-Kino inszeniert, wie ein Film auszusehen und klingen (auch der Sound ist hervorragend) muss. Hier konnte ich mich von Anfang entspannt zurücklehnen. Der Film hat alles was ein Blockbuster haben sollte: Action, Spannung, Humor, eindrucksvolle Bilder und sehr gute (3D-) Effekte. Ich bin mit dem Gefühl aus dem Kino gekommen, eine gute Zeit gehabt zu haben. Auch kamen mir die beinahe 2 1/2 Stunden Laufzeit nicht zu lang vor.

Natürlich ist es kein Film, der einem noch viele Jahre später in Erinnerung bleibt. Aber an die letzten beiden großen Sci-Fi-Filme Christopher Nolans Interstellar und Alfonso Cuaróns Gravity kann ich mich auch noch kaum erinnern.

Wenn Sandra Bullock für das, was auch immer sie „Gravity“ gezeigt hat, einen Oscar gewonnen hat, dann müsste Matt Damon erst recht mit einem ausgezeichnet werden. In weiten Teilen unterhält er die Zuschauer alleine. Er gibt auch eine wesentlich vielschichtigere Performance als Sandra Bullock.

Kristin Wiig und Sean Bean, die ich beide sonst durchaus gerne sehe, fand ich in „The Martian“ fehlbesetzt. Beiden habe ich die Rolle nicht abgenommen, mit jedem ihrer Auftritte haben sie mich leider sogar aus dem Film gebracht.

Die 3D-Fassung ist unbedingt empfehlenswert.

„The Martian“ ist für folgende Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Matt Damon), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien.

Update: „The Martian“ hat 7 Oscar-Nominierungen (Bester Film, Bester Hauptdarsteller Matt Damon, Beste visuelle Effekte, Bestes adaptiertes Drehbuch, Bestes Szenenbild, Bester Ton, Bester Tonschnitt) erhalten.

„The Martian“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2015 gezeigt. Der Film startet heute, am 2.10.15, in den amerikanischen Kinos. Ich habe den Film in dem 3D-Sneak Screening auf dem New York Film Festival gesehen. Der Regisseur Ridley Scott und die Schauspieler Chiwetel Ejiofor, Kristen Wiig, Kate Mara, Mackenzie Davis und Sebastian Stan waren anwesend. Vor dem Screening trat der Filmemacher kurz auf die Bühne und animierte uns Zuschauer zu lachen, wenn uns danach ist, denn „The Martian“ wäre auch lustig. Für New Yorker Verhältnisse ist der Film begeistert aufgenommen worden. Das hat den Regisseur und sein Team sichtbar gefreut. Nach dem rasenden Applaus haben sie sich alle noch mal kurz vom Rang des Kinos gezeigt.

 

Trailer zu sehen:

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NYFF53 Ridley Scott
NYFF53 Ridley Scott

 

L. A. Film: "A Most Violent Year"

Ich war am 7.1.15 in Los Angeles und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„A Most Violent Year“ (dt. Kinostart: 19.03.15) 125 min crime, drama

dir. J.C. Chandor cast: Oscar Isaac, Jessica Chastain, David Oyelowo, Albert Brooks, Alessandro Nivola,

New York im Winter des Jahres 1981. Abel Morales (Oscar Isaac) ist ein erfolgreicher Unternehmer. In letzter Zeit häufen sich jedoch die Fälle, dass die Fahrer, die sein Heizöl in den LKWs transportieren, überfallen werden. Die Fahrer sind verängstigt und dann wird auch noch seine Familie bedroht und das sind nicht die einzigen Probleme, die Abel Morales hat.

B+ (Wertung von A bis F) Nach „Margin Call“ und All is Lost ist „A Most Violent Year“ erst J.C. Chandors dritter Kinofilm. Für mich ist es sein – mit Abstand – bester Film.

Durch „A Most Violent Year“ bekommt man ein Gefühl für die Zeit, in der New York noch gefährlich, schmutzig und verrucht war. Man sollte sich von dem Filmtitel nicht in die Irre leiten lassen, „A Most Violent Year“ ist kein actionreicher und brutaler Film – es ist ein langsam erzählter Krimi, ein Drama und auch etwas Charakterstudie.

Ich hätte dem von Oscar Isaac (Inside Llewyn Davis, The Two Faces of January) gespielten Charakter Abel Morales noch stundenlang zuschauen können. Seine Szenen habe ich regelrecht aufgesaugt und wollte mehr über diesen Typen in Erfahrung bringen, wollte verstehen, wie er tickt. Oscar Isaac und Jessica Chastain geben ein glaubwürdiges und interessantes Paar ab. Die beiden Charaktere lieben sich und man kann nachvollziehen warum. Ich mag die Beziehung der Beiden. Beide haben unterschiedliche Moralvorstellungen und auch unterscheidet sie der familiäre Background. Er ist in die U.S.A. eingewandert und lebt im Prinzip den amerikanischen Traum. Sie kommt aus einer Mafia-Familie, ihr Vater und ihr Bruder sind Gangster und auch sie fackelt nicht lange, wenn es etwas zu erledigen gibt. Eigentlich bestimmt sie, aber sie liebt ihren Mann, idealisiert ihn und gibt sich weicher, um ihren Mann stark erscheinen zu lassen. Die Beiden führen eine sehr komplexe Beziehung. Eine vielschichtige Frauenrolle für Jessica Chastain (Take Shelter, Zero Dark Thirty, The Disappearance of Eleanor Rigby: Them) Albert Brooks habe ich zugegebenermassen erst gegen Ende des Films erkannt. Zuletzt habe ich ihn in Drive gesehen und irgendwie hatte ich ihn anders in Erinnerung, jedenfalls nicht mit glatten Haaren und übergroßer Brille.

„A Most Violent Year“ ist am 31.12.14 in ganzen vier Kinos in den gesamten U.S.A. gestartet. Der Film bekommt am 30.1.15 einen wide release. Ich habe den Film am 7.1.15 in einem meiner Lieblingskinos gesehen. Das „The Landmark in Los Angeles“ ist ein sehr schönes Programmkino, bei dem ich mich nicht auf einen bestimmten Film vorbereiten müsste, sondern quasi blind einen Film wählen könnte. Die The Landmark-Kinos haben eine wundervolle Auswahl vorwiegend anspruchsvoller Filme.

Als ich jetzt im Kino war, wurden ein paar Originalkostüme aus „The Imitation Game“ und „A Most Violent Year“ ausgestellt. Gleich in der ersten Szene des Films tragen Oscar Isaac und Jessica Chastain einen Mantel. Diese Mäntel sind im Kino hinter Glasvitrinen zu bestaunen. Ich habe ein paar Fotos aufgenommen. siehe unten.

„A Most Violent Year“ wurde erstmalig auf dem AFI Fest 2014 gezeigt.

„A Most Violent Year“ ist für folgende Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Oscar Isaac), Bester Nebendarsteller (Albert Brooks, Elkes Gabel), Beste Nebendarstellerin (Jessica Chastain), Bestes Originaldrehbuch, Bestes Szenenbild, Beste Kamera, Bestes Kostümdesign, Bester Schnitt, Bestes Make-up und beste Frisuren, Bester Ton, Bester Tonschnitt, Beste Filmmusik, Bester Song (America for Me)

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „True Story“

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Thriller mit Jonah Hill, Felicity Jones und James Franco

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „The Second Best Exotic Marigold Hotel“

Bewertung des Trailers: C+ (neuer Trailer)

Kommentar: Ich habe den ersten Teil nicht mal komplett gesehen. Dieser ist neben Maggie Smith, Bill Nighy, Judi Dench auch mit Richard Gere und David Strathairn. Dieser Trailer ist so Bollywood-mäßig und damit kann ich den Film unter keinen Umständen gucken.

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Still Alice“

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Alzheimer-Drama, das Julianne Moore den Oscar bescheren könnte wird

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „While We´re Young“

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Noah Baumbachs neuer Film mit Ben Stiller, Naomi Watts und Adam Driver. Ich habe ihn bereits auf dem New York Film Festival gesehen. Den Film ist um einiges besser als der Trailer es suggeriert.

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits gesehen

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Hong Kong – Film: "Interstellar"

Ich war am 06.11.14 in Hongkong und habe mir im Kino angeschaut:

„Interstellar“ (dt. Kinostart war der 06.11.14) 169 min sci-fi
dir. Christopher Nolan cast: Matthew McConaughey, Anne Hathaway, Wes Bentley, David Gyasi, Michael Caine, Jessica Chastain, John Lithgow, Casey Affleck, Topher Grace, David Oyelowo, Ellen Burstyn, Mackenzie Foy, Timothee Chalamet

Große Sandstürme bedrohen die Welt. Die Nahrung und auch der Sauerstoff wird auf der Erde langsam knapp. Cooper (Matthew McConaughey) arbeitet als Landwirt und bewirtschaftet ein riesiges Maisfeld. Nach dem Tod seiner Frau lebt er nun mit seinem Schwiegervater (John Lithgow), seiner 10-jährigen Tochter Murph (Mackenzie Foy) und seinem 15-jährigen Sohn Tom (Timothee Chalamet) auf der Farm. Früher hat er als Ingenieur und Testpilot für die NASA gearbeitet. Seitdem die NASA ihre Arbeit offiziell eingestellt hat, arbeitet Cooper als Bauer. Die NASA arbeitet aber seit Jahren an einem geheimen Weltraum-Projekt und bittet Cooper eine Weltraum-Mission zu leiten. Es soll erforscht werden, ob es in einer anderen Galaxie einen bewohnbaren Lebensraum für die Menschen gibt. Dafür muss sich Cooper auf unbestimmte Zeit von seiner Familie trennen. Auf der Weltraum-Mission wird er von den Astronauten Amelia (Anne Hathaway), Doyle (Wes Bentley) und Romilly (David Gyasi) begleitet.

C- (Wertung von A bis F) „Interstellar“ ist überambitioniertes Popcorn-Kino.

„Interstellar“ ist einer von Christopher Nolans Puzzleteile-Filmen, in der er möglichst viele smarte Ideen und komplizierte Handlungsstränge einbringt, der aber – in meinen Augen – an seinem eigenen Anspruch scheitert. Während des Films hat mich „Interstellar“ einige Male an Inception erinnert – mit dem Unterschied, dass mir „Inception“ wesentlich besser gefallen hat.

„Interstellar“ hat eine Laufzeit von 169 Minuten – das ist für das Sci-Fi-Genre schon auf dem Papier zu lang. Im Kino habe ich zig Mal auf die Uhr geschaut und bin unruhig auf meinem Kinosessel hin- und hergerutscht. Ich weiß nicht, wann ich mich das letzte Mal so gelangweilt habe. Gut, ich bin eh kein großer Freund von Sci-Fi-Filmen, insbesondere Filme über die Raumfahrt finde ich selten faszinierend. Die Sci-Fi und Fantasy-Filme, die mich begeistern, sind die bei denen mir eine außergewöhnliche Story erzählt wird und/ oder bei der ich – im besten Fall – in eine andere Welt eintauchen kann. Interessante Charaktere oder irgendetwas Spektakuläres sind dabei immer hilfreich. Christopher Nolan bringt in meinen Augen nichts davon. Gut, man sollte „Interstellar“ zugutehalten, dass es kein Franchise, Remake, Reboot und auch keine Comic-Verfilmung ist. Heutzutage ist das für einen Hollywood-Blockbuster ja leider schon eine Seltenheit. Jonathan Nolan hat mit seinem Bruder Christopher das Drehbuch zu dem Film verfasst.

Die Charakterbildung und der gesamte erste Akt sind etwas dürftig. Die NASA hat scheinbar nur auf Matthew McConaugheys Charakter Cooper gewartet hat (warum haben sie ihn dann eigentlich nicht kontaktiert?) und dass sich Cooper dann so schnell von seiner Familie verabschiedet und, vor allen Dingen, seine geliebte Tochter auf unbestimmte Zeit zurücklässt, fand ich seltsam. Christopher Nolan ist nun nicht für gefühlvolles Kino bekannt, hier hätte aber etwas in den Charakteraufbau investiert werden müssen. Ich fand zwar die Videobotschaften, die Cooper von seinen Kindern erhält und die Vater/Tochter-Szene am Krankenhausbett bewegend, aber nur weil ich solche Szenen generell rührend finde und nicht weil der Charakter- und Beziehungsaufbau dazu geführt haben. Matthew McConaugheys Charakter scheint auch einzig eine Bindung zu seiner Tochter zu haben. Sein Sohn ist Cooper (und ganz offensichtlich auch den Nolan-Brüdern, die das Drehbuch verfasst haben) offensichtlich völlig egal. Ansonsten ist der letzte Akt des Films auch eine Katastrophe.

Vielleicht hätten talentiertere bzw. wandelbarere oder auch unbekanntere Schauspieler in den Hauptrollen noch etwas rausholen können. Matthew McConaughey habe ich zwar noch den Vater, den Farmer, wenn ich ein Auge zudrücke auch den Ingenieur abgenommen, aber den Astronaut und Retter der Menschheit definitiv nicht. Anne Hathaway habe ich garantiert nicht die Wissenschaftlerin und Astronautin abgenommen. (und überhaupt fand ich es unerträglich, sie so lange in einem Film zu sehen) Zu keinem Moment habe ich in dem Film etwas anderes als die beiden Schauspieler Matthew McConaughey und Anne Hathaway gesehen. So sehr ich Matthew McConaughey für seine schauspielerische Leistung in True Detective noch gelobt habe, so wenig überzeugend fand ich ihn hier. Lange bevor er sich dazu entschlossen hat, Charakterschauspieler zu werden, habe ich immer betont, wie sehr ich seine Sprache und Stimme mag. Die Zeiten sind mit seiner Oscar-Dankesrede und jetzt im „Interstellar“ vorbei. In „Interstellar“ redet er gefühlt pausenlos und das Gequatsche, seine Stimme, seine Sprache, sein Rumgenuschel gingen mir wahnsinnig auf die Nerven.

Der 44-jährige Filmemacher Christopher Nolan ist einer der mächtigsten Regisseure Hollywoods. Es gibt wenige Regisseure, die von einem Hollywood Studio quasi einen Blanko-Scheck ausgehändigt bekommen und dann so viel Freiheiten geniessen wie er. Er ist auch einer der wenigen großen Regisseure, der im Digitalzeitalter seine Filme noch mit der analogen Technik dreht.

Ich will ja kein Spielverderber sein, aber 165 Millionen Dollar sehe ich „Interstellar“ nicht an. Die visuellen Effekte sind okay, beeindruckendes habe ich aber teilweise im letzten Jahr in Gravity gesehen.

Ich habe „Interstellar“ in einer 2-D-Vorstellung (in der OV mit chinesischen Untertiteln) gesehen. Während des Films war mir aber bereits klar, dass die IMAX-Fassung hier wohl die weitaus bessere Wahl gewesen wäre.

Christopher Nolans Film The Dark Knight war der Grund, dass die Academy of Motion Picture Arts and Sciences (AMPAS) im Jahr 2009 ihre, für den Oscar zu nominierenden Filme von 5 auf 10 bzw. dann ab dem Jahr 2011 Jahr von 5 auf bis zu 10 erhöhten. Die Idee, die dahinter steckte, war, dass ein hervorragend gemachter Blockbuster auch die Möglichkeit bekommen soll, für den Academy Award nominiert zu werden. Ich bin der festen Überzeugung, dass wenn ein unbekannterer Regisseur „Interstellar“ inszeniert hätte, niemals ernsthaft über den Film im Bezug auf Oscar-Nominierungen als Bester Film und Beste Regie gesprochen worden wäre. Jedes Jahr gibt es meistens mindestens einen Film, der die Zuschauer, die Kritiker und die Academy-Mitglieder spaltet, in dieser Oscar-Saison ist es wohl „Interstellar“.

„Interstellar“ ist im Gespräch für folgende Oscar-Nominierungen: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Matthew McConaughey), Beste Hauptdarstellerin (Anne Hathaway), Bester Nebendarsteller (Matt Damon), Beste Nebendarstellerin (Jessica Chastain), Bestes Originaldrehbuch, Bestes Szenenbild, Beste Kamera, Bester Schnitt, Bestes Make-up und beste Frisuren, Bester Ton, Bester Tonschnitt, Besten visuelle Effekte und Beste Filmmusik. Update: „Interstellar“ wurde bei den Oscars 2015 mit fünf Oscar-Nominierungen (Beste visuelle Effekte, Beste Filmmusik, Bestes Szenenbild, Bester Ton und Bester Tonschnitt) versehen. Bei der 87. Oscar-Verleihung am 22.2.15 wurde der Film mit einem Oscar (Beste visuelle Effekte) ausgezeichnet.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Hector and the Search of Happiness“
Bewertung des Trailers: C+ (neuer Trailer)
Kommentar: britische Romanverfilmung mit Simon Pegg und Rosamunde Pike. Leider spielt die Ferres mit.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Hunger Games: Mockingjay – Part 1“
Bewertung des Trailers: B- (neuer Trailer)
Kommentar:Jetzt der dritte Teil, der in zwei Parts ins Kino kommt.
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

NYC – Film: "The Disappearance of Eleanor Rigby: Them"

Ich war am 25.09.14 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„The Disappearance of Eleanor Rigby: Them“ (dt. Titel: „Das Verschwinden der Eleanor Rigby“, dt. Kinostart: 27.11.14) 122 min drama
dir. Ned Benson cast: Jessica Chastain, James McAvoy, Viola Davis, William Hurt, Isabelle Hupert, Bill Hader, Ciarán Hinds

New York. Eleanor Rigby (Jessica Chastain) hat versucht, sich das Leben zu nehmen. Für einige Zeit zieht sie zu ihrer Mutter (Isabelle Huppert) und ihrem Vater (William Hurt) zurück. Etwas Entscheidendes muss sich jetzt in Eleanors Leben ändern. Zunächst besucht sie wieder das College. Aber dann ist da noch Conor (James McAvoy)…

B+ (Wertung von A bis F) „The Disappearance of Eleanor Rigby: Them“ ist das äußerst ungewöhnliche Spielfilmdebüt von Regisseur Ned Benson. „Eleanor Rigby“ ist ein Song der Beatles, der es aus budgetären Gründen nicht in den Film geschafft hat.

„The Disappearance of Eleanor Rigby“ ist als dreiteiliges Spielfilmprojekt anzusehen. Der hier besprochene Teil ist „Them“. Der Filmemacher hat zunächst die Versionen „Her“ und „Him“ (die Story aus der Perspektive von Eleanor und Conor) gedreht und sie auf dem Toronto International Festival 2013 vorgestellt. Die Kritiker waren begeistert und Ned Benson wurde gefragt, ob er aus diesen beiden Filmen einen Kinofilm schneiden kann. Er hat sich dann zurück in den Schneideraum begeben und „Them“ fertiggestellt. „Her“ und „Him“ kommen erst einen Monat später, im Oktober 2014, ins amerikanische Kino.

„Them“ ist ein Beziehungsfilm. Er handelt von einer bestimmten Liebesbeziehung, aber auch von der Beziehung zu dem Vater, der Mutter, der Schwester, der Professorin und dem besten Freund.

Man sollte sich „Them“ anschauen, ohne groß etwas über den Inhalt des Films zu wissen. Generell finde ich, dass es für Filmkritiker unter Strafe stehen sollte, einen Film zu zerreden und/oder zu spoilern. Ich kannte nur den Trailer von dem Film und fand es fesselnd zu erfahren, was Eleanor Rigby eigentlich zu diesem drastischen Schritt gebracht hat. Die Geschichte entfaltet sich langsam, zunächst lernt man die Charaktere im Jetzt kennen. Auch wenn der Film „Them“ heißt, so stand für mich Eleanor Rigby (gespielt von der wunderbaren Jessica Chastain) im Mittelpunkt.

Jessica Chastain und James McAvoy geben ein süßes und vor allen Dingen glaubhaftes Paar ab. Die Szene gegen Ende des Films, als sie die Wohnung betritt, fand ich unglaublich stark und das Ende fand ich so gut, dass ich im Anschluss am liebsten gleich „Him“ geschaut hätte.

Der Film ist sehr New York, sehr atmosphärisch und auch sehr emotional. Jessica Chastain ist grandios in ihrer Rolle, James McAvoy aber auch. Das ganze Ensemble (mit Viola Davis, William Hurt, Isabelle Huppert, Bill Hader, etc) ist klasse. „Them“ ist ein toller Film, der nachwirkt und ich bin sehr gespannt auf „Him“ und „Her“.

„The Disappearance of Eleanor Rigby: Them“ ist für folgende Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (James McAvoy), Beste Hauptdarstellerin (Jessica Chastain), Bestes Originaldrehbuch

„Him“ und „Her“ wurden erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2013 gezeigt. „Them“ feierte auf dem Cannes Film Festival 2014 seine Premiere.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Low Down“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Biopic über den Jazzmusiker Joe Albany mit John Hawkes, Glenn Close, Elle Fanning und Peter Dinklage
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „All Is By My Side“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Jimi Hendrix Biopic mit André 3000 als Jimi Hendrix
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 60%

Trailer v. Film: „The Two Faces of January“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Patricia Highsmiths Romanverfilmung mit Viggo Mortensen, Oscar Isaac und Kirsten Dunst
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits in D. gesehen

Trailer v. Film: „White Bird in a Blizzard“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Romanverfilmung mit Shailene Woodley, Eva Green, Gabourey Sidibe. Da spielen leider hauptsächlich Leute mit, die ich nicht gerne sehe.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bei mind. 80% RT

Trailer v. Film: „Keep on Keepin on“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Musik-Dokumentation, die im Gespräch für einen Oscar nominiert zu werden.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

NYC – Film: "Mama"

Ich war am 16.02.13 in New York und habe mir im Kino angeschaut:

„Mama“ (dt. Kinostart: 18.04.13) 100 min horror
dir. Andres Muschietti cast: Jessica Chastain, Nikolaj Coster-Waldau, Megan Charpentier, Isabelle Nélisse

Nach einer familiären Tragödie waren die jetzt 8-jährige Victoria (Megan Charpentier) und ihre 6-jährige Schwester Lilly (Isabelle Nélisse) für fünf Jahre vermisst. Sie waren auf sich allein gestellt und haben in einer Hütte im Wald gehaust. Nach der langen Zeit sind die Kinder völlig verwahrlost und verstört. Ihr Onkel Lucas (Nikolaj Coster-Waldau) bemüht sich sehr, seine Nichten zu sich und seiner Freundin Annabel Jessica Chastain) zu nehmen. Ob das wohl so eine gute Idee war…

C+ (Wertung von A bis F) „Mama“ basiert auf dem gleichnamigen spanischen Kurzfilm.

Es gibt zwei Arten von Horrorfilmen, die mich ansprechen. Zum einen sind es Filme, bei denen ich mich in die Situationen und die Angst der Charaktere reinversetzen kann und zum anderen sind es Filme, bei denen mich die Geschichte und die Erzählweise in den Bann zieht. „Mama“ zählt zu der zweiten Kategorie und er ist auch weitestgehend solide und spannend inszeniert. Für mich hielt er auch einige richtig gute Schocker parat. Was mich jedoch meistens aus so einer Story und damit aus dem Film bringt, ist, wenn sich die Filmcharaktere nicht nachvollziehbar verhalten. Damit wurde ich auch hier verärgert und dann von gleich drei verschiedenen Figuren. Das eigentliche Filmende ist dann auch total lächerlich und unfassbar in die Länge gezogen. Ich hätte „Mama“ gerne eine B-Bewertung gegeben, das Ende hat jedoch den Film für mich ruiniert und so war nur noch eine C-Bewertung möglich.

Der Hauptgrund für mich, mir den Film anzugucken, war zweifelsfrei Jessica Chastain (Take Shelter, The Tree of Life, The Help, Zero Dark Thirty). Sie ist für mich auch die Sympathieträgerin des Films. Es war mir völlig unverständlich, warum Lucas seine Nichten unbedingt zu sich holen wollte und Jessica Chastains Charakter macht die Geschichte dahingehend wieder glaubwürdiger. Sie ist alles andere als begeistert, sich auf einmal um diese verhaltensgestörten Kinder kümmern zu müssen.

Jessica Chastain zeigt hier wieder mal eine neue Facette von sich, optisch mit ihren kurzen schwarzen Haaren und als Mitglied einer Rockband kaum wiederzuerkennen. Das ältere Mädchen hat mich auch überzeugt, hingegen empfand ich das kleine Mädchen als augenfeindlich, vielleicht aber daher idealbesetzt für Horrorfilme.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Host“
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Meine Güte, noch so ne Stephanie Meyer-Romanverfilmung. So was kann ich definitiv nicht gucken, auch wenn Saoirse Ronan und William Hurt mitspielen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Pacific Rim“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Guillermo del Toros neuer Film. Eigentlich wollte ich mir den schon ansehen, mir sieht das aber zu Michael Bay-mässig aus.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken…

Trailer von Film: „Monsters University“
Bewertung des Teasers: A- (neuer, diesmal Teaser)
Kommentar: Pixars Fortsetzung zu „Monsters, Inc.“ Trailer wirkt nicht schlecht, ich wünschte aber, Pixar würde nicht wieder eine Fortsetzung bringen.
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 100%

Trailer von Film: „The Call“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Thriller mit Halle Berry und Abigail Breslin
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 60%

Trailer von Film: „Jurassic Park“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Steven Spielbergs Film feiert den 20. Jahrestag und kommt in der überarbeiteten 3D-Fassung erneut ins Kino
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: ?

NYC – Theater: "The Heiress"

Ich war am 16.01.13 in New York und habe mir im Theater angeschaut:

„The Heiress“ drama, adaptation
dir. Moisés Kaufman cast: Jessica Chastain, David Strathairn, Dan Stevens, Judith Ivey.

Im Jahr 1850 in New York. Catherine Sloper (Jessica Chastain) ist die einzige Tochter des wohlhabenden Arztes, Dr. Austin Sloper (David Strathairn). Ihr Vater gibt ihr die Schuld am frühen Tod ihrer Mutter und hält auch ansonsten wenig von seiner nicht sonderlich hübschen und viel zu schüchternen Tochter. An einem Abend im Hause Sloper lernt Catherine den gutaussehenden, aber mittellosen Morris Townsend (Dan Stevens) kennen. Schon wenig später hält Morris um ihre Hand an. Catherine ist verzückt, noch nie hat sich ein Mann für sie interessiert. Sie möchte ihn heiraten. Ihr Vater hält ihn aber für einen Heiratsschwindler, der es ausschließlich auf Catherines Erbe abgesehen hat. Er verlangt, dass sie mit ihrem Vater zusammen zunächst auf eine sechsmonatige Europareise geht. Doch hat sich nach ihrer Wiederkehr etwas an ihrer Entscheidung geändert?

A- (Wertung von A bis F) „The Heiress“ basiert auf dem Roman „Washington Square“ von Henry James. Bereits im Jahr 1947 wurde die Story vom Theater adaptiert und als Bühnenstück am Broadway unter dem Titel „The Heiress“ aufgeführt. Zwei Jahre später ist daraus ein Film mit Olivia de Havilland und Montgomery Clift entstanden. Der Film war im Jahr 1950 für acht Academy Awards (Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin, Bester Nebendarsteller, Beste Kamera, Bestes Szenenbild, Bestes Kostümdesign, Beste Filmmusik) nominiert und hat vier gewonnen. Olivia de Havilland hat den Oscar als Beste Hauptdarstellerin gewonnen.

Das war mir jedoch vorher alles nicht bekannt. Ich habe nur erfahren, dass Jessica Chastain gerade am Broadway spielt, hatte Zeit und dachte das wäre eine gute Gelegenheit, die künftige Oscar-Preisträgerin (ich möchte mich derzeit noch nicht festlegen, ob es dieses Jahr schon dazu kommt, bin aber sicher, dass sie bald einen Academy Award gewinnen wird) live zu sehen. Meine reizende, sehr betagte Sitznachbarin aus Upstate New York hat mich dann auf den, in ihren Augen sehr sehenswerten Film hingewiesen. Sie war aber von dem Theaterstück und den Schauspielern hier ebenso begeistert.

Das Theaterstück ist ein Drama, das in zwei Akten aufgeführt wird. Die Kulisse und die Kostüme wirkten sehr authentisch. Das Bühnenbild wurde von dem im Jahr 1832 erbauten Merchant´s House inspiriert. Dieses Haus ist das einzige New Yorker Haus aus dem 19. Jahrhundert, das sowohl von außen als auch von innen noch so gut erhalten ist. Heute ist es ein Museum. Ich werde mir das demnächst mal anschauen.

Bevor Jessica Chastain („Take ShelterThe Tree of Life, The Help, „Lawless, „Zero Dark Thirty) im Jahr 2011 ihren Durchbruch in Hollywood schaffte, hat sie bereits Theater gespielt. „The Heiress“ ist jedoch ihr Broadway-Debüt. Jessica Chastain ist großartig in der Rolle der ungeliebten Tochter, die sich emanzipiert und auf ihre Art zurückzahlt, was ihr angetan wurde.

Der bereits für einen Oscar nominierte David Strathairn („The River Wild“, „L.A. Confidential“, „Good Night, and Good Luck“, „Lincoln) hat in einigen TV-Serien und über 30 Theaterstücken mitgespielt. David Strathairn hat mich hier als verbitterter Mann und hartherziger Vater richtig beeindruckt. In meinen Augen wird der Charakterschauspieler immer noch unterschätzt.

Der britische Schauspieler Dan Stevens ist durch Downton Abbey bekannt. In seiner Rolle in „The Heiress“ hat er überzeugt.

„The Heiress“ ist noch bis zum 10.02.2013 am Walter Kerr Theatre zu sehen.

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Website:

http://www.theheiressonbroadway.com

NYC – Film: "Zero Dark Thirty"

Ich war am 10.1.13 in New York und habe mir im Kino angeschaut:

„Zero Dark Thirty“ (dt. Kinostart: 31.01.13) 157 min thriller, drama
dir. Kathryn Bigelow cast: Jessica Chastain, Jason Clarke, Jennifer Ehle, Joel Edgerton, Mark Strong, Kyle Chandler, Mark Duplass, Harold Perrineau

„Zero Dark Thirty“ lässt die zehn Jahre anhaltende Jagd nach al-Qaida-Anführer Osama Bin Laden Revue passieren.

A- (Wertung von A bis F) „Zero Dark Thirty“ basiert auf tatsächlichen Begebenheiten.

Kathryn Bigelows Vorgängerfilm The Hurt Locker hat uns in den Irak geführt, nachdem der Krieg 2003 offiziell beendet war. Gezeigt hat er einen anhaltenden, nicht zu gewinnenden Krieg und wie sich der gefährliche Alltag für eine amerikanische Spezialeinheit darstellt. Ihr aktueller Film „Zero Dark Thirty“ zeigt einen scheinbar endlosen Krieg, den Krieg gegen den Terror. Die Rahmenhandlung beschäftigt sich mit der komplizierten, mühsamen und auch frustrierenden Fahndung nach dem Terrorchef Osama Bin Laden. Dabei sind wir als Zuschauer bis zum letzten Part der Geschichte an der Seite von der von Jessica Chastain verkörperten CIA-Agentin Maya, die ihr ganzes Leben darauf ausgerichtet hat, den meistgesuchten Terroristen der Welt zu finden.

Kathryn Bigelow und ihr Drehbuchautor Mark Boal werden für ihren Film in den U.S.A. heftig angegriffen. Ungewöhnlich ist, dass sich auch einige hochrangige Politiker einmischen. „ZD30“ zeigt, dass es Folter als Verhörmethode des CIA gab – und warum sollte er dies nicht zeigen. Der Film spricht sich aber weder für Folter noch gegen sie aus. Dazu bezieht er keine Stellung. Letztlich waren es mehrere Einzelheiten, die die CIA auf die Spur von UBL (wie er in amerikanischen Militärkreisen genannt wird) gebracht haben. Auch lese ich in dem Film, dass es eigentlich nichts verändert hat, dass Osama Bin Laden gefunden und getötet wurde. Ich verstehe die ganze Aufregung nicht, meine Güte es ist ein Film – und zwar ein verdammt guter.

Die richtig guten Filme sind in meinen Augen die, die dem Zuschauer nicht alle Antworten liefern, sondern viele Fragen aufkommen lassen und zur Diskussion anregen. „ZD30“ ist so ein Film. Er ist irgendwo eine Charakterstudie über eine von ihrem Job besessene CIA-Agentin. Selbstverständlich ist es aber auch ein Militär-Thriller, der – obwohl jeder den Ausgang der Geschichte kennt – langsam Spannung aufbaut und zum Ende hin einfach nervenaufreibend inszeniert ist.

Das Zentrum des Films ist Jessica Chastains Charakter Maya. Man kann nachvollziehen, wie sie sich fühlt. Man sieht auch wie sie sich verändert, zum Anfang ist sie noch recht jung und eher die Beobachterin, dann die desillusionierte Geheimdienstlerin und später die ehrgeizige, sehr angespannte, von ihrer Idee überzeugte Agentin und irgendwie steht sie immer alleine da. Jessica Chastain ist exzellent in dieser Rolle. Auch hat mir endlich mal wieder Mark Strong gut gefallen. Jennifer Ehle hat auch wieder überzeugt. In einer Szene ist Joel Edgerton supersexy.

Ich weiss nicht, ob generell Europäer den Film anders sehen als Amerikaner. Meine absolute Lieblingsserie ist seit einem Jahr Homeland und da geht es um ein ähnliches Thema.

Vor wenigen Tagen hat „Zero Dark Thirty“ fünf Oscar-Nominierungen (Bester Film, Beste Hauptdarstellerin, Jessica Chastain, Bestes Originaldrehbuch, Bester Schnitt, Bester Tonschnitt) erhalten. Für jeden, der sich mit dem Oscar-Rennen 2012/2013 etwas intensiver beschäftigt, war es eine Überraschung, dass Kathryn Bigelow nicht für ihre Regiearbeit nominiert wurde.

Als Anfang Dezember 2012 die ganzen Debatten über den Film begannen, schwanden die Oscar-Chancen für den Film praktisch stündlich. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass die Academy of Motion Picture Arts and Sciences einem Film, der so viele Diskussionen entfacht, mit einem Oscar als Bester Film auszeichnet. Die Academy würde dadurch einen Imageschaden befürchten.

„Zero Dark Thirty“ wird in meiner Top Ten für Filme aus dem Jahr 2012 landen.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Place Beyond the Pines“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Neuer Film mit Ryan Gosling. Ist in meiner Must-See-Liste für 2013
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Parker“
Bewertung des Trailers: B- (neuer Trailer)
Kommentar: Actionfilm mit J. Lo und Jason Stratham
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Snitch“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Actionfilm mit, schon wieder, Dwayne Johnson. Warum spielt Susan Sarandon hier mit?
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Pain & Gain“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Action mit Mark Wahlberg und Dwayne Johnson. Eigentlich gucke ich keine Filme mit Letztgenannten, der Trailer war aber nicht schlecht, bis klar war, dass es ein Michael Bay-Film ist. :))
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Oblivion“
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Sci-Fi mit Tom Cruise
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Broken City“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Thriller mit Russell Crowe, Mark Wahlberg und Frau Douglas. Nach wie vor, Filme, die im Januar oder Februar in den U.S.A. starten sind ganz, ganz selten gut.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ?

Trailer v. Film: „After Earth“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: M. Night Shyamalans neuer Film mit Will Smith und seinem Gör
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich sag mal – nö