TV – Serie: „The Looming Tower“

Ich habe mir die komplette Staffel folgender Hulu-Serie angeschaut:

 

„The Looming Tower“ (in D. auf Amazon Prime zu sehen, ab dem 18.08.18 auf Blu-ray und DVD erhältlich)  10 x approx. 50 min   drama, thriller, biopic adaptation

dir. Alex Gibney, John Dahl, Ali Selim, Michael Slovis, Craig Zisk   cast: Jeff Daniels, Bill Camp, Michael Stuhlbarg, Peter Sarsgaard, Tahar Rahim, Wrenn Schmidt, Ella Rae Peck, Alec Baldwin, Jennifer Ehle, Louis Cancelmi, Jamie Neumann

 

Im Jahr 1998. Professor Martin Schmidt (Peter Sarsgaard) ist der Leiter CIA-Anti-Terror-Einheit „Alec Station“ in Washington, D.C. Er ist Osama bin Laden auf der Spur, kürzlich kam er in den Besitz eines wichtigen Datenträger der islamistischen Terrorzelle al-Qaida. Die Ermittlungsergebnisse seines Teams gibt er jedoch nicht, wie es seine Pflicht wäre, an den Leiter der New Yorker FBI-Abteilung für Terrorismus-Abwehr „I-49“, John O´Neill (Jeff Daniels), weiter. Zu tief sitzen die Rivalitäten zwischen der CIA und dem FBI. John O´Neill führt eigene Ermittlungen und erhält von seinen beiden offiziellen Informanten Vince (Louis Cancelmi) und Toni-Ann (Jamie Neumann) in „Alec Station“, Informationen, dass die CIA an einer möglichen Terrorzelle in Albanien ermittelt. Der FBI-Veteran Robert Chesney (Bill Camp) verfolgt derweil eine Spur in Kenia und findet schließlich einen klaren Hinweis auf eine Terrorzelle in Albanien. John O´Neill schickt schließlich seinen neuen arabisch-amerikanischen FBI-Agenten Ali Soufan (Taha Rahim) nach Tirana. Osama bin Laden hat amerikanische Journalisten zu einem Interview nach Afghanistan eingeladen. In dem Interview, das im TV ausgestrahlt wird, ruft er alle Muslime zum Mord an US-Bürgern auf. Dieses Mal droht er mit einem konkreten Anschlag in den nächsten Wochen. Zwei Monate später explodieren zwei Autobomben vor den amerikanischen Botschaftsgebäuden in Kenia und Tansania. Dabei kamen über 224 Menschen, darunter 12 Amerikaner, ums Leben und Tausende wurden verletzt… 

  

A- (Wertung von A bis F) „The Looming Tower“ wurde von wahren Begebenheiten inspiriert und geht der Frage nach, ob die Anschläge vom 11. September 2001 theoretisch von den amerikanischen Geheimdienstlern und Terrorexperten hätten verhindert werden können. Es ist eine Adaption von dem, mit einem Pulitzerpreis ausgezeichneten, gleichnamigen Sachbuch von Lawrence Wright. Serienschöpfer und Produzenten sind der Autor der Romanvorlage, der Dokumentarfilmemacher und Oscar-Gewinner Alex Gibney („Taxi to the Dark Side“, „Going Clear: Scientology and the Prison of Belief“) und der amerikanische Schauspieler („The Birdcage“, „Enough“, A Mighty Heart) und Oscar-nominierte Drehbuchautor („Capote“, Foxcatcher) Dan Futterman. Alex Gibney hat auch bei der ersten Episode („Now it Begins“) Regie geführt. 

„The Looming Tower“ beginnt Ende der 1990er Jahre und erzählt von der zunehmenden Bedrohung durch Osama bin Laden und al-Qaida. 

Schon mit der ersten Folge werden die Fehler der Geheimdienste deutlich. Obwohl die CIA in ihrer Terrorabwehr-Abteilung „Alec Station“ offiziell zwei FBI-Beamte in ihrer Abteilung zu sitzen haben, verheimlichen sie sämtliche wichtige Informationen vor ihnen. Beim FBI hingegen wird durch ihre Ermittlungen deutlich, dass die Bedrohung durch Islamisten immer stärker wird. John O´Neill, der Chef der FBI-Terrorismusabwehr stellt fest, dass sie von 10.000 FBI-Mitarbeitern nur acht arabisch-sprechende Beamte haben, die sich mit der islamischen Kultur auskennen. Eigentlich höchste Zeit, etwas zu ändern. Trotz aller Rivalitäten dieser beiden Geheimdienste sollten sie beginnen, ihre Informationen auszutauschen, abzugleichen, an einem Strang zu ziehen und die wachsende Gefahr durch islamistischen Terrorzellen gemeinsam zu bekämpfen. 

Hier haben wir aber mind. zwei Alpha-Tiere, den stoischen CIA-Professor (gespielt von Peter Sarsgaard), der ausschließlich seinen Plan durchsetzen will, am liebsten Bomben worauf-auch-immer schmeissen will, in der Hoffnung, Osama bin Laden (Geheimdienstsprache: UBL) zu töten. Auf der anderen Seite den erfahrenen FBI-Oberen (gespielt von Jeff Daniels), der die Zusammenhänge sieht und durchdacht handeln will. Er erkennt, vielleicht auch durch seinen muslimischen Protegé, dass es mit der Tötung von UBL längst nicht getan ist. „The Looming Tower“ zeigt den Kleinkrieg zwischen der CIA und dem FBI, der Agency und dem Bureau, „Alec Station“ und „I-49“.  

Die Welt der amerikanischen Geheimdienstler war seinerzeit scheinbar eine reine Männerdomäne, Frauen spielen eine untergeordnete Rolle. In dem Verlauf der Ereignisse (die letztendlich zu den Anschlägen vom 11. September 2001 führten) zeigt sich, dass man Männer in solchen verantwortlichen Posten nicht alleine lassen sollte. Hier – und das Ganze beruht auf Tatsachen – sind die verantwortlichen Männer so mit sich beschäftigt, tragen Machtkämpfe aus und verlieren darüber ihr eigentliches Ziel aus den Augen. An einer Zusammenarbeit der CIA mit dem FBI war seinerzeit nicht zu denken. Unfassbar, vielleicht hätten wirklich, wenn die werten Gentlemen ihre Befindlichkeiten und Eitelkeiten hätten überwinden können, die weltverändernden Terroranschläge vom 11. September 2001 verhindert werden können. 

Zugegebenermassen werden hier auch zwei Frauen gezeigt, die aus einer Motivation heraus gehandelt haben, die nicht nachvollziehbar ist. Eine der beiden Frauen, war die CIA-Analystin Diane Marsh, die Professor Martin Schmidt unterstellt war und die andere Frau war George W. Bushs damalige Sicherheitsberaterin, Condoleezza Rice, die schlichtweg ignorant und unverantwortlich gehandelt hat. Letzteres wird zum einen zu Beginn des Jahres 2001 deutlich und zum anderen, spätestens mit der, im TV live übertragenen, Anhörung vor dem  9/11-Untersuchungsausschuss im Jahr 2004. 

Die Sympathieträger dieser Geschichte sind für mich der FBI-Agent John O´Neill und sein libanesisch-amerikanischer Agent Ali Soufan. 

Wenn man sieht, welche Themen heutzutage unsere Nachrichten bestimmen, war die Sicherheitslage der westliche Welt vor 9/11 noch weitestgehend in Ordnung. Ende der 1990er Jahre war schon fast eine unbeschwerte Zeit. Seinerzeit hat uns, beispielsweise, die Presse wochenlang mit US-Präsident Bill Clinton und seiner Affäre mit Monika Lewinsky unterhalten. Der islamistische Terror war für die normale Bevölkerung noch nicht sicht- und fühlbar. 

Meine Lieblingsszenen: viele, aber beispielsweise als Bill Camps Charakter, FBI-Veteran Robert Chesney einen der Terroristen verhört in Episode 3 („Mistakes Are Made“). Hier sieht man in einer einzigen Szene , was für ein faszinierender Schauspieler Bill Camp ist. Eine sehr starke Szene gibt es auch in der fünften Episode  („Y2K“): zur Jahrtausendwende am Times Square teilt John O´Neill, nachdem die Sylvester-Nacht zum Jahrtausendwechsel ruhig verlaufen ist, seinem Kollegen mit, dass er sicher ist, dass die Terroristen im Land sind, er weiß aber nicht, was sie genau vorhaben.

Meine Lieblingsfolge: Episode 9 („Tuesday“) Hier sieht man wie alles zusammenfällt. Wer alt genug ist, um den Tag des Terroranschlags bewusst erlebt zu haben, für den endet diese Folge mit einem Schlag in die Magengrube. Man sieht Originalfilmmaterial zum einen von der Flughafen-Überwachungskamera, die die Terroristen zeigt und zum anderen Original-Aufnahmen des Untersuchungsausschusses zu 9/11 aus dem Jahr 2004. Hier wird der damalige CIA-Direktor George Tenet befragt, warum er die Informationen, dass sich ein bekanntes al-Qaida-Mitglied seit März 2000 im Land befindet nicht an das FBI weitergeleitet hat und warum sich diese Person nicht auf der Watchlist befand, bzw. rund um die Uhr beobachtet wurde. Später sieht man die damalige Nationale Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice (die in der fiktiven Erzählung, zuvor die Sorgen der Geheimdienstler vor einem drohenden al-Qaida-Anschlag auf amerikanischen Boden nicht ernst genommen hat), wie sie im Jahr 2004 vor dem Untersuchungsausschuss befragt wird. Sie sagt aus, ihr wäre nicht klar gewesen, dass sie etwas gegen die al-Qaida-Zellen hätten tun sollen. Es wird darauf hingewiesen, dass sie ausdrücklich mit dem Datenträger v. 6.8.2001 gewarnt wurde, dass es sehr wahrscheinlich zu einem Anschlag in den U.S.A. kommt. Sie wird gefragt, ob sie sich an den Titel dieses Datenträgers erinnert. Sie antwortet daraufhin: Bin Laden Determined to Attack Inside the United States. Wow. Daran konnte ich mich gar nicht mehr erinnern. Jetzt rückblickend unfassbar, dass sie daraufhin nicht als Nationale Sicherheitsberaterin entlassen wurde. Sie wurde sogar ein Jahr später als Außenministerin der Vereinigten Staaten ernannt. Wie kommt es, dass diese Leute nie zur Verantwortung gezogen wurden?

Die finale Episode („9/11“) hat mich tief bewegt und in die Zeit dieser Terror-Anschläge, die die Welt veränderten, zurückversetzt. Diese Folge fängt die Stimmung zu dieser Zeit hervorragend ein. Vieles hat man gesehen, aber nicht, wie wohl die Geheimdienstler, die diese Anschläge wohl hätten verhindern können, mit der Situation umgegangen sind. Die tragischste aller Geheimdienst-Persönlichkeiten ist zweifelsohne John O´Neill. Zum Zeitpunkt der Terroranschläge arbeitete er – unfreiwillig – bereits nicht mehr für das FBI, sondern führte das Sicherheitspersonal in den Twin Towers. Eine brillante Szene gibt es auch noch gegen Ende der Episode als der muslimische FBI-Agent Ali Soufan den Terroristen aufzeigt, was tatsächlich im Koran steht.

Schon vor 9/11 verband mich eine innige Liebe mit der Stadt New York, ich reiste damals schon mehrmals im Jahr privat in die Stadt, Hatte – wie immer – frei im September und wollte tatsächlich auch in die Stadt fliegen. Wie die meisten, die alt genug waren, um diesen Tag schon bewusst zu erleben, werde ich nie vergessen, wie ich von dem Terroranschlag erfahren habe und nicht wahrhaben wollend, was passierte, daraufhin über Tage die Nachrichtenberichterstattung quasi rund um die Uhr verfolgte. Relativ kurz nach den Anschlägen bin ich erstmalig im Oktober 2001 wieder nach Manhattan geflogen. Den Geruch meiner Lieblingsstadt und die Stimmung in dieser Zeit werde ich nie vergessen. 

Wie alle exzellenten Serien bzw. Mehrteiler habe ich mir diese auch 2 x angeschaut. 

 

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

John O´Neill ist der Leiter des New Yorker FBI-Abteilung für Terrorismusabwehr (I-49). John O´Neill lebt für seinen Job, er ist seit über 20 Jahren bei dem FBI. Er ist überzeugt, dass die USA, Ziel eines Anschlags von al-Qaida ist, wird aber von der CIA, insbesonders von Professor Martin Schmidt (gespielt von Peter Sarsgaard), was deren Informationen über die Islamisten angeht, kurz gehalten. John O´Neill gab es tatsächlich. Beruflich ist er und sein Mitarbeiter Ali Soufan für mich die Sympathieträger dieser wahren Geschichte. Privat sah es bei ihm wohl etwas chaotisch aus, in der Realität hatte er wohl tatsächlich vier (in der Serie sind es „nur“ 3 Frauen) gleichzeitig, die nichts voneinander wussten. Außerdem hatte er wohl auch einige Disziplinarverfahren am Hals. Auch wenn ich der Meinung bin, dass man das wahre Leben nicht spoilern kann, hier eine kleine SPOILER-WARNUNG was seine Person angeht: Nach 25 Jahren beim FBI, im Jahr 2001, wurde er gezwungen, seinen Rücktritt einzureichen. Zweieinhalb Wochen vor dem 11.September 2001 hatte er seinen ersten Tag in seinem neuen Job als Leiter des Sicherheitspersonals der World Trade Center. Die unglaubliche Tragik seines Lebens besteht darin, dass er bei den 9/11-Anschlägen in einem der Türme verstarb. SPOILER-WARNUNG ZU ENDE Gespielt wird John O´Neill hier von dem amerikanischen TV-, Film- und Theaterschauspieler Jeff Daniels. Sein Spielfilmdebüt gab er in Milos Formans „Ragtime“. Er hat in unzähligen Kinofilmen („Terms of Endearment“, „Dumb and Dumber“„The Squid and the Whale“, Steve Jobs) mitgespielt. Für seine Rolle in der TV-Serie The Newsroom, hat er  er einen Emmy Award gewonnen. Für seine Performances in den Bühnenstücken „God of Carnage“ und „Blackbird“ wurde er jeweils für den Tony Award nominiert 

Professor Martin Schmidt ist der Leiter der CIA-Anti-Terror-Einheit „Alec Stattion“ in Washington. Diese Figur setzt sich wohl aus mehreren realen Charakteren zusammen. Seine Figur hat aber durchaus starke Ähnlichkeit mit dem damaligen CIA-Agenten und Leiter der Anti-Terror-Einheit „Alec Station“ Michael Scheuer. Er machte seit 1996 Jagd auf Osama bin Laden. Gespielt wird Professor Schmidt von dem amerikanischen Charakterschauspieler Peter Sarsgaard. Sein Spielfilmdebüt gab er in „Dead Man Walking“. Seither hat er in unzähligen guten Filmen (u.a. „Shattered Glass“, „The Dying Gaul“, Rendition, Blue Jasmine, Jackie) und in einigen TV-Serien („The Killing“, „Wormwood“) mitgespielt. Peter Sarsgaard ist exzellent in der Rolle des sehr smarten, aber überheblichen Professors Martin Schmidt. Im realen Leben ist er mit der Schauspielerin Maggie Gyllenhaal (The Dark Knight) verheiratet.

Ali Soufan ist ein libanesisch-amerikanischer FBI-Beamter. Er ist Muslim und in Beirut geboren und aufgewachsen. Ali ist im Jahr 1998 nur einer der 8 von 10.000 Mitarbeitern beim FBI, der Arabisch spricht und sich auch mit der islamischen Kultur auskennt. John O´Neill (gespielt von Jeff Daniels) ist sein Mentor, er arbeitet in seiner Gruppe „I-49“. Ali Soufan ist – wie John O´Neill – eine reale Persönlichkeit, er stand übrigens den Serienschöpfern von „The Looming Tower“ als Berater bei. Wie bereits oben erwähnt sind für mich Ali Soufan und sein Chef John O´Neill die Sympathieträger der Geschichte. Gespielt wird Ali Soufan von dem französischen Schauspieler Tahar Rahim gespielt. Er hat einige Auszeichnungen für seine Performance in Jacques Audiards „A Prophet“ gewonnen und war in einigen internationalen Produktionen, u.a. in Asghar Farhadis „The Past“ und Fatih Akins „The Cut“ mitgespielt. Ich denke, dass „The Looming Tower“ in den U.S.A. sein Durchbruch ist und man ihn bald in mehr amerikanischen Filmen sehen wird.

Diane Marsh ist eine CIA-Analystin und Professor Martin Schmidt (gespielt von Peter Sarsgaard) unterstellt. Sie glaubt daran, dass ausschließlich die CIA das Potenzial hat, den islamistischen Terrorismus zu bekämpfen und hält Informationen vor dem FBI zurück. Ihr Charakter ist aus mindestens drei realen Persönlichkeiten entwickelt worden. Für mich ist Diane Marsh neben den ganzen Terroristen die unangenehmste Figur dieser Mini-Serie. Gespielt wird Diane Marsh von der amerikanischen Schauspielerin Wrenn Schmidt. Sie hatte bereits in einigen TV-Serien („Boardwalk Empire“, „The Americans“, „Tyrant“) eine größere Rolle. 

Robert „Bob“ Chesney (Bill Camp) ist ein FBI Veteran. Er arbeitet für John O´Neill (gespielt von Jeff Daniels). Gespielt wird er von dem amerikanischen Schauspieler Bill Camp. Mir ist dieser hervorragende Schauspieler erstmalig im Jahr 2016, in der TV-Serie The Night Of aufgefallen. Im realen Leben ist er mit der amerikanischen Schauspielerin Elizabeth Marvel (TV-Serie Homeland, Staffel 6 und 7) verheiratet. 

Richard Clarke ist der Bundeskoordinator für Nationale Sicherheit in den USA. Er hat US-Präsidenten Bill Clinton direkt beraten. Auch Richard Clarke ist eine reale Persönlichkeit. Gespielt wird er von dem genialen amerikanischen Schauspieler Michael Stuhlbarg. Mir ist er erstmals in A Serious Man der Coen Bros. aufgefallen. Was hat er nicht seither alles gespielt. Aus der Filmwelt ist er nicht mehr wegzudenken. Unvergessen in Steve Jobs und Miss Sloane. Allein dieses Jahr, im Jahr 2018, spielte er mit Call Me by Your NameThe Post und The Shape of Water in drei Oscar-nominierten bzw. -prämierten Filmen. Auch in den TV-Serien „Boardwalk Empire“ und der dritten Staffel von „Fargo“ hatte er eine Hauptrolle. 

George Tenet ist der Direktor der CIA. Er ist bekanntermassen auch eine reale Persönlichkeit. Gespielt wird George Tenet von dem amerikanischen Schauspieler Alec Baldwin. Der Charakterschauspieler hat in einigen exzellenten Filmen („Glengarry Glen Ross“, „State and Main“, „The Cooler“, Blue Jasmine) und guten TV-Serien („Will & Grace“, „30 Rock“) mitgespielt. Den meisten ist er bekannt durch seine Parodie von Donald Trump bei SNL. Für diese Performance hat er auch einen Emmy Award gewonnen. Zwei weitere Emmys hat er für seine Rolle in „30 Rock“ gewonnen. Für 15 weitere Emmy Awards war er nominiert. Außerdem hat er eine Oscar-Nominierung für seine Performance in „The Cooler“ und eine Tony-Nominierung für seine Rolle in dem Bühnenstück „A Streetcar Named Desire“ erhalten. Alec Baldwin ist er der älteste der Baldwin Brüder, Daniel, William und Stephen sind ebenfalls alle Schauspieler. 

 

„The Looming Tower“ ist für einige Emmy-Nominierungen im Gespräch, u.a. Outstanding Limited Series, Outstanding Directing for a Limited Series, Movie or Dramatic Special, Outstanding Lead Actor in a Limited Series or Movie (Jeff Daniels, Taha Rahim), Outstanding Supporting Actor in a Limited Series or Movie (Peter Sarsgaard, Michael Stuhlbarg, Bill Camp) Update: „The Looping Tower“ ist im Jahr 2018 für vier Emmys (Outstandig Lead Actor, Jeff Daniels, Outstanding Supporting Actor, Michael Stuhlbarg, Outstanding Directing für die Episode „9/11“ und Outstanding Casting for a Limited Series) nominiert worden. 

„The Looming Tower“ feierte seine Weltpremiere am 15.02.18 in New York. Die internationale Premiere zweier Episoden erfolgt kurz daraufhin auf der Berlinale 2018. In den U.S.A. wurde der Mehrteiler erstmalig, mit einer Episode pro Woche, v. 28.02.18 – 18.08.18 auf dem amerikanischen Streaming-Sender Hulu ausgestrahlt. In Deutschland ist die Serie ist seit dem 4.5.18 in einer wohl verbesserten Synchro-Version auf Amazon Prime zu streamen. Die Originalfassung ist aber definitiv zu empfehlen. „The Looming Tower“ erscheint ab dem 18.08.18 auf Blu-ray und DVD. Ich war im April 2018 zu einer HULU-Veranstaltung (incl. FYC-Screening mit anschließendem Q & A mit Dan Futterman, u.a. und einer Party) für SAG-AFTRA-Mitglieder in New York eingeladen, woraufhin für mich feststand, diese Serie unbedingt sehen zu müssen. 

Trailer zu sehen:

 

 

 

FYC-Sreening von „The Looming Tower“ im Metrograph in Manhattan April 2018

 

Q & A nach dem FYC-Sreening von „The Looming Tower“ im Metrograph in Manhattan April 2018

 

NYC – Film: „Steve Jobs“

Ich war am 09.10.15 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Steve Jobs“ (dt. Kinostart: 12.11.15) 121 min drama, biopic, adaptation
dir. Danny Boyle cast: Michael Fassbender, Kate Winslet, Seth Rogen, Jeff Daniels, Katherine Waterston, Michael Stuhlbarg

Ein Portrait über Steve Jobs.

B (Wertung von A bis F) „Steve Jobs“ basiert auf dem gleichnamigen Buch von Walter Isaacson.

Danny Boyle hat seinen neuesten Film wie ein Theaterstück inszeniert. Es sind drei Akte von jeweils ungefähr 40 Minuten. Die Ereignisse eines einzelnen Segments sind vor der jeweiligen Präsentation eines neuen Apple- (bzw. NeXT-) Produktes angesiedelt. Die erzählte Geschichte spielt hinter der Kulisse und zeichnet ein berufliches und privates Portrait von Steve Jobs. Der erste Akt spielt im Jahr 1984 als der erste, der Original Macintosh Computer vorgestellt wird, im zweiten Akt, im Jahr 1988, ist Steve Jobs mittlerweile nicht mehr bei Apple und stellt in seiner neuen Firma den schwarzen NeXT-Cube vor und im Jahr 1998, nach seiner Rückkehr zu Apple, den iMac. Jeder Akt in dem Film ist in einem anderen Format (16mm, 35mm und Digital) gedreht worden.

Ursprünglich sollte David Fincher (Fight Club, Zodiac, The Social Network, Gone Girl) Regie führen und Christian Bale sollte die Hauptrolle spielen. Nach einigen Unstimmigkeiten über die Finanzierung des Films stieg David Fincher aus dem Projekt aus und der Oscar-Gewinner Danny Boyle („Trainspotting“, „The Beach“, Slumdog Millionaire, 127 Hours) übernahm. Christian Bale distanzierte sich schließlich auch noch von dem Projekt und Danny Boyle hatte keinen Hauptdarsteller mehr. Leonardo DiCaprio war mal im Gespräch, Steve Jobs zu spielen, bis dann irgendwann Michael Fassbender die Hauptrolle übernahm.

„Steve Jobs“ ist ein ungewöhnlicher Danny Boyle-Film. Wenn man diesen Film sieht, ist seine Handschrift nur selten zu erkennen. „Steve Jobs“ könnte man fast als Aaron Sorkin-Film beschreiben. Der Film ist reich an brillanten Dialogen. Das von Aaron Sorkin (The Social Network, Moneyball, TV-Serie „The Newsroom) geschriebenen Drehbuch macht den Film aus. Aaron Sorkin gilt als einer der besten Drehbuchschreiber Hollywoods. Er hat eine eigene, so smarte, schnelle und messerscharfe Sprache kreiert. Die „Sorkin-Sprache“ wird von den Schauspielern gerne als moderne Shakespeare-Sprache bezeichnet. Die Texte müssen präzise so wiedergegeben werden wie sie im Skript stehen. Improvisationen sind tabu, es darf kein Satz abgewandelt werden, kein Füllwort eingebracht, nicht mal ein Wort in der Betonung geändert oder gar eine Pause eingebaut werden, wenn sie nicht dort hingehört. Wenn man nur etwas an einem sogenannten Sorkin-Text ändert (und da gebe ich u.a. Kate Winslet wieder) bricht die gesamte Poesie, der Rhythmus und die Kraft der Worte zusammen. Ich habe mir bislang noch nie ein sogenanntes Sorkin-Werk in der Synchronisation angeschaut. Ich kann mir kaum vorstellen, dass in der Übersetzung nichts von der Intensität verlorengeht. Der Film „Steve Jobs“ war für die Schauspieler jedenfalls mit exakter Vorbereitung, zahlreichen Proben und einigen Wiederholungen beim Dreh verbunden. Kate Winslet hat angegeben, dass eine der Anfangsszenen im ersten Akt 39x wiederholt werden musste.

Optisch hat Michael Fassbender (Hunger, Jane Eyre, Shame12 Years a Slave) nun keinerlei Ähnlichkeit mit dem Apple-Mitbegründer. Er hat auch zugegeben, dass er erst in seine Rolle reinwachsen musste. Und dabei kann man förmlich zuschauen. Michael Fassbender wird Steve Jobs immer ähnlicher. Am Anfang habe ich noch einen meiner Lieblingsschauspieler gesehen, der mich wieder mal mit einer ganz neuen Rolle begeistert. Mit Beginn des dritten Aktes habe ich regelrecht Gänsehaut bekommen, war schlichtweg verblüfft, wie sich Michael Fassbender in Steve Jobs verwandelt hat. Die Oscar-Nominierung ist ihm sicher, es ist aber durchaus denkbar, dass ihm diese Performance den Academy Award einbringt.

Ebenso oscarwürdig ist zweifelsfrei Kate Winslet. Im Gegensatz zu Fassy sieht man hier aber von Beginn an Joanna Hoffman und nicht die Schauspielerin. Zugegebenermassen hatte sie es auch etwas einfacher, jeder weiß wie der Apple-Chef aussah, die wenigsten aber wie Steve Jobs Marketing-Managerin und engste Vertraute.

Danny Boyles Film ist keine Heldenzeichnung von Steve Jobs. Er war sicherlich ein Genie, Visionär und ein Perfektionist, aber halt auch ein Kontrollfreak, charismatischer Größenwahnsinniger und ein A….. „Steve Jobs“ ist eine Charakterstudie dieses schwierigen Mannes. Wahrscheinlich wird es keinen Film geben, der aus ihm einen Sympathieträger macht, aber für mich wird er immer dafür verantwortlich sein, dass ich mir ein Leben ohne MacBook, MacBookAir, iPhone und iPod nicht mehr vorstellen kann (oder will).

Dieser Spielfilm gibt einem eine Idee davon, wie er getickt hat. Joanna Hoffman (gespielt von Kate Winslet) schien ihm als Einzige, richtig Paroli bieten zu können. Ihr gegenüber und später auch seiner Tochter Lisa (gespielt von Perla Haney Jardine, Ripley Sobo und Makenzie Moss) gegenüber erscheint Steve Jobs auch etwas zugänglicher und weniger hart. Man bekommt hier auch einen recht guten Eindruck von Steve Jobs Beziehung zu dem Computeringenieur Steve Wozniak (gespielt von Seth Rogen), dem Softwareentwickler Andy Herzfeld (herausragend gespielt von Michael Stuhlbarg) und zu Apple CEO John Scully (gleichbleibend großartig gespielt von Jeff Daniels) bekommen.

Meine Lieblingssequenz im Film ist eine Dialogszene zwischen Michael Fassbenders Jobs und Jeff Daniels Scully. Es ist eine Parallelmontage von Ereignissen aus dem Jahr 1984 und 1988. Diese Sequenz war in meinen Augen charakteristisch für Danny Boyle.

„Steve Jobs“ wurde erstmalig auf dem Telluride Film Festival 2015 gezeigt. Am 9.10.15 ist der Film in vier ausgewählten Kinos in New York und Los Angeles. gestartet. In NYC wurde der Film in nur zwei Kinos gezeigt. Ab dem 16.10.15 wird „Steve Jobs“ dann in ganzen 60 amerikanischen Kinos zu sehen sein und ab dem 23.10.15 in ganz U.S.A. Ich habe den Film am Eröffnungsabend in New York gesehen. Soweit ich das verfolgen konnte, waren alle abendlichen Vorstellungen in meinem Kino ausverkauft. Einige Repräsentanten von Universal Studios waren anwesend und haben einen ausführliche schriftliche Umfrage zu diesem Film durchgeführt. Neben den üblichen persönlichen Angaben und warum man ausgerecht diesen Film gewählt hat, wollten sie natürlich wissen wie einen der Film gefallen hat, aber – und das hat mich überrascht – haben sie auch einige Fragen zu dem vorgeschalteten Trailer des Coen Bros. Film „Hail, Caesar!“ gestellt. „Hail, Caesar!“ hat derzeit einen Kinostart von Februar 2016 in den USA. Ist Universal am überlegen, den Film noch dieses Jahr herauszubringen und damit in die Oscar-Saison 2015/2016 vorzuverlegen?

„Steve Jobs“ ist für folgende Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Michael Fassbender), Bester Nebendarsteller (Jeff Daniels), Beste Nebendarstellerin (Kate Winslet) Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien.

Update: „Steve Jobs“ hat 2 Oscar-Nominierungen (Bester Hauptdarsteller Michael Fassbender und Beste Nebendarstellerin Kate Winslet) erhalten.

Der großartige Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Hail, Caesar!“
Bewertung des Trailers: A
Kommentar: Der neueste Film der Coens mit Josh Brolin, George Clooney, Ralph Fiennes, Scarlett Johansson, Tilda Swinton, Frances McDormand, etc.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „By the Sea“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Neuer Film von und mit Angelina Jolie Pitt (wann hat die Jolie eigentlich ihren Namen geändert?) und ihrem Gatten
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Joy“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: David O. Russells neuer Film, wieder mit Jennifer Lawrence, Bradley Cooper und Robert De Niro. Film läuft derzeit in den ersten Test Screenings
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Creed“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Wie viele Boxer-Filme muss ich eigentlich noch gucken? Rocky-Spin-off mit Sylvester Stallone.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Finest Hours“
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Disney-Katastrophenfilm mit Chris Pine
Wie oft schon im Kino gesehen: x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: pfff

Trailer v. Film: „Miss You Already“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Tragikomödie. Bei Toni Collette bin ich grundsätzlich dabei, aber Drew Barrymore?
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Rock the Kasbah“
Bewertung des Trailers: D+ (neuer Trailer)
Kommentar: Barry Levinsons neuer Film mit Bill Murray, Zooey Deschanel, Bruce Willis und Kate Hudson. Ich bin so gelangweilt von Bill Murray in solchen Komödien
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bei 95 % Rotten Tomatoes

Filmplakat von
Filmplakat von „Steve Jobs“ in New York
Filmplakat von
Filmplakat von „Steve Jobs“ in New York

NYC – Film: „The Martian – 3D“

Ich war am 27.09.15 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„The Martian – 3D“ (dt. Filmtitel: „Der Marsianer – Rettet Mark Watney“, dt. Kinostart: 08.10.15) 142 min sci-fi, drama, action, adaptation
dir. Ridley Scott cast: Matt Damon, Jessica Chastain, Kristen Wiig, Jeff Daniels, Michael Pena, Kate Mara, Sean Bean, Chiwetel Ejiofor, Mackenzie Davis

Commander Lewis (Jessica Chastain) leitet die NASA-Basisstation auf dem Mars. Als ein gewaltiger Sandsturm aufkommt, wird der Astronaut Mark Watney (Matt Damon) fortgerissen. Es wird angenommen, dass er ums Leben gekommen ist und so stellt Commander Lewis aus Sicherheitsgründen die Suche nach Watney ein und ordnet die sofortige Evakuierung der Mars-Station an. Der NASA-Direktor (Jeff Daniels) erklärt seinen Mitarbeiter schließlich später für tot. Was keiner ahnt, Mark Watney ist zwar verletzt, aber konnte sich noch zur Basisstation retten. Jetzt muss er einen Plan aufstellen, wie er auf dem Mars überleben kann. Er rechnet sich aus, dass die Lebensmittelreserven nicht ausreichen, bis er irgendwann gerettet wird. Außerdem sind alle Kommunikationssysteme bei dem Sturm zerstört worden und noch weiß niemand, dass er überhaupt überlebt hat.

B+ (Wertung von A bis F) Der Film „The Martian“ basiert auf Andy Weirs gleichnamigen Roman.

„The Martian“ ist in meinen Augen auch kein Oscar-Film, aber er ist im Gegensatz zu dem Eröffnungsfilm des New York Film Festivals The Walk gut gemachtes, intelligentes Popcorn-Kino. Ridley Scott („Alien“, „Thelma & Louise“, „Gladiator“, Prometheus) weiß einfach, wie man großes Sci-Fi-Kino inszeniert, wie ein Film auszusehen und klingen (auch der Sound ist hervorragend) muss. Hier konnte ich mich von Anfang entspannt zurücklehnen. Der Film hat alles was ein Blockbuster haben sollte: Action, Spannung, Humor, eindrucksvolle Bilder und sehr gute (3D-) Effekte. Ich bin mit dem Gefühl aus dem Kino gekommen, eine gute Zeit gehabt zu haben. Auch kamen mir die beinahe 2 1/2 Stunden Laufzeit nicht zu lang vor.

Natürlich ist es kein Film, der einem noch viele Jahre später in Erinnerung bleibt. Aber an die letzten beiden großen Sci-Fi-Filme Christopher Nolans Interstellar und Alfonso Cuaróns Gravity kann ich mich auch noch kaum erinnern.

Wenn Sandra Bullock für das, was auch immer sie „Gravity“ gezeigt hat, einen Oscar gewonnen hat, dann müsste Matt Damon erst recht mit einem ausgezeichnet werden. In weiten Teilen unterhält er die Zuschauer alleine. Er gibt auch eine wesentlich vielschichtigere Performance als Sandra Bullock.

Kristin Wiig und Sean Bean, die ich beide sonst durchaus gerne sehe, fand ich in „The Martian“ fehlbesetzt. Beiden habe ich die Rolle nicht abgenommen, mit jedem ihrer Auftritte haben sie mich leider sogar aus dem Film gebracht.

Die 3D-Fassung ist unbedingt empfehlenswert.

„The Martian“ ist für folgende Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Matt Damon), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien.

Update: „The Martian“ hat 7 Oscar-Nominierungen (Bester Film, Bester Hauptdarsteller Matt Damon, Beste visuelle Effekte, Bestes adaptiertes Drehbuch, Bestes Szenenbild, Bester Ton, Bester Tonschnitt) erhalten.

„The Martian“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2015 gezeigt. Der Film startet heute, am 2.10.15, in den amerikanischen Kinos. Ich habe den Film in dem 3D-Sneak Screening auf dem New York Film Festival gesehen. Der Regisseur Ridley Scott und die Schauspieler Chiwetel Ejiofor, Kristen Wiig, Kate Mara, Mackenzie Davis und Sebastian Stan waren anwesend. Vor dem Screening trat der Filmemacher kurz auf die Bühne und animierte uns Zuschauer zu lachen, wenn uns danach ist, denn „The Martian“ wäre auch lustig. Für New Yorker Verhältnisse ist der Film begeistert aufgenommen worden. Das hat den Regisseur und sein Team sichtbar gefreut. Nach dem rasenden Applaus haben sie sich alle noch mal kurz vom Rang des Kinos gezeigt.

 

Trailer zu sehen:

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NYFF53 Ridley Scott
NYFF53 Ridley Scott

 

TV – Serie: "The Newsroom, Staffel 1"

Ich habe mir die komplette Staffel folgender HBO-Serie angeschaut:

„The Newsroom, Staffel 1“ (die erste Staffel wurde in D. auf Sky Atlantic HD ausgestrahlt) 10 x approx. 60 min drama
dir. Greg Mottola, Alex Graves, Alan Poul, Daniel Minahan, Jeremy Podeswa, Joshua Marston, Lesli Linka Glatter cast: Jeff Daniels, Emily Mortimer, John Gallagher, Jr., Dev Patel, Olivia Munn, Alison Pill, Thomas Sadoski recurring cast: Jane Fonda, Hope Davis, Chris Messina guest starring: Philip Baker Hall, Kathryn Hahn

April 2010. Will McAvoy (Jeff Daniels) ist der populäre Moderator der Nachrichtensendung „News Night“ auf ACN. Bei einer Podiumsdiskussion vor Studenten lässt sich der, mit seiner Meinung in der Öffentlichkeit sonst so zurückhaltende, Nachrichtensprecher zu kontroversen Äusserungen hinreissen. Um aus der Schusslinie zu kommen, geht er daraufhin für zwei Wochen in den Urlaub. Als er zurückkommt, erfährt er, dass sein Produktionsleiter Don (Thomas Sadoski) und der überwiegende Teil seines Redaktionsteams jetzt für einen anderen Moderator tätig sind. Sein Chef Charlie Skinner (Sam Waterston) teilt ihm mit, dass bereits eine neue Produktionsleiterin eingestellt wurde, es ist Wills Ex-Freundin MacKenzie „Mac“ McHale (Emily Mortimer). Seit der Beendigung ihrer Beziehung vor drei Jahren haben sich die beiden nicht mehr gesehen. Will ist alles andere als begeistert und sorgt dafür, dass es ihm jederzeit möglich ist, Mac zu kündigen. Mac möchte ein neues seriöseres Nachrichtenformat, ohne boulevardeske Geschichten, etablieren. Nur damit geht der Sender das Risiko ein, wichtige Werbekunden vielleicht auf Dauer zu verlieren…

C+ (Wertung von A bis F) Aaron Sorkin (The Social Network, Moneyball) hat sich die HBO-Serie „The Newsroom“ ausgedacht. Er ist der Autor der Serie und sie trägt auch seine Handschrift. Neben der hervorragenden Polit-Serie „The West Wing“ hat sich Aaron Sorkin bereits zwei Serien über Fernsehproduktionen ausgedacht („Sports Night“ und „Studio 60 on the Sunset Strip“).

Die erste Staffel von „The Newsroom“ hat sehr gute Ansätze, ist in ihrer Qualität aber alles andere als beständig. Es gab Szenen, Sequenzen und auch mal eine Folge, bei der ich eine „A-„-Bewertung im Kopf hatte, dann gab es aber noch mehr Momente, bei der ich zu einer „C-irgendwas“-Bewertung tendiert habe. Wenn man kein Amerikaner mit vor Nationalstolz förmlich explodierender Brust ist, dann verursacht die 7. Episode („5/1“) körperliche Schmerzen. Vor Pathos hat Aaron Sorkin jedenfalls keine Scheu.

„The Newsroom“ hat einen exzellenten Sprach- und Dialogwitz, man bekommt förmlich ein Aaron-Sorkin-Sprachfeuerwerk geboten. Daher natürlich wieder einmal die dringende Empfehlung, auch diese Serie im Original zu sehen. Außerdem bietet die Serie einen großartigen Seriencharakter: Will McAvoy. Ich glaube, mit der vierten Folge habe ich mich bis über beide Ohren in ihn verknallt. Jeff Daniels ist Will McAvoy.

Auf der Negativ-Seite stehen einige relativ nachlässig geschriebene Charaktere, unglaubwürdige Beziehungen bzw. völlig überflüssiger, dummer Rom/Com-Schnickschnack (Don/Maggie, Jim/Lisa) und nicht immer einwandfreie darstellerische Leistungen. Sogar der sonst gute Schauspieler Sam Waterston konnte mich hier nicht durchgehend überzeugen.

„The Newsroom“ erzählt über die Produktion seriöser TV-Nachrichten. Ich bin ein absoluter Newsjunkie, habe immer das Bedürfnis, was Nachrichten angeht, auf dem neuesten Stand sein zu wollen. Die Prämisse dieser Serie ist für mich daher schon hochinteressant. Wenn es irgendwo in der westlichen Welt immer noch schwierig ist, durch eine Nachrichtensendung im Fernsehen rundum informiert zu werden, dann ist es in den U.S.A. Im amerikanischen Fernsehen bekommt man in (mal mehr, mal weniger meinungsbeeinflussende) Sendungen hauptsächlich lokale und nationale Nachrichten präsentiert und wenn man Glück hat, erfährt man auch noch etwas darüber was sonst in der Welt passiert. Meist aber das auch nur, wenn in irgendeiner Form Amerikaner oder die U.S.A. beteiligt sind. Bei den amerikanischen Nachrichtensendungen wird vor allen Dingen viel Wert auf Unterhaltung gelegt. Die Nachrichtensender CNN, CBS News und NBC News sind für mich die eindeutig besten Lösungen. Mit anderen Worten, ohne den festen Willen nicht dumm sterben zu wollen, keinen unruhigen Finger auf der Fernbedienung, einer Tageszeitung des Vertrauens und das Internet, ist man in den U.S.A. aufgeschmissen.

„The Newsroom“ spielt bei dem fiktiven Fernsehsender ACN, der vielleicht am Besten mit CNN zu vergleichen ist. Originelles Detail dazu: Jane Fonda spielt in der Serie die Firmenchefin des fiktiven Mutterkonzerns AWM und war im realen Leben mit dem Medienmogul und Gründer von CNN, Ted Turner, verheiratet. Die fiktive Nachrichtensendung in der Serie heisst „News Night“, die von dem Nachrichtensprecher Will McAvoy moderiert wird. Durch die neue Produktionsleiterin Mac – und Ex-Freundin von Will – soll dem Zuschauer wieder Qualitätsfernsehen geboten werden. Dabei soll auf Unterhaltungsthemen und Prominentengeschichten verzichtet werden. Die HBO-Serie „The Newsroom“ wählt dabei den ungewöhnlichen Weg, in die fiktive Nachrichtenproduktion „News Night“ reale Nachrichten einzustricken.

Alles in allem eine smarte Serie, die für mich durch die Sprache und den Seriencharakter Will McAvoy eine meiner Lieblingsserien hätte werden können, genannte Umstände haben dies jedoch verhindert. Ich setze jedoch große Hoffnungen in die zweite Staffel, die ab Juni 2013 auf HBO ausgestrahlt wird.

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

Will McAvoy – hat ein Jurastudium abgeschlossen, ist Nachrichtenjournalist und Nachrichtensprecher bei „News Night“ und Zyniker. Er hatte ein zweijährige Beziehung mit Mac. Plötzlich bekommt er sie als neue Produktionsleiterin vorgesetzt. – gespielt wird Will McAvoy von Jeff Daniels („Terms of Endearment“, „The Purple Rose of Cairo“, „The Squid and the Whale“). Will McAvoy ist mein Lieblingscharakter.

MacKenzie „Mac“ McHale – Wills neue idealistische Produktionsleiterin und Ex-Freundin – gespielt wird Mac von der britischen Schauspielerin Emily Mortimer („Match Point“, Lars and the Real Girl, Harry Brown)

James „Jim“ Harper – ist der neue Redaktionsleiter von „News Night“, Mac hat mit ihm schon im Irak und in Afghanistan gearbeitet. Jim hat sich in Maggie verguckt. – gespielt wird Jim von dem amerikanischen Theaterschauspieler John Gallagher Jr., der in einigen Fernsehproduktionen mitgewirkt hat und auch schon im Kino zu sehen war („Pieces of April“, „Whatever Works“, Margaret)

Margaret „Maggie“ Jordan – war Wills Assistentin, bis sie von Mac zur Aufnahmeleiterin befördert wurde. Sie führt eine On/Off-Beziehung mit Don und fühlt sich aber zu Jim hingezogen. Gespielt wird Maggie von der kanadischen Schauspielerin Alison Pill. („Pieces of April“, Dan in Real Life, Milk, Midnight in Paris)

Don Keefer – Wills ehemaliger Produktionsleiter, arbeitet jetzt für Elliot und einer anderen Sendung bei ACN, hat eine On/Off-Beziehung mit Maggie. Gespielt wird Don von dem Schauspieler Thomas Sadoski. Thomas Sadoski war bislang vorwiegend am Theater zu sehen und hatte hin und wieder Gastauftritte in TV-Serien.

Neelamani „Neal“ Sampat – schreibt Wills Blog (von dem Will gar nichts weiß) und ist Redakteur. Neal wird von dem englischen Schauspieler Dev Patel gespielt. (Slumdog Millionaire, „The Best Exotic Marigold Hotel“)

Sloan Sabbith – ist Wirtschaftsexpertin und Moderatorin bei ACN. Gespielt wird Sloan von Olivia Munn („Date Night“, Iron Man 2, Magic Mike)

Charlie Skinner – ist der Programmchef bei ACN, muss Will, Mac und ihre Sendung immer wieder gegenüber seiner Chefin (gespielt von Jane Fonda) verteidigen. Gespielt wird Charlie von dem amerikanischen Schauspieler Sam Waterston (den meisten wahrscheinlich durch seine Rolle in „Law & Order“ bekannt).

Im Jahr 2012 hat „The Newsroom“ eine Golden Globe-Nominierung als Beste Serie, Drama erhalten. Jeff Daniels war sowohl für den Golden Globe als auch für den SAG Award nominiert.

Vorspann von „The Newsroom“:

Eröffnungsszene aus der Pilot-Folge:

Eine meiner Lieblingsszenen aus Folge 4 („I´ll Try to Fix You“), bei der sogar die Coldplay-Musik wunderbar passt. Es ist eine sehr ereignisreiche Folge und zum Schluss platzt dann auch noch die brandaktuelle Nachricht rein, dass auf die demokratische Politikerin Gabrielle Giffords ein Attentat ausgeübt wurde. Ich weiß nicht, ob diese Szene auch für den Nicht-Zuschauer der Serie funktioniert. Ansonsten ist es eine Szene, die zeigt, dass man auch mal ein Risiko eingehen muss, nicht immer den einfachen Weg gehen und mit dem Strom schwimmen sollte.

Boston – Film: "Away We Go"

Ich war am 12.07.09 in Boston und habe mir im Kino angeschaut:

„Away We Go“ (dt. Filmtitel: „Away We Go – Auf nach Irgendwo“, dt. Kinostart: 15.10.09) 97 min drama, comedy
dir. Sam Mendes cast: John Krasinski, Maya Rudolph, Cheryl Hines, Allison Janney, Jeff Daniels, Maggie Gyllenhaal, Paul Schneider

Verona (Maya Rudolph) und Burt (John Krasinski) sind Mitte 30 und erwarten ihr erstes Kind. Da Burts Eltern überraschend nach Europa ziehen, suchen sie ein neues Zuhause für ihre kleine Familie…

D (Wertung von A bis F) Hier habe ich, und das bitte ich zu entschuldigen, meine komplette Objektivität verloren. Ich predige ja oft, wie wichtig die Chemie bei den Akteuren ist, bei den Protagonisten in „Away We Go“ könnte sie nicht besser stimmen. Leider stimmt die Chemie nicht zwischen mir und den Hauptcharakteren. Wenn ich ihnen im realen Leben begegnen würde, würde ich auch nicht an ihrem Leben teilhaben wollen bzw. könnte kein Interesse für sie aufbringen. Insofern fand ich es sehr anstrengend dem Gezeigten zu folgen. Ausserdem finde ich, dass ihre Gesichter nicht für die grosse Leinwand geschaffen sind. Einziges Mini-Highlight sind die Szenen mit Allison Janney („Nurse Betty“, „The Hours“, Juno) und der wunderbaren Maggie Gyllenhaal („Secretary“, „Sherrybaby“, The Dark Knight).

Trailer zu sehen:

Seattle – "State of Play"

Ich war am 23.04.09 in Seattle und habe mir im Kino angeschaut:

„State of Play“ (dt. Titel: „State of Play – Stand der Dinge“, dt. Kinostart: 18.06.09) 128 min drama, thriller, adaptation
dir. Kevin MacDonald cast: Russell Crowe, Ben Affleck, Rachel McAdams, Helen Mirren, Robin Wright Penn, Jeff Daniels, Jason Bateman

In Washington kommt eine junge Frau auf mysteriöse Weise ums Leben. Sie hat für den verheirateten Kongressabgeordneten Stephen Collins (Ben Affleck) gearbeitet. Stephen Collins bricht vor laufender Kamera zusammen und gibt schliesslich eine Affäre mit der Getöteten zu. Kurz darauf sucht er voller Verzweiflung seinen Freund Cal McCaffrey (Russell Crowe) auf. Cal arbeitet als Journalist für den Washington Globe und beginnt, als Reporter und Freund an dem Mordfall zu recherchieren…

B- (Wertung von A bis F) „State of Play“ ist eine Adaption des gleichnamigen britischen Mehrteilers mit Bill Nighy. In der Spielfilm-Inszenierung macht dieser Polit-Thriller optisch was her, ist temporeich und an ungewöhnlichen Locations gedreht. Insbesondere das Büro der fiktiven Zeitung WASHINGTON GLOBE hat mir gefallen. Aber auch wenn ich grosszügig übersehe, dass „State of Play“ eine fragwürdige Aufklärung und ein unbefriedigendes Ende präsentiert, muss ich zugeben, dass er mich nicht richtig in seinen Bann ziehen konnte. Es gibt eine sehr spannende Szene, aber ansonsten plätschert der Film nur irgendwie vor sich hin. Das einzige was den Film tatsächlich für mich sehenswert macht, sind die Schauspieler. Allen voran der Hauptdarsteller Russell Crowe. Die gute Nachricht zuerst, er hat nach einigen mittelmässigen Performances in teils noch schlechteren Filmen („Proof of Life“, „A Good Year“, Body of Lies) zu seiner alten Bestform („The Insider“, „A Beautiful Mind“) zurückgefunden. Jeff Daniels („Heartburn“, „The Hours“, „Good Night, and Good Luck“) wird mit dem Alter anscheinend immer besser und agiert hier mit Russell Crowe auf Augenhöhe. Am meisten jedoch überrascht war ich von Jason Bateman (Juno,“Hancock“). Er stiehlt hier jedem die Show. Zu den anderen Akteuren: Helen Mirren: es gibt sie nicht in „schlecht“! Rachel McAdams: mag ich schon lange. Robin Wright Penn: hier leider unterfordert. Ben Affleck: er bemüht sich…

„State of Play“ sollte eigentlich in den Hauptrollen mit Brad Pitt und Edward Norton besetzt werden. Brad Pitt wäre als Russell Crowes Charakter ein Fiasko gewesen und hätte einen ganz anderen Film hervorgebracht. Edward Norton hingegen als Ben Afflecks Charakter hätte den Film – klar – aufgewertet…

Trailer zu sehen: