NYC – Film: „Crimson Peak“


Ich war am 27.10.15 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Crimson Peak“ (dt. Kinostart war der 15.10.15) 119 min drama, mystery
dir. Guillermo del Toro cast: Mia Wasikowska, Jessica Chastain, Tom Hiddleston, Charlie Hunnam, Jim Beaver

Im Jahr 1901. Edith Cushing (Mia Wasikowska) lebt mit ihrem wohlhabenden Vater (Jim Beaver) in Buffalo, New York. Sie ist eine junge Autorin, die Spukgeschichten schreibt. Prägend dafür war sicherlich, dass ihr im Alter von 10 Jahren ihre tote Mutter als Geist erschienen ist. Jetzt lernt sie den britischen Baronet Sir Thomas Sharpe (Tom Hiddleston) kennen. Ediths Vater steht dem jungen Mann skeptisch gegenüber und lässt ihn und seine Schwester Lucille (Jessica Chastain) überprüfen. Was bei den Nachforschungen herausgefunden wird, ist in der Tat beunruhigend. Das nützt aber alles nichts, Edith hat sich längst in den Engländer verliebt.

B- (Wertung von A bis F) „Crimson Peak“ ist der neueste Film des mexikanischen Regisseurs Guillermo del Toro („Pan´s Labyrinth“, „Hellboy“, Hellboy II: The Golden Army).

Die Geschichte ist schon zig mal erzählt worden und in dieser Fassung auch eher spannungsfrei. „Crimson Peak“ ist alles andere als gruselig, auch wenn die Geister-Gestalten anderes vermuten lassen. Man geht definitiv mit den falschen Erwartungen an den Film, wenn man davon ausgeht, einen Horrorfilm zu sehen. Ich würde den Film eher als eine sehr atmosphärische, gotische Geister-Romanze beschreiben. Da ich es mir in diesem, von mir beschriebenen Genre quasi von Anfang an bequem gemacht habe, und so vor mich hinträumte, wurde ich gerade von der ersten, richtig heftigen, äußerst brutalen Szene ziemlich kalt erwischt. Guillermo del Toro hat sich aber dann mit ähnlichen Szenen im Verlauf des Films eher zurückgehalten.

Zugegebenermassen hat mich die Story aber auch nicht sonderlich interessiert. Mein Hauptaugenmerk im Film galt sowieso der fantasievollen Ausstattung, der traumschönen viktorianischen Kostüme und den kunstvollen Szenenbildern. Einige Male hätte ich am liebsten den Film angehalten, etwas länger in dieser Kulisse verweilt, um wirklich alle Einzelheiten aufzusaugen. Alleine dieses zerfallene englische Anwesen ist atemberaubend. Wie gerne würde ich mal durch dieses Filmset schlendern und vielleicht mit dem stilvollen Fahrstuhl einige Male hoch und runter fahren. An diesem riesigen, dreistöckigen Allerdale Hall-Anwesen wurde mit viel Liebe zum Detail sieben Monate lang gebaut, leider wurde es nach den Dreharbeiten wieder abgerissen. Was für eine himmelschreiende Verschwendung. Ich hätte diese Location als zentrale Figur einer neuen TV-Serie genutzt und eine Geschichte um dieses Anwesen konstruiert. In einer gerechten Welt wird „Crimson Peak“ in den Kategorien Bestes Szenenbild und Bestes Kostümdesign mindestens für den Oscar nominiert, gerechtfertigt wäre aber auch die Auszeichnung.

Die australische Schauspielerin Mia Wasikowska (The Kids Are All Right, Jane Eyre, Stoker, „Only Lovers Left Alive“, The Double, Maps to the Stars) ist immer herausragend. In solchen Kostümdramen ist sie genauso authentisch wie als junge Frau in der heutigen Zeit. Nicht so glücklich war ich mit Jessica Chastain, vielleicht war es aber auch die für sie ungewohnte Rolle. Direkt fehlbesetzt fand ich Charlie Hunnam, er passt einfach nicht in die Zeit der Jahrhundertwende. Er ist mir sicherlich auch noch zu präsent als Jax Teller der TV-Serie Sons of Anarchy.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Boy“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Gruselpuppen-Horrorfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Night Before“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Komödie mit Seth Rogen, Joseph Gordon-Levitt und Anthony Mackie
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht

Trailer v. Film: „Victor Frankenstein“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Wie viele Frankenstein-Filme braucht die Welt? Hier spielt Daniel Radcliffe und James McAvoy mit. Warum spielt James McAvoy in so einem Mist mit?
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: Pfff

Trailer v. Film: „Creed“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Wie viele Boxer-Filme muss ich eigentlich noch gucken? Rocky-Spin-off mit Sylvester Stallone.
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „By the Sea“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Neuer Film von und mit Angelina Jolie Pitt (wann hat die Jolie eigentlich ihren Namen geändert?) und ihrem Gatten
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Krampus“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Horrorfilm mit Toni Collette und Allison Tolman
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

4 Gedanken zu “NYC – Film: „Crimson Peak“

  1. Muss ich unbedingt noch sehen. Ich wollte eigentlich heute nach der Arbeit ins Kino, habe es aber dann doch nicht geschafft.
    „The Boy“ Gruselpuppen-Horrorfilm? Ist der nicht mit Realfiguren und über einen angehenden Serienkiller? Hörte sich für mich eigentlich gut an. Oder gibt es da noch einen Film gleichen namens?
    Stimmt, noch einen Frankenstein braucht kein Mensch, schon gar nicht mit Radcliffe. Als Erwachsenen mag ich ihn noch weniger als Harry Potter :))
    „Krampus“ – hm ja, Weihnachtshorrorkomödie mit Toni Collette? :))

    Liken

    • Ja, bei den Amis kann man scheinbar (im Gegensatz zu uns in D.) denselben Filmtitel immer wieder verwenden. Mitunter verwirrend, aber wenigstens erblicken dann nicht so seltsame Filmtitel – wie so oft hier – das Licht der Welt. :))

      Nee, gezeigt wurde dieser Trailer von The Boy: http://www.youtube.com/watch?v=zpIbO6HEwr8. Deiner hört sich aber besser an. 🙂

      Ja ist Krampus wirklich eine Horrorkomödie? Hatte ich mir auch zunächst notiert, habe dann aber gegen Ende des Trailer -komödie wieder durchgestrichen.

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  2. Wie ich das erste Mal den Trailer zu „Krampus“ gesehen habe, musste ich lachen. Zuerst dachte ich, die Idee wurde von Christoph Waltzs Aufritt bei Jimmy Fallon inspiriert.

    Bei uns ist das eine uralte Tradition.. die weit weg von ‚Horror‘ ist.. so was können sich nur die Amerikaner einfallen lassen… 😀

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