TV-Serie: „Apple Tree Yard“

Ich habe mir alle Folgen des folgenden BBC-One-Mehrteilers angeschaut:

 

„Apple Tree Yard“ (dt. Titel: „Nachdem ich ihm begegnet bin“, seit dem 8.3.18 auf Arte zu sehen)  4 x approx. 60 min drama, thriller, adaptation
dir. Jessica Hobbs cast: Emily Watson, Ben Chaplin, Mark Bonnar, Steven Elder, Kezia Burrows, Susan Lynch

 

Die Wissenschaftlerin Dr. Yvonne Carmichael (Emily Watson) steht unter Mordanklage und blickt zurück. Was ist in den letzten neun Monaten passiert? Yvonne und Gary (Mark Bonnar) sind seit vielen Jahre verheiratet und haben zwei erwachsene Kinder. Dann beginnt die Anfang Fünfzigjährige eine Affäre mit einem Fremden (Ben Chaplin). Sie weiß so gut wie gar nichts über ihn, aber es scheint sie auch nicht sonderlich zu interessieren. Dann kommt es zu einem zu heftigen Vorfall…

 

B- (Wertung von A bis F) Der Mehrteiler „Apple Tree Yard“ basiert auf dem gleichnamigen Roman von Louise Doughty. Bei allen vier Teilen führt die australische Filmemacherin Jessica Hobbs (Broadchurch) Regie.

Bei diesem Mehrteiler entwickelt sich die Handlung langsam, mit dem Ende der ersten Episode findet man sich in einer ganz anderen Story als am Anfang wieder und so geht es weiter. Auch am Ende schafft es die Geschichte, noch mal richtig zu überraschen. Das war für mich auch der Grund, warum ich mir die vier Episoden noch ein zweites Mal anschauen musste.

Ich hatte einige Probleme mit dem Verhalten der eigentlich intelligenten Protagonistin. Warum ist sie nicht offen mit ihren Problemen umgegangen? Ab einem gewissen Zeitpunkt hätte sie ihren Ehemann oder wenigstens einen anderen Vertrauten (beispielsweise ihre Freundin) mit ins Boot holen müssen. Das Verhalten der Akademikerin folgt keiner Logik. Ich habe auch überhaupt nicht nachvollziehen können, warum sie mit Ben Chaplins Charakter eine Affäre anfängt. Er ist der Typ Mann mit dem man vielleicht eine Beziehung führt, aber für so einen setzt man doch seine langjährige Beziehung nicht aufs Spiel. Er ist weder attraktiv, noch sexy und Charme hat er auch keinen. Selbst ihre Freundin fragt schließlich „Why with someone like that?“. Mir hätte es geholfen, wenn Mark Costley von einem charismatischen Schauspieler gespielt worden wäre.

Emily Watson rettet jedoch vieles durch ihr exzellentes Schauspiel. Eigentlich habe ich in den knapp vier Stunden auch nicht sie gesehen, sondern Yvonne Carmichael.

 

Trailer zu sehen:

 

 

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

Yvonne Carmichael ist Wissenschaftlerin. Verheiratet ist sie mit Gary (gespielt von Mark Bonnar). Die beiden haben zwei erwachsene Kinder. Ihr Sohn ist bipolar und bereitet den Eltern Kopfzerbrechen. Dann beginnt sie eine Affäre mit einem mysteriösen Fremden (gespielt von Ben Chaplin). Yvonne wird von der englischen Schauspielerin Emily Watson gespielt. Mit ihrer ersten Filmrolle in „Breaking the Waves“ wurde sie gleich für den Oscar nominiert. Sie hat in unzähligen Filmen (u.a. „Gosford Park“, „Red Dragon“, Synecdoche, New York, The Theory of Everything ) mitgespielt. Für ihre Performance in „Hilary and Jackie“ wurde sie ein zweites Mal für den Oscar nominiert.

Mark Costley ist der mysteriöser Fremder mit dem Yvonne eine Affäre beginnt. Gespielt wird Mark Costley von dem englischen Schauspieler Ben Chaplin. Er hat sein Kinofilmdebüt in „The Remains of the Day“ gegeben. Seither hat er in einigen internationalen Produktionen (u.a. „The Truth About Cats & Dogs“, „Lost Souls“, „Murder by Numbers“, „Cinderella“, Snowden) mitgewirkt.

Gary ist der Ehemann von Yvonne Carmichael (gespielt von Emily Watson). Gespielt wird Gary von dem englischen Schauspieler Mark Bonnar. Der englische Schauspieler hat vorwiegend in britischen TV-Produktionen mitgespielt.

 

 

„Apple Tree Yard“ wurde erstmalig vom 22.01.17-06.02.17 auf BBC One ausgestrahlt. Bislang ist noch kein Termin für eine Ausstrahlung im deutschen TV bekannt. Update: Seit dem 8.3.18 wöchentlich auf ARTE zu sehen.

 

Chicago – Film: "The Theory of Everything"

Ich war am 20.11.14 in Chicago und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„The Theory of Everything“ (dt. Filmtitel: Die Entdeckung der Unendlichkeit, dt. Kinostart: 25.12.14) 123 min drama, biopic, adaptation
dir. James Marsh cast: Eddie Redmayne, Felicity Jones, Charlie Cox, Emily Watson

Cambridge, England im Jahr 1963. Stephen Hawking (Eddie Redmayne) besucht die Cambridge University als er die junge Studentin Jane (Felicity Jones) kennenlernt. Die Beiden verlieben sich ineinander. Nachdem er eines Tages zusammenbricht und medizinisch durchgecheckt wird, wird ihm mitgeteilt, dass er an ALS (Amyotrophe Lateralsklerose) erkrankt ist. Es ist eine Krankheit, die sein Nervensystem zerstören wird, sein Gehirn ist nicht in Mitleidenschaft gezogen. Der Arzt gibt ihm jedoch nur etwa zwei Jahre zu leben. Nach der Diagnose zieht er sich zurück. Jane bleibt aber hartnäckig und irgendwann heiraten die Beiden. Lähmungserscheinungen schränken seine körperlichen Fähigkeiten immer mehr ein, beruflich kommt der Physiker Stephen Hawking aber voran und gilt heutzutage als der bekannteste Wissenschaftler der Gegenwart.

B+ (Wertung von A bis F) Jane Wilde Hawkings Biografie „Travelling to Infinity: My Life with Stephen“ diente als Vorlage für den Film. „Theory of Everything“ ist nicht so sehr ein Film über das Leben des berühmten britischen Physikers, er zeigt zwar sein berufliches Fortkommen und den Verlauf seiner Krankheit, aber der Film konzentriert hauptsächlich auf die Beziehung von Stephen und Jane Hawking. Es wird auch Jane Hawkings Geschichte erzählt, letztlich basiert der Film auch auf ihren Memoiren.

Zuerst ist mir aufgefallen, wie großartig der Film aussieht. Die Szenenbilder und das Kostümdesign sind fantastisch.

Ich war überrascht, dass mich der Film nicht mehr berührt hat. Eigentlich ist das ein Thema, das mir wesentlich mehr hätte zu Herzen gehen müssen. Gerührt hat mich vor allen Dingen ihre Geschichte. Was für eine tolle Frau. Bei der Szene, bei der bei beiden Protagonisten die Tränen laufen, konnte ich selbstverständlich auch meine nicht mehr zurückhalten.

Felicity Jones (Like Crazy ) ist perfekt in der Rolle. Sie ist recht unscheinbar und spielt die starke, fordernde und dann wieder aufopfernde Ehefrau von Stephen Hawking. Ohne Jane Wilde Hawking wäre der große Wissenschaftler nicht das was er heute ist.

Eddie Redmayne (My Week with Marilyn) gibt eine – ja man kann sagen – Oscar-Performance. Seinem Charme kann man sich kaum entziehen. Eddie Redmayne zeigt Stephen Hawking in den unterschiedlichen Stufen seiner Krankheit. Man sieht seinen inneren Kampf und muss seinen körperlichen Verfall mit ansehen. Nach einem Luftröhrenschnitt war er nachher nicht mehr in der Lage, zu sprechen. Eddie Redmayne zeigt die Art Performance, die AMPAS gerne mit einem Oscar honoriert. Es wäre unter Sensation zu verbuchen, wenn die hervorragende Darstellung einer realen, beeindruckenden Persönlichkeit mit psychischen oder physischen Einschränkungen (in einem gut gemachten Biopic) nicht wenigstens mit einer Oscar-Nominierung belohnt wird. Das grösste Kompliment hat der britische Schauspieler aber bereits von dem 72-jährigen Stephen Hawkings selbst erhalten. Als ihm der Film gezeigt wurde, hat er sich in einigen Szenen selbst gesehen und war sogar zu Tränen gerührt.

Großartig fand ich die Sequenz zum Schluss.

Da die Sprache in dem Film eine große Rolle spielt, sollte man „The Theory of Everything“ unbedingt in der Originalfassung sehen.

„The Theory of Everything“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2014 gezeigt.

„The Theory of Everything“ gilt als heißer Anwärter für wichtige Oscar-Nominierungen. Im Gespräch ist er für folgende: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Eddie Redmayne), Beste Hauptdarstellerin (Felicity Jones), Bester Nebendarsteller (Charlie Cox), Bestes adaptiertes Drehbuch, Bestes Szenenbild, Beste Kamera, Bestes Kostümdesign, Bester Schnitt, Bestes Make-up und beste Frisuren, Beste Filmmusik Update: Eddie Redmayne wurde für seine Rolle in „The Theory of Everything“ am 22.2.15 mit dem Oscar ausgezeichnet.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Imitation Game“
Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer)
Kommentar: Biopic und Kriegsdrama mit Benedict Cumberbatch, Keira Knightley und Matthew Goode. Definitiv ein Oscar-Film. Eine Oscar-Nominierung für Benedict Cumberbatch gilt als sicher.
Wie oft schon im Kino gesehen: 6 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: gerade gesehen, steht aber unverständlicherweise bis zum 1.1.15 unter Embargo

Trailer v. Film: „A Most Violent Year“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: J.C. Chandors neuer Film. Oscar-Film mit Oscar Isaac, Jessica Chastain, David Oyelowo
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Tomorrowland“
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Sci-Fi-Abenteuer-Film mit George Clooney
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht

Trailer v. Film: „Chappie“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Neil Blomkamps neuer Film sieht aus wie ein Sci-Fi-Film für Teenager. Erschwerend dazu kommt, dass Dev Patel und Hugh Jackman mitspielen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „Wild“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Drama mit Reese Witherspoon. Film sieht so aus wie Sean Penns „Into the Wild“ nur leider mit Reese in der Hauptrolle. Oscar-Film, mal gucken
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Blackhat“
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: Michael Manns neuer Film mit Chris Hemsworth und Viola Davis. Bei Michael Mann bin ich grundsätzlich dabei
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Unbroken“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Angelina Jolies Biopic/Drama mit Jack O´Connell. So, der Film hatte seine Premiere, steht aber unter strengen Embargo. Mmh…
Wie oft schon im Kino gesehen: 6 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

San Francisco – Film: "The Book Thief"

Ich war am 15.11.13 in San Francisco und habe mir im Kino angeschaut:

„The Book Thief“ (dt. Filmtitel: „Die Bücherdiebin“ , dt. Kinostart: 13.03.14) 127 min drama, adaptation
dir. Brian Percival cast: Sophie Nélisse, Geoffrey Rush, Emily Watson, Ben Schnetzer, Barbara Auer, Nico Liersch

Deutschland im Februar 1938. Liesel (Sophie Nélisse) musste von ihrer Mutter weggegeben werden. Sie kommt zu den Pflegeeltern Hans (Geoffrey Rush) und Rosa (Emily Watson). Schnell freundet sie sich mit dem Nachbarsjungen Rudy (Nico Liersch) an. Am ersten Schultag fällt auf, dass sie weder lesen noch schreiben kann, darüber machen sich ihre Mitschüler lustig. Ihr Vater und später auch der jüdische Flüchtling Max (Ben Schnetzer), den die Familie bei sich aufnimmt und versteckt, bringen Liesel das Lesen und Schreiben bei. Geld für Bücher hat die Familie nicht und so beginnt Liesel, sich eines Tages Bücher „auszuleihen“.

C+ (Wertung von A bis F) „The Book Thief“ basiert auf dem gleichnamigen Roman von dem deutsch-australischen Schriftsteller Markus Zusak.

Man kann eigentlich Wetten darauf abschließen, dass mindestens ein Zweite-Weltkriegsdrama zur Oscar-Saison in die amerikanische Kinos kommt und damit auf Filmtrophäen-Jagd geht. Das nervt, weil es so vorhersehbar ist, wäre aber okay, wenn wenigstens ein gescheiter Film dabei herauskommt.

„The Book Thief“ ist aber kein guter Film. Es ist ein Film, den man schon vergessen hat, bevor man das Kino verlassen hat. Ich zähle mal die Dinge auf, die mir gefallen haben: Geoffrey Rush (weil der immer toll ist und ich ihn gerne sehe), Emily Watson (weil sie eine gute Schauspielerin ist) und Nico Liersch, der den bildhübschen Nachbarsjungen Rudy spielt. Nico Liersch ist ein dreizehnjähriger deutscher Schauspieler, der eine hinreissende Ausstrahlung hat.

Den Rest von „The Book Thief“ halte ich für verzichtbar. Die erzählte Geschichte ist weder gut noch neu und der Film hat viele Längen. Ein Erzähler (der Tod) führt durch die Geschichte und den Film, was ich lachhaft fand. Sophie Nélisse spielt hier die Hauptrolle und sie halte ich für eine absolute Fehlbesetzung.

Dann ist „The Book Thief“ wieder einmal so ein Film, der in Deutschland spielt, eine deutsche Geschichte erzählt, aber in dem die wichtigen deutschen Charaktere von französisch-kanadischen, australischen oder britischen Schauspielern gespielt werden. Das ist einer der wenigen Fälle, wo ein Film in der Synchronisation wesentlich besser funktionieren dürfte als die Originalfassung. Die Nicht-Deutschen sprechen selbstverständlich englisch, allerdings mit einem völlig übertriebenen deutschen Akzent und sagen auch hin und wieder, einfach zwischendurch, ein paar deutsche Wörter (Saukerl, Ja, Hallo, Dankeschön, Dummkopf, Saumensch, etc.). Um einen vollständig zu verwirren, werden die Hintergrundgespräche oder beispielsweise öffentliche Reden in der deutschen Sprache gehalten und entsprechend untertitelt. Das allerblödeste allerdings war, dass dieses deutsche Mädchen von ihrem deutschen Pflegevater in Deutschland lesen und schreiben anhand englischer Vokabeln und Büchern beigebracht bekommt. Ist natürlich völlig logisch. Ich weiß nicht, wer auf solche Ideen kommt.

Ich empfehle dringend, diesen Film in der deutschen Synchronisation zu sehen.

„The Book Thief“ ist für folgende Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Film, Beste Hauptdarstellerin (Sophie Melisse), Bester Nebendarsteller (Geoffrey Rush), Beste Nebendarstellerin (Emily Watson), Bestes adaptiertes Drehbuch, Bestes Szenenbild, Beste Kamera, Beste Kostüme, Bester Filmschnitt, Bester Tonschnitt, Beste Filmmusik

Trailer zu sehen:

http://www.thebookthief.com

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Mandela: Long Walk to Freedom“
Bewertung des Trailers: B- (neuer Trailer)
Kommentar: Biopic über Nelson Mandela mit Idris Elba in der Hauptrolle. Der neue Trailer gefällt mir besser, auch wenn die Musik nervig ist.
Wie oft schon im Kino gesehen: 4x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Winter´s Tale“
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Romanverfilmung mit Colin Farrell, Jennifer Connelly und Russell Crowe. Romantisches Drama mit esoterischem Einfluss. Hilfe!
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Heaven is for Real“
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Buchverfilmung mit Greg Kinnear und Kelly Reilly. Drama über Nahtod-Erfahrungen eines dreijährigen Jungen. HILFE!
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Endkess Love“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Remake des Films aus dem Jahr 1981 mit Alex Pettyfer. Ach nö.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht.

Trailer v. Film: „The Grand Budapest Hotel“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Wes Andersons neuer Film mit Ralph Fiennes, Adrien Brody, Harvey Keitel, Jeff Goldblum, Willem Dafoe, Bill Murray, Saoirse Ronan, Edward Norton, etc.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Secret Life of Walter Mitty“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Ben Stillers Fantasy-Film mit ihm in der Hauptrolle und Kristin Wiig und Sean Penn. Bei diesem Trailer kam bei mir der dringende Wunsch auf, dass Ben Stiller nicht die Hauptrolle spielt.
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

D.C. – Film: "War Horse"

Ich war am 12.01.12 in Washington und habe mir im Kino angeschaut:

„War Horse“ (dt. Titel: „Gefährten“, dt. Kinostart: 16.02.12) 146 min drama, adaptation
dir. Steven Spielberg cast: Jeremy Irvine, Emily Watson, Peter Mullan, Benedict Cumberbatch, Eddie Marsan, Toby Kebbell, David Thewlis, David Kross, Liam Cunningham, Niels Arestrup

Devon, England. Der alkoholkranke Bauer Ted (Peter Mullan) ersteigert eines Tages ein Fohlen und bezahlt dafür viel zu viel. Seine Frau Rosie (Emily Watson) ist verzweifelt, das Geld ist knapp und das Pferd scheinbar nicht von besonderem Nutzen. Rosie besteht darauf, das Fohlen zurückzubringen, der Sohn Albert (Jeremy Irvine) fleht aber seine Eltern an, es zu behalten. Albert gibt dem Pferd den Namen Joey und trainiert es. Dann beginnt der Erste Weltkrieg und jede Familie muss ihren Beitrag bezahlen. Joey wird an die britische Kavallerie verkauft. Wird Albert sein Pferd je wiedersehen?

B- (Wertung von A bis F) Der Film „War Horse“ basiert auf dem gleichnamigen Kinderbuch von Michael Morpurgo. Das Buch wurde bereits sehr erfolgreich als Bühnenstück adaptiert und hat im Jahr 2011 mehrere Tony Awards (unter anderem als Bestes Bühnenstück) gewonnen.

Nun nimmt sich einer der erfolgreichsten Filmregisseure, Steven Spielberg, des Stoffs an. Damit stand eigentlich schon vor Fertigstellung des Films fest, dass es sich hierbei um einen sicheren Oscar-Favoriten handelt. Um es vorweg zu nehmen, die Verfilmung von „War Horse“ ist für mich alles andere als ein Oscar-Film.

Ungefähr eine Stunde lang dachte ich, dass ich komplett zugekitscht (wie auch immer das ausgesehen hätte) aus dem Kino komme. Steven Spielberg inszeniert seine Filme teilweise immer noch wie man (und er) es in den 1980er Jahren getan hat. Er setzt Stilmittel wie unnatürliches Rosamunde Pilcher-Licht und Weichzeichner ein und untermalt viele Szenen (in der hauptsächlich der Junge und sein Fohlen Joey zu sehen sind) mit einem sentimentalen Score. Damit will Steven Spielberg bei dem Zuschauern Gefühle erzeugen. Das ist aber viel zu vorhersehbar und gestrig, so einfach funktioniert es heutzutage nicht mehr. Der Zuschauer ist ja auch nicht blöd. Trotzdem hat es Spielberg mit diesen, ich sag mal großzügig, romantischen Bildern nicht geschafft, die an sich starke Verbindung, die Unzertrennlichkeit, zwischen Albert und und seinem Pferd Joey emotional zu transportieren. Für diesen Part des Films (und die vielleicht letzten zehn Minuten, in denen Steven Spielberg auch noch mal ordentlich in die Kitsch-Kiste gegriffen hat) hätte ich dem Film ein klares „D“ geben müssen.

Dann begann aber, hier dankenswerterweise, der Erste Weltkrieg. Wenn man Steven Spielberg etwas lassen muss, dann ist es, dass er Kriegsschauplätze düster und atmosphärisch inszenieren kann. Die Bodenkämpfe sind visuell gelungen und um so mehr Statisten er eingesetzt hat, um so imposanter wurden die Szenen. Aber sogar die Kriegsszenen waren auch nicht ohne Schwächen. Im Gegensatz zu anderen amerikanischen Großproduktionen, war Steven Spielberg der Meinung, er müsste in seiner Kriegsinszenierung die Franzosen und die Deutschen jeweils untereinander Englisch reden lassen. Wie kommt er denn auf so eine Idee? Normalerweise werden solche Szenen in der jeweiligen Sprache mit Untertiteln gezeigt. Aber nein, ein Steven Spielberg lässt die Nationen alle Englisch sprechen und nicht nur das, sie sprechen auch noch mit einem britischen Akzent, jedenfalls mit keinem klar erkennbaren deutschen bzw. (mit einer Ausnahme) französischen Akzent. Wie realistisch. Vor allen Dingen dann auch noch so inkonsequent, im Hintergrund hört man dann doch hin und wieder vereinzelt deutsches Gequatsche oder Befehle auf Deutsch.

Prägnant fand ich, dass bei einer so langen Besetzungsliste für mich nur eine einzige Performance hervorzuheben ist. Mir hat einzig und allein Niels Arestrup, der den französischen Großvater spielt, sehr gut gefallen und er hat auch so etwas wie Gefühle bei mir hervorrufen können.

Bei den ganzen Schwächen, die ich in dem Film sehe, hätte ich „War Horse“ eigentlich eine schlechtere Bewertung geben müssen. Ich habe mich aber dennoch für ein „B-“ entschieden, weil ich – wie gesagt – im Großen und Ganzen die Kriegsszenen realistisch fand und weil mich eine längere Szenenfolge wirklich beeindruckt hat. Sie beginnt als das Pferd Joey rennt und letztlich zwischen die Fronten der kriegsführenden Parteien gerät. Das ist die Schlüsselszene des Buchs, des Bühnenstücks und klar auch des Films und ist wunderbar von dem Kameramann Janusz Kaminski in Szene gesetzt worden.

Es würde mich freuen, wenn Steven Spielberg in seinen nächsten Filmen zu einem reduzierteren und innovativeren Stil greifen würde, aber dann würde man wohl nicht mehr seine Handschrift erkennen. Schade, als Kreativer sollte man auch mal was wagen.

Eine Oscar-Nominierung für „War Horse“ als Bester Film ist zum heutigen Zeitpunkt gar nicht mehr sicher. Vermutlich hängt es davon ab, wie viele Filme tatsächlich dieses Jahr als Bester Film nominiert werden. Derzeit geht man davon aus, dass 7 oder 8 Filmen nominiert werden.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer von Film: „Red Tails“
Bewertung des Trailer: C-
Kommentar: 2. Weltkriegsdrama/action mit Terrence Howard und Cuba Gooding Jr.
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Extremely Loud and Incredibly Close“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Stephen Daldrys Drama, das den 11. September 2001 thematisiert. Besetzung: Tom Hanks, Sandra Bullock, Max von Sydow und Viola Davis. Galt als möglicher Oscar-Favorit bis der Film gezeigt wurde…
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Vow“
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Drama mit Rachel McAdams und Channing Tatum. Irgendwie kann ich Rachel McAdams nicht mehr sehen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 30%

Trailer von Film: „Big Miracle“
Bewertung des Trailer: C-
Kommentar: Buchadaption mit Drew Barrymore und John Krasinski
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 0%

Trailer von Film: „Chimapanzee“
Bewertung des Trailer: A
Kommentar: Disneynatures wahrscheinlich herzzerreißende neue Doku über Schimpansen
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „John Carter“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Disney-Sci-Fi-Abenteuer-Film in 3D mit Willem Dafoe, Samantha Morton, Thomas Haden Church. Der Film kann entweder gut oder ganz, ganz schlimm sein…
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: Gut, bei einer RT-Bewertung von mehr als 80% gehe ich rein…

Philadelphia – "Synecdoche, New York"

Ich war am 22.11.08 in Philly und habe mir im Kino angeschaut:

„Synecdoche, New York“ 124 min drama, comedy
dir. Charlie Kaufman cast: Philip Seymour Hoffman, Catherine Keener, Michelle Williams, Hope Davis, Samantha Morton, Emily Watson, Dianne Wiest, Tom Noonan, Jennifer Jason Leigh

Caden Cotard (Philip Seymour Hoffman) ist Theaterregisseur und als er von seiner Frau Adele (Catherine Keener) und der gemeinsamen Tochter verlassen wird, steckt er seine ganze Energie in eine neue Theaterproduktion. Er mietet eine riesige Lagerhalle mitten in Manhattan und lässt New York nachbauen, besetzt Schauspieler auf unbegrenzte Zeit und inszeniert sein Leben. Nach vielen, vielen Jahren der Probe kann Caden gar nicht mehr unterscheiden, ob er Regie in seinem Theaterstück führt oder ob er tatsächlich sein Leben lebt…

B+ (Wertung von A bis F) Das Regiedebut von Charlie Kaufman („Being John Malkovich“, „Eternal Sunshine of the Spotless Mind“) ist eine intelligente, komplizierte Tragikomödie mit einem wunderschönen, philosophischen Ende. Um die Komplexität von „Synecdoche, New York“ komplett zu erfassen, muss man den Film auf jeden Fall mehrmals sehen. Es ist kein Film, bei dem man sich berieseln lassen kann. Die smarte Schreibe dieses Autorengenies muss man geniessen können und man muss sich auch darauf einlassen wollen. Es gibt Stimmen, die von der Regiearbeit von Charlie Kaufman nicht begeistert sind und es lieber hätten, er würde sich nicht weiter in diesem Fach ausprobieren. Meines Erachtens soll er sich ruhig weiter austoben, solange seine eigentliche Profession dabei nicht zu kurz kommt. Es gibt kaum einen Autoren, die so abgedrehte Ideen hat. Die Besetzung von „Synecdoche, New York“ liest sich wie das WHO IS WHO der amerikanischen Independentfilmszene. Natürlich enttäuscht hier niemand. Philip Seymour Hoffman, der jährliche Garant bei den Oscarnominierungen, wird ganz sicher auch im Filmjahr 2008 den Goldmann jagen. Eine Academy Award Nominierung für „Synecdoche, New York“ ist möglich, für die Verfilmung des Theaterstückes „Doubt“ gilt sie sogar als wahrscheinlich.

Trailer zu sehen: