TV – Serie: „Mrs. America“

Ich habe mir die komplette Staffel folgender FX on Hulu-Serie angeschaut:

 

„Mrs. America“  9 x approx. 50 min  drama, biopic  

dir. Anna Boden & Ryan Fleck, Amma Asante, Laure de Clermont-Tonnerre, Janicza Bravo  cast: Cate Blanchett, Rose Byrne, Margo Martindale, Sarah Paulson, Uzo Aduba, Elizabeth Banks, Ari Gaynor, Melanie Lynskey, Jeanne Tripplehorn, Tracey Ullman, John Slattery, Kayli Graynor, Niecy Nash, James Marsden, Adam Brody, Bobby Cannavale, Jake Lacy

 

Von 1971 bis 1980 begleiten wir wichtige Persönlichkeiten der amerikanischen Frauenbewegung und wie sie sich dafür einsetzen oder dagegen kämpfen, dass ein Zusatzartikel in die amerikanische Verfassung aufgenommen wird. Dieser Verfassungszusatz soll die vollständige gesetzliche Gleichstellung von Mann und Frau garantieren.  

 

B+ (Wertung von A bis F) „Mrs. America“ porträtiert verschiedene amerikanische Frauenrechtlerinnen und ihre Ideologien und basiert vage auf der Geschichte um die Ratifizierung des Equal Rights Amendment (ERA), einem Verfassungszusatz, der die Gleichberechtigung der Frauen per Gesetz zusichert.  Serienschöpfer ist die kanadische Autorin, Regisseurin und Produzentin Dahvi Waller („Desperate Housewives“, „Mad Men“, „Halt and Catch Fire“). Bei vier Episoden hat das amerikanische Filmemacher-Duo Anna Boden & Ryan Fleck („Half Nelson“, It´s Kind of a Funny Story, Mississippi Grind, „Captain Marvel“) Regie geführt, bei zwei Episoden die dunkelhäutige britische Filmemacherin Amma Asante („Belle“, „A United Kingdom“), bei zwei Episoden die französische Filmemacherin Laure de Clermont-Tonnerre (The Mustang) und bei einer Episode die afroamerikanische Fotografin und Filmemacherin Janicza Bravo („Lemon“).

Manche Film- oder Fernsehprojekte fühlen sich an wie Hausaufgaben, die erste Sichtung (mit auch immer nur einer Episode pro Woche) von „Mrs. America“ gab mir dieses Gefühl, auch weil ich völlig blind an die Serie heranging. Bevor ich sie mir ein zweites Mal angeschaut habe (und übrigens auch dann erst abschließend bewertete), habe ich mich zunächst in die Geschichte der zweiten Welle des Feminismus  in den Vereinigten Staaten reingelesen und mich genauer mit dem ERA befasst. 

Hier sehen wir also Frauenrechtlerinnen mit völlig unterschiedlichen Ansichten die mit- aber auch gegeneinander kämpften. Auf der einen Seite die modernen, selbstbestimmten Feministinnen (u.a. Gloria Steinem, Bella Abzug, Betty Friedan, Shirley Chisholm) und auf der anderen Seite Phyllis Schlafly mit ihrer christlich-religiösen Gefolgschaft. Auch wenn es manchmal anders anmutet, Phyllis Schlafly war auch eine Feministin, allerdings mit einem sehr konservativen Hintergrund. Sie hat gegen die Gleichberechtigung per Gesetz gekämpft. Sie und ihre Bewegung befürchteten, dass der Verfassungszusatz Frauen schaden würde, sie ihr Hausfrauendasein aufgeben und auf dem Arbeitsmarkt mit Männern konkurrieren müssten. Sie argumentierten, dass vielleicht ihre Töchter zum Wehr- und Kriegsdienst eingezogen werden könnten, ihren Ehemänner nach einer Scheidung die Kinder zugesprochen werden könnten und sie dann womöglich noch für sie Unterhalt zahlen müssten. Bei dem Kampf um die Ratifizierung der Gleichberechtigungsklausel in der amerikanischen Verfassung hat am Ende keiner gewonnen, jedenfalls keine der Frauen. Phyllis Schlafly hatte sich von ihrem Engagement und, vor allen Dingen auch später für ihre Unterstützung, die sie Ronald Reagan bei seiner Wahl zum US-Präsidenten zukommen liess, auch etwas mehr versprochen. 

Das Drehbuch zu „Mrs. America“ wurde im Jahr 2016 geschrieben, als noch nicht mal daran zu denken war, dass Donald Trump ernsthaft zum US-Präsidenten gewählt wird. Die Serienschöpferin Dahvi Waller hat in einem Interview angegeben, dass sie nach seiner Wahl einiges hinzugefügt hat, um die Parallelen zu Donald Trump und sein Amerika aufzuzeigen. Phyllis Schlafly unterstützte Donald Trump bei seinem Präsidentschaftswahlkampf 2016, hat aber nicht miterlebt, dass er tatsächlich gewann. Kurz nach ihrem Tod im September 2016 wurde auch ihre letztes Buch „The Conservative Case for Trump“ herausgebracht. 

„Mrs. America“ ist Cate Blanchetts erstes TV-Projekt seitdem sie ein Hollywoodstar ist. Sie ist damit wohl eine der letzten Filmstars, die auch für das Fernsehen arbeitet. Natürlich macht sie die Serie zu ihrer. Sie zeigt die Stärken und Schwächen aber auch die Eleganz von Phyllis Schlafly. Sie schafft es, mit ihrer Mimik und Körpersprache kleine Emotionen zu offenbaren, es sind kurze nicht kontrollierbare Momente, wenn Phyllis Schlafly gerade realisiert, dass sie von Männern nicht ernst genommen oder gar diskriminiert wird. Cate Blanchett wirkt unverstellt und Ich konnte meist vergessen, hier die Charakterschauspielerin dahinter zu sehen.  

Das 1970er Jahre Production Design ist authentisch und exzellent (einige Wohnaccessoires, wie das bonbonfarbene Telefon, aber auch die Kostüme, insbesondere die anfänglich pastellene Garderobe von Phyllis Schlafly). Die Serie enthält immer wieder zwischendurch und am Ende Originalfilmaufnahmen. Auch ist die Musik erwartungsgemäß klasse. 

Sechs der neun Episoden sind jeweils direkt einer der Frauenrechtlerinnen gewidmet, eine Episode dreht sich um zwei Paare aus gegensätzlichen Lagern, die sich schließlich in einem TV-Duell gegenübersitzen. Dann gibt es noch die letzten beiden Folgen: 

Die vorletzte Episode „Houston“ spielt hauptsächlich in Houston, Texas zur National Women’s Conference im Jahr 1977. Diese Episode dreht sich um eine der wenigen wichtigen fiktiven Charaktere der TV-Serie: Alice Macray (gespielt von Sarah Paulson). Alice ist seit Jahren mit der konservativen Phyllis Schlafly befreundet und arbeitet für sie in der Stop ERA-Bewegung. In Houston sieht Alice alle anderen Frauen und Frauenbewegungen und stellt irgendwann die Ideologie von der, ihr so verehrten Phyllis Schlafly in Frage. 

Die letzte Episode „Reagan“ zeigt nochmal beide Seiten der Frauenbewegungen. Phyllis Schlafly wird schließlich den ehemaligen Schauspieler und kalifornischen Gouveneur Ronald Reagan bei seinem Präsidentschaftswahlkampf im Jahr 1980 (hier wurde erstmalig der Slogan „Let´s Make America Great Again“ genutzt) unterstützen. 

Meine Lieblingsepisoden: Die sechste („Jill“), ich liebe Jill Ruckelshaus´ Gespräch mit Phyllis Schlafly über die sexuelle Übergriffigkeit von Männern.

Mein Lieblingscharakter in dem Mehrteiler: Bella Abzug, ich mag einfach ihre zynischen Sprüche. Von den fiktiven Charakteren ist es zweifelsfrei Alice Macray (gespielt von Sarah Paulson), ich mag die  Entwicklung, die sie durchläuft. 

 

Die für die amerikanische Frauenbewegung und diese TV-Serie wiederkehrenden Begriffe: 

ERA oder E.R.A. (Equal Rights Amendment) Im Jahr 1919 wurde das Frauenstimmrecht in den USA eingeführt. Vier Jahre später, seit dem Jahr 1923 wurde für die Gleichberechtigung von Frauen und Männern in allen Bundesstaaten gekämpft. Ein solcher Zusatz sollte in der Verfassung aufgenommen werden. Vom Kongress wurde dies aber über die nächsten Jahrzehnte abgelehnt. Erst im Jahr 1972 wurde dieser Verfassungszusatz vom Repräsentantenhaus und vom Senat verabschiedet und den Staaten zur Ratifizierung vorgelegt. Um eine Änderung der amerikanischen Verfassung zu erwirken, mussten 38 Bundesstaaten zustimmen. Bis zum Ende der zunächst 7, aber insgesamt (verlängerten) 10-jährigen Frist hatten nur 35 Staaten ratifiziert, damit galt der ERA als gescheitert. Fast vierzig Jahre später, am 15.01.20, befürwortete Virginia als 38. Staat den ERA, geändert wurde die Verfassung jedoch noch nicht. Die Gleichstellung von Frauen und Männern ist bis heute noch nicht in der amerikanischen Verfassung verankert.

NWPC (National Women’s Political Caucus) ist eine bundesweite, parteiunabhängige Organisation, die sich für die Erhöhung des Frauenanteils auf allen politischen Ebenen in den Vereinigten Staaten einsetzt. Es ist bis heute auch ein Netzwerk von Frauen in der Politik. Die Organisation wurde im Jahr 1971 gegründet, Gründungsmitglieder waren u.a. Bella Abzug, Shirley Chisholm, Betty Friedan, Jill Ruckelshaus und Gloria Steinem. 

NOW (National Organization for Women) ist die größte US-amerikanische feministische Interessensvertretung. Sie wurde im Jahr 1966 gegründet. Eine ihrer Gründerinnen war Betty Friedan. NOW setzte sich für den ERA ein.

Eagle Forum ist eine von Phyllis Schlafly gegründete konservative Interessengruppe, hervorgegangen aus der Stop ERA-Bewegung. Mrs. Schlafly hat u.a. die „Pro Life“-Bewegung ins Leben gerufen

 

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

Phyllis Schlafly hat ein Uni-Abschluss in Politikwissenschaften. Die Republikanerin strebte eine Position im Kongress an. Nachdem ihr Bestreben jedoch nicht von Erfolg gekrönt war, begann sie, Bücher zu schreiben. Im Alter von 25 Jahren heiratete sie den fünfzehn Jahre älteren Anwalt John Fred Schlafly (hier gespielt von John Slattery) und bekam mit ihm sechs Kinder. Durch die Unterstützung ihres Mannes (und ihrer Familie und der Hausangestellten) versuchte die leidenschaftliche Politikerin immer wieder, politisch Fuß zu fassen. Im Jahr 1972  begann die einflussreiche konservative Aktivistin mit ihrer aggressiven Kampagne (STOP ERA) gegen die Aufnahme des Verfassungszusatzes zur Gleichstellung von Frau und Mann. Phyllis war zwar Teil der amerikanische Frauenbewegung, die „Emanzen“ waren ihr jedoch ein Dorn im Auge und in dem Verfassungszusatz sah sie eine Bedrohung für die traditionelle amerikanische Familie. Phyllis Schlafly spielt in dem kompletten Mehrteiler „Mrs. America“ eine tragende Rolle, die erste Episode („Phyllis) und die fünfte Episode („Phyllis & Fred & Brenda & Marc“) sind ihr sogar namentlich gewidmet. Phyllis Schlafly ist im Jahr 2016 verstorben, eines ihrer letzten Amtshandlungen war, Donald Trump bei seiner US-Präsidentschaftswahl zu unterstützen. Gespielt wird sie von der großartigen australischen Schauspielerin Cate Blanchett. Für eine ihrer ersten Filmrollen als Queen Elizabeth I wurde sie gleich für den Oscar nominiert. Seither hat sie in zahlreichen Filmen (u.a. „The Talented Mr. Ripley“, „The Lord of the Rings“-Trilogie, „Babel“, Truth, Manifesto) mitgespielt. Sie wurde sieben Mal für den Oscar (für ihre Performance in den Filmen „Elizabeth“, „The Aviator“, „Notes on a Scandal“, I´m Not There, „Elizabeth: The Golden Age“, Blue Jasmine und Carol) nominiert, gewonnen hat sie zwei Oscars (für „The Aviator“ und „Blue Jasmine“). Außerdem wurde sie für den Tony für Ihre Performance in dem Bühnenstück „The Present“ nominiert. Cate Blanchett hat bereits in australischen TV-Projekten mitgewirkt, mit „Mrs. America“ könnte und wird sie aber wahrscheinlich ihre erste Emmy-Nominierung erhalten. 

Gloria Steinem ist Journalistin und Gründerin und Herausgeberin des feministischen Magazins „Ms.“. Die Aktivistin hat sich gegen den Vietnamkrieg und für die Rechte der Frauen (insbesondere auch für Pro-Choice) eingesetzt. Sie führte eine Kampagne zur Ratifizierung des ERA. Auch ist sie Mitbegründerin des National Women’s Political Caucus (NWPC). Die attraktive Gloria Steinem war eines der bekanntesten Gesichter des amerikanischen Feminismus, sie war einflussreich, aber unter den Frauenrechtlerinnen nicht unumstritten. (Kleiner Fun Fact: Gloria Steinem war durch die Heirat mit David Bale über einen Zeitraum von 3 Jahren mal die Stiefmutter von dem Schauspieler Christian Bale). Die zweite Episode („Gloria“) in der Miniserie ist ihr gewidmet. Gespielt wird Gloria Steinem von der australischen Schauspielerin Rose Byrne. Sie hat in vielen Filmen (u.a. „Sunshine“, Knowing, Insidious, Bridesmaids) mitgespielt, mir ist sie aber immer noch am meisten durch ihre Rolle neben Glenn Close in der TV-Serie Damages präsent, das wird sich jetzt vielleicht mit „Mrs. America“ ändern. Für ihre Performance in „Damages“ wurde sie zwei Mal für den Emmy nominiert Mit dem Schauspieler Bobby Cannavale hat die Schauspielerin zwei Kinder. 

Bella Abzug hat Rechtswissenschaften studiert und war als Rechtsanwältin tätig. Später war die Demokratin über einen längeren Zeitraum Abgeordnete des Repräsentantenhauses. Jahrelang setzte sich die Feministin dafür ein, dass der ERA ratifiziert wird. Auch ist sie Mitbegründerin des National Women’s Political Caucus (NWPC). Die siebente Episode („Bella“) der Miniserie ist Bella Abzug gewidmet. Gespielt wird sie von der amerikanischen Charakterschauspielerin Margo Martindale. Sie hat in vielen Kinofilmen (u.a. „The Firm“, „The Hours“, „Million Dollar Baby“, The Savages, August: Osage County) und TV-Projekten (Dexter, „The Good Wife“, „Sneaky Pete“) mitgespielt. Insgesamt fünf Mal wurde sie für den Emmy (4x allein für ihre Performance in der TV-Serie „The Americans“, 1 x für „Justified“) nominiert, gewonnen hat sie den Emmy 2x für „The Americans“ und 1x für ihre Rolle in „Jusitified“). Außerdem hat sie eine Tony-Nominierung für ihre Performance in dem Bühnenstück „Cat on a Hot Tin Roof“. 

Betty Friedan war eine Frauenrechtlerin und gilt als Urmutter der zweiten Welle der amerikanischen Frauenbewegung. In ihrem 1963 erschienen Buch „The Feminine Mystique“ erboste sie sich darüber, dass amerikanische Frauen darauf reduziert werden, Hausfrau und Mutter zu sein. Sie war eine alleinerziehende Mutter dreier Kinder und scheint in den 1970er Jahren etwas verbittert, auch weil sie nicht die von ihr gewünschte Anerkennung von der Vorzeigefeministinnen wie Gloria Steinem bekommt.  Sie gründete im Jahr 1966 die National Organization for Women, eine der einflussreichsten Lobbygruppen für Frauenrechte. Auch ist sie Mitbegründerin des National Women’s Political Caucus (NWPC). Die vierte Episode („Betty“) in der Miniserie ist Betty Friedan gewidmet. Gespielt wird Betty Friedan von der britisch-amerikanischen Comedian, Schauspielerin und Filmemacherin Tracey Ullman. Sie hatte ihre eigenen TV-Shows („The Tracey Ullman Show“ und viele andere unter ihrem Namen), hat einige Synchronarbeiten in Animationsfilmen (u.a. „Happily Ever After“, „Corpse Bride“, „Onward“) geleistet und auch in dem einen oder anderen Spielfilm (u.a. I Could Never Be Your Woman, Into the Woods) mitgespielt. Sie war insgesamt 26 x für den Emmy nominiert, gewonnen hat sie 7 Emmys (als Produzentin, Autorin und Schauspielerin ihres TV-Formats „The Tracey Ullman Show“, für ihren Gastauftritt in der Comedy Serie „Love & War“, für ihre Performance in ihrer Show „Tracey Takes on New York“, als Produzentin ihres TV-Formats „Tracey Takes On…“ und für ihren Gastauftritt in der TV-Serie „Ally McBeal“). Ich bin kein Fan von Tracey Ullman, auch wenn ich gestehen muss, dass ich die Sketche, in der sie Angela Merkel porträtiert, damals wirklich lustig fand. 

Jill Ruckelshaus ist wie Phyllis Schlafly (gespielt von Cate Blanchett) Republikanerin, nur hat sie ganz andere Ansichten zu Frauenrechten. Die Feministin war in den 1970er Jahren Mitarbeiterin des Weißen Hauses und für die Ratifizierung des ERA. Die Mutter von fünf Kindern ist Mitbegründerin des National Women’s Political Caucus (NWPC). Die sechste Episode („Jill“) in der Miniserie ist Jill Ruckelshaus gewidmet. Gespielt wird Jill Ruckelshaus von der amerikanischen Schauspielerin, Autorin, Regisseurin und Produzentin Elizabeth Banks. Als Schauspielerin war sie in zahlreichen Filmen (u.a. „Catch Me if You Can“, „W.“, Role Models, The Next Three Days, „The Hunger Games“-Trilogie, Love & Mercy) und TV-Serien (u.a. „Scrubs“, „Modern Family“, „30 Rock“) zu sehen. Ihr Spielfilmdebüt als Regisseurin hat sie mit „Pitch Perfect 2“ gegeben. Elizabeth Banks hat drei Emmy-Nominierungen (2 x für ihren Gastauftritt in „30 Rock“ und 1 x für ihren Gastauftritt in „Modern Family“.

Shirley Chisholm war die erste schwarze Frau im Kongress. Die Demokratin setzte sich dort besonders für die Gleichberechtigung von Frauen ein. Sie war die erste Afroamerikanerin, die sich um die Nominierung als US-Präsidentschaftskandidatin bewarb. Auch ist sie Mitbegründerin des National Women’s Political Caucus (NWPC). Shirley Chisholm ist die dritte Episode („Shirley“) in der Miniserie gewidmet. Gespielt wird Shirley Chisholm von der afroamerikanischen Schauspielerin Uzo Aduba. Sie hat u.a. in Ewan McGregors Regiedebüt American Pastoral. mitgespielt ist aber wahrscheinlich mehr durch ihre (Haupt-)Rolle in der TV-Serie „Orange is the New Black“ bekannt. Für ihre Performance in dieser Serie wurde sie drei Mal für den Emmy nominiert, 2 x hat sie den Emmy dafür sogar gewonnen. 

„Mrs. America“ wurde für 10 Emmys nominiert (darunter Best Limited Series, Best Actress/ Limited Series für Cate Blanchett, Best Supporting Actress/Limited Series für Uzo Aduba und Margo Martindale und Tracy Ullman, Best Writing für „Shirley“, Best Casting/Limited Series und ein paar technische Kategorien)

„Mrs. America“ wurde erstmalig vom 15.04.20 – 27.05.20 auf FX on Hulu ausgestrahlt. Ich habe die Serie über iTunes/Apple TV gekauft. 

Trailer zu sehen:

Der sehr coole Vorspann zu sehen:

Chicago – Film: „The Hunger Games: Mockingjay, Part 2“

Ich war am 26.11.15 in Chicago und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„The Hunger Games: Mockingjay – Part 2“ (dt. Filmtitel: „Die Tribute von Panem – Mockingjay Teil 2“, dt. Kinostart war der 19.11.15) 136 min sci-fi, fantasy, sequel, adaptation
dir. Francis Lawrence cast: Jennifer Lawrence, Josh Hutcherson, Liam Hemsworth, Woody Harrelson, Elizabeth Banks, Julianne Moore, Philip Seymour Hoffman, Jeffrey Wright, Donald Sutherland, Stanley Tucci, Jena Malone, Willow Shields

Inzwischen haben sich alle Distrikte von Panem den Rebellen unter Alma Coin (Julianne Moore) angeschlossen. Katniss Everdeen (Jennifer Lawrence) ist die Galionsfigur dieser Rebellion. Mit einer kleinen Einheit versucht sie, das Kapitol zu erreichen und den Präsidenten Snow (Donald Sutherland) zu stürzen.

 

B- (Wertung von A bis F) „The Hunger Games: Mockingjay – Part 2“ basiert auf Suzanne Collins Jugendroman „Mockingjay“. Es ist die Fortsetzung zu dem ersten Teil von „Mockingjay“ und der Abschluss der Trilogie. Francis Lawrence hat bei „The Hunger Games: Catching Fire“ und bei beiden Teilen von „Mockingjay“ Regie geführt.

Wie ich es mir schon gedacht hatte, war der ersten Part von „Mockingjay“ weitgehend überflüssig. Man hätte ein paar, für die Geschichte wichtige Szenen aus dem ersten Teil zusammenschneiden und die viele überflüssige Szenen aus dem zweiten Teil rausschneiden können und schon hätte man vielleicht einen soliden Abschluss der Filmtrilogie gehabt. Auch bei dem 2. Teil von „Mockingjay“ dauert es viel zu lange, bis die Geschichte richtig in Fahrt gerät. Ich war tatsächlich kurz davor einzunicken, als dann endlich die erste große Actionszene etwas Spannung brachte. Wenn man sich nicht ärgern möchte, empfehle ich, den finalen Teil nicht bis zu Ende zu schauen. Ein günstiger Moment das Kino zu verlassen (oder den Film abzuschalten), ist, wenn Katniss Everdeen das Kapitol wieder verlässt. Mit allen Szenen die daran anschließen, insbesondere mit dem zugekitschten Rosamunde Pilcher-Ende, zeigen die Macher der „The Hunger Games“-Verfilmungen meines Erachtens, dass sie die Zuschauer für komplette Vollidioten halten.

Ich habe mir sagen lassen, dass die Autorin dieser Jugendromane, die Welt in der die „The Hunger Games“-Filme spielen, viel detaillierter beschrieben hat. Es wäre förderlich gewesen, wenn nur einer der drei Teile etwas davon gezeigt hätte, wie genau diese beschriebene Welt funktioniert. Die „The Hunger-Games“-Filme beginnen damit, dass Katniss´ geliebte Schwester Prim (gespielt von Willow Shields) für die Hungerspiele auserwählt wird und Katniss freiwillig für sie einspringt und sie damit rettet. Wie am Ende diese Beziehung einfach nur „abgehakt“ wird, fand ich sehr unbefriedigend. Über die drei Teile der Filme hätte man die Beziehung der Schwestern vertiefen können, aber nein, man muss ja in endlos öden Einstellungen die so dämlich wie unglaubwürdige Dreiecksliebesgeschichte zwischen Katniss und Gale und Peeta abhandeln. Die Chemie zwischen Jennifer Lawrence  und dem jungen Hemsworth-Bruder stimmt nicht wirklich und was Katniss an Josh Hutchersons Peeta findet, bleibt fraglich. Josh Hutcherson, das hatte ich bereits zum ersten Teil erwähnt, halte ich für eine komplette Fehlbesetzung. In meinen Augen wäre es eine kleine Bereicherung gewesen, wenn man den Schauspieler Josh Hutcherson nach dem ersten Teil ausgetauscht hätte.

Ich habe zugegebenermassen eine leicht verklärte Sicht zu den „The Hunger Games“-Filmen. Bewertet habe ich The Hunger Games mit B-, The Hunger Games: Catching Fire mit B, den ersten Teil der The Hunger Games, Mockingjay mit einem C und den zweiten Teil von „Mockingjay“ habe ich bewusst ohne Berücksichtigung des Endes  mit B- bewertet. Wenn jedoch einige Zeit verstrichen ist, mein Ärger über einzelne Teile verpufft ist, bilde ich mir ein, die Filme mehr zu mögen, als das meine Bewertungen wiederspiegeln. Vielleicht möchte ich die Filmreihe einfach mögen. Mir gefällt Grundidee dieser Welt, diese Diktatur mit den Spielen, in der einige ausgewählte arme Menschen für die Reichen antreten müssen,  und wie sich die Bevölkerung schließlich gegen die Regierung auflehnt. Ich sehe in den Filmen nach wie vor eine Kritik an Regierungen, an der Gesellschaft und an den Medien. Die Amerikaner vergleichen die Hungerspiele mit der Profiliga des American Footballs NFL. Wenn man sich mal mit den Skandalen der NFL beschäftigt und sieht, wie wenig die Regierung letztlich für die Spieler eintritt, ist es gar nicht so weit hergeholt. Außerdem mag ich, wie selbstverständlich vielfältig die Bevölkerung dargestellt wird – das ist nicht unbedingt normal in einem Hollywood- Blockbuster.

Welche Jugendroman-Verfilmung kann schon mit exzellenten Schauspieler wie Jennifer Lawrence, Woody Harrelson, Elizabeth Banks, Julianne Moore, Philip Seymour Hoffman, Jeffrey Wright, Donald Sutherland und Stanley Tucci aufwarten? Und in welcher Jugendroman-Verfilmung (z.B. „Harry Potter“, „The Twilight Saga“, „Divergent“, „Maze Runner“, The Giver) führt einen schon ein/e charismatische/n Hauptdarsteller/in durch die Filme?

Die „The Hunger Games“-Filme wären ohne Jennifer Lawrence undenkbar. Die Schauspielerin selbst hätte die Filme nicht gebraucht, ihr Talent war längst erkannt und wenn sie nicht eine Hauptrolle in dieser Filmreihe bekommen hätte, wäre sie durch einen anderen Blockbuster weltberühmt geworden. Vergleichbar mit Leonardo DiCaprio und seinem Durchbruch mit James Camerons „Titanic“. Leonardo DiCaprios hatte sich zuvor bereits schon länger als Charakterschauspieler etabliert bis er durch „Titanic“ auf einmal zum Megastar aufstieg.

Das war nun leider tatsächlich der letzte Film, in dem mein – viel zu früh verstorbener -Lieblingsschauspieler Philip Seymour Hoffman mitgespielt hat. Beide Teile von „Mockingjay“ wurden quasi zusammen produziert und vor seinem Tod waren seine Szenen weitestgehend abgedreht. Mir sind zwei Szenen aufgefallen, in die er eindeutig ins Bild geschnitten wurde und dann gab es später noch eine Szene in der Woody Harrelsons Charakter Haymitch Katniss aus Plutarchs Brief vorliest. Das wäre eigentlich eine Dialogszene zwischen Philip Seymour Hoffmans Charakter Plutarch und Jennifer Lawrence Charakter Katniss Everdeen gewesen und musste aufgrund seines Todes umgeschrieben werden. Meines Erachtens haben sie es den Umständen entsprechend relativ gut gelöst. Und natürlich bin ich immer noch untröstlich, dass PSH nicht mehr unter uns weilt.

„The Hunger Games: Mockingjay Part 2“ war für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch (Beste Hauptdarstellerin (Jennifer Lawrence), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien)

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Alice Through the Looking Glass“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Die Fortsetzung von Tim Burtons Fantasy-Film „Alice in Wonderland“, nur ohne Tim Burton. Wieder mit Johnny Depp, Mia Wasikowska, Helena Bonham Carter und leider auch Anne Hathaway – damit kann ich den Film nicht gucken.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Boy“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Gruselpuppen-Horrorfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Sisters“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Komödie mit Tina Fey und Amy Poehler
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 60%

Trailer v. Film: „The 5th Wave“
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Sci-Fi-Action-Katastrophen-Film mit Chloe Grace Moretz. Januar-Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Joy“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: David O. Russells neuer Film, wieder mit Jennifer Lawrence, Bradley Cooper und Robert De Niro. Film  wurde nun endlich gezeigt, steht aber unter Embargo.
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Point Break“
Bewertung des Trailers: A- (neuer Trailer)
Kommentar: Remake des gleichnamigen Films aus dem Jahr 1991. War das nötig? Dieser Trailer wirkt aber und der Hauptdarsteller hat immer noch was.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Gods of Egypt“
Bewertung des Trailers: D
Kommentar: Fantasy-Mist mit Gerard Butler. Februar-Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: natürlich nicht

Trailer v. Film: „The Divergent Series: Allegiant“
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: 3. Teil der „Divergent“-Filme, natürlich nur der erste Part. Dieser Jugendbuch-Verfilmung fehlt eindeutig die charismatische Hauptdarstellerin
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

 

Berlin (ale) – Film: "Love & Mercy"

Ich war am 9.2.15 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Love & Mercy“ (dt. Kinostart: 11.06.15) 122 min drama, biopic
dir. Bill Pohlad cast: Paul Dano, John Cusack, Paul Giamatti, Elizabeth Banks, Kenny Wormald

In den 1980er Jahren trifft Brian Wilson (John Cusack) auf die hübsche Autoverkäuferin Melinda (Elizabeth Banks). Sie hat zunächst keine Ahnung wer er ist und mit was für Problemen er sich herumschlägt. Ständig wird er von seinem Psychotherapeuten Dr. Gene Landy (Paul Giamatti) und Anderen begleitet. Brian Wilson ist Begründer und der kreative Kopf der Beach Boys. Als Brian Wilson (Paul Dano) zwanzig Jahre zuvor die ganzen Hits komponierte, hatte er bereits psychische Probleme. Ein Grund dafür ist in seiner Kindheit zu finden.

B- (Wertung von A bis F) „Love & Mercy“ ist ein biografisch angelegtes Drama über Beach Boys-Gründer Brian Wilson.

Am Ende des Films habe ich mir gedacht, schade, dass Brian Wilson ein nicht noch besserer Film gewidmet wurde. Durch Paul Danos Performance habe ich den Musiker irgendwie ins Herz geschlossen.

Der Film hat einige Schwächen, zum einen springt er andauernd von der Zeit in den 1960er Jahren in die Zeit der 1980er Jahre. Irgendwann wollte ich aber die frühere, in meinen Augen interessantere Geschichte und Paul Dano, der den jungen Brian Wilson portraitiert, nur noch ungern verlassen. Die in den 1980er Jahren erzählte Geschichte dreht sich irgendwie im Kreis, kommt nicht wirklich voran und ist sehr deprimierend. Mir ging auch Paul Giamattis Charakter auf die Nerven (der Schauspieler selbst war auch schon mal in besserer Form). Noch dazu fand ich, dass John Cusack mit der Rolle des älteren, psychisch sehr kranken Musikers überfordert ist. Ich mochte John Cusack in seinen jungen Jahren wirklich gerne. Auch später in den RomComs empfand ich ihn immer als Sympathieträger. Mit u.a. „Grosse Pointe Blank“, „Midnight in the Garden of Good and Evil“ und „High Fidelity“ kann er sogar großartige Filme vorweisen. Ich weiss nicht genau, seit wann ich ein Problem mit John Cusack habe. Vielleicht seitdem er als Charaktermime wahrgenommen werden möchte. In „Love & Mercy“ hat man den direkten Vergleich mit einem Schauspieler (Paul Dano), dem das Talent und die Wandelbarkeit im Blut liegt und einem (John Cusack), der zwar sein Bestes gibt, aber schauspielerisch schnell an seine Grenzen kommt.

Ich liebe Paul Dano There Will Be BloodThe Good Heart, Prisoners, 12 Years a Slave. Für mich ist er ein Ausnahmetalent, der vielleicht dafür geboren ist, anderen die Show zu stehlen. Mir fällt es schwer, auf andere Schauspieler zu achten, wenn er im Bild ist. Auch in diesem Film verschwindet er wieder hinter seiner Figur. Für diese Rolle hat er ordentlich an Gewicht zugelegt. Paul Dano spielt Brian Wilson so, dass mir das Herz aufgegangen ist. Was für eine sensible Künstlerseele. Durch insbesondere Paul Danos Performance habe ich verstanden, was Brian Wilson bewegt und wie er tickt.

Meine Lieblingssequenz im Film war für mich die „Good Vibration“-Sequenz.

„Love & Mercy“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival gezeigt. Der Film hat mit Roadside Attractions einen amerikanischen Verleiher gefunden und startet 5.6.15 in den amerikanischen Kinos. Ich habe den Film in der OmU auf der Berlinale 2015 (Berlinale Special Gala) gesehen. Im Friedrichstadt-Palast feierte der Film seine Europapremiere in Anwesenheit von u.a. dem Komponisten und Gründer der Beach Boys, Brian Wilson, seiner Frau Melinda, dem Regisseur Bill Pohlad, sowie den Schauspielern Paul Dano und Elizabeth Banks. (ich habe ein paar Bilder reingestellt).

Update: „Love and Mercy“ ist für folgende Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Paul Dano), Bester Nebendarsteller (John Cusack), Beste Nebendarstellerin (Elizabeth Banks), Bestes Originaldrehbuch

Trailer zu sehen:

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Chicago – Film: "The Hunger Games: Mockingjay, Part 1"

Ich war am 28.11.14 in Chicago und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„The Hunger Games: Mockingjay, Part 1“ (dt. Filmtitel: „Die Tribute von Panem: Mockingjay Teil 1“, dt. Kinostart war der 20.11.14) 123 min sci-fi, fantasy, adaptation
dir. Francis Lawrence cast: Jennifer Lawrence, Josh Hutcherson, Liam Hemsworth, Woody Harrelson, Elizabeth Banks, Philip Seymour Hoffman, Julianne Moore, Jeffrey Wright, Stanley Tucci, Donald Sutherland

Katniss Everdeen (Jennifer Lawrence) lebt mit ihrer Mutter (Paula Malcomson) und ihrer jüngeren Schwester Prim (Willow Shields) mittlerweile in District 13, einem District von dessen Existenz sie bislang nichts wusste. Die Präsidentin dieses Districts ist Alma Coin (Julianne Moore), sie möchte Katniss als Symbolfigur, als Mockingjay, der Revolution aller Distrikte gegen das Kapitol gewinnen.

C (Wertung von A bis F) „The Hunger Games: Mockingjay, Part 1“ ist der dritte Teil der „The Hunger Games“-Trilogie. Die Filme basieren auf den gleichnamigen Büchern von Suzanne Collins. Die Dreharbeiten zu „Mockingjay“ sind zwar abgeschlossen, der Part 2 wird jedoch erst im November 2015 ins Kino kommen.

Den ersten Teil The Hunger Games habe ich mit B- bewertet, der zweite Teil, The Hunger Games: Catching Fire hat mir dann besser gefallen ( B ) , „The Hunger Games: Mockingjay, Part 1“ ist für mich der schwächste Teil dieser Romanverfilmungen.

Zunächst einmal finde ich es eine wahnsinnige Frechheit, „Mockingjay“ als Zweiteiler ins Kino zu bringen. Die Produzenten der „Harry Potter“- und der „Twilight“-Verfilmungen haben aber vorgemacht, wie man den Teenagern am Besten Geld aus der Tasche ziehen kann und so wird auch der letzte Teil der „The Hunger Games“-Verfilmung gestreckt. Ich kann nichts zu den „Harry Potter“- und „Twilight“-Filmen sagen, aber „Mockingjay, Part 1“ merkt man definitiv an, dass er als purer Lückenfüller dient. Das was hier erzählt wurde, hätte man auch in einer halben Stunde abhaken können.

„The Hunger Games“-Reihe spielt in einer Diktatur in dem Staat Panem. Die zwölf Distrikte des Staates sind verarmt und vom Regierungssitz Kapitol unterdrückt. Der Präsident veranlasst, ein Mal jährlich die perversen Hungerspiele, bei denen jeweils ein jugendlicher Teilnehmer aus einem Distrikt gegen einen Teilnehmer aus einem anderen Distrikt bis zum Tod kämpfen muss. Im letzten Teil der Verfilmung, „Mockingjay“, kommt es nun zum Aufstand der 12 (bzw. 13) Distrikte gegen das herrschende Kapitol.

Bei den ersten beiden Filmen hat es mir zu lange gedauert, bis die eigentlichen Hungerspiele anfingen, „Mockingjay“ hat sich auch ewig gezogen, letztlich ist in Part 1 aber gar nichts passiert. Das Hin- und Hergerissensein von Katniss wird quasi andauernd wiederholt und nichts geht voran. Zum Ende wird es natürlich dann doch noch spannend, damit man keinesfalls den finalen Part im nächsten Jahr verpassen will. „Mockingjay, Part 1“ fand ich absolut unbefriedigend.

Josh Hutcherson als Peeta finde ich immer noch fehlbesetzt. Was wäre aber diese Verfilmung ohne die großartigen Schauspieler, die auch für „Mockingjay“ verpflichtet werden konnten? In praktisch jeder Szenen kann man sich an den hervorragenden Charakterschauspielern (Jennifer Lawrence, Woody Harrelson, Elizabeth Banks, Donald Sutherland, Stanley Tucci, Jeffrey Wright, Julianne Moore und Philip Seymour Hoffman) erfreuen.

„Mockingjay, Part 1“ wurde dem viel zu früh verstorbenen Philip Seymour Hoffman gewidmet. Da, wie gesagt, Part 1 und Part 2 zusammen gedreht wurden, wird man ihn im November 2015 ein letztes Mal auf der großen Leinwand sehen können. Der Ausnahmeschauspieler ist während der Dreharbeiten verstorben, zu dem Zeitpunkt waren die meisten Szenen mit ihm bereits abgedreht.

„Mockingjay, Part 1“ ist für folgende Oscar-Nominierungen im Gespräch: Beste Hauptdarstellerin (Jennifer Lawrence), Bestes adaptiertes Drehbuch, Bestes Szenenbild, Bestes Kostümdesgin, Bestes Make-up und beste Frisuren, Beste visuelle Effekte

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Unbroken“
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: Dieses Mal wurde ein Clip gezeigt, bei dem Angelina Jolie und der mittlerweile verstorbenen Louis Zamperini zu Wort kommen. Angelina Jolies Biopic/Drama mit Jack O´Connell. Man kann mittlerweile davon ausgehen, dass der Film nicht für den Oscar nominiert wird.
Wie oft schon im Kino gesehen: 8 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Interview“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Actionkomödie mit Seth Rogen und James Franco.
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Mortdecai“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Actionkomödie mit Ewan McGregor, Gwyneth Paltrow. Der blonde Typ sieht nicht nur aus wie Johnny Depp, er ist es sogar. Das einzige Problem ist, dass der Film einen U.S.A. Start im Januar hat und damit eigentlich nicht gut sein kann.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „The Hobbit: The Battle of the Five Armies“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Ich bin mittlerweile so unfassbar von diesen Peter Jackson-Filmen gelangweilt.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Cinderella“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Kenneth Branaghs neuer Film. Cinderella-Story mit Cate Blanchett und Helena Bonham Carter.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Pitch Perfect 2“
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: mein Albtraum ein Musical mit Anna Kendrick
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Night at the Museum: Secret of the Tomb“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Wie viele Teile werden davon eigentlich noch gedreht?
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Divergent Series: Insurgent“
Bewertung des Teasers: C-
Kommentar: 2. Teil der Teenager-Romanverfilmung. Zwischen Jennifer Lawrence und Shailene Woodley liegen Welten.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

NYC – Film: "Every Secret Thing"

Ich war am 27.04.14 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Every Secret Thing“ 93 min drama, crime, adaptation
dir. Amy Berg cast: Diane Lane, Elizabeth Banks, Dakota Fanning, Nate Parker, Danielle Macdonald

Sieben Jahre saßen Ronnie (Dakota Fanning) und Alice (Danielle Macdonald) im Jugendarrest. Als Kinder haben die beiden Mädchen ein Baby entführt. Das Baby wurde wenig später tot aufgefunden. Jetzt sind die beiden Mädchen achtzehn Jahre alt und seit zwei Wochen wieder draußen. Als in ihrer unmittelbaren Umgebung erneut ein Kind verschwindet, werden beide Mädchen verdächtigt, etwas mit dem Fall zu tun zu haben. Detective Porter (Elizabeth Banks) ermittelt in dem Fall des vermissten dreijährigen Mädchens. Damals hat sie die Babyleiche gefunden.

B (Wertung von A bis F) „Every Secret Thing“ basiert auf dem gleichnamigen Roman von Laura Lippmann. Das Drehbuch wurde von der Autorin und Regisseurin Nicole Holofcener (Please Give, Enough Said) geschrieben. Die Dokumentarfilmen Amy Berg („Deviier Us from Evil“, „West of Memphis“) führt bei diesem Film Regie, mit „Every Secret Thing“ gibt sie ihr Spielfilmdebüt.

„Every Secret Thing“ ist sowohl Drama als auch ein ziemlich spannender Krimi. Am Ende des Films werden praktisch zwei Kriminalfälle aufgeklärt. Die Charaktere fand ich fesselnd, auch wenn ich mich anfangs mit dem pummelige Mädchen, bzw. der stark übergewichtige Alice (gespielt von Danielle Macdonald) etwas schwergetan habe. Ich fand es auch unglaubwürdig, dass Diane Lanes Charakter überhaupt so eine Tochter hat. Die Schauspielerin Danielle Macdonald hat mich aber durch ihr offensichtliches Talent beeindrucken und gewinnen können. Zum Schluss hat sie mich irgendwie an Toni Colette in ihrem Spielfilmdebüt „Muriel´s Wedding“ erinnert. Warum – kann ich nicht erklären. Witzigerweise ist Danielle Macdonald auch tatsächlich Australierin. Warum können australische Schauspieler eigentlich immer sprachlich einwandfrei Amerikaner portraitieren und umgekehrt funktioniert das selten? Danielle Macdonald hat zuletzt in „The East“ gespielt, einem meiner Lieblingsfilme aus dem letzten Jahr, den ich mittlerweile drei Mal gesehen habe. Mir ist sie dort tatsächlich nicht aufgefallen. Ihre weitere Karriere werde ich aber jetzt definitiv verfolgen.

Trailer zu sehen:

„Every Secret Thing“ wurde erstmalig auf dem Tribeca Film Festival 2014 gezeigt. Aufgrund der großen Nachfrage wurde am letzten Tag des Filmfestivals eine zusätzliche Vorführung des Films ins Programm genommen. Ich habe den Film in diesem Screening gesehen. Die Regisseurin Amy Berg und die Hauptdarstellerin Danielle Macdonald (s. Fotos unten) waren anwesend und haben sich nach dem Film den Fragen des Publikums gestellt. „Every Secret Thing“ startet am 15.05.15 in einigen amerikanischen Kinos.

Tribeca Film Festival

Das Tribeca Film Festival wurde nach dem 11. September 2001 von u.a. Robert De Niro ins Leben gerufen. Der New Yorker Robert De Niro besitzt in TriBeCa (Triangle below Canal Street) ein Hotel und Restaurants, auch seine Produktionsfirma ist dort ansässig. Durch das Film Festival wollte er nach den Terroranschlägen seinen Beitrag leisten, Manhattan – insbesondere Lower Manhattan, wieder in ein positives Licht zu rücken und für Investitionen, insbesondere im Filmbereich, werben.

„Every Secret Thing“ war der letzte Film, den ich mir auf dem Tribeca Film Festival im Jahr 2014 angeschaut habe. Dieses Jahr habe ich vier Tage an dem Festival teilgenommen. Ich habe mir insgesamt neun Filme angeschaut, davon waren vier Filme von weiblichen Regisseuren (Lucky Them, Night Moves, Bad Hair und „Every Secret Thing“). Rückblickend hat mir der Film Starred Up am Besten gefallen.

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Boston – Film: "The Lego Movie – 3D"

Ich war am 08.02.14 in Boston und habe mir im Kino angeschaut:

„The Lego Movie – 3D“ (dt. Kinostart: 10.04.14) 101 min animation
dir. Phil Lord, Chris Miller voices: Chris Pratt, Will Ferrell, Elizabeth Banks, Nick Offerman, Liam Neeson, Morgan Freeman, Channing Tatum, Jonah Hill, Will Forte

Emmet Brickowski (Chris Pratt) ist ein Durchschnittstyp. Er lebt in Bricksburg und arbeitet als Bauarbeiter. Sehr unauffällig und angepasst ist er und beachtet alle Regeln. Er hat keine Freunde und setzt jetzt alles daran, beliebter zu werden. Als er nach Feierabend feststellt, dass er auf der Baustelle sein Regelwerk vergessen hat, kehrt er zurück. Dort trifft auf Wyldstyle (Elizabeth Banks) und gerät schon kurz darauf in ein großes Abenteuer.

B (Wertung von A bis F) „The Lego Movie“ basiert auf den Figuren der LEGO Themenserien.

Ich kann mich noch gut daran erinnern, als ich das erste Mal von diesem LEGO-Film erfuhr. Gerade war ich dabei, das Kino zu verlassen, gut gelaunt und voller Elan lief ich die Rolltreppe runter als ich einen riesigen The Lego Movie-Aufsteller erblickte. Die bloße Existenz eines LEGO-Films empfand ich als so absurd und unfassbar (warum weiß ich nicht, wird mir als regelmässiger Kinogänger doch oft weit Schlimmeres zugemutet), dass mich das aus dem seelischen und körperlichen Gleichgewicht gebracht und ich beinahe die gesamte Rolltreppe runtersegelte.

Selbstverständlich wollte ich mir diesen LEGO-Film nicht und nie angucken. Als ich aber dann letztens meinen Kinotag plante, bin ich aus Mangel an Alternativen dann doch bei „The Lego Movie“ hängen geblieben. Bei den amerikanischen Kritikern hat er auch noch eine beinahe einstimmige Zustimmung erhalten (bei dem Bewertungsportal RT ist er mit 96% gelistet) und so war „The Lego Movie“ plötzlich nicht nur der Film, den ich auf einmal unbedingt sehen „muss“, sondern von dem ich auf seltsame Weise auch noch eine recht große Erwartung hatte. So kann es gehen.

„The Lego Movie“ ist ein schneller, actiongeladener, manchmal für die Augen etwas anstrengender (es kann mitunter an dem 3D gelegen haben, dass ich aber überwiegend recht lohnenswert fand), aber kreativer und witziger Animationsfilm. Mir war der Film etwas zu actionreich – wer das mag, wird hier auf seine Kosten kommen. Die ruhigen Momente haben mich mehr angesprochen. Besonders originell fand ich die gezeichneten Instruktionen und Pläne. Die Wellen und das Meer sind auch großartig animiert. Überhaupt ist dieser Animationsfilm technisch genial.

Es ist schon etwas Besonderes, in die einzelne LEGO-Welten einzutauchen (es gibt eine Western-, eine Art Mittelerde-, Weltraum-, Piraten- und diese quietschbunte Mädchenwelt). Viele aus der Popkultur bekannten Figuren tauchen auf, nicht alle fand ich so doll, dafür gab es jedoch ein paar, die ich recht schnell ins Herz geschlossen: President Business (gesprochen von Will Ferrell), Bad Cop/Good Cop (von Liam Neeson gesprochen) und selbstverständlich liebe ich auch hier Batman (Will Arnett verleiht ihm seine Stimme). Regie in diesem auf dem Papier absurd klingenden LEGO-Film führen Phil Lord und Christopher Miller, die bereits den charmanten Cloudy With a Chance of Meatballs auf die große Leinwand brachten.

Vom Humor her dürfte „The Lego Movie“ eher ein Film für Erwachsene sein. In meiner sehr gut besuchten Vorstellung waren es auch beinahe ausschließlich die erwachsenen Kinder, die sich hier lauthals amüsierten.

Das Ende wird hier selbstverständlich nicht gespoilert. Ich bin in den Film reingegangen und wusste nichts von einer Wendung und diese Chance sollte auch jedem anderen Zuschauer gegeben werden. In jedem Fall hat das Ende den Film für mich noch mal aufgewertet. Ich fand zwar, dass „The Lego Movie“ Längen hat, aber das Ende ist für mich ein Grund, mir den Film ein zweites Mal anschauen zu wollen. Auch wenn ich dann Gefahr laufe, diesen nervigen Ohrwurm „Everything is Awesome“ wieder für eine Weile nicht mehr aus meinem Kopf zu bekommen.

Auch wenn sich „The Lego Movie“ dankenswerterweise nicht als reine Verkaufsveranstaltung für die kleinen bunten Steine herausgestellt hat (ich kann mich nicht erinnern, dass nur ein einziges Mal LEGO überhaupt erwähnt wird), kann man aber davon ausgehen, dass dieser Film den Verkauf von LEGOS erheblich ankurbeln wird. Wäre ich ein Kind (im LEGO-Spiel-Alter) hätte ich definitiv meine Eltern nach dem Kinobesuch ins nächste Spielzeugwarengeschäft geschleppt und erst aufgehört zu nölen, wenn ich so viele LEGO-Spiel-Sets bekommen hätte, wie ich alleine aus dem Laden tragen kann.

Für mich ist „The Lego Movie“ der erste sehenswerte Film des Jahres 2014. Bei den hervorragenden Kritiken und dem fantastischen Einspielergebnis kann man schon davon ausgehen, dass dieser Animationsfilm am Ende des Jahres bei den wichtigen Filmpreisverleihungen wieder auftauchen wird.

Eine Fortsetzung von „The Lego Movie“ ist bereits in Arbeit.

Der amerikanische Trailer:

Emmet am frühen Morgen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Boxtrolls“ (nicht in 3D gezeigt)
Bewertung des Trailers: A
Kommentar: Neuer Stop-Motion-Film von den „Coraline“-Machern. Ich liebe diesen Trailer und den Film kann ich auch nur lieben.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Planes: Fire & Rescue“ (in 3D gezeigt)
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Disney-Fortsetzung von Planes, den ich nicht gesehen habe.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „The Amazing Spider-Man 2“ (in 3D gezeigt)
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: Der Trailer ist schon wesentlich besser. Ich habe den ersten Film dieser Neuverfilmung nicht gesehen. Interessiert mich auch eigentlich nicht.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Mr. Peabody & Sherman“ (in 3D gezeigt)
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: 3D-Animationsfilm, ich hasse Zeitmaschinenfilme.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht.

Trailer v. Film: „Island of Lemure: Madagascar“ (in 3D gezeigt)
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: IMAX-Tierdoku über Lemuren, bei der wieder mal Morgan Freeman als Erzähler fungiert. Tolle Bilder.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Boston – Film: "The Hunger Games: Catching Fire – IMAX"

Ich war am 23.11.13 in Boston und habe mir im Kino angeschaut:

„The Hunger Games: Catching Fire – IMAX“ (dt. Titel: „Die Tribute von Panem – Catching Fire“, Kinostart war der 21.11.13) 146 min science fiction, fantasy, drama, adaptation, sequel
dir. Francis Lawrence cast: Jennifer Lawrence, Josh Hutcherson, Liam Hemsworth, Woody Harrelson, Elizabeth Banks, Lenny Kravitz, Philip Seymour Hoffman, Jeffrey Wright , Stanley Tucci, Donald Sutherland, Toby Jones

THE HUNGER GAMES ist eine makabre Reality TV Show, die jährlich stattfindet. Dabei wird jeweils ein Junge und ein Mädchen zwischen 12 und 18 Jahren aus einem der 12 Distrikte von Panem ausgewählt. In den Spielen müssen sie gegeneinander kämpfen. Die, die zum Ende der Spiele noch am Leben sind, sind die Gewinner. Katniss Everdeen (Jennifer Lawrence) und Peeta Mellark (Josh Hutcherson) sind beide aus dem 12. Distrikt und die Sieger der der 74. Hungerspiele. Gerade sind die Beiden auf PR-Tour und lassen sich in den einzelnen Bezirken feiern. Durch ihre Aktion bei den 74. Hungerspielen haben sie in manchen Distrikten eine kleine Rebellion ausgelöst. Das passt Panems Präsident Snow (Donald Sutherland) gar nicht und so verkündet er, dass es zu dem 75. Jahrestag der Spiele neue Regeln geben wird. Bei den neuen Spielen sollen ehemalige Gewinner gegeneinander kämpfen. Katniss muss auf jeden Fall wieder für den Distrikt 12 antreten…

B (Wertung von A bis F) „The Hunger Games: Catching Fire“ ist der zweite Teil der „The Hunger Games“-Trilogie. Der dritte Teil der Filmreihe („The Hunger Games: Mockingjay“) wird allerdings in zwei Teilen ins Kino gebracht. Die Filme basieren auf den gleichnamigen Büchern von Suzanne Collins. Die Romane muss man sicherlich nicht unbedingt gelesen haben, für die Fortsetzung empfiehlt es sich aber sehr, den ersten Kinofilm der Reihe gesehen zu haben.

Man sollte nicht vergessen, dass die Roman- bzw. Filmreihe an Kinder bzw. Jugendliche adressiert ist. Ich habe die Bücher nicht gelesen, finde aber, dass es eine sehenswerte und coole Filmreihe für Jugendliche ist. Mit Katniss Everdeen haben sie eine mutige und coole Heldin, eine Identifikationsfigur, die selbst gar kein Vorbild sein will, sondern nur ihre Lieben beschützen möchte. Sie wird durch ihr Verhalten in den 74. Hungerspielen langsam zum Symbol einer Revolution, auch das gegen ihren Willen. Die Welt in der Katniss lebt ist diktatorisch und langsam beginnt ein Aufstand der hungernden und armen Bevölkerung. Das ist alles sehr düster beschrieben und inszeniert. Ich kann definitiv die Faszination für die Filme nachvollziehen, wesentlich mehr als bei diesen „Harry Potter“-Filmen oder diesem Verblödungsphänomen „Twilight“.

Der zweite Teil der The Hunger Games-Trilogie hat mir auch noch besser gefallen als der erste. Der neue Regisseur Francis Lawrence („I Am Legend“) ist eine Bereicherung für die Filmreihe. Kritisieren muss ich aber, wie bereits bei dem ersten Teil, dass es mir zu lange dauert, bis die Hungerspiele anfangen. Nach wie vor finde ich, dass dies der beste und spannendste Part des Film ist und außerdem heißt der Film auch „The Hunger Games“, also müssten die Spiele auch den größten Part des Films einnehmen. Mir hat auch wieder nicht gefallen, dass man zu wenig über die anderen Teilnehmer weiß, Das schlechteste allerdings ist, ohne Zweifel, wie bereits im ersten Teil: Josh Hutcherson. Es leuchtet mir gar nicht ein, wie man den Fehler begehen konnte, ihn als Peeta zu besetzen. Was für eine Fehlbesetzung. Zugegeben, die Figur Peeta ist in der Filmreihe auch nicht gut ausgearbeitet, vielleicht ist das auch ein Problem. Beispielsweise wird hier mehrfach betont, dass Peeta so ein guter Mensch ist, Katniss ihn gar nicht verdient hätte, sich für ihn opfern will etc. und ich verstehe überhaupt nicht warum. Was mir hingegen gefallen hat und ich als Kritik an das bekannte System in Hollywood aufgefasst habe, ist, dass Katniss und Peeta für die Öffentlichkeit vorgeben ein Paar zu sein, obwohl sie es nicht sind. Mit einem guten Schauspieler, der auch Charisma hat und glaubwürdig die Figur des Peeta darstellen kann, wäre das Ganze noch überzeugender.

Schauspielerisch bin ich einmal mehr von Jennifer Lawrence angetan. Ich kann mir schlichtweg keine andere Schauspielerin als Katniss Everdeen vorstellen. „The Hunger Games“ lebt aber auch von seinem gesamten Ensemble. Mit Ausnahme von Peeta ist jeder einzelne Figur für mich perfekt besetzt. Meine Lieblingsfiguren sind Caesar (gespielt von dem wunderbaren Stanley Tucci, hier noch besser als im 1. Teil) und Effie (gespielt von Elizabeth Banks) und Haymitch (gespielt von Woody Harrelson). Im zweiten Teil werten die Charakterschauspieler Jeffrey Wright und Philip Seymour Hoffman die Filmreihe auf.

Herausheben möchte ich noch die großartige Ausstattung, die einfallsreichen Kostüme, das Make-Up und die Frisuren.

Ich war schon lange nicht in einer, bis auf den letzten Platz ausverkauften Vorstellung. „The Hunger Games: Catching Fire“ lief in meinem Kino beinahe zu jeder halben Stunde. Ich wollte den Film aber unbedingt in IMAX sehen. Mit dem Wunsch stand ich mittags um 12.30 am Sonnabend des Eröffnungswochenendes offenbar nicht alleine. Zum Ende des Films gab es Applaus. Als ich aus dem Kino rauskam und an der Kasse auf die Tafel geschaut habe, war jede einzelne Vorstellung an dem Tag bereits ausverkauft.

Ich empfehle, den Film in IMAX zu sehen. Es ist beeindruckend, wie sich die Leinwand weitet wenn die Hungerspiele beginnen. Die gesamten Spiele sind in IMAX gedreht.

„The Hunger Games: Catching Fire“ hat mit Kinostart ein noch besseres Einspielergebnis einfahren können als der erste Teil. Trotz der hervorragenden Kritiken und des Kassenerfolgs wird er keineswegs die nächsten Oscars in wichtigen Kategorien noch beeinflussen können. Dennoch ist die Fortsetzung für folgende Oscar-Nominierungen im Gespräch: Beste Schauspielerin (Jennifer Lawrence), Bestes adaptiertes Drehbuch, Bestes Szenenbild, Beste Kostüme, Bester Tonschnitt, Beste visuelle Effekte.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Secret Life of Walter Mitty“ (in IMAX gezeigt)
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: Ben Stillers Fantasy-Film mit ihm in der Hauptrolle und Kristin Wiig und Sean Penn. Nur von diesem Trailer her wäre der Film ohne Ben Stiller in der Hauptrolle schon einer meiner neuen Lieblingsfilme.
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Noah“ (in IMAX gezeigt)
Bewertung des Trailer: B
Kommentar: Darren Aronofskys neuer Film, Bibel-Verfilmung mit Russell Crowe als Noah (Michael Fassender und Christian Bale hatten die Rolle dankend abgelehnt) Ich kann mich an eine Zeit erinnern, in der Russell Crowe ein guter und anerkannter Schauspieler war und ein gutes Händchen bei der Rollenauswahl hatte.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: nicht, wenn ich es vermeiden kann

Trailer v. Film: „Vampire Academy“ (in IMAX gezeigt)
Bewertung des Trailer: C- (neuer Trailer)
Kommentar: Wieder so ein Kinder-Vampir-Krempel.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Hobbit – The Desolation of the Smaug“ (in IMAX gezeigt)
Bewertung des Trailer: B+ (wieder neuer Trailer)
Kommentar: In IMAX wirkt das natürlich, ich habe aber eigentlich immer noch kein Interesse an dem Film.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „RoboCop“ (in IMAX gezeigt)
Bewertung des Trailer: A-
Kommentar: Remake des Films aus den 1980er Jahren. Mit Joel Kinnaman, Gary Oldman, Michael Keaton, Samuel L. Jackson, Jackie Earle Haley
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: vielleicht

Trailer v. Film: „I, Frankenstein“ (in IMAX gezeigt)
Bewertung des Trailer: B-
Kommentar: Fantasy-Mist mit Aaron Eckhart und Bill Nighy
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Divergent“ (in IMAX gezeigt)
Bewertung des Trailer: B
Kommentar: Eine weitere Sci-Fi-Buchverfilmung für Teenager, auch mit einer weiblichen Hauptrolle. Mit Shailene Woodley, Miles Teller und (einer wie es ausschaut ziemlich schwangeren) Kate Winslet
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

San Francisco – Film: "People Like Us"

Ich war am 15.07.12 in San Francisco und habe mir im Kino angeschaut:

„People Like Us“ (dt. Titel: „Zeit zu leben“, dt. Kinostart: 18.10.12) 115 min drama
dir. Alex Kurtzman cast: Chris Pine, Olivia Wilde, Elizabeth Banks, Michelle Pfeiffer, Mark Duplass

Sam (Chris Pine) hat schon länger keinen guten Kontakt zu seinen Eltern. Nach dem Tod seines Vaters steht er seiner Mutter Lilian (Michelle Pfeiffer) wieder gegenüber. Sein Vater war ein bekannter Plattenproduzent und hinterlässt seinem Sohn seine riesige Plattensammlung. Außerdem händigt der Anwalt seines Vaters (Philip Baker Hall) Sam eine Tasche mit insgesamt 150.000 Dollar aus. Sam benötigt dringend das Geld. Nur soll er das Geld an den 11-jährigen Josh (Michael Hall D´Addario) übergeben…

C (Wertung von A bis F) „People Like Us“ ist das Regiedebüt von Alex Kurtzman. Zuvor hat er an Drehbüchern von Cowboys & Aliens und „Transformers“ mitgeschrieben. Die Geschichte in „People Like Us“ soll wage auf seinen eigenen Erfahrungen basieren, auch hier hat er am Skript mitgeschrieben.

Das Drehbuch ist alles andere als gut, insbesondere wenn es um die Beziehung zwischen Chris Pines und Elizabeth Banks Charakteren geht. Dem Film kommt zugute, dass sich Chris Pine und Elizabeth Banks wahnsinnig ähnlich sehen, aber davon wird die erzählte Geschichte auch nicht besser. Elizabeth Banks ist, wie immer, großartig. Michelle Pfeiffer hat mir so völlig uneitel auch sehr gut gefallen. Der Junge, gespielt von Michael Hall D´Addario, war für mich die Entdeckung. Mir kam er wahnsinnig bekannt vor, nur habe ich ihn weder in der großen Broadway-Produktion „All My Sons“, noch in dem HBO-Mehrteiler „John Adams“ und der TV-Serie „Are We There Yet?“ gesehen.

So ausgeleuchtet und geschminkt sieht Chris Pine („Carriers“, „Star Trek“, „Unstoppable“, „This Means War“) aus wie ein Filmstar. Leider fehlt ihm das schauspielerische Talent und die nötige Substanz, um in einem Film aus Hauptdarsteller zu punkten.

Mark Duplass habe ich jetzt innerhalb von drei Wochen in drei Filmen (Safety Not Guaranteed, Your Sister´s Sister und „People Like Us“) als Schauspieler begutachten dürfen. In den beiden erstgenannten hat er mir gut gefallen, hier bekommt er einfach nicht genug zu tun.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Hyde Park on Hudson“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Biografisches Drama über den amerikanischen Präsidenten Franklin D. Roosevelt und seiner Cousine. FDR wird von Bill Murray portraitiert, es spielen auch Laura Linney, Olivia Williams und Olivia Colman mit. Ein weiterer Film, der bei den Oscar´2013 eine Rolle spielen dürfte. Dem Trailer nach macht Bill Murray einen verdammt guten Eindruck.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Ruby Sparks“
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: RomCom mit Paul Dano, Zoe Kazan, Annette Bening
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Hope Springs“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: RomCom mit Meryl Streep, Tommy Lee Jones und Steve Carell
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Odd Life of Timothy Green“
Bewertung des Trailers: D
Kommentar: Drama/Fantasie-Film mit Jennifer Garner und Joel Edgerton. Wie oft muss ich diesen Trailer eigentlich noch ertragen?
Wie oft schon im Kino gesehen: 5 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Great Gatsby“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Gut, als ich das erste Mal davon gehört habe, dass „Der große Gatsby“ erneut verfilmt wird und diesmal in 3D habe ich ziemlich laut gelacht. Spätestens mit dem Trailer ist klar, es kann auch gutgehen. Diese Romanverfilmung ist von Baz Luhrmann inszeniert und mit Leonardo DiCaprio, Carey Mulligan und Tobey Maguire in den Hauptrollen. Mittlerweile wird fest davon ausgegangen, dass der Film auch eine Rolle bei den Oscars 2013 spielen wird.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Perks of Being a Wallflower“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Romanverfilmung mit Paul Rudd, Ezra Miller, Emma Watson
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 50%

Boston – Film: "The Hunger Games"

Ich war am 8.4.12 in Boston und habe mir im Kino angeschaut:

„The Hunger Games“ (dt. Titel: „Die Tribute von Panem – The Hunger Games“, dt. Kinostart war der 22.03.12) 142 min science fiction, fantasy, drama, adaptation
dir. Gary Ross cast: Jennifer Lawrence, Josh Hutcherson, Woody Harrelson, Elizabeth Banks, Stanley Tucci, Wes Bentley, Lenny Kravitz, Donald Sutherland, Liam Hemsworth, Willow Shields

In einer nicht so fernen Zukunft haben Kriege und Naturkatastrophen Nordamerika zerstört. Aus den Trümmern entstand der diktatorische Staat Panem. Panem besteht aus 12 Distrikten. Einmal im Jahr veranstaltet die Regierung Gladiatorenspiele, bei denen jeweils zwei Kinder oder Jugendliche aus einem Distrikt auserwählt werden und in den sogenannten Hungerspielen gegeneinander antreten müssen. Die Kinder müssen so lange kämpfen, bis nur noch einer überlebt. Diese „Spiele“ werden live im Fernsehen übertragen. Als für den 12. Distrikt Primrose (Willow Shields) ausgelost wird, meldet sich ihre 16-jährige Schwester Katniss Everdeen (Jennifer Lawrence) freiwillig und übernimmt ihren Platz…

B- (Wertung von A bis F) „The Hunger Games“ basiert auf dem gleichnamigen Jugendroman von Suzanne Collins. Suzanne Collins hat eine Romantrilogie geschrieben. „Catching Fire“ und „Mockingjay“ sind die weiteren Teile. Ich habe keines der Bücher gelesen.

Ich wünschte, es wäre ein Film für Erwachsene geworden. Aufgrund der Altersfreigabe (PG-13 in den U.S.A. und in Deutschland FSK 12) ) ist hier ein recht weichgespülter Film entstanden, wenn man auf die Altersfreigabe nicht so hätte Rücksicht nehmen müssen (und gefilmt von einem anderen Regisseur) wäre ganz sicher ein wesentlich besserer Film entstanden.

„The Hunger Games“ ist kein guter Film, aber man kann ihn gucken. In meinen Augen braucht der Film viel zu lange, bis er richtig losgeht. Sicher muss man dem Zuschauer, der das Buch nicht gelesen hat, die Welt von Panem erklären und auch bedarf es einiger Trainingseinheiten vor den eigentlichen Hungerspielen, aber das hätte man gewaltig kürzen müssen. Ich war zum Schluss sogar richtig ungeduldig und konnte es kaum abwarten, dass die Spiele endlich anfangen. Die eigentlichen Hungerspiele nehmen einen viel zu kleinen Teil des Films ein. Auch wurde es versäumt, dem Zuschauer die anderen Teilnehmer der Spiele emotional näherzubringen. Später im Film, während der Spiele, kommt es zu einem Todesfall, der eigentlich hätte berühren müssen. Mir ging diese Szene gar nicht nahe, weil ich den Charakter gerade zehn Minuten zuvor kurz kennengelernt habe und viel zu wenig über die Figur wusste. Für mich gibt es eine aussagekräftige und großartige Szene in „The Hunger Games“. Als sich, während der Spiele, Katniss für einen kurzen Moment zu den Kameras und damit an die Zuschauer wendet.

Die Regie- und Kameraarbeit ist teilweise eine Katastrophe. Gary Ross hat sich für zu viele Nahaufnahmen, die so beliebte Wackelkamera und schnelle Schnitte entschieden. Dadurch wurden natürlich auch die eigentlich brutalen Szenen entschärft. Die Spezial Effekte sind erschreckend schlecht. Mich hat das mehrmals aus dem Film gebracht. Gut, „The Hunger Games“ hat mit nur knapp 80 Millionen Dollar vergleichsweise wenig gekostet, aber muss man ihm das wirklich ansehen?

Ansonsten sehe ich eine eindeutige Sozial- und Medienkritik. Dies ist sicherlich mehr dem Buch zuzuschreiben, aber es ist auch klar im Film zu greifen. Am Anfang von „The Hunger Games“ wird gesagt, dass die Hungerspiele gar nicht existieren würden, wenn keiner zuschauen würde. Das könnte man auch diverse Reality TV- oder Casting-Formate übertragen. In dem Buch/Film „The Hunger Games“ ist es natürlich sehr überzogen dargestellt, aber wenn man sich alleine auf die Idee konzentriert, sieht man die Kritik, die dahintersteckt. In den U.S.A. gibt es viel krassere Reality-TV-Formate, die dieser Idee schon sehr nahe kommen. Auf Deutschland bezogen gibt es beispielsweise diese Bohlen-Shows und diese Klum-Show und auch da gibt es, in abgeschwächter Form, Opfer und die Kandidaten müssen mit den Medien „arbeiten“ um weiter zu kommen. Wenn aber keiner diesen Schrott gucken würde, wären diese Formate gar nicht auf dem Bildschirm.

Die bekannten guten Schauspieler Woody Harrelson, Stanley Tucci, Wes Bentley, Donald Sutherland und Elizabeth Banks spielen hier ihre Rolle und geben mehr oder weniger solide Performances. Jennifer Lawrence (Winter´s Bone, X-Men: First Class, Like Crazy„) ist hingegen die Kämpferin und spätere Rebellin Katniss Everdeen. Ohne sie wäre für mich der Film undenkbar. Sie ist die Sympathieträgerin und die Identifikationsfigur für den Zuschauer. Aber auch bei ihr habe ich etwas zu meckern. Katniss leidet unter Hunger, Jennifer Lawrence Körper sieht aber dafür zu wohlgenährt aus. Das hat mich insbesondere am Anfang des Films, in den Rückblenden und während der Hungerspiele gestört. Schlichtweg fehlbesetzt fand ich Josh Hutcherson. Die Beziehung der beiden Charaktere hätte besser funktioniert, wenn ein charismatischerer Schauspieler seine Rolle übernommen hätte.

„The Hunger Games“ hat innerhalb der ersten 17 Tage 300 Millionen Dollar in den U.S.A. eingespielt. Das ist natürlich ein Rekordeinspielergebnis für den Film und damit muss man auch den Academy Award ins Spiel bringen. Ich persönlich sehe diesen okayen Film ganz sicher nicht als Oscar-Film an, aber machen wir uns mal nichts vor, es wurden schon wesentlich schlechtere Filme für einen Academy Award nominiert. Was ich aber an dieser Stelle gar nicht ausschließen möchte, ist eine zweite Oscar-Nominierung für Jennifer Lawrence. Für den Film „Winter´s Bone“ (der seinerzeit im Juni und damit auch außerhalb der Oscar-Saison gestartet ist) hat sie ihre erste Nominierung (berechtigt) erhalten. Man wird sehen, was das Filmjahr 2012 noch so bringt.

Die Fortsetzung von „The Hunger Games“, „Catching Fire“ wird noch dieses Jahr in Produktion gehen. Gerade wurde bekanntgegeben, dass Gary Ross bei „Catching Fire“ nicht Regie führen wird.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „House at the End of the Street“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Horrorfilm/Thriller mit Jennifer Lawrence und Elisabeth Shue
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 80%

Trailer v. Film: „Katy Perry: Part of Me“
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: 3D-Konzertfilm – na darauf hat ja wohl die Welt gewartet…
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: Pfff…

Trailer v. Film: „The Avengers“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Superheldenfilm mit Iron Man, Captain America, Hulk, Thor, usw.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: wenn er gute Kritiken bekommt

Trailer v. Film: „Abraham Lincoln: Vampire Hunter“
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: 3D-Horrorfilm von Timur Bekmambetov. Als der Titel erschien, brach in meiner beinahe bis auf den letzten Platz besetzten Vorstellung schallendes Gelächter aus. Dann doch lieber der andere Abraham Lincoln-Film dieses Jahr: „Lincoln“ mit Daniel Day-Lewis.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Amazing Spider-Man“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: An die Besetzung muss man sich erst mal gewöhnen. Andrew Garfield als Spidey und eine blonde Emma Stone als seine Freundin, ob das funktioniert? Trailer wirft Fragen auf.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 50%

Trailer v. Film: „What to Expect When You´re Expecting“
Bewertung des Trailers: D
Kommentar: Romanverfilmung und Ensemblefilm mit J.Lo, Chris Rock, Dennis Quaid, Cameron Diaz, Elizabeth Banks, Anna Kendrick
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Twilight Saga: Breaking Dawn – Part 2“
Bewertung des Teaser: D
Kommentar: Ich habe offenbar völlig verdrängt, dass es noch einen Teil gibt. Auch bei diesem Teaser brach im Kino Gelächter aus.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

San Francisco – Film: "Our Idiot Brother"

Ich war am 26.08.11 in San Francisco und habe mir im Kino angeschaut:

„Our Idiot Brother“ (dt. Kinostart: 26.04.12) 90 min comedy, drama
dir. Jesse Peretz cast: Paul Rudd, Elizabeth Banks, Zooey Deschanel, Emily Mortimer, Steve Coogan, Rashida Jones, Kathryn Hahn, Shirley Knight

Man könnte Ned (Paul Rudd) als blauäugig und weltfremd bezeichnen. Als ihn ein uniformierter Polizist bittet, ihm Marihuana zu verkaufen, macht er das selbstverständlich und landet im Knast. Als er wegen guter Führung vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen wird, hat ihn seine Freundin Janet (Kathryn Hahn) verlassen und er sitzt auf der Straße. Jetzt könnte er bei seiner Mutter wieder einziehen, aber Ned zieht es vor, bei einer seiner drei Schwestern Liz (Emily Mortimer), Miranda (Elizabeth Banks) und Natalie (Zooey Deschanel) unterzukommen. Er wird das Leben seiner kompletten Familie gehörig durcheinander wirbeln.

B+ (Wertung von A bis F) Es gibt Filme, die fangen vielversprechend an und lassen dann im Verlauf nach. Bei „Our Idiot Brother“ empfand ich es genau umgekehrt. Der Film konnte mich immer mehr mit seinen gelungen Dialogen und seiner Situationskomik überzeugen. Die Charaktere sind alle irgendwie schräg und es hat mir Spaß gemacht, für kurze Zeit an ihrem Leben teilzuhaben. Das ganze Ensemble ist großartig. Paul Rudds Charakter hält den Film zusammen und ich war überrascht ihn mal, einen ganzen Film lang, in so einer – mal anderen – Rolle zu sehen. Katryn Hahn („The Holiday“, Revolutionary Road) als durchgeknallte Ökobäuerin und Ex-Freundin Ned fand ich ziemlich komisch. „Our Idiot Brother“ ist ein netter kleiner Film.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „I Don´t Know How She Does it“
Bewertung des Trailers: D
Kommentar: RomCom für Muttis. Mit Sarah Jessica Parker, Greg Kinnear, Pierce Brosnan, Christina Hendricks
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Machine Gun Preacher“
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Biopic über Sam Childers mit Gerard Butler
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 20%