Toronto – Film: „Zombieland: Double Tap“

Ich war am 20.10.19 in Toronto und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Zombieland: Double Tap“ (dt. Filmtitel: „Zombieland 2: Doppelt hält besser“, dt. Kinostart: 07.11.19)  97 min  comedy, action, sequel  

dir. Ruben Fleischer  cast: Woody Harrelson, Jesse Eisenberg, Emma Stone, Abigail Breslin, Rosario Dawson, Zoey Deutch, Avan Jogia, Luke Wilson, Thomas Middleditch, Bill Murray 

 

Zehn Jahre sind seit der Zombie-Apocalypse vergangen. Tallahassee (Woody Harrelson), Columbus (Jesse Eisenberg), Wichita (Emma Stone) und Little Rock (Abigail Breslin) leben schon wie eine Familie zusammen. Irgendwann wird es aber den beiden Schwestern zuviel…

 

B+ (Wertung von A bis F) „Zombieland: Double Tap“ ist die Fortsetzung zu Ruben Fleischers Film Zombieland aus dem Jahr 2009. Auch bei dem Sequel hat der amerikanische Filmemacher Ruben Fleischer („Gangster Squad“, „Venom“) Regie geführt. 

Es ist fast auf den Tag genau zehn Jahre her ist, dass ich „Zombieland“ im Kino gesehen habe. Etwas erschreckend, wie schnell die Zeit vergeht. Emma Stone ist mittlerweile ein Filmstar, wurde 3x für den Oscar nominiert (Birdman, La La Land, The Favourite), für „La La Land“ hatte sie den Goldmann sogar gewonnen, Woody Harrelson ist vermutlich kein Jahr älter geworden und hat  jetzt auch drei Oscar-Nominierungen („The People vs. Larry Flynt“, The Messenger, Three Billboards Outside Ebbing, Missouri), auch Jesse Eisenberg ist um eine Oscar-Nominierung (The Social Network) reicher, aber hat sich optisch kaum verändert. Abigail Breslin hatte ihre Oscar-Nominierung für „Litte Miss Sunshine“ bereits vor dem ersten Zombieland-Film und ich glaube, es gibt einen Grund, warum sie nicht häufiger besetzt wird.

Die meisten Fortsetzungen sind uninspiriert und nur ein fader Aufguss des Originalfilms. Ich hätte auch ohne einen zweiten Teil von „Zombieland“ leben können. Dass die alte Crew (der Regisseur, die beiden Autoren und Woody Harrelson, Jesse Eisenberg, Emma Stone und Abigail Breslin) wieder zusammengetrommelt wurde, macht es einem aber schwer, die Fortsetzung einfach zu ignorieren. Das Drehbuch ist gut genug, reich an Zombie-Kills, Regeln und trockenen Sprüchen und damit eine der lohnenswerteren Fortsetzungen. Es bereitet einfach Vergnügen, Zeit – vor allen Dingen – mit Tallahassee, Columbus, und Wichita zu verbringen. Neue Charaktere (beispielsweise die unfassbar hübsche Rosario Dawson als Nevada und Zoey Deutch als Madison, die nicht nur Tallahassee auf Nerven geht, aber insgesamt dann doch eine Bereicherung darstellt) wurden hinzugefügt und das Ganze ergibt eine unterhaltsame Actionkomödie. Das fängt bereits vor der Titelsequenz, eigentlich direkt mit dem Columbia Pictures Logo, an und setzt sich bis zum Ende (während des Abspanns gibt es noch eine unverzichtbare Szene) durch.

Als etwas schwierig empfand ich Abigail Breslin und das nicht nur, weil die jetzt ältere Schauspielerin nun gar nicht glaubwürdig als Schwester von Emma Stone durchgeht. 

„Zombieland: Double Tap“ ist am 18.10.19 in 3,468 amerikanischen Kinos. Ich habe den Film in Kanada gesehen. In Deutschland startet der Film unter dem Filmtitel „Zombieland 2: Doppelt hält besser“ am 07.11.19 in den Kinos. 

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Countdown„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Horrorfilm 

Wie oft schon im Kino gesehen:  2 x 

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „The Gentlemen„

Bewertung des Trailers: B+ 

Kommentar: Nachdem Guy Ritchie seit RocknRolla entweder Filme machte, die mich nicht interessierten oder die ich blöd fand, hier scheinbar wieder etwas, was an seine alten, brillanten Filme erinnert. Mit Matthew McConaughey, Michelle Dockery, Colin Farrell und Hugh Grant

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Black and Blue„

Bewertung des Trailers: B+ 

Kommentar: Actionthriller mit Naomie Harris

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Bad Boys for Life„

Bewertung des Trailers: B+ 

Kommentar: 3. und vielleicht letzter Teil von „Bad Boys“ mit Will Smith und Martin Lawrence 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0% 

NYC – Film: „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“

Ich war am 11.11.17 in New York und am 24.11.17 in Chicago und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ (dt. Kinostart: 25.01.18) 115 min drama, comedy
dir. Martin McDonagh cast: Frances McDormand, Woody Harrelson, Sam Rockwell, John Hawkes, Peter Dinklage, Abbie Cornish, Caleb Landry Jones, Lucas Hedges, Zeljko Ivanek

 

Mildred Hayes (Frances McDormand) ist alleinerziehend und lebt mit ihrem Sohn Robbie (Lucas Hedges) in dem Örtchen Ebbing in Missouri. Vor sieben Monaten ist ihre Tochter Angela brutal vergewaltigt und ermordet worden. In ihren Augen hat die lokale Polizeibehörde mit Sheriff Willoughby (Woody Harrelson) nicht genug getan, um den Täter ausfindig zu machen. Kurzerhand bucht Mildred für ein Jahr drei großformatige Werbeflächen außerhalb der Gemeinde und klagt in großen Lettern Sheriff Willoughby und sein Team an…

 

A- (Wertung von A bis F) „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ ist der neue Film des britisch-irischen Dramatikers und Regisseurs Martin McDonagh. Dies ist nach In Bruges und Seven Psychopaths erst der dritte Spielfilm, bei dem er das Drehbuch schrieb und Regie führte.

Wenn man die grandiosen Trailer von „Three Billboards“ sieht, könnte man meinen, dass es sich hier um eine schwarze Komödie handelt. Als ich den Film das erste Mal sah, war ich leicht irritiert, welche Wege die Handlung nimmt. In der Zwischenzeit habe ich den Film ein zweites Mal gesehen. Mit der zweiten Sichtung wusste ich, was mich erwartet, „Three Billboards“ ist eindeutig ein Charakterdrama über zwei komplexe und so unterschiedliche Persönlichkeiten (gespielt von Frances McDormand und Sam Rockwell) ist. Der Humor ist natürlich auch da, er resultiert aus der Situationskomik und den wirklich überragenden, schimpfwortreichen Dialogen.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Mildred Hayes, eine für die meisten Bewohner von Ebbing zu smarte, sarkastische und sehr zornige Mutter, die es nicht fassen kann, dass der Mörder ihrer Tochter nach sieben Monaten immer noch nicht gefasst wurde und offensichtlich nicht groß weiter ermittelt wird. Die Geschichte ist dabei weniger an der Suche nach dem Mörder interessiert, eher, mit wem Mildred Hayes alles konfrontiert wird und sich auseinandersetzen muss. Einer der Typen ist dabei der Polizist Jason Dixon (gespielt von Sam Rockwell). Diese Figur ist anschaulich beschrieben, man versteht, was ihn geprägt hat, was ihn umtreibt und kann dann auch sein weiteres Handeln nachvollziehen. Sam Rockwell erweckt diesen Dixon zum Leben. Dixon hätte leicht eine Karikatur sein können, aber Sam Rockwell findet den richtigen Ton und macht ihn zu einer realen Person, die in so einem Kaff im Mittleren Westen der U.S.A. leben könnte. Bei jedem Auftritt Dixons schlug mein Herz bis zum Anschlag. Sam Rockwell (Moon, Conviction, The Way, Way Back) ist unbeschreiblich gut und war nie besser (und das will was heißen). Wenn er für „Three Billboards“ nicht den Oscar gewinnt, verstehe ich die Welt nicht mehr. Ich liebe, liebe, liebe jede einzelne Szene mit ihm…insbesondere bei meiner zweiten Sichtung des Films.

Hier geben aber auch Woody Harrelson, John Hawkes, Lucas Hedges, Caleb Landry Jones, Peter Dinklage und selbstverständlich Frances McDormand exzellente Performances. Das gepaart mit den brillanten Dialogen macht den Film zu einem einzigartigen Film. Ich kann aber auch verstehen, wenn man Probleme mit dem Film hat, er ist auch nicht leicht einzuordnen und aller Wahrscheinlichkeit kann man sich in keinem der Charaktere wiederfinden. Die Wut und Frustration von Mildred Hayes passt aber in die heutige Zeit, in der man – wenn man mit offenen Augen durch die Welt schreitet – so viele Missstände in der Gesellschaft, bei der Polizei, der Justiz und natürlich in der Politik sieht.

Als Martin McDonagh das Drehbuch zu dem Film schrieb, hatte er Frances McDormand für die Hauptrolle im Sinn. Als ihr die Rolle angeboten wurde hatte die amerikanische Schauspielerin jedoch länger gezögert. Sie fand sich zu alt für die Rolle und war der Meinung, dass eine Frau, die in so einer Kleinstadt in Missouri lebt, viel früher Kinder bekommen hätte. Letztendlich hat ihr Ehemann und Top-Regisseur Joel Coen sie aber überzeugen können. Danke dafür! Mildred Hayes ist eine dieser Figuren, die man sich mit einer anderen Schauspielerin nicht vorstellen kann. Frances McDormand ist eine der besten Schauspielerinnen heutzutage, Ihre Performance in dem Mehrteiler Olive Kitteridge und jetzt in „Three Billboards“ zählen, in meinen Augen, zu ihren besten. Frances McDormand hält nicht viel von Awards-Kampagnen und sehr wahrscheinlich wird man sie nicht häufig bei den ganzen Rote-Teppich-Events sehen, da werden ihr Saoirse Ronan, Margot Robbie und andere sicherlich mit einer Charme-Offensive den Rang ablaufen. Am Ende sollte aber Leistung zählen und so hoffe ich darauf, dass sie am Ende nach über zwanzig Jahren mit ihrem zweitem Oscar (den ersten hat sie für ihre Performance in „Fargo“ gewonnen) ausgezeichnet wird.

In regulären amerikanischen Vorstellungen gibt es äußert selten Applaus am Ende eines Films. Als ich „Three Billboards“ das erste Mal in New York gesehen habe, gab es jedoch in meiner sehr gut besuchten Vorstellung am Eröffnungswochenende großen Applaus. (Als ich den Film zum zweiten Mal in Chicago gesehen hat jedoch keiner applaudiert).

„Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ ist festgesetzt in meiner Top Ten für Filme aus dem Jahr 2017.

Jetzt zu den Oscars, Kategorie Bester Film. Als ich meine erste Prognose zu den Oscar-Nominierungen bzw. Oscar-Gewinnern 2018 Ende September veröffentlicht habe, gab es faktisch noch keinen Favoriten in dieser Kategorie. Ich habe die Vermutung geäußert, dass „Three Billboards“ den Oscar als Bester Film gewinnen könnte. Jetzt zwei Monate später ist, in dieser beispiellosen Oscar-Saison, immer noch kein Favorit in Sicht. Viele Oscar-Experten gehen, nach wie vor, davon aus, dass Dunkirk gewinnen wird. Ich bin mir jedoch mittlerweile ziemlich sicher, dass ein Film mit einer weiblichen Hauptrolle den Oscar im nächsten Jahr gewinnen wird. Die Gründe dafür liegen auf der Hand, ich werde in meiner nächsten Oscar-Prognose näher dazu Stellung nehmen. In dieser Oscar-Saison gibt es erfreulicherweise eine beachtliche Auswahl von Filmen mit starken Frauen/Mädchen in der Hauptrolle: „Three Billboards“, Lady Bird, „“The Shape of Water“ und „The Post“, aber auch „I, Tonya“, The Florida Project, Battle of the Sexes, Molly´s Game“ und nicht zu vergessen: mother!.(gut, Letztgenannter hat natürlich keinerlei Chancen auf einen Oscar-Gewinn)

„Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Frances McDormand), Bester Nebendarsteller (Sam Rockwell, Woody Harrelson), Bestes Originaldrehbuch und einige technische Kategorien. Update: Three Billboards Outside Ebbing, Missouri hat 7 Oscar-Nominierungen erhalten (Best Picture, Best Actress – Frances McDormand, Best Supporting Actor – Sam Rockwell und Woody Harrelson, Best Original Screenplay, Best Film Editing, Best Score) Update: „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ hat zwei Oscars (Beste Hauptdarstellerin, Frances McDormand und Bester Nebendarsteller Sam Rockwell)
gewonnen.

„Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ wurde erstmalig auf dem Venice International Film Festival 2017 gezeigt. Auf dem Toronto International Film Festival hat der Film den Publikumspreis gewonnen. Am 10.11.17 ist der Film in vier amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er landesweit in 614 Kinos in den U.S.A. Für Deutschland ist ein Kinostart am 25.01.18 geplant.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Isle of Dogs„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Wes Andersons neuer Stop-motion-Animationsfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Post„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Da ist er nun endlich der Trailer zum lang erwarteten neuen Spielberg-Film mit Meryl Streep und Tom Hanks. Wichtiger Film über ein wichtiges Thema (Pentagon-Papers). Film steht bis auf weiteres noch unter Embargo. Soviel ist aber durchgedrungen, man kann mit einigen Oscar-Nominierungen rechnen
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Fifty Shades Freed„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: als erkennbar war, für welchen Film hier Werbung gemacht wird, brach in meiner New Yorker Vorstellung schallendes Gelächter aus.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „12 Strong„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Kriegsfilm mit Michael Shannon und anderen
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Downsizing„
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: Alexander Paynes neuer Film soll problematisch sein, vom Trailer her sieht er aber wirklich gut aus
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Commuter„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Action-Thriller mit Liam Neeson (ich dachte, er wollte solche Filme nicht mehr machen, er sieht hier schlecht aus) und Vera Farmiga
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: wahrscheinlich schon

Trailer v. Film: „Phantom Thread„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Paul Thomas Andersons neuer Film, der nun offiziell diesen Titel trägt, (vorerst) letzte Performance von Daniel-Day Lewis. Auch dieser Film wurde die Tage das erste Mal gezeigt, steht aber auch noch unter Embargo
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Vor meiner Vorstellung in Chicago habe ich Trailer von „12 Strong“, „The Disaster Artist“, „The Commuter“, „Fifty Shades Freed (keiner hat in Chicago bei diesem Trailer gelacht), „The Shape of Water“

und

Trailer v. Film: „I, Tonya„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Margot Robbie als Tonya Harding – unglaublich, wie furchtbar diese bildhübsche Frau aussehen kann. Und ja klar, allein vom Trailer schon mind. eine Oscar-Nominierung für Allison Janney und wahrscheinlich eine für Margot Robbie
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Super Troopers 2„
Bewertung des Teasers: B
Kommentar: Actionkomödie und Fortsetzung
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

 

Aussteller von „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri

 

NYC – Film: „The Glass Castle“

Ich war am 13.08.17 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Glass Castle“ (dt. Filmtitel: „Schloss aus Glas“, dt. Kinostart: 21.09.17) 126 min drama, adaptation, biopic
dir. Destin Daniel Cretton cast: Brie Larson, Woody Harrelson, Naomi Watts, Max Greenfield, Ella Anderson, Brigette Lundy-Paine, Josh Caras, Sarah Snook, Chandler Head

 

 

Ende der 1980er Jahre. Jeannette Walls (Brie Larson) lebt in New York und arbeitet als Kolumnistin für ein Klatschmagazin. Eines Abends sieht sie ihre Eltern (Naomi Watts und Woody Harrelson) zufällig auf der Straße. Sie erinnert sich an ihre Kindheit, wie sie und ihre drei Geschwistern in Armut aufwuchsen. Die Kinder mussten früh lernen, für sich selbst zu sorgen, da Ihr alkoholkranker Vater und ihre exzentrische Mutter zu sehr mit sich selbst beschäftigt waren. Jeannette hat aber auch ein paar schöne Erinnerungen…

 

C+ (Wertung von A bis F) „The Glass Castle“ basiert auf einer wahren Geschichte. Es ist die Filmadaption von Jeannette Walls gleichnamigen Memoiren. Dies ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers Destin Daniel Cretton (Short Term 12).

Bei einigen Filmen funktioniert es, wenn die Geschichte in der Gegenwart startet und rückblickend erzählt wird. Die Erzählstruktur nimmt diesem Film aber leider die Spannung. Dramaturgisch wäre es besser gewesen, die Geschichte in der Kindheit zu beginnen.

Jeannette Walls erzählt, wie sie und ihre drei Geschwister von frühester Kindheit lernen mussten, für sich selbst Verantwortung zu tragen. Die Mutter (gespielt von Naomi Watts) war psychisch labil und hielt sich für eine Künstlerin, der Vater (gespielt von Woody Harrelson) war ein Träumer, ging selten arbeiten und war oftmals betrunken. Die Familie ist ständig umgezogen, oft lebten sie ohne Strom und fließend Wasser. Zur Schule sind die Kinder nicht gegangen, auch kam es mal vor, dass sie für drei Tage gar nichts zu Essen hatten. Jeannettes Kindheitserinnerungen offenbaren Schockierendes, es gab aber auch immer wieder schöne, unbeschwerte Momente. In jedem Fall geht hervor, dass sie eine ganz besondere Beziehung zu ihrem Vater pflegte.

Jeannette und ihre Geschwister wuchsen in den 1960er bzw. 1970er Jahren auf, der Vater brachte seinen Kindern bei, was Freiheit bedeutet und erzog sie zur Eigenständigkeit. Nicht wirklich ging für mich aus dem Film hervor, warum er dann nicht wollte, dass sie irgendwann ihren eigenen Weg gehen. Auch hätte  ich gerne etwas mehr über die Familie des Vaters erfahren.

„The Glass Castle“ ist ein Film, den man so aus den U.S.A. erwartet. Frech zielt er auf die Tränen der Zuschauer ab. Das spezielle Vater-Tochter-Verhältnis hat mich tatsächlich berührt, als „Papa-Kind“ war ich jedoch auch ein leichtes Opfer. Ich habe gehört, dass die literarische Vorlage wesentlich eindrucksvoller sein soll. Schade.

Woody Harrelson gibt – wie beinahe in jedem Film – eine nominierungswürdige Performance. Zwei Schauspielerinnen (Chandler Head und Ella Anderson) portraitieren Jeannette als kleineres Kind und als Teenager, beide haben mir schauspielerisch sehr gut gefallen.

Zum Ende des Films werden Originalfotos und -videos der realen Personen gezeigt.

„The Glass Castle“ ist war für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a.: Bester Film, Beste Regie, Bester Nebendarsteller (Woody Harrelson), Bestes adaptierter Drehbuch

„The Glass Castle“ ist am 11.08.17 landesweit in 1,461 amerikanischen Kinos gestartet. In Deutschland ist der Film ab dem 21.09.17 in den Kinos zu sehen.

 

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „American Assassin„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Action-Thriller mit Michael Keaton und einem neuen Filmstar? ( Dylan O`Brien)
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschauen: 100%

Trailer v. Film: „The Mountain Between Us„
Bewertung des Trailers: D- (der Trailer verrät quasi die komplette Story)
Kommentar: Bestseller-Verfilmung mit Kate Winslet und Idris Elba
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Blade Runner 2049„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Fortsetzung zu dem Film aus dem Jahr 1982. Denis Villeneuves führt Regie und Roger Deakins ist der DP, der Film sieht fantastisch aus. Es spielen Ryan Gosling, Jared Leto und Harrison Ford mit
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Suburbicon„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: George Clooneys neuer Film mit Matt Damon, Julianne Moore, Oscar Isaac
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Wonder„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Ich hoffe, dass dieser Film kein ernstzunehmender Oscar-Kandidat ist. Film mit Julia Roberts, Owen Wilson und Jacob Tremblay
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich will ihn nicht sehen

Trailer v. Film: „Thank You for Your Service„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Biopic-Drama mit Miles Teller
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Stronger„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: David Gordon Greens neuer Film. Drama mit Jake Gyllenhaall (mit Mut zur Hässlichkeit – wie anders er mit dunklen Kontaktlinsen aussieht), Tatiana Maslany und Miranda Richardson
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 

D. C. – Film: „Wilson“

Ich war am 25.03.17 in Washington und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„Wilson“ (dt. Filmtitel: „Wilson – der Weltverbesserer“, dt. Kinostart: 13.07.17) 94 min comedy, drama, adaptation
dir. Craig Johnson cast: Woody Harrelson, Laura Dern, Isabella Amara, Judy Greer, Cheryl Hines, Margo Martindale

 

Wilson (Woody Harrelson) ist ein misanthropischer Eigenbrötler. Nach dem Tod seines Vaters, will er sein Leben ändern. Zunächst begibt er sich auf die Suche nach seiner Ex, Pippi (Laura Dern). Die hatte seinerzeit ihr gemeinsames Kind abgetrieben und ihn verlassen. Das liegt jetzt bereits siebzehn Jahre zurück. Als er Pippi wieder trifft, muss Wilson erfahren, dass sie das Kind gar nicht abgetrieben hat, die gemeinsame Tochter hat sie seinerzeit zur Adoption freigegeben. Wilson ist also Vater…

 

 

C+ (Wertung von A bis F) „Wilson“ basiert auf Daniel Clowes gleichnamigen Graphic Novel. Es ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers Craig Johnson (The Skeleton Twins).

Rund eine Stunde saß ich grinsend im Kino und habe mich gefragt, warum der Film eine so schlechte Bewertung bekommen hat. Auch wenn man Wilson nicht im realen Leben begegnen will, ist er im Film doch sehr unterhaltsam. Die Szenen mit Wilson, Pippi und Alta (gespielt von den wunderbaren Schauspielern Woody Harrelson, Laura Dern und Margo Martindale) sind wirklich gelungen. Leider hat der Drehbuchautor aber dann eine unnötige und an den Haaren herbeigezogene Wendung ins Spiel gebracht und dann geht es mit dem Film bergab. Was hat sich der Autor dabei gedacht? Nach dieser „Episode“ wird der Film zwar wieder besser, findet aber leider nicht zu seiner alten Stärke zurück Trotzdem, für eine gute Stunde ist das ein B+ Film.

 
„Wilson“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2017 gezeigt. Der Film wurde am 24.03.17 in einigen amerikanischen Kinos gestartet. Der Deutschlandstart ist am 13.07.17 geplant.

 
Trailer zu sehen:

 
vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Zookeeper´s Wife„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Romanverfilmung mit Jessica Chastain und Daniel Brühl
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „The Lovers„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: A24-Film mit Tracy Letts und Debra Winger – dem Trailer nach ganz mein Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Norman: The Moderate Rise and Tragic Fall of a New York Fixer„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Drama mit Richard Gere, Steve Buscemi, Dan Stevens, Michael Sheen
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Colossal„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: würde ich mir grundsätzlich anschauen, Anne Hathaway macht mir aber einen Strich durch die Rechnung
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bei weit über 90% RT und verdammt guter Laune

Trailer v. Film: „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Martin McDonaghs neuer Film mit Frances McDormand, Woody Harrelson, Sam Rockwell, Lucas Hedges und John Hawkes – der Film bewirbt sich um einen Platz in meiner Top Ten, allein vom Trailer her
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich kann es kaum abwarten

 

Chicago – Film: „The Edge of Seventeen“

Ich war am 22.11.16 in Chicago und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

 

„The Edge of Seventeen“ 102 min comedy, drama
dir. Kelly Fremon Craig cast: Hailee Steinfeld, Woody Harrelson, Kyra Sedgwick, Blake Jenner, Haley Lu Richardson

 
Nadine (Hailee Steinfeld) ist 17 Jahren und hat es gerade ziemlich schwer. Als sie 13 Jahre alt war, ist ihr geliebter Vater gestorben seither lebt sie mit ihrer nervigen Mutter (Kyra Sedgwick) und ihrem verhassten Bruder Darian (Blake Jenner) zusammen. Jetzt fängt ihre beste – und einzige – Freundin Krista (Haley Lu Richardson) auch noch was mit ihrem Bruder an. Na bravo! Da bleibt nur noch, ihren Lehrer (Woody Harrelson) mal wieder richtig zuzutexten, nur der stellt sich leider auch nicht auf ihre Seite…

 

 

A- (Wertung von A bis F) „The Edge of Seventeen“ ist das Regiedebüt der amerikanischen Autorin und Filmemacherin Kelly Fremon Craig.

Es gibt zugegebenermassen viele Coming-of-Age-Filme, „The Edge of Seventeen“ ist aber als einer der Besten hervorzuheben. Der Film ist sehr smart, von dem trockenen Wortwitz und seiner überragenden Protagonistin kann er sich durchaus mit Jason Reitmans Juno messen. Es ist nicht ausgeschlossen, dass dieser Film in meiner Top Ten für Filme aus dem Jahr 2016 landet.

Der Chemie zwischen Woody Harrelson und Hailee Steinfeld ist es zu verdanken, dass insbesondere die Szenen zwischen ihren beiden Charakteren brüllend komisch sind.

 
Hailee Steinfeld gab ihr Spielfilmdebüt in dem Coen Bros.-Film True Grit. Für diese Performance wurde sie prompt für den Oscar nominiert. Ein paar Jahre später habe ich sie dann in John Carneys Begin Again gesehen. Dort fand ich sie trampelig und war nicht mehr so begeistert von ihr. „The Edge of Seventeen“ ist der dritte Film in dem ich sie sehe und jetzt bin ich hundertprozentig sicher, dass ihr eine große Karriere bevorsteht. Nadine ist ein neurotischer, unsicherer Teenager, der denkt, dass sich die ganze Welt um sie drehen müsste. Sie hält sich für sehr smart und glaubt, dass sie nur von Idioten umgeben ist. Hailee Steinfeld verschwindet hinter ihrem Charakter. Für mich ist das ganz klar eine Oscar-Performance, schade, dass der Film so wenig Aufmerksamkeit erhält. Was Hailee Steinfelds Karriere angeht, habe ich am Anfang des Films noch Probleme mit ihrem Äußeren gehabt und habe ihre Zukunft eher als Charakterschauspielerin gesehen, je mehr ich sie jedoch beobachten konnte, desto mehr hat sie mich mit ihrer Präsenz, ihrer Ausstrahlung und ihrem Charme um den Finger gewickelt. Am Ende des Films fand ich sie sogar sehr hübsch und jetzt denke ich, dass sie sogar das Zeug zum Filmstar hat.

 
Erwin (gespielt von Hayden Szeto) ist entzückend, auch mal schön einen so ganz anderen asiatischen Charakter zu sehen.

„The Edge of Seventeen“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Beste Hauptdarstellerin (Hailee Steinfeld), Bester Nebendarsteller (Woody Harrelson)

„The Edge of Seventeen“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2016 gezeigt. Der Film ist am 18.11.16 landesweit in den amerikanischen Kinos gestartet. Bislang ist noch kein deutscher Kinostart bekannt.

 
Trailer zu sehen:

Der Red Band Trailer zu sehen:

 
Woody Harrelson und Hailee Steinfeld brechen bei den Dreharbeiten vor Lachen zusammen:

 
vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „La La Land“
Bewertung des Trailers: A
Kommentar: Perfekter Trailer von Damien Chazelles neuem Film mit Emma Stone, Ryan Gosling und J. K. Simmons. Oscar-Film!
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits gesehen

Trailer v. Film: „50 Shades Darker„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Fortsetzung zu „50 Shades of Grey“ – war das nötig? Jamie Dornan ist so unsexy.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Passengers„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Morten Tyldums neuer Film, Sci-Fi-Romanze mit Jennifer Lawrence und Chris Pratt. Jennifer Lawrence sieht in dem Kleid echt ein Knaller aus.
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Office Christmas Party„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Komödie mit Jason Bateman und ja, leider Jennifer Aniston
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „The Bye Bye Man„
Bewertung des Trailers: A- (neuer Trailer)
Kommentar: Horrorfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Space Between Us„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Sci-Fi-Teenager-Romanze
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „‚Fist Fight„
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Komödie mit Ice Cube, Charlie Day und Tracey Morgan
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Why Him?„
Bewertung des Trailers: A- (Redband-Trailer)
Kommentar: Komödie mit James Franco und Bryan Cranston
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

amerikanisches Filmplakat von "The Edge of Seventeen"
amerikanisches Filmplakat von „The Edge of Seventeen“

 

Chicago – Film: „The Hunger Games: Mockingjay, Part 2“

Ich war am 26.11.15 in Chicago und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„The Hunger Games: Mockingjay – Part 2“ (dt. Filmtitel: „Die Tribute von Panem – Mockingjay Teil 2“, dt. Kinostart war der 19.11.15) 136 min sci-fi, fantasy, sequel, adaptation
dir. Francis Lawrence cast: Jennifer Lawrence, Josh Hutcherson, Liam Hemsworth, Woody Harrelson, Elizabeth Banks, Julianne Moore, Philip Seymour Hoffman, Jeffrey Wright, Donald Sutherland, Stanley Tucci, Jena Malone, Willow Shields

Inzwischen haben sich alle Distrikte von Panem den Rebellen unter Alma Coin (Julianne Moore) angeschlossen. Katniss Everdeen (Jennifer Lawrence) ist die Galionsfigur dieser Rebellion. Mit einer kleinen Einheit versucht sie, das Kapitol zu erreichen und den Präsidenten Snow (Donald Sutherland) zu stürzen.

 

B- (Wertung von A bis F) „The Hunger Games: Mockingjay – Part 2“ basiert auf Suzanne Collins Jugendroman „Mockingjay“. Es ist die Fortsetzung zu dem ersten Teil von „Mockingjay“ und der Abschluss der Trilogie. Francis Lawrence hat bei „The Hunger Games: Catching Fire“ und bei beiden Teilen von „Mockingjay“ Regie geführt.

Wie ich es mir schon gedacht hatte, war der ersten Part von „Mockingjay“ weitgehend überflüssig. Man hätte ein paar, für die Geschichte wichtige Szenen aus dem ersten Teil zusammenschneiden und die viele überflüssige Szenen aus dem zweiten Teil rausschneiden können und schon hätte man vielleicht einen soliden Abschluss der Filmtrilogie gehabt. Auch bei dem 2. Teil von „Mockingjay“ dauert es viel zu lange, bis die Geschichte richtig in Fahrt gerät. Ich war tatsächlich kurz davor einzunicken, als dann endlich die erste große Actionszene etwas Spannung brachte. Wenn man sich nicht ärgern möchte, empfehle ich, den finalen Teil nicht bis zu Ende zu schauen. Ein günstiger Moment das Kino zu verlassen (oder den Film abzuschalten), ist, wenn Katniss Everdeen das Kapitol wieder verlässt. Mit allen Szenen die daran anschließen, insbesondere mit dem zugekitschten Rosamunde Pilcher-Ende, zeigen die Macher der „The Hunger Games“-Verfilmungen meines Erachtens, dass sie die Zuschauer für komplette Vollidioten halten.

Ich habe mir sagen lassen, dass die Autorin dieser Jugendromane, die Welt in der die „The Hunger Games“-Filme spielen, viel detaillierter beschrieben hat. Es wäre förderlich gewesen, wenn nur einer der drei Teile etwas davon gezeigt hätte, wie genau diese beschriebene Welt funktioniert. Die „The Hunger-Games“-Filme beginnen damit, dass Katniss´ geliebte Schwester Prim (gespielt von Willow Shields) für die Hungerspiele auserwählt wird und Katniss freiwillig für sie einspringt und sie damit rettet. Wie am Ende diese Beziehung einfach nur „abgehakt“ wird, fand ich sehr unbefriedigend. Über die drei Teile der Filme hätte man die Beziehung der Schwestern vertiefen können, aber nein, man muss ja in endlos öden Einstellungen die so dämlich wie unglaubwürdige Dreiecksliebesgeschichte zwischen Katniss und Gale und Peeta abhandeln. Die Chemie zwischen Jennifer Lawrence  und dem jungen Hemsworth-Bruder stimmt nicht wirklich und was Katniss an Josh Hutchersons Peeta findet, bleibt fraglich. Josh Hutcherson, das hatte ich bereits zum ersten Teil erwähnt, halte ich für eine komplette Fehlbesetzung. In meinen Augen wäre es eine kleine Bereicherung gewesen, wenn man den Schauspieler Josh Hutcherson nach dem ersten Teil ausgetauscht hätte.

Ich habe zugegebenermassen eine leicht verklärte Sicht zu den „The Hunger Games“-Filmen. Bewertet habe ich The Hunger Games mit B-, The Hunger Games: Catching Fire mit B, den ersten Teil der The Hunger Games, Mockingjay mit einem C und den zweiten Teil von „Mockingjay“ habe ich bewusst ohne Berücksichtigung des Endes  mit B- bewertet. Wenn jedoch einige Zeit verstrichen ist, mein Ärger über einzelne Teile verpufft ist, bilde ich mir ein, die Filme mehr zu mögen, als das meine Bewertungen wiederspiegeln. Vielleicht möchte ich die Filmreihe einfach mögen. Mir gefällt Grundidee dieser Welt, diese Diktatur mit den Spielen, in der einige ausgewählte arme Menschen für die Reichen antreten müssen,  und wie sich die Bevölkerung schließlich gegen die Regierung auflehnt. Ich sehe in den Filmen nach wie vor eine Kritik an Regierungen, an der Gesellschaft und an den Medien. Die Amerikaner vergleichen die Hungerspiele mit der Profiliga des American Footballs NFL. Wenn man sich mal mit den Skandalen der NFL beschäftigt und sieht, wie wenig die Regierung letztlich für die Spieler eintritt, ist es gar nicht so weit hergeholt. Außerdem mag ich, wie selbstverständlich vielfältig die Bevölkerung dargestellt wird – das ist nicht unbedingt normal in einem Hollywood- Blockbuster.

Welche Jugendroman-Verfilmung kann schon mit exzellenten Schauspieler wie Jennifer Lawrence, Woody Harrelson, Elizabeth Banks, Julianne Moore, Philip Seymour Hoffman, Jeffrey Wright, Donald Sutherland und Stanley Tucci aufwarten? Und in welcher Jugendroman-Verfilmung (z.B. „Harry Potter“, „The Twilight Saga“, „Divergent“, „Maze Runner“, The Giver) führt einen schon ein/e charismatische/n Hauptdarsteller/in durch die Filme?

Die „The Hunger Games“-Filme wären ohne Jennifer Lawrence undenkbar. Die Schauspielerin selbst hätte die Filme nicht gebraucht, ihr Talent war längst erkannt und wenn sie nicht eine Hauptrolle in dieser Filmreihe bekommen hätte, wäre sie durch einen anderen Blockbuster weltberühmt geworden. Vergleichbar mit Leonardo DiCaprio und seinem Durchbruch mit James Camerons „Titanic“. Leonardo DiCaprios hatte sich zuvor bereits schon länger als Charakterschauspieler etabliert bis er durch „Titanic“ auf einmal zum Megastar aufstieg.

Das war nun leider tatsächlich der letzte Film, in dem mein – viel zu früh verstorbener -Lieblingsschauspieler Philip Seymour Hoffman mitgespielt hat. Beide Teile von „Mockingjay“ wurden quasi zusammen produziert und vor seinem Tod waren seine Szenen weitestgehend abgedreht. Mir sind zwei Szenen aufgefallen, in die er eindeutig ins Bild geschnitten wurde und dann gab es später noch eine Szene in der Woody Harrelsons Charakter Haymitch Katniss aus Plutarchs Brief vorliest. Das wäre eigentlich eine Dialogszene zwischen Philip Seymour Hoffmans Charakter Plutarch und Jennifer Lawrence Charakter Katniss Everdeen gewesen und musste aufgrund seines Todes umgeschrieben werden. Meines Erachtens haben sie es den Umständen entsprechend relativ gut gelöst. Und natürlich bin ich immer noch untröstlich, dass PSH nicht mehr unter uns weilt.

„The Hunger Games: Mockingjay Part 2“ war für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch (Beste Hauptdarstellerin (Jennifer Lawrence), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien)

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Alice Through the Looking Glass“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Die Fortsetzung von Tim Burtons Fantasy-Film „Alice in Wonderland“, nur ohne Tim Burton. Wieder mit Johnny Depp, Mia Wasikowska, Helena Bonham Carter und leider auch Anne Hathaway – damit kann ich den Film nicht gucken.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Boy“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Gruselpuppen-Horrorfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Sisters“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Komödie mit Tina Fey und Amy Poehler
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 60%

Trailer v. Film: „The 5th Wave“
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Sci-Fi-Action-Katastrophen-Film mit Chloe Grace Moretz. Januar-Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Joy“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: David O. Russells neuer Film, wieder mit Jennifer Lawrence, Bradley Cooper und Robert De Niro. Film  wurde nun endlich gezeigt, steht aber unter Embargo.
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Point Break“
Bewertung des Trailers: A- (neuer Trailer)
Kommentar: Remake des gleichnamigen Films aus dem Jahr 1991. War das nötig? Dieser Trailer wirkt aber und der Hauptdarsteller hat immer noch was.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Gods of Egypt“
Bewertung des Trailers: D
Kommentar: Fantasy-Mist mit Gerard Butler. Februar-Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: natürlich nicht

Trailer v. Film: „The Divergent Series: Allegiant“
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: 3. Teil der „Divergent“-Filme, natürlich nur der erste Part. Dieser Jugendbuch-Verfilmung fehlt eindeutig die charismatische Hauptdarstellerin
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

 

Chicago – Film: "The Hunger Games: Mockingjay, Part 1"

Ich war am 28.11.14 in Chicago und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„The Hunger Games: Mockingjay, Part 1“ (dt. Filmtitel: „Die Tribute von Panem: Mockingjay Teil 1“, dt. Kinostart war der 20.11.14) 123 min sci-fi, fantasy, adaptation
dir. Francis Lawrence cast: Jennifer Lawrence, Josh Hutcherson, Liam Hemsworth, Woody Harrelson, Elizabeth Banks, Philip Seymour Hoffman, Julianne Moore, Jeffrey Wright, Stanley Tucci, Donald Sutherland

Katniss Everdeen (Jennifer Lawrence) lebt mit ihrer Mutter (Paula Malcomson) und ihrer jüngeren Schwester Prim (Willow Shields) mittlerweile in District 13, einem District von dessen Existenz sie bislang nichts wusste. Die Präsidentin dieses Districts ist Alma Coin (Julianne Moore), sie möchte Katniss als Symbolfigur, als Mockingjay, der Revolution aller Distrikte gegen das Kapitol gewinnen.

C (Wertung von A bis F) „The Hunger Games: Mockingjay, Part 1“ ist der dritte Teil der „The Hunger Games“-Trilogie. Die Filme basieren auf den gleichnamigen Büchern von Suzanne Collins. Die Dreharbeiten zu „Mockingjay“ sind zwar abgeschlossen, der Part 2 wird jedoch erst im November 2015 ins Kino kommen.

Den ersten Teil The Hunger Games habe ich mit B- bewertet, der zweite Teil, The Hunger Games: Catching Fire hat mir dann besser gefallen ( B ) , „The Hunger Games: Mockingjay, Part 1“ ist für mich der schwächste Teil dieser Romanverfilmungen.

Zunächst einmal finde ich es eine wahnsinnige Frechheit, „Mockingjay“ als Zweiteiler ins Kino zu bringen. Die Produzenten der „Harry Potter“- und der „Twilight“-Verfilmungen haben aber vorgemacht, wie man den Teenagern am Besten Geld aus der Tasche ziehen kann und so wird auch der letzte Teil der „The Hunger Games“-Verfilmung gestreckt. Ich kann nichts zu den „Harry Potter“- und „Twilight“-Filmen sagen, aber „Mockingjay, Part 1“ merkt man definitiv an, dass er als purer Lückenfüller dient. Das was hier erzählt wurde, hätte man auch in einer halben Stunde abhaken können.

„The Hunger Games“-Reihe spielt in einer Diktatur in dem Staat Panem. Die zwölf Distrikte des Staates sind verarmt und vom Regierungssitz Kapitol unterdrückt. Der Präsident veranlasst, ein Mal jährlich die perversen Hungerspiele, bei denen jeweils ein jugendlicher Teilnehmer aus einem Distrikt gegen einen Teilnehmer aus einem anderen Distrikt bis zum Tod kämpfen muss. Im letzten Teil der Verfilmung, „Mockingjay“, kommt es nun zum Aufstand der 12 (bzw. 13) Distrikte gegen das herrschende Kapitol.

Bei den ersten beiden Filmen hat es mir zu lange gedauert, bis die eigentlichen Hungerspiele anfingen, „Mockingjay“ hat sich auch ewig gezogen, letztlich ist in Part 1 aber gar nichts passiert. Das Hin- und Hergerissensein von Katniss wird quasi andauernd wiederholt und nichts geht voran. Zum Ende wird es natürlich dann doch noch spannend, damit man keinesfalls den finalen Part im nächsten Jahr verpassen will. „Mockingjay, Part 1“ fand ich absolut unbefriedigend.

Josh Hutcherson als Peeta finde ich immer noch fehlbesetzt. Was wäre aber diese Verfilmung ohne die großartigen Schauspieler, die auch für „Mockingjay“ verpflichtet werden konnten? In praktisch jeder Szenen kann man sich an den hervorragenden Charakterschauspielern (Jennifer Lawrence, Woody Harrelson, Elizabeth Banks, Donald Sutherland, Stanley Tucci, Jeffrey Wright, Julianne Moore und Philip Seymour Hoffman) erfreuen.

„Mockingjay, Part 1“ wurde dem viel zu früh verstorbenen Philip Seymour Hoffman gewidmet. Da, wie gesagt, Part 1 und Part 2 zusammen gedreht wurden, wird man ihn im November 2015 ein letztes Mal auf der großen Leinwand sehen können. Der Ausnahmeschauspieler ist während der Dreharbeiten verstorben, zu dem Zeitpunkt waren die meisten Szenen mit ihm bereits abgedreht.

„Mockingjay, Part 1“ ist für folgende Oscar-Nominierungen im Gespräch: Beste Hauptdarstellerin (Jennifer Lawrence), Bestes adaptiertes Drehbuch, Bestes Szenenbild, Bestes Kostümdesgin, Bestes Make-up und beste Frisuren, Beste visuelle Effekte

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Unbroken“
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: Dieses Mal wurde ein Clip gezeigt, bei dem Angelina Jolie und der mittlerweile verstorbenen Louis Zamperini zu Wort kommen. Angelina Jolies Biopic/Drama mit Jack O´Connell. Man kann mittlerweile davon ausgehen, dass der Film nicht für den Oscar nominiert wird.
Wie oft schon im Kino gesehen: 8 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Interview“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Actionkomödie mit Seth Rogen und James Franco.
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Mortdecai“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Actionkomödie mit Ewan McGregor, Gwyneth Paltrow. Der blonde Typ sieht nicht nur aus wie Johnny Depp, er ist es sogar. Das einzige Problem ist, dass der Film einen U.S.A. Start im Januar hat und damit eigentlich nicht gut sein kann.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „The Hobbit: The Battle of the Five Armies“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Ich bin mittlerweile so unfassbar von diesen Peter Jackson-Filmen gelangweilt.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Cinderella“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Kenneth Branaghs neuer Film. Cinderella-Story mit Cate Blanchett und Helena Bonham Carter.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Pitch Perfect 2“
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: mein Albtraum ein Musical mit Anna Kendrick
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Night at the Museum: Secret of the Tomb“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Wie viele Teile werden davon eigentlich noch gedreht?
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Divergent Series: Insurgent“
Bewertung des Teasers: C-
Kommentar: 2. Teil der Teenager-Romanverfilmung. Zwischen Jennifer Lawrence und Shailene Woodley liegen Welten.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

TV – Serie: "True Detective, 1. Staffel"

Ich habe mir die komplette Staffel folgender HBO-Serie angeschaut:

„True Detective, 1. Staffel“ (wurde seit dem 17.04.14 auf Pay-TV-Sender Sky ausgestrahlt, in D. ab 04.09.14 auf DVD erhältlich) 8 x approx. 60 min drama, thriller, crime
dir. Cary Fukunaga cast: Matthew McConaughey, Woody Harrelson, Michelle Monaghan, Michael Potts, Tory Kittles, Kevin Dunn, Tess Harper

Louisiana. Im Jahr 1995 ermitteln die beiden Detectives Rust Cohle (Matthew McConaughey) und Marty Hart (Woody Harrelson) gemeinsam an einem Fall. Eine Prostituierte wurde ermordet, scheinbar ein Ritualmord. Jetzt, 17 Jahre später, im Jahr 2012 sind Detective Gilbough (Michael Potts) und Detective Papania (Tory Kittles) mit einem scheinbar ähnlichen Mordfall beschäftigt. Durch den Hurricane Rita wurde die Akte des damaligen Falles vernichtet. Sie befragen Rust und Marty getrennt voneinander. Beide geben Auskunft über ihren damaligen Fall und über den jeweils anderen…

B+ (Wertung von A bis F) „True Detective“ ist eine eigenwillige, vielleicht daher herausragende TV-Serie. Präziser ist es ein abgeschlossener Mehrteiler. Geschrieben wurde dieser Mehrteiler von Nic Pizzolatto und bei allen acht Teilen hat Cary Fukunaga („Sin Nombre“, Jane Eyre) Regie geführt. Da „True Detective“ auf mindestens eine weitere Staffel ausgelegt ist, ist die Bezeichnung „Serie“ jedoch auch nicht falsch. Miniserie oder Anthologie-Serie trifft es wohl am Besten. Für die Emmy-Awards wird es unter Drama/Serie eingereicht. Nic Pizzolatto schreibt bereits an der zweiten Staffel von „True Detective“. In der nächsten Staffel wird eine ganz andere Story mit neuen Charakteren erzählt. Durchgesickert ist bereits, dass die nächste Geschichte irgendwo in Kalifornien spielt und es drei Hauptcharaktere geben wird. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird auch mehr als ein Regisseur durch die Staffel führen.

Ungewöhnlich ist „True Detective“, weil die Serie nicht wie eine herkömmliche Krimiserie erzählt wird. Die Geschichte wird auf mehreren Zeitebenen erzählt. Die beiden zentralen Handlungen sind im Jahr 1995 und dann 17 Jahre später im Jahr 2012 angesiedelt. Die Handlung springt von einer zu der anderen. Ab der fünften Folge der Miniserie kommt noch eine dritte Zeitebene (das Jahr 2002) dazu.

Ich sehe „True Detective“ in erster Linie als grandiose Charakterstudie zweier unterschiedlicher Persönlichkeiten. Die brillant und so detailliert gezeichneten und porträtierten Figuren lernt man über einen Zeitraum von 17 Jahren kennen und man sieht wie sie sich über die Jahre verändern. Die Miniserie erzählt aber auch von dem problematischen Verhältnis der beiden Männer Rust und Marty (gespielt von Matthew McConaughey und Woody Harrelson). „True Detective“ lebt von der Chemie und dem Zusammenspiel dieser beiden Figuren. Parallel wird eine Kriminalfall gelöst, ein Fall der wesentlich komplexer ist, als er anfangs erscheint. Es ist ein Fehler, an diesen Mehrteiler mit den falschen Erwartungen ranzugehen. Es ist eine recht langsame Erzählweise. Möglichst schnell sollte man sich von der Idee verabschieden, dass diese herausragende erste Staffel von einem spektakulären Finale gekrönt ist. Denn das bietet das Staffelende nicht. Auch bleiben am Ende einige Fragen offen.

Es ist nicht einfach, bei „True Detective“ einzusteigen. Es ist auch nicht einfach, alle Details zu erfassen. Ich hatte beispielsweise im Januar und Februar immer mal wieder bei einer Folge auf HBO reingeschaut, fand das Gesehene hochinteressant und beeindruckend inszeniert, aber konnte mir keinen so richtigen Reim darauf machen. Die erzählte Geschichte ist vielschichtig. Viele Namen fallen. Ich kann mir leider auch noch schwer Namen merken und so fand ich es nicht leicht, alle Zusammenhänge gleich zu erfassen. „True Detective“ sollte man sehr aufmerksam verfolgen.

Es ist keine Frage, dass Matthew McConaughey in „True Detective“ die beste Performance seiner Karriere gibt. In Dallas Buyers Club war er sehr gut, einen Oscar war das aber, meines Erachtens, nicht wert. Wäre „True Detective“ ein Kinofilm, wäre dies die Performance, für die er einen Oscar verdient hätte. Als ziemlich sicher gilt, dass er ein Nominierung für einen Fernseh-Oscar, den Emmy, bekommen wird. Wenn er dann auch noch gewinnen würde, hätte er einen Oscar und einen Emmy in einem Jahr gewonnen. Das passiert logischerweise sehr selten. Seine derzeit grösste Emmy-Konkurrenz in der Kategorie Bester Hauptdarsteller Drama/Serie ist Bryan Cranston für die letzte Staffel von „Breaking Bad“.

Aber auch Woody Harrelson gibt eine überragende Performance und auch er ist im Gespräch für eine Emmy-Nominierung in der Kategorie Bester Hauptdarsteller in einer Serie/Drama. Ich bin aber sicher, dass wenn – Matthew McConaughey, der in der gleichen Kategorie mit einer Nominierung rechnen kann, eher ausgezeichnet werden würde.

Ich empfehle dringend, „True Detective“ im Original anzuschauen. Die Südstaaten-Atmosphäre und noch wichtiger die beiden Protagonisten können einzig so richtig zur Geltung kommen. Meines Erachtens kann man die beiden Charaktere nicht lieben, wenn man ihnen nicht in ihrer Sprache zuhört. Ich rate aber auch, (englische!!!!) Untertitel einzublenden. Die Serie spielt in Louisiana und die Charaktere sprechen in ihrem eigenen Südstaaten-Slang. Zugegebenermassen ist es nicht leicht, hier alles zu verstehen. Erschwerend kommt aber noch dazu, dass beide Protagonisten irgendwie eine eigene Sprache haben und beim Sprechen kaum ihren Mund öffnen und sich einen zurecht nuscheln. Die englischen Untertitel empfand ich als sehr hilfreich. Auch haben mir die Untertitel bei den zahlreichen Namen, mit denen man in der Serie konfrontiert wird, geholfen.

Ebenso dringend empfehle ich, die gesamte Staffel ein zweites Mal anzuschauen. Mit einem Abstand von einigen Wochen habe ich mir die komplette erste Staffel ein zweites Mal angeschaut. Ich fand sie beim ersten Mal bereits absolut sehenswert, bei der zweiten Sichtung gefiel sie mir jedoch noch um einiges besser. Beim ersten Mal hatte ich mir ein B (mit einer leichten Tendenz zu einem B-) als Bewertung notiert. Beim zweiten Mal kam meine finale Bewertung (B+) zustande.

Bei der zweiten Sichtung muss man sich nicht mehr um die Aufklärung des Serienmörder-Falles kümmern, man kann die falschen Fährten, die zweifelsfrei gelegt wurden, ignorieren. Letztlich bildet der Serienmörder-Fall und dessen Aufklärung für mich nur den mysteriösen Rahmen, der ein wundervolles Gemälde umrahmt. Es sind die Charaktere Rust und Marty, die die Serie ausmachen. Es ist die Beziehung der Beiden, die Gespräche, die sie führen, wie sie einander sehen, die diese Miniserie besonders machen. Beim zweiten Mal habe ich viel entspannter zuschauen können. Beim ersten Mal glaubte ich, die Charaktere schon zu kennen und mochte sie sehr gerne. Mit der zweiten Sichtung waren sie mir so vertraut und richtig ans Herz gewachsen. Ich werde sie vermissen. Es lohnt sich definitiv, die erste Staffel ein zweites Mal zu gucken.

„True Detective“ wurde in den U.S.A. dafür kritisiert, wie Frauen hier dargestellt werden. Ich sehe das sehr entspannt. Die Handlung ist eindeutig auf die beiden männlichen Protagonisten ausgerichtet. Alle andere Charaktere sind automatisch Nebenfiguren. Charmanter und präziser in der englischen Sprache als supporting roles bezeichnet. Zum anderen haben manche Männer (wie hier Marty, gespielt von Woody Harrelson) einfach ein solches Bild von Frauen. Zeigt für mich nur – einmal mehr – wie glaubwürdig diese Figur geschrieben ist. Die Kritik hat sich der Serienmacher, Nic Pizzolatto, aber dennoch scheinbar zu Herzen genommen. In der zweiten Staffel wird es wohl drei Hauptfiguren geben, wobei dabei mindestens eine weiblich sein wird. Es gab Gerüchte, dass Jessica Chastain bereits eine Rolle angeboten wurde. In dem nächsten Monat (Juni 2014) wird man wohl mehr wissen, dann soll mit der Casting-Prozess beginnen.

Ein paar Anmerkungen zu einigen Episoden der ersten Staffel:

Folge 4 („Who Goes There“): Die Aktion, die Rust da durchzieht, fand ich unglaubwürdig. Die Folge kam aber aus anderen Gründen zu Ruhm. Bei dieser Episode gibt es eine technische Finesse, man bekommt eine ca. sechsminütigen Szene zu sehen, die ohne einen einzigen Schnitt auskam.

Folge 5 („The Secret Fate of All Life“): Die neue, dritte Zeitebene wird eingeführt. Die Handlung spielt im Jahr 2002.

Folge 6 („Haunted Houses“): Die Geschichten aus der Vergangenheit sind aufgearbeitet, die Geschichte beginnt an einer anderen Stelle.

Folge 8 („Form and Void“): Ich liebe das letzte Zusammentreffen von Rust und Marty.

Die Charaktere im Einzelnen:

Detective Rustin Spencer „Rust“ Cohle – seltsamer Typ, Eigenbrötler, in Texas geboren, Alaska aufgewachsen, redet nicht viel, hält aber – wenn er was sagt – mit seiner Meinung nicht hinterm Berg, er ist sehr negativ und pessimistisch, lebt sehr spartanisch, ist alleinstehend, keine Frau, keine Kinder. Hat seine zweijährige Tochter bei einem Autounfall verloren, eine gescheiterte Ehe, hat vier Jahre als Undercover-Cop im Drogen-Milieu gearbeitet, schleppt ein großes Notizbuch immer mit sich herum, in denen er Zeichnungen und Notizen macht, Kettenraucher, Atheist. Im Jahr 1995 arbeitet er seit drei Monaten mit Marty als Partner zusammen. Zweifelsfrei ist er mein Lieblingscharakter in der ersten Staffel von „True Detective“. Gespielt wird Rust von dem amerikanischen Schauspieler Matthew McConaughey. Bekannt wurde er als Schönling zahlreicher RomComs („The Wedding Planer“, „How to Lose a Guy in 10 Days“, „Failure to Launch“, Fool´s Gold). Nachdem er es satt hatte, die immergleichen Rollen zu spielen, hat er ein Projekt nach dem nächsten abgelehnt. Irgendwann hat er dann anspruchsvolle Rollenangebote bekommen und konnte eine Art Comeback als ernstzunehmender Schauspieler feiern. Diese Wiedergeburt zum Charakterschauspieler war einigen amerikanischen Kritikern ein eigener Begriff wert: The McConaissance. Mich hat er mit seiner Performance in Bernie, „Killer Joe“, Mud, Magic Mike, Dallas Buyers Club und The Wolf of Wall Street begeistern können. Für seine Rolle in „Dallas Buyers Club“ hat er seine erste Oscar-Nominierung erhalten und wurde dann zwei Monate später auch mit dem Oscar ausgezeichnet.

Detective Martin Eric „Marty“ Hart – verheiratet mit Maggie (gespielt von Michelle Monaghan) und Vater zweier Töchter, religiös, konservativ, hat eine außereheliche Affäre. Im Jahr 1995 arbeitet er seit drei Monaten mit Rust als Partner zusammen. Gespielt wird Marty von dem amerikanischen Schauspieler Harrelson. Seinen Durchbruch hatte Woody Harrelson in den 1980er Jahren mit der TV-Serie „Cheers“. Seit den 1990er Jahren und den Filmen „Indecent Proposal“ und „Natural Born Killers“ war er den Kinofans ein ständiger Begleiter. In den letzten Jahren war er u.a. mit Zombieland, Seven Psychopaths und den ersten beiden Teilen der Hunger Games-Trilogie im Kino zu sehen. Für seine Rollen in „The People vs. Larry Flynt“ und The Messenger hat er jeweils eine Oscar-Nominierung erhalten.

Maggie Hart (gespielt von Michelle Monaghan) – ist die Ehefrau von Marty (gespielt von Woody Harrelson), Mutter seiner Kinder. Gespielt wird Maggie Hart von der amerikanischen Schauspielerin Michelle Monaghan. Sie war bereits in zahlreichen Kinofilmen zu sehen („Kiss Kiss Bang Bang“, „Mission: Impossible III“, Gone Baby Gone, Source Code)

Detective Maynard Gilbough – Einer der beiden Polizisten, die im Jahr 2012 Rust und Marty interviewen. Gespielt wird Gilbough von dem amerikanischen Schauspieler Michael Pitts. Er wurde durch die TV-Serie „The Wire“ bekannt. Er hat dann auch mehrere Auftritte in einigen Serien, u.a. in „Law & Order“ und „Damages“

Detective Thomas Papania – Einer der beiden Polizisten, die im Jahr 2012 Rust und Marty interviewen Gespielt wird er von dem amerikanischen Schauspieler Tory Kittles. Er hat eine größere Rolle in der TV-Serie „Sons of Anarchy“ und hat auch kürzlich in den Kinofilmen The Sapphires und Olympus Has Fallen mitgespielt

„True Detective“ wurde erstmalig bei HBO in der Zeit vom 12.01.14 – 09.03.14 ausgestrahlt. Selbstverständlich ist die Serie und die Performance für den Fernseh-Oscar Emmy und sämtliche andere Fernsehpreise wie Golden Globes im Gespräch.

Trailer zu sehen:

Das allererste Gespräch, das Rust und Marty miteinander führen:

Ich liebe diesen Vorspann und vermisse es jetzt schon:

Montréal – Film: "Out of the Furnace"

Ich war am 07.12.13 in Montréal und habe mir im Kino angeschaut:

„Out of the Furnace“ (dt. Filmtitel: „Auge um Auge“, dt. Kinostart: 03.04.14) 116 min drama, thriller
dir. Scott Cooper cast: Christian Bale, Casey Affleck, Woody Harrelson, Willem Dafoe, Forest Whitaker, Sam Shepard, Zoe Saldana

Im Jahr 2008 in einer Kleinstadt in Pennsylvania. Russell Baze (Christian Bale) ist Fabrikarbeiter und macht sich Sorgen um seinen im Sterben liegenden Vater und seinen jüngeren Bruder Rodney Jr. (Casey Affleck). Rodney Jr. war während seiner Armeezeit einige Male im Irak und hat seitdem nicht wieder Fuß gefasst. Nun befürchtet Russell, dass sein Bruder auf die falsche Bahn gerät. Als er selbst einen folgenschweren Verkehrsunfall baut, muss er eine Haftstrafe absitzen. Als Russell aus dem Gefängnis entlassen wird, hat sich vieles geändert und sein Bruder gerät immer tiefer ins Schlamassel…

C+ (Wertung von A bis F) Nach dem Film Crazy Heart (der Jeff Bridges seinen langverdienten Oscar verschaffte) ist „Out of the Furnace“ erst Scott Coopers zweiter Spielfilm, bei dem er Regie führt. Der Filmemacher zeigt einem hier etwas von einer Welt, von der er etwas zu verstehen weiß. Es ist eine wirtschaftlich heruntergekommene Gegend, in der eine hohe Arbeits- und Perspektivlosigkeit herrscht. Jeder ist froh einen Job zu haben, auch wenn es harte Arbeit in der Stahlfabrik ist und sie sich für ihr Leben etwas anderes vorgestellt haben. Casey Afflecks Charakter ist Veteran, von seinen Kriegseinsätzen heimgekehrt und mit seinem Trauma allein gelassen. Die Charaktere in „Out of the Furnace“ finde ich alle authentisch und fesselnd. Beinahe ausnahmslos alle Figuren hätte ich nur wahnsinnig gerne in einer besseren Geschichte, in einem besseren Film gesehen.

Vielleicht wäre Film gelungener wenn er sich darauf konzentriert hätte, ein Drama sein zu wollen. Irgendwann sieht man aber ein Rachethriller. Meines Erachtens hat der Film große Schwächen im Drehbuch, aber auch in der Regieführung.

Dafür gibt Christian Bale eine hervorragende Performance. Gerade heute habe ich ihn in American Hustle gesehen, beide Rollen sind so unterschiedlich und zeigen einmal mehr, was für ein fantastischer Schauspieler er ist. In „Out of the Furnace“ sieht er mit seinen langen Haaren dabei auch noch unfassbar sexy aus.

Auch sieht man Woody Harrelson wieder mal von einer ganz anderen Seite. Willem Dafoe sehe ich immer gerne und auch er spielt eine ungewöhnliche Type. Sogar Casey Affleck gibt in diesem Film eine solide Performance.

Nur schade, dass der Film nicht überzeugen kann.

„Out of the Furnace“ war für folgende Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Christian Bale), Bester Nebendarsteller (Woody Harrelson, Casey Affleck), Bestes Originaldrehbuch,

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer von Film: „The Wolf of Wall Street“
Bewertung des Trailer: B (neuer Trailer)
Kommentar: Seit September habe ich keinen „Wolf“-Trailer mehr im Kino gesehen. Martin Scorseses neuer Film mit Leonardo DiCaprio, Jonah Hill, Matthew McConaughey, etc. Der Film gilt als heißer Oscar-Anwärter.
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „August: Osage County“
Bewertung des Trailer: B
Kommentar: Verfilmung des gleichnamigen Bühnenstücks. Tragikomödie mit Meryl Streep, Julia Roberts, Benedict Cumberbatch, Chris Cooper, Ewan McGregor, Juliette Lewis, Abigail Breslin, Sam Shepard
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „That Awkward Moment“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: RomCom mit Zac Efron, Miles Teller, Michael B. Jordan. Ich kann mir keinen Film mit Zac Efron angucken, auch wenn ich Miles Teller und Michael B. Jordan gerne sehe.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ?

Trailer v. Film: „Sabotage“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Action/Thriller mit Arnold Schwarzenegger (der auf mich wie Clint Eastwood wirkt) und Sam Worthington (den ich im Trailer gar nicht erkannt habe)
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0 %

Boston – Film: "The Hunger Games: Catching Fire – IMAX"

Ich war am 23.11.13 in Boston und habe mir im Kino angeschaut:

„The Hunger Games: Catching Fire – IMAX“ (dt. Titel: „Die Tribute von Panem – Catching Fire“, Kinostart war der 21.11.13) 146 min science fiction, fantasy, drama, adaptation, sequel
dir. Francis Lawrence cast: Jennifer Lawrence, Josh Hutcherson, Liam Hemsworth, Woody Harrelson, Elizabeth Banks, Lenny Kravitz, Philip Seymour Hoffman, Jeffrey Wright , Stanley Tucci, Donald Sutherland, Toby Jones

THE HUNGER GAMES ist eine makabre Reality TV Show, die jährlich stattfindet. Dabei wird jeweils ein Junge und ein Mädchen zwischen 12 und 18 Jahren aus einem der 12 Distrikte von Panem ausgewählt. In den Spielen müssen sie gegeneinander kämpfen. Die, die zum Ende der Spiele noch am Leben sind, sind die Gewinner. Katniss Everdeen (Jennifer Lawrence) und Peeta Mellark (Josh Hutcherson) sind beide aus dem 12. Distrikt und die Sieger der der 74. Hungerspiele. Gerade sind die Beiden auf PR-Tour und lassen sich in den einzelnen Bezirken feiern. Durch ihre Aktion bei den 74. Hungerspielen haben sie in manchen Distrikten eine kleine Rebellion ausgelöst. Das passt Panems Präsident Snow (Donald Sutherland) gar nicht und so verkündet er, dass es zu dem 75. Jahrestag der Spiele neue Regeln geben wird. Bei den neuen Spielen sollen ehemalige Gewinner gegeneinander kämpfen. Katniss muss auf jeden Fall wieder für den Distrikt 12 antreten…

B (Wertung von A bis F) „The Hunger Games: Catching Fire“ ist der zweite Teil der „The Hunger Games“-Trilogie. Der dritte Teil der Filmreihe („The Hunger Games: Mockingjay“) wird allerdings in zwei Teilen ins Kino gebracht. Die Filme basieren auf den gleichnamigen Büchern von Suzanne Collins. Die Romane muss man sicherlich nicht unbedingt gelesen haben, für die Fortsetzung empfiehlt es sich aber sehr, den ersten Kinofilm der Reihe gesehen zu haben.

Man sollte nicht vergessen, dass die Roman- bzw. Filmreihe an Kinder bzw. Jugendliche adressiert ist. Ich habe die Bücher nicht gelesen, finde aber, dass es eine sehenswerte und coole Filmreihe für Jugendliche ist. Mit Katniss Everdeen haben sie eine mutige und coole Heldin, eine Identifikationsfigur, die selbst gar kein Vorbild sein will, sondern nur ihre Lieben beschützen möchte. Sie wird durch ihr Verhalten in den 74. Hungerspielen langsam zum Symbol einer Revolution, auch das gegen ihren Willen. Die Welt in der Katniss lebt ist diktatorisch und langsam beginnt ein Aufstand der hungernden und armen Bevölkerung. Das ist alles sehr düster beschrieben und inszeniert. Ich kann definitiv die Faszination für die Filme nachvollziehen, wesentlich mehr als bei diesen „Harry Potter“-Filmen oder diesem Verblödungsphänomen „Twilight“.

Der zweite Teil der The Hunger Games-Trilogie hat mir auch noch besser gefallen als der erste. Der neue Regisseur Francis Lawrence („I Am Legend“) ist eine Bereicherung für die Filmreihe. Kritisieren muss ich aber, wie bereits bei dem ersten Teil, dass es mir zu lange dauert, bis die Hungerspiele anfangen. Nach wie vor finde ich, dass dies der beste und spannendste Part des Film ist und außerdem heißt der Film auch „The Hunger Games“, also müssten die Spiele auch den größten Part des Films einnehmen. Mir hat auch wieder nicht gefallen, dass man zu wenig über die anderen Teilnehmer weiß, Das schlechteste allerdings ist, ohne Zweifel, wie bereits im ersten Teil: Josh Hutcherson. Es leuchtet mir gar nicht ein, wie man den Fehler begehen konnte, ihn als Peeta zu besetzen. Was für eine Fehlbesetzung. Zugegeben, die Figur Peeta ist in der Filmreihe auch nicht gut ausgearbeitet, vielleicht ist das auch ein Problem. Beispielsweise wird hier mehrfach betont, dass Peeta so ein guter Mensch ist, Katniss ihn gar nicht verdient hätte, sich für ihn opfern will etc. und ich verstehe überhaupt nicht warum. Was mir hingegen gefallen hat und ich als Kritik an das bekannte System in Hollywood aufgefasst habe, ist, dass Katniss und Peeta für die Öffentlichkeit vorgeben ein Paar zu sein, obwohl sie es nicht sind. Mit einem guten Schauspieler, der auch Charisma hat und glaubwürdig die Figur des Peeta darstellen kann, wäre das Ganze noch überzeugender.

Schauspielerisch bin ich einmal mehr von Jennifer Lawrence angetan. Ich kann mir schlichtweg keine andere Schauspielerin als Katniss Everdeen vorstellen. „The Hunger Games“ lebt aber auch von seinem gesamten Ensemble. Mit Ausnahme von Peeta ist jeder einzelne Figur für mich perfekt besetzt. Meine Lieblingsfiguren sind Caesar (gespielt von dem wunderbaren Stanley Tucci, hier noch besser als im 1. Teil) und Effie (gespielt von Elizabeth Banks) und Haymitch (gespielt von Woody Harrelson). Im zweiten Teil werten die Charakterschauspieler Jeffrey Wright und Philip Seymour Hoffman die Filmreihe auf.

Herausheben möchte ich noch die großartige Ausstattung, die einfallsreichen Kostüme, das Make-Up und die Frisuren.

Ich war schon lange nicht in einer, bis auf den letzten Platz ausverkauften Vorstellung. „The Hunger Games: Catching Fire“ lief in meinem Kino beinahe zu jeder halben Stunde. Ich wollte den Film aber unbedingt in IMAX sehen. Mit dem Wunsch stand ich mittags um 12.30 am Sonnabend des Eröffnungswochenendes offenbar nicht alleine. Zum Ende des Films gab es Applaus. Als ich aus dem Kino rauskam und an der Kasse auf die Tafel geschaut habe, war jede einzelne Vorstellung an dem Tag bereits ausverkauft.

Ich empfehle, den Film in IMAX zu sehen. Es ist beeindruckend, wie sich die Leinwand weitet wenn die Hungerspiele beginnen. Die gesamten Spiele sind in IMAX gedreht.

„The Hunger Games: Catching Fire“ hat mit Kinostart ein noch besseres Einspielergebnis einfahren können als der erste Teil. Trotz der hervorragenden Kritiken und des Kassenerfolgs wird er keineswegs die nächsten Oscars in wichtigen Kategorien noch beeinflussen können. Dennoch ist die Fortsetzung für folgende Oscar-Nominierungen im Gespräch: Beste Schauspielerin (Jennifer Lawrence), Bestes adaptiertes Drehbuch, Bestes Szenenbild, Beste Kostüme, Bester Tonschnitt, Beste visuelle Effekte.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Secret Life of Walter Mitty“ (in IMAX gezeigt)
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: Ben Stillers Fantasy-Film mit ihm in der Hauptrolle und Kristin Wiig und Sean Penn. Nur von diesem Trailer her wäre der Film ohne Ben Stiller in der Hauptrolle schon einer meiner neuen Lieblingsfilme.
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Noah“ (in IMAX gezeigt)
Bewertung des Trailer: B
Kommentar: Darren Aronofskys neuer Film, Bibel-Verfilmung mit Russell Crowe als Noah (Michael Fassender und Christian Bale hatten die Rolle dankend abgelehnt) Ich kann mich an eine Zeit erinnern, in der Russell Crowe ein guter und anerkannter Schauspieler war und ein gutes Händchen bei der Rollenauswahl hatte.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: nicht, wenn ich es vermeiden kann

Trailer v. Film: „Vampire Academy“ (in IMAX gezeigt)
Bewertung des Trailer: C- (neuer Trailer)
Kommentar: Wieder so ein Kinder-Vampir-Krempel.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Hobbit – The Desolation of the Smaug“ (in IMAX gezeigt)
Bewertung des Trailer: B+ (wieder neuer Trailer)
Kommentar: In IMAX wirkt das natürlich, ich habe aber eigentlich immer noch kein Interesse an dem Film.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „RoboCop“ (in IMAX gezeigt)
Bewertung des Trailer: A-
Kommentar: Remake des Films aus den 1980er Jahren. Mit Joel Kinnaman, Gary Oldman, Michael Keaton, Samuel L. Jackson, Jackie Earle Haley
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: vielleicht

Trailer v. Film: „I, Frankenstein“ (in IMAX gezeigt)
Bewertung des Trailer: B-
Kommentar: Fantasy-Mist mit Aaron Eckhart und Bill Nighy
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Divergent“ (in IMAX gezeigt)
Bewertung des Trailer: B
Kommentar: Eine weitere Sci-Fi-Buchverfilmung für Teenager, auch mit einer weiblichen Hauptrolle. Mit Shailene Woodley, Miles Teller und (einer wie es ausschaut ziemlich schwangeren) Kate Winslet
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%