Berlin – Film: „Live by Night“

Ich war am 23.01.17 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„Live by Night“ (dt. Kinostart: 02.02.17) 129 min crime, drama, adaptation
dir. Ben Affleck cast: Ben Affleck, Elle Fanning, Brendan Gleeson, Chris Messina, Sienna Miller, Zoe Saldana, Chris Cooper

 

 

In den 1920er Jahren in Boston. Joe Coughlin (Ben Affleck) ist der Sohn des Polizeichefs (Brendan Gleeson). Joe steht auf der anderen Seite des Gesetzes, verdient sein Geld mit Räubereien und Banküberfällen. Als er sich in die Geliebte (Sienna Miller) des berüchtigten Gangsterbosses Albert White (Robert Glenister) verliebt, will er nur noch einen „Job“ machen und dann mit ihr durchbrennen. Dann geht aber etwas schief…

 

 

C- (Wertung von A bis F) „Live by Night“ basiert auf dem gleichnamigen Roman von Dennis Lehane. Nach Gone Baby Gone, The Town und Argo ist dies der vierte Spielfilm bei dem der amerikanische Schauspieler Ben Affleck Regie führt.

 
Ich war kein großer Fan von Ben Afflecks ersten beiden Filmen, „Argo“ fand ich aber klasse. Nach vier Filmen würde ich ihm durchaus ein Talent als Regisseur bescheinigen.

 
Es wird aber Zeit, dass irgendjemand Ben Affleck klar macht, dass er kein guter Schauspieler ist. Ich habe mir sagen lassen, dass er im realen Leben sehr attraktiv und charismatisch sein soll, in meinen Augen transportiert sich das leider auch nicht auf die Leinwand. Er sollte auch einfach damit aufhören, in seinen eigenen Filmen die Hauptrolle zu übernehmen. In „Live by Night“ ist er in der Rolle des Joe Coughlin fehlbesetzt, er wirkt die ganze Zeit  angestrengt und in diesen Anzügen einfach steif und verkleidet. (besonders schlimm gegen Ende des Films als er einen weißen Dreiteiler trägt). Die Steigerung von „unglaubwürdig“ ist, wenn mir weisgemacht werden soll, dass Ben Afflecks Charakter der Sohn von Brendan Gleesons Charakter sein soll oder – später im Film – wenn er quasi im Alleingang  gegen den Ku-Klux-Klan kämpft. Ja, nee, ist klar. Vermutlich hätte es dem Film geholfen, wenn Ben Affleck nicht die Hauptrolle gespielt hätte. „Live by Night“ wäre zwar immer noch kein guter Film, aber entscheidend besser.

Ein großer Lichtblick des Films ist Chris Cooper, bei jeder Szene kann man für einen kurzen Moment glauben, hier einen wirklich soliden Film zu sehen, auch kann Elle Fanning überzeugen. Die Ausstattung und die Kostüme sind eindrucksvoll, auch wenn ich nie das Gefühl hatte im Film zu sein, sondern eher auf ein wirklich gelungenes Szenenbild zu schauen.

„Live by Night“ war für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Ben Affleck), Bester Nebendarsteller (Chris Messina, Chris Cooper), Beste Nebendarstellerin (Elle Fanning, Sienna Miller, Zoe Saldana), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien. Letztlich hat es für keine Oscar-Nominierung gereicht.

 
„Live by Night“ ist am 25.12.16 in vier amerikanischen Kinos gestartet. Seit dem 13.1.17 ist der Film landesweit zu sehen. Ich habe den Film in einer Pressevorführung gesehen. Gezeigt wurde die Originalfassung mit englischen Untertiteln. „Live by Night“ ist ab dem nächsten Donnerstag in den deutschen Kinos zu sehen.

 
Trailer zu sehen:

 

NYC – Film: "Gone Girl"

Ich war am 26.09.14 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Gone Girl“ (dt. Filmtitel: „Gone Girl – das perfekte Opfer“, dt. Kinostart: 02.10.14) 145 min thriller, drama, adaptation
dir. David Fincher cast: Rosamunde Pike, Ben Affleck, Carrie Coon, Kim Dickens, Neil Patrick Harris, Tyler Perry, Patrick Fugit, Sela Ward, Boyd Holbrook

Als Nick Dunne (Ben Affleck) an seinem fünften Hochzeitstag nach Hause kommt, ist seine Ehefrau Amy (Rosamunde Pike) verschwunden. Es deutet einiges auf ein Verbrechen hin, Detective Rhonda Boney (Kim Dickens) und Officer Jim Gilpin (Patrick Fugit) ermitteln in dem Fall. Bald erhärten sich die Indizien, dass Nick etwas mit dem Verschwinden seiner Frau zutun hat.

B+ (Wertung von A bis F) „Gone Girl“ basiert auf dem gleichnamigen Roman von Gillian Flynn. Die Romanautorin hat auch das Drehbuch zu dem Film verfasst. Ich habe den Roman gelesen.

Der Film „Gone Girl“ ist ein düsterer und wendungsreicher Thriller über eine vermeintlich glückliche Ehe, über Männer, aber noch mehr blickt er hinter die Fassade von Frauen im Allgemeinen und moderne, coole Frauen im Besonderen. Der Film beschäftigt sich auch damit, wie viele unterschiedlichen Persönlichkeiten in einer einzigen Person stecken. Jeder Mensch hat ein anderes Bild von einem. Wie präsentiert man sich und wie will man von anderen wahrgenommen werden? Wer kennt die wahre Persönlichkeit, die vielleicht hinter einem steckt – inwieweit kennen der Partner, die Eltern, die Geschwister und die Freunde einen und inwieweit kennt man sich eigentlich selbst? Warum gibt man vor jemand zu sein, der man vielleicht gar nicht ist. Hat man Einfluss auf seine Außenwirkung? In „Gone Girl“ hat die Öffentlichkeit ein bestimmtes Bild von Nick Dunne (gespielt von Ben Affleck). Gelingt es ihm, dieses Bild zu verändern? Sind Medien manipulierbar?

Vermutlich sehen Frauen den Film anders als Männer.

Eine Romanverfilmung ist für den Zuschauer, der das Buch kennt, immer irgendwie schwierig. Ich bin niemand, die ein Buch haargenau verfilmt haben will. Jedes Werk sollte für sich stehen. Ein Filmemacher hat die kreative Freiheit, seine Vorstellung umzusetzen. Der Leser, der sich den Film anschaut, kann sich aber wiederum natürlich auch nicht davon freimachen, eine bestimmte Erwartung und Vorstellung an die filmische Umsetzung zu haben. Beinahe zwangsläufig fallen einem Veränderungen zum Buch auf, einiges wird ausgelassen, manche Charaktere erscheinen im Film nicht so wichtig oder finden erst gar keinen Weg in den Film. Wenn der Film dann noch auf einem Buch mit entscheidenden Wendungen basiert, wartet man natürlich auf diese, genauso wie auf prägnante Szenen. Das Ende des Films hat Gillian Flynn mit ihrem Drehbuch etwas abgeändert.

Vermutlich werden die Leser des Buches und diejenigen, die die Vorlage nicht kennen, den Film unterschiedlich sehen.

Gillian Flynn hat eine hervorragende Vorlage für einen Film geschrieben und David Fincher („Seven“, „Fight Club“, „The Game“, „Zodiac“, „Panic Room“, The Social Network) hat „Gone Girl“ zu seinem Film gemacht. In meinen Augen, sieht man sofort das „Gone Girl“ ein Fincher-Film ist, ich mag es, wenn Filmemacher eine wiedererkennbare Handschrift haben.

Gleich zu Beginn des Films ist mir der Score (negativ) aufgefallen. Mir war die Filmmusik von Trent Reznor und Atticus Ross zu aufdringlich. Teilweise war sie, gerade zum Anfang, so laut, dass ich mich regelrecht anstrengen musste, die Dialoge zu verstehen. Später im Film habe ich den Score nicht mehr so stark wahrgenommen, vielleicht weil ich dann auch bereits zu sehr von der Geschichte gefesselt war.

Eine grandiose Performance gibt hier Rosamunde Pike. Die Rolle wird der britischen Schauspielerin zu ihrem wohlverdienten Durchbruch verhelfen und ihr sehr wahrscheinlich auch eine Oscar-Nominierung bescheren. Man sollte aber nicht vergessen, dass die komplexe Romanfigur auch einen gewissen Anteil am Erfolg von Rosamunde Pike hat. So eine faszinierende Frauenrolle würden wahrscheinlich viele Schauspielerinnen gerne spielen, nur kaum eine könnte Amy so glaubwürdig verkörpern wie Rosamunde Pike.

Perfekt besetzt ist aber auch Ben Affleck. Habe ich das wirklich geschrieben? Wer mich kennt, weiß wie ich über ihn als Schauspieler denke. Überhaupt ist es, wie bei einem Fincher-Film nicht anders zu erwarten, ein tolles Ensemble. Neil Patrick Harris, Boyd Holbrook und Tyler Perry (man mag es kaum glauben) geben eine solide Performance. Richtig gut haben mir aber auch Kim Dickens als Detective Boney und Carrie Coon als Nicks Zwillingsschwester Margo gefallen. Beide Figuren bzw. Schauspieler sorgen auch für den nötigen Humor im Film. Für mich sticht aber auch noch Missi Pyle (Ist DAS ein Name) heraus, sie spielt die skandal- und einschaltquotensüchtige Moderatorin Ellen Abbott. In den U.S.A. gibt es mit Nancy Grace genau so eine penetrante Talkshow-Moderatorin.

Der Film ist knapp 2 1/2 Stunden lang, mir kam er aber nicht so lang vor. In meiner – logischerweise – ausverkauften Opening Night Vorstellung gab es 3 x Szenenapplaus. Da diese kleine Spoiler enthalten, habe ich die Szenen, in den applaudiert wurde, nach dem Link zum Trailer wage aufgelistet. Zum Schluss des Films gab es einen großen Applaus.

Meine Lieblingsszene in dem Film ist, ganz klar, die „cool girl“-Szene.

Am Ende des Films habe ich mich gefragt, ob mir der Film vielleicht noch besser gefallen hätte, wenn ich das Buch nicht gelesen hätte. Ich werde ihn mir sicherlich ein zweites Mal anschauen.

„Gone Girl“ startet in den U.S.A. am 3.10.14. Der Film wurde erstmalig auf dem New York Film Festival 2014 gezeigt. Ich habe den Film in der Opening Night auf diesem Festival gesehen. Meine Vorstellung war nicht die Weltpremiere, die fand in einem anderen Kinosaal, genau 15 Minuten vor meiner Vorstellung statt. Für mich war es aber zweifelsfrei ein besonderes Screening. Bislang habe ich es noch nie auf dieses Prestige-Filmfestival geschafft. Das NYFF findet Ende September bis Mitte Oktober statt und liegt damit für mich zeitlich ungünstig.

„Gone Girl“ ist für folgende Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Ben Affleck), Beste Hauptdarstellerin (Rosamunde Pike), Bester Nebendarsteller (Neil Patrick Harris, Tyler Perry), Beste Nebendarstellerin (Carrie Zoon), Bestes adaptiertes Drehbuch, Beste Kameraführung, Bester Schnitt, Bester Ton, Bester Tonschnitt, Beste Filmmusik. Normalerweise werden Krimis oder Thriller aber selten für Oscars nominiert, noch seltener werden sie ausgezeichnet. „The Silence of the Lambs“ und „The Departed“ bildeten Ausnahmen. Der einzige Alfred Hitchock-Film, der jemals einen Oscar gewonnen hat, war „Rebecca“. „Gone Girl“ ist nicht so gut wie „The Silence of the Lambs“ und David Fincher hat noch nicht den Status eines Martin Scorsese erreicht, daher kann der Mainstream Film „Gone Girl“ hinsichtlich der Oscars in verschiedene Richtungen gehen. Sicher sind meines Erachtens aber Oscar-Nominierungen für Rosamunde Pike und das beste adaptierte Drehbuch.

Die offizielle Website:

http://www.gonegirlmovie.com

Trailer zu sehen:

Minispoiler für „Gone Girl“: In meiner Vorstellung gab es 3x Szenenapplaus: 1x als sich Amy nach einer bestimmten Bettszene die Haare richtet, 1x für Nick Dunnes „You fucking bitch!“ und 1 x für einen Spruch von Tyler Perrys Tanner Bolt.

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Boston – Film: "Argo"

Ich war am 20.10.12 in Boston und habe mir im Kino angeschaut:

„Argo“ (dt. Kinostart: 08.11.12) 120 min thriller
dir. Ben Affleck cast: Ben Affleck, Bryan Cranston, Alan Arkin, John Goodman, Kyle Chandler, Tate Donovan, Scoot McNairy, Philip Baker Hall, Chris Messina

Im November des Jahres 1979 befindet sich Iran inmitten der islamischen Revolution. Seit Wochen finden vor der U.S. Botschaft in Teheran Demonstrationen gegen Amerika und für die Auslieferung von dem in die U.S.A. geflüchteten Schah Reza Pahlavi statt. Schließlich stürmen wutentbrannte radikale Iraner am 4.11. 79 die amerikanische Botschaft und nehmen 52 Mitarbeiter als Geiseln. Im Verlauf dieser Aktion konnten sechs Botschaftsangehörige über den Hintereingang flüchten und fanden letztlich Zuflucht im Haus des kanadischen Botschafters. Der CIA-Agent Tony Mendez (Ben Affleck) versucht nun, diese Amerikaner sicher und so schnell wie möglich außer Landes zu schmuggeln. Ein listiger Plan muss her. Tony Mendez hat schließlich die Idee, eine fiktive Sci-Fi Filmproduktion namens „Argo“ ins Leben zu rufen. Die sechs zu befreiende Amerikaner bekommen neue Identitäten. Sie sollen sich als Mitglieder einer kanadischen Filmcrew ausgeben, die sich im Iran aufgehalten haben, um dort nach geeigneten Drehorten zu suchen. Um diesen fiktiven Film echt erscheinen zu lassen, werden sogar mit Lester Siegel (Alan Arkin) ein richtiger Hollywoodproduzent und mit John Chambers (John Goodman) ein Oscar-prämierter Maskenbildner verpflichtet…

A- (Wertung von A bis F) „Argo“ basiert auf wahren Begebenheiten. Der ehemalige U.S. Präsident Bill Clinton hat diese, über so viele Jahre verschwiegene, Geheimdienstoperation im Jahr 1997 an die Öffentlichkeit gebracht.

Gleich mit dem wunderbaren Prolog hatte ich das Gefühl, jetzt einen der besten Filme des Jahres 2012 zu sehen zu bekommen. Mit dem Abspann (den man sich auch unbedingt anschauen sollte) war mir klar, dass „Argo“ in meiner Top Ten für 2012 landen wird. Das heißt aber nicht, dass ich alles an dem Film perfekt finde. „Argo“ schwächelt für einige Szenen, was für mich hauptsächlich mit dem Schauspieler Ben Affleck zu tun hat. Die letzten vielleicht vierzig Minuten sind unfassbar spannend, daher sehe ich großzügig darüber hinweg, dass nicht alles so realistisch ist.

So talentiert sich Ben Affleck mit „Argo“ als Regisseur zeigt, so schlecht ist er hier als Schauspieler. In den Szenen, in denen er neben den richtig guten Schauspielern John Goodman und Alan Arkin zu sehen ist, vermittelte sich bei mir sogar der Eindruck, dass er es selbst kaum glauben kann neben solchen Schauspieltalenten zu spielen. Auf Äußerlichkeiten bezogen: Es ist bekannt, dass er auch privat ein Haarteil trägt, seine ulkige Perücke in „Argo“ hat mich immer etwas aus dem Film gebracht, ebenso seine Körperhaltung und sein Gang. Außerdem sieht es unecht aus, wenn er eine Zigarette raucht. Seine Ausdruckslosigkeit und seine Grenzen als Schauspieler tragen nicht zur Glaubwürdigkeit seines Charakters bei. Ben Afflecks Einzelszenen sind für mich die schwächsten Szenen im Film. Eine andere Besetzung der Hauptrolle wäre wünschenswert gewesen. In den U.S. A. ist auch Kritik aufgekommen, dass er keinen lateinamerikanischen Schauspieler für die Rolle des Tony Mendez besetzt hat.

Als Regisseur hat sich Ben Affleck mit seinem dritten Film (nach dem – in meinen Augen – nicht so dollen Gone Baby Gone und The Town) jetzt aber meinen Respekt verdient. So würde ich ihn jetzt zweifelsfrei in einem Atemzug mit den bekannten Schauspielern (dem leider viel zu früh verstorbenen Sydney Pollack, Ron Howard, Robert Redford, Clint Eastwood und George Clooney) nennen, die erfolgreich ins Regiefach gewechselt sind. Ben Affleck wäre sehr gut beraten, wenn er sich zukünftig ausschließlich auf seine Regiearbeiten konzentrieren würde.

„Argo“ hat alle Zutaten für einen Oscar-Film: Der Politthriller basiert auf wahren Begebenheiten mit einem nicht unwesentlichen Bezug zu Hollywood, es enthält eine verdammt gute und auch irgendwie zeitgemässe Story, man kann mit glaubwürdigen Charakteren mitfiebern, gedreht nach einem hervorragenden Drehbuch, er enthält nominierungswürdige Performances (Alan Arkin, John Goodman) und Regie führt ein Schauspieler, der sich bereits durch seine beiden Vorgängerfilme einen Namen gemacht hat, sich selbst Oscar-Preisträger (Bestes Originaldrehbuch für „Good Will Hunting“, da ist auch schnell vergessen dass er als Schauspieler für zahlreiche Filme für die Goldene Himbeere nominiert und ausgezeichnet wurde) nennen darf. Schließlich ist auch noch Hollywood-Liebling Georg Clooney Co-Produzent des Films. Nicht unerheblich ist, dass „Argo“ bei den Kritikern sehr beliebt ist, aber auch zugleich – wie es jetzt nach 10 Tagen erscheint – auch ein Erfolg an der amerikanischen Kinokasse. Die Produktionskosten sind jedenfalls nach 1 1/2 Wochen Kinoauswertung – alleine in den U.S.A. – schon beinahe eingespielt.

„Argo“ ist derzeit für zahlreiche Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Hilfe!), Beste Nebendarsteller (Alan Arkin, John Goodman), Bestes adaptiertes Drehbuch, Bester Schnitt, Beste Kamera, Bestes Szenenbild, Bester Schnitt, Bestes Kostümdesign, Beste Filmmusik

„Argo“ wurde erstmalig auf dem Telluride Film Festival gezeigt.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Stand Up Guys“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Actionkomödie mit Al Pacino und Alan Arkin und Christopher Walken
Wie oft schon im Kino gesehen: 0x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 80%

Trailer v. Film: „Not Fade Away“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Drama mit James Gandolfini, Oscar-Chancen?
Wie oft schon im Kino gesehen: 0x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Zero Dark Thirty“
Bewertung des Trailers: A (neuer Trailer)
Kommentar: Kathryn Bigelows neuer (Oscar)Film mit Jessica Chastain, Joel Edgerton, James Gandolfini. Ich wünsche mir, dass dies ein A-Film wird.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Gangster Squad“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Thriller mit Sean Penn, Ryan Gosling, Josh Brolin, Nick Nolte, Giovanni Ribisi, Michael Pena. War der Amoklauf in dem amerikanischen Kino der einzige Grund, dass Warner den Film aus der Oscar-Saison geschoben hat?
Wie oft schon im Kino gesehen: 0x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Life of Pi“
Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer)
Kommentar: Ang Lees Romanverfilmung, Film gilt als Oscar-Favorit.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Cloud Atlas“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Romanverfilmung von Tom Tykwer und den Wachowskis mit Tom Hanks, Halle Berry, Jim Broadbent, Hugo Weaving, Jim Sturgess und Susan Sarandon. Oscar-Chancen müssen sich noch zeigen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

DVD – Film: "The Company Men"

Folgenden Film habe ich mir auf DVD angeschaut:

„The Company Men“ (dt. Kinostart: 07.07.11) 113 min drama
dir. John Wells cast: Ben Affleck, Kevin Costner, Chris Cooper, Tommy Lee Jones, Rosemarie DeWitt, Maria Bello, Craig T. Nelson

Bobby Walker (Ben Affleck) ist 37 Jahre alt und arbeitet seit 12 Jahren im mittleren Management für einen großen Konzern. Er verdient viel Geld und führt einen luxuriösen Lebensstil. Als es zu Personaleinsparungen kommt, ist Bobby einer der ersten, der entlassen wird. Gene McClary (Tommy Lee Jones) ist in der Konzernleitung tätig und wütend darüber, dass über seinen Kopf hinweg, die Entlassungen erfolgten. Kurz darauf wird der bald 60-jährige Phil Woodward (Chris Cooper) nach über 30 Jahren gefeuert und dann trifft es selbst Gene…

C+ (Wertung von A bis F) Ein Film zeigt wie eine plötzliche Arbeitslosigkeit bei drei Männern, in unterschiedlichen Lebensabschnitten und Positionen, das Leben verändert. Besonders gut gefallen hat mir, dass hier zum Ausdruck gebracht wird, dass Angestellte entlassen werden, ihre Häuser oder Autos, vielleicht sogar ihre Würde verlieren und der Vorstandsvorsitzende 22 Millionen Dollar (plus Boni, sehr wahrscheinlich) pro Jahr einsackt.

Die Schicksale dieser drei Männer haben mich unterschiedlich berührt. Bobbys Geschichte hat mich eigentlich kalt gelassen. Seinen Charakter fand ich nicht sonderlich sympathisch und für Ben Affleck muss das Wort Fehlbesetzung ja wohl erfunden worden sein. Wie kann man aber auch ohne schauspielerisches Talent und mimikfrei, dafür mit einem angetackerten Haarteil Emotionen einfordern? Phils Geschichte ging mir sehr nah, das ganze Leben lang gearbeitet, sich über 30 Jahre für den Konzern aufgeopfert, um dann kurz vor der Rente entlassen zu werden. Sein Charakter ist von Scham und Aussichtslosigkeit geprägt und hat mir beinahe das Herz zerrissen. Der Film hätte mir so viel besser gefallen, wenn es mehr um seinen Charakter gegangen wäre. Chris Cooper ist – wie immer – brillant und authentisch. Genes Geschichte fand ich auch interessant, in der Führungsriege tätig und von seinem ehemals besten Freund und Konzernchef entlassen. Tommy Lee Jones als zynischer Top-Manager ist natürlich glaubwürdig. Tommy Lee Jones ist aber auch das ganze Gegenteil von Ben Affleck. Sein Gesicht kann Geschichten erzählen und irgendwie weiß man immer, wie seine Filmfigur gerade tickt.

Trailer zu sehen:

NYC – Film: "The Town"

Ich war am 23.09.10 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„The Town“ (dt. Kinostart war der 23.09.10) 123 min drama, thriller, adaptation
dir. Ben Affleck cast: Ben Affleck, Jon Hamm, Rebecca Hall, Jeremy Renner, Blake Lively, Chris Cooper, Pete Postlethwaite

Doug MacRay (Ben Affleck) wollte eigentlich immer professioneller Hockey Spieler werden, ist aber dann in die Fußstapfen seines Vaters (Chris Cooper) getreten und raubt Banken aus. Bei seinem nächsten Coup geht jedoch bei Doug und seinen Komplizen etwas schief und sie nehmen die Filialleiterin der Bank Claire (Rebecca Hall) als Geisel…

C+ (Wertung von A bis F) „The Town“ basiert auf dem Roman „Prince of Thieves“ von Chuck Hogan.

In einer Kritik habe ich einen Vergleich von Ben Afflecks Regiearbeit zu der von Clint Eastwood gelesen. Na da sollte man doch mal die Kirche im Dorf lassen. Auch wenn ich von Afflecks Regiedebüt (Gone Baby Gone), mit Ausnahme von einer, meines Erachtens sensationellen Szene, auch nicht so begeistert war, so mochte ich diesen wesentlich mehr als „The Town“. „The Town“ ist zum einen viel zu lang und zum anderen empfand ich die Liebesgeschichte als viel zu dominant. Die Beziehung von Ben Afflecks und Rebecca Halls Charakter ist von der ersten Begegnung bis zur „Spendenaktion“ komplett unglaubwürdig. Ben „doch, ich habe mehr als zwei unterschiedliche Gesichtsausdrücke“ Affleck wirkt mit seinem meist geöffneten Mund, seiner, für einen Mann und insbesondere für dieses Gesicht viel zu kleinen Nase und seinem stets schielenden Blick sowieso immer etwas dümmlich und hat überhaupt keinerlei Potential für die Rolle als sogenannter „Leading Man“. Der eitle Regisseur hat sich aber gleich mal auch die Hauptrolle gegeben, was ich als größten Fehler des Films sehe. In dem Roman hat sich Jon Hamms Charakter ebenfalls in die Filialleiterin verliebt. Das war Ben Affleck sehr wahrscheinlich eine zu große Konkurrenz. Während der Dreharbeiten hat Ben Affleck (wenn er nicht zu sehr mit sich selbst beschäftigt war) beobachten können was für eine Präsenz Jon Hamm hat, auch wenn ich ihn nach drei Staffeln MAD MEN doch wesentlich besser als Don Draper finde. Diese sexy Coolness kann Jon Hamm hier nicht übertragen, aber sein Part war auch nicht darauf ausgelegt. Schauspielerisch hat mir, wie erwartet, Jeremy Renner (The Hurt Locker) gut gefallen, aber auch Blake Lively, die hier tatsächlich eine frappierende Ähnlichkeit mit der jungen Ellen Barkin hat.

„The Town“ ist kein Oscar-Film und wird hoffentlich von der Academy auch nicht in den Adelsstand erhoben. (… es reicht mir schon, dass unverdienterweise Inception mit großer Wahrscheinlichkeit unter den besten zehn Filmen aus 2010 dabei sein wird) Wenn jedoch einer aus „The Town“ für seine schauspielerisch Leistung belohnt werden sollte, dann ist es Chris Cooper („American Beauty“, „Adaptation“, Breach). Mit einer einzigen Szene schafft es Chris Cooper zu zeigen wie man Authentizität in eine Rolle bringt. Was für ein unglaubliches Talent.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer (habe mich in die Vorstellung „reingeschlichen“ und nur noch zwei Trailer gesehen):

Trailer v. Film: „The Fighter“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Biopic über den Boxer „Irish“ Mickey Ward und seinem älteren Bruder. Mit Mark Wahlberg, Christian Bale (hoffentlich ist er mit dieser Rolle „zurück“, hat sich auf jeden Fall auf sein „The Machinist“-Gewicht runtergehungert) Melissa Leo, Amy Adams
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Fair Game“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Doug Limans neuer Film. Biopic mit Naomi Watts und meinem Lieblingsschauspieler Sean Penn.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%, klar!

Seattle – "State of Play"

Ich war am 23.04.09 in Seattle und habe mir im Kino angeschaut:

„State of Play“ (dt. Titel: „State of Play – Stand der Dinge“, dt. Kinostart: 18.06.09) 128 min drama, thriller, adaptation
dir. Kevin MacDonald cast: Russell Crowe, Ben Affleck, Rachel McAdams, Helen Mirren, Robin Wright Penn, Jeff Daniels, Jason Bateman

In Washington kommt eine junge Frau auf mysteriöse Weise ums Leben. Sie hat für den verheirateten Kongressabgeordneten Stephen Collins (Ben Affleck) gearbeitet. Stephen Collins bricht vor laufender Kamera zusammen und gibt schliesslich eine Affäre mit der Getöteten zu. Kurz darauf sucht er voller Verzweiflung seinen Freund Cal McCaffrey (Russell Crowe) auf. Cal arbeitet als Journalist für den Washington Globe und beginnt, als Reporter und Freund an dem Mordfall zu recherchieren…

B- (Wertung von A bis F) „State of Play“ ist eine Adaption des gleichnamigen britischen Mehrteilers mit Bill Nighy. In der Spielfilm-Inszenierung macht dieser Polit-Thriller optisch was her, ist temporeich und an ungewöhnlichen Locations gedreht. Insbesondere das Büro der fiktiven Zeitung WASHINGTON GLOBE hat mir gefallen. Aber auch wenn ich grosszügig übersehe, dass „State of Play“ eine fragwürdige Aufklärung und ein unbefriedigendes Ende präsentiert, muss ich zugeben, dass er mich nicht richtig in seinen Bann ziehen konnte. Es gibt eine sehr spannende Szene, aber ansonsten plätschert der Film nur irgendwie vor sich hin. Das einzige was den Film tatsächlich für mich sehenswert macht, sind die Schauspieler. Allen voran der Hauptdarsteller Russell Crowe. Die gute Nachricht zuerst, er hat nach einigen mittelmässigen Performances in teils noch schlechteren Filmen („Proof of Life“, „A Good Year“, Body of Lies) zu seiner alten Bestform („The Insider“, „A Beautiful Mind“) zurückgefunden. Jeff Daniels („Heartburn“, „The Hours“, „Good Night, and Good Luck“) wird mit dem Alter anscheinend immer besser und agiert hier mit Russell Crowe auf Augenhöhe. Am meisten jedoch überrascht war ich von Jason Bateman (Juno,“Hancock“). Er stiehlt hier jedem die Show. Zu den anderen Akteuren: Helen Mirren: es gibt sie nicht in „schlecht“! Rachel McAdams: mag ich schon lange. Robin Wright Penn: hier leider unterfordert. Ben Affleck: er bemüht sich…

„State of Play“ sollte eigentlich in den Hauptrollen mit Brad Pitt und Edward Norton besetzt werden. Brad Pitt wäre als Russell Crowes Charakter ein Fiasko gewesen und hätte einen ganz anderen Film hervorgebracht. Edward Norton hingegen als Ben Afflecks Charakter hätte den Film – klar – aufgewertet…

Trailer zu sehen: