Netflix – Film: „Man on Wire“

Ich habe mir folgenden Film über Netflix (U.S.) angeschaut:

„Man on Wire“ (dt. Filmtitel: „Man on Wire – Der Drahtseilakt“, dt. Kinostart war der 22.01.2009) 95 min documentary, adaptation
dir.James Marsh cast: Philippe Petit

Am 7. August 1974 balancierte der französische Seilkünstler auf einem Drahtseil von dem Dach eines Turmes des World Trade Centers zum anderen – in einer Höhe von 417 Metern und ohne jegliche Sicherheitsvorkehrungen.

B+ (Wertung von A bis F) „Man on Wire“ basiert auf Phiippe Petits Buch „To Reach the Clouds“.

Die Dokumentation erzählt über die Vorbereitungen und die Durchführung des spektakulären Hochseilaktes des französischen Seiltänzers Philippe Petit. Er spannte ein 60 Meter langes Drahtseil zwischen den Zwillingstürmen in New York und balancierte ohne Netz und Sicherheitsvorkehrungen zwischen den Türmen des World Trade Centers.

Durch die Original-Aufnahmen, die nachgestellten Szenen und durch die zahlreichen Interviews bekommt man ein recht gutes Bild von diesem lebensmüden Akrobaten und seiner waghalsigen Aktion. Besonders spannend fand ich, wie Petit von den Vorbereitungen erzählt und mit welchen Schwierigkeiten sie sich auseinandersetzen mussten. Petit erzählt wie er und sein Team Angst hatten, von dem Sicherheitspersonal des World Trade Centers erwischt zu werden.

„Man on Wire“ ist teilweise in französischer Sprache mit englischen Untertiteln.

„Man on Wire“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2008 gezeigt. Dort hat der Film zwei Preise gewonnen: Grand Jury Prize: World Cinema Documentary und den Word Cinema Audience Award: Documentary. Im darauffolgenden Jahr wurde der Film mit dem Oscar als bester Dokumentarfilm ausgezeichnet.

Trailer zu sehen:

Die Oscarverleihung am 22.02.09

Soeben ist die Oscarverleihung zu Ende gegangen. Was für eine gute Show. Ich kann mich tatsächlich nicht erinnern, wann die Oscarverleihung so unterhaltsam war. Viele Kategorien wurden zusammengefasst und so hat die Show auch ordentlich an Geschwindigkeit zugelegt, so dass ich am Anfang dachte, nicht das die Show zu schnell zu Ende ist…Gut, sie ging dann doch beinahe 3 1/2 Stunden.

Es gab viele entscheidende Änderungen und eigentlich waren alle gelungen. Obwohl ich es nicht so mit Gesang und Tanz habe, fand ich sogar das Opening v. Hugh Jackman genial. Tanzen und singen kann er schon sehr gut. Warum er später, während der Show in einer Musical-Showeinlage, dieses ausgerechnet mit Beyoncé Knowles tun musste, entzieht sich meiner Kenntnis und lässt mich ratlos zurück… :??: Aber ansonsten hat Hugh Jackman seine Sache sehr gut gemacht. Nachher gab es schon ein paar Längen in der Show, der Spannungsbogen wurde jedoch gehalten, weil die wichtigsten Oscars (Bester Schauspieler, Beste Schauspielerin, Beste Regie, Bester Film) tatsächlich ganz zum Schluss kamen.

Eine der Neuerungen z.B. war, die Schauspiel-Oscars von fünf vorherigen Oscar-Gewinnern zu präsentieren. So standen fünf der früheren Preisträger gemeinsam auf der Bühne und jeder einzelne hat die Performance von einem der Nominierten vorgestellt. So wurden nicht alleine die Gewinner, sondern auch alle Nominierten ausreichend gewürdigt. Das war lange fällig. Eigentlich ist nämlich auch eine Nominierung durch die Academy schon ein Ritterschlag. Ausserdem war es eine schöne Gelegenheit, so fünf frühere Oscar-Gewinner zu sehen und ihnen zuzuhören.

Warum z.B. ist zuvor keiner auf die Idee gekommen, die Drehbuch-Oscar-Nominierten und deren Filme mit einem Filmausschnitt und Drehbuchauszügen einschliesslich Regieanweisungen zu unterlegen? Macht die Sache so viel lebendiger und gibt einem somit einen kurzen Einblick, wieviel Arbeit dahintersteckt…

Ich empfand auch alle Präsentatoren viel entspannter, hatten auch originelle Reden. Hervorheben möchte ich drei Sachen, die mich besonders begeistert haben: 1. Eine nachgestellte Filmszene aus „Pineapple Express“ mit James Franco und Seth Rogen, hier unterhalten sie sich über die Filme von 2008. 2. Ben Stillers Auftritt als Joaquin Phoenix (mit gruseligen Vollbart und schlechtem Benehmen, wie bei Dave Letterman) 3. Robert de Niros Laudatio für seinen Freund Sean Penn („wie hast Du als Schwuler eigentlich die ganzen Jahren so viele Rollen als heterosexueller Mann bekommen?“). Ich habe mir die Oscar-Show immer gerne angeguckt, aber wenn so die Oscar-Show der Zukunft aussieht, kann ich es kaum noch erwarten, bis es wieder Februar wird…

Die wichtigsten Academy Awards gingen an:

Bester Film: Slumdog Millionaire

Beste Regie: Danny Boyle („Slumdog Millionaire“)

Bester Schauspieler: Sean Penn („Milk“)

Beste Schauspielerin: Kate Winslet („The Reader“)

Bester Nebendarsteller: Heath Ledger („The Dark Knight“)

Beste Nebendarstellerin: Penelope Cruz („Vicky Cristina Barcelona“)

Bestes Original Drehbuch: Dustin Lance Black („Milk“)

Bestes adaptiertes Drehbuch: Simon Beaufoy („Slumdog Millionaire“)

Bester Animationsfilm: „Wall-E“

Jede einzelne der o.g. Kategorien habe ich richtig geraten 😀 und falls es jemand noch nicht weiss, ich liebe Sean Penn und die Rede, die er gehalten hat, war grossartig.

Die Oscarverleihung – letzte Prognose

Morgen nun werden die für die Branche so wichtigen Academy Awards überreicht. Ich bin gespannt, wie der neue Oscar Host Hugh Jackman seine Sache macht. Nachstehend meine Prognose, die sich nur in einer Kategorie (Bester Hauptdarsteller) wesentlich von meiner Prognose v. 22.01.09 unterscheidet:

Bester Film: „Slumdog Millionaire“

Beste Regie: Danny Boyle („Slumdog Millionaire“)

Bester Hauptdarsteller: Sean Penn („Milk“)

Beste Hauptdarstellerin: Kate Winslet („The Reader“)

Bester Nebendarsteller: Heath Ledger („The Dark Knight“)

Beste Nebendarstellerin: Penelope Cruz („Vicky Cristina Barcelona“)

Bestes Original-Drehbuch: Dustin Lance Black („Milk“)

Bestes adaptiertes Drehbuch: Simon Beaufoy („Slumdog Millionaire“)

Bester Animationsfilm: „Wall-E“

Wenn ich es rückblickend betrachte, hing mein Herz mehr an den Entscheidungen vom letzten Jahr. Ich habe mich wahnsinnig gefreut, dass mein Lieblingsfilm „No Country for Old Men“ gewonnen hat. Wenn ich ehrlich bin, gab es letztes Jahr auch bessere Filme („No Country for Old Men“, „Into the Wild“, „I´m Not There“). Aber egal, die Filme, die jetzt zur Wahl stehen, sind (bis auf „The Reader“) auch alle sehr gut.

Ich hätte es lieber, wenn Mickey Rourke für „The Wrestler“ und Meryl Streep für „Doubt“ gewinnen. Diese beiden Performances waren einfach die besten des gesamten Jahres. Ich vermute aber, da Sean Penn den SAG-Award (der noch wichtiger ist als der Golden Globe) gewonnen hat, jetzt auch den Oscar gewinnen wird. Ausserdem wird sich Hollywood, die Academy, aus politischen Gründen für ihn entscheiden und damit ein Zeichen setzen, dass sie gegen die kürzlich erlassene Proposition 8 sind. Meryl Streep hat zwar auch den SAG-Award gewonnen (ihren ersten, und sie war so toll auf der Bühne), aber ich schätze, dass die Academy sich diesmal – nach ihren zahlreichen Nominierungen – für einen Kompensations-Oscar für Kate Winslet entscheidet.

Wir werden sehen…

Nochmal die Oscars – die Rekorde

In der Geschichte der Academy Awards (Oscars) wurden nur „Titanic“ und „All About Eve“ mit mehr Oscarsnominierungen bedacht, als der diesjährige Film „The Curious Case of Benjamin Button“. „Titanic“ und „All About Eve“ haben jeweils insgesamt 14 Nominierungen erhalten, „The Curious Case of Benjamin Button“ 13 Nominierungen.

Meryl Streep schreibt schon seit ein paar Jahren Oscar-Geschichte und bricht immer weitere Rekorde. Sie hat mit ihrer diesjährigen Nominierung (für „Doubt“) jetzt insgesamt 15 Nominierungen bekommen. Sowohl Katherine Hepburn als auch Jack Nicholson haben nur jeweils 12 Nominierungen erhalten. Katherine Hepburn hält immer noch den Rekord mit insgesamt 4 Oscars, die sie erhalten hat. Jack Nicholson folgt mit 3 Oscars und Meryl Streep mit 2. Es wird also Zeit für die Academy, sie für ihre jahrelange Top-Leistung endlich wieder mit einem Oscar zu belohnen.

Kate Winslet hat dieses Jahr auch einen Rekord gebrochen, sie hat mit ihrer 6. Nominierung dieses Jahr Bette Davis überholt. Kate Winslet ist die jüngste Oscarnominierte, die insgesamt 6 Nominierungen erhalten hat.

Einen Oscarnominierung posthum zu erhalten, wie Heath Ledger dieses Jahr, ist ungewöhnlich, aber nicht so sehr. Posthum hat James Dean für „East of Eden“ und „Giant“ , Spencer Tracy für einen meiner Lieblingsfilme „Guess Who´s Coming to Dinner“, Peter Finch für „Network“, Ralph Richardson für „Greystroke“ und Massimo Troisi für „The Postman“ eine Oscarnominierung erhalten. Einzig Peter Finch für „Network“ hat aber tatsächlich einen Oscar posthum erhalten. Vielleicht ist es doch nicht so sicher, dass Heath Ledger einen Oscar posthum erhält.

Die Oscarnominierungen für das Filmjahr 2008

Die Academy hat heute die langersehnten Oscarnominierungen für das Filmjahr 2008 bekannt gegeben. Die Verleihung der Academy Awards 2009 erfolgt am 22.02.09. Die wichtigsten Nominierungen:

Best Motion Picture of the Year

– The Curious Case of Benjamin Button
– Frost/Nixon
– Milk
– Slumdog Millionaire
– The Reader

Meine Meinung: „The Reader hat für mich nichts in der Kategorie zu suchen. Mich wundert es, dass die Academy „The Dark Knight“ in den wichtigsten Kategorien auslässt. Mein Wunsch: hier schwieriger als bei den GGs, da „Milk“ jetzt dabei ist, dennoch „The Curious Case of Benjamin Button“ oder „Slumdog Millionaire“ Die Wahrscheinlichkeit: „Milk“ hat einige Preise bekommen, wird sich wohl zwischen „Milk und „Slumdog“ entscheiden. Der Unsicherheitsfaktor: „Milk“ und „Slumdog“

Achievment in Directing

– David Fincher für „The Curious Case of Benjamin Button“
– Ron Howard für „Frost/Nixon“
– Gus Van Sant für „Milk“
– Stephen Daldry für „The Reader“
– Danny Boyle für „Slumdog Millionaire“

Meine Meinung: Stephen Daldry hat für mich in der Kategorie nichts zu suchen. Mein Wunsch: Danny Boyle Die Wahrscheinlichkeit: Danny Boyle Der Unsicherheitsfaktor: Gus Van Sant oder David Fincher

Performance by an actress in a leading role

– Anne Hathaway für „Rachel Getting Married“
– Angelina Jolie für „Changeling“
– Melissa Leo für „Frozen River“
– Meryl Streep für „Doubt“
– Kate Winslet für „The Reader“

Meine Meinung: Meine Güte, diese Hathaway wird man wohl nicht los. Wenn ich mich hätte entscheiden müssen, hätte ich Golden Globe Gewinnerin Sally Hawkins auch eher nominiert. Melissa Leo ist die einzige, deren Arbeit ich nicht beurteilen kann. Es wundert mich, dass Kate Winslet für eine Hauptrolle für „The Reader“ nominiert wurde, bei den GGs war es noch die Nebenrolle Mein Wunsch: Meryl Streep hätte es verdient, aber ich habe auch gesagt, dass es Kates Jahr wird… Die Wahrscheinlichkeit: Kate Winslet Der Unsicherheitsfaktor: Meryl, weil sie so gut war und endlich mal wieder den Award auch in den Händen halten sollte und ich will mal nicht vom schlimmsten ausgehen…

Performance by an actor in a leading role

– Richard Jenkins für „The Visitor“
– Frank Langella für „Frost/Nixon“
– Sean Penn für „Milk“
– Brad Pitt für „The Curious Case of Benjamin Button
– Mickey Rourke für „The Wrestler“

Meine Meinung: Meine Rufe für Richard Jenkins wurden erhört, worüber ich mich sehr freue. Brad Pitt hat für mich in der Kategorie nichts zu suchen. Wo bleibt Leo? Mein Wunsch: Bleibe dabei, mein Herz entscheidet, Mickey Rourke Die Wahrscheinlichkeit: Es wird sich wohl zwischen Mickey, Frank und Richard entscheiden Der Unsicherheitsfaktor: Frank Langella und Richard Jenkins

Performance by an actress in a supporting role

Amy Adams für „Doubt“
Penelope Cruz für „Vicky Cristina Barcelona“
Viola Davis für „Doubt“
Taraji P. Henson für „The Curious Case of Benjamin Button“
Marisa Tomei für „The Wrestler“

Meine Meinung: Ich freue mich über die „Doubt“-Nominierungen, die sind auch gerechtfertigt, ebenso Marisa Tomei und Penelope Cruz. Taraji P. Henson war zwar gut in der Rolle, aber so gut nun wieder auch nicht. Da hätte Cate Blanchett viel eher eine Oscarnominierung für diesen Film verdient. Mein Wunsch: Marisa Tomei hat schon einen Oscar, also gehe ich jetzt mal für Penelope Cruz, die einfach in dieser Rolle wunderbar war Die Wahrscheinlichkeit: Man hat ja gerne mal etwas Farbe auf der Bühne, also Taraji P. Henson oder Viola Davis Der Unsicherheitsfaktor: Penelope Cruz

Performance by an actor in a supporting role

– Josh Brolin für „Milk“
– Robert Downey Jr. für „Tropic Thunder“
– Philip Seymour Hoffman für „Doubt“
– Heath Ledger für „The Dark Knight“
– Michael Shannon für „Revolutionary Road“

Meine Meinung: Ich freue mich sehr über Michael Shannons Nominierung. Ebenso freue ich mich darüber, Robert Downey Jr. bei den Oscars zu sehen. Gerechtfertigt ist Josh Brolin Mein Wunsch: Heath Ledger oder Philip Seymour Hoffman Die Wahrscheinlichkeit: alles deutet auf Heath Ledger Der Unsicherheitsfaktor: ich glaube mittlerweile keiner mehr

„The Curious Case of Benjamin Button“ führt mit insgesamt 13 Nominierungen, „Slumdog Millionaire“ folgt mit 10 Nominierungen. Ausserdem wurde der deutsche Film „Baader Meinhof Komplex“ als bester fremdsprachiger Film nominiert, wird wohl aber gegen „Waltz with Bashir“ keinerlei Chancen haben. Mein „Wall-E“ wird ganz sicher auch einen Oscar erhalten.

Ausserdem möchte ich einige Schauspieler bzw. Filme erwähnen, die sich grosse Chancen auf einen Anti-Oscar, den Razzie-Award, ausrechnen können. Ich freue mich über folgende Nominierungen:

– „The Happening“ für schlechtester Film, schlechtestes Drehbuch, schlechtester Regisseur und schlechtester Schauspieler Mark Wahlberg (Mark Wahlberg hat mit seiner Performance in „Max Payne“ sogar eine Doppel-Nominierung für das letzte Filmjahr)

– Al Pacino hat auch eine Doppel-Nominierung für „88 Minutes“ und „Righteous Kill“ (schlechtester Schaupsieler)

– Kate Hudson in „Fool´s Gold“ (schlechteste Schauspielerin), wobei ich noch eher Matthew McConaughey nominiert hätte…

– Pierce Brosnan für „Mamma Mia“ :)) (schlechtester Schauspieler…und Sänger :yes:)

– „Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull“ (schlechtestes Sequel)

Seattle – "Revolutionary Road"

Ich war am 06.01.09 in Seattle und habe mir im Kino angeschaut:

„Revolutionary Road“ (dt. Titel „Zeiten des Aufruhrs“, dt. Kinostart 15.01.09) 119 min drama, adaptation
dir. Sam Mendes cast: Kate Winslet, Leonardo DiCaprio, Kathy Bates, Michael Shannon, Dylan Baker, Kathryn Hahn, David Harbour

Als sich April (Kate Winslet) und Frank (Leonardo DiCaprio) kennenlernen, sind beide voller Träume und Sehnsüchte. Sie heiraten allerdings sehr früh, bekommen zwei Kinder und ziehen in die Vorstadt. Mittlerweile führen sie genau das spiessige Leben, das sie nie führen wollten. Obwohl sie sich nicht mehr viel zu sagen haben, streiten sie unaufhörlich. An Franks 30. Geburtstag macht April den Vorschlag, nach Paris zu gehen und neu anzufangen. Für eine gewisse Zeit leben sie wieder für ihre Träume…

A- (Wertung von A bis F) Der Film „Revolutionary Road“ wurde von dem Kultroman von Richard Yates adaptiert. Die vierte Regiearbeit von Sam Mendes ist zugleich die zweite über eine Vorstadt-Ehe. Wo Mendes bei seinem Regiedebut „American Beauty“ noch die satirische Form wählte, zeigt er in „Revolutionary Road“ die ausserst deprimierende. Er inszeniert, mit Hilfe des – auch von den Coen-Brüdern hochgeschätzten – Kameramannes, Roger Deakins, sowohl die 50er Jahre, als auch die Ausweglosigkeit authentisch. Mich haben die erbitterten, lauten Streitereien allerdings sehr an „Who´s Afraid of Virginia Woolf“ erinnert, den ich als Heranwachsende sah und überhaupt nicht mochte. Schauspielerisch ist an „Revolutionary Road“ überhaupt nichts zu bemängeln. Sogar die Nebenrollen sind perfekt besetzt. Kathryn Hahn und David Harbour als Nachbarn, die immer wunderbare Kathy Bates als oberflächliche Immobilienmaklerin und der nicht nur hier so überzeugende Michael Shannon als Geisteskranker. Der Film funktioniert aber hauptsächlich durch die Chemie und Qualität der beiden Hauptdarsteller, Kate Winslet und Leonardo DiCaprio. Kate Winslet hat am 11.01.09 einen Golden Globe als beste Hauptdarstellerin bekommen. Update: „Revolutionary Road“ hat drei Oscar-Nominierungen erhalten (Bester Nebendarsteller Michael Shannon, Bestes Szenenbild, Bestes Kostümdesign)

Trailer zu sehen:

Meine TOP TEN Filme 2008

Um für den branchenwichtigen Academy Award (Oscar) für das Jahr 2009 nominiert werden zu können, müssen Filme in der Zeit v. 01.01.-31.12.2008 in einem amerikanischen Kino gestartet sein. Die Oscarnominierungen werden am 22.01.09 bekannt gegeben und am 22.02.09 verliehen. Moderator ist zum ersten Mal der australische Theater- und Filmschauspieler Hugh Jackman. Hugh Jackman hat zuvor bereits im Jahr 2004 und 2005 die Tony Awards moderiert. Für seine beiden Tony-Moderationen wurde er jeweils mit dem Fernsehpreis Emmy ausgezeichnet.

Morgen, am 11.01.09, werden die richtungsweisenden Golden Globes verliehen.

Bis auf wenige Ausnahmen, habe ich die meisten „wichtigen“ Filme gesehen. Ich war insgesamt 85 x im Kino (davon 81 x in den U.S.A., 1 x in Südafrika, 1 x in Deutschland und 2 x in Mexiko – „Wall-E“ habe ich 3 x im Kino gesehen und „The Dark Knight“ bisher 2 x), dies waren meine Liebblingsfilme in 2008:

1. The Curious Case of Benjamin Button (David Finchers Fantasydrama, dt. Kinostart am 29.01.09)

2. Wall-E (Pixars kleines Wunderwerk, dt. Kinostart war der 25.09.08)

3. Slumdog Millionaire (Danny Boyles toller Film, dt. Kinostart am 19.03.09)

4. Doubt (Verfilmung eines preisgekrönten Theaterstücks, mit Meryl Streep und Philip Seymour Hoffman in Bestform, dt. Kinostart am 05.02.09)

5. Gran Torino (Neuester Clint Eastwood Film und vielleicht letzter mit ihm als Schauspieler, war für mich die grösste Überraschung während der Oscar-Saison, dt. Kinostart am 26.02.09)

6. Frost/Nixon (Ron Howards Verfilmung des gleichnamigen Theaterstückes, welches auf den legendären Interviews von David Frost und Richard Nixon basierte. Dt. Kinostart am 05.02.09) und

Milk (Gus Van Sants Biopic über den Politiker Harvey Milk, dt. Kinostart am 19.02.09)

7. The Fall (Tarsems bildgewaltiger Film, habe die Story beinahe vergessen, aber die wunderschönen Bilder immer noch in meinem Gedächtnis, dt. Kinostart am 05.03.09)

8. Young@Heart (Rührender Dokufilm über einen aussergewöhnlichen Senioren-Chor, dt. Kinostart war der 02.10.08)

9. RocknRolla (Guy Ritchies Film, endlich wieder ein britischer Film der mich restlos überzeugte, dt. Kinostart am 19.03.09)

10. The Dark Knight (Christopher Nolans Comicverfilmung ist genau der Grund warum Kinos gebaut werden. Habe mir letztens Teile des Films auf einem Bildschirm angeschaut und kann jetzt zu 100% sagen, dass dieser Film ausschliesslich auf einer grossen Leinwand wirkt. Dt. Kinostart war der 21.08.08)

Gut, ich habe etwas geschummelt, aber ich konnte mich im Mittelpart wirklich nicht entscheiden. „The Fall“ musste dann doch rein, weil er einfach zu schön war und „Young@Heart“ musste rein, weil ich unendlich gerührt war. Zwischen „Frost/Nixon“ und „Milk“ konnte ich mich bei aller Liebe nicht entscheiden…

Ich möchte allerdings noch andere Filme erwähnen, die mir gefallen haben:

„Horton Hears a Who!“, „Miss Pettigrew Lives for a Day“, „Iron Man“, „What Happens in Vegas“, „Teeth“, „Flawless“, „The Visitor“, „The Strangers“, „Wanted“, „Hellboy 2“, „Tropic Thunder“, „W.“, „Appaloosa“, „Changeling“, „Pride and Glory“, „Synecdoche, New York“, „The Wrestler“ und „Revolutionary Road“, „Marley & Me“

Filme in 2008, die ich schlichtweg überflüssig fand:

„Cloverfield“, „The Ruins“, „Redbelt“, „Then She Found Me“ (Sorry, Hon´), „The Love Guru“, „Indiana Jones 4“, „Mirrors“, „Nights in Rodanthe“, „Rachel Getting Married“, „Happy-Go-Lucky“

Filme in 2008, die mich richtig verärgert haben:

„Fool´s Gold“ und noch mehr:

„The Happening“

Wen möchte ich zukünftig nicht mehr auf der grossen Leinwand sehen:

meine Liste vom letzten Jahr mit (Scarlett Johansson, Julia Roberts, Tom Cruise, den Affleck-Brüdern) kann ich so übernehmen, dazu gesellt sich, bei den anderen bin ich mal gnädig, einsam auf weiter Flur:

Anne Hathaway

Wen möchte ich zukünftig häufiger auf der grossen Leinwand sehen:

Mark Strong!!!!!!!!!!!! („RocknRolla“, „Body of Lies“)
Jim Sturgess („Across the Universe“, „21“)
Emily Mortimer („Match Point“, „Transsiberian“)
James Franco („Pineapple Express“, „Milk“)
James McAvoy („The Last King of Scotland“, „Wanted“)
Michael Shannon („The Woodsman“, „Criminal“, „Bug“, er war in „Revolutionary Road“ einfach wieder unglaublich, bislang ist er noch unterschätzt)

Wer sollte für das Filmjahr 2008 einen Oscar erhalten:

Best Actor: Mickey Rourke (für „The Wrestler“) oder Frank Langella (für „Frost/Nixon)

Best Actress: Meryl Streep (für „Doubt“)

Best Supporting Actor: Philip Seymour Hoffman (für „Doubt“) oder posthum Heath Ledger (für „The Dark Knight“)

Best Supporting Actress: Cate Blanchett (für „The Curious Case of Benjamin Button“), für einen GG ist sie allerdings noch nicht einmal nominiert.
ich wäre aber auch mit einem Kompensations-Oscar für Kate Winslet (für „The Reader“) einverstanden

Best Picture: sollte „Slumdog Millionaire“ o. „The Curious Case of Benjamin Button“ gewinnen

aber erst einmal müssen die Golden Globes verliehen werden und die Oscarnominierungen ausgesprochen werden…

Seattle – "The Curious Case of Benjamin Button"

Ich war am 06.01.09 in Seattle und habe mir im Kino angeschaut:

„The Curious Case of Benjamin Button“ (dt. Titel: „Der seltsame Fall des Benjamin Button“, dt. Kinostart: 29.01.09) 167 min fantasy, drama adaptation
dir. David Fincher cast: Brad Pitt, Cate Blanchett, Tilda Swinton, Elle Fanning, Julia Ormond, Taraji P. Henson, Elias Koteas

Im Jahre 1918 erblickt ein ungewöhnliches Baby das Licht der Welt, Benjamin Button (Brad Pitt). Benjamin sieht wie ein schrumpeliger, alter Mann aus und ist tatsächlich 86 Jahre alt. Er altert rückwärts. Von Tag zu Tag verjüngt er sein Aussehen und wird fideler. Als er ungefähr zwölf Jahre alt ist und dabei aussieht als wäre er siebzig Jahr alt, trifft er auf seine Seelenverwandte, die siebenjährige Daisy (Elle Fanning/ später: Cate Blanchett). Ihre Wege werden sich immer wieder kreuzen, bis sie von den Lebensumständen und vom Alter für eine gewisse Zeit zusammenpassen…

A (Wertung von A bis F) Im Filmjahr 2007 war No Country for Old Men mein Lieblingskinofilm, für das Filmjahr 2008 hat es „The Curious Case of Benjamin Button“ auf Platz 1 geschafft (dicht gefolgt von Wall-E und Slumdog Millionaire).

Der Film „The Curious Case of Benjamin Button“ ist von einer Kurzgeschichte von F.Scott Fitzgerald aus dem Jahre 1921 adaptiert. Erzählt wird eine ungewöhnliche Lebens- und Liebesgeschichte. Auch wenn sich die Liebesgeschichte von der reinen Inhaltsangabe her vielleicht etwas komisch „anfühlt“, so ist sie auf der Leinwand einfach nur aussergewöhnlich und bewegend. Wie von dem Regisseur David Fincher („Seven“, „The Game“, „Fight Club“, Zodiac) nicht anders zu erwarten, hat der Film eine einzigartige, wunderschöne Bildsprache. Finchers Arbeit hat einen hohen Wiedererkennungswert. Neben all der wunderbaren Kameraarbeit, den faszinierenden visuellen Effekte, ist insbesondere die Arbeit der Make-Up-Artisten hervorzuheben, gerade wenn man den Vergleich zu der weniger gelungenen Arbeit bei „The Reader“ hat. Schauspielerisch liefert Brad Pitt eine solide Arbeit ab, die aber zu keinem Zeitpunkt die Qualität und Klasse von Ausnahmetalent Cate Blanchett erreicht. Cate Blanchett verleiht der Filmfigur Daisy so viel Eleganz und Würde, dass es mir manchmal beinahe den Atem raubte…Wenn es bei der Academy gerecht zugehen würde…, müsste Cate Blanchett für diese Rolle einen Oscar erhalten. Natürlich ist aber auch Tilda Swinton wieder einmal eine Bereicherung. Der Film ist für 5 Golden Globes nominiert.

Meine Empfehlung: „The Curious Case of Benjamin Button“ auf der grösstmöglichen Leinwand schauen und vielleicht noch das eine oder andere Taschentuch griffbereit halten…

Lars-Olav Beier vom SPIEGEL hat einen interessanten und gut beobachteten Aspekt in seiner Filmkritik aufgebracht („Liebe auf Augenhöhe“).

Trailer zu sehen:

Philadelphia – "The Reader"

Ich war am 31.12.08 in Philly und habe mir im Kino angeschaut:

„The Reader“ (dt. Titel „Der Vorleser“, dt. Kinostart: 26.02.09) 122 min drama adaptation
dir. Stephen Daldry cast: Kate Winslet, Ralph Fiennes, David Kross, Karoline Herfurth, Hannah Herzsprung, Leno Olin, Bruno Ganz

Der 15jährige Michael Berg (David Kross) lernt im Jahr 1958 die zwanzig Jahre ältere Hanna Schmitz (Kate Winslet) kennen und verliebt sich in sie. Einen Sommer lang pflegen sie eine ungewöhnliche Liebesbeziehung. Während ihrer intimen Stunden geniesst Hanna es, von ihrem jungen Liebhaber aus Büchern vorgelesen zu bekommen. Eines Tages verschwindet Hanna spurlos. Acht Jahre später beobachtet Michael als Jurastudent einen Kriegsverbrecherprozess und sieht seine ehemalige Geliebte wieder. Sie sitzt auf der Anklagebank…

B- (Wertung von A bis F) Der Film „The Reader“ wurde von dem deutschen Roman „Der Vorleser“ von Berhard Schlink adaptiert. Ich habe das Buch nicht gelesen. Die Filmversion beginnt, mit dem Gerichtsprozess erst richtig spannend zu werden. Der Film ist recht komplex und durchaus nicht uninteressant, allerdings war es mir zu keinem Zeitpunkt möglich, in den Film „einzutauchen“. Das lag für mich hauptsächlich daran, dass der Film nicht auf deutsch war. Es hat mich den ganzen Film beschäftigt, warum Deutsche untereinander in Deutschland ausschliesslich Englisch reden und ausschliesslich englische Literatur lesen…(?)… Sicherlich ist „The Reader“ in der Synchronisation nicht so irritierend. Allerdings hätte der Film für mich tatsächlich mit deutschen Schauspielern und auf deutsch gedreht werden müssen, um glaubwürdig zu sein. Es ist aber Harvey Weinsteins Oscar-Ambitionen zu verdanken, dass der Film STAR-POWER haben musste. Aufgrund einer überragenden, insbesondere in Nacktszenen natürlichen Kate Winslet ist der Film natürlich kein schlechter Film. Nicole Kidman war zwischendurch mal für diese Rolle im Gespräch. Man kann sich vorstellen, was aus dem Film dann geworden wäre…
Am 11.01.09 hat Kate Winslet einen Golden Globe als beste Nebendarstellerin erhalten. Update: Kate Winslet hat für diese Rolle den Oscar als beste Hauptdarstellerin gewonnen.

Trailer zu sehen:

Philadelphia – "Doubt"

Ich war am 31.12.08 in Philly und habe mir im Kino angeschaut:

„Doubt“ (dt. Titel: „Glaubensfrage“, dt. Kinostart: 05.02.09) 104 min drama adaptation
dir. John Patrick Shanley cast: Meryl Streep, Philip Seymour Hoffman, Amy Adams, Viola Davis, Joseph Foster

New York, 1964.
Unter der strengen Herrschaft der Direktorin, Schwester Aloysius (Meryl Streep), wird die katholische St. Nicholas Privatschule geführt. Es herrscht Zucht und Ordnung, bis der Direktorin der moderne Priester Flynn (Philip Seymour Hoffman) vorgesetzt wird. Als der erste afro-amerikanische Junge an die Schule kommt, kümmert sich Priester Flynn um den Schüler und benennt ihn sogar zum Messdiener. Eines Tages glaubt die Lehrerin des Jungen, Schwester James (Amy Adams), unschickliches Benehmen des Priesters bemerkt zu haben und meldet dies der Direktorin…

A (Wertung von A bis F) Die Filmversion „Doubt“ wurde von dem gleichnamigen Theaterstück adaptiert. Das Bühnenstück gewann im Jahr 2005 sowohl den Pulitzer Prize, als auch den Tony. Der Regisseur des Theaterstücks und der Filmversion, John Patrick Shanley, hat nach 18 Jahren seinen zweiten Kinofilm inszeniert. Sein Regiedebut sprach nicht wirklich für ihn („Joe Versus the Volcano“ mit Tom Hanks und Meg Ryan), so dass sich MIRAMAX wohl gedacht hatte, stellen wir ihm mal sicherheitshalber die Schauspiel-Elite an die Seite. Besetzt ist der Film mit der zauberhaften Amy Adams („Enchanted“, Miss Pettigrew Lives for a Day) und der hier überzeugenden Viola Davis („Far From Heaven“, Nights in Rodanthe), er lebt aber von den Performances von Meryl Streep und Philip Seymour Hoffman. Die beiden agieren auf Augenhöhe und ich sehe es als pures Vergnügen, dem Aufeinandertreffen dieser Schauspielgrössen zuzuschauen. Wenn man bedenkt, wieviel Lebensfreude Meryl Streep im letztjährigen „Mamma Mia“ ausstrahlte und wie verbiestert und frustriert, aber dabei echt, sie jetzt daherkommt…Gegensätzlicher könnten die beiden Rollen nicht sein und damit ist für mich klar, wer in 2009 den Oscar gewinnen muss. Chamäleon Hoffman, der Mrs. Streep in nichts nachsteht, sollte ebenso einen Award erhalten. Heath Ledger (R.I.P.) hat grosse Konkurrenz bekommen. Bei „Doubt“ sollte man keinen Film über pädophile Priester erwarten, ist es doch eher ein Film – passender könnte der Originaltitel nicht sein – über Zweifel. Zweifel, die man gegenüber anderen Menschen und vielleicht seinem eigenen Verhalten hat…
Dieser komplexe Film ist für fünf Golden Globes nominiert und gilt als Oscar-Kandidat. Es ist äusserst wahrscheinlich, dass „Doubt“ in meiner TOP TEN für 2008 landen wird.

Trailer zu sehen: