Die Oscars 2012: Alle Gewinner

Meryyyyyyyyllllll! Also mit den Oscars 2012 bin ich wieder einigermassen versöhnt.

Ich habe mir die Show dann doch live angeschaut, aber im Bett und immer kurz davor, einzunicken. Billy Chystals souverän-charmante Moderation hat mich an früher, an seine damaligen Oscar-Abende erinnert. Das mochte ich, vergleichbar mit einem Film, den ich in den 1980er Jahren geliebt habe und der jetzt im Fernsehen kommt. Ich fand den ganzen Abend relativ kurzweilig. Kurz vorher wurde veröffentlicht, in welcher Reihenfolge die Academy Awards dieses Jahr verliehen werden. Mit einer Verzögerung von einigen wenigen Minuten blieb die Show sogar im Zeitrahmen. Die beste Dankensrede hat Christopher Plummer gehalten. Die blödeste Octavia Spencer. Die Überraschung des Abends (der Nacht in Deutschland) war zweifelsohne, als Meryl Streeps Name verlesen wurde. Mein Oberkörper richtete sich mit einem Schlag senkrecht im Bett auf und dann liefen mir schon die Tränen. Wohlverdient. Nach dem SAG Award für Viola Davis war hiermit nicht mehr wirklich zu rechnen. Aber, ich glaube, dies auch schon mal in meinem Blog erwähnt zu haben, man darf nie Harvey Weinstein und seine Leute unterschätzen. Dieses Jahr steht sein Team hinter „The Artist“, „The Iron Lady“ und „Undefeated“. Meryyyyylllll! Meryl hält nach wie vor den Rekord mit 17 Oscar-Nominierungen und jetzt 3 Academy Awards (2 für die Beste Hauptrolle, 1 für die Beste Nebenrolle) Es gibt nur eine Schauspielerin, die bei 12 Oscar-Nominierungen auch 4 Academy Awards (4 für die Beste Hauptrolle) gewonnen hat: Katharine Hepburn. Ja und ich freue mich darüber, dass „The Artist“ nicht der ganz große Abräumer des Abends war. „Hugo“ hat wohlverdient fünf technische Awards gewonnen und „The Artist“ hat ebenfalls fünf Oscars gewonnen, drei „wichtige“, plus Kostüme und Score. Das schönste Kleid hat für mich Tina Fey getragen, gefolgt von Penelope Cruz. Schlimm fand ich die Roben von insbesondere Sandra Bullock, Emma Stone, Michelle Williams.

Alle Oscar-Gewinner 2012:

Best Picture: „The Artist“
Best Director: Michel Hazanavicius („The Artist“)
Best Actor: Jean Dujardin („The Artist“)
Best Actress: Meryl Streep („The Iron Lady“)
Best Supporting Actor: Christopher Plummer („Beginners“)
Best Supporting Actress: Octavia Spencer („The Help“)
Best Original Screenplay: Woody Allen („Midnight in Paris“)
Best Adapted Screenplay: Alexander Payne, Nat Faxon und Jim Rash („The Descendants“)
Best Cinematography: „Hugo“
Best Animated Feature: „Rango“
Best Foreign Language Film: „A Separation“
Best Costume Design: „The Artist“
Best Art Direction: „Hugo“
Best Make Up: „The Iron Lady“
Best Film Editing: „The Girl with the Dragon Tattoo“
Best Sound Editing: „Hugo“
Best Sound Mixing: „Hugo“
Best Visual Effects: „Hugo“
Best Documentary Feature: „Undefeated“
Best Animated Short: „The Fantastic Flying Books of Mr. Morris Lessmore“
Best Live Action Short: „The Shore“
Best Documentary Short Subject: „Saving Grace“
Best Original Song: „Man or Muppet“ („The Muppets“)
Best Original Score: Ludovic Bource („The Artist“)

Von den 24 Kategorien habe ich 18 richtig geraten. Ist ein okayer Schnitt, jedenfalls habe ich meine Wette gewonnen Zugegebenermassen mit nur einer Stimme, diesmal also sehr knapp.

Die Oscar-Gewinner 2012, meine Prognose

Ich beschäftige mich mit den Oscars nun seit mehr als zwanzig Jahren. Ich kann mich an kein Jahr erinnern, an dem mich die tatsächlichen Oscar-Gewinner so wenig interessiert haben. Jetlag-gebeutelt wie ich derzeit durch die Hauptstadt schwächel, weiss ich nicht mal, ob ich mir die Show live anschaue. Eigentlich stehen ja auch die wichtigsten Gewinner spätestens seit Ende Januar fest. In ein paar Jahren wird man auf die Oscars 2012 zurückblicken und sagen, was für ein schnarchiges, ja gewöhnliches Filmjahr das Jahr 2011 war. Die wenigen Film-Highlights (mit Ausnahme von „Hugo“) wurden erst gar nicht von der Academy berücksicht. Ganz zu schweigen davon, dass viele herausragende Performances (Theron, Swinton, Di Caprio, Fassbender, Shannon) nicht nominiert wurden. In Erinnerung wird bleiben, dass im Jahr 2012 dieser Stummfilm den Oscar gewonnen hat. Wie dem auch sei, ich habe mich schon genug geärgert, habe aber (wie jedes Jahr), eine Wette zu laufen und veröffentliche auch dieses Jahr meine Prognose.

Oscar-Gewinner 2012, meine Prognose:
Best Picture: „The Artist“
Best Director: Michel Hazanavicius („The Artist“)
Best Actor: Jean Dujardin („The Artist“)
Best Actress: Viola Davis („The Help“)
Best Supporting Actor: Christopher Plummer („Beginners“)
Best Supporting Actress: Octavia Spencer („The Help“)
Best Original Screenplay: Woody Allen („Midnight in Paris“)
Best Adapted Screenplay: Alexander Payne, Nat Faxon und Jim Rash („The Descendants“)
Best Cinematography: „Tree of Life“
Best Animated Feature: „Rango“
Best Foreign Language Film: „A Separation“
Best Costume Design: „The Artist“
Best Art Direction: „Hugo“
Best Make Up: „The Iron Lady“
Best Film Editing: „The Artist“
Best Sound Editing: „Hugo“
Best Sound Mixing: „Hugo“
Best Visual Effects: „Rise of the Planet of the Apes“
Best Documentary Feature: „Undefeated“
Best Animated Short: „The Fantastic Flying Books of Mr. Morris Lessmore“
Best Live Action Short: „Time Freak“
Best Documentary Short Subject: „The Tsunami and the Cherry Blossom“
Best Original Song: „Man or Muppet“ („The Muppets“)
Best Original Score: Ludovic Bource („The Artist“)

Wie schon öfter in der Vergangenheit, kann es tatsächlich auch dieses Jahr in einigen Hauptkategorien doch noch anders laufen. Ich würde mich wahrscheinlich mehr als Meryl Streep selbst über ihren dritten Oscar freuen, aber das wird aller Voraussicht nicht passieren. Viola Davis ist seit August 2011 die Favoritin und daran hat sich bis heute nicht wirklich etwas geändert. Wenn schon Meryl Streep selbst möchte, dass Viola Davis gewinnt… ach ist das alles furchtbar…Im Moment ist leise zu vernehmen, dass es in der Best Supporting Actor-Kategorie zu einer Überraschung kommen könnte. Max von Sydow könnte Christopher Plummer den wohlverdienten (und eigentlich schon sicheren) Oscar noch wegschnappen. Meines Erachtes ist von Sydow zu spät in das Oscar-Rennen eingestiegen, Christopher Plummer gilt eigentlich schon seit Frühjahr 2011 als Favorit. Es ist nicht auszuschließen, dass Max von Sydow trotzdem gewinnt, mich würde das aber irgendwie doch sehr überraschen. Richtig begeistert wäre ich, wenn eine hervorragende Performance in der Best Supporting Actress-Kategorie gekürt wird, aber auch das wird definitiv nicht geschehen.

Ich hoffe inständig, dass „The Artist“ nicht in noch mehr Kategorien abräumt, als ich ihm (gelangweilt) zugestehe.

Jetzt aber zu wirklich unterhaltsamen Nominierungen. Die Razzie Nominierungen sind bekannt gegeben worden. Die wichtigsten Razzie-Nominierungen:

Worst Picture:
– Bucky Larson: Born To Be a Star
– Jack & Jill
– New Year´s Eve
– Tranformers: Dark of the Moon
– Twilight Saga: B.D. Part 1

Worst Actor:
– Russell Brand („Arthur“)
– Nicolas Cage („Drive Angry – 3D“, „Season of the Witch“ und „Trespass“)
– Taylor Lautner („Abduction“ und „Twilight B.D. Part 1“)
– Adam Sandler („Jack & Jill“ und „Just Go with It“)
– Nick Swardson („Bucky Larson: Born To Be a Star“)

Worst Actress:
– Martin Lawrence („Big Mommas: Like Father, Like Son“)
– Sarah Palin („Sarah Palin: The Undefeated“)
– Sarah Jessica Parker („I Don´t Know How She Does it“ und „New Year´s Eve“)
– Adam Sandler (Jack & Jill“)
– Kristen Stewart (Twilight Saga: B.D. Part 1″)

Worst Supportin Actor:
– Patrick Dempsey („Transformers: Dark of the Moon“)
– James Franco („Your Highness“)
– Ken Jeong („Big Mommas: Like Father, Like Son“, „The Hangover Part 2“, „Tranformers: Dark of the Moon“ und „Zookeeper“)
– Al Pacino („Jack & Jill“)
– Nick Swardson („Jack & Jill“ und „Just Go With It“)

Worst Supporting Actress:
– Katie Holmes („Jack & Jill“)
– Brandon T. Jackson (Big Mommas: Like Father, Like Son“)
– Nicole Kidman („Just Go With It“)
– David Spade („Jack & Jill“)
– The Underwear Model, aka Rosie Huntingon-Whiteley („Transformers: Dark of the Moon“)

Worst Director:
– Michael Bay („Transformers: Dark of the Moon“)
– Tom Brady („Bucky Larson: Born To Be a Star“)
– Bill Condon („Twilight Saga: B.D. Part 1“)
– Dennis Dugan („Jack & Jill“ und „Just Go With It“)
– Garry Marshall („New Year´s Eve“)

Gut hat mir noch die Nominierung für Nicolas Cage gefallen in der Kategorie WORST SCREEN COUPLE, Wortlaut der Nominierung: „Nicolas Cage and anyone sharing the screen with him in any of his three 2011 movies“. Ansonsten unterstütze ich alle Nominierungen, selbst wenn ich von den Nominierten nur „The Hangover Part 2“ gesehen habe. Meine Vorstellungskraft reicht aus, um mich an den anderen Nominierungen zu erfreuen. Die Razzie Awards werden am 1. April 2012 verliehen.

Boston – Film: "Extremely Loud & Incredibly Close"

Ich war am 22.01.12 in Boston und habe mir im Kino angeschaut:

„Extremely Loud and Incredibly Close“ (dt. Titel: Extrem Laut und Unglaublich Nah“, dt. Kinostart: 16.02.12) 129 min drama, adaptation
dir. Stephen Daldry cast: Thomas Horn, Tom Hanks, Sandra Bullock, Max von Sydow, Viola Davis, John Goodman, Jeffrey Wright

Der neunjährige Oskar Schell (Thomas Horn) hat seinen Vater (Tom Hanks) bei dem Anschlag vom 9. September 2001 verloren. Er hatte eine enge Beziehung zu ihm. Nach seinem Tod findet er einen kleinen Umschlag mit einem Schlüssel. Oskar geht davon aus, dass ihm sein Vater damit noch irgendetwas mitteilen wollte bzw. der Schlüssel zu irgendetwas führt, dass den unerwarteten Tod des geliebten Vaters erklärt. Er wird in ganz New York nach dem passenden Schloss zu dem Schlüssel suchen…

D- (Wertung von A bis F) „Extremely Loud and Incredibly Close“ basiert auf dem gleichnamigen Roman von Jonathan Safran Foer.

Die ersten Journalisten bzw. Filmkritiker, die diesen Film Anfang Dezember gesehen haben und davon ausgegangen sind, hier einen Oscar-Favoriten-Film zu sehen, müssen doch tagelang unter Schock gestanden haben. Ich war ja nun bereits vorgewarnt, aber dass er so schlimm ist, damit hätte ich nicht gerechnet. Der Film ist eine Katastrophe und dass er jetzt aus unerfindlichen Gründen in der Kategorie Bester Film für den Academy Award nominert wurde, macht die Sache noch viel schlimmer.

Filme, die darauf ausgrichtet sind, den Zuschauer zu berühren und es trotz aller Anstrengungen nicht schaffen, sind in meinen Augen, noch weniger zu ertragen als irgendwelche hohlen Actionfilme.

Ich habe das Buch „Extremely Loud and Incredibly Close“ nicht gelesen, bin aber sicher, dass das Geschriebene wesentlich besser sein muss. Wie man auf die Idee kam, diese doch recht platte Story filmisch umzusetzen, ist mir nicht klar. Am Drehbuch sind schon große Schwächen erkennbar, ganz brenzlig wird es wenn es um die Besetzung geht. Wer kam bloß auf die Idee, dieses schreckliche Kind zu besetzen? Gut für sein Aussehen kann er nichts, ich fand ihn schon optisch unzumutbar, aber dann quatscht einen dieser nervtötende altkluge Junge auch noch von Anfang bis Ende ununterbrochen voll. Thomas Horn/Oskar Schell ist so ein Junge, der ganz bestimmt in der Schule in der ersten Reihe sitzt, sich andauernd meldet und alles besser weiß. Damit treibt er so manch einen Lehrer in den Wahnsinn und löst bei all seinen Mitschülern zwangsläufig Aggressionen aus. Seine Mitschüler bewerfen ihn dann andauernd mit allen Dingen, die sie zu fassen bekommen und warten sehnsüchtig darauf, dass es endlich zur Pause klingelt um ihm dann auf dem Hof, mal wieder ordentlich eins auf Mütze hauen zu können. Ich glaube, wenn man nicht selbst so einen Mitschüler in der Klasse hatte, dann war er garantiert in der Parallelklasse. Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal aufgrund eines Schauspielers (und Filmcharakters) so dringend das Kino verlassen wollte. In „Extremely Loud and Incredibly Close“ ist es dieser unglaublich unerträgliche Thomas Horn als Oskar Schell, der einen auch noch durch eine unglaublich schrecklich langweilige Story führt. Sandra Bullock war noch nie eine richtig gute Schauspielerin (ich kann es immer noch nicht fassen, dass sie sich jetzt Oscar-Preisträgerin nennen darf), hier muss sie sich aber bei ihrem Filmkind angesteckt haben. Ich fand auch Sandra Bullocks Performance unterirdisch. Der große Lichtblick im Film war für mich Max von Sydow (dieser arme alte Mann muss sich in so vielen Szenen von diesem Kind zutexten lassen, schon alleine dafür ist die Oscar-Nominierung berechtigt). Natürlich hat mir aber auch Jeffrey Wright gefallen, auf ihn ist immer Verlass. Jedenfalls haben die beiden Schauspieler dafür gesorgt, dass ich dem Film kein „F“ gegeben habe.

„Extremely Loud and Incredibly Close“ schreibt Oscar-Geschichte. Er ist der von Kritikern am schlechtesten bewertete Film, der je eine Academy-Award-Nominierung als Bester Film erhalten hat.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Lucky One“
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Romanverfilmung. Jetzt hat sich Zac Efron dicke Muskeln antrainiert und sieht immer noch nicht männlicher aus…
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Rock of Ages“
Bewertung des Trailers: D+
Kommentar: Filmadaption des gleichnamigen Broadway-Musicals. Als Tom Cruise im Trailer zum Schluss zu sehen war, brach schallendes Gelächter im Publikum aus…und ich habe mich irritiert gefragt, ob seine Rolle tatsächlich als komisch angelegt ist.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht….

Trailer v. Film: „The Vow“
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Drama mit Rachel McAdams und Channing Tatum. Irgendwie kann ich Rachel McAdams nicht mehr sehen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 20%

Trailer von Film: „Big Miracle“
Bewertung des Trailer: C-
Kommentar: Buchadaption mit Drew Barrymore und John Krasinski
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 0%

Trailer von Film: „Titanic“
Bewertung des Trailer: B+
Kommentar: James Camerons Film wird im nächsten Jahr in der 3D-Fassung wiederaufgeführt. Mittlerweile habe ich das Gefühl, den Trailer schon mind. 20x gesehen zu haben…
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: mal schauen…

Trailer v. Film: „Gone“
Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer)
Kommentar: Thriller mit Amanda Seyfried und Jennifer Carpenter
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 60%

Trailer von Film: „Salmon Fishing in the Yemen“
Bewertung des Trailer: B-
Kommentar: Lasse Hallströms Romanverfilmung mit Ewan McGregor, Emily Blunt und Kristin Scott Thomas
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 100%

Die Oscar-Nominierungen 2012 und meine Meinung

Heute hat die Academy of Motion Picture Arts and Sciences (AMPAS) die Nominierungen für die Oscars bekanntgegeben. Es standen insgesamt 265 Film zur Auswahl. Man darf davon ausgehen, dass die Academy-Mitglieder nicht alle Filme gesehen haben, ich bin noch nicht einmal sicher, dass sie die wichtigsten gesehen haben. Hier sind aber die wichtigsten Nominierungen:

Best Motion Picture of the Year:

„The Artist“
„The Descendants“
„Extremely Loud & Incredibly Close“
„The Help“
„Hugo“
„Midnight in Paris“
„Moneyball“
„The Tree of Life“
„War Horse“

Meine Meinung: Waaaaaas? Ich bin erst einmal in eine Schockstarre gefallen. Als ob ich nicht schon genug schlechte Laune wegen „Extremely Loud and Incredibly Close“ (kurz: ELIC) hätte, jetzt bekommt der auch noch eine Oscar-Nominierung?! Unfassbar! „ELIC“ ist für mich einer der schlechtesten Filme aus dem Jahr 2011. Unter den nominierten Filmen hätte „The Girl with the Dragon Tattoo“ oder auch „Drive“ stehen müssen. „War Horse“ ist schon äusserst fragwürdig. Ich bin sicher, dass ich eine Nominierung für „Harry Potter“ besser verkraftet hätte, als die für „ELIC“. In der Kategorie „Best Motion Picture of the Year“ war ja spannend wie viele Filme überhaupt nominiert werden. Zwischen 5 und 10 Filmen war alles möglich. Die letzten Spekulationen waren, dass es 7 oder 8 werden. Die Academy hat 9 nominiert, mindestens einen zu viel. Und ich rege mich seit Monaten über eine sichere Nominierung für „The Help“ auf. Pffff… Mir wäre es lieber gewesen, wenn die Academy heute den Oscar-Gewinner („The Artist“) bekanntgegeben hätte, dann müsste ich mich nicht so über die Nominierungen aufregen.
Mein Wunsch: „Hugo“
Die Wahrscheinlichkeit: „The Artist“
Der Unsicherheitsfaktor: keiner

„Hugo“ geht mit insgesamt 11 Nominierungen ins Rennen, „The Artist“ folgt mit insgesamt 10 Nominierungen, „Moneyball“ und „War Horse“ erhalten jeweils 6 Nominierungen insgesamt. „The Descendants“ und „The Girl with the Dragon Tattoo“ (der nicht als Best Picture nominiert wurde) erhalten jeweils 5 Nominierungen.

Achievment in Directing:

Woody Allen („Midnight in Paris“)
Michel Hazanavicius („The Artist“)
Terrence Malick („The Tree of Life“)
Alexander Payne („The Descendants“)
Martin Scorsese („Hugo“)

Meine Meinung: Gut, mit Terrence Malick konnte man rechnen, irgendwie kommt es aber doch überraschend. Wahrscheinlich hat er David Fincher (für „The Girl with the Dragon Tattoo“) aus dem Rennen geschmissen. Absehbar nach den DGA´s war, dass Spielberg nicht nominiert wird. (Ich bin auch froh, dass „Tintin“ nicht als bester Animationsfilm nominiert wurde)
Mein Wunsch: Martin Scorsese
Die Wahrscheinlichkeit: Michel Hazanavicius oder Martin Scorsese
Der Unsicherheitsfaktor: Terrence Malick

Performance by an actress in a leading role:

Glenn Close („Albert Nobbs“)
Viola Davis („The Help“)
Rooney Mara („The Girl with the Dragon Tattoo“)
Meryl Streep („The Iron Lady“)
Michelle Williams („My Week with Marilyn“)

Meine Meinung: Gut, ich freue mich für Rooney Mara und auch irgendwie für Glenn Close (obwohl ich „Albert Nobbs“ als so ziemlich einzigen relevanten Film bei diesen Oscars noch nicht gesehen habe). Meryl, Viola und Michelle standen ja lange fest. Rooney Mara hat Tilda Swinton für „We Need to Talk About Kevin“ aus dem Rennen gedrängt. Ich ärgere mich darüber, dass Charlize Theron (für „Young Adult“) nicht nominiert wurde. Viola Davis hätte in dieser Kategorie (Hauptdarstellerin) nicht nominiert werden dürfen. Es wird sich zwischen Meryl Streep und Viola Davis entscheiden.
Mein Wunsch: Meryl Streep
Die Wahrscheinlichkeit: Viola Davis oder Meryl Streep
Der Unsicherheitsfaktor: keiner

Performance by an actor in a leading role:

Demián Bichir („A Better Life“)
George Clooney („The Descendants“)
Jean Dujardin („The Artist“)
Gary Oldman („Tinker Tailor Soldier Spy“)
Brad Pitt („Moneyball“)

Meine Meinung: Wie bitte? Demián Bichir – der Mann der tausend Gesichtsausdrücke? Wie lächerlich. Ich habe mir den Film damals nur angeschaut, weil es mal im Gespräch war, dass er nominiert werden könnte. Nach dem Film war ich sicher, dass es niemals dazu kommen wird. Bichir hat in jedem Fall Leonardo DiCaprio (für „J. Edgar“) aus dem Rennen geschmissen. Man sollte sich mal beide Performances anschauen, dann ist man aller Voraussicht nach genauso fassungslos wie ich. Leo drücke ich die Daumen für nächstes Jahr, wenn er mit dem großen Gatsby ins Rennen geht) Es freut mich für Gary Oldman, es ist seine erste Oscar-Nominierung. Ich finde es aber unfassbar, dass weder Michael Fassbender noch Michael Shannon nominiert sind. Jetzt drücke ich Gary Oldman ganz fest die Daumen!
Mein Wunsch: Gary Oldman für „Tinker Tailor Soldier Spy“
Die Wahrscheinlichkeit: Wenn „The Artist“ der große Abräumer wird, ist es Jean Dujardin, sonst George Clooney
Der Unsicherheitsfaktor: Brad Pitt?

Peformance by an actress in a supporting role:

Bérénice Bejo („The Artist“)
Jessica Chastain („The Help“)
Melissa McCarthy („Bridesmaids“)
Janet McTeer („Albert Nobbs“)
Octavia Spencer („The Help“)

Meine Meinung: Über die Nominierung von Melissa McCarthy könnte ich mich aufregen, aber ich habe genug mit „ELIC“ und Demián Bichir zu tun. Schade, dass Carey Mulligan (für „Shame“) nicht nominiert wurde, hätte sie verdient gehabt. Eine Nominierung für Shailene Woodley hätte ich sowieso nicht berechtigt gefunden. Janet McTeer soll ja sogar Glenn Close an die Wand spielen.
Mein Wunsch: Jessica Chastain für „The Help“
Die Wahrscheinlichkeit: Bérénice Bejo (bei „The Artist“ als Abräumer) oder Octavia Spencer (warum auch immer)
Der Unsicherheitsfaktor: Jessica Chastain

Performance by an actor in a supporting role:

Kenneth Branagh („My Week with Marilyn“)
Jonah Hill („Moneyball“)
Nick Nolte („Warrior“)
Christopher Plummer („Beginners“)
Max von Sydow („Extremely Loud and Incredibly Close“)

Meine Meinung: Es freut mich sehr für Jonah Hill (der Oscar-Nominierte Jonah Hill, der demnächst in „21 Jump Street zu sehen ist) und noch mehr für Nick Nolte. Auch bin ich froh, dass Albert Brooks nicht nominiert wurde (dafür sah ich eh keinen Anlass), dafür ist Max von Sydow ins Spiel gekommen. Damit bin ich vollends zufrieden, obwohl ich nicht damit gerechnet habe, das irgendetwas aus dem unsäglichen „Extremely Loud and Incredibly Close“ nominiert wird. Max von Sydow gibt eine ähnlich würdevolle Performance wie Christopher Plummer. In dieser Kategorie gab es leider keine Nominierung für Patton Oswalt (für „Young Adult“) oder Ben Kingsley (für „Hugo“) Im Moment deutet alles daraufhin, dass tatsächlich Christopher Plummer seinen ersten Oscar verdient erhält. Sonst hätte er ein paar Jahre später auch seinen Lifetime Achievement Award bekommen.
Mein Wunsch: Christopher Plummer
Die Wahrscheinlichkeit: Christopher Plummer
Der Unsicherheitsfaktor: keiner

Welcher Film hat die meisten Nominierungen? „Hugo“ mit 11, gefolgt von „The Artist“ mit 10
Hier die komplette Liste aller Nominierten: http://oscar.go.com/nominees

Zusammenfassend ist die Nominierung für „Extremely Loud and Incredibly Close“ als Bester Film und die Nominierung für Demián Bichir als Bester Hauptdarsteller die schlimmste Katastrophe. Ich wette darauf, dass die Academy-Mitglieder weder „Shame“, noch „Take Shelter“ und „Young Adult“ gesehen haben, daher wurden auch Michael Fassbender, Michael Shannon und Charlize Theron nicht nominiert. Es freut mich, dass es dieses Jahr nur 2 Lieder als Best Original Song nominiert wurden, so muss man dieses Jahr nicht so viel Musiknummern während der Show ertragen. Außerdem ist der Song („Man or Muppet“) aus einer meiner Lieblingsfilmszenen aus dem letzten Jahr nominiert.

An dieser Stelle habe ich auch gerne die Razzie-Nominierungen für die schlechteste Schauspieler verkündet, die wurden aber leider auf den 25.02.12 verschoben. Ich schlage Thomas Horn für „Extremely Loud and Incredibly Close“ vor.

Ein, dieses Jahr leider viel zu harmloser, Ricky Gervais hat bei den Golden Globes die Moderation übernommen und musste sich im Nachhinein gefallen lassen, dass sogar ein Seth Rogen die besseren Sprüche gemacht hat. Nach der katastrophalen Oscar-Moderation (James Franco und Anne Hathaway) vom letzten Jahr, hat Billy Crystal dieses Jahr gar keinen Druck. Er wird das erste Mal seit dem Jahr 2004 wieder auf der Oscar-Bühne stehen und gewohnt charmant durch den großen Filmabend am 26.02.12 führen. Es gab es schon länger nicht, dass der Best Picture Gewinner so klar feststeht. „The Artist“ wird sehr wahrscheinlich den Oscar gewinnen und aller Voraussicht nach der große Abräumer des Abends werden. Bei den Academy Awards hat bislang erst ein Stummfilm zuvor den Oscar gewonnen. Das war bei den allerersten Academy Awards im Jahr 1929. Der Stummfilm „Wings“ hat vor 83 Jahren den Academy Award gewonnen.

D.C. – Film: "The Iron Lady"

Ich war am 13.01.12 in Washington und habe mir im Kino angeschaut:

„The Iron Lady“ (dt. Titel: „Die Eiserne Lady“, dt. Kinostart: 01.03.12) 105 min drama, biopic
dir. Phyllida Lloyd cast: Meryl Streep, Jim Broadbent, Olivia Colman, Alexandra Roach, Harry Lloyd

Margaret Roberts wurde im Jahr 1925 als Tochter eines Lebensmittelhändlers und einer Hausschneiderin geboren. Margaret (Alexandra Roach) ist eine idealistische, ehrgeizige junge Dame und wird schon während ihres Studiums in Oxford die erste Präsidentin der konservativen Vereinigung der Studenten. Nach Abschluss ihres Chemiestudiums heiratet sie Denis Thatcher (Harry Lloyd, später Jim Broadbent) hat aber ihrem Mann unmissverständlich klar gemacht, dass sie keine Frau ist, die nur als Ehefrau und Mutter Zuhause sitzt. Sie beginnt ein weiteres Studium. Im Jahr 1953 bekommt sie die Zwillinge Carol und Mark. Nach ihrem Jurastudium wird sie Anwältin und spezialisiert sich auf Steuerrecht. Im Jahr 1959 erhält Margaret Thatcher (Meryl Streep) als Kandidatin der konservativen Partei ein Unterhaus-Mandat. In den Jahren darauf macht sie sich einen Namen als Parlamentssekretärin, als Ministerin für Erziehung und Wissenschaft und wird schließlich zur Parteivorsitzenden gewählt. Im Jahr 1979 wird sie die erste weibliche Premierministerin im Vereinigten Königreich. Bis zu ihrem Rücktritt regierte sie elf Jahre lang.

B (Wertung von A bis F) Der Film hat, insbesondere von den Briten, eigentlich schon vor Kinostart viel Haue bekommen. So habe ich mit dem schlimmsten gerechnet und habe mir den Film eigentlich hauptsächlich wegen Meryl Streeps Performance angeschaut. Ich war angenehm überrascht von dem Film. Ich finde es gar keine schlechte Idee, „The Iron Lady“ aus Sicht einer hochbetagten, dementen Dame, die Margaret Thatcher nun mal heute ist, zu erzählen. Ihr Werdegang wird in Rückblenden erzählt, man sieht sie in ihrer Jugend (auch wunderbar von Alexandra Roach gespielt), sieht wie sie sich immer durchgebissen hat, verfolgt ihre politische Anfänge bis sie sich, in der von Männern dominierenden, britischen Polit-Welt durchsetzt und schließlich sogar als erste Frau zur Premierministerin in Großbritannien gewählt wurde und regiert hat. Der Film zeigt aber auch das Heute, wie die demenzkranke Margaret Thatcher sich mit ihrem längst verstorbenen Mann Denis (Jim Broadbent) unterhält. Ich habe so einen umfassenden Eindruck von dem Charakter bzw. der Person Margaret Thatcher bekommen.

Vielleicht hätte man mit dem Film politisch Stellung beziehen können, finde ich aber nicht notwendig, ich finde es besser, ein relativ objektives Bild der ehemaligen Premierministerin zu zeigen. Klar wird die, einst von Vielen so gehasste, Regierungschefin auch, gerade jetzt als kranke alte Dame, menschlich gezeigt. Aber warum denn auch nicht, mich haben diese Szenen teilweise sehr gerührt. Vielleicht hätte sich der Film aber auch mehr auf ihre tatsächliche Regierungszeit, ihre umstrittene Meinung zu gewissen Dingen (z. B. dass sie eine absolute Gegnerin der deutschen Wiedervereinigung und einer Gemeinschaftswährung in Europa war) konzentrieren müssen, viele Stationen werden nur angerissen und es wird nicht erklärt wie es dazu kam. Man bekommt aber durchaus ein Bild davon, wie kalt, kompromisslos und beratungsresistent Margaret Thatcher war. Persönlich hätte ich gerne noch etwas mehr über die Kinder erfahren, wie es wohl gewesen sein muss mit ihr als Mutter. Aber gut, alles passt wahrscheinlich nicht in 105 Filmminuten. „The Iron Lady“ hat einige Schwächen und ich möchte auch nicht vorenthalten, dass der Film einige Szenen beinhaltet, die einfach schlecht sind und bei denen ich mich gefragt habe, wie die Regisseurin überhaupt auf die Idee kam, sie reinzunehmen.

Meryl Streep ist Maggie Thatcher, da gibt so was von gar keinem Zweifel. Meryl Streep spielt Margaret Thatcher über einen Zeitraum von 40 Jahren und die wunderbare Arbeit der Maskenbildner unterstützt nur noch Meryl Streeps grandiose Performance. Mit ihrer Mimik, Gestik, Stimme, Sprache, ihrem Akzent und ihrem Spiel trifft sie einfach den richtigen Ton. Ich habe irgendwann einfach vergessen, dass ich hier eine Schauspielerin sehe. Zwischendurch ist mir ein Mal eingefallen, dass mich Meryls Granaten-Performance an Hellen Mirrens damals als Queen Elisabeth II. erinnert.

Gut, über die – einen weiteren Rekord brechende – wohlverdiente 17. Oscar-Nominierung brauche ich mich ja nicht mehr auszulassen. Dieses Jahr geht es um den Oscar. Immer wieder habe ich gehört, Meryl Streep erhält nur ihren dritten Oscar, wenn sie besser ist, als in „Sophie´s Choice“. Im Jahr 1982 hat sie ihren letzten Oscar für „Sophie´s Choice erhalten. Seitdem wurde sie weitere 12x für den Academy Award nominiert. Klar ist sie ein Liebling der Academy und man könnte sagen, das ist doch Ehre genug, insgesamt unglaubliche 17 x für den Oscar nominiert zu werden. Man darf aber dabei nicht vergessen, dass sie eben seit mehr als 30 Jahren konstant exzellente Arbeit abgeliefert hat. Ich bin immer der Meinung, die beste Arbeit des Jahres sollte belohnt werden. So einfach ist es aber leider nicht. Die Oscar-Nominierungen sind zwar noch nicht bekanntgegeben worden, man kann aber davon ausgehen, dass Meryl, Michelle Williams und Viola Davis feststehen und Tilda Swinton und Glenn Close oder Charlize Theron als wahrscheinlich gelten. Eine Nominierung für Rooney Mara könnte alles noch etwas durcheinanderbringen. Von Tilda und Glenn Close habe ich es bislang noch nicht geschafft, mir ein Bild zu machen. Die besten Performances, die ich bisher gesehen habe, waren Meryl Streep und Charlize Theron. Für das Filmjahr 2011, also die Oscars 2012, stand eigentlich von Beginn an Viola Davis als Favoritin fest. Viola Davis liefert auch seit Jahren sehr gute Arbeit ab, hat eine Oscar-Nominierung für Doubt und ist „fällig“. Nun hat sie aber in The Help wenn man es genau betrachtet, keine Hauptrolle, wird aber – so ist es wenn es um wichtige Filmpreise geht – für Best Actress „eingereicht“. Davon abgesehen finde ich Viola Davis´Performance in dem Film auch nicht soo auszeichnungswürdig. Sie spielt aber einen sympathischen Charakter und eine richtig gute Rolle kommt ja nun auch für eine afro-amerikanische Schauspielerin nicht jedes Jahr auf den Tisch. Also, alles spricht für Viola Davis (momentan steht keine andere Konkurrentin für Meryl Streep ernsthaft für einen Oscar-Gewinn zur Auswahl). Dieser Tage habe ich aber dennoch das Gefühl, dass es doch auch Meryl Streep sein könnte, die den Goldmann am 26.02.12 überreicht bekommt. Die wichtigen nächsten Tage und Wochen werden mehr Klarheit bringen. Update: Meryl Streep hat für Ihre Rolle in „The Iron Lady“ ihren wohlverdienten dritten Oscar gewonnen.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer von Film: „Salmon Fishing in the Yemen“
Bewertung des Trailer: B-
Kommentar: Lasse Hallströms Romanverfilmung mit Ewan McGregor, Emily Blunt und Kristin Scott Thomas
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 100%

Trailer von Film: „Red Tails“
Bewertung des Trailer: C-
Kommentar: 2. Weltkriegsdrama/action mit Terrence Howard und Cuba Gooding Jr.
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Extremely Loud and Incredibly Close“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Stephen Daldrys Drama, das den 11. September 2001 thematisiert.
Besetzung: Tom Hanks, Sandra Bullock, Max von Sydow und Viola Davis. Galt als möglicher Oscar-Favorit bis der Film gezeigt wurde…
Wie oft schon im Kino gesehen: 5 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Vow“
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Drama mit Rachel McAdams und Channing Tatum. Irgendwie kann ich Rachel McAdams nicht mehr sehen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 20%

Trailer von Film: „Big Miracle“
Bewertung des Trailer: C-
Kommentar: Buchadaption mit Drew Barrymore und John Krasinski
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „W.E.“
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: Madonnas Regiearbeit über die Amerikanerin Wallis Simpson und König Edward VIII, der ihretwegen auf den britischen Thron verzichtet hat. Mit Abbie Cornish
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 80%

D.C. – Film: "The Adventures of Tintin – 3D"

Ich war am 12.01.12 in Washington und habe mir im Kino angeschaut:

„The Adventures of Tintin – 3D“ („dt. Titel: „Die Abenteuer von Tim und Struppi – Das Geheimnis der „Einhorn“, dt. Kinostart war der 27.10.11) 107 min animation, adaptation
dir. Steven Spielberg cast: Jamie Bell, Andy Serkis, Daniel Craig, Nick Frost, Simon Pegg, Toby Jones

Auf einem Marktplatz kauft der junge Reporter Tintin (Jamie Bell) das Schiffsmodell „Unicorn“. Kaum hat er seinen neuen Besitz in den Händen bietet ihm der undurchsichtige Sakharine (Daniel Craig) viel Geld für das Modell. Tintin verkauft es aber nicht. Vielmehr versucht er mit seinem smarten Foxterrier Snowy herauszufinden, was das Originalschiff „Unicorn“, nach dem das Modell nachempfunden wurde, für ein Geheimnis birgt. Sie bringen sich dabei in große Gefahr…

C (Wertung von A bis F) „The Adventures of Tintin“ basiert auf den Comicbüchern von Hergé.

Im Gegensatz zu den meisten Amerikanern bin ich mit den Hauptfiguren bei „The Adventures of Tintin“ vertraut. Ich hatte auch damals einige der Comicbücher, habe sie wohl auch gelesen, scheue mich aber nicht zuzugeben, dass sie bei mir hauptsächlich einen dekorativen Zweck erfüllt haben. (Die Comics sehen aber auch gut im Regal aus.). Die von Hergé erdachten und gezeichneten Figuren (insbesondere Tim und Struppi) finde ich optisch toll und sogar kunstvoll. Die Geschichten, die um die Figuren ringsherum erdacht wurden, haben mich nie sonderlich interessiert. Nach den doch sehr ansprechenden Trailern wollte ich mich einfach von einem richtig guten Film unterhalten lassen.

Den Vorspann fand ich sehr originell. In den ersten Minuten des Films habe ich mich dann aber schon gefragt, warum Steven Spielberg den Film eigentlich in der Performance-Capture-Technik gedreht hat und nicht gleich als reinen Animationsfilm oder gar Realfilm.

Die Charaktere fand ich fad und eigentlich eigenschafts- und seelenlos, so dass ich schon bald ungeduldig auf dem Kinosessel hin und her rutschte. Vielleicht war es aber auch die dünne Story, die mich ermüdete. Mittlerweile habe ich einfach ein Problem mit Filmen, die mich mit sinnloser Action zudonnern, ohne mir eine einigermassen solide Geschichte und faszinierende, oder wenigstens interessante Charaktere zu präsentieren. Tim, Kapitän Haddock und Schultze und Schulze sind für mich keine Figuren, die mich emotional bei der Stange halten. Einzig Struppi finde ich charmant-pfiffig und verfolge relativ interessiert seine Abenteuer. Da kommen wir aber zu einem weiteren Problem des Films. Durch die Bank fand ich alle Tiere überhaupt nicht geglückt, da hätte sich Spielberg vielleicht mal von den Pixar Studios oder ILM beraten lassen sollen. Sogar Struppi hat regelrecht ausdruckslose, tote Augen.

Handwerklich ist „The Adventures of Tintin“ aber im Großen und Ganzen schon gut gemacht. Er hat visuell einige eindrucksvolle Momente, so fand ich die Szene in der arabischen Stadt richtig gelungen. Im Gegensatz zu Martin Scorseses 3D-Film „Hugo“ konnte ich jedoch bei „Tintin“ keinen großen Mehrwert in der 3D-Fassung erkennen.

Von meinen Mitzuschauern sind einige aus dem Kino gegangen und nicht mehr zurückgekehrt.

Auch wenn ich die Nominierungen und Auszeichnungen der Golden Globes nicht sonderlich ernst nehme, so empfand ich es als eine Katastrophe, dass „The Adventures of Tintin“ den Preis für Bester Animationsfilm gewonnen hat. Rango ist der um Längen bessere Film. Um dann nicht all zu verärgert bei den Academy Awards zu sein, richte ich mich darauf ein, dass „The Adventures of Tintin“ auch einen Oscar erhalten könnte. Die Academy Mitglieder lieben Steven Spielberg und für „War Horse“ ist es ganz sicherlich noch fragwürdiger, ihn mit einem wichtigen Award auszuzeichnen.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer von Film: „A Thousand Words“
Bewertung des Trailer: C-
Kommentar: Komödie mit Eddie Murphy
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „John Carter“ (3D)
Bewertung des Trailers: C- (neuer Trailer)
Kommentar: Disney-Sci-Fi-Abenteuer-Film in 3D mit Willem Dafoe, Samantha Morton, Thomas Haden Church. Dem neuen Trailer nach, muss der Film ganz doll schlimm sein.
Wie oft schon im Kino gesehen: 5 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: Mindestens 80% RT-Bewertung, sonst gehe ich auf keinen Fall rein…

Trailer von Film: „Madagascar 3: Europe´s Most Wanted“ (3D)
Bewertung des Trailer: C-
Kommentar: 3. Teil des Animationsfilms, den ersten fand ich ganz okay und im Trailer musste ich sogar 1x lachen…
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 30%

Trailer von Film: „Brave“ (3D)
Bewertung des Trailer: C (neuer Trailer)
Kommentar: Pixars neuer 3D-Fantasie-Animationsfilm. Nach wie vor interessiert mich die Story nicht die Bohne, es ist aber immer noch ein PIXAR-Film
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 100%

Trailer von Film: „Titanic“ (3D)
Bewertung des Trailer: B+
Kommentar: James Camerons Film wird im nächsten Jahr in der 3D-Fassung wiederaufgeführt. Wie aktuell das Thema gerade ist…
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: mal schauen…

Trailer von Film: „The Beauty and the Beast“ (3D)
Bewertung des Trailer: C-
Kommentar: Disneys Film aus dem Jahr 1991 wird jetzt in der 3D-Fassung wiederaufgeführt. Mich hat er schon damals nicht interessiert…
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 0%

Trailer von Film: „Brave“ (3D)
Bewertung des Trailer: C (der Trailer wurde 2x vor „Tintin“ gezeigt)
Kommentar: Pixars neuer 3D-Fantasie-Animationsfilm. Nach wie vor interessiert mich die Story nicht die Bohne, es ist aber immer noch ein PIXAR-Film
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 100%

Trailer von Film: „Journey 2: The Mysterious Island“ (3D)
Bewertung des Trailer: B-
Kommentar: 3D-Action-Abenteuer mit Dwayne Johnson und Michael Caine
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 0%

D.C. – Film: "War Horse"

Ich war am 12.01.12 in Washington und habe mir im Kino angeschaut:

„War Horse“ (dt. Titel: „Gefährten“, dt. Kinostart: 16.02.12) 146 min drama, adaptation
dir. Steven Spielberg cast: Jeremy Irvine, Emily Watson, Peter Mullan, Benedict Cumberbatch, Eddie Marsan, Toby Kebbell, David Thewlis, David Kross, Liam Cunningham, Niels Arestrup

Devon, England. Der alkoholkranke Bauer Ted (Peter Mullan) ersteigert eines Tages ein Fohlen und bezahlt dafür viel zu viel. Seine Frau Rosie (Emily Watson) ist verzweifelt, das Geld ist knapp und das Pferd scheinbar nicht von besonderem Nutzen. Rosie besteht darauf, das Fohlen zurückzubringen, der Sohn Albert (Jeremy Irvine) fleht aber seine Eltern an, es zu behalten. Albert gibt dem Pferd den Namen Joey und trainiert es. Dann beginnt der Erste Weltkrieg und jede Familie muss ihren Beitrag bezahlen. Joey wird an die britische Kavallerie verkauft. Wird Albert sein Pferd je wiedersehen?

B- (Wertung von A bis F) Der Film „War Horse“ basiert auf dem gleichnamigen Kinderbuch von Michael Morpurgo. Das Buch wurde bereits sehr erfolgreich als Bühnenstück adaptiert und hat im Jahr 2011 mehrere Tony Awards (unter anderem als Bestes Bühnenstück) gewonnen.

Nun nimmt sich einer der erfolgreichsten Filmregisseure, Steven Spielberg, des Stoffs an. Damit stand eigentlich schon vor Fertigstellung des Films fest, dass es sich hierbei um einen sicheren Oscar-Favoriten handelt. Um es vorweg zu nehmen, die Verfilmung von „War Horse“ ist für mich alles andere als ein Oscar-Film.

Ungefähr eine Stunde lang dachte ich, dass ich komplett zugekitscht (wie auch immer das ausgesehen hätte) aus dem Kino komme. Steven Spielberg inszeniert seine Filme teilweise immer noch wie man (und er) es in den 1980er Jahren getan hat. Er setzt Stilmittel wie unnatürliches Rosamunde Pilcher-Licht und Weichzeichner ein und untermalt viele Szenen (in der hauptsächlich der Junge und sein Fohlen Joey zu sehen sind) mit einem sentimentalen Score. Damit will Steven Spielberg bei dem Zuschauern Gefühle erzeugen. Das ist aber viel zu vorhersehbar und gestrig, so einfach funktioniert es heutzutage nicht mehr. Der Zuschauer ist ja auch nicht blöd. Trotzdem hat es Spielberg mit diesen, ich sag mal großzügig, romantischen Bildern nicht geschafft, die an sich starke Verbindung, die Unzertrennlichkeit, zwischen Albert und und seinem Pferd Joey emotional zu transportieren. Für diesen Part des Films (und die vielleicht letzten zehn Minuten, in denen Steven Spielberg auch noch mal ordentlich in die Kitsch-Kiste gegriffen hat) hätte ich dem Film ein klares „D“ geben müssen.

Dann begann aber, hier dankenswerterweise, der Erste Weltkrieg. Wenn man Steven Spielberg etwas lassen muss, dann ist es, dass er Kriegsschauplätze düster und atmosphärisch inszenieren kann. Die Bodenkämpfe sind visuell gelungen und um so mehr Statisten er eingesetzt hat, um so imposanter wurden die Szenen. Aber sogar die Kriegsszenen waren auch nicht ohne Schwächen. Im Gegensatz zu anderen amerikanischen Großproduktionen, war Steven Spielberg der Meinung, er müsste in seiner Kriegsinszenierung die Franzosen und die Deutschen jeweils untereinander Englisch reden lassen. Wie kommt er denn auf so eine Idee? Normalerweise werden solche Szenen in der jeweiligen Sprache mit Untertiteln gezeigt. Aber nein, ein Steven Spielberg lässt die Nationen alle Englisch sprechen und nicht nur das, sie sprechen auch noch mit einem britischen Akzent, jedenfalls mit keinem klar erkennbaren deutschen bzw. (mit einer Ausnahme) französischen Akzent. Wie realistisch. Vor allen Dingen dann auch noch so inkonsequent, im Hintergrund hört man dann doch hin und wieder vereinzelt deutsches Gequatsche oder Befehle auf Deutsch.

Prägnant fand ich, dass bei einer so langen Besetzungsliste für mich nur eine einzige Performance hervorzuheben ist. Mir hat einzig und allein Niels Arestrup, der den französischen Großvater spielt, sehr gut gefallen und er hat auch so etwas wie Gefühle bei mir hervorrufen können.

Bei den ganzen Schwächen, die ich in dem Film sehe, hätte ich „War Horse“ eigentlich eine schlechtere Bewertung geben müssen. Ich habe mich aber dennoch für ein „B-“ entschieden, weil ich – wie gesagt – im Großen und Ganzen die Kriegsszenen realistisch fand und weil mich eine längere Szenenfolge wirklich beeindruckt hat. Sie beginnt als das Pferd Joey rennt und letztlich zwischen die Fronten der kriegsführenden Parteien gerät. Das ist die Schlüsselszene des Buchs, des Bühnenstücks und klar auch des Films und ist wunderbar von dem Kameramann Janusz Kaminski in Szene gesetzt worden.

Es würde mich freuen, wenn Steven Spielberg in seinen nächsten Filmen zu einem reduzierteren und innovativeren Stil greifen würde, aber dann würde man wohl nicht mehr seine Handschrift erkennen. Schade, als Kreativer sollte man auch mal was wagen.

Eine Oscar-Nominierung für „War Horse“ als Bester Film ist zum heutigen Zeitpunkt gar nicht mehr sicher. Vermutlich hängt es davon ab, wie viele Filme tatsächlich dieses Jahr als Bester Film nominiert werden. Derzeit geht man davon aus, dass 7 oder 8 Filmen nominiert werden.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer von Film: „Red Tails“
Bewertung des Trailer: C-
Kommentar: 2. Weltkriegsdrama/action mit Terrence Howard und Cuba Gooding Jr.
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Extremely Loud and Incredibly Close“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Stephen Daldrys Drama, das den 11. September 2001 thematisiert. Besetzung: Tom Hanks, Sandra Bullock, Max von Sydow und Viola Davis. Galt als möglicher Oscar-Favorit bis der Film gezeigt wurde…
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Vow“
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Drama mit Rachel McAdams und Channing Tatum. Irgendwie kann ich Rachel McAdams nicht mehr sehen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 30%

Trailer von Film: „Big Miracle“
Bewertung des Trailer: C-
Kommentar: Buchadaption mit Drew Barrymore und John Krasinski
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 0%

Trailer von Film: „Chimapanzee“
Bewertung des Trailer: A
Kommentar: Disneynatures wahrscheinlich herzzerreißende neue Doku über Schimpansen
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „John Carter“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Disney-Sci-Fi-Abenteuer-Film in 3D mit Willem Dafoe, Samantha Morton, Thomas Haden Church. Der Film kann entweder gut oder ganz, ganz schlimm sein…
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: Gut, bei einer RT-Bewertung von mehr als 80% gehe ich rein…