Chicago – Film: „Billy Lynn´s Long Halftime Walk“

Ich war am 24.11.16 in Chicago und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

 

„Billy Lynn´s Long Halftime Walk“ (dt. Filmtitel: „Die irre Heldentour des Billy Lynn, dt. Kinostart: 2.2.17)  110 min  drama, adpatation
dir. Ang Lee cast: Joe Alwyn, Kristen Stewart, Chris Tucker, Garrett Hedlund, Vin Diesel, Steve Martin, Tim Blake Nelson

 

 

23. Oktober 2004. Der 19-jährige Billy Lynn (Joe Alwyn) ist amerikanischer Soldat und mit seinem Sergeant (Garrett Hedlund) und sechs Kameraden seiner Einheit auf dem Weg zu einem American Football Spiel. Die amerikanischen Soldaten sind nach der Rückkehr aus dem Irak-Krieg auf einer Propagandatour quer durch die U.S.A. Jetzt sollen sie in der Halbzeit-Show des Football-Spiels als Helden inszeniert werden. Außerdem will Hollywood die Erlebnisse der Frontkämpfer verfilmen…

 

C- (Wertung von A bis F) „Billy Lynn´s Long Halftime Walk“ basiert auf Ben Fountains gleichnamigen Roman. Es ist der neue Film des taiwanischen Filmemachers Ang Lee („Sense and Sensibility“, „Crouching Tiger, Hidden Dragon“, „Brokeback Mountain“, Taking Woodstock, Life of Pi.

Wenn der Film eine Satire sein soll, dann ist das Projekt fehlgeschlagen. Wenn der Film ein Drama sein soll, der die Helden-Verehrung von Soldaten anprangern soll, ist er auch nicht wirklich gelungen. Mir war eigentlich bis zum Schluss nicht klar, was mir hier für eine Geschichte erzählt wird. „Billy Lynn“ ist etwas Kriegsdrama, etwas Familiendrama, etwas Kritik an den Medien (und an Hollywood), etwas Kritik daran, wie Soldaten instrumentalisiert werden und wie absurd doch diese Halbzeit-Shows sind und dann wird auch noch eine Liebesgeschichte eingebaut, die nicht nur komplett überflüssig ist, sondern auch völlig an den Haaren herbeigezogen. Als den Protagonisten dann noch religiöse Worte in den Mund gelegt wurden, wäre ich fast aus meinem Kinosessel gesprungen.

Die großangekündigte Halbzeit-Show-Sequenz fand ich auch seltsam. Beyoncé und Destiny´s Child treten auf bzw. werden von hinten, der Seite oder aus der Ferne gezeigt. Sie werden also von Schauspielern gespielt und man fragt sich, was das soll. Vielleicht waren die Musiker selbst zu teuer oder sie hatten schlichtweg keine Lust, in Ang Lees Film mitzuwirken.

Um etwas Positives über den Film zu berichten, ich mochte die Rückblenden, die die Soldaten im Irak zeigen und auch gefielen mir alle Szenen zwischen Billy Lynn (gespielt von dem Newcomer Joe Alwyn) und seinem Sergeant (gespielt Garrett Hedlund), aber das macht lange noch keinen guten Film aus.

 
Grundsätzlich werden Kinofilme in 24 fps (24 Bilder pro Sekunde) gedreht. Peter Jackson hat sein „Lord of the Rings“-Prequel „The Hobbit“ in 48 fps gedreht. James Cameron dreht im Moment gleichzeitig „Avatar 2“, „Avatar 3“ und „Avatar 4“ und gerüchteweise alle in 60 fps.

 
Ang Lee hat seinen Film „Billy Lynn´s Long Halftime Walk“ in 120 fps (also in einer 5 x so hohen Auflösung wie normal) 4K und 3D gedreht. Es ist der erste Film, der mit dieser klaren Bildfrequenz gedreht wurde. Ich habe ihn, wie quasi alle Zuschauer, die sich diesen Film auch anschauen wollten (und das waren wenige), in der normalen, 24fps-2D-Fassung gesehen. In den gesamten U.S.A. gibt es nur genau zwei Kinos, die mit einer Projektionstechnik ausgestattet sind, dass sie die 120 fps-Version zeigen können. Übrigens gibt es auch nur weitere drei Kinos in Asien, also insgesamt fünf Kinos weltweit, die ein solches hochauflösende Format zeigen können. Da stellt sich doch die Frage, warum man einen Film in diesem Format überhaupt drehen muss. Die amerikanischen Zuschauer, die den Film in dem 120 fps-4K-3D-Format gesehen haben, mussten für dieses Erlebnis 21 Dollar bezahlen. Den Berichten zufolge haben davon viele vorzeitig das Kino verlassen. Insbesondere diese Fassung hat vernichtende Kritiken bekommen.

Vielleicht macht eine so hyperreale Fassung bei Fantasy-Filmen Sinn, „Billy Lynn´s Long Halftime Walk“ zeigt aber sehr viele Nahaufnahmen von Gesichtern und warum man diese hochauflösend sehen soll, weiss ich nicht.

 
„Billy Lynn´s Long Halftime Walk“ war für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller Joe Alwyn, Bester Nebendarsteller (Steve Martin, Chris Tucker, Vin Diesel), Beste Nebendarstellerin (Kristen Stewart) – Dieser Film zeigt, wie schwer es ist, Oscar-Prognosen zu geben, bevor ein Film erstmalig gezeigt wurde.

„Billy Lynn´s Long Halftime Walk“ wurde erstmalig auf dem New York Film Festival 2016 gezeigt. Der Film ist am 11.11. 16 in New York und L.A., in den beiden Kinos, die die 120 fps-Fassung zeigen konnten, gestartet. Ab dem 18.11.16 ist war er dann landesweit in 1176 Kinos zu sehen.  Am 2.2.17 kommt der Film in Deutschland ins Kino.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „La La Land“
Bewertung des Trailers: A
Kommentar: Damien Chazelles neuer Film mit Emma Stone, Ryan Gosling und J. K. Simmons. Oscar-Film!
Wie oft schon im Kino gesehen: 5 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits gesehen

Trailer v. Film: „Fences„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Denzel Washingtons Verfilmung des gleichnamigen Theaterstücks mit Denzel selbst in der Hauptrolle und Viola Davis. Oscar-Film!
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Split„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Wow. Psychothriller mit James McAvoy. Wenn der Film so gut ist wie der Trailer… das Einzige was gegen den Film spricht ist M. Night Shyamalan als Regisseur und ein Kinostart im Januar.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Collateral Beauty„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Drama mit Will Smith, Edward Norton, Keira Knightley, Naomie Harris und Kate Winslet – bei dem Trailer kann ich mittlerweile jedes einzelne Wort mitsprechen und der muss so übel sein, dass ich ihn auch nicht mehr gucken will
Wie oft schon im Kino gesehen: 6 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

 
Trailer v. Film: „Life„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Sci-Fi-Thriller mit Jake Gyllenhaal und Ryan Reynolds
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Passengers„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Morten Tyldums neuer Film, Sci-Fi-Romanze mit Jennifer Lawrence und Chris Pratt. Jennifer Lawrence sieht in dem Kleid echt ein Knaller aus.
Wie oft schon im Kino gesehen: 6 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 

San Francisco – Film: „Certain Women“

Ich war am 31.10.16 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

 

„Certain Women“ (dt. Kinostart: 02.03.17) 107 min drama, adaptation
dir. Kelly Reichardt cast: Laura Dern, Kristen Stewart, Michelle Williams, James LeGros, Jared Harris, Lily Gladstone

 

 

Seit acht Monaten erklärt die Anwältin Laura Wells (Laura Dern) ihrem verzweifelten Klienten (Jared Harris) bereits, dass sein Fall aussichtslos ist. Er will es nicht wahrhaben und schon bald spitzt sich die Lage dramatisch zu…
Das Ehepaar Gina und Ryan Lewis (Michelle Williams und James LeGros) bauen ein Haus und versuchen dafür, einem älteren Herrn (Rene Auberjonois) einige Natursteine abzuschwatzen. Dabei geraten die Probleme innerhalb der Familie und der Ehe immer mehr an die Oberfläche…
Jamie (Lily Gladstone) arbeitet auf einer Pferderanch und hat sich aus Langeweile in das Seminar, dass die junge Anwältin Beth Travis (Kristen Stewart) an der Abendschule gibt, geschlichen. Nach dem Unterricht gehen die beiden Frauen noch etwas essen, dabei verliebt sich Jamie in Beth…

 

 

B (Wertung von A bis F) „Certain Women“ basiert auf Maile Meloys Sammlung von Kurzgeschichten „ Both Ways Is the Only Way I Want It“ und „Half in Love“. Es ist der neue Film der amerikanischen Regisseurin Kelly Reichhardt („Wendy and Lucy“, The Meek´s Cutoff, Night Moves)

Hauptberuflich ist Kelly Reichhardt Filmprofessorin am Bard College im Bundesstaat New York. Ich bewundere und unterstütze immer Filmemacher, die mutig sind und einen eigenen Weg und Stil verfolgen. Außerdem bin ich an den Arbeiten weiblicher Filmemacher interessiert. „Certain Women“ ist nun der dritte Film, den ich von Kelly Reichhardt gesehen habe und für mich zweifelsfrei der Beste der drei Filme. Wenn man weiß, worauf man sich bei einem Kelly-Reichhardt-Film einlässt, kann man die entspannt-entschleunigte Art ihrer Inszenierungen geniessen.

In diesem Film werden drei, voneinander unabhängige Geschichten erzählt. (Dem aufmerksamen Zuschauer wird nicht entgehen, dass zwei Charaktere aus der ersten Geschichte, auch in einer der anderen auftauchen). Es gibt auch noch weitere Verbindungen der Charaktere in den drei Geschichten.

 
Kelly Reichhardt inszeniert ihre Filme ganz minimalistisch, kaum Handlung, kaum oder keine Filmmusik, dafür sind die Landschaft (hier Montana) und das Umfeld auch immer Teil ihrer Erzählungen. Sie hat sie ein sehr gutes Auge für natürliche und eindrucksvolle Bilder und Szenen. In diesem Film wird das besonders in der letzten Geschichte deutlich. Diese Geschichte war für mich die interessanteste, was nicht zuletzt an Lily Gladstone liegt. Lily Gladstone ist ein Name, den man sich merken sollte. Sie hat die seltene Begabung, die Gefühle ihres Filmcharakters vordergründig durch ihre Augen transparent zu machen. Ähnliches schauspielerisches Talent war dieses Jahr bei Sandra Hüller in Toni Erdmann zu bewundern. Für mich ist es ganz klar eine Oscar-Performance. Eine weitere Neuentdeckung in diesem Film war Rene Auberjonois, der in der zweiten Geschichte den älteren Herrn spielt.

 
Der Film „Certain Women“ ist „Lucy“ gewidmet, Kelly Reichhardts verstorbenen Hündin. Sie hatte in einigen ihrer Filme mitgespielt.

„Certain Women“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Beste Nebendarstellerin (Lily Gladstone, Laura Dern, Kristen Stewart, Michelle Williams)

„Certain Women“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2016 gezeigt. Der Film ist am 14.10.16 in fünf amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft der Film in 138 Kinos. Ein deutscher Kinostart ist für den 02.03.17 anvisiert. Kürzlich wurde der Film mit dem Preis als Bester Film auf dem London Film Festival 2016 ausgezeichnet.

 
Trailer zu sehen:

 
vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Jackie„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Biopic über Jacqueline Kennedy mit Natalie Portman in der Hauptrolle. Ganz klar sehe ich hier eine Oscar-Nominierung, obwohl ich kein Freund der Portman bin.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Loving„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Jeff Nichols neuer Film mit Joel Edgerton, Ruth Negga und natürlich Michael Shannon. Ein Oscar-Film.
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Lion„
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: Drama mit Dev Patel, Rooney Mara und Nicole Kidman. Oscar-Film und Harveys einziges Pferd im Stall.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Elle„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal so sehr auf einen französischen Film gewartet habe. Paul Verhoevens neuer Film mit Isabelle Huppert.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 

 

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NYC – Film: „Café Society“

Ich war am 08.08.16 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„Café Society“ (dt. Kinostart: 10.11.16) 96 min drama, comedy
dir. Woody Allen cast: Jesse Eisenberg, Kristen Stewart, Steve Carell, Blake Lively, Parker Posey, Corey Stoll, Jeannie Berlin, Ken Stott

 

 

Bobby (Jesse Eisenberg) ist in New York aufgewachsen. In den 1930er Jahren versucht er, in Los Angeles sein Glück zu finden. Vielleicht könnte ihm dabei Onkel Phil (Steve Carell), der vielbeschäftigte und erfolgreiche Hollywood-Agent, behilflich sein. Bobby verliebt sich bald in die Sekretärin seines Onkels, Vonnie (Kristen Stewart). Leider hat die aber einen Freund…

 
B- (Wertung von A bis F) „Café Society“ ist Woody Allens neuer Film. Es ist sein 47. Film und nicht nur der teuerste, den der New Yorker Filmemacher je inszeniert hat, sondern erstmals hat er auch mit digitalen Kameras gedreht.

In den besseren Woody-Allen-Filmen der neueren Zeit („Match Point“, Midnight in Paris und Blue Jasmine) bekommt man Woody Allen selbst dankenswerterweise nicht zu sehen. In „Café Society“ spielt er zwar auch nicht mit, lässt es sich jedoch nicht nehmen, als Erzähler zu fungieren. Ich hätte gerne auch auf diesen unnötigen Part verzichtet.

Überhaupt hätte ich mir gewünscht, „Cafe Society“ wäre eine Charakterstudie über den neurotischen New Yorker Bobby, der sich in der Fremde (noch dazu im glitzernden Hollywood der 1930er Jahre) zurechtfinden muss. Dass dies funktioniert hätte, sieht man zu Beginn des Films. Leider erzählt Woody Allen später eine völlig andere, in New York angesiedelte Geschichte. Die Ausflüge in die Unterwelt hätten auch aus einem ganz anderen Film sein können und die Geschichte im Ganzen wirkt zu konstruiert und aufgepumpt.

Die Szenen des älteren, jüdischen Ehepaars, Bobbys Eltern (gespielt von Jeannie Berlin und Ken Stott), sind hinreissend und hätten so auch aus einem Coen-Bros.-Film stammen können. Amüsant fand ich die Kurzauftritte von Bobbys permanentrauchenden Gangsterbruder Ben (gespielt von Corey Stoll, den ich mit voller Haarpracht tatsächlich nicht erkannte). Der Form halber sei erwähnt, dass Bruce Willis für die Rolle des Onkel Phil besetzt war. Während der Dreharbeiten war Woody Allen jedoch so unzufrieden mit der Arbeit des Schauspielers, dass er ihn kurzerhand durch Steve Carell ersetzte. Steve Carell ist ein Glücksgriff für den Film. Wenn man es nicht besser wüsste, könnte man denken, dass Woody Allen ihm die Rolle auf den Leib geschrieben hat. Letztlich ist es den beiden o.g. Schauspielern, Steve Carell und dem stets wunderbaren Jesse Eisenberg zu verdanken, dass mich der Film nicht noch mehr gelangweilt hat.

„Café Society“ ist nach Adventureland und „American Ultra“ bereits der dritte Film, bei dem Jesse Eisenberg und Kristen Stewart gemeinsam vor der Kamera stehen.

„Café Society“ wurde erstmalig auf dem Cannes Film Festival 2016 gezeigt. Es war der Eröffnungsfilm der diesjährigen Filmfestspiele in Cannes.

Trailer zu sehen:

 
vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Morris From America„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: deutsch-amerikanischer Film mit Craig Robinson.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mmmh…mal gucken

Trailer v. Film: „Come What May„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: französischer Zweiter-Weltkriegsfilm mit August Diehl
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „Mia Madre„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Italienischer Film mit John Turturro. Habe ich letztes Jahr auf dem New York Film Festival gesehen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits gesehen.

Trailer v. Film: „Denial„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Film über den Holocaust-Leugner David Irving. Mit Rachel Weisz, Tom Wilkinson und Timothy Spall
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „A Man Called Ove„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: schwedische Tragikomödie
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

NYC – Fim: "Anesthesia"

Ich war am 25.04.15 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Anesthesia“ 90 min drama
dir. Tim Blake Nelson cast: Kristen Stewart, Sam Waterston, Tim Blake Nelson, Glenn Close, Corey Stoll, Gretchen Mol, K. Todd Freeman

Als der New Yorker College-Professor Walter Zarrow (Sam Waterston) überfallen wird, kommt ihm ein Mann (Corey Stoll) zu Hilfe. Was ist bis zu diesem tragischen Ereignis in dem Leben der Beteiligten geschehen?

C+ (Wertung von A bis F) „Anesthesia“ ist ein Episodenfilm und Ensembledrama von Schauspieler und Regisseur Tim Blake Nelson.

Anesthesia ist einer dieser Filme, in denen man nur langsam herausfindet, in welcher Beziehung die einzelnen Charaktere zueinander stehen und entsprechend in welcher Form die Geschichten miteinander verknüpft sind. Das Schwierige an Episodenfilmen ist, dass man von den Charakteren und den einzelnen Stories gefesselt sein sollte und das im besten Fall eine runde Geschichte erzählt wird. In meinen Augen gibt es wenige richtig gute Episodenfilme. Als grandiose Beispiele fallen mir beispielsweise die Filme „Happiness“, „Magnolia“ und „Little Children“ ein. In „Anesthesia“ hat mich einzig die Geschichte um Sam Waterston und Glenn Close Charaktere berührt. Der Film hat mit 90 Minuten eine relativ kurze Laufzeit, mir kam es aber ewig vor, weil mich die parallelen Handlungstränge zu dem oben genannten nicht sonderlich interessierten. Außerdem fand ich ab einem gewissen Punkt kalkulierbar, auf was der Filmemacher abzielte. Auch wenn das Ende dann doch nicht ganz so vorhersehbar war.

Schauspielerisch ist „Anesthesia“ leider auch nicht durchweg erfreulich. Aus dem Ensemble sticht einmal mehr Kristen Stewart hervor, die die Traurigkeit und Aggression ihres Filmcharakters glaubhaft transportiert. Ansonsten fand ich einzig Sam Waterstons Performance hervorragend. K. Todd Freeman, der den heroinsüchtigen Joe spielt, fand ich schauspielerisch so schlecht, dass ich mich regelrecht ärgerte. Der Regisseur dieses Films, Tim Blake Nelson spielt hier auch eine Rolle.

Ich habe bislang noch keinen Trailer finden können.

„Anesthesia“ wurde erstmalig auf dem Tribeca Film Festival 2015 gezeigt. Ich habe den Film auf diesem Festival gesehen. Der Regisseur und Schauspieler Tim Blake Nelson war anwesend und hat sich im Anschluss an den Film, den Fragen des Publikums gestellt. Das Publikum hat eher verhalten applaudiert, in der anschließenden Q & A hat sich aber gezeigt, dass viele von dem Film berührt wurden. „Anesthesia“ hat bislang noch keinen amerikanischen Verleih gefunden.

Tribeca Film Festival

Das Tribeca Film Festival wurde nach dem 11. September 2001 von u.a. Robert De Niro ins Leben gerufen. Der New Yorker Robert De Niro besitzt in TriBeCa (Triangle below Canal Street) ein Hotel und Restaurants, auch seine Produktionsfirma ist dort ansässig. Durch das Film Festival wollte er nach den Terroranschlägen seinen Beitrag leisten, Manhattan – insbesondere Lower Manhattan, wieder in ein positives Licht zu rücken und für Investitionen, insbesondere im Filmbereich, werben. Im Jahr 2015 feierte das TFF bereits seinen 14. Jahrestag.

Boston – Film: "Still Alice"

Ich war am 30.01.15 in Boston und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Still Alice“ (dt. Titel: „Still Alice – Mein Leben ohne Gestern“, dt. Kinostart: 05.03.15) 99 min drama, adaptation
dir. Richard Glatzer, Wash Westmoreland cast: Julianne Moore, Alec Baldwin, Kristen Stewart, Kate Bosworth

Dr. Alice Howland (Julianne Moore) arbeitet als Linguistik-Professorin und ist schon sehr lange mit John (Alec Baldwin) verheiratet. Die Beiden haben drei erwachsene Kinder. Kurz nach ihrem 50. Geburtstag stellt sie an sich eine Veränderung fest. Zunächst sind es Wortfindungsstörungen, dann verläuft sie sich und auch Namen fallen ihr nicht mehr ein. Sie sucht einen Arzt auf, der einige Tests mit ihr durchführt und schließlich ein Frühstadium von Alzheimer diagnostiziert…

B- (Wertung von A bis F) „Still Alice“ basiert auf dem gleichnamigen Roman von Lisa Genova.

„Still Alice“ ist nun kein überragender Film, Julianne Moore (A Single ManThe Kids Are All Right) macht ihn aber sehenswert. Es ist der Film, für den die zum fünften Mal für einen Oscar nominierte Schauspielerin – aller Wahrscheinlichkeit nach – den Academy Award gewinnen wird. Julianne Moore gibt hier eine solide Performance, aber es ist nicht die Beste ihres Lebens (dafür hat sie in der Vergangenheit zu oft brilliert). Julianne Moore wird mehr für ihre gesamte Karriere ausgezeichnet und dann reicht es auch, dass sie einmal mehr sehr gute Arbeit abliefert. Die stärkste Sequenz im Film ist für mich die, in der sie ihre eigene Videobotschaft abruft. Natürlich sind mir auch die Tränen gelaufen.

Gut gefallen hat mir auch Kristen Stewart. Sie spielt eine Schauspielerin, es ist eine recht uneitle Performance.

Es ist ein ungewöhnliches Regie-Projekt, beide Regisseure (Richard Glatzer und Wash Westmoreland) von „Still Alice“ sind miteinander verheiratet und Richard Glatzer leidet an der Nervenkrankheit ALS (Amyotrophe Lateralsklerose) und ist zu großen Teilen gelähmt. Auch hat er seine Fähigkeit zu sprechen, verloren. Während der Dreharbeiten hat sich sein Zustand nochmal verschlimmert, zum Schluss hat er seine Regieanweisungen nur noch mit seinem Zeh in sein iPad eingegeben können und über eine Sprachfunktion übersetzen lassen.

Im letzten Jahr wurde bekannt, dass sich viele Academy-Mitglieder dieses „Sklavendrama“ nicht angeschaut haben und dennoch für 12 Years a Slave gestimmt haben, dass er den Oscar als Bester Film gewinnt. Dieses Jahr ist durchgesickert, dass viele Mitglieder von AMPAS den „Alzheimer-Film“ nicht gucken wollen, aber dennoch vorhaben, für Julianne Moore zu stimmen, dass sie ihren ersten Oscar gewinnt. Darüber kann man denken was man will, für mich zählt in diesen beiden Fällen mehr das Ergebnis.

„Still Alice“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2014 gezeigt.

Um sich für die Academy Awards zu qualifizieren, musste „Still Alice“ mindestens eine Woche lang im Jahr 2014 in einem kommerziellen Kino in Los Angeles County laufen. Der Film wurde ab 5.12.14 in L.A. und New York gezeigt, bevor er offiziell am 16.01.15 in den U.S.A. gestartet ist. Update: Julianne Moore wurde für ihre Rolle in „Still Alice“ am 22.2.15 mit dem Oscar ausgezeichnet.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Second Best Exotic Marigold Hotel“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Ich habe den ersten Teil nicht mal komplett gesehen. Dieser ist neben Maggie Smith, Bill Nighy, Judi Dench auch mit Richard Gere und David Strathairn. Dieser Trailer verrät, dass der Film Bollywood-mäßig ist und damit kann ich ihn unter keinen Umständen gucken.
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Fifty Shades of Grey“
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Hausfrauen-Softporno
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „A Little Chaos“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Kostümfilm von und mit Alan Rickman und auch mit Kate Winslet und Matthias Schoenaerts (mal in einer ganz anderen Rolle)
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Woman in Gold“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Drama mit Helen Mirren, Ryan Reynolds, Daniel Brühl u.a.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „Danny Collins“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Tragikomödie mit Al Pacino, Annette Bening, Christopher Plummer und Bobby Cannavale
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Red Army“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Doku über russische Eishockey-Mannschaften während des Kalten Krieges.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

DVD – Film: "Welcome to the Rileys"

Folgenden Film habe ich mir auf DVD angeschaut:

„Welcome to the Rileys“ (dt. Titel: „Wilkommen bei den Rileys“, dt. Kinostart: 07.04.11) 110 min drama
dir. Jake Scott cast: James Gandolfini, Kristen Stewart, Melissa Leo, Ally Sheedy

Doug (James Gandolfini) und Louis Riley (Melissa Leo) sind seit bald 30 Jahren verheiratet. Vor acht Jahren ist ihre Tochter im Teenageralter bei einem tragischen Autounfall ums Leben gekommen ist. Seit dieser Zeit leben Doug und Louis zwar noch zusammen, aber jeder für sich. Doug hat eine Affäre mit der Kellnerin Vivian. Auf einer Geschäftsreise in New Orleans trifft Doug eines Abends in einem Stripclub auf die 16-jährige Prostituierte Mallory (Kirsten Stewart). Sie erinnert ihn an seine verstorbene Tochter, er kümmert sich fortan um sie. Louis derweil, die seit dem Tod ihrer Tochter nicht mehr das Haus verlassen hat, macht sich auf den Weg zu ihrem Mann…

D (Wertung von A bis F) Die Geschichte, die mir hier erzählt wird, finde ich unglaubwürdig. Grundsätzlich wäre das nicht so schlimm, wenn ich wenigstens die Charaktere interessant und glaubwürdig finden würde. Letztlich das Einzige was mich daran hinderte, die DVD zu stoppen, waren die Schauspieler, deren Karriere ich aus unterschiedlichen Gründen verfolge. Melissa Leo finde ich als Mensch seit ihrer unsäglichen Selbstvermarktungsaktion und ihrem diesjährigen Auftritt bei der Oscar-Verleihung komplett unsympathisch. Für mich hat sie aber in The Fighter gezeigt, dass sie Talent hat und so möchte ich gerne mehr von ihr (zumindest in Filmen) sehen. James Gandolfini („The Sopranos“) hat zweifelsfrei Präsenz, ich bin mir jedoch nie sicher, ob er den Tony Soprano jemals loswerden kann. Meines Erachtens sollten die Charaktere, die er spielt nie zu weit von seiner legendären Rolle entfernt sein. Seine Rolle in „Welcome to the Rileys“ habe ich ihm jedenfalls nicht abgenommen. Kristen Stewart hat bereits in Adventureland und The Runaways bewiesen, dass sie gut schauspielern kann. Warum sie sich nun ausgerechnet für diesen Film eine Auszeit nehmen musste, ist mir nicht bekannt.

Jake Scott (der Sohn von Ridley) hat sich bisher hauptsächlich als Regisseur für Musikvideos einen Namen gemacht. „Welcome to the Rileys“ ist zweite Spielfilm, bei dem er Regie führt. Er muss noch viel lernen.

Trailer zu sehen:

San Francisco – Film: "The Runaways"

Ich war am 25.03.10 in San Francisco und habe mir im Kino angeschaut:

„The Runaways“ 105 min drama, biopic
dir. Floria Sigismondi cast: Kristen Stewart, Dakota Fanning, Michael Shannon

Im Jahre 1975 wird die 15-jährige Joan Jett (Kristen Stewart) von dem Plattenproduzent Kim Fowley (Michael Shannon) entdeckt. Als schließlich die ebenfalls 15-jährigen Cherie Currie (Dakota Fanning) als Sängerin gefunden wird, ist das der Beginn der legendäre Mädchen-Rockband „The Runaways“. Der Film begleitet die Band, konzentriert sich dabei hauptsächlich auf Joan Jett und Cherie Currie, und zeigt wie Joan Jett nach der Auflösung der Band im Jahr 1979 mit ihrem eigenen Plattenlabel Erfolg hat.

A- (Wertung von A bis F) Der Film basiert auf Cherie Curries Memoiren „Neon Angel“, produziert wurde der Film von Joan Jett.

„The Runaways“ ist ein solides Biopic mit einigen mitreißenden Songs und zwei exzellenten Schauspielern. Dakota Fanning („I Am Sam“, „Man on Fire“, „Hide and Seek“, Push) kann hier erneut zeigen, wie vielseitig sie ist. Michael Shannon (Bug, Revolutionary Road) ist ein Schauspieler, der mit seinem intensivem Spiel, seinem Talent und seiner Präsenz mein Herz schneller pochen lässt. Mit einer unglaublichen Leichtigkeit spielt er hier alle an die Wand. Michael Shannon hat mir so gut gefallen, dass ich mir gewünscht hätte, ein Biopic über diese wohl zweifelsohne charismatische und hochinteressante Persönlichkeit Kim Fowley zu sehen. Um von der Academy wahrgenommen zu werden, ist ein amerikanischer Kinostart im März natürlich denkbar unpassend, aber Michael Shannon gibt hier definitiv die erste Oscar-Performance des noch sehr jungen Filmjahres 2010.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer von Film: „Chloe“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Thriller mit Liam Neeson, Julianne Moore, Amanda Seyfried
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 80 %

Trailer von Film: „Get Him to the Greek“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Film mit P.Diddy… Hilfe… Auch wenn hier Russell Brand und Jonah Hill mitspielen, schwierig…
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 60 % (wenn ich irgendwie P. Diddy ausblenden kann und ganz doll Lust auf Klamauk habe)

Trailer von Film: „Cyrus“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Komödie mit John C. Reilly, Jonah Hill, Marisa Tomei, Catherine Keener
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 100%

Trailer von Film: „The Joneses“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Film mit Demi Moore und David Duchovny. Der Trailer macht mich sehr neugierig…
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 100%