TV – Serie: "The Honorable Woman"

Ich habe mir folgende Sundance-TV-Serie angeschaut:

„The Honorable Woman“ (in D. ist „The Honourable Woman“ über iTunes zu sehen) 8 x approx. 60 min drama, thriller
dir. Hugo Blick cast: Maggie Gyllenhaal, Andrew Buchan, Lubna Azabal, Stephen Rea, Janet McTeer, Lindsay Duncan, Eve Best

Ihre Mutter ist bei Nessas Geburt gestorben und vor 29 Jahren musste sie und ihr Bruder Ephra mitansehen, wie ihr Vater einem Attentat zum Opfer fiel. Nessa und Ephra stammen aus einer britisch-jüdischen Familie, ihr Vater hatte einen Rüstungskonzern geleitet. Jetzt führt Nessa (Maggie Gyllenhaal) die Stein Group, die sich inzwischen mit der elektronischen Vernetzung des Westjordanlands beschäftigt. Sie und ihr älterer Bruder Ephra (Andrew Buchan), ihre schwangere Schwägerin Rachel (Katherine Parkinson) und die Kinder Mazel (Nicole Lopes), Hannah (Reeve Fletcher) und Kasim (Oliver Bodur) leben mit der Haushälterin und Nanny Atika (Lubna Azabal) in London. Sich frei zu bewegen ist für Nessa schwer, zu ihrem eigenen Schutz wird sie ständig bewacht. Nach dem Tod eines Palästinensers, dem die Stein Group gerade einen millionenschweren Auftrag erteilen wollte und einer Entführung schaltetet sich der britische Geheimdienst MI6 ein. Hugh Hayden-Hoyle (Stephen Rea) ist der Leiter der Nahost Abteilung und ermittelt in dem Fall. Nessa scheint einige Geheimnisse zu haben und nicht nur sie.

B+ (Wertung von A bis F) „The Honorable Woman“ (bzw. wie sie im britischen Original heißt „The Honourable Woman“) ist eine achtteilige britische Mini-Serie. Es ist eine Thriller-Mehrteiler, präziser eine Agententhriller-Mehrteiler, die den verfahrenen Nahost-Konflikt anschaulich und persönlich macht. Es ist eine sehr smarte, komplexe, nicht vorhersehbare und auch mutige Serie mit vielschichtigen Charakteren. Ein ständig beklemmendes und bedrohliches Szenario setzt die Stimmung und auch wenn bei „The Honorable Woman“ eine ruhige Erzählweise zunächst vorherrscht, kommt es immer wieder zu hochspannenden Szenen. Über die einzelnen Charaktere und deren Geheimnisse erfährt man langsam. Erzählt wird eine abgeschlossene Geschichte, es ist auch keine zweite Staffel geplant.

Die Serie führt einen in die britische Upper-Class und konzentriert sich auf die britisch-jüdische Familie Stein. Es geht um dunkle Machenschaften des britischen Geheimdienstes, Vertrauen, Geheimnisse, Erpressung, Verrat, Spionage, Affären, Diplomatie, Terrorismus, radikale Ansichten, Hass, Rache und Angst. Die Geschichte ist spannend, mit zahlreichen Verwicklungen und unerwarteten Wendungen – vor allen Dingen ist sie konsequent erzählt. Etwas aufgelockert wird die Story immer wieder durch den britischen und/ oder dem feinen jüdischen Humor.

In meinen Augen gibt es in englischsprachigen Filmen viel zu selten starke, interessante Frauencharaktere. Englischsprachigen Serien wie Damages, Nurse Jackie, Homeland, Bates Motel, House of Cards, Top of the Lake, Orphan Black und Broadchurch sind da schon etwas weiter, bei „The Honorable Woman“ gibt es gleich vier faszinierende weibliche Persönlichkeiten : Nessa, Attika, Julia und Monica.

Chris Rea ist klasse und auch hat mir Andrew Buchan hier wieder gut gefallen. Einen nachhaltigen Eindruck haben bei mir allerdings die Damen, insbesondere Lubna Azabal, Eve Best und Janet McTeer hinterlassen. Maggie Gyllenhaal sehe ich üblicherweise auch sehr gerne, nur hatte ich hier mit ihr etwas Probleme. Vielleicht lag es an ihrem britischen Akzent, an den ich mich erst mal gewöhnen musste. Hin und wieder gab es aber auch Szenen, in denen ich Probleme mit ihrem Spiel hatte. In einem durchweg hervorragenden Ensemble fallen einem halt auch Kleinigkeiten auf. Im Großen und Ganzen gibt aber auch sie eine eindrucksvolle Performance.

Meine Lieblingsfolge:

Das ist ein Mehrteiler, den man schon nach einer oder zwei Folgen nicht mehr aufhören will zu gucken. Meine Lieblingsfolge ist die vierte („The Ribbon Cutter“), sie ist zwar krass und unerträglich (insbesondere die Szene vor „Gericht“), aber die Episode deckt einiges auf (auch wenn ich schon ein paar Vermutungen hatte) und weil Janet McTeer und Eve Best so großartig zusammen spielen.

Die Charaktere im Einzelnen:

Nessa Stein ist jüdisch, sie ist Waise, ihre Mutter ist bei ihrer Geburt gestorben und als Kind musste sie und ihr Bruder mitansehen, wie ihr Vater von einem Palästinenser getötet wurde. Der erwachsene ältere Bruder Ephra wird von Andrew Buchan gespielt. Sie leitet die Stein Group. Sie ist praktisch allen Menschen gegenüber misstrauisch, hat selbst Geheimnisse, lebt in ständiger Angst, schläft nachts in einem Panic Room in ihrem Haus. Nessa Stein wird von der amerikanischen Schauspielerin Maggie Gyllenhaal gespielt. Bekannt ist die Schwester von Jake Gyllenhaal und Frau von Peter Sarsgaard aus zahlreichen Kinofilmen, u.a. „Secretary“, „Sherrybaby“, The Dark Knight, Crazy Heart, Frank

Ephra Stein ist jüdisch und der älterer Bruder von Nessa (gespielt von Maggie Gyllenhaal), verheiratet mit Rachel (gespielt von Katherine Parkinson). Er ist Vater und hat die Stein Group noch vor einigen Jahren geleitet. Mittlerweile hat seine Schwester Nessa die Firma übernommen. Ephra wird von dem britischen Bühnen und TV-Schauspieler Andrew Buchan gespielt. Andrew Buchan ist mir vor einiger Zeit erst in der britischen TV-Serie Broadchurch positiv aufgefallen.

Atika Halibi ist Palästinenserin, geboren in Gaza. Sie arbeitet als Haushälterin und Nanny bei Ephras Familie und ist mit Nessa befreundet. Atika wird von der belgischen Schauspielerin Lubna Azabal gespielt. Sie hat marokkanische und spanische Wurzeln und kann sehr glaubhaft arabische Charaktere spielen. Sie hat in einigen Kinofilme gespielt u.a. „Paradise Now“, „Coriolanus“. Mir ist sie noch ganz präsent aus dem für einen Oscar-nominierten kanadischen Film Incendies, einem Film, der mir bis heute nicht aus dem Kopf geht.

Hugh Hayden-Hoyle ist der Leiter der Nahostabteilung beim britischen Geheimdienst MI6. Er lebt von seiner Frau (gespielt von Lindsay Duncan) getrennt. Gespielt wird Hayden-Hoyle von dem irischen Schauspieler Stephen Rea. Bekannt ist Stephen Rea aus zahlreichen Kinofilmen, z.B. „Life is Sweet“, „The Crying Game“, „Michael Collins“, „Control“

Julia Walsh leitet den britischen Geheimdienst MI6, sie ist die Vorgesetzte von Stephen Reas Charakter Hugh Hayden-Hoyle. Sie ist großartig in der Rolle. Julia Walsh wird von der britischen Theater- und Filmschauspielerin Janet McTeer gespielt. Sie wurde für ihre Rolle in den Filmen „Tumbleweeds“ und „Albert Nobbs“ für einen Oscar nominiert. Ich habe sie auch in dem britischen TV-Mehrteiler Five Days gesehen.

Shlomo Zahary ist jüdisch und der Ersatzvater von Nessa und Ephra (gespielt von Maggie Gyllenhaal und Andrew Buchan). Er führt ein Telekommunikationsunternehmen, ihm war ein Vertrag mit der Stein Group versprochen. Eine Überprüfung seiner Person hat bei Nessa Misstrauen erregt. Gespielt wird Shlomo Zahary von dem israelischen Schauspieler Yigal Naor. Er war bereits in den Filmen „Munich“ und Rendition zu sehen.

Monica Chatwin britische Geheimagentin, die vielleicht Interesse an Hugh Hayden-Hoyles Job beim MI6 hat. Sie leitet das Büro in Washington, D.C. Monica ist sehr undurchsichtig. Gespielt wird Monica Chatwin von der britischen Schauspielerin Eve Best. Sie hat u.a. in The King´s Speech mitgespielt. Ich kannte sie aber hauptsächlich aus der amerikanischen TV-Serie Nurse Jackie.

Anjelica Hayden-Hoyle ist die Ehefrau von Hugh Hayden-Hoyle (gespielt von Stephen Rea) Gespielt wird Anjelica von der schottischen Theater- und Filmschauspielerin Lindsay Duncan. Sie hat in einigen Kinofilmen gespielt, u.a. „Under the Tuscan Sun“, Alice in Wonderland und Le Week-End gespielt. In dem Oscar-Gewinner-Film 2015 Birdman war sie als gefürchtete Theaterkritikerin zu sehen.

Die Serie wurde in Großbritannien erstmalig vom 3.7.14 – 21.8.14 auf dem TV-Sender BBC TWO ausgestrahlt, in den U.S.A. wurde die Mini-Serie vom 31.07.14-18.09.14 auf SundanceTV gezeigt. Ich habe „The Honorable Woman“ bereits vor einigen Monaten gesehen, bisher aber noch keine Zeit gehabt, über sie zu schreiben.

Maggie Gyllenhaal hat für ihre Rolle in „The Honorable Woman“ den Golden Globe als Beste Schauspielerin in einer Mini-Serie oder einem TV-Film gewonnen.

Trailer zu sehen:

VOD – Film: "Frank"

Ich habe mir folgenden Film als Leihvideo über iTunes (U.S.) angeschaut:

„Frank“ (dt. Kinostart: 27.08.15) 95 min drama, comedy
dir. Lenny Abrahamson cast: Domhall Gleeson, Maggie Gyllenhaal, Michael Fassbender, Scoot McNairy

Musik bestimmt Jons (Domhnall Gleeson) Leben. Immer hat er Ideen für neue Songs. Durch Zufall lernt er Don (Scoot McNairy) kennen. Er ist der Manager der Band Soronprfbs, die noch am selbigen Abend ein Konzert geben. Da deren Keyboarder ausgefallen ist, macht er Jon den Vorschlag, einzuspringen. Gebongt. Als er am Abend zum Gig auftaucht, lernt er eine ziemlich schräge Truppe kennen. Der Bandleader Frank (Michael Fassbender) hat die ganze Zeit ein riesigen Pappmaché-Karton auf seinem Kopf. Jon bekommt das Angebot, mit diesen Exzentrikern nach Irland zu fahren.

B (Wertung von A bis F) „Frank“ wurde von der Kunstfigur Frank Sidebottom inspiriert. Der mittlerweile verstorbene britische Komiker Chris Sievey hat diese Figur im Jahr 1984 ins Leben gerufen.

„Frank“ ist ein schräger Film, es ist eine schräge Geschichte und es sind auch schräge Songs – manchmal verstörend schräg, manchmal schön schräg. Nicht selten hatte ich das Gefühl, die Schauspieler aus nächster Nähe zu beobachten. Der Film hat etwas sehr Intimes. Besonders die Beziehung von Domhnall Gleeson und Maggie Gyllenhaals Charakteren fand ich amüsant.

„Frank“ entspricht nun nicht gerade meiner Idealvorstellung von einem Film mit Michael Fassbender (Hunger, Shame, 12 Years a Slave). Es grenzt für mich an Verschwendung, dass er beinahe die ganze Zeit dieses Pappmaché-Dings auf dem Kopf hat. Das Einzige was einem von Michael Fassbender bleibt, ist tatsächlich sein Körper und seine tolle Stimme und Sprache (hier singt sogar – und gar nicht so übel – und in einer Szene spricht er sogar Deutsch) Gegen Ende des Films sieht man den attraktiven Schauspieler aber dann dankenswerterweise mal ohne seine Maskierung.

„Frank“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2014 gezeigt.

„Frank“ ist für folgende Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Nebendarsteller (Michael Fassbender)

Trailer zu sehen:

Chicago – Film: "Crazy Heart"

Ich war am 16.02.10 in Chicago und habe mir im Kino angeschaut:

„Crazy Heart“ (dt. Kinostart: 04.03.2010) 111 min drama, adaptation
dir. Scott Cooper cast: Jeff Bridges, Maggie Gyllenhaal, Robert Duvall, Colin Farrell,

Der ehemalige Country Music Star Bad Blake (Jeff Bridges) tingelt mittlerweile nur noch durchs Land für Auftritte auf Bowlingbahnen, etc. Seine beste Zeit ist länger schon vorbei, er ist pleite und widmet sich jetzt eher dem Alkohol und Affären. Als er die junge Musikjournalistin und alleinerziehende Mutter Jean (Maggie Gyllenhaal) kennenlernt, verliebt er sich in sie und versucht sein Leben wieder auf die Reihe zu bekommen…

B- (Wertung von A bis F) Der Film „Crazy Heart“ basiert auf dem gleichnamigen Roman von Thomas Cobb.

„Crazy Heart“ ist ein fesselndes Portrait eines abgehalfterten Stars. Klar, dass einem dabei, „The Wrestler“ aus dem Jahr 2008 in Erinnerung kommt. Die Intensität von The Wrestler und auch Mickey Rourkes Performance werden weder von „Crazy Heart“ noch von Jeff Bridges erreicht. Dennoch ist es zweifelsfrei ein sehenswerter Film mit wunderbaren Schauspielern. Ich fand überraschenderweise Colin Farrell als Country Music Star glaubwürdig, aber auch der stets superbe Robert Duvall überzeugt wieder einmal. Maggie Gyllenhaal ist natürlich auch eine Bereicherung, ihre Nominierung für den Oscar halte ich jedoch für etwas übertrieben. Vor ein paar Jahren hätte sie für „Sherrybaby“ nominiert werden müssen.

Jeff Bridges ist für diese Rolle ebenfalls für einen Academy Award nominiert. Dies ist seine fünfte Oscar-Nominierung (zuvor für „The Last Picture Show“, 1971; „Thunderbolt and Lightfoot“, 1974; „Starman“, 1984; „The Contender“, 2000). Er wird diesmal den Oscar mit nach Hause nehmen können, meines Erachtens verdient er den Award nicht unbedingt für diese Performance (die ohne Zweifel sehr gut ist, aber sein Mitbewerber Colin Firth ist in A Single Man einfach noch besser), sondern dafür, dass er uns mit konstant hervorragender Leistung seit so vielen Jahren bei Laune hält und weil er halt so ein cooler Typ ist. Update: Jeff Bridges hat für seine Rolle in „Crazy Heart“ den Oscar als Bester Hauptdarsteller gewonnen.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer von Film: „Greenberg“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Tragikomödie mit Ben Stiller und Rhys Ifans, Ben Stiller, lief gerade auf der Berlinale
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 100%

Trailer von Film:“Robin Hood“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Ridley Scotts Version mit Russell Crowe und Cate Blanchett
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 100 %

Trailer von Film: „The Back-up Plan“
Bewertung des Trailers: D-
Kommentar: RomCom mit J.Lo
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 0%

Trailer von Film: „Cyrus“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Komödie mit John C. Reilly, Jonah Hill, Marisa Tomei, Catherine Keener
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 100%

Boston – Film: "Away We Go"

Ich war am 12.07.09 in Boston und habe mir im Kino angeschaut:

„Away We Go“ (dt. Filmtitel: „Away We Go – Auf nach Irgendwo“, dt. Kinostart: 15.10.09) 97 min drama, comedy
dir. Sam Mendes cast: John Krasinski, Maya Rudolph, Cheryl Hines, Allison Janney, Jeff Daniels, Maggie Gyllenhaal, Paul Schneider

Verona (Maya Rudolph) und Burt (John Krasinski) sind Mitte 30 und erwarten ihr erstes Kind. Da Burts Eltern überraschend nach Europa ziehen, suchen sie ein neues Zuhause für ihre kleine Familie…

D (Wertung von A bis F) Hier habe ich, und das bitte ich zu entschuldigen, meine komplette Objektivität verloren. Ich predige ja oft, wie wichtig die Chemie bei den Akteuren ist, bei den Protagonisten in „Away We Go“ könnte sie nicht besser stimmen. Leider stimmt die Chemie nicht zwischen mir und den Hauptcharakteren. Wenn ich ihnen im realen Leben begegnen würde, würde ich auch nicht an ihrem Leben teilhaben wollen bzw. könnte kein Interesse für sie aufbringen. Insofern fand ich es sehr anstrengend dem Gezeigten zu folgen. Ausserdem finde ich, dass ihre Gesichter nicht für die grosse Leinwand geschaffen sind. Einziges Mini-Highlight sind die Szenen mit Allison Janney („Nurse Betty“, „The Hours“, Juno) und der wunderbaren Maggie Gyllenhaal („Secretary“, „Sherrybaby“, The Dark Knight).

Trailer zu sehen:

Boston – The Dark Knight

Ich war am 18.07.08 in Boston (Update: und am 12.08.08 in Detroit) und habe mir im Kino angeschaut:

„The Dark Knight“ (dt. Kinostart 21.08.08) 180 min action, adaptation, sequel
dir. Christopher Nolan cast: Christian Bale, Heath Ledger, Aaron Eckhart, Michael Caine, Gary Oldman, Morgan Freeman, Maggie Gyllenhaal, Eric Roberts, Cillian Murphy, William Fichtner

Bruce Wayne/ BATMAN (Christian Bale) kämpft mit dem neuen Staatsanwalt Harvey Dent (Aaron Eckhart) und der Polizei unter der Leitung von Jim Gordon (Gary Oldman) recht erfolgreich gegen das organisierte Verbrechen in Gotham City, bis der mysteriöse Joker (Heath Ledger) immer präsenter wird. Der Joker hat Spass an Chaos und Zerstörung und sieht in BATMAN seinen neuen Spielkameraden…

A (Wertung von A bis F) In einem unglaublich guten Film waren für mich zwei Dinge dominierend. 1. Heath Ledger als Joker und 2. Der Score von Hans Zimmer und James Newton Howard. Zu Heath Ledger: Das ist sein Film. Wenn man es nicht besser wüsste, könnte man annehmen, dass Heath als Joker geboren wurde. Sein Joker reiht sich spielend in die TOP TEN der genialen Filmbösewichte ein und leistet u.a. Hannibal Lecter aus „The Silence of the Lambs“ und Chigurgh aus No Country for Old Men Gesellschaft. Ich war verblüfft, mit welcher Leichtigkeit ich Jack Nicholson vergass, der vor ca. 20 Jahren den Joker doch so brilliant spielte. Heath ist in „The Dark Knight“ unersetzlich. Ich bin mir sicher, dass er für diese Rolle postum eine Oscarnominierung erhalten wird. Das wäre nicht so ungewöhnlich. James Dean wurde auch nach seinem frühen Tod für jeweils einen Oscar in „Giant“ und „East of Eden“ nominiert. Zu dem Score: Bei „The Dark Knight“ kommt man weder an Heath, noch an diesem intensivem, wunderbaren Score vorbei. Der deutsche Filmkomponist Hans Zimmer könnte seinen zweiten Oscar bekommen. Dies ist meine Prognose im Juli, die Award-Season fängt bekanntlich ja erst im Herbst an.

Der Film „The Dark Knight“ ist düster, hat eine packende Story, einige Überraschungsmomente und Wendungen, exzellente Actionszenen, noch nie dagewesene Stunts und tolle Effekte, ausserdem war ich von dem neuen, späteren Batmobil auf zwei Rädern fasziniert, sehr stylish…Die Besetzung ist hochkarätig. Da man eigentlich nie von William Fichtner, Michael Caine, Morgan Freeman, Gary Oldman, Maggie Gyllenhaal und natürlich Christian Bale schauspielerisch enttäuscht wird, möchte ich hier nur Aaron Eckhart hervorheben, der mich mit seiner soliden Performance überrascht hat. Jetzt kommen wir zu meiner Befürchtung. Der Film beinhaltet natürlich einige Gewaltszenen und schon alleine aufgrund des JOKERS, ist „The Dark Knight“ nichts für Kinder (von dem sie nachhaltig traumatisiert sein könnten), daher hoffe ich, dass die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft dem Film besser die nächst höhere Altersfreigabe gibt, als ihn (wie schon „The Incredible Hulk“) kaputt zu schneiden. Meine andere grosse Befürchtung ist, dass der JOKER in der deutschen Synchronisation nicht so furchteinflössend und zugleich witzig daherkommt. Die Figur lebt ja nicht nur durch sein psychopathisches Aussehen und Auftreten, sondern hauptsächlich durch seine Stimme und Sprache. Ich hoffe, dass dies übertragbar ist.

Update nach dem 2. Kinobesuch: Bei jedem Auftritt von Heath Ledgers JOKER hat mein Herz schneller geschlagen. Ausserdem ist mir kein Film bekannt, in dem zwei meiner Lieblingsstädte (Hong Kong und Chicago) schöner dargestellt wurden. Ich empfehle dringend, „The Dark Knight“ im Kino zu schauen, da dies ein Film ist, der eigentlich nur auf der grossen Leinwand wirkt. Ich bin ausserdem sicher, dass keiner den Hype um Heath Ledgers Performance verstehen wird, der den Film nicht im Original gesehen hat. Der JOKER ist definitv nicht synchronisierbar. Was mich jetzt hingegen beim zweiten Kinobesuch gestört hat, war Christian Bales sehr angestrengte Stimme sobald er seinen BATMAN-Suit angezogen hat.

Mein Kinoerlebnis zum Filmstart in den U.S.A.: „The Dark Knight“ ist nun der Film, auf den ich mich freue, seitdem ich den 1. Teaser gesehen habe. (damit stand ich sicherlich nicht alleine) Später wurden dann vielversprechende Trailer gezeigt und vor „Iron Man“, Anfang Mai ´08 in New York, wurde der – mittlerweile, soweit ich weiss, preisgekrönte – Trailer (siehe Link) vorgeschaltet. Was ich noch nie zuvor erlebt habe, alle Zuschauer haben nach dem Trailer applaudiert. Demzufolge war vorauszusehen, was für ein Hype noch entstehen wird. In weiser Voraussicht habe ich mir ein paar Tage vor dem 18.07.08 eine Kinokarte für die Opening Night gekauft. Es ist schon ein besonderes Erlebnis einen so langersehnten Film am ersten Tag inmitten einer aufgeregten Meute und leidenschaftlichen Fans zu schauen. Ich gehe nun schon seit vielen Jahren in den U.S.A. ins Kino, so einen Andrang habe ich bislang noch nie erlebt. Es war aber auch einer der wenigen Momente, bei denen ich das in den U.S.A. übliche FREE SEATING verflucht habe und mir gewünscht hätte, es gäbe eine SITZPLATZVERGABE bzw. -RESERVIERUNG, wie man das in Deutschland gewohnt ist. Dennoch habe ich mir natürlich einen guten Platz „erkämpft“. Vor einigen Jahren hat sich im amerikanischen Kino so eine Unart verbreitet. Es werden immer öfter 3 oder 4 Werbespots vor den Trailern und dem Film gezeigt. Zwar meistens noch bevor die Vorstellung anfangen soll, aber trotzdem nervig. Bei „The Dark Knight“ haben sie es sich scheinbar nicht getraut. Als nun die ersten bewegten Bilder (Trailer) auf der Leinwand zu sehen waren, wurde applaudiert. Ausserdem gab es einige Male Szenenapplaus und nach dem Film erfolgte ein grosser Applaus. Als die Credits mit Heath Ledgers Namen erschienen, wurde nocheinmal applaudiert. Der Ritterschlag vom amerikanischen Publikum jedoch ist, dass alle diszipliniert auf ihren Plätzen blieben und keiner auf Toilette gegangen ist oder sich gar ein Refill für Popcorn oder Coke holte…und das bei einem Film, der 2 1/2 Stunden ging…wow

Trailer zu sehen:

„grandios“