DVD – Film: "Dogtooth"

Folgenden Film habe ich mir auf DVD angeschaut:

„Dogtooth“ (auch in D. auf DVD erhältlich) 96 min art house, drama
dir. Yorgos Lanthimos cast: Christos Stergioglou, Michelle Valley, Aggeliki, Papoulia, Mary Tsoni, Christos Passalis, Anna Kalaitzidou

Die Eltern haben ihre drei Kinder ohne Einflüsse von außerhalb großgezogen. Komplett isoliert leben die Mutter (Michelle Valley), die zwei Töchter (Aggeliki Papoulai und Mary Tsoni) und der Sohn (Christos Passalis) in einem abgelegenen Haus auf einem riesigen, umzäunten Grundstück. Einzig der Vater (Christos Stergioglou) verlässt das Grundstück, um arbeiten und einkaufen zu gehen. Betreten darf das Haus einzig eine junge Frau, Christina (Anna Kalaitzidou)…

B- (Wertung von A bis F) Der griechische Film „Dogtooth“ ist unglaublich krass. Es war mir tatsächlich nicht möglich, zum Schluss des Films zu einer Bewertung zu kommen. Das ist ein Film, den man erst einmal sacken lassen muss. „Dogtooth“ ist zwar ein ruhiger aber ums so verstörender Film. Der Film ist sehr simple gehalten ist, mit einfachen Einstellungen. Den ganzen Film über habe ich mir die Frage gestellt, was mir der Regisseur wohl damit sagen will. Ich wusste überhaupt nicht was mich erwartet, hatte aber durchweg ein beklemmendes und beunruhigendes Gefühl, dass gleich etwas richtig Schlimmes passiert. So ganz unbegründet ist das ja nicht. Über den Film sollte man so wenig wie möglich wissen, man sollte sich den Inhalt hier förmlich selbst „erarbeiten“. Meine Inhaltsangabe habe ich, nach einiger Überlegung, komplett zusammengekürzt. Wer Lust auf einen interessanten, aber völlig heftigen Film, der einen verstört zurücklässt und ausreichend Platz für Interpretationen bietet, dem sei „Dogtooth“ empfohlen.

„Dogtooth“ war im Jahr 2011 für einen Oscar als bester fremdsprachiger Film nominiert…was ich nur schwer nachvollziehen kann…

Trailer zu sehen:

http://www.youtube.com/watch?v=JgHiWaovhrA&feature=related

NYC – Film: "Incendies"

Ich war am 02.05.11 in New York und habe mir im Kino angeschaut:

„Incendies“ (dt. Titel: „Die Frau, die singt – Incendies“, dt. Kinostart: 23.06.11) 130 min drama
dir. Denis Villeneuve cast: Lubna Azabal, Mélissa Désormeaux-Poulin, Maxim Gaudette, Rémy Girard, Allen Altman

Nach dem Tod ihrer Mutter (Lubna Azabal) händigt der Notar, langjährige Arbeitgeber der Mutter und Freund der Familie, Lebel (Rémy Girard), den Zwillingen Jeanne (Mélissa Désormeaux-Poulin) und Simon (Maxim Gaudette) jeweils einen Brief aus. Jeanne soll ihren Brief ihrem Vater, den sie noch nie kennengelernt haben und Simon soll seinen Brief ihrem Bruder, von dessen Existenz die Geschwister jetzt zum ersten Mal hören, übergeben. Simon hat keine Lust auf die Spielchen seiner verstorbenen Mutter und lehnt es ab, ihren letzten Willen zu erfüllen. Jeanne hingegen begibt sich sofort auf die Suche nach ihrem Vater. Dafür muss sie in den Nahen Osten reisen und wird mit der Vergangenheit ihrer Mutter konfrontiert, von der sie nicht die geringste Ahnung hatte….

B+ (Wertung von A bis F) „Incendies“ basiert auf dem gleichnamigen Theaterstück von Wajdi Mouawad. Es wird nicht genannt, in welchem Land im Nahen Osten „Incendies“ spielt. Der Autor ist jedoch Libanese und die Geschichte des Landes, die hier auch angedeutet wird, weist darauf hin, dass es sich um Libanon handelt.

Es gibt Filme, die ich mit „A“ oder „A-“ bewerte, aber ziemlich schnell vergesse. „Incendies“ habe ich vor mehr als einer Woche gesehen und habe noch so wahnsinnig viele Szenen präsent. Mir kam es vor, als ob der Film mehrere Stunden geht, was ausnahmsweise nicht damit zu tun hat, dass ich gelangweilt war. Es ist einfach so viel Handlung, bzw. so viel Inhalt, den man irgendwie verkraften muss. Der Film beginnt mit einer unglaublich krassen Szene und die Intensität zieht sich durch den ganzen Film, bis die Handlungsstränge am Ende zusammenlaufen. So smart und emotional auch die „Aufklärung“ sein mag, so hat mich doch minimal gestört, dass etwas zu viel Zufall im Spiel ist. Für meinen Geschmack war dies alles etwas zu dick aufgetragen. Die Performances aller, mir unbekannten, Schauspieler waren sensationell.

Filme bewerte ich eigentlich direkt nach dem Kinobesuch, „Incendies“ habe ich mit „B“ bewertet und heute, da der Film mich immer noch nicht loslässt, habe ich ihn nach oben korrigiert.

Der kanadische Film „Incendies“ war dieses Jahr für einen Oscar als bester fremdsprachiger Film nominiert.

Trailer zu sehen:

http://www.sonyclassics.com/incendies/

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Forks Over Knives“
Bewertung des Trailers: A
Kommentar: Dokumentation über falsches Essen und vor allen Dingen Übergewicht und welche Krankheiten und extreme Kosten das verursacht. Die Leute, die sich den Film unbedingt ansehen sollten, gucken ihn sich leider eh nicht an…
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Everything Must Go“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Tragikomödie mit Will Ferrell, Rebecca Hall und Laura Dern
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Tree of Life“
Bewertung des Trailers: A
Kommentar: Ich freue mich ganz doll auf Terrence Malicks neuen Film und auf Sean Penn. Hoffentlich bin ich nachher nicht enttäuscht. Beim Cannes-Festival wird er jetzt das erste Mal gezeigt.
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Last Mountain“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Dokumentation über die Zerstörung der Gebirgsregion von Appalachia durch den Abbau von Kohle.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 80%

Die Oscars 2011: Alle Gewinner

Die Gewinner der 83. Oscar-Verleihung:

Best Picture: The King´s Speech
Best Director: Tom Hooper („The King´s Speech“)
Best Actor: Colin Firth („The King´s Speech“)
Best Actress: Natalie Portman („Black Swan“)
Best Supporting Actor: Christian Bale („The Fighter“)
Best Supporting Actress: Melissa Leo („The Fighter“)
Best Original Screenplay: David Seidler („The King´s Speech“)
Best Adapted Screenplay: Aaron Sorkin („The Social Network“)
Best Cinematography: Wally Pfister („Inception“)
Best Animated Feature: Toy Story 3
Best Foreign Language Film: In a Better World
Best Costume Design: Alice in Wonderland
Best Art Direction: Alice in Wonderland
Best Make Up: The Wolfman
Best Film Editing: The Social Network
Best Sound Editing: Inception
Best Sound Mixing: Inception
Best Visual Effects: Inception
Best Documentary Feature: The Inside Job
Best Animated Short: The Lost Thing
Best Live Action Short: God of Love
Best Documentary Short Subject: Strangers No More
Best Original Song: We Belong Together („Toy Story 3“)
Best Original Score: Trent Reznor und Atticus Ross („The Social Network“)

Anmerkungen zu den Gewinnern: Es war ja die große Entscheidung ob der Favorit „The King´s Speech“ oder „The Social Network“ gewinnt. Früh hat sich abgezeichnet, dass „The King´s Speech“ nicht der große Abräumer der 83. Academy Awards wird. Der Film war (ist) für 12 Oscars nominiert. Als „The Social Network“ den Preis für Best Film Editing gewann, war ich dann der Meinug, dass er dann auch Regie und Bester Film gewinnt. Mit dem Preis für die beste Regie an Tom Hooper waren die Hoffnungen an einen Award als besten Film für „The Social Network“ selbstverständlich dahin. Was für eine Katastrophe. Es gab für mich zwei Enttäuschungen bei der diesjährige Oscar-Verleihung. 1. dass der neun Mal nominierte Kameramann Roger Deakins nicht gewonnen hat und dass dieser Tom Hooper beste Regie gewonnen hat.

So sehr ich mich darüber gefreut habe, dass Melissa Leo für ihre Rolle in „The Fighter“ ausgezeichnet geworden ist, so peinlich fand ich ihre Dankensrede. Ganz sicher hat die Academy spätestens als sie live das F-Wort aus Leos Mund hören musste, bereut, ihr den Oscars verliehen zu haben. Seit den 1960er Jahren ist das nicht passiert. In Deutschland werden die Oscars ohne Zeitverzögerung übertragen. In den U.S.A. war das Wort für die Fernsehzuschauer nicht zu hören.

Anmerkungen zu der Moderation: Ich kann ja grundsätzlich auf die trampelige Anne Hathaway verzichten und gebe auch zu, dass es mir schwer fällt, bei ihr objektiv zu bleiben. Ich (und dankenswerterweise nicht nur ich) fand sie schrecklich und ihre Auftritte erinnerten mich oft an einen quietschenden Teenager. James Franco kann man nicht böse sein, die Moderation der Beiden war aber zweifelsfrei eine der langweiligsten und schlechtesten in der Geschichte der Academy Awards. Bezeichnend war, dass, als Billy Crystal die Bühne betrat, alle aufgestanden sind und ihm applaudiert haben. Das hatte irgendwie etwas Befreiendes. Vielleicht haben alle für einen kurzen Moment gehofft, dass er jetzt die Moderation übernimmt. In jedem Fall haben bestimmt alle gedacht, dass es noch gute Zeiten waren, als er die Oscars moderierte.

Anmerkungen zur Pre-Show: Ich hatte mich ja letztes Jahr schon gewundert, warum PRO7 nur eine halbe Stunde der ABC-Pre-Show überträgt. Der deutsche Zuschauer muss dafür eine halbe Stunde Steven Gätjens peinliche Smalltalk-Versuche ertragen. Wenn PRO7 die Oscar-Show und eine halbe Stunde der Pre-Show bei ABC kauft, warum dann eigentlich nicht die komplette Pre-Show? Die Oscar-Nacht könnte so schön sein, wenn man sich nicht vor der eigentlichen Verleihung schon so fürchterlich fremdschämen müsste…

Allgemeine Anmerkungen: Warum hat man Celine Dion singen lassen?

„King´s Speech“ war für 12 Oscars nominiert und hat 4 gewonnen.
„The Social Network“ war für 8 Oscars nominiert und hat 3 gewonnen.
„Inception“ war für 8 Oscars nominiert und hat 4 gewonnen.
„The Fighter“ war für 7 Oscars nominiert und hat 2 gewonnen.
„Toy Story 3“ war für 5 Oscars nominiert und hat 2 gewonnen.

Von 24 Kategorien habe ich 15 richtig geraten und damit meine Wette gewonnen. 😀

Goldene Himbeere 2011, die „Gewinner“ sind:
Schlechtester Film: „The Last Airbender“
Schlechtester Regisseur: M. Night Shyamalan für „The Last Airbender“
Schlechtester Schauspieler: Ashton Kutcher für „Killers“ und „Valentine´s Day“
Schlechteste Schauspielerin: Sarah Jessica Parker, Kim Cattrall, Kristin Davis und Cynthia Nixon für „Sex and the City 2“
Schlechtester Nebendarsteller: Jackson Rathbone für „The Last Airbender“ und „The Twilight Saga: Eclipse“
Schlechteste Nebendarstellerin: Jessica Alba für „The Killer Inside Me“, „Little Fockers“, „Machete“ und „Valentine´s Day“
Schlechteste 3D-Umsetzung: „The Last Airbender“

… das kann man einfach so stehen lassen.

Oscar-Gewinner 2011, meine Prognose

Was für ein spannendes Oscar-Jahr. Wer das Oscar-Rennen 2011 von Beginn an verfolgt hat und – wie ich – schon sehr früh einen klaren Favoriten („The Social Network“) hatte, wurde spätestens mit den Gewerkschafts-Preisen Mitte/ Ende Januar eines Besseren belehrt. „The King´s Speech“ hat sowohl bei den Produzenten als auch bei den Schauspielern, den Preis für den besten Film gewonnen. Überraschenderweise haben die Mitglieder der Gewerkschaft der Regisseure nicht David Fincher als besten Regisseur gewählt, sondern sich für den Regisseur von „The King´s Speech“, Tom Hooper, entschieden. Mitglieder der Gewerkschaften sind auch Mitglieder der Academy. Die Academy hat mit ihren 12 Nominierungen für „The King´s Speech“ gezeigt, dass dies ihr Lieblingsfilm ist. Ausserdem steht hinter „The King´s Speech“ der einflussreiche Produzent, Verleiher und vor allen Dingen, Marketingstratege Harvey Weinstein. In der Vergangenheit hat er mit seinen aggressiven Oscar-Kampagnen schon unzählige Oscars gewonnen. All das würde für „The King´s Speech“ sprechen.

Die Frage ist also: Wählt die Academy konventionell und damit einen Film („The King´s Speech“), der alle Oscar-Zutaten (1. britischer Film, 2. Film über eine historische Figur, 3. Film der eine Figur beinhaltet, die eine geistige oder körperliche Behinderung – hier eine Sprachbehinderung – hat und diese versucht, zu überwinden und 4. Film mit Herz) vorweisen kann oder geht die Academy neue Wege und wählt einen Film („The Social Network), der diese Zutaten alle nicht hat, aber dem Zeitgeist entspricht und so ziemlich von alle amerikanischen Kritikerverbänden zum besten Film gewählt wurde? Es ist sehr wahrscheinlich, dass „The King´s Speech“ der Abräumer bei den 83. Academy Awards sein kann. Das würde auch David Finchers hochverdienten Oscar in Gefahr bringen, Christian Bale könnte ebenfalls gegen Geoffrey Rush verlieren und Helena Bonham Carter könnte ihren ersten Oscar gewinnen. Mein Verstand sagt mir, dass „The King´s Speech“ gewinnt, mein Bauchgefühl hingegen tippt, nach wie vor, auf „The Social Network“.

Ein anderer Unsicherheitsfaktor ist mittlerweile Melissa Leo. Sie hat vor ein paar Wochen einen gravierenden Fehler begangen. In den höchstsensiblen Wochen vor Verleihung der Academy Awards hat sie eine beispiellose, unnötige Selbstvermarktungsaktion gestartet. Logischerweise kam das gar nicht gut an. Daher ist es sehr gut möglich, dass sie ihren beinahe schon sicheren Oscar an eine andere Schauspielerin verliert. Ich spekuliere jetzt auf die 14-jährige Hailee Steinfeld, die mit einer hundertprozentigen Hauptrolle in der Kategorie als beste Nebendarstellerin nominiert wurde.

Oscar-Gewinner 2011, meine Prognose:

Best Picture: The King´s Speech
Best Director: David Fincher („The Social Network“)
Best Actor: Colin Firth („The King´s Speech“)
Best Actress: Natalie Portman („Black Swan“)
Best Supporting Actor: Christian Bale („The Fighter“)
Best Supporting Actress: Hailee Steinfeld („True Grit“)
Best Original Screenplay: David Seidler („The King´s Speech“)
Best Adapted Screenplay: Aaron Sorkin („The Social Network“)
Best Cinematography: Roger Deakins („True Grit“)
Best Animated Feature: Toy Story 3
Best Foreign Language Film: Incendies
Best Costume Design: Alice in Wonderland
Best Art Direction: The King´s Speech
Best Make Up: The Wolfman
Best Film Editing: The Social Network
Best Sound Editing: Inception
Best Sound Mixing: Inception
Best Visual Effects: Inception
Best Documentary Feature: The Inside Job
Best Animated Short: The Gruffalo
Best Live Action Short: Na Wewe
Best Documentary Short Subject: Poster Girl
Best Original Song: We Belong Together („Toy Story 3“)
Best Original Score: Alexandre Desplat („The King´s Speech“)

Wie schon öfter in der Vergangenheit, kann es auch anders laufen (wenn sich zwei streiten, freut sich der Dritte). Im weiss jetzt schon, dass ich mir nach den Oscars am 27.02.11 wieder anhören darf und lesen werde, dass die Vergabe der Oscars vorhersehbar war. Nein, war sie nicht. Ich bin gespannt.

NYC – Film: "Biutiful"

Ich war am 15.02.11 in New York und habe mir im Kino angeschaut:

„Biutiful“ (dt. Kinostart: 10.03.11) 148 min drama
dir. Alejandro Gonzalez Inarritu cast: Javier Bardem, Maricel Alvarez, Eduardo Fernandez, Cheng Taishen, Diarytou Daff

Der alleinerziehende Vater Uxbal (Javier Bardem) erfährt, dass er nur noch wenige Monate zu Leben hat. Er versucht, Ordnung in sein Leben zu bekommen…

B (Wertung von A bis F) „Biutiful“ ist hauptsächlich durch Javier Bardems intensive und authentische Performance ein packendes, nicht langweilig werdendes Drama. Wenn man schon findet, dass Javier Bardem in englisch sprachigen Filmen ein genialer Schauspieler ist, so sollte man sich einmal den Genuss gönnen, ihn in seiner Muttersprache auf sich wirken zu lassen. Javier Bardem schafft es, dass man in „Biutiful“ bedingungslos in Uxbals Welt abtauchen kann und will. Dabei offenbart er einem ganz sicherlich keine schöne Welt, man sieht ein trostloses und schmuddliges Barcelona. Javier Bardems Charakter hat auch ohne seine unheilbare Krankheit genug Probleme. Er zeigt sich auf der einen Seite verantwortungsvoll, verdient aber seinen Unterhalt mit kriminellen Geschäften. Er macht nicht wieder gut zu machende Fehler und man ist als Zuschauer die ganze Zeit bei ihm. Der vierte Film von dem mexikanischen Regisseur Alejandro Gonzales Inarritu („Amores Perros“, „21 Grams“, „Babel“) ist aber dennoch in meinen Augen schwächer als all seine Vorgänger. „Biutiful“ beginnt und endet wunderbar, hat zwischendurch ein paar großartige Szenen (meine Lieblingsszene spielt in einem ziemlich abgefahrenen Club. Diese Szene und zeigt auf realistische und simple Weise Tiefe und zugleich Oberflächkeit), im Ganzen wäre aber der Film ohne Javier Bardem undenkbar.

Javier Bardem ist dieses Jahr für seine Performance in „Biutiful“ für einen Oscar als bester Hauptdarsteller nominiert. Auch ist „Biutiful“ dieses Jahr für einen Oscar als bester ausländischer Film nominert.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Of Gods and Men“
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: französisches Drama, Cannes-Gewinner
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 50%

Trailer v. Film: „Jane Eyre“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Drama mit Mia Wasikowska, Judi Dench, Sally Hawkins, etc.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Double Hour“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: italienischer Film, Drama/Thriller
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 80%

Trailer v. Film: „Incendies“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: kanadisches Drama, nominiert für bester ausländischer Film bei den diesjährigen Oscars
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 80%

Trailer v. Film: „The Human Resources Manager“
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: israelischer Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 40%

Vancouver – Film: "The Illusionist"

Ich war am 31.01.11 in Vancouver und habe mir im Kino angeschaut:

„The Illusionist“ 82 min animation, adaptation, drama
dir. Sylvain Chomet voices: Jean-Claude Donda, Eilidh Rankin, Duncan MacNeil

Paris 1959. Der alternde französische Zauberkünster Tatischeff (Jean-Claude Donda) hat es immer schwerer für einen Auftritt gebucht zu werden. Er tingelt und reist schließlich nach Schottland. Dort lernt er das junge Zimmermädchen Alice (Eilidh Rankin) kennen. Sie hält ihn für einen echten Zauberer, verspricht sich durch ihn ein besseres Leben und hängt sich an seine Fersen…

C+ (Wertung von A bis F) „The Illusionist“ („LÍllusionniste“) basiert auf dem gleichnamigen Drehbuch von Jacques Tati.

Französiche Filme gucke ich mir im Kino eigentlich nur an, wenn ich viel Zeit habe und ein gewisser Zwang (hier: die Oscar-Nominierung) dahintersteckt. Die Oscar-Nominierung für „The Illusionist“ kann ich nicht nachvollziehen. Vor einigen Jahren hatte der Regisseur für sein Regiedebüt „The Triplets of Belleville“ ebenfalls eine Nominierung für einen Academy Award erhalten. Den Film fand ich damals sehr gelungen. „The Illusionist“ ist nun auch kein schlechter Film, halt einfach ein typisch französischer. Weitestgehend kommt er ohne Dialoge aus, wenn gesprochen wird, dann in einem Misch-Masch aus französisch, englisch und schottisch-gälisch. Die Figuren wirken grob, haben aber irgendwo Charme. Teilweise fand ich die Nebenfiguren sehr originell. Das Ende der Geschichte hat mir gefallen, vielleicht hat es mir einfach zu lange gedauert, bis man dorthin gekommen ist. Alles in allem ist „The Illusionist“ aber ganz schön deprimierend.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Gnomeo & Juliet“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Gartenzwerge-Animationsfilm mit der Musik von Elton John
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 70%

Trailer v. Film: „Rango“
Bewertung des Trailers: C+ (neuer Trailer)
Kommentar: Animationsfilm, irgendwie spricht mich dieser Film immer weniger an
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 80%

VOD – Film: "Blue Valentine"

Folgenden Film habe ich mir auf Video on Demand angeschaut:

„Blue Valentine“ 114 min drama
dir. Derek Cianfrance cast: Ryan Gosling, Michelle Williams, John Doman, Mike Vogel, Maryann Plunkett

Dean (Ryan Gosling) und Cindy (Michelle Williams) sind seit sechs Jahren verheiratet. Sie haben eine kleine Tochter. Die Liebe ist bei Cindy über die Jahre auf der Strecke geblieben, sie hat kein Interesse mehr daran, ihre Beziehung fortzuführen. Dean ist wesentlich genügsamer…

B+ (Wertung von A bis F) „Blue Valentine“ ist ein fesselndes und intensives Beziehungsdrama. Es hatte für mich sogar etwas von einer intimen Reportage über ein ganz normales Paar. Ein Grund dafür ist sicherlich die Chemie zwischen Ryan Gosling und Michelle Williams, aber auch die sich normal anfühlenden Dialoge und die authentische Performance von beiden Protagonisten. Vor ein paar Tagen wurde Michelle Williams für diese Rolle für einen Oscar nominiert. Die Nominierung sehe ich als gerechtfertigt an, nur hätte Ryan Gosling dann definitiv auch eine Nominierung als bester Hauptdarsteller erhalten sollen.

„Blue Valentine“ hat in den U.S.A. zunächst besondere Aufmerksamkeit erhalten, weil der Film aufgrund von (in meinen Augen harmlosen) Sexszenen von der amerikanischen Zensurbehörde (MPAA) die „härteste“ Altersfreigabe „NC-17“ erhalten hat. The Weinstein Company hat daraufhin (erfolgreich) dafür gekämpft, dass der Film ein lockeres und für die Einspielergebnisse bessere Altersfreigabe „R“ bekommt.

Trailer zu sehen: