TV – Serie: „The Looming Tower“

Ich habe mir die komplette Staffel folgender Hulu-Serie angeschaut:

 

„The Looming Tower“ (in D. auf Amazon Prime zu sehen, ab dem 18.08.18 auf Blu-ray und DVD erhältlich)  10 x approx. 50 min   drama, thriller, biopic adaptation

dir. Alex Gibney, John Dahl, Ali Selim, Michael Slovis, Craig Zisk   cast: Jeff Daniels, Bill Camp, Michael Stuhlbarg, Peter Sarsgaard, Tahar Rahim, Wrenn Schmidt, Ella Rae Peck, Alec Baldwin, Jennifer Ehle, Louis Cancelmi, Jamie Neumann

 

Im Jahr 1998. Professor Martin Schmidt (Peter Sarsgaard) ist der Leiter CIA-Anti-Terror-Einheit „Alec Station“ in Washington, D.C. Er ist Osama bin Laden auf der Spur, kürzlich kam er in den Besitz eines wichtigen Datenträger der islamistischen Terrorzelle al-Qaida. Die Ermittlungsergebnisse seines Teams gibt er jedoch nicht, wie es seine Pflicht wäre, an den Leiter der New Yorker FBI-Abteilung für Terrorismus-Abwehr „I-49“, John O´Neill (Jeff Daniels), weiter. Zu tief sitzen die Rivalitäten zwischen der CIA und dem FBI. John O´Neill führt eigene Ermittlungen und erhält von seinen beiden offiziellen Informanten Vince (Louis Cancelmi) und Toni-Ann (Jamie Neumann) in „Alec Station“, Informationen, dass die CIA an einer möglichen Terrorzelle in Albanien ermittelt. Der FBI-Veteran Robert Chesney (Bill Camp) verfolgt derweil eine Spur in Kenia und findet schließlich einen klaren Hinweis auf eine Terrorzelle in Albanien. John O´Neill schickt schließlich seinen neuen arabisch-amerikanischen FBI-Agenten Ali Soufan (Taha Rahim) nach Tirana. Osama bin Laden hat amerikanische Journalisten zu einem Interview nach Afghanistan eingeladen. In dem Interview, das im TV ausgestrahlt wird, ruft er alle Muslime zum Mord an US-Bürgern auf. Dieses Mal droht er mit einem konkreten Anschlag in den nächsten Wochen. Zwei Monate später explodieren zwei Autobomben vor den amerikanischen Botschaftsgebäuden in Kenia und Tansania. Dabei kamen über 224 Menschen, darunter 12 Amerikaner, ums Leben und Tausende wurden verletzt… 

  

A- (Wertung von A bis F) „The Looming Tower“ wurde von wahren Begebenheiten inspiriert und geht der Frage nach, ob die Anschläge vom 11. September 2001 theoretisch von den amerikanischen Geheimdienstlern und Terrorexperten hätten verhindert werden können. Es ist eine Adaption von dem, mit einem Pulitzerpreis ausgezeichneten, gleichnamigen Sachbuch von Lawrence Wright. Serienschöpfer und Produzenten sind der Autor der Romanvorlage, der Dokumentarfilmemacher und Oscar-Gewinner Alex Gibney („Taxi to the Dark Side“, „Going Clear: Scientology and the Prison of Belief“) und der amerikanische Schauspieler („The Birdcage“, „Enough“, A Mighty Heart) und Oscar-nominierte Drehbuchautor („Capote“, Foxcatcher) Dan Futterman. Alex Gibney hat auch bei der ersten Episode („Now it Begins“) Regie geführt. 

„The Looming Tower“ beginnt Ende der 1990er Jahre und erzählt von der zunehmenden Bedrohung durch Osama bin Laden und al-Qaida. 

Schon mit der ersten Folge werden die Fehler der Geheimdienste deutlich. Obwohl die CIA in ihrer Terrorabwehr-Abteilung „Alec Station“ offiziell zwei FBI-Beamte in ihrer Abteilung zu sitzen haben, verheimlichen sie sämtliche wichtige Informationen vor ihnen. Beim FBI hingegen wird durch ihre Ermittlungen deutlich, dass die Bedrohung durch Islamisten immer stärker wird. John O´Neill, der Chef der FBI-Terrorismusabwehr stellt fest, dass sie von 10.000 FBI-Mitarbeitern nur acht arabisch-sprechende Beamte haben, die sich mit der islamischen Kultur auskennen. Eigentlich höchste Zeit, etwas zu ändern. Trotz aller Rivalitäten dieser beiden Geheimdienste sollten sie beginnen, ihre Informationen auszutauschen, abzugleichen, an einem Strang zu ziehen und die wachsende Gefahr durch islamistischen Terrorzellen gemeinsam zu bekämpfen. 

Hier haben wir aber mind. zwei Alpha-Tiere, den stoischen CIA-Professor (gespielt von Peter Sarsgaard), der ausschließlich seinen Plan durchsetzen will, am liebsten Bomben worauf-auch-immer schmeissen will, in der Hoffnung, Osama bin Laden (Geheimdienstsprache: UBL) zu töten. Auf der anderen Seite den erfahrenen FBI-Oberen (gespielt von Jeff Daniels), der die Zusammenhänge sieht und durchdacht handeln will. Er erkennt, vielleicht auch durch seinen muslimischen Protegé, dass es mit der Tötung von UBL längst nicht getan ist. „The Looming Tower“ zeigt den Kleinkrieg zwischen der CIA und dem FBI, der Agency und dem Bureau, „Alec Station“ und „I-49“.  

Die Welt der amerikanischen Geheimdienstler war seinerzeit scheinbar eine reine Männerdomäne, Frauen spielen eine untergeordnete Rolle. In dem Verlauf der Ereignisse (die letztendlich zu den Anschlägen vom 11. September 2001 führten) zeigt sich, dass man Männer in solchen verantwortlichen Posten nicht alleine lassen sollte. Hier – und das Ganze beruht auf Tatsachen – sind die verantwortlichen Männer so mit sich beschäftigt, tragen Machtkämpfe aus und verlieren darüber ihr eigentliches Ziel aus den Augen. An einer Zusammenarbeit der CIA mit dem FBI war seinerzeit nicht zu denken. Unfassbar, vielleicht hätten wirklich, wenn die werten Gentlemen ihre Befindlichkeiten und Eitelkeiten hätten überwinden können, die weltverändernden Terroranschläge vom 11. September 2001 verhindert werden können. 

Zugegebenermassen werden hier auch zwei Frauen gezeigt, die aus einer Motivation heraus gehandelt haben, die nicht nachvollziehbar ist. Eine der beiden Frauen, war die CIA-Analystin Diane Marsh, die Professor Martin Schmidt unterstellt war und die andere Frau war George W. Bushs damalige Sicherheitsberaterin, Condoleezza Rice, die schlichtweg ignorant und unverantwortlich gehandelt hat. Letzteres wird zum einen zu Beginn des Jahres 2001 deutlich und zum anderen, spätestens mit der, im TV live übertragenen, Anhörung vor dem  9/11-Untersuchungsausschuss im Jahr 2004. 

Die Sympathieträger dieser Geschichte sind für mich der FBI-Agent John O´Neill und sein libanesisch-amerikanischer Agent Ali Soufan. 

Wenn man sieht, welche Themen heutzutage unsere Nachrichten bestimmen, war die Sicherheitslage der westliche Welt vor 9/11 noch weitestgehend in Ordnung. Ende der 1990er Jahre war schon fast eine unbeschwerte Zeit. Seinerzeit hat uns, beispielsweise, die Presse wochenlang mit US-Präsident Bill Clinton und seiner Affäre mit Monika Lewinsky unterhalten. Der islamistische Terror war für die normale Bevölkerung noch nicht sicht- und fühlbar. 

Meine Lieblingsszenen: viele, aber beispielsweise als Bill Camps Charakter, FBI-Veteran Robert Chesney einen der Terroristen verhört in Episode 3 („Mistakes Are Made“). Hier sieht man in einer einzigen Szene , was für ein faszinierender Schauspieler Bill Camp ist. Eine sehr starke Szene gibt es auch in der fünften Episode  („Y2K“): zur Jahrtausendwende am Times Square teilt John O´Neill, nachdem die Sylvester-Nacht zum Jahrtausendwechsel ruhig verlaufen ist, seinem Kollegen mit, dass er sicher ist, dass die Terroristen im Land sind, er weiß aber nicht, was sie genau vorhaben.

Meine Lieblingsfolge: Episode 9 („Tuesday“) Hier sieht man wie alles zusammenfällt. Wer alt genug ist, um den Tag des Terroranschlags bewusst erlebt zu haben, für den endet diese Folge mit einem Schlag in die Magengrube. Man sieht Originalfilmmaterial zum einen von der Flughafen-Überwachungskamera, die die Terroristen zeigt und zum anderen Original-Aufnahmen des Untersuchungsausschusses zu 9/11 aus dem Jahr 2004. Hier wird der damalige CIA-Direktor George Tenet befragt, warum er die Informationen, dass sich ein bekanntes al-Qaida-Mitglied seit März 2000 im Land befindet nicht an das FBI weitergeleitet hat und warum sich diese Person nicht auf der Watchlist befand, bzw. rund um die Uhr beobachtet wurde. Später sieht man die damalige Nationale Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice (die in der fiktiven Erzählung, zuvor die Sorgen der Geheimdienstler vor einem drohenden al-Qaida-Anschlag auf amerikanischen Boden nicht ernst genommen hat), wie sie im Jahr 2004 vor dem Untersuchungsausschuss befragt wird. Sie sagt aus, ihr wäre nicht klar gewesen, dass sie etwas gegen die al-Qaida-Zellen hätten tun sollen. Es wird darauf hingewiesen, dass sie ausdrücklich mit dem Datenträger v. 6.8.2001 gewarnt wurde, dass es sehr wahrscheinlich zu einem Anschlag in den U.S.A. kommt. Sie wird gefragt, ob sie sich an den Titel dieses Datenträgers erinnert. Sie antwortet daraufhin: Bin Laden Determined to Attack Inside the United States. Wow. Daran konnte ich mich gar nicht mehr erinnern. Jetzt rückblickend unfassbar, dass sie daraufhin nicht als Nationale Sicherheitsberaterin entlassen wurde. Sie wurde sogar ein Jahr später als Außenministerin der Vereinigten Staaten ernannt. Wie kommt es, dass diese Leute nie zur Verantwortung gezogen wurden?

Die finale Episode („9/11“) hat mich tief bewegt und in die Zeit dieser Terror-Anschläge, die die Welt veränderten, zurückversetzt. Diese Folge fängt die Stimmung zu dieser Zeit hervorragend ein. Vieles hat man gesehen, aber nicht, wie wohl die Geheimdienstler, die diese Anschläge wohl hätten verhindern können, mit der Situation umgegangen sind. Die tragischste aller Geheimdienst-Persönlichkeiten ist zweifelsohne John O´Neill. Zum Zeitpunkt der Terroranschläge arbeitete er – unfreiwillig – bereits nicht mehr für das FBI, sondern führte das Sicherheitspersonal in den Twin Towers. Eine brillante Szene gibt es auch noch gegen Ende der Episode als der muslimische FBI-Agent Ali Soufan den Terroristen aufzeigt, was tatsächlich im Koran steht.

Schon vor 9/11 verband mich eine innige Liebe mit der Stadt New York, ich reiste damals schon mehrmals im Jahr privat in die Stadt, Hatte – wie immer – frei im September und wollte tatsächlich auch in die Stadt fliegen. Wie die meisten, die alt genug waren, um diesen Tag schon bewusst zu erleben, werde ich nie vergessen, wie ich von dem Terroranschlag erfahren habe und nicht wahrhaben wollend, was passierte, daraufhin über Tage die Nachrichtenberichterstattung quasi rund um die Uhr verfolgte. Relativ kurz nach den Anschlägen bin ich erstmalig im Oktober 2001 wieder nach Manhattan geflogen. Den Geruch meiner Lieblingsstadt und die Stimmung in dieser Zeit werde ich nie vergessen. 

Wie alle exzellenten Serien bzw. Mehrteiler habe ich mir diese auch 2 x angeschaut. 

 

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

John O´Neill ist der Leiter des New Yorker FBI-Abteilung für Terrorismusabwehr (I-49). John O´Neill lebt für seinen Job, er ist seit über 20 Jahren bei dem FBI. Er ist überzeugt, dass die USA, Ziel eines Anschlags von al-Qaida ist, wird aber von der CIA, insbesonders von Professor Martin Schmidt (gespielt von Peter Sarsgaard), was deren Informationen über die Islamisten angeht, kurz gehalten. John O´Neill gab es tatsächlich. Beruflich ist er und sein Mitarbeiter Ali Soufan für mich die Sympathieträger dieser wahren Geschichte. Privat sah es bei ihm wohl etwas chaotisch aus, in der Realität hatte er wohl tatsächlich vier (in der Serie sind es „nur“ 3 Frauen) gleichzeitig, die nichts voneinander wussten. Außerdem hatte er wohl auch einige Disziplinarverfahren am Hals. Auch wenn ich der Meinung bin, dass man das wahre Leben nicht spoilern kann, hier eine kleine SPOILER-WARNUNG was seine Person angeht: Nach 25 Jahren beim FBI, im Jahr 2001, wurde er gezwungen, seinen Rücktritt einzureichen. Zweieinhalb Wochen vor dem 11.September 2001 hatte er seinen ersten Tag in seinem neuen Job als Leiter des Sicherheitspersonals der World Trade Center. Die unglaubliche Tragik seines Lebens besteht darin, dass er bei den 9/11-Anschlägen in einem der Türme verstarb. SPOILER-WARNUNG ZU ENDE Gespielt wird John O´Neill hier von dem amerikanischen TV-, Film- und Theaterschauspieler Jeff Daniels. Sein Spielfilmdebüt gab er in Milos Formans „Ragtime“. Er hat in unzähligen Kinofilmen („Terms of Endearment“, „Dumb and Dumber“„The Squid and the Whale“, Steve Jobs) mitgespielt. Für seine Rolle in der TV-Serie The Newsroom, hat er  er einen Emmy Award gewonnen. Für seine Performances in den Bühnenstücken „God of Carnage“ und „Blackbird“ wurde er jeweils für den Tony Award nominiert 

Professor Martin Schmidt ist der Leiter der CIA-Anti-Terror-Einheit „Alec Stattion“ in Washington. Diese Figur setzt sich wohl aus mehreren realen Charakteren zusammen. Seine Figur hat aber durchaus starke Ähnlichkeit mit dem damaligen CIA-Agenten und Leiter der Anti-Terror-Einheit „Alec Station“ Michael Scheuer. Er machte seit 1996 Jagd auf Osama bin Laden. Gespielt wird Professor Schmidt von dem amerikanischen Charakterschauspieler Peter Sarsgaard. Sein Spielfilmdebüt gab er in „Dead Man Walking“. Seither hat er in unzähligen guten Filmen (u.a. „Shattered Glass“, „The Dying Gaul“, Rendition, Blue Jasmine, Jackie) und in einigen TV-Serien („The Killing“, „Wormwood“) mitgespielt. Peter Sarsgaard ist exzellent in der Rolle des sehr smarten, aber überheblichen Professors Martin Schmidt. Im realen Leben ist er mit der Schauspielerin Maggie Gyllenhaal (The Dark Knight) verheiratet.

Ali Soufan ist ein libanesisch-amerikanischer FBI-Beamter. Er ist Muslim und in Beirut geboren und aufgewachsen. Ali ist im Jahr 1998 nur einer der 8 von 10.000 Mitarbeitern beim FBI, der Arabisch spricht und sich auch mit der islamischen Kultur auskennt. John O´Neill (gespielt von Jeff Daniels) ist sein Mentor, er arbeitet in seiner Gruppe „I-49“. Ali Soufan ist – wie John O´Neill – eine reale Persönlichkeit, er stand übrigens den Serienschöpfern von „The Looming Tower“ als Berater bei. Wie bereits oben erwähnt sind für mich Ali Soufan und sein Chef John O´Neill die Sympathieträger der Geschichte. Gespielt wird Ali Soufan von dem französischen Schauspieler Tahar Rahim gespielt. Er hat einige Auszeichnungen für seine Performance in Jacques Audiards „A Prophet“ gewonnen und war in einigen internationalen Produktionen, u.a. in Asghar Farhadis „The Past“ und Fatih Akins „The Cut“ mitgespielt. Ich denke, dass „The Looming Tower“ in den U.S.A. sein Durchbruch ist und man ihn bald in mehr amerikanischen Filmen sehen wird.

Diane Marsh ist eine CIA-Analystin und Professor Martin Schmidt (gespielt von Peter Sarsgaard) unterstellt. Sie glaubt daran, dass ausschließlich die CIA das Potenzial hat, den islamistischen Terrorismus zu bekämpfen und hält Informationen vor dem FBI zurück. Ihr Charakter ist aus mindestens drei realen Persönlichkeiten entwickelt worden. Für mich ist Diane Marsh neben den ganzen Terroristen die unangenehmste Figur dieser Mini-Serie. Gespielt wird Diane Marsh von der amerikanischen Schauspielerin Wrenn Schmidt. Sie hatte bereits in einigen TV-Serien („Boardwalk Empire“, „The Americans“, „Tyrant“) eine größere Rolle. 

Robert „Bob“ Chesney (Bill Camp) ist ein FBI Veteran. Er arbeitet für John O´Neill (gespielt von Jeff Daniels). Gespielt wird er von dem amerikanischen Schauspieler Bill Camp. Mir ist dieser hervorragende Schauspieler erstmalig im Jahr 2016, in der TV-Serie The Night Of aufgefallen. Im realen Leben ist er mit der amerikanischen Schauspielerin Elizabeth Marvel (TV-Serie Homeland, Staffel 6 und 7) verheiratet. 

Richard Clarke ist der Bundeskoordinator für Nationale Sicherheit in den USA. Er hat US-Präsidenten Bill Clinton direkt beraten. Auch Richard Clarke ist eine reale Persönlichkeit. Gespielt wird er von dem genialen amerikanischen Schauspieler Michael Stuhlbarg. Mir ist er erstmals in A Serious Man der Coen Bros. aufgefallen. Was hat er nicht seither alles gespielt. Aus der Filmwelt ist er nicht mehr wegzudenken. Unvergessen in Steve Jobs und Miss Sloane. Allein dieses Jahr, im Jahr 2018, spielte er mit Call Me by Your NameThe Post und The Shape of Water in drei Oscar-nominierten bzw. -prämierten Filmen. Auch in den TV-Serien „Boardwalk Empire“ und der dritten Staffel von „Fargo“ hatte er eine Hauptrolle. 

George Tenet ist der Direktor der CIA. Er ist bekanntermassen auch eine reale Persönlichkeit. Gespielt wird George Tenet von dem amerikanischen Schauspieler Alec Baldwin. Der Charakterschauspieler hat in einigen exzellenten Filmen („Glengarry Glen Ross“, „State and Main“, „The Cooler“, Blue Jasmine) und guten TV-Serien („Will & Grace“, „30 Rock“) mitgespielt. Den meisten ist er bekannt durch seine Parodie von Donald Trump bei SNL. Für diese Performance hat er auch einen Emmy Award gewonnen. Zwei weitere Emmys hat er für seine Rolle in „30 Rock“ gewonnen. Für 15 weitere Emmy Awards war er nominiert. Außerdem hat er eine Oscar-Nominierung für seine Performance in „The Cooler“ und eine Tony-Nominierung für seine Rolle in dem Bühnenstück „A Streetcar Named Desire“ erhalten. Alec Baldwin ist er der älteste der Baldwin Brüder, Daniel, William und Stephen sind ebenfalls alle Schauspieler. 

 

„The Looming Tower“ ist für einige Emmy-Nominierungen im Gespräch, u.a. Outstanding Limited Series, Outstanding Directing for a Limited Series, Movie or Dramatic Special, Outstanding Lead Actor in a Limited Series or Movie (Jeff Daniels, Taha Rahim), Outstanding Supporting Actor in a Limited Series or Movie (Peter Sarsgaard, Michael Stuhlbarg, Bill Camp) Update: „The Looping Tower“ ist im Jahr 2018 für vier Emmys (Outstandig Lead Actor, Jeff Daniels, Outstanding Supporting Actor, Michael Stuhlbarg, Outstanding Directing für die Episode „9/11“ und Outstanding Casting for a Limited Series) nominiert worden. 

„The Looming Tower“ feierte seine Weltpremiere am 15.02.18 in New York. Die internationale Premiere zweier Episoden erfolgt kurz daraufhin auf der Berlinale 2018. In den U.S.A. wurde der Mehrteiler erstmalig, mit einer Episode pro Woche, v. 28.02.18 – 18.08.18 auf dem amerikanischen Streaming-Sender Hulu ausgestrahlt. In Deutschland ist die Serie ist seit dem 4.5.18 in einer wohl verbesserten Synchro-Version auf Amazon Prime zu streamen. Die Originalfassung ist aber definitiv zu empfehlen. „The Looming Tower“ erscheint ab dem 18.08.18 auf Blu-ray und DVD. Ich war im April 2018 zu einer HULU-Veranstaltung (incl. FYC-Screening mit anschließendem Q & A mit Dan Futterman, u.a. und einer Party) für SAG-AFTRA-Mitglieder in New York eingeladen, woraufhin für mich feststand, diese Serie unbedingt sehen zu müssen. 

Trailer zu sehen:

 

 

 

FYC-Sreening von „The Looming Tower“ im Metrograph in Manhattan April 2018

 

Q & A nach dem FYC-Sreening von „The Looming Tower“ im Metrograph in Manhattan April 2018

 

Boston – Film: „Jackie“

Ich war am 10.12.16 in Boston und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

 

„Jackie“ (dt. Filmtitel: „Jackie: Die First Lady“, dt. Kinostart: 26.01.17) 99 min drama, biopic
dir. Pablo Larraín cast: Natalie Portman, Peter Sarsgaard, Greta Gerwig, Billy Crudup, John Hurt, Richard E. Grant, John Carroll Lynch, Beth Grant

 

 

Hyannis Port, Massachusetts im Jahr 1963. Eine Woche nachdem ihr Ehemann, Präsident John F. Kennedy (Caspar Phillipson), ermordet wurde, empfängt Jackie Kennedy (Natalie Portman) den LIFE Magazin Reporter Theodore H. White (Billy Crudup). Sie erzählt von der Tour, die sie durch das renovierte Weiße Haus gegeben hat, von den Stunden nach dem Attentat auf ihren Ehemann und von ihren Vorbereitungen zur Trauerfeier des 35. Präsidenten der Vereinigten Staaten.

 

 

B (Wertung von A bis F) „Jackie“ ist ein Porträt über Jacqueline Bouvier Kennedy. Es ist der erste englischsprachige Film des chilenischen Filmemachers Pablo Larraín („Post Mortem“, „No!“)

Jackie Kennedy hatte, nur kurz nach dem Attentat auf ihren Mann, dem LIFE Magazin ein Interview gegeben. Mit ihren Aussagen wollte sie ihren verstorbenen Gatten, den 35. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, sein Leben und seine Regierungszeit (die sie als „Camelot“ bezeichnete) ins rechte Licht rücken. In dem Interview erzählte sie über die Zeit unmittelbar nach seiner Ermordung und wie sie die Beerdigungszeremonie inszenierte. Der Film zeigt, wie Jackie Kennedy die Medien und insbesondere die Macht der Bilder genutzt hat und so den Kennedy-Mythos erschuf.

Den ganzen Film über war ich angespannt, habe mich unwohl gefühlt. Das hat sicherlich auch mit der Situation zutun, in die es Pablo Larrain schafft, den Zuschauer zu versetzen aber hauptsächlich würde ich es der Filmmusik zuschreiben. Der Score ist sehr dominant, schräg und furchtbar im besten Sinne. Die Musik hebt die Empfindungen von Mrs. Kennedy noch hervor. Nach Under the Skin ist dies erst der zweite Score, den Mica Levi für einen Spielfilm komponierte.

 
Natalie Portman hat nicht sonderlich viel Ähnlichkeit mit Jackie Kennedy, sie ist auch sicherlich wesentlich hübscher als die ehemalige Präsidentengattin, aber sie macht ihre Sache erstaunlich gut. Man kann irgendwann nicht mehr die Augen von Mrs. Portman nehmen, den New Yorker Akzent, Jackies Sprache hat sie auch perfekt hinbekommen. Natalie Portman zeigt hier die Wandlung von einer leicht naiven und ängstlichen First Lady zu einer selbstbewussten, eigenwilligen und durchaus mitunter feindseligen Jackie. Es ist hundertprozentig davon auszugehen, dass sie für diese Rolle für den Oscar nominiert wird, die meisten Experten gehen sogar davon aus, dass sie hierfür ihren zweiten Academy Award (nach Black Swan) gewinnen wird.

Schauspielerisch hat mich Peter Sarsgaard („Shattered Glass“, „The Dying Gaul“, An Education, Pawn Sacrifice) einen Tick mehr begeistert. In meinen Augen sowieso einer der besten Schauspieler, hier hat er überraschenderweise sogar Ähnlichkeit mit Robert Kennedy.

In der Vergangenheit hatte ich meine Probleme mit Greta Gerwig (Frances Ha, Maggie´s Plan), ich fand sie immer gleich und mein Fall ist dieser Typ Frau einfach nicht. Hier spielt sie tatsächlich mal eine ganz andere Rolle, die Assistentin von Jackie Kennedy, ich habe sie kaum erkannt und fand sie großartig.

 
„Jackie“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Natalie Portman), Bester Nebendarsteller (Peter Sarsgaard), Bestes Originaldrehbuch, Beste Filmmusik und einige andere technische Kategorien. Update: „Jackie“ wurde für insgesamt 3 Oscars nominiert, in den Kategorien: Beste Hauptdarstellerin (Natalie Portman), Beste Kostüme und Beste Filmmusik

 
„Jackie“ wurde erstmalig auf dem Venice Film Festival 2016 gezeigt. Auf diesem Festival wurde Noah Oppenheim mit zwei Preisen für sein Drehbuch für „Jackie“ ausgezeichnet. Der Film ist am 02.12.16 in fünf ausgewählten Kinos in den U.S.A. gestartet. Mittlerweile ist er bereits in 348 amerikanischen Kinos zu sehen. Am 26.01.17 startet der Film in den deutschen Kinos.

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „20th Century Women„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Mike Mills neuer Film mit Annette Bening, Elle Fanning, Greta Gerwig und Billy Crudup
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 
Trailer v. Film: „La La Land“
Bewertung des Trailers: A
Kommentar: Perfekter Trailer von Damien Chazelles neuem Film mit Emma Stone, Ryan Gosling und J. K. Simmons. Oscar-Film!
Wie oft schon im Kino gesehen: 7 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits gesehen

Trailer v. Film: „Passengers„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Morten Tyldums neuer Film, Sci-Fi-Romanze mit Jennifer Lawrence und Chris Pratt. Jennifer Lawrence sieht in dem Kleid echt ein Knaller aus.
Wie oft schon im Kino gesehen: 8 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „50 Shades Darker„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Fortsetzung zu „50 Shades of Grey“ – ich verstehe nicht, wie die Dorman besetzen konnte, er ist wirklich alles andere als sexy. Aber gut, was interessiert es mich.
Wie oft schon im Kino gesehen: 5 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Collateral Beauty„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Drama mit Will Smith, Edward Norton, Keira Knightley, Naomie Harris und Kate Winslet – diesen Trailer habe ich so oft gesehen, dass ich ihn exakt mitsprechen kann… Den Film will ich nicht mehr sehen
Wie oft schon im Kino gesehen: 8 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „A United Kingdom„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Biopic-Drama mit Rosamund Pike und David Oyelowo
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: interessiert mich gar nicht

Trailer v. Film: „Silence„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Martin Scorsese neuer Film. Oscar-Film!
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Gifted„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Drama mit Chris Evans und Jenny Slate
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

 

amerikanischer Aufsteller von "Jackie"
amerikanischer Aufsteller von „Jackie“

 

NYC – Film: „Pawn Sacrifice“

Ich war am 26.09.15 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Pawn Sacrifice“ (dt. Filmtitel: „Bauernopfer – Spiel der Könige“, Kinostart: 05.05.16) 116 min drama, biopic
dir. Edward Zwick cast: Tobey Maguire, Peter Sarsgaard, Liev Schreiber, Michael Stuhlbarg, Lily Rabe

Bobby Fischer (Tobey Maguire) hat sich das Schachspielen als Kind selbst beigebracht. Sein Potenzial wird früh erkannt und er darf gegen Erwachsene spielen. Im Alter von 14 Jahren ist er bereits der jüngste Schach-Champion in den USA. Bobby leidet aber bereits in jungen Jahren an psychischen Problemen. Während des Kalten Krieges kommt es im Jahr 1972 zu dem legendären Schachtmatch, bei dem der 29-jährige Amerikaner Bobby Fischer den russischen Weltmeister Boris Spasski (Liev Schreiber) herausforderte. Die 21 Partien dieses Wettkampfes gelten bis heute als Match des Jahrhunderts.

B+ (Wertung von A bis F) „Pawn Sacrifice“ basiert auf einer wahren Geschichte. Es ist ein gelungenes Biopic über den amerikanischen Schachgroßmeister Bobby Fischer.

Von der Intensität hat mich der Film, gerade während des großen Matches, an Ron Howards Film Rush  erinnert. Schach ist wie Autorennen ein „Sport“, von dem ich keine Ahnung habe und der mich auch nicht im Geringsten interessiert. Da ich auch den Ausgang dieses legendären Schachmatches nicht kannte, fand ich den dritten Akt unfassbar spannend. Überhaupt wird der Film im Verlauf immer besser.

Wahrscheinlich gibt Tobey Maguire („The Ice Storm“, „The Cider House Rules“, „Spider-Man“) hier die beste Performance seiner Karriere. Gerade die Szene zum Schluss würde eine Oscar-Nominierung durchaus rechtfertigen. Es ist schade, dass der Film so wenig Aufmerksamkeit erhält. Liev Schreiber spricht hier viel Russisch, das hört sich recht authentisch an und passt zu ihm. Wie gut sein Russisch ist, kann ich nicht beurteilen. Auch ist Michael Stuhlbarg (A Serious Man) wieder großartig. Wenn allerdings Peter Sarsgaard im Bild war, konnte ich meine Augen nicht von ihm lassen. Es gibt wenige Schauspieler, die so hinter ihrer jeweiligen Rolle verschwinden können und eine solche Präsenz ausstrahlen.

Alles in allem ist Pawn Sacrifice auch ein Film für diejenigen die nichts oder nur sehr wenig vom Schach verstehen.

„Pawn Sacrifice“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2014 gezeigt. Der Film ist am 16.09.15 in 33 amerikanischen Kinos gestartet. Seit dem 25.09.15 wird er landesweit in 781 Kinos gespielt.

„Pawn Sacrifice“ ist für folgende Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Hauptdarsteller (Tobey Maguire), Bester Nebendarsteller (Liev Schreiber, Peter Sarsgaard)

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „James White“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Indie-Drama mit Cynthia Nixon
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Experimenter“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: In den verschiedensten Varianten bereits verfilmte Geschichte über das Milgram Experiment. Hier mit Peter Sarsgaard und Winona Ryder
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Freeheld“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Drama mit Julianne Moore, Ellen Page, Steve Carell und Michael Shannon. Film soll nicht gut sein, bei der Besetzung muss ihn aber trotzdem gucken.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „He Named Me Malala“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Dokumentation über die pakistanische Friedensnobelpreisträgerin Malala.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Beast of No Nation“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Cary Fukunagas neuer Film, von Netflix produziert. Oscar-Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

NYC – Film: „Black Mass“

Ich war am 24.09.15 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Black Mass“ (dt. Filmstart: 15.10.15) 122 min crime, adaptation, biopic
dir. Scott Cooper cast: Johnny Depp, Joel Edgerton, Benedict Cumberbatch, Kevin Bacon, Peter Sarsgaard, Dakota Johnson, Corey Stoll, Jesse Piemons

Im Jahr 1975 ist Jimmy „Whitey“ Bulger (Johnny Depp) einer der gefährlichsten Gangsterbosse in Amerika. Er ist der Anführer der irischen Mafia Winter Hill Gang. John Connolly (Joel Edgerton) arbeitet als Spezialagent beim FBI und kennt Jimmy von klein auf. Jetzt versucht er ihn davon zu überzeugen, als Informant für das FBI zu arbeiten. Das FBI will durch seine Aussagen andere Mafia-Familien zu Fall bringen.

C+ (Wertung von A bis F) „Black Mass“ basiert auf dem Buch „Black Mass: The True Story of an Unholy Alliance Between the FBI and the Irish Mob“ von Dick Lehr und Gerard O´Neill. Jack Nicholsons Figur Frank Costello in Martin Scorseses Film „The Departed“ basierte wage auf Whitey Bulger.

„Black Mass“ ist erst der dritte Film von Regisseur Scott Cooper. Sein Regiedebüt Crazy Heart war okay, hat aber immerhin Jeff Bridges seinen wohlverdienten Oscar eingebracht. Sein zweiter Film Out of the Furnace war in meinen Augen auch nicht so doll, hatte aber erneut einige herausragende Performance hervorgebracht. Und in diese Reihe fügt sich „Black Mass“ mit Leichtigkeit ein. Whitey Bulger war eine durchaus interessante Gangsterpersönlichkeit, die in meinen einen wesentlich besseren Film verdient hätte. Dafür wird man mit einigen grandiosen Performances belohnt. Bemerkenswert finde ich, dass ich wesentlich öfter lachen musste, als ich dies vermutet hatte.

Ein Hauptgrund für mich diesen Film zu sehen, war zweifelsfrei Johnny Depp. Ist das die Rolle für die er mit einem Oscar ausgezeichnet wird? In jeden Fall wird er dafür hochgehandelt. Es ist zweifelsfrei eine untypische Johnny Depp-Performance. Äußerlich ist er kaum wiederzuerkennen. Er hat eine ganz andere Statur, eine Halbglatze und unfassbar viel Make-up verwandeln sein Gesicht in ein völlig anderes. Reicht das um ihn mit der höchsten aller Schauspielerehren auszeichnen? Ich finde nicht. Gerade in den Nahaufnahmen nimmt ihn sein maskenhaftes Gesicht jegliche Ausdrucksstärke. Definitiv wäre hier weniger Make-up besser gewesen, auf die farbigen Kontaktlinsen hätte man beispielsweise gänzlich verzichten sollen, Seine starren, leblosen Augen lenken zu sehr ab. Auf der anderen Seite wird er seinem Schauspielkollegen Benedict Cumberbatch (der hier den Bruder von Johnny Depps Charakter spielt) wahrscheinlich nie wieder so ähnlich sehen wie in diesem Film. Man kann Johnny Depp für diese Rolle für den Oscar nominieren, dann hätte man aber auch Leonardo DiCaprio in J. Edgar nominieren müssen. Johnny Depp ist in jedem Fall nicht dran den Academy Awrd zu gewinnen. Er wurde bislang 3 x nominiert (für „Pirates of the Caribbean: The Curse of the Black Pearl“, „Finding Neverland“ und Sweeney Todd: The Demon Barber of Fleet Street), da kann er sich hinter dem bereits 4x als Schauspieler (+ 1x als Produzent) für den Oscar nominierten und wesentlich vielseitigeren Leonardo DiCaprio einordnen.

Johnny Depp wird in „Black Mass“ auch nie zu seiner Filmfigur, ganz im Gegensatz zu anderen Schauspielern im Film. Am Besten hat mir eindeutig Peter Sarsgaard gefallen. Leider ist seine Rolle nicht sonderlich groß, aber in der kurzen Zeit ließ er mich die Luft anhalten. Bravourös meistert auch Joel Edgerton seinen komplexen Charakter. Positiv aufgefallen sind mir auch Rory Cochrane (der die rechte Hand von Jimmy spielt), Dakota Johnson (die Jimmys Ex spielt) und, mal wieder, Corey Stoll.

„Black Mass“ wurde erstmalig auf dem Venice International Film Festival 2015 gezeigt.

„Black Mass“ ist für folgende Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Johnny Depp), Bester Nebendarsteller (Kevin Bacon, Benedict Cumberbatch), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Our Brand is Crisis“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: David Gordon Greens neuer Film mit Sandra Bullock und Billy Bob Thornton
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Creed“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Wie viele Boxer-Filme muss ich eigentlich noch gucken? Rocky-Spin-off mit Sylvester Stallone.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Martian“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Ridley Scotts neuer Film mit Matt Damon, Jessica Chastain, Jeff Daniels
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: gestern in einem Sneak Screening auf dem New York Film Festival gesehen

Trailer v. Film: „The Walk“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Robert Zemeckis neuer Film, habe im Trailer schon Gänsehaut bekommen. Joseph Gordon-Levitt Akzent lenkt mich zu sehr ab. Unbedingt muss ich den Film in 3D gucken
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: gerade auf dem New York Film Festival gesehen

Trailer v. Film: „Legend“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Wenn ich weiß, dass Tom Hardy in einem Film mitspielt, kaufe ich mir gedanklich bereits die Eintrittskarte. Hier gibts für das Geld sogar zwei Tom Hardys.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Secret in Their Eyes“
Bewertung des Trailers: B- (neuer Trailer)
Kommentar: Remake des gleichnamigen argentinischen Films. Dieser Thriller ist mit Nicole Kidman, Chiwetel Ejiofor und Julia Roberts besetzt. Ein mit einer schwarzhaarige Perücke verändertes Äußeres macht aus Julia Roberts nicht auf einmal eine gute Schauspielerin.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bin immer noch am überlegen

NYC – Film: "Night Moves"

Ich war am 24.04.14 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Night Moves“ (dt. Kinostart: 14.08.14) 113 min thriller, drama
dir. Kelly Reichardt cast: Jesse Eisenberg, Dakota Fanning, Peter Sarsgaard, James LeGros

Josh (Jesse Eisenberg) und Dena (Dakota Fanning) sind Umweltaktivisten. Zusammen mit dem ehemaligen Elite-Soldaten Harmon (Peter Sarsgaard) haben eine spektakuläre Aktion vor. Dabei sollte keiner zu Schaden kommen.

B- (Wertung von A bis F) Vermutlich muss man für einen Kelly Reichhardt Film immer viel Geduld aufbringen. Nur zu gut kann ich mich noch an ihren letzten Film (The Meek´s Cutoff) erinnern. „Night Moves“ ist nun ihr erster Thriller, ein sehr atmosphärischer Thriller. Der Aufbau ist auch hier langsam und die Filmemacherin kann sich ewig an einer Szene aufhalten. Das trägt auch in diesem Film zur Atmosphäre bei. Durch die zahlreichen Nahaufnahmen hatte ich dann irgendwann das Gefühl, selbst Teil des Geschehens zu sein. Große Teile von „Night Moves“ mochte ich, fand ich spannend, eigentlich war es nur der letzte Part, der mich etwas enttäuschte.

Ich weiß gar nicht, warum ich Jesse Eisenberg so wahnsinnig gerne sehe. Er wirkt auf mich einfach wie ein angenehmer, sehr überlegter Zeitgenosse.

„Night Moves“ wurde erstmalig auf dem Venice International Film Festival 2013 gezeigt. Der Film wird ab dem 30.05.14 in einigen amerikanischen Kinos gezeigt. Ich habe ihn auf dem Tribeca Film Festival 2014 gesehen. Die Regisseurin Kelly Reichardt war anwesend.

Der amerikanische Trailer:

Tribeca Film Festival

Das Tribeca Film Festival wurde nach dem 11. September 2001 von u.a. Robert De Niro ins Leben gerufen. Der New Yorker Robert De Niro besitzt in TriBeCa (Triangle below Canal Street) ein Hotel und Restaurants, auch seine Produktionsfirma ist dort ansässig. Durch das Film Festival wollte er nach den Terroranschlägen seinen Beitrag leisten, Manhattan – insbesondere Lower Manhattan, wieder in ein positives Licht zu rücken und für Investitionen, insbesondere im Filmbereich, werben.

San Francisco – Film: "Blue Jasmine"

Ich war am 10.08.13 in San Francisco und habe mir im Kino angeschaut:

„Blue Jasmine“ (dt. Kinostart: 07.11.13) 98 min drama
dir. Woody Allen cast: Cate Blanchett, Bobby Carnavale, Sally Hawkins, Alec Baldwin, Louis C.K., Andrew Dice Clay, Peter Sarsgaard, Michael Stuhlbarg

Die New Yorkerin Jasmine (Cate Blanchett) ist gewohnt, im Luxus zu leben. Ihr Ehemann Hal (Alec Baldwin) war Finanzjongleur, ist mit seinen Betrügereien aufgeflogen und sitzt im Gefängnis. Dadurch hat auch Jasmine jetzt alles verloren, die Eigentumswohnung, das Haus in den Hamptons, ihren Schmuck und das gesamte Geld – alles wurde beschlagnahmt. Jasmine ist pleite. Sie muss ihr komplettes Leben umstellen. Für den Neuanfang kommt sie zunächst bei ihrer Schwester Ginger (Sally Hawkins) in San Francisco unter. Jetzt muss sie auch erstmalig ihr eigenes Geld verdienen, nur was macht man, wenn man gar keine Ausbildung hat? Jasmine ist mit der Gesamtsituation überfordert…

B+ (Wertung von A bis F) Schon mit den ersten Szenen war mir bewusst, dass ich jetzt wieder einen der besseren Woody-Allen-Filme zu sehen bekomme. Ein Hauptgrund dafür ist zweifelsohne, dass Woody Allen hier nicht mitspielt und auch keine ihm ähnelnde nervende Neurotiker-Figur in diesem Film einen Platz findet.

„Blue Jasmine“ ist ein Drama, bei dem auch gelacht werden kann. Noch präziser ist es aber eine Charakterstudie über die, zugegebenermaßen auch etwas neurotische Jasmine, gespielt von Cate Blanchett. Ein verwöhntes Luxusweibchen, der nur noch ihre teuren Designerklamotten geblieben sind. Für einen Neuanfang fliegt sie an die Westküste der U.S.A. und kommt, bis sie auf eigenen Beinen steht, bei ihrer Schwester Ginger unter. Die beiden Schwestern stehen sich nicht sehr nahe, viel zu unterschiedlich war ihr Werdegang. Ginger lebt in sehr einfachen Verhältnissen.

Woody Allen hat Jasmine erschaffen. Eine ehemals wohlhabende Frau, leicht überheblich und nicht gewillt, ein „normales“ Leben zu führen. Die Figur mag vielleicht leicht überzeichnet sein, für mich zeugt sie aber von guter Beobachtungsgabe. Vermutlich hat Woody Allen beim Kreieren von Jasmine auch die eine oder andere seiner Bekanntschaften von der Upper East Side einfließen lassen.

Cate Blanchett hat Jasmine zum Leben erweckt. Einzig ihr ist es zu verdanken, dass man Woody Allens Jasmine als reale Person sieht, für sie sogar so etwas wie Mitgefühl aufbringt. Nach ihrem jahrelangen Luxusleben kann und möchte sie nicht wahrhaben, dass ihr Leben im Reichtum ein Ende hat. Sie hat früh geheiratet, nie gearbeitet und war immer versorgt. Kann sie überhaupt ein so einfaches Leben führen? Sie trägt weiter ihre Designerklamotten und mir kam es fast trotzig vor, wie sie ihre edle Birkin Bag immer mit sich herumschleppt. Sie trinkt zu viel Alkohol, schluckt zu viel Antidepressiva, führt Selbstgespräche und steht immer nahe an einem Nervenzusammenbruch. Sie steht sich selbst im Weg. Als Zuschauer wünscht man ihr, dass sie die Kurve kriegt. Cate Blanchett hat in einem Interview angegeben, dass sie zur Vorbereitung auf diese Rolle, verschiedene Frauentypen in der Öffentlichkeit studiert hat.

Cate Blanchett gibt eine dieser seltenen Performances, bei denen mein Herz schneller schlägt und um mich herum im Kino sonst was hätte passieren können, Hauptsache ich kann ihr weiter zuschauen.

Was die australische Ausnahme-Schauspielerin Cate Blanchett hier hinlegt, ist große Schauspielkunst. Was hat nicht schon alles überzeugend gespielt. Um nur an vier Beispielen ihre Vielseitigkeit aufzuzeigen: sie war Königin Elizabeth I., sie war die Elbenfürstin in Mittelerde, sie war Katharine Hepburn und, ja, sie war sogar schon Bob Dylan. Für ihre Rolle als Katharine Hepburn in „The Aviator“ hat sie einen Oscar gewonnen (sie hat vier weitere Oscar-Nominierungen). Wenn ich Cate Blanchett in Blue Jasmine sehe, ärgere ich mich zwangsläufig wieder mal über die Academy. Sicherlich verstehe ich die Politik, die sich hinter der Verleihung der Academy Awards verbirgt, aber wenn man weiß wer (beispielsweise: Julia Roberts, Reese Witherspoon, Renée Zellweger, Jennifer Hudson, Sandra Bullock und und und) und wofür die Damen einen Oscar gewonnen haben, möchte man für Cate Blanchett einen eigenen Preis erfinden. Sie spielt einfach in einer ganz anderen, eigenen Liga.

Herausragend fand ich auch Bobby Cannavale und – ja – Sally Hawkins. Die Sally Hawkins, die ich noch in „Happy-Go-Lucky“ unerträglich fand, hat mir zwar bereits in An Education, Never Let Me Go und Jane Eyre gefallen, in „Blue Jasmine“ ist sie aber exzellent. Eine Oscar-Nominierung würde ich durchaus nachvollziehen können. Lobend erwähnen muss man aber eigentlich das gesamte Ensemble (Michael Stuhlbarg, Peter Sarsgaard, Louis C.K., Andrew Dice Clay, Alec Baldwin).

Selbstverständlich ist Cate Blanchett im Gespräch für eine Oscar-Nominierung im Jahr 2014. Da die Stimme und Sprache ebenso zu ihrer Performance gehört, empfehle ich dringend, diesen Film unbedingt im Original zu sehen. Für „Blue Jasmine“ sind derzeit ebenfalls Oscar-Nominierungen denkbar: Bester Film, Bester Regisseur, Bester Nebendarsteller (Alec Baldwin, Andrew Dice Clay, Bobby Cannavale), Beste Nebendarstellerin (Sally Hawkins). Update: Cate Blanchett wurde für ihre Rolle in „Blue Jasmine“ mit dem Oscar für die beste weibliche Hauptdarstellerin ausgezeichnet.

In meiner sehr gut besuchten Vorstellung wurde zum Ende applaudiert.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Artist and the Model“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: französisch-spanisches Drama mit Jean Rochefort und Claudia Cardinale
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 80%

Trailer v. Film: „I Give It a Year“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Britische Komödie mit Oliva Colman, Rose Byrne, Rafe Spall und Minnie Driver
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 80%

Trailer v. Film: „Europa Report“
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Sci-Fi-Film mit Sharlto Copley
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Cutie and the Boxer“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Dokumentation über den japanischen Künstler Ushio Shinohara und seine Frau
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 80%

Trailer v. Film: „The Patience Stone“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: afghanisches Kriegsdrama
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

NYC – Film: "Robot & Frank"

Ich war am 27.09.12 in New York und habe mir im Kino angeschaut:

„Robot & Frank“ (dt. Kinostart: 25.10.12) 89 min drama, comedy
dir. Jake Schreier cast: Frank Langella, James Marsden, Liv Tyler, Susan Sarandon, Jeremy Sisto, Jeremy Strong voices: Peter Sarsgaard

In nicht all zu ferner Zukunft. Frank (Frank Langella) hat früher als Einbrecher und Juwelendieb gearbeitet, ist lange geschieden und lebt alleine. Er leiht sich andauernd Bücher in der Stadtbücherei aus, vorwiegend weil er Interesse an Jennifer (Susan Sarandon), der Bibliothekarin, hat. Frank hat zwei erwachsene Kinder Madison (Liv Tyler) und Hunter (James Marsden). Die machen sich zunehmend Sorgen um ihren Vater. Frank vernachlässigt sich und seinen Haushalt und wird auch immer vergesslicher. Schließlich beschließt Hunter, seinem Vater einen Roboter an die Seite zustellen. Dieser programmierte Roboter spricht und erledigt alle möglichen Aufgaben vom Hausputz bis zu Pflegetätigkeiten. Frank ist zunächst nicht so begeistert von dem eigensinnigen Neuzugang bis er feststellen muss, dass er ihn auch bei seinen kriminellen Aktivitäten unterstützt…

B+ (Wertung von A bis F) „Robot & Frank“ ist ein kleiner, charmanter Indie-Film, der mich erst zum Schluss mitten ins Herz getroffen hat. Es ist das Spielfilmdebüt von Regisseur Jake Schreier und Drehbuchautor Christopher D. Ford, zweier befreundeter NYU-Absolventen.

„Robot & Frank“ ist nicht zuletzt so gelungen, weil es eine Freude ist, Frank Langella (Frost/Nixon) zuzuschauen. Er gibt hier eine ganz feine Performance, die es verdient hätte, von AMPAS im nächsten Jahr nominiert zu werden. Es heißt, dass man für eine Oscar-Nominierung zwei oder drei überragende Szenen liefern muss. Das ist hier definitiv gegeben. Leider habe ich bislang jedoch nicht gehört, dass Frank Langella im Gespräch ist. Die wunderbare Susan Sarandon überzeugt natürlich ebenso. Den Roboter fand ich auch entzückend, sieht er doch aus, als wäre er von Apple entwickelt.

„Robot & Frank“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2012 gezeigt und hat dort den Alfred P. Sloan Prize gewonnen.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Least Among Saints“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Indie-Drama
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 80%

Trailer v. Film: „Simon and the Oaks“
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: schwedisches 2. Weltkriegsdrama
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Anna Karenina“
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: Neuverfilmung des Romanklassikers von Leo Tolstoi mit Keira Knightley und Jude Law. Film könnte immer noch ein Oscar-Kandidat im nächsten Jahr sein.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%