Denver – Film: „Spider-Man: Into the Spider-Verse“

Ich war am 29.12.18 in Denver und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Spider-Man: Into the Spider-Verse“ (dt. Filmtitel: „Spider-Man: A New Universe“, dt. Kinostart war der 13.12.18) 117 min  animation, adaptation 

dir. Bob Persichetti, Peter Ramsay, Rodney Rothman  voices: Shameik Moore, Jake Johnson, Hailee Steinfeld, Mahershala Ali, Brian Tyree Henry, Lily Tomlin, Zoe Kravitz, Nicolas Cage, Kathryn Hahn, Liev Schreiber, Luna Lauren Velez

 

Brooklyn, New York. Miles Morales (Shameik Moore) ist ein dunkelhäutiger Teenager. Sein afroamerikanischer Vater (Brian Tyree Henry) arbeitet als Polizist, seine puertorikanische Mutter (Luna Lauren Velez) ist Krankenschwester. Sie schicken ihn jetzt unter der Woche auf ein Internat. Er fühlt sich als Außenseiter auf dieser elitären Privatschule, eigentlich ist er ein Graffiti-Künstler und hängt viel lieber bei seinem coolen Onkel Aaron (Mahershala Ali) ab. Eines Tages wird er von einer Spinne gebissen und realisiert, dass er dadurch seltsame Kräfte entwickelt. Ist Miles neben Peter Parker (Chris Pine) ein weiterer Spider-Man? 

 

B (Wertung von A bis F.) „Spider-Man: Into the Spider-Verse“ ist ein Animationsfilm aus dem Hause Sony. Der Film basiert auf den Marvel Comics. Regie haben die drei Amerikaner Bob Persichetti, Peter Ramsay, Rodney Rothman geführt. Zuvor haben sie sich entweder als Autoren, Illustratoren, Storyboard Artisten, Produzenten, aber auch als Regisseure einen Namen gemacht.  

Es ist schon ein wenig unter Sensation zu verbuchen, wenn ich mir freiwillig einen Superheldenfilm anschaue. Diesen wollte ich mir eigentlich auch nicht angucken, dann zeigen sich Fans des Genres und Filmkritiker plötzlich gleichermassen begeistert, der Film ist für eine Oscar-Nominierung im Gespräch und dann sitze ich halt doch im Kino und schaue eine weitere „Origin Story“.

Da hier verschiedene Spider-Man-Figuren aus unterschiedlichen Comic-Universen zusammengeführt werden und es entsprechend viele Insiderwitze gibt, ist dieser Film in seiner Gesamtheit sicherlich in erster Linie etwas für Fans des Genres.

An den Animationsstil muss man sich zunächst gewöhnen. Ich hatte anfangs das Gefühl, als würde ich einen 3D-Film sehen und hätte vergessen, die entsprechende Brille aufzusetzen. Als ich mich dann mit der Animation angefreundet habe, muss ich zugeben, dass sie visuell recht innovativ ist. Die Story ist originell, die Hauptfigur Miles Morales ist klasse, am besten haben mir alle Szenen mit ihm und dem Amazing Spider-Man gefallen. Insgesamt ist der Film ideen- und actionreich und cool, aber leider zu lang. Die letzten, vielleicht 25 Minuten habe ich nur als quietschbunten, anstrengenden Bilderbrei in Erinnerung, der wahrscheinlich nur für Zuschauer mit starker Sehschwäche geeignet ist. Ohne diese Sequenz hätte ich den Film wahrscheinlich noch besser bewertet. 

Dieser Film ist den im Jahr 2018 verstorbenen Schöpfern von Spider-Man Stan Lee und Steve Ditko gewidmet. Stan Lee ist als animierte Figur auch kurz im Film zu sehen. 

„Spider-Man: Into the Spider-Verse“ ist für eine Oscar-Nominierung in der Kategorie Bester Animationsfilm und Bestes adaptiertes Drehbuch im Gespräch. Update: „Spider-Man: Into the Spider-Verse“ hat eine Oscar-Nominierung (Bester Animationsfilm) erhalten. Update: „Spider-Man: Into the Spider-Verse“ hat einen Oscar (Bester Animationsfilm) gewonnen. 

„Spider-Man: Into the Spider-Verse“ ist am 14.12.18 in 3,813 Kinos in den U.S.A. gestartet. Der Film läuft unter dem Filmtitel „Spider-Man: A New Universe“ seit dem 13.12.18 auch in den deutschen Kinos. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Secret Life of Pets 2„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Animationsfilm und Fortsetzung, den Originalfilm habe ich bis heute nicht gesehen

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „How to Train Your Dragon: The Hidden World„

Bewertung des Trailers: C

Kommentar: Animationsfilm und Fortsetzung, ich mag aber keine Drachen und habe den ersten Teil und den zweiten Teil bis heute nicht gesehen

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht


Trailer v. Film: „Shazam!„

Bewertung des Trailers: B- (neuer Trailer)

Kommentar: Superhelden-Kram

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: nö


Trailer v. Film: „The Kid Who Would Be King„

Bewertung des Trailers: C

Kommentar: Fantasy-Film

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Overcomer„

Bewertung des Trailers: B- 

Kommentar: religiöser Film

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0% 

NYC – Film: „Chuck“

Ich war am 29.04.17 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„Chuck“ (a.k.a. „The Bleeder“) 99 min drama, biopic
dir. Philippe Falardeau cast: Liev Schreiber, Naomi Watts, Elisabeth Moss, Ron Perlman, Michael Rapaport, Jim Gaffigan, Morgan Spector, Pooch Hall

 

 

In den 1970er Jahren. Der Schwergewichtsboxer Chuck Wepner (Liev Schreiber) war nie ein großer Boxer, aber irgendwann hat er die Gelegenheit, gegen Muhammad Ali (Pooch Hall) im Ring zu kämpfen. Er hält sich überraschend wacker. Das macht ihn über Nacht berühmt. Der Ruhm steigt ihm jedoch zu Kopf, mit seinen Alkohol-, Drogen- und Frauengeschichten kann seine Frau (Elisabeth Moss) so gar nichts anfangen…

 
B+ (Wertung von A bis F) „Chuck“ basiert auf einer wahren Geschichte. Chuck Wepners Lebensgeschichte soll Sylvester Stallone dazu inspiriert haben, das Drehbuch für „Rocky“ zu schreiben. Es ist der neue Film des kanadischen Filmemachers Philippe Falardeau („Monsieur Lazhar“).

Ich hatte bisher noch nie etwas von Chuck Wepner gehört und so geht es wahrscheinlich den meisten Menschen. Sogar der Regisseur wusste bis zu diesem Projekt nichts über den Profiboxer aus New Jersey. Nun gibt es natürlich zahlreiche Boxfilme, wenn ich zurückblicke habe ich mindestens einen pro Jahr gesehen. Viele dieser Filme ähneln sich, am Ende steht meistens der große Kampf. Dieser ist anders, allein der erste Akt widmet sich seiner Karriere als Profiboxer, später geht es darum, wie er versucht an seinem kurzfristigen Ruhm festzuhalten. Es ist eine erzählenswerte Geschichte mit einem authentischen Kostüm- und Produktionsdesign und einem tollen Disco-/Funk-Soundtrack.

 
Liev Schreiber kann hier zweifelsfrei als Chuck Wepner überzeugen, mit seiner prägnanten Stimme führt er auch durch die Handlung.

Ich wiederhole mich, wenn ich sage, dass mich Elisabeth Moss (Mad Men, Top of the Lake, Queen of Earth) an Jodie Foster erinnert, aber das tut sie – jedes Mal, wenn ich sie sehe. Schauspielerisch zählt die Amerikanerin zu der Elite und das offenbart sich insbesondere in dieser Knaller-Szene in dem Diner. Allein durch ihre Performance hat sich der Film für mich schon gelohnt. Erwähnenswert sind aber auch Liev Schreibers Ex-Freundin Naomi Watts und  Michael Rapaport als Chucks Bruder.

 
Der Film hieß ursprünglich „The Bleeder“. Der Film wurde umgenannt, weil viele Zuschauer – dem Filmtitel nach – dachten, es handelt sich um einen Horrorfilm. Außerdem wollte man vermeiden, dass dieser Film mit dem Boxfilm v. letzten Jahr Bleed for This verwechselt wird.

„Chuck“ wurde erstmalig auf dem Venice Film Festival 2016 gezeigt. Ich habe den Film auf dem Tribeca Film Festival 2017 gesehen. Der Filmemacher war anwesend und hat sich im Anschluss an den Film den zahlreichen Fragen des Publikums gestellt. Der Film startete am 5.5.17 in vier amerikanischen Kinos und ist mittlerweile landesweit in 39 Kinos zu sehen.

 
Trailer zu sehen:

Tribeca Film Festival

Das Tribeca Film Festival wurde nach dem 11. September 2001 von u.a. Robert De Niro ins Leben gerufen. Der New Yorker Robert De Niro besitzt in TriBeCa (Triangle below Canal Street) ein Hotel und Restaurants, auch seine Produktionsfirma ist dort ansässig. Durch das Film Festival wollte er nach den Terroranschlägen seinen Beitrag leisten, Manhattan – insbesondere Lower Manhattan, wieder in ein positives Licht zu rücken und für Investitionen, insbesondere im Filmbereich, werben. Im Jahr 2017 feierte das TFF bereits seinen 16. Jahrestag.

 

San Francisco – Film: „Spotlight“

Ich war am 18.11.15 in San Francisco und am 27.11.15 in Chicago und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Spotlight“ (dt. Kinostart: 25.02.16) 128 min drama
dir. Tom McCarthy cast: Mark Ruffalo, Michael Keaton, Rachel McAdams, Liev Schreiber, John Slattery, Stanley Tucci, Billy Crudup, Brian d´Arcy James

 

Im Juli 2001 bekommt die Tageszeitung The Boston Globe mit Marty Baron (Liev Schreiber) einen neuen Chefredakteur. Die Redaktion des Spotlight-Teams recherchiert immer zu einem Thema. Spotlight ermittelt diskret, sorgfältig und oftmals über Monate. Marty Baron beauftragt den Redakteur von Spotlight Walter Robinson (Michael Keaton) und seine drei Reporter Michael (Mark Ruffalo), Sacha (Rachel McAdams) und Matt (Brian d´Arcy James), an einem Fall zu recherchieren. Es geht um jahrzehntelangen Kindesmissbrauch einiger katholischen Priester in Boston.

 

A- (Wertung von A bis F) „Spotlight“ basiert auf wahren Begebenheiten. Die Zeitung The Boston Globe deckte im Jahr 2002 den sexuellen Kindesmissbrauch von über 80 katholischen Priestern – allein im Raum Boston – auf. Darüber und wie die katholische Kirche versucht hat, den Missbrauch unter den Teppich zu kehren, schrieben einige investigative Journalisten eine Exklusiv-Story. Es war eine Serie an Artikeln, die seinerzeit den Pulitzer-Preis gewonnen hat.

Es ist ein Film von Schauspieler und Regisseur Tom McCarthy (The Station Agent, The Visitor, Win Win).

„Spotlight“ ist ein unaufgeregter Film, der es dennoch schafft von Anfang bis Ende zu fesseln. Mich hat der Film an Michael Manns Film „The Insider“ erinnert, einem meiner Lieblingsfilme.

„Spotlight“ wäre eine ausgezeichnete Werbung für eine Journalisten-Schule. Auch wenn es für heutige Verhältnisse schon fast gestrig wirkt wie die Reporter im Jahr 2001, als sie mit ihren Ermittlungen begannen, weitgehend ohne das Internet recherchierten. Der Film zeigt was guten Journalismus ausmacht. Die mühsame Ermittlungsarbeit, die Hindernisse, die sie überwinden mussten, aber irgendwann – Monate später – haben sie eine Story, auf die stolz sein können. Ich hätte ihnen noch ewig bei ihrer Arbeit zuschauen können.

„Spotlight“ ist ein Ensemble-Film wie er im Buche steht – ausnahmslos alle Schauspieler sind idealbesetzt und in ihrer Rolle überzeugend. Normalerweise habe ich ein Problem mit Rachel McAdams, aber sogar sie ist erstklassig, insbesondere in ihren Interviews mit Opfern und dem einen Priester. Ein paar Schauspieler aus dem Ensemble fand ich jedoch noch einen Tick besser als die anderen und das sind: Mark Ruffalo als hartnäckiger, leidenschaftlicher Reporter, Stanley Tucci als Opfer-Anwalt und Liev Schreiber als neuer Chefredakteur des Boston Globe.
Update nach dem 2. Kinobesuch:

A (Wertung von A bis F) Eine Woche nachdem ich „Spotlight“ das erste Mal im Kino gesehen habe, habe ich ihn mir ein zweites Mal angeschaut. Mit der ersten Sichtung war er bereits im engeren Kreis meiner Favoritenfilme für das Jahr 2015, mit dem zweiten Mal bin ich mir sicher, dass er in meiner Bestenliste auftaucht. Ich habe sogar meine Bewertung verbessert. Selten gebe ich uneingeschränkte Bestbewertung – für mich ist es aber ein perfekter Film.

Bei meiner 2. Sichtung ist mir zuallererst dieser einprägsame, leicht wiederzuerkennende und großartige Score von Howard Shore aufgefallen.

Der Film könnte im nächsten Jahr den Oscar als bester Film gewinnen. Jetzt ist es Ende November und es sieht danach aus, dass entweder „Spotlight“, The Martian oder „Joy“ um den Academy Award in der Kategorie Bester Film konkurrieren.

„Spotlight“ ist für folgenden Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Film, Beste Regie, Bester Nebendarsteller (Michael Keaton, Mark Ruffalo, Liev Schreiber, Stanley Tucci), Beste Nebendarstellerin (Rachel McAdams), Bestes Originaldrehbuch und einige technische Kategorien.

„Spotlight“ hat 6 Oscar-Nominierungen (Bester Film, Beste Regie, Bester Nebendarsteller Mark Ruffalo, Beste Nebendarstellerin Rachel McAdams, Bester Schnitt, Bestes Originaldrehbuch) erhalten.

Update: „Spotlight“ hat 2 Oscars (Bester Film und Bestes Originaldrehbuch) gewonnen.

„Spotlight“ wurde erstmalig auf dem Venice International Film Festival 2015 gezeigt. Der Film ist am 6.11.15 in fünf Kinos in den U.S.A. gestartet. Seit dem 20.11.15 hat der Film seinen wide release und läuft in 897 amerikanischen Kinos. Bei meinem ersten Kinobesuch in San Francisco wurde zum Schluss applaudiert. Bei meinem zweiten Kinobesuch in einem beinahe ausverkauften Haus waren die Zuschauer hochkonzentriert und ich hatte den Eindruck richtig geschockt von dem was sie zum Schluss (weiß auf schwarz) zu lesen bekamen.

 
Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Joy“
Bewertung des Trailers: A- (neuer Trailer)
Kommentar: David O. Russells neuer Film, wieder mit Jennifer Lawrence, Bradley Cooper und Robert De Niro. Film  wurde erstmalig am letzten Wochenende gezeigt.
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Concussion“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Drama und Biopic mit Will Smith – der im Trailer einen sehr guten Eindruck hinterlässt – möglicher Oscar-Kandidat
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Big Short“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Eine Satire über die Finanz- und Immobilienkrise. Kaum einer versteht den Film gänzlich, aber gut soll er sein. Mit Christian Bale, Steve Carell, Ryan Gosling, etc.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Hail, Caesar!“
Bewertung des Trailers: A
Kommentar: Der neueste Film der Coens mit Josh Brolin, George Clooney, Ralph Fiennes, Scarlett Johansson, Tilda Swinton, Frances McDormand, etc.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Danish Girl“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Biopic mit Eddie Redmayne, Alicia Vikander und Matthias Schoenaerts
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits gesehen

Teaser v. Film: „Snowden“
Bewertung des Teasers: A-
Kommentar: Eindrucksvoller Teaser zu Oliver Stones neuem Film. Biografischer Thriller über Edward Snowden mit Joseph Gordon-Levitt, Melissa Leo, Tom Wilkinson, etc.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Triple 9“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: John Hillcoats neuer Film mit Casey Affleck, Chiwetel Ejiofor, Aaron Paul, Woody Harrelson und Kate Winslet
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

NYC – Film: „Pawn Sacrifice“

Ich war am 26.09.15 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Pawn Sacrifice“ (dt. Filmtitel: „Bauernopfer – Spiel der Könige“, Kinostart: 05.05.16) 116 min drama, biopic
dir. Edward Zwick cast: Tobey Maguire, Peter Sarsgaard, Liev Schreiber, Michael Stuhlbarg, Lily Rabe

Bobby Fischer (Tobey Maguire) hat sich das Schachspielen als Kind selbst beigebracht. Sein Potenzial wird früh erkannt und er darf gegen Erwachsene spielen. Im Alter von 14 Jahren ist er bereits der jüngste Schach-Champion in den USA. Bobby leidet aber bereits in jungen Jahren an psychischen Problemen. Während des Kalten Krieges kommt es im Jahr 1972 zu dem legendären Schachtmatch, bei dem der 29-jährige Amerikaner Bobby Fischer den russischen Weltmeister Boris Spasski (Liev Schreiber) herausforderte. Die 21 Partien dieses Wettkampfes gelten bis heute als Match des Jahrhunderts.

B+ (Wertung von A bis F) „Pawn Sacrifice“ basiert auf einer wahren Geschichte. Es ist ein gelungenes Biopic über den amerikanischen Schachgroßmeister Bobby Fischer.

Von der Intensität hat mich der Film, gerade während des großen Matches, an Ron Howards Film Rush  erinnert. Schach ist wie Autorennen ein „Sport“, von dem ich keine Ahnung habe und der mich auch nicht im Geringsten interessiert. Da ich auch den Ausgang dieses legendären Schachmatches nicht kannte, fand ich den dritten Akt unfassbar spannend. Überhaupt wird der Film im Verlauf immer besser.

Wahrscheinlich gibt Tobey Maguire („The Ice Storm“, „The Cider House Rules“, „Spider-Man“) hier die beste Performance seiner Karriere. Gerade die Szene zum Schluss würde eine Oscar-Nominierung durchaus rechtfertigen. Es ist schade, dass der Film so wenig Aufmerksamkeit erhält. Liev Schreiber spricht hier viel Russisch, das hört sich recht authentisch an und passt zu ihm. Wie gut sein Russisch ist, kann ich nicht beurteilen. Auch ist Michael Stuhlbarg (A Serious Man) wieder großartig. Wenn allerdings Peter Sarsgaard im Bild war, konnte ich meine Augen nicht von ihm lassen. Es gibt wenige Schauspieler, die so hinter ihrer jeweiligen Rolle verschwinden können und eine solche Präsenz ausstrahlen.

Alles in allem ist Pawn Sacrifice auch ein Film für diejenigen die nichts oder nur sehr wenig vom Schach verstehen.

„Pawn Sacrifice“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2014 gezeigt. Der Film ist am 16.09.15 in 33 amerikanischen Kinos gestartet. Seit dem 25.09.15 wird er landesweit in 781 Kinos gespielt.

„Pawn Sacrifice“ ist für folgende Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Hauptdarsteller (Tobey Maguire), Bester Nebendarsteller (Liev Schreiber, Peter Sarsgaard)

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „James White“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Indie-Drama mit Cynthia Nixon
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Experimenter“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: In den verschiedensten Varianten bereits verfilmte Geschichte über das Milgram Experiment. Hier mit Peter Sarsgaard und Winona Ryder
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Freeheld“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Drama mit Julianne Moore, Ellen Page, Steve Carell und Michael Shannon. Film soll nicht gut sein, bei der Besetzung muss ihn aber trotzdem gucken.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „He Named Me Malala“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Dokumentation über die pakistanische Friedensnobelpreisträgerin Malala.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Beast of No Nation“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Cary Fukunagas neuer Film, von Netflix produziert. Oscar-Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

NYC – Film: "Fading Gigolo"

Ich war am 23.04.14 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Fading Gigolo“ (dt. Filmtitel: „Plötzlich Gigolo“, dt. Kinostart: 6.11.14) 98 min comedy
dir. John Turturro cast: John Turturro, Woody Allen, Sharon Stone, Sofia Vergara, Liev Schreiber, Vanessa Paradis, Aida Turturro, Bob Balaban

Murray Schwartz (Woody Allen) handelt mit gebrauchten, seltenen Büchern. Seinen kleinen Buchladen muss er jetzt aber schließen. Als er letztens bei seiner Dermatologin Dr. Parker (Sharon Stone) zur Untersuchung war und sich mit ihr unterhalten hat, hat die ihm mitgeteilt, dass sie und ihre Freundin (Sofia Vergara) einen Mann für einen Dreier suchen. Sie hat ihn gefragt, ob er jemand wüsste. Murray fiel spontan sein bester Freund, der alleinstehende Fioravante (John Turturro) ein. Da die beiden wohlhabenden Frauen auch für den Sex bezahlen würden, sieht Murray eine ideale Einnahmequelle. Murray vermittelt Fioravente und bezieht dafür eine Provision. Murray zögert anfangs, aber auch er hat Rechnungen zu begleichen. Eines Tages bringt Murray die jüdische Witwe Avigal (Vanessa Paradis) vorbei…

B- (Wertung von A bis F) „Fading Gigolo“ ist kein wirklich guter Film, mir hat es aber Spaß gemacht, bestimmten Charakteren bzw. Schauspielern (insbesondere John Turturro und Liev Schreiber) zuzuschauen. Ich war auch geneigt, ihn etwas schlechter zu bewerten, aber dann fand ich diese später erzählte Entführungsgeschichte dann doch noch ganz originell.

Die Handlung ist natürlich völlig absurd. Woody Allen assoziiere ich mit einem sehr alten Mann und neurotisch-nervigen Gequatsche. Ihn mit Sex in Verbindung zu bringen hat für mich etwas äußerst Verstörendes. Zwei Frauen, noch dazu zwei so bildhübsche Frauen wie Sharon Stone und Sofia Vergara, haben garantiert keine Probleme Männer für Sex aufzureißen. Die Idee, dass eine der Frauen nun ausgerechnet Woody Allens Charakter anspricht, ob er jemanden für ihre Liebesspiele wüsste, ist so abwegig, dass sie nur von einem Mann stammen kann. Normalerweise schreibt Woody Allen solche bizarren Männerfantasien selbst. Dieses Mal ist er aber unschuldig. Naja, wahrscheinlich nicht, aber zumindest hat John Turturro offiziell das Skript geschrieben und auch Regie geführt.

So ein an den Haaren herbeigezogene Handlungsarm ist für mich normalerweise der Grund aus einer Geschichte auszusteigen, bevor ich überhaupt die Möglichkeit hatte, einzusteigen. Woody Allen als Schauspieler zu sehen und seinem typisch neurotisch-stotternden Dauergequatsche zu horchen sind auch nicht hilfreich, mich entspannt im Kinosessel sitzen zu lassen. Mit dem erstmaligen Zusammentreffen von John Turturros und Sharon Stones Charakteren funktioniert der Film dennoch besser als erwartet. Diesen Gigolo habe ich John Turturro abgenommen, er ist eine interessante Type und kann auf Frauen anziehend wirken.

Liev Schreiber als liebeskranker jüdisch-orthodoxer Gesetzeshüter ist es alleine Wert, den Film zu gucken.

Sharon Stone hat scheinbar ihre Botox-Behandlungen eingestellt, jedenfalls sieht sie wieder wesentlich natürlicher aus.

Sofia Vergara sieht so aus und redet als würde sie in einer Episode von „Modern Family“ spielen.

Vanessa Paradis gibt hier ihr englischsprachiges Kinodebüt. Sie hat ein trauriges Gesicht und die jüdisch-orthodoxe Witwe habe ich ihr abgenommen. Sie hat durchaus Ausstrahlung und Präsenz (wenn diese grausige Zahnlücke bloss nicht wäre, die in ihrem Alter jetzt auch nicht mehr niedlich wirkt)

„Fading Gigolo“ wurde u.a. im Lexington Candy Shop in der Upper East Side gedreht. Einem wirklich schönen, traditionellen Diner.

„Fading Gigolo“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2013 gezeigt.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „We are the Best!“
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: schwedisches Drama
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Chinese Puzzle“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: französisch-amerikanische Beziehungskomödie mit Audrey Tautou und Kelly Reilly
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Locke“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Charakterstudie mit Tom Hardy
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits gesehen

Trailer v. Film: „Fed Up“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Dokumentation über fette Amerikaner und die Folgen ihrer schlechten Ernährung
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Night Moves“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Kelly Reichhardts neuer Film mit Jesse Eisenberg, Dakota Fanning und Peter Sarsgaard
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits auf dem Tribeca FF gesehen

NYC – Film: "Lee Daniels´The Butler"

Ich war am 18.08.13 in New York und habe mir im Kino angeschaut:

„Lee Daniels´The Butler“ (dt. Titel: „Der Butler“, dt. Kinostart: 10.10.13) 132 min drama
dir. Lee Daniels cast: Forest Whitaker, David Oyelowo, Oprah Winfrey, Vanessa Redgrave, Cuba Gooding, Jr., Lenny Kravitz, Terrence Howard, Robin Williams, John Cusack, James Marsden, Alan Rickman, Jane Fonda, Liev Schreiber, Mariah Carey

Cecil Gaines (Forest Whitaker) kommt aus ganz einfachen Verhältnissen. Sein Vater war Baumwollpflücker und wurde vor seinen Augen von dem weißen Plantagenbesitzers (Alex Pettyfer) erschossen. Seit dem Vorfall hat seine Mutter (Mariah Carey) starke psychische Probleme und so ist er bereits mit sehr jungen Jahren von Zuhause abgehauen. Er arbeitete in einigen Häusern und Hotels als Hausdiener bis er im Jahr 1957 durch seine zurückhaltende Art aufgefallen ist, und vom Weißen Haus abgeworben wurde. Geheiratet hat er Gloria (Oprah Winfrey), die beiden haben zwei Söhne. Der ältere Sohn Louis (David Oyelowo) bereitet dem Vater zunehmend Probleme. Während Cecil als Butler im Weißen Haus dient, wird sein Sohn Louis in schwarzen Bürgerrechtsbewegungen aktiv. Jeder macht auf seine Art Erfahrung mit Diskriminierung und Rassismus…

C+ (Wertung von A bis F) Der Film „Lee Daniels´The Butler“ wurde von Will Haygoods Washington Post Artikel „A Butler Well Served by This Election“ angeregt. Der von Forest Whitaker dargestellte Filmcharakter Cecil Gaines wurde von Eugene Allen inspiriert. Eugene Allen war Afroamerikaner und 34 Jahre lang für das Weiße Haus tätig. Er hat unter acht amerikanischen Präsidenten gedient und hauptsächlich als Butler gearbeitet.

Ich hätte mir gewünscht, einen Film tatsächlich über das Leben dieses Butler zu sehen. Das alleine hätte ein richtig guter Film, vielleicht sogar ein gelungenes Biopic, werden können. Hollywood hat dem aber natürlich nicht getraut, erfindet eine Familiengeschichte und einen (weiteren) Sohn des eigentlichen Butlers und lässt dem Zuschauer durch diese Figur eine Geschichtsstunde zum Thema U.S.-amerikanische Bürgerrechtsbewegung zukommen. Mir kam es so vor, als ob in diesen Film thematisch alles reingestopft wurde, was den Machern zu Rassismus und Unterdrückung der Afroamerikaner und den U.S.-amerikanische Bürgerrechtsbewegungen einfiel.

„Lee Daniels´The Butler“ ist für mich kein runder Film, mehr die Aneinanderreihung vieler Ereignisse. Der Film versucht mehr zu sein als er ist. So wird einem auf der einen Seite das beinahe komplette Leben des Butlers Cecil Gaines gezeigt und parallel verfolgt man den Werdegang seines ältesten Sohnes. Der zunächst rebellische Sohn, der dann später als Aktivist in sämtlichen Bürgerrechtsbewegungen war und der bei allen wesentlichen Eckpunkten der Unterdrückung und des Widerstands der Schwarzen live dabei war. Praktisch wie Forrest Gump, der einen seinerzeit augenzwinkernd durch die amerikanische Zeitgeschichte führte – nur nimmt sich Lee Daniels Film wesentlich ernster dabei.

Ein weiteres Problem habe ich mit dem superprominent besetzten Ensemble. Der Film hat noch nicht richtig angefangen, da hat mich bereits Mariah Carey wieder aus dem Film gebracht. Sie spielt die Mutter von Cecil Gaines (also später Forrest Whitaker). Unglückliches Casting. Ebenso bei den ganzen Schauspielern, die die U.S. Präsidenten spielen. Ich war mehr damit beschäftigt, für mich zu beurteilen, wie glaubwürdig ich die jeweiligen Schauspieler als Präsidenten der Vereinigten Staaten fand, als weiter der Handlung zu folgen. Schlussfolgernd ist das meine Bewertung: Robin Williams als Dwight. D. Eisenhower – D+, James Marsden als J.F.K – B-, Liev Schreiber als Lyndon B. Johnson – von D+ hat er sich später auf ein C+ gerettet, John Cusack als Richard Nixon, zunächst als Vizepräsident unter Eisenhower C+, dann als Präsident B, Alan Rickman als Ronald Reagan – B, nicht unerwähnt lassen möchte ich Jane Fonda als First Lady Nancy Reagan B+. (Die Präsidenten Gerald Ford und Jimmy Carter wurden im Film nicht von Schauspielern verkörpert)

Auch prominent, aber überraschend gut besetzt und schauspielerisch überzeugend empfand ich Lenny Kravitz und Cuba Gooding, Jr. Die beiden spielen die befreundeten Butler von Cecil Gaines. Sie waren ebenfalls im Weißen Haus tätig.

Forest Whitaker gibt hier eine wundervolle Performance, die es nicht verdient hat, in so einem mittelmässigen Film zu landen. Das Einzige was mich wirklich an dem Film gefesselt hat, war er. Das ist eine würdevolle Performance, die dafür da ist, einen Academy Award zu gewinnen. Forest Whitaker hat bereits einen Oscar gewonnen, damals für seine Rolle als Idi Amin in „The Last King of Scotland“. In Lee Daniels Film ist er der zurückhaltende, liebenswürdige Cecil Gaines, der einen während des Films öfter zu Tränen rührt. Forest Whitaker hat eine ganz besondere Aura. Ich glaube, das ist ein ganz feiner Mensch.

Die berühmt-berüchtige Talkshow-Moderatorin Oprah Winfrey hat man hier in billige bzw. billig aussehende Klamotten gezwängt, ihr irgendwelche Perücken übergestülpt und dicke Schminke verpasst – das macht aus ihr aber noch lange keine andere Person. Das Zusammenziehen der Augenbrauen und das auswendige Aufsagen von vorgegebenen Sätzen macht aus ihr auch keine gute Schauspielerin. Aber sie hat sich natürlich fürchterlich ins Zeug gelegt. Ihrer fiktiven Figur wurde dafür auch einiges vorgeben, sie hat ein Alkoholproblem, betrügt ihren Mann, flucht wie ein Rohrspatz usw. – Platz für großen Emotionen. Anders besetzt hätte die Figur vielleicht auch funktionieren können. Oprah schrammt aber immer kurz an einer Karikatur vorbei. Forest Whitaker ist es gelungen, Cecil Gaines über einen Zeitraum von 40 Jahren zu portraitieren. Oprah habe ich die junge Frau nicht abgenommen und sie altert auch nicht glaubwürdig – eigentlich sieht sie immer gleich aus, sie bleibt immer Oprah – nur anders gekleidet und geschminkt. Sollte Oprah für diese Rolle tatsächlich für den Oscar nominiert werden, dann einzig und allein weil sie Oprah Winfrey ist.

„Lee Daniels´The Butler“ ist derzeit für eine Oscar-Nominierung für folgende Kategorien im Gespräch: Bester Film, Beste Regie, Bestes adaptiertes Drehbuch, Bester Hauptdarsteller (Forest Whitaker), Bester Nebendarsteller (David Oyelowo) Beste Nebendarstellerin (Oprah Winfrey), Bestes Szenenbild, Bestes Kostümdesign, Bestes Make-up

Es sind dieses Jahr drei Filme mit einer afroamerikanische Thematik, denen gute Chancen, für einen Oscar-Nominierung im Jahr 2014 eingeräumt werden. Der kleine Indie-Film Fruitvale Station ist im Vergleich zu „Lee Daniels´The Butler“ der eindeutig bessere Film. Qualität setzt sich bei den Academy Awards bekannterweise aber nicht immer durch.

„Lee Daniels´The Butler“ relativ konkurrenzlos im August in den amerikanischen Kino zu starten, ist einmal mehr eine smarte Oscar-Strategie der Weinsteins. Das ganze Projekt „The Butler“ ist mir persönlich aber viel zu berechnend. Eine All-Star-Cast mit einer Geschichte um einen afroamerikanischen Hausdiener, der für das Weiße Haus arbeitet und seinen Sohn, der für sämtliche schwarze Bürgerrechtsbewegungen aktiv ist. Ein Mainstream-Film, der überwiegend schwarze, aber durchaus auch weiße Zuschauer anspricht. Ein Film, der einem mit der Gefühlskeule auf den Kopf haut, dem Zuschauer klare Vorgaben macht, wer gut und wer böse ist und wann er zu lachen und wann zu weinen hat. Sicher hat die Story bzw. Forest Whitakers Charakter Cecil Gaines auch mich gerührt. Mir ist das alles nur zu durchschaubar. Der Filmstart, ziemlich genau 50 Jahre nach dem Marsch auf Washington, bei dem Martin Luther King seine legendäre „I Have a Dream“-Rede hielt, war sicher auch kein Zufall. Und dann gibt es noch Überstar Oprah Winfrey, die eine Rolle in dem Film hat und passend zum Kinostart mit einer Rassismus-Story in den Schlagzeilen landet. Wenn das Ganze nicht clever ausgetüftelt ist, dann weiß ich nicht. An der Kinokasse ist der Plan bereits aufgegangen, ganz locker hat “ Lee Daniels´The Butler“ schon nach zwei Wochen seine Produktionskosten eingespielt. Eine Oscar-Nominierung für den Film kann man (derzeit) als sehr wahrscheinlich ansehen.

Jetzt fehlt nur noch die Oscar-Kampagne für Oprah, der erfolgreichsten (afroamerikanischen) Frau überhaupt. Na bravo.

Wenn „Lee Daniels´The Butler“ tatsächlich im Januar 2014 für einige Oscars nominiert wird, war das eine raffinierte Oscar-Strategie und ich muss einmal mehr den Hut vor Harvey Weinstein ziehen. Wie gesagt, mit Ryan Cooglers „Fruitvale Station“, „Lee Daniels´The Butler“ und Steve McQueens „12 Years a Slave“ gibt es drei potenzielle Oscar-Kandidaten von schwarzen Filmemachern. Man kann davon ausgehen, dass sich nicht alle drei Filme bei den Oscar-Nominierungen am Ende durchsetzen. Wenn man den ersten Stimmen aus Colorado glauben kann, ist Steve McQueens „12 Years a Slave“ ein kleines Meisterwerk. Auch wenn ich diesen Film noch nicht gesehen habe, so hoffe ich jetzt schon, dass „12 Years a Slave“ der Oscar-Film ist, den es zu schlagen gilt. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Bei meiner sehr gut besuchten Vorstellung von „Lee Daniels´The Butler“ gab es 1x Szenenapplaus (bei Cecile Gaines wiederkehrende Anfrage nach einer Lohnerhöhung), meine Mitzuschauer sind emotional mitgegangen, es wurde herzhaft gelacht, aber auch hemmungslos geweint. Zum Schluss gab es großen Applaus.

Aufgrund eines Rechtsstreits mit der Warner Bros., musste die Weinstein Co. den ursprüngliche Filmtitel „The Butler“ in „Lee Daniels´The Butler“ umbenennen.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „August: Osage County“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Verfilmung des gleichnamigen Bühnenstücks. Mit Meryl Streep, Julia Roberts, Ewan McGregor, Chris Cooper, Benedict Cumberbatch, usw. Ein Film, der auf dem Papier an allen Ecken nach Oscar schreit. Wenn man Meryl Streep im Trailer sieht, sieht man ihre 18. Oscar-Nominierung schon vor Augen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Mandela: Long Walk to Freedom“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Biopic über Nelson Mandela mit Idris Elba in der Hauptrolle. Oscar-Film?
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „12 Years a Slave“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Steve McQueens neuer Film. Biopic mit Chiwetel Ejiofor, Michael Fassbender, Benedict Cumberbatch, Brad Pitt, etc. Oscar-Film.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Anchorman:The Legend Continues“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Fortsetzung zu der Komödie „Anchorman: The Legend of Ron Burgundy“ Mit Will Ferrell, Christina Applegate und Steve Carell. Ich mochte den ersten Film.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Captain Philips“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Biopic über den amerikanischen Kapitän Philips, dessen Frachter von somalischen Piraten gekapert wurde. In der Hauptrolle: Tom Hanks
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Prisoners“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Thriller mit Hugh Jackman, Jake Gyllenhaal, Paul Dano, Viola Davis, Melissa Leo. Ich hoffe nur, dass der Trailer nicht zu viel verrät. Oscar-Film?
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Best Man Holiday“
Bewertung des Trailers: D+
Kommentar: Komödie, bei der ich wohl eher nicht die Zielgruppe bin.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Saving Mr. Banks“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Biopic über die Autorin von Mary Poppins mit Emma Thompson und Tom Hanks. Oscar-Film?
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

NYC – Film: "The Reluctant Fundamentalist"

Ich war am 29.04.13 in New York und habe mir im Kino angeschaut:

„The Reluctant Fundamentalist“ 128 min drama, thriller, adaptation
dir. Mira Nair cast: Riz Ahmed, Liev Schreiber, Kate Hudson, Kiefer Sutherland, Martin Donovan

Im Jahr 2011 wird ein amerikanischer Professor in Lahore, Pakistan entführt. Bobby (Liev Schreiber) ist ein amerikanischer Journalist und möchte einen Artikel über militante Akademiker in Pakistan schreiben. In einem kleinen Café in Lahore interviewt er dazu Changez Khan (Riz Ahmed). Der hat an der Princeton-Universität in den U.S.A. studiert und erzählt jetzt rückblickend von seinem Leben als erfolgreicher Finanzanalytiker einer New Yorker Firma, von seiner großen Liebe Erica (Kate Hudson), wie sich sein komplettes Leben nach dem 11. September 2001 verändert hat und er nach Pakistan zurückgekehrt ist. Hat sich Changez Khan radikalisiert und hat er etwas mit der Entführung des Professors zu tun? Während des Interviews kommen immer mehr Spannungen auf beiden Seiten auf…

C (Wertung von A bis F) „The Reluctant Fundamentalist“ basiert auf dem gleichnamigen Roman von Mohsin Hamid.

Grundsätzlich ist das Thema ganz meins, nicht umsonst ist die TV-Serie „Homeland“ auch in der zweiten Staffel – nach wie vor – meine Lieblingsserie. Hier habe ich das Buch (dt. Titel: „Der Fundamentalist, der keiner sein wollte“) jedoch nicht gelesen und hatte mit den ersten Aufnahmen die Befürchtung, der Film wäre voller Klischees. Dankenswerterweise war dies aber unbegründet. Erzählt wird die Geschichte eines muslimischen Pakistani, der mit großen Hoffnungen in die U.S.A. gegangen ist, an einer Elite-Uni studiert hat, einen großen beruflichen Ehrgeiz hatte und Karriere machte. Dann kam der Terroranschlag vom 11. September und auf ein Mal sieht sich Changez Diskriminierungen ausgesetzt, hat eine Identitätskrise und kehrt in sein Heimatland zurück.

Gut dargestellt fand ich die Vorurteile und die Hysterie der Amerikaner gegenüber Moslems nach dem 11. September. Da hätte die indische Filmemacherin noch tiefer eingehen können. Dem Zuschauer ersparen bzw. wesentlich kürzer halten, hätte sie die Liebesgeschichte.

Hervorragend besetzt fand ich den Hauptdarsteller Riz Ahmed. Schwer durchschaubar, was für die Spannung des Films wichtig war. Liev Schreiber macht hier auch wieder einen guten Job. An Kiefer Sutherland als Changez´Chef musste ich mich zunächst gewöhnen, mich hat er dann aber überzeugen können.

Kate Hudson kann einfach nicht schauspielern und sollte weder dunkle Haare tragen, noch zu viele Kilos auf die Waage bringen.

Der Film löst anscheinend erhöhten Gesprächsbedarf aus, so haben mich zwei meiner Mitzuschauer (es gab nur sechs) angesprochen und mich gefragt, wie mir der Film gefallen hat. Die ältere Dame hatte das Buch gelesen und war etwas enttäuscht, dass der Film nicht an einer gewissen Stelle endete und der jüngere Mann war scheinbar ziemlich begeistert und meinte, dass ihn der Film an die Serie Homeland erinnert, bei der er – wie er sagte – die erste Staffel an einem Tag guckte. Da musste ich ihn in seinem Enthusiasmus höflich aber bestimmt in die Realität zurückholen. „The Reluctant Fundamentalist“ ist ganz weit entfernt davon, so gut wie Homeland zu sein.

„The Reluctant Fundamentalist“ wurde erstmalig auf dem Venice Film Festival 2012 gezeigt und hatte seine U.S. Premiere auf dem Tribeca Film Festival. Im Anschluss an das Festival wurde er in wenigen, ausgewählten Kinos gezeigt.

Trailer zu sehen:

Im IFC Center wurden vor dem Film keine Trailer gezeigt.