TV-Serie: „I Know This Much is True“

Ich habe mir folgenden HBO-Mehrteiler angeschaut:

 

„I Know This Much is True“ (in D. seit dem 10.05.20 auf Sky zu sehen) 6 x approx.  60 min  drama, adaptation

dir. Derek Cianfrance  cast: Mark Ruffalo, Rosie O´Donnell, Archie Panjabi, Kathryn Hahn, Juliette Lewis, Imogen Poots, Melissa Leo, Rob Huebel, Philip Ettinger, Bruce Greenwood, Donnie Masihi, Rocco Masihi

 

Dominick (Mark Ruffalo) hat selbst ein riesiges Päckchen an Problemen mit sich herumzutragen, am Sterbebett seiner Mutter (Melissa Leo) hatte er ihr jedoch versprochen, sich immer um seinen psychisch schwer kranken Zwillingsbruder Thomas (Mark Ruffalo) zu kümmern. Thomas leidet an paranoider Schizophrenie und lebt und arbeitet seit vielen Jahren in einer Einrichtung. Gerade hat er sich in einer seiner Wahnvorstellungen mit einer Machete die rechte Hand abgetrennt. Im Krankenhaus lässt er sich auch nicht davon überzeugen, die Hand wieder annähen zu lassen. Thomas wird daraufhin in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Die Brüder sind mit ihrer Mutter und ihrem gewalttätigen Stiefvater, Ray (John Procaccino) aufgewachsen. Noch bevor Dominicks und Thomas´ Mutter vor drei Jahren gestorben ist, hatte sie Dominick ein handgeschriebenes Manuskript ihres Vaters, dem Großvater der Brüder, übergeben. Vielleicht geben die Unterlagen Aufschluss über die Familiengeschichte und auch, wer der biologische Vater der Brüder ist. Da das Manuskript in italienischer Sprache geschrieben ist, wendet sich Dominick an die Übersetzerin Nelda (Juliette Lewis)…

 

B+ (Wertung von A bis F) Der Mehrteiler „I Know This Much is True“ basiert auf Wally Lambs gleichnamigen Roman aus dem Jahr 1998. Der amerikanische Filmemacher Derek Cianfrance (Blue Valentine, The Place Beyond the Pines, The Light Between Oceans hat das Buch für die Mini-Serie aufbereitet und bei allen sechs Episoden Regie geführt. 

Gewidmet ist der Mehrteiler Scott Ruffalo, Marks im Jahr 2008 verstorbenen (vermutlich ermordeten) jüngeren Bruder und Megan Cianfrance McGinnis, der – kurz nach Ende dieser Dreharbeiten – verstorbenen Schwester des Filmemachers. 

Ich liebe Geschichten, die sich am Ende vollständig, komplett erzählt, anfühlen. „I Know This Much is True“ erzählt eine dieser im Abschluss runden, wenn auch – wie in diesem Fall – äußerst tragischen Geschichten. 

Es ist Familiensaga und zugleich ein Drama über einen psychisch schwer Kranken und sein Umfeld. In meinem Umfeld habe ich auch einige Erfahrungen mit psychisch Erkrankten (sogar im Bereich der paranoiden Schizophrenie) sammeln dürfen/müssen, daher kann ich sagen, dass sich „I Know This Much is True“ sehr realistisch anfühlt. Hier sieht man, wie sich psychische Krankheiten über ein Leben entwickeln können und auch welche Auswirkungen alles auf die engere Verwandtschaft (hier: insbesondere auf den Zwillingsbruder) des Erkrankten haben kann. Das allein macht dieses Serien-Projekt schon zu einem hervorragenden, darüberhinaus bietet „I Know This Much is True“ nahezu makelloses Schauspiel. 

Ich möchte aber auch nicht vorenthalten, dass dieser Mehrteiler schwere Kost ist, für die meisten ist er wahrscheinlich sogar zu deprimierend. Selbst ich, die ich generell ein Faible für Dramen habe, musste das eine oder andere Mal schon schwer schlucken. Wenn es das Leben für einen wie Dominick sowieso nicht sonderlich gut meint, ihm alles gerade über den Kopf wächst, wird noch mal einer drauf gesetzt (exemplarisch dafür, als er am Ende einer Episode noch den Anruf von Ralph Drinkwater erhält). Dieser Mehrteiler deckt Familiengeheimnisse auf, zeigt aber auch ganz gut, wie das gesamte Leben für  Geschwister verlaufen kann, wenn ein Geschwisterteil „anders“, „psychisch auffällig““, und letztlich diagnostiziert „psychisch krank“ ist. Überhaupt glaube ich, dass das Leben für Zwillinge nicht einfach ist. Dominick beschreibt der Therapeutin Dr. Patel ein Mal ganz unmissverständlich, wie das Leben mit seinem Zwillingsbruder für ihn war bzw. ist (It’s like my brother has been an anchor around my entire life. Even before he got sick….An Anchor pulling me down. You know what I get? I get just enough rope to break the surface to breath). 

Doppelgänger-Rollen mit nur einem Schauspieler fand ich in der Vergangenheit oft schwierig. Zu offensichtlich sieht man die Tricks mit denen am Set gearbeitet wurde und man erkennt ein und denselben Schauspieler in der Doppelrolle. Hier ist das nicht so, insbesondre bei Dominick und Thomas als jüngere, aber noch mehr ältere Männer. Man könnte meinen, es wären jeweils zwei verschiedene Schauspieler. 

Mark Ruffalo hat vor den Dreharbeiten rund 10 Kilo an Gewicht verloren, dann wurde der erste Part dieser Mini-Serie mit ihm als Dominick gedreht. Er legte dann eine sechswöchige Pause ein, futterte sich derweil 20 Kilo an, um dann im zweiten Part der Dreharbeiten den übergewichtigen Zwillingsbruder Thomas zu spielen. Unabhängig von dem äußeren Erscheinungsbild, Mark Ruffalo gelingt es auch die eineiigen Zwillinge völlig unterschiedlich anzulegen, insgesamt ist es eine meisterhafte Performance. 

Meine Lieblingsszenen: 1. Nedras Auftritt bei Dominick zu Hause (Part 01 der Miniserie). Unglaublich authentisches Schauspiel von Juliette Lewis und Mark Ruffalo. Die Szene könnte sich genau so in der Realität zugetragen haben. 2. Das erste Aufeinandertreffen von Lisa Sheffer und Dominick (Part 02 der Miniserie), um ehrlich zu sein, auch alle weiteren Treffen der beiden. Ich mochte aber auch beispielsweise zwei musikalische Mini-Momente, in der ein Song die Stimmung setzt (Episode 02 Song „I Got a Name“ von Jim Croce und in Episode 06 als jmd. in dem Pflegeheim Simon & Garfunkels „Bridge over Troubled Water“ singt) 

Mein Lieblingscharakter: Zunächst einmal sind alle einzelnen Charaktere perfekt für die Welt von „I Know This Much is True“ gecastet. Ich mochte aber besonders die Sozialarbeiterin Lisa Scheffer. Als ich die Szene mit ihr und Dominick (Part 02 der Miniserie) das erste Mal sah, musste ich direkt nachschauen, wer denn diese fantastische Schauspielerin ist. Auf Rosie O´Donnell wäre ich im Leben nicht gekommen. Vielleicht ist es einfach zu lange her, dass ich sie in einem Spielfilm oder überhaupt als Schauspielerin gesehen habe. Die Sozialarbeiterin Lisa ist greifbar, real, leicht zynisch, aber hat das Herz am rechten Fleck. Mein zweiter Lieblingscharakter ist Nedra Frank, die Übersetzerin des italienischen Manuskriptes. Gespielt wird Nedra von der amerikanischen Schauspielerin Juliette Lewis. Wenn jemand durchgeknallt und doch als Person glaubhaft spielen kann, dann sie. Bei den wichtigsten Charakteren habe ich sie nicht extra aufgeführt, weil sie wirklich nur ca. vier Szenen hat. Eine dieser Szenen ist aber (s.o.) gleich einer meiner Lieblingsszenen. 

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

Dominick Birdsey ist 40 Jahre alt und arbeitet als Maler. Er renoviert Häuserfassaden. Dominick hat einen riesigen Rucksack an Problemen mit sich herumzutragen. Sein gesamtes Leben musste er sich bereits um seinen Zwillingsbruder Thomas kümmern, was er als sehr belastend empfand. Beide hatten eine schwere Kindheit mit einem gewalttätigen Stiefvater. Bei Dominicks Bruder Thomas wurde in jungen Jahren paranoide Schizophrenie festgestellt, seither lebt er in den verschiedensten Einrichtungen. Jetzt hat sich sein Bruder gerade mit einer Machete die rechte Hand abgetrennt, ein Opfer wollte erbringen. Dominick hat von seiner Mutter ein Manuskript seines Großvaters, einem italienischen Einwanderer, bekommen. Unbedingt möchte er mehr über die Familiengeschichte herausfinden, vielleicht bekommt er dabei auch Informationen darüber, wer der biologische Vater von Dominick und Thomas ist. Dominick und Thomas im Alter von 8 Jahren wurden von den amerikanischen Schauspiel-Zwillingen Donnie und Rocco Masihi gespielt. Die Brüder als Teenager und junge Männer hat nur ein Schauspieler übernommen. Brillant verkörpert der amerikanische Schauspieler Philip Ettinger (Indignation, First Reformed) die jungen Männer. Unglaublich gut gecastet, man könnte fast meinen, er ist mit Mark Ruffalo verwandt, so ähnlich sieht er ihm in dieser Mini-Serie. Den Hauptpart in dieser Serie übernimmt jedoch der amerikanische Schauspieler Mark Ruffalo. Wie sein Seriencharakter hat auch Mark Ruffalo italienische Wurzeln. Würde dieser Mehrteiler als Film ins Kino kommen, wäre ihm eine Oscar-Nominierung sicher. Er ist schlichtweg exzellent in dieser Doppelrolle. Ich weiß nicht mehr genau, wann mir  Ruffalo das erste Mal aufgefallen ist, rund 20 Jahre ist es aber sicher her. Er hat in unzähligen Filmen („You Can Count on Me“, „My Life Without Me“, Zodiac, The Brothers Bloom, Shutter Island, Dark Waters gespielt, dem Mainstream-Publikum ist er sicherlich vordergründig als HULK in den „The Avengers“-Filmen bekannt. Für seine Performance in The Kids Are All Right, Foxcatcher und Spotlight hat er jeweils eine Oscar-Nominierung erhalten. Außerdem hat er zwei Emmy-Nominierung als Schauspieler und Produzent des HBO-Films The Normal Heart, als Produzent hat er einen Emmy dafür gewonnen. Er wurde auch für einen Tony-Award für seine Performance in dem Theaterstück „Awake and Sing“ nominiert und hat sogar einen Grammy-Nominierung für das eingesprochene Album „Our Revolution: A Future to Believe In“.

Thomas Birdsey ist der Zwillingsbruder von Dominick. Er ist psychisch schwer erkrankt. Paranoide Schizophrenie wurde bei ihm diagnostiziert. Thomas ist sehr gläubig und hat sich im Alter von knapp über 40 in einer religiösen Wahnvorstellung mit einer Machete die rechte Hand abgeschnitten. Wer Thomas in den verschiedensten Lebenssituationen spielt, ist unter „Dominick Birdsey“ zu lesen. 

Lisa Sheffer ist die Sozialarbeiterin, die für Thomas und Dominick (gespielt von Mark Ruffalo) neu zuständig ist. Gespielt wird Lisa von der amerikanischen Comedian, Talk Show-Moderatorin, Produzentin und Schauspielerin Rosie O´Donnell. Sie hatte immer mal wieder TV-Rollen („Queer as Folk“, „Curb Your Enthusiasm“, „Nip/Tuck“) und war auch das eine oder andere Mal in Spielfilmen („Sleepless in Seattle“, „The Flintstones“) zu sehen, für mich ist sie aber eher als Moderatorin ihrer eigenen Talk-Show („The Rosie O´Donnell Show“) und später als Co-Moderatorin einer meiner Lieblingstalkshows „The View“ im Gedächtnis. Natürlich auch für ihre legendären, wortreichen Boshaftigkeiten, die sie mit Donald Trump seinerzeit ausgetauscht hat. Als Gastgeberin der Tonys im Jahr 1998 hat sie einen Emmy gewonnen. Weitere 11 Emmys hat sie für ihre Talk Show „The Rosie O´Donnell Show“ gewonnen. 8 weitere Nominierungen gesellen sich auch noch dazu und wie es aussieht könnte sie für ihre Performance in „I Know This Much is True“ auch für einen weiteren Emmy nominiert werden.

Dr. Patel ist Thomas´ neue Psychologin, die sich aber auch um Dominick (beide gespielt von Mark Ruffalo) kümmert. Dr. Patel wird von der englischen Schauspielerin Archie Panjabi (ich liebe diesen Namen) gespielt.  Mir kam sie wahnsinnig bekannt vor, Nachdem ich nachgeschaut habe, ist mir aufgefallen, dass ich sie erst kürzlich in der HBO-Serie Run gesehen habe. Eine Serie, die ich quasi parallel zu „I Know This Much is True“ geschaut habe. Sie hat auch in vielen anderen TV-Serien mitgespielt, u.a. hatte sie eine Hauptrolle in „The Good Wife“, sie hat vor vielen Jahren in „Bend It Like Beckham“ mitspielt und seither auch kleinere Auftritte in Spielfilmen (u.a. A Mighty Heart, The Disappearance of Eleanor Rigby: Them). Für ihre Performance in „The Good Wife“ wurde sie drei Mal für den Emmy nominiert, einen Emmy hat sie davon gewonnen. 

Dessa ist die Ex-Frau von Dominick (gespielt von Mark Ruffalo). Sie wird von der amerikanischen Schauspielerin Kathryn Hahn gespielt. Bekannt wurde sie durch ihre erste große Rolle in der TV-Serie „Crossing Jordan“. Seither hat sie in vielen TV-Serien (u.a. „Parks and Recreation“, The Newsroom, Transparent) mitgespielt und war auch in einigen Spielfilmen (u.a. Step Brothers, Our Idiot Brother, „Captain Fantastic“ zu sehen. Für ihre Performance in „Transparent“ wurde sie für den Emmy nominiert. 

„I Know This Much is True“ ist für einige Emmy-Nominierungen im Gespräch, u.a. Best Limited Series, Actor, Limited Series/Movie (Mark Ruffalo) Supporting Actress, Limited Series/movie (Rosie O´Donnell), etc. Update: „I Know This Much is True“ wurde für einen Emmy (Best Actor/Limited Series für Mark Ruffalo) nominiert. 

„I Know This Much is True“ wurde erstmalig v. 10.05.20 – 14.06.20 auf HBO ausgestrahlt. Parallel  lief dieser Mehrteiler auch erstmalig in Deutschland bei Sky. 

Trailer zu sehen: 

 

Chicago – Film: „Novitiate“

Ich war am 23.11.17 in Chicago und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Novitiate“ 123 min drama
dir. Margaret Betts cast: Margaret Qualley, Dianna Agron, Melissa Leo, Julianne Nicholson, Morgan Saylor, Denis O´Hare

 

In den 1960er Jahren. Cathleen (Margaret Qualley) ist nicht religiös aufgewachsen, sie hat aber eine katholische Schule besucht. Im Alter von 17 Jahren entscheidet sie sich – sehr zum Entsetzen ihrer Mutter (Julianne Nicholson) – ins Kloster zu gehen. In der Klosterausbildung (dem Noviziat) von anderthalb Jahren soll herausgefunden werden, ob die jungen Nonnenschülerinnen überhaupt geeignet sind, ihr Leben in der Ordensgemeinschaft zu verbringen. Die strenge Ordensmutter Marie St. Clair (Melissa Leo) hat derweil ganz andere Sorgen, es erreicht sie die Information über das Zweite Vatikanum, die katholische Kirche will sich verändern…

 

B- (Wertung von A bis F) „Novitiate“ ist der erste abendfüllende Spielfilm, bei dem die amerikanische Filmemacherin Margaret Betts („The Carrier“) Regie führte.

Ich mag Filme, die mir eine Welt zeigen, von der ich so gut wie gar nichts weiß. Diese Filme haben immer einen Lerneffekt und im besten Fall habe ich am Ende des Films ein besseres Verständnis für das Leben in dieser Welt. „Novitiate“ ist nicht sonderlich erfolgreich dabei, mir klarzumachen, warum sich diese jungen Mädchen entschließen, ins Kloster zu gehen und dort ein Leben lang bleiben wollen. Ich finde es höchst absurd, Gott heiraten und im Kloster leben zu wollen und hätte gerne irgendwo nachvollziehbare Beweggründe dieser Mädchen erfahren. Der Film konzentriert sich jedoch auf den Alltag der heranwachsenden Nonnenschülerinnen unter dem strengen Regime der Mutter Oberin Marie St. Clair (gespielt von Melissa Leo). Das Leben im Kloster ist für die jungen Frauen nicht einfach, einige werden aussortiert, ich habe aber die ganze Zeit darauf gewartet, dass die Klosterschülerinnen selbst zur Besinnung kommen. Reinversetzen konnte ich mich einzig in Julianne Nicholsons Charakter, die hilflos dabei zusehen muss, wie sich ihre Tochter ins Extreme flüchtet.

Der Film wirkt sehr langgezogen. Ich mochte auch die Hauptdarstellerin Margaret Qualley (übrigens die Tochter von der amerikanischen Schauspielerin Andie MacDowell) nicht sonderlich.

Die Oscar-Gewinnerin Melissa Leo spielt hier die Leiterin der Ordensgemeinschaft, die die Reformen der katholischen Kirche ablehnt. Melissa Leo (The Fighter, Prisoners) hat einfach diese angsteinflössende Präsenz und spielt hier erwartungsgemäß exzellent.

„Novitiate“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Margaret Qualley), Beste Nebendarstellerin (Melissa Leo), Bestes Originaldrehbuch

„Novitiate“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2017 gezeigt. Dort wurde die Filmemacherin für den Special Jury Award for Breakthrough Director  ausgezeichnet. Der Film ist am 27.10.17 in drei amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er dort landesweit in 163 Kinos. Für Deutschland ist bislang noch kein Kinostart geplant.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Shape of Water„
Bewertung des Trailers: A- (Redband-Trailer)
Kommentar: Guillermo del Toros neuer Film mit Sally Hawkins und Michael Shannon
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen

Trailer v. Film: „I, Tonya„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Margot Robbie als Tonya Harding – unglaublich wie furchtbar sie aussehen kann. Und ja klar, allein vom Trailer schon mind. eine Oscar-Nominierung für Allison Janney
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Downsizing„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Alexander Paynes neuer Film soll problematisch sein, vom Trailer her sieht er aber wirklich gut aus
Wie oft schon im Kino gesehen: 6 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Darkest Hour„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Joe Wrights neuer Film. And the Oscar goes to … Gary Oldman oder doch nicht?
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen

Trailer v. Film: „Call Me by Your Name„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Luca Guadagninos neuer Film, Oscar-Kandidat
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue:  habe ich bereits auf der Berlinale gesehen

Trailer v. Film: „The Leisure Seeker„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Drama mit Donald Sutherland und Helen Mirren
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

NYC – Film: „Snowden“

Ich war am 29.09.16 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

 

„Snowden“ (dt. Kinostart war der 22.09.16)     134 min  drama, adaptation, biopic, thriller
dir. Oliver Stone cast: Joseph Gordon-Levitt, Shailene Woodley, Melissa Leo, Zachary Quinto, Tom Wilkinson, Scott Eastwood, Timothy Olyphant, Ben Schnetzer, Rhys Ifans, Nicolas Cage

 

 

Am 3.6.2013 traf sich Edward Snowden (Joseph Gordon-Levitt) mit der amerikanischen Dokumentarfilmerin Laura Poitras (Melissa Leo) und den Journalisten Glenn Greenwald (Zachary Quinto) und Ewen MacAskill (Tom Wilkinson) in Hongkong. Zu dem Zeitpunkt hat der IT-Spezialist sein gesamtes Leben in den U.S.A. hinter sich gelassen und befindet sich auf der Flucht. Edward Snowden übergibt den Journalisten geheime Dokumente, die die Überwachungspraktiken des amerikanischen und des britischen Geheimdienstes enthüllen und erzählt von seinem Leben…

 

 

C (Wertung von A bis F) „Snowden“ basiert auf Luke Hardings „The Snowden Files“ und Anatoly Kucherenas „Time of the Octopus“. Der Film dramatisiert die tatsächlichen Vorgänge zwischen den Jahren 2004 und 2013. Das fiktionale Porträt über Edward Snowden ist der neue Film des Regisseurs Oliver Stone („Wall Street“, „JFK“,W. Savages). Es ist eine deutsch-amerikanische Koproduktion.

Für die meisten Europäer ist Edward Snowden ein Held, viele U.S.-Amerikaner sehen das etwas anders. Kein Studio in den U.S.A. wollte Oliver Stones Film über den Whistleblower finanzieren. Der amerikanische Filmemacher sieht ihn ganz klar als Helden und versucht mit diesem Film, auch andere – vorwiegend seine Landsleute – davon zu überzeugen, dass er kein Verräter ist.

 
Oliver Stone hat wirklich gute und wichtige Filme geschaffen, „Snowden“ ist leider keiner von denen. Der Beziehungsgeschichte zwischen Ed Snowden und seiner Freundin (gespielt von der weder mit Schönheit noch Talent gesegneten Shailene Woodley) wird viel zu viel Platz eingeräumt. Diese junge Frau ist wirklich nicht im Geringsten interessant und so langweilt der Film auch über weite Strecken. Auch wenn der Doku-Thriller Citizenfour nur das Treffen mit den Journalisten und Laura Poitras zeigt und nicht sein gesamtes Leben beleuchtet, ist es ein wesentlich besserer Film über die Persönlichkeit Edward Snowden.

Das Beste an dem Film ist tatsächlich Joseph-Gordon Levitts und Melissa Leos Performance. Joseph Gordon-Levitt  sieht Edward Snowden nicht nur erschreckend ähnlich, wer sich Originalaufnahmen von ihm angeschaut hat, wird feststellen, dass er auch so spricht. Das freut mich besonders nach dem Sprachendesaster, dass JGL im letzten Jahr mit The Walk hingelegt hat. Oscar-Gewinnerin Melissa Leo (The Fighter, Prisoners) schlüpft wieder mal in eine Rolle und ward bis zum Ende des Films nicht mehr gesehen – das ist eine perfekte Performance.

 
„Snowden“ war für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Joseph Gordon-Levitt)

„Snowden“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2016 gezeigt.

 
Trailer zu sehen:

 
vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Bleed for This„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Biopic über den Boxer Vinny Paz mit Miles Teller und einem Aaron Eckhart, den ich nie erkannt hätte
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 
Trailer v. Film: „Keeping Up with the Joneses„
Bewertung des Trailers: C (neuer Trailer)
Kommentar: Actionkomödie mit Jon Hamm, Isla Fisher und Zach Galifianakis (der so viel abgenommen hat, dass man ihn kaum erkennt)
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: also eher nicht

Trailer v. Film: „Bad Santa 2„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Fortsetzung zu einem Film, den ich liebe. Wieder mit Billy Bob Thornton, aber auch Kathy Bates
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Inferno„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Mal wieder eine Dan-Brown-Verfilmung mit Tom Hanks
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Girl on the Train„
Bewertung des Trailers: F
Kommentar: Dieser Trailer ist ein unfassbarer Spoiler-Trailer. Bei mind. 80% RT gucke ich den Film.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „The Accountant„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Actionthriller mit Ben Affleck, J.K. Simmons, John Lithgow, etc.
Wie oft schon im Kino gesehen: 5 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 
Trailer v. Film: „Doctor Strange„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Ich bin ja von Marvel-Superhelden-Kram gelangweilt, aber der sieht in meiner Welt irgendwie cool aus. Außerdem spielen Benedict Cumberbatch, Tilda Swinton, Michael Stuhlbarg, Mads Mikkelsen, etc. mit.
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

amerikanisches Filmplakat von "Snowden"
amerikanisches Filmplakat von „Snowden“

 

San Francisco – Film: „The Big Short“

Ich war am 02.01.16 in San Francisco und am 11.01.16 in Washington und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„The Big Short“ (dt. Kinostart: 14.01.16) 130 min drama, comedy, adaptation, biopic
dir. Adam McKay cast: Christian Bale, Steve Carell, Ryan Gosling, Brad Pitt, Melissa Leo, Marisa Tomei, Rafe Spall, Jeremy Strong, John Magaro, Finn Wittrock, Tracy Letts, Margot Robbie, Selena Gomez

 

New York im Jahr 2005. Der Hedgefonds-Manager und Analyst Dr. Michael Burry (Christian Bale) findet heraus, dass die riskante Kreditvergabe für Immobilien früher oder später zu einem Finanzkollaps führen wird. Er realisiert, mit welchen Investitionen aus der drohenden Immobilien- und Finanzkrise profitiert werden kann.

Der Wertpapierhändler der Deutschen Bank, Jared Vennett (Ryan Gosling), hat von Burrys Investitionsplänen erfahren und möchte auch ein Stück von dem Kuchen abhaben. Er versucht den Trader Mark Baum (Steve Carell) und sein Team zu überzeugen, gegen das Finanzsystem zu wetten.

Die jungen ambitionierten Spekulanten Charlie Geller (John Magaro) und Jamie Shipley (Finn Wittrock) erfahren auch von der Immobilienblase und ziehen Jamies Nachbarn, den ehemaligen Top-Wertpapierhändler Rickert (Brad Pitt) ins Vertrauen.

B (Wertung von A bis F) „The Big Short“ basiert auf dem gleichnamigen Bestseller von Michael Lewis. Der Film beruht vage auf wahren Begebenheiten. Die Handlung erklärt wie es zu dem Platzen der Immobilienblase und dem weltweiten Bankencrash im Jahr 2008 kam und erzählt wie einige wenige, die das vorausgesehen haben, davon finanziell profitiert haben.

Es ist der neue Film von Adam McKay, der sich zuvor ausschließlich mit Komödien (Anchorman: The Legend of Ron Burgundy, Step Brothers, The Other Guys) einen Namen gemacht hat. „The Big Short“ ist sein erstes Drama, auch wenn es kein reines Drama ist.

Der Regisseur Adam McKay nutzt alle bekannten Regietricks, um seine komplizierte Story und die, mir so verhasste Finanzwelt unterhaltsam zu inszenieren. Er setzt mit seinem Film alles dran, cool und smart zu sein. Vielleicht kann man diesen drögen Stoff einem Mainstream-Publikum nicht anders vermitteln. Mir wirkte es aber mitunter zu aufgesetzt. Es ist originell aber auch irritierend wenn eine Traumfrau wie Margot Robbie (The Wolf of Wall Street) champagnerschlürfend in einem Schaumbad liegt und einem erklärt was Ramschhypotheken sind.
Ich mochte die Macho-Sprüche und die schnellen Schnitte, aber dann, als der Film etwas mehr in sich ruht, war er mir zu langgezogen. Der eine oder andere Charakter trägt sonderbare Frisuren oder Perücken, mich hat das rausgebracht, genauso wie Melissa Leos verwirrend seltsame Brille. Mir war auch nicht klar, was der Film eigentlich sein wollte, etwas Dokumentation, etwas Drama und etwas Komödie/Satire. Wenn man keine Ahnung von den Geschehnissen, die zu der Finanzkrise geführt haben, hat, ist „The Big Short“ sicher auch lehrreich.

„The Big Short“ ist ein Film über Außenseiter. Einen Helden sucht man in dem Film natürlich vergebens – wie auch – wenn es um gierige und skrupellose Banker und Spekulanten, Banken und Ratingagenturen geht. Für mich war Christian Bales Charakter, Dr. Michael Burry, noch am ehesten so etwas wie ein Sympathieträger. Dr. Burry ist Neurologe und wechselte aus Langeweile in die Finanzbranche. Er analysierte den Immoblienmarkt, entdeckte Fehler im System und war einer der Ersten, der die Immobilienblase, die später zu dem Bankencrash führte, erkannte. Christian Bale spielt den, an dem Asperger-Syndrom leidenden, exzentrischen, nuschelnden und leicht stotternden Dr. Burry auf eindrucksvolle Weise. Auch war Ryan Gosling wieder mal ein Hingucker. Ich war angewidert und fasziniert zugleich von diesem solariumgebräunten, schmierigen Jared Vennett, stelle ich mir doch genau so einen Banker aus dieser Zeit vor. Mir hat auch der kaugummikauende Vinny (Jeremy Strong) aus Steve Carells Team gefallen. Ansonsten ist „The Big Short“ ein Ensemble-Film und jeder erfüllt seine Aufgabe.

Wie man vielleicht herauslesen kann, bin ich etwas hin- und hergerissen von dem Film. Im Moment werden „The Big Short“ sogar sehr gute Chancen auf den Oscar-Gewinn als bester Film eingeräumt, daher werde ich ihn mir die Tage nochmal anschauen. Ich werde davon berichten.

B+ (Wertung von A bis F) Bei der zweiten Sichtung ist tatsächlich der Funke übergesprungen. Ich liebe weite Teile des Films. Der Film ist aber nicht perfekt und ich fand ihn auch immer noch zu lang. Beinahe wäre er in meiner Top Ten gelandet.

„The Big Short“ wurde erstmalig zum AFI Fest 2015 gezeigt. Bevor der Film gezeigt wurde, hatte ihn kein Oscar-Experte so richtig als ernstzunehmenden Oscar-Anwärter auf dem Schirm. Mittlerweile wurde der Film von den so wichtigen Filmpreisen innerhalb der Filmindustrie (SAG, PGA, WGA) nominiert. Es ist davon auszugehen, dass „The Big Short“ auch eine Oscar-Nominierung als bester Film erhält. Ich sehe „The Big Short“ neben Spotlight sogar mittlerweile als Favorit auf den Oscar-Gewinn als bester Film. „The Big Short“ hat vier Golden Globe-Nominierungen (Bester Film, Comedy, Bester Hauptdarsteller, Comedy Christian Bale und Steve Carell und Bestes Drehbuch) und sogar fünf BAFTA-Nominierungen (Bester Film, Beste Regie, Bestes adaptiertes Drehbuch, Bester Nebendarsteller, Christian Bale und Bester Schnitt) erhalten.

„The Big Short“ ist für folgende Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Film, Beste Regie, Bester männlicher Haupt- (oder Neben-) darsteller (Steve Carell), Bester männlicher Nebendarsteller (Christian Bale, Beste weibliche Nebendarstellerin (Melissa Leo, Marisa Tomei), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien.

 „The Big Short“ hat 5 Oscar-Nominierungen (Bester Film, Beste Regie, Bester Nebendarsteller Christian Bale, Bestes adaptiertes Drehbuch und Bester Schnitt) erhalten.

Update: „The Big Short“ hat einen Oscar (Bestes adaptiertes Drehbuch) gewonnen.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Finest Hours„
Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer)
Kommentar: Disney-Katastrophen-Mist
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Revenant„
Bewertung des Trailers: A- (neuer Trailer)
Kommentar: Alejandro González Iñárritus neuer Film mit Leonardo DiCaprio und Tom Hardy.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Boss„
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: Komödie mit Melissa McCarthy
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Risen„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Historienfilm mit dem nicht so guten Fiennes
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Everybody Wants Some„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Richard Linklaters neuer Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Zoolander No. 2„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Das erste Mal, dass ich einen Trailer im Kino sehe. Ich liebe den ersten „Zoolander“ also muss ich mir den auch anschauen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Nice Guys„
Bewertung des Trailers: A- (Redband Trailer)
Kommentar: Shane Blacks neuer Film mit einem ziemlich angedickten Russell Crowe und Ryan Gosling
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Filmplakat von "The Big Short" in der New Yorker U-Bahn
Filmplakat von „The Big Short“ in der New Yorker U-Bahn

 

NYC – Film: "Prisoners"

Ich war am 22.09.13 in New York und habe mir im Kino angeschaut:

„Prisoners“ (dt. Kinostart: 10.10.13) 146 min thriller
dir. Denis Villeneuve cast: Hugh Jackman, Jake Gyllenhaal, Viola Davis, Maria Bello, Terrence Howard, Melissa Leo, Paul Dano

An Thanksgiving sind Keller (Hugh Jackman), seine Frau Grace (Maria Bello) und die beiden Kinder bei ihren Nachbarn, der Birch-Familie eingeladen. Als die beiden kleinen Töchter der Familien verschwinden, wird schnell der Besitzer eines weißen Wohnmobils verdächtigt. Detective Loki (Jake Gyllenhaal) verhört den geistig zurückgebliebenen Alex (Paul Dano), der muss aber bald aus Mangel an Beweisen wieder freigelassen werden. Die Mädchen bleiben spurlos verschwunden. Keller ist felsenfest davon überzeugt, dass Alex die beiden Kinder entführt hat und unternimmt etwas auf eigene Faust, Detective Loki ermittelt hingegen in verschiedene Richtungen…

B- (Wertung von A bis F) Ich glaube, ich bin wieder einmal mit den falschen Erwartungen ins Kino gegangen. Von dem Toronto International Film Festival hat man nur Gutes von „Prisoners“ gehört. „12 Years a Slave“ hat zwar dort überraschend den Publikumspreis gewonnen, aber auf Platz 3 (nach „Philomena“) ist jedoch schon der Film „Prisoners“ gelandet.

Die ganze „Der-Familienvater-dreht-völlig-durch“-Geschichte ist absurd, völlig überzogen und fast ärgerlich. Das hätte man auf ein Minimum beschränken können und dafür etwas mehr über die Protagonisten erzählen können. Auch überschattet diese Story eine eigentlich ganz packende Entführungsgeschichte. Auch wenn der Film in meinen Augen viel zu lang ist, hat er einige gute Spannungsmomente, gescheite, nicht immer vorhersehbare Wendungen und ein gelungenes Ende. Auch ist die Kameraarbeit hervorragend, was nicht groß verwundert, weil dafür Roger Deakins, einer der besten Kameramänner Hollywoods und Lieblingskameramann der Coen Bros., verantwortlich ist.

Durch diesen Film habe ich wieder einmal festgestellt, dass Hugh Jackman einfach kein guter Schauspieler ist. Auch wenn er sich – wie hier – noch so sehr anstrengt. Schauspielerisch empfand ich Jake Gyllenhall („Brokeback Mountain“,“ Jarhead“, Source Code, End of Watch) herausragend. Er wird ein zunehmend besserer Schauspieler. Melissa Leo (The FighterMildred Pierce, Flight) ist erneut kaum zu erkennen, was nur zeigt wie wandelbar sie ist. Sie sehe ich mittlerweie immer als Bereicherung für einen Film.

„Prisoners“ ist in meinen Augen kein Oscar-Film. Wenn jemand aus dem Ensemble nominiert werden sollte, dann Jake Gyllenhaal und vielleicht Melissa Leo. Jakes Rolle sehe ich als Hauptrolle, eine Oscar-Kampagne wird für ihn jedoch für die beste Nebenrolle geführt.

Regisseur Denis Villeneuve hat mich vor ein paar Jahren mit seinem, für den Oscar nominierten, Film „Incendies“ überrascht. Auch wenn ich seinerzeit etwas zu mäkeln hatte, ist er so intensiv, dass er mir bis heute nicht aus dem Kopf geht,

„Prisoners“ wurde in einem sneak screening auf dem Telluride Film Festival gezeigt, offiziell lief er erstmalig auf dem Toronto International Film Festival.

„Prisoners“ ist derzeit im Gespräch für folgende Oscar-Nominierungen: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Hugh Jackman), Bester Nebendarsteller (Jake Gyllenhaal) Bestes Originaldrehbuch, Beste Kameraführung

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Gravity“
Bewertung des Trailer: B- (erster Trailer)
Kommentar: Alfonso Cuaróns neuer Film mit Sandra Bullock und George Clooney. Oscar-Film, den ich unbedingt in IMAX gucken muss.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Her“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Spike Jonzes neuer Film mit Joaquin Phoenix, Amy Adams und Rooney Mara. Oscar-Film? Joaquin macht wieder einen fantastischen Eindruck
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Fifth Estate“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Biopic über WikiLeaks Julian Assange. War mal als Oscar-Film im Gespräch, nach den ersten Screenings nicht mehr so. Mit Benedict Cumberbatch, Daniel Brühl, Stanley Tucci.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Nebraska“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: War mal für den Oscar im Gespräch, dann hat man nicht mehr so viel davon gehört. Ich habe jetzt den Trailer das erste Mal gesehen und für mich ist das ein Oscar-Film. Bruce Dern macht im Trailer schon einen nominierungswürdigen Eindruck.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Dallas Buyers Club“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Biopic und Oscar-Film mit Matthew McConaughey und Jared Leto
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

L.A. – Film: "Olympus Has Fallen"

Ich war am 26.03.13 in Los Angeles und habe mir im Kino angeschaut:

„Olympus Has Fallen“ (dt. Kinostart: 13.06.13) 120 min action
dir. Antoine Fuqua cast: Gerard Butler, Aaron Eckhart, Morgan Freeman, Robert Forster, Ashley Judd, Melissa Leo, Dylan McDermott, Radha Mitchell, Angela Bassett, Finley Jacobsen

Mike Banning (Gerard Butler) arbeitete beim Secret Service und war, als Leiter der Leibgarde, einer der engsten Mitarbeiter des amerikanischen Präsidenten Benjamin Asher (Aaron Eckhart). Als es zu einem tragischen Unfall kommt, wird er in den Innendienst versetzt. Es vergehen 1 1/2 Jahre. Der amerikanische Präsident bekommt Besuch von dem südkoreanischen Premierminister. Während des Staatsbesuches wird auf Washington D.C. ein schwerer Anschlag verübt. Der Secret Service bringt den Präsidenten, seine Außenministerin (Melissa Leo) und seinen Staatsgast samt Entourage im Bunker des Weißen Hauses in Sicherheit. Die Terroristen nehmen das Weiße Haus in Beschlag. Mike gelingt es irgendwann, sich ins Weiße Haus zu schleichen…

B- (Wertung von A bis F) An „Olympus Has Fallen“ hatte ich tatsächlich die geringsten Erwartungen. Entsprechend überrascht war ich, wie actionreich, brutal und wahnsinnig spannend der Film ist. Auch wenn hier vieles unglaublich unlogisch ist, seit dem immensen terroristischen Anschlag, dieser einhergehenden Zerstörung, der Schockstarre und der Hilflosigkeit der amerikanischen Regierung, Polizei und Armee war ich von der Handlung völlig in den Bann gezogen. Wie würden die U.S.A. auf so einen unvorstellbaren Anschlag reagieren? Im Film bekommt man dann drei Ausgangspunkte (Pentagon, Bunker des Weißen Hauses und das Weiße Haus selbst) gezeigt. Die ersten beiden Situationen fand ich noch unrealistischer als die letzte. Die Mitarbeiter des Pentagon wirken unbeteiligt, es dauert ewig bis sie reagieren, zu der eigentlichen Situation im Bunker wäre es nie gekommen und auch im Weißen Haus ist natürlich nicht alles glaubwürdig (so wären beispielsweise die Passwörter in den letzten 1 1/2 Jahre selbstverständlich geändert worden) Aber gut, ich will nicht kleinlich sein. Ist halt ein Actionfilm mit vielen Logiklöchern.

So fertig Gerard Butler auch mittlerweile aussieht, er macht sich gut als Bruce Willis-Ersatz. Er ist seit jeher besser in einem Actionfilm aufgehoben, als in den ganzen unsäglichen RomComs, in denen er glaubt, mitspielen zu müssen.

Ashley Judd („Kiss the Girls“, „Double Jeopardy“, „De-Lovely“, Bug) hat hier eine kleine Rolle. Ich mochte sie immer sehr gerne. Seit „Bug“ habe ich sie aber nirgendwo mehr gesehen. Jetzt ist mir aufgefallen, wie künstlich ihr Gesicht wirkt, ich vermute, dass sie etwas hat machen lassen. Offensichtlich ist die Schauspielerin auch mehr an einer politischen Karriere bei den Demokraten interessiert. In den U.S.A. wird vermutet, dass sie demnächst bekanntgibt, ob sie als Senatorin von Kentucky kandidieren wird.

Etwas was bei mir tatsächlich negativ hängenblieb, hat auch mal wieder mit der Besetzung eines Schauspielers zu tun. Aaron Eckhart habe ich nun gar nicht den amerikanischen Präsidenten abgenommen. Insbesondere wenn ein Morgan Freeman, der eine entsprechende präsidiale Ausstrahlung hat, ebenso im Film mitspielt (gut, später im Film konnte ich mich dann doch etwas entspannter zurücklehnen)

„Olympus Has Fallen“ könnte man am Besten als Roland Emmerichs „Die Hard“ ohne Bruce Willis beschreiben. Roland Emmerich hat nun aber diesen Film nicht inszeniert, mir kam es halt nur so vor. Merkwürdigerweise kommt in drei Monaten, also Ende Juni 2013, tatsächlich Roland Emmerichs neuer Film in die amerikanischen Kinos. Der Zufall will es, dass die Handlung der von „Olympus Has Fallen“ sehr ähnelt und sogar Emmerichs Filmtitel („White House Down“) ist in der Bedeutung praktisch identisch. In „Olympus“ habe ich mich nun bereits darüber ausgelassen, wie man Aaron Eckhart als Präsident der Vereinigten Staaten besetzen kann. Wie ich jetzt recherchiert habe, hat Mr. Emmerich Jamie Foxx als U.S. Präsident besetzt. Na bravo! Warum denn nicht gleich SpongeBob? Ich kann heute tatsächlich noch nicht sagen, ob ich mir diesen Film dann angucken werde.

In meiner recht gut besuchten „Olympus“-Vorstellung im liberalen Kalifornien wurde mehrmals Szenenapplaus gegeben und auch zum Schluss wurde applaudiert.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Tyler Perry Presents Peeples“
Bewertung des Trailers: D
Kommentar: Der Filmtitel sagt alles, ich bin aber auch sicher nicht das Zielpublikum.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „42“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Baseball-Biopic mit Harrison Ford und Christopher Meloni. Da ich nicht wusste, dass Harrison Ford hier mitspielt, ich ihn in diesem Film auch nicht vermutet habe, er nirgendwo im Trailer genannt wird, habe ich ihn auch nicht erkannt.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Fast & Furious 6“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Die letzten 5 habe ich bisher nicht gesehen. In Fast 6 spielen: Vin Diesel, Dwayne Johnson, Paul Walker, Michelle Rodriguez, Gina Carano
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „After Earth“
Bewertung des Trailers: B- (neuer Trailer)
Kommentar: M. Night Shyamalans neuer Film mit Will Smith und seinem Gör
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Internship“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Komödie mit Vince Vaughn, Owen Wilson, Rose Byrne und John Goodman
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 30%

Trailer v. Film: „The Place Beyond the Pines“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Neuer Film mit Ryan Gosling. Ist in meiner Must-See-Liste für 2013
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

San Francisco – Film: "Flight"

Ich war am 02.11.12 in San Francisco und habe mir im Kino angeschaut:

„Flight“ (dt. Kinostart: 24.01.13) 138 min drama
dir. Robert Zemeckis cast: Denzel Washington, Don Cheadle, Kelly Reilly, John Goodman, Bruce Greenwood, Melissa Leo

Whip Whitaker (Denzel Washington) ist Kapitän einer Fluggesellschaft. Auf einem Flug von Orlando nacht Atlanta gerät den Piloten das Flugzeug außer Kontrolle. Nach einer eigentlichen aussichtslosen Situation schafft es Whip Whitaker, den Flieger notzulanden. Wie durch ein Wunder werden beinahe alle Passagiere und Crew-Mitglieder gerettet. Whip wird als Held gefeiert. Dann ziehen aber dunkle Wolken am Himmel auf, als sich herausstellt, dass bei ihm Alkohol und Kokain im Blut gefunden wurde…

C- (Wertung von A bis F) „Flight“ ist von Anfang bis Ende ein Hollywood-Film, für mich im schlechtesten Sinne.

Die Szenen im Flugzeug und auch der Flugzeugabsturz sind so unrealistisch wie sie nur Hollywood erfinden kann. (Dazu beziehe ich, nach den vorgeschalteten Trailern, zu drei Punkten etwas genauer Stellung*) Gut, sicherlich sehe ich die Flugsituationen in Filmen immer kritischer als der normale Kinozuschauer. Etwas künstlerische Freiheit stehe ich den Filmemachern auch zu. Aber die gezeigte Situation ist schlichtweg falsch und da habe ich nicht mal darüber angefangen, dass bei diesem gezeigten Wetterbedingungen weder die Lotsen noch die Piloten aus Sicherheitsgründen den Flieger hätten starten lassen. Über die eigentliche Notlandung hülle ich mich lieber ganz in Schweigen. Das Ganze nimmt auch nur ungefähr die ersten zwanzig bis dreißig Minuten des Films ein, die meisten Zuschauer finden diese Sequenz wahrscheinlich wirkungsvoll und atemberaubend.

Nun gut, hauptsächlich geht es in diesem Drama aber um einen Menschen, der alkoholkrank ist und seine Finger auch von anderen Drogen nicht lassen kann. Einen Tag zuvor habe ich noch das solide Portrait einer Alkoholikerin mit „Smashed“ gesehen. Alles was Mary Elizabeth Winstead da glaubhaft vermittelt, gelingt Denzel Washington meines Erachtens überhaupt nicht. Ich glaube, Denzel Washington steht sein Bekanntheitsgrad und seine zu große Präsenz im Weg. Vergleichbar vielleicht mit Tom Hanks heutzutage. Der kann auch nicht mehr hinter einer Filmfigur förmlich „verschwinden“ oder diese sein. Egal wie dick die Schminke aufgetragen ist (siehe Cloud Atlas) man sieht jederzeit Tom Hanks. So verhält es sich auch mit Denzel Washington. Das Talent spielt dann sicherlich auch rein, so habe ich in den Szenen mit Denzel Washington und Don Cheadle gesehen, dass Don Cheadle der eindeutig bessere Schauspieler ist. Der ist auch viel wandelbarer und ich hätte mir gewünscht, dass er die Hauptrolle gespielt hätte.

Denzel Washingtons Performance ist okay, aber fern davon nominierungswürdig zu sein. Derzeit ist er bei vielen Oscar-Analysten in der Top 5 der Favoritenliste. Von den von mir bereits gesehenen Performances dieses Jahr hätten es eher Frank Langella für Robot & Frank, Tommy Lee Jones für Hope Springs, Jean-Louis Trintignant für Amour oder meinetwegen auch Jack Black für Bernie verdient.

Einen wirklich guten Eindruck haben bei mir, wie gesagt, Don Cheadle, aber auch John Goodman hinterlassen. Bei beiden Schauspielern würde ich eine Nominerung befürworten. John Goodman ist in „Flight“ nur zweimal kurz zu sehen, wahrscheinlich ist seine Rolle (wie schon in Argo) zu klein, um ihn für die Beste Nebenrolle zu nominieren. Diese beiden Szenen sind aber die besten im Film.

Seitdem es wieder zehn bzw. bis zu zehn Filme gibt, die von der Academy für den Oscars als Bester Film nominiert werden, kommt es in einer Regelmässigkeit zu einer Nominierung von Filmen, die den Geschmack der Allgemeinheit treffen. Bei diesen Filmen, kann man sich im Prinzip berieseln lassen. Zum Nachdenken sollen solche Filme nicht anregen. Die Gefühle, die man für die Charaktere oder die Handlung empfinden soll, bekommt man praktisch auf dem Silbertablett präsentiert. Man weiß eigentlich immer genau, was in der nächsten Szene passiert. Gerne kommt auch das Thema Glaube und Religion irgendwo – mal mehr, mal weniger dominant – vor und der Soundtrack, wie in „Flight“ erfreut wahrscheinlich die meisten Zuschauer. Im Filmjahr 2011 war es The Help, im Filmjahr 2009 war es The Blind Side und für das Filmjahr 2012 wird es, wenn es richtig schief läuft, „Flight“ sein.

„Flight“ wurde erstmalig auf dem New York Film Festival 2012 gezeigt.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Guilt Trip“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Komödie mit Barbra Streisand und Seth Rogen als Mutter und Sohn. Das passt.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Jack Reacher“
Bewertung des Trailers: B- (neuer Trailer)
Kommentar: Action mit Tom Cruise. Im neuen Trailer habe ich gesehen, dass Werner Herzog mitspielt. Das ist für mich eigentlich schon ein Grund, den Film zu sehen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 30%

Trailer v. Film: „Promised Land“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Gus Van Sants neuer Film mit Matt Damon, Frances McDormand, John Krasinski
Wie oft schon im Kino gesehen: 1x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Silver Linings Playbook“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: David O. Russells neue Tragikomödie mit Bradley Cooper, Jennifer Lawrence, Jacki Weaver und Robert De Niro. Der Film gilt immer noch als einer der Oscar-Favoriten, mal gucken wieviele Schauspieler es schaffen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Life of Pi“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Ang Lees Romanverfilmung, Film gilt als Oscar-Favorit.
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Lincoln“
Bewertung des Trailers: C (neuer Trailer)
Kommentar: Steven Spielbergs neuer Film über Abraham Lincoln. Film gilt als Oscar-Favorit, Daniel Day-Lewis auch. Der neue Trailer ist nicht gut, erinnert mich visuell und musikalisch zu sehr an Spielbergs letzten Film „War Horse“
Wie oft schon im Kino gesehen: 1x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

*(Wie sicherlich auch jeder Nicht-Vielflieger weiß, hat sich die Fliegerei seit dem 11.September 2001 drastisch verändert. 1.) Die Cockpittür ist stets verschlossen, förmlich verbarrikadiert. Der Pilot würde demnach nie, insbesondere bei den noch strengeren amerikanischen Sicherheitsvorkehrungen seitens der FAA, seine Ansage in der Bordküche mit Blick in die Kabine vornehmen. 2.) Bei einem plötzlichen Druckabfall, wie es hier definitiv der Fall war, fallen automatisch Sauerstoffmasken aus der Kabinendecke. Das erfährt man als Passagier schon in der Sicherheitsvorführung vor dem Start. Hier fallen weder Sauerstoffmasken, noch greift die Crew in der Kabine und im Cockpit zu ihren Masken, um den notwendigen Sauerstoff zu beziehen. Das hätte zur Folge, dass innerhalb von nur wenigen Sekunden alle Passagiere und Crew-Mitglieder im Bewusstsein eingeschränkt oder gar bewusstlos und damit reaktionsunfähig sind. 3.) Eine Flugbegleiterin wird, so hart sich das vielleicht anhört, sich im Sinkflug nicht um ein Kind in der Kabine kümmern (davon abgesehen, dass sie ohne Sauerstoff sowieso nicht dazu fähig wäre), sondern angeschnallt auf einer Flugbegleiterposition oder wenigstens auf einem Passagiersitz wiederfinden. Schon alleine um sich selbst zu schützen, aber auch um dann ihre eigentliche Aufgabe am Boden, die Passagiere so schnell wie möglich zu evakuieren, wahrzunehmen. Das wird regelmässig trainiert und Flugbegleiter müssen auch einmal im Jahr praktische und schriftliche Prüfungen für jedes Flugzeugmuster, das sie fliegen, ablegen.)

HBO-Films: "Mildred Pierce"

Folgenden HBO-Mehrteiler habe ich mir auf DVD angeschaut:

„Mildred Pierce“ 5 x approx. 60 min drama, adaptation
dir. Todd Haynes cast: Kate Winslet, Guy Pearce, Evan Rachel Wood, Morgan Turner, Brian F. O´Byrne, James LeGros, Melissa Leo, Hope Davis

Glendale, Kalifornien im Jahr 1931. Mildred Pierce (Kate Winslet) ist mit Bert (Brian F. O´Byrne) verheiratet und hat zwei Töchter. Sie ist unzufrieden mit ihrer Ehe und ihrer Rolle als Hausfrau. Schließlich trennen sich die Eheleute. Da Mildred keine Schulausbildung vorweisen kann, bleiben ihr nicht viele Möglichkeiten, Arbeit zu finden. Um über die Runden zu kommen, nimmt sie schließlich einen Job als Kellnerin an. Lange dauert es jedoch nicht und sie eröffnet ihr erstes eigenes Restaurant. Sie beginnt eine Affäre mit dem Lebemann Monty Beragon (Guy Pearce), aber hat zunehmend Probleme mit ihrer hinterhältigen Tochter Veda (Morgan Turner/ Evan Rachel Wood)…

B- (Wertung von A bis F) Der HBO-Mehrteiler „Mildred Pierce“ basiert auf dem gleichnamigen Roman von James M. Cain. „Mildred Pierce“ (dt. Titel: „Solange ein Herz schlägt) wurde bereits im Jahre 1945 mit Joan Crawford verfilmt, die dafür ein Jahr später einen Oscar als Beste Hauptdarstellerin erhalten hat.

Die erste Verfilmung habe ich nicht gesehen, ehrlich gesagt, kann ich mir Joan Crawford in dieser Rolle auch überhaupt nicht vorstellen. Die Figur Mildred Pierce würde ich u.a. als bodenständig, warmherzig und natürlich beschreiben, all das würde ich nicht mit Joan Crawford assoziieren. Kate Winslet passt perfekt in die Zeit und ist grandios als Mildred Pierce. Ein Emmy und auch ein Golden Globe dieses bzw. nächstes Jahr dürfte ihr hierfür sicher sein. Auch stimmt die Chemie zwischen Kate Winslet und Guy Pearce.

Der HBO-Mehrteiler „Mildred Pierce“ fällt neben den beinahe ausschließlich großartigen Performances vor allen Dingen durch die authentische Ausstattung, die Kostüme und das Filmset auf. Es ist mehr die Erzählung an der ich etwas rumzumäkeln habe. Zum einen fand ich den Zeitablauf das eine oder andere Mal nicht nachvollziehbar und viele kleinere Geschichten fand ich schlichtweg auch überflüssig. Im Prinzip fand ich das gesamte Projekt etwas zäh. Am Ende hätte ich mir gewünscht, dass Todd Haynes („Velvet Goldmine“, „Far from Heaven“, I´m Not There) seinen 5 1/2 stündigen Film auf normale Spielfilmlänge gekürzt hätte. Ich bin mir sogar sicher, dass er dann von mir eine „A“-Bewertung bekommen hätte.

Trailer zu sehen:

DVD – Film: "Welcome to the Rileys"

Folgenden Film habe ich mir auf DVD angeschaut:

„Welcome to the Rileys“ (dt. Titel: „Wilkommen bei den Rileys“, dt. Kinostart: 07.04.11) 110 min drama
dir. Jake Scott cast: James Gandolfini, Kristen Stewart, Melissa Leo, Ally Sheedy

Doug (James Gandolfini) und Louis Riley (Melissa Leo) sind seit bald 30 Jahren verheiratet. Vor acht Jahren ist ihre Tochter im Teenageralter bei einem tragischen Autounfall ums Leben gekommen ist. Seit dieser Zeit leben Doug und Louis zwar noch zusammen, aber jeder für sich. Doug hat eine Affäre mit der Kellnerin Vivian. Auf einer Geschäftsreise in New Orleans trifft Doug eines Abends in einem Stripclub auf die 16-jährige Prostituierte Mallory (Kirsten Stewart). Sie erinnert ihn an seine verstorbene Tochter, er kümmert sich fortan um sie. Louis derweil, die seit dem Tod ihrer Tochter nicht mehr das Haus verlassen hat, macht sich auf den Weg zu ihrem Mann…

D (Wertung von A bis F) Die Geschichte, die mir hier erzählt wird, finde ich unglaubwürdig. Grundsätzlich wäre das nicht so schlimm, wenn ich wenigstens die Charaktere interessant und glaubwürdig finden würde. Letztlich das Einzige was mich daran hinderte, die DVD zu stoppen, waren die Schauspieler, deren Karriere ich aus unterschiedlichen Gründen verfolge. Melissa Leo finde ich als Mensch seit ihrer unsäglichen Selbstvermarktungsaktion und ihrem diesjährigen Auftritt bei der Oscar-Verleihung komplett unsympathisch. Für mich hat sie aber in The Fighter gezeigt, dass sie Talent hat und so möchte ich gerne mehr von ihr (zumindest in Filmen) sehen. James Gandolfini („The Sopranos“) hat zweifelsfrei Präsenz, ich bin mir jedoch nie sicher, ob er den Tony Soprano jemals loswerden kann. Meines Erachtens sollten die Charaktere, die er spielt nie zu weit von seiner legendären Rolle entfernt sein. Seine Rolle in „Welcome to the Rileys“ habe ich ihm jedenfalls nicht abgenommen. Kristen Stewart hat bereits in Adventureland und The Runaways bewiesen, dass sie gut schauspielern kann. Warum sie sich nun ausgerechnet für diesen Film eine Auszeit nehmen musste, ist mir nicht bekannt.

Jake Scott (der Sohn von Ridley) hat sich bisher hauptsächlich als Regisseur für Musikvideos einen Namen gemacht. „Welcome to the Rileys“ ist zweite Spielfilm, bei dem er Regie führt. Er muss noch viel lernen.

Trailer zu sehen:

NYC – Film: "The Fighter"

Ich war am 15.12.10 in New York und habe mir im Kino angeschaut:

„The Fighter“ (dt. Kinostart: 07.04.11) 114 min drama, biopic
dir. David O. Russell cast: Mark Wahlberg, Christian Bale, Melissa Leo, Amy Adams

Lowell, Massachusetts im Jahr 1993. Dicky Eklund (Christian Bale) war als professioneller Boxer in den 80er Jahren erfolgreich. Nach wie vor ist er der ganze Stolz seiner Familie und seiner Heimatstadt. Heutzutage ist er der Trainingspartners und Berater seines jüngeren Halbbruders „Irish“ Micky Ward (Mark Wahlberg). Dicky ist cracksüchtig und kriminell. Der Sender HBO plant eine Dokumentation über ihn. Jetzt ist Micky der Boxer in der Familie, seine Mutter Alice (Melissa Leo) leitet sein Management. Jedoch werden immer wieder falsche Karriereentscheidungen getroffen. Als Micky die Kellnerin Charlene (Amy Adams) kennenlernt, beginnt er sich von seiner Familie zu distanzieren und dann gerät auch seine Karriere langsam in Schwung…

A- (Wertung von A bis F) „The Fighter“ ist ein Biopic über den Boxer „Irish“ Micky Ward.

Ich bin kein so wahnsinnig großer Fan von Sportfilmen und meine Begeisterung für den Boxsport hält sich auch in Grenzen. Rückblickend betrachtend sehe ich den Film in erster Linie als (Familien-) Drama. Die Boxkämpfe empfand ich aber dennoch als sehenswert. Sie sind brutal, realistisch und fesselnd inszeniert.

Auch wenn Mark Wahlberg die Hauptrolle in „The Fighter“ spielt, so ist es Christian Bales Film. So wie ich Mark Wahlbergs Micky Ward als Außenseiter in seiner Familie sehe, so sehe ich ihn in diesem exzellenten Ensemble ebenso als Außenseiter. Christian Bale („American Psycho“, „The Machinist“, „Rescue Dawn“), Melissa Leo („21 Grams“, „Frozen River“, Conviction) und Amy Adams („Enchanted“, Sunshine Cleaning, Doubt, Miss Pettigrew Lives for a Day) sind einfach eine Nummer zu groß für Mark Wahlberg. Dennoch hat er eine Leinwandpräsenz und macht seine Sache auch recht gut. Er spielt hier den Sympathieträger. Meine Sympathie gilt aber den besseren Schauspielern und da freue ich mich, dass Christian Bale endlich wieder eine Rolle bekommen hat, die ihn auch herausfordert. In „The Fighter“ kann er endlich wieder zeigen, wie gut er eigentlich ist. Bale hat alle Eitelkeiten abgelegt und Dicky Eklund studiert. Von der Sprache, dem Akzent, der Mimik und auch von der Körpersprache ist er Dicky Eklund. Weiter unten habe ich ein Link zu einem YouTube-Video der beiden (dann schon älteren) Brüder gestellt. Wenn man sehen möchte wie eine eindeutige Oscar-Performance für die beste männliche und weibliche Nebenrolle auszusehen hat, sollte man sich Christian Bale und Melissa Leo in „The Fighter“ im Original anschauen. Amy Adams würde ich hier auch einreihen, weil sie – obwohl sie immer gut ist – noch nie besser war. Nur wenn ich mich entscheiden müsste, würde der Oscar an Melissa Leo gehen. Begeistert und absolut fasziniert war ich aber auch über die perfekte Besetzung der sieben Schwestern von Micky und Dicky. Wo bitte hat man die denn gefunden? Ich glaube mir blieb, bei beinahe jedem Auftritt der Schwestern, sogar der Mund offen stehen, auch den Hair Stylisten, Make Up Artisten und Stylisten gilt ein großes Lob.

Nun bleibt abzuwarten, ob der Ausraster von Christian Bale am Set von „Terminator Salvation“ ihm bei der Oscar-Nominierung bzw. der Vergabe des Oscars noch schaden. Der Regisseur David O.Russell („Three Kings“, „I Heart Huckabees“) gilt in der Branche als zwar sehr talentiert, aber äusserst unbeliebt und ebenso zu Ausrastern neigend. Auch hier wird sich zeigen, ob die Academy das einfach „wegsteckt“. Update: The Fighter wurde mit zwei Oscars (Bester Nebendarsteller, Christian Bale und Beste Nebendarstellerin, Melissa Leo) ausgezeichnet.

„The Fighter“ bewirbt sich um einen Platz in meiner TOP TEN für Filme aus dem Jahr 2010.

Trailer zu sehen:

Die echten Micky und Dicky auf YouTube zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Unknown“
Bewertung des Trailers: A- (neuer Trailer)
Kommentar: ein in Berlin gedrehter Thriller mit Liam Neeson, Diane Kruger, der MAD MEN-Schönheit January Jones, Frank Langella, Bruno Ganz
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Lincoln Lawyer“
Bewertung des Trailers: B- (neuer Trailer)
Kommentar: Auch wenn ich Matthew McConaughey nur ganz begrenzt optisch ertragen kann (immerhin mag ich seine Stimme und Sprache) macht dieser Thriller mit der tollen Marisa Tomei und William H. Macy, Ryan Phillippe und Josh Lucas erst einmal einen guten Eindruck
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Tree of Life“
Bewertung des Trailers: A
Kommentar: Man, auf Terrence Malicks neuen Film warte ich nun schon seit mehr als einem Jahr. Auch aus dieser Oscar-Saison wurde er geschoben. Die Bildsprache fasziniert mich jetzt schon, naja und dann ist natürlich auch Sean Penn dabei…
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% !!!!

Trailer v. Film: „Battle: Los Angeles“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Sci-Fi-Katastrophenfilm mit Aaron Eckhart und Michelle Rodriguez
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 80%

Trailer v. Film: „Sanctum“
Bewertung des Trailers: B- (neuer Trailer)
Kommentar: 3D-Action-Thriller, Produktion von James Cameron
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 30%

Trailer v. Film: „True Grit“
Bewertung des Trailers: A
Kommentar: Neuer Coen-Bros Film, Remake des John Wayne-Western von 1969 mit Jeff Bridges, Josh Brolin und Matt Damon. Klarer Oscar-Kandidat, die bislang völlig unbekannte Hailee Steinfeld macht auch so einen unglaublichen guten Eindruck
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „No Strings Attached“
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: RomCom mit Ashton Kutcher und Natalie Portman
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 50%