Boston – Film: „The Post“


Ich war am 08.01.18 in Boston und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Post“ (dt. Filmtitel: „Die Verlegerin“, dt. Kinostart: 22.02.18) 115 min drama, biopic
dir. Steven Spielberg cast: Meryl Streep, Tom Hanks, Sarah Paulson, Bob Odenkirk, Tracy Letts, Bradley Whitford, Bruce Greenwood, Matthew Rhys, Alison Brie, Jesse Piemons, Michael Stuhlbarg

 

Nach dem Tod ihres Ehemannes, und ohne groß Erfahrung im Zeitungsgeschäft, musste Katherine Graham (Meryl Streep) die Washington Post übernehmen. Im Jahr 1971 ist sie jetzt bereits seit einigen Jahren die Verlagschefin der Zeitung. Ihr Chefredakteur Ben Bradlee (Tom Hanks) versucht sie eines Tages davon überzeugen, brisante Unterlagen eines hochrangigen Mitglieds des amerikanischen Verteidigungsministeriums zu publizieren. Die sogenannten Pentagon Papers decken einen riesigen Vertuschungsskandal des Weißen Hauses auf. Die geheimen Dokumente belegen, dass vier U.S.-Präsidenten die amerikanische Öffentlichkeit hinsichtlich des Vietnamkrieges bewusst getäuscht haben. Das Konkurrenzblatt, die New York Times, begann bereits, Auszüge des Materials zu drucken, woraufhin der amtierende U.S.-Präsident Nixon eine Einstweiligen Verfügung gegen weitere Veröffentlichungen bewirkte. Sollte die Post jetzt die Pentagon Papers publizieren, könnte es das Ende der Zeitung bedeuten…

 

B- (Wertung von A bis F) „The Post“ basiert auf wahren Begebenheiten. Die Veröffentlichung der Pentagon Papers zählt neben der Watergate-Affäre zu den größten Politskandalen der Vereinigten Staaten. Dies ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers Steven Spielberg („Jaws“, „Jurassic Park“, „Schindler´s List“, Lincoln). Nach „Saving Private Ryan“, „Catch Me If You Can“, „The Terminal“ und Bridge of Spies arbeitet der Regisseur bereits das fünfte Mal mit dem Schauspieler Tom Hanks zusammen.

„The Post“ ist ein passabler Film, noch mehr ist es für mich aber Steven Spielbergs etwas verzweifelter Versuch einen wirklich relevanten Film über den Journalismus und noch wichtiger die Pressefreiheit zu inszenieren. Ungefähr zwei Drittel des Films geht es eigentlich nur darum, ob die Washington Post die Pentagon Papiere druckt oder nicht. Ich empfand das sehr zäh und auch auf Dauer langweilig. Steven Spielberg liess es sich natürlich auch nicht nehmen, am Ende des Films den Watergate-Skandal anzudeuten. Ein Skandal, der nach der Affäre um die Pentagon Papers aufgedeckt wurde und weltweit sicherlich für mehr Aufsehen gesorgt hat. Die Watergate-Affäre wurde durch die Enthüllungsjournalisten der Washington Post (Bob Woodward und Carl Bernstein) ans Licht gebracht. Zurück zu Spielbergs Film über die Pentagon Papiere: Ich mag immer mindestens etwas an den Filmen des amerikanischen Filmemachers, hier mochte ich besonders die gesamte Sequenz in der Druckerei. Das Beste des Films ist jedoch Meryl Streep. Zu Recht wurde die dreifache Oscar-Preisträgerin für diese Performance für ihren 21. Academy Award nominiert, auch wenn man vielleicht darüber diskutieren könnte, ob das jetzt eine Haupt- oder Nebenrolle ist.

„The Post“ und Paul Thomas Andersons Phantom Thread waren zusammen mit Ridley Scotts Film All the Money in the World die letzten Filme, die – in der Oscar-Saison 2017/2018 gezeigt wurden. Auf dem Papier sah „The Post“ noch am Anfang der Oscar-Saison 2017/2018 so aus, als wäre es ein sicherer Favoriten-Film bei den 90th Academy Awards. Am 23.01.18 wurde der Film jedoch nur für zwei Oscars (Bester Film und Beste Hauptdarstellerin – Meryl Streep) nominiert.

Der großartige Michael Stuhlbarg hat dieses Jahr in drei oscarnominierten Filmen (The Shape of Water  und vor allen Dingen – unvergessen in der einen Szene in Call Me by Your Name) mitgespielt. In „The Post“ spielt er den Chefredakteur der New York Times.

„The Post“ ist am 22.12.17 in neun amerikanischen Kinos gestartet. Seit dem 12.01.18 läuft der Film landesweit in 2819 Kinos in den U.S.A. Unter dem Filmtitel „Die Verlegerin“ soll der Film am 22.02.18 in die deutschen Kinos kommen.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

da ich sehr spät aus Molly´s Game kam, habe ich nur noch folgenden Trailer mitbekommen:

Trailer v. Film: „Red Sparrow„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Wow – zumindest vom Trailer her. Spionagethriller mit Jennifer Lawrence, Joel Edgerton, Matthias Schoenaerts
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

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9 Gedanken zu “Boston – Film: „The Post“

  1. Habe ich schon die letzten Male gesehen: Deine Sternchen oben am Eintrag sind weg. Absicht?

    Ja hört sich für mich nicht spannend an, dabei gäbe das Thema eigentlich mehr her. Aber Filme wie „All the President’s Men“ haben die Messlatte sehr hoch gelegt, so alt wie er ist.
    Tja Streep sehe ich gerne, Hanks kann verdammt schnarchig sein. Na mal sehen 🙂

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    • Also, ehrlich gesagt, weiß ich gar nicht, wie ich die Sternchen-Möglichkeit damals installiert habe. Mich hatte schon mal jemand angesprochen, wie man die setzt – konnte ich nicht beantworten. Also, ich habe das weder bewusst installiert noch deinstalliert. Seltsam. 🙂

      Grundsätzlich mag ich Filme über den Journalismus, es gibt einige großartige, wie „All the President´s Men“, „Good Night, and Good Luck“, „Broadcast News“, auch „Spotlight“. „The Post“ kann sich nicht in diese Reihe einordnen, dafür ist er zu „gewollt“ und für mich schnarchig. Apropos, ich sehe Tom Hanks eigentlich gerne, hier wirkt er aber auch zum Teil aufgesetzt. Nervte mich. Streep ist toll, eigentlich immer.

      Gefällt 2 Personen

  2. Hmm, das ist diesen Monat für mich persönlich der Film, den ich unbedingt gucken wollte. Also meine Nr.1 der Kinostarts. Ich mag Journalismusfilme, „Spotlight“ ist mir da als jüngstes Beispiel omnipräsent.
    Dann die Tatsache, dass ich weder einen Film von Spielberg (seine Filme mag ich meistens), Hanks (den sehe ich eigentlich immer gerne) noch Streep (irgendwie hab ich zu wenig von der gesehen…) im Kino gesehen habe. Aber ein zu schnarchiger Film von Spielberg, ich hätte er Angst, er übertreibt es, anstatt sich an Spotlight zu orientieren…

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    • Na „Spotlight“ würde ich nicht als schnarchigen Film betiteln, zeigt er doch wie guter Investigativ-Journalismus funktioniert. Hier gehts ja einzig darum, ob sie das ihnen irgendwann vorliegende brisante Material auch tatsächlich drucken können bzw. was es für Konsequenzen hat, wenn sie es drucken. Nicht schlecht inszeniert, aber letztlich blieb mir der Film auch nicht nachhaltig in Erinnerung.

      Diesen Monat kommen einige sehenswerte Filme ins Kino: Wind River, Phantom Thread, The Shape of Water, All the Money in the World – jeden einzelnen fand ich besser als „The Post“. 🙂

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      • Ich meinte damit, dass Spotlight das richtige Maß gefunden hat und deswegen auch völlig verdient den Oscar in einem Spektakeljahrgang gewonnen hat. Phantom Thread ist nach näherer Betrachtung fürs Kino raus, abgesehen davon, dass ich niemanden kenne, der sich den freiwillig im Kino ansehen würde…
        Wind River klingt gut, The Shape of Water vielleicht, eigentlich alleine wegen den 13 Nominierungen. All the Money in the World, hmm ich bin nicht der große Ridley Scott-Fan…
        Aber letztendlich hängt es auch davon ab, ob ich alleine ins Kino gehe oder mit Freunden…

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      • Ein Kumpel von mir fand „Phantom Thread“ vom Trailer her auch völlig öde. Er hat ihn dann aber doch gesehen und letztlich sind 3BB und Phantom Thread seine beiden Lieblingsfilme vom letzten Jahr.

        Ich gehe am liebsten allein ins Kino, da quatscht mir wenigstens keiner dazwischen und ich kann mich in Ruhe auf den Film konzentrieren. 🙂

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      • Ich rede eigentlich gerne nach dem Film über den Film, also gerade bei ernsteren Filmen…
        Phantom Thread, keine Ahnung, ich finde den P.T. Anderson nicht dolle, den Day-Lewis auch nicht wirklich, und Vicky Krieps synchronisiert sich so schlecht in Deutsch, dass ich es schon im Trailer sehen konnte…

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      • Na gut, ich liebe PTAs Filme und Daniel Day-Lewis finde ich faszinierend.

        Filme kann ich generell nur im Original gucken, Synchros kann ich schlichtweg nicht ertragen, werde auch nie verstehen, warum man Filme synchronisieren muss. Die Stimme und Sprache eines Schauspielers ist immer Teil der Performance, daher kann sie in einer Synchro nie authentisch sein.

        Ich habe erst kürzlich erfahren, dass Vicky Krieps tatsächlich (auch) Deutsche ist und akzentfrei Deutsch spricht.

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      • Das stimmt, aber Synchotechnik, ne überhaupt nicht vorhanden…
        Mein Englisch ist nicht gut genug, um einen neuen Film so zu genießen, wie ich es gern hätte, deswegen beim ersten mal auf Deutsch gucken bei mir.

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