Berlin (ale) – Film: „Shirley“


Ich war am 01.03.20 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Shirley“  106 min  drama, adaptation, biopic 

dir. Josephine Decker  cast: Elisabeth Moss, Michael Stuhlbarg, Odessa Young, Logan Lerman 

 

Im Herbst 1964 zieht der junge Doktorand Fred (Logan Lerman) und seine schwangere Ehefrau Rose (Odessa Young) in eine Kleinstadt in Vermont. Fred arbeitet dort als Assistent des College-Professors Stanley Hyman (Michael Stuhlbarg). Eigentlich sucht das junge Paar eine Wohnung, sie kommen aber zunächst im Haus des Professors und Literaturkritikers  Stanley Hyman (Michael Stuhlbarg) und seiner Frau, der Schriftstellerin Shirley Jackson (Elisabeth Moss), unter. Dafür soll sich Rose um den Haushalt und um Shirley kümmern. Shirley hat aber offensichtlich psychische Probleme und leidet unter einer Schreibblockade, das Zusammenleben wird für Rose zunehmend zur Belastungsprobe…

 

B+ (Wertung von A bis F) „Shirley“ ist eine Adaption von Susan Scarf Merrells Roman: „Shirley: A Novel“. Es ist der neue Film der amerikanischen Schauspielerin, Drehbuchautorin und Filmemacherin Josephine Decker („Madeline´s Madeline“). Der Film erzählt eine fiktive Geschichte, wurde aber vom Leben der amerikanischen Schriftstellerin Shirley Jackson und ihrem Mann, den College-Professor und Literaturkritiker Stanley Edgar Hyman inspiriert. 

Die Geschichte ist schnell erzählt und hat man in abgewandelter Form auch schon oft gesehen. Für mich war es also nicht die Geschichte, die mich hier in den Bann gezogen hat, es ist die atmosphärische, beklemmende, aber auch anstrengende Inszenierung und die überragenden Performances von Elisabeth Moss, Michael Stuhlbarg und Odessa Young. 

Josephine Deckers letzter Film „Madeline´ s Madeline“ hatte mir schon gut gefallen, bei „Shirley“ arbeitet sie erstmalig nicht mit ihrem eigenen Drehbuch. Der Film wirkt weniger experimentell als ihr letztes Werk, mit der eingesetzten Musik und der Kameraführung sticht ihr, so eigener Regiestil aber immer noch hervor. Während des Films sind meine Gedanken dann tatsächlich auch abgedriftet, weil ich überlegt habe, wie der Film wohl aussehen würde, wenn sich ein anderer Regisseur des Stoffes angenommen hätte und eine andere Schauspielerin die Titelrolle spielen würde. Es wäre ein völlig anderer und nicht so guter Film entstanden, soviel ist sicher. 

Elisabeth Moss hat in vielen Projekten (TV-Serien „The West Wing“, Mad Men,  Top of the Lake, The Handmaid´s Tale und Kinofilmen Her Smell, Us bereits bewiesen, wie wandelbar und talentiert sie ist. Auch hier geht sie völlig uneitel an die Rolle und lässt einen nicht einen Moment daran zweifeln, dass sie Shirley Jackson ist. Für mich ist sie einer der besten Schauspielerinnen unserer Zeit. 

„Shirley“ wurde erstmalig auf dem Sundance Filmfestival 2020 gezeigt. Dort hat der Film bzw. die Regisseurin den U.S. Dramatic Special Jury Award: Auteur Filmmaking gewonnen. „Shirley“ wurde einen Monat später bei den Filmfestspielen in Berlin in der neu eingeführten Sektion Encounters gezeigt. Ich habe den Film auf der Berlinale 2020 gesehen, gezeigt wurde die Originalfassung mit deutschen Untertiteln. „Shirley“ wird von dem New Yorker Indie-Produzenten/Verleih NEON vorauss. am 24.04.20 ins amerikanische Kino gebracht. Bislang ist ein deutscher Kinostart noch nicht bekannt.

Filmausschnitt zu sehen:

 

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