Denver – Film: „BlacKkKlansman“


Ich war am 12.08.18 in Denver und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„BlacKkKlansman“ (dt. Kinostart: 23.08.18)   134 min  drama, comedy, biopic, adaptation 

dir. Spike Lee  cast: John David Washington, Adam Driver, Ryan Eggold, Topher Grace, Laura Harrier, Paul Walter Hauser, Jasper Pääkonen, Ashlie Atkinson, Corey Hawkins, Michael Buscemi, Alec Baldwin, Harry Belafonte  

 

Ron Stallworth (John David Washington) ist schwarz und hat immer davon geträumt, Polizist zu werden. Im Jahr 1972 bekommt er tatsächlich einen Job bei der Polizei in Colorado Springs, Colorado. Er wird undercover in eine schwarze Bürgerrechtsbewegung eingeschleust, dabei lernt er die Aktivistin Patrice (Laura Harrier) kennen. Eines Tages kommt er auf die Idee, sich Informationen über den Ku-Klux-Klan zu besorgen. Dafür spricht er bei der lokalen Gruppe des Klans auf den Anrufbeantworter und wird umgehend von dem Vorsitzenden des Colorado Springs Chapters, Walter Breachway (Ryan Eggold) zurückgerufen. Von dem wird er auch zu einem Treffen des Klans eingeladen. Als Schwarzer kann er da natürlich nicht hingehen, also gibt sich sein (jüdischer) Kollege Flip Zimmerman (Adam Driver) für ihn aus. Eines der Mitglieder Felix (Jasper Pääkönen) wird aber schon bald misstrauisch…

 

B+ (Wertung von A bis F) „BlacKkKlansman“ basiert auf Ron Stallworths Memoiren „Black Klansman: Race, Hate, and the Undercover Investigation of a Lifetime“). Es erzählt seine Geschichte, wie er als schwarzer Polizist mit der Hilfe seines jüdischen Partners, den Ku-Klux-Klan infiltrierte. Es ist der neue Film des afroamerikanischen Filmemachers Spike Lee („Malcolm X“, „Do the Right Thing“, „25th Hour“„Inside Man“). 

Nach den letzten beiden Spike-Lee-Filme, die ich sah (Oldboy und Chi-Raq), hatte ich Lee als Regisseur quasi abgeschrieben. Mit „BlacKkKlansman“ meldet er sich aber in gewohnter Stärke zurück. Auch wenn mir seine Ku-Klux-Klan/Black Power-Parallelmontage etwas zu lang erschien, er mit der einen oder anderen Szene etwas zu dick aufträgt, ist ihm am Ende ein witziger und schockierender, aber durchweg unterhaltsamer Film geglückt. 

Wenn Spike Lee eine politische Botschaft senden will, dann überlässt er nichts dem Zufall. Er beginnt seinen Film mit einem Ausschnitt aus dem, mit acht Oscars (plus zwei Ehrenoscars) ausgezeichneten Epos „Gone with the Wind“, der heutzutage als einer der rassistischsten Filme Hollywoods gilt, gefolgt von einem fremdenfeindlichen Monolog eines (fiktiven) Dr. Kennebrew Beaureguard (gespielt von dem SNL-Donald-Trump-Imitator Alec Baldwin). Bis Spike Lee einem am Ende in die erschreckende Gegenwart führt, schafft er es zwischendurch immer mal wieder anhand von Floskeln und Sprüchen eine Verbindung zwischen Ku-Klux-Klan und dem aktuell amtierenden US-Präsidenten samt seiner rechtsradikalen Gefolgschaft herzustellen. Den Film aber darauf zu reduzieren wäre falsch, denn es ist ein gelungener Genre-Mix aus Biopic, Drama, Komödie, Thriller, Satire, Blaxploitation und Dokumentation. 

Auch wenn hier die Geschichte des afroamerikanischen Ron Stallworth erzählt wird, macht ein – einmal mehr – exzellenter Adam Driver den Film über weite Strecken zu seinem. 

John David Washington spielt hier die Hauptrolle. Er ist der Sohn des zweimaligen Oscar-Gewinners Denzel Washington. Nachdem John David seine professionelle American-Football-Karriere beendet hat, und immer mal wieder kleinere Rollen in Filmen gespielt hat, ist er nun richtig ins Schauspielfach gewechselt. Mittlerweile hat er auch durch die HBO-Serie „Ballers“ einen gewissen Bekanntheitsgrad erlangt. John David Washington erinnert manchmal im Tonfall an seinen Papa, Ähnlichkeiten im Aussehen habe ich jedoch nicht entdeckt. Ich habe sogar in Corey Hawkins (der hier als Carmichael bzw. Kwame Ture eine längere Rede bei einer Black Power-Veranstaltung hält) etwas mehr Denzel gesehen. Apropos Ähnlichkeit, dem einen oder anderen wird Adam Drivers Partner bei der Polizei bekannt vorkommen, sieht er doch irgendwie aus wie Steve Buscemi. Es ist tatsächlich Steves Bruder Michael. 

„Blackkklansman“ ist einer meiner Top Ten-Filme des Jahres 2018. 

Spike Lee hat bislang keine Oscar-Nominierung in der Kategorie Beste Regie. Ich gehe derzeit davon aus, dass sich das mit diesem Film ändert. 

„BlacKkKlansman“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (John David Washington), Bester Nebendarsteller (Adam Driver, Topher Grace), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien. Update: „BlacKkKlansman“ hat 6 Oscar-Nominierungen (Bester Film, Beste Regie, Bester Nebendarsteller Adam Driver, Bestes adaptiertes Drehbuch, Beste Filmmusik und Bester Schnitt) erhalten. Update: „BlacKkKlansman“ hat einen Oscar (Bestes adaptiertes Drehbuch) gewonnen. Das ist der erste „richtige“ Oscar (er hat einen Ehrenoscar) für Spike Lee. 

„BlacKkKlansman“ wurde erstmalig auf dem Cannes Film Festival 2018 gezeigt. Auf diesem Filmfestival hat der Film den Grand Prize of the Jury gewonnen. Der Film ist am 10.08.18 in 1,512 amerikanischen Kinos gestartet. Übrigens fast auf den Tag genau ein Jahr nach dem Terroranschlag eines Rechtsradikalen in Charlottesville, Virginia. Bei meiner gut besuchten Vorstellung in Colorado gab es zum Schluss Applaus vom Publikum. Der Film startet am nächsten Donnerstag (23.08.18) in Deutschland. Unbedingt angucken! (möglichst in der OV oder OmU) 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Dumbo„

Bewertung des Teasers: B- 

Kommentar: Tim Burtons live-action-Verfilmung von „Dumbo“, na darauf hat die Welt ja gewartet…

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht


Trailer v. Film: „Mid90s„

Bewertung des Redband-Trailers: A-

Kommentar: Nach Greta Gerwigs Regiedebüt vom letzten Jahr nun Jonah Hills Film über das Erwachsenwerden 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Kin„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Ich habe das Gefühl, dass solche Kinder-Sci-Fi-CGI-Filme im Moment angesagt sind (s. AXL und Bumblebee) 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht  


Trailer v. Film: „Nobody´s Fool„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Tyler Perrys neuer Film mit Tiffany Haddish – die mir defintiv zu kreischig und anstrengend ist 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Night School„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Film mit Kevin Hart und Tiffany Haddish – man muss auch verzichten können

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „A Star is Born„

Bewertung des Trailers: B 

Kommentar: Die vierte Verfilmung, dieses Mal von und mit Bradley Cooper. Lady-Kotz-Gaga spielt die Hauptrolle

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: nur wenn er Oscar-mäßig sicher eine Rolle spielt 


Trailer v. Film: „The Little Stranger„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Lenny Abrahamsons neuer Film. Romanverfilmung mit Domhnall Gleeson und Charlotte Rampling

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht

5 Gedanken zu “Denver – Film: „BlacKkKlansman“

  1. Habe ich auch am Donnerstag gesehen und bin etwas hin- und hergerissen. Die Story ist großartig, irgendwann hatte ich mal davon gehört und mit Driver und Washington hat er das große Los gezogen, die beiden sind hier unbezahlbar 🙂
    Andererseits hat er dick aufgetragen. Die Art wie er (nur schöne) Schwarze während der Rede Kwame Tures in Kaleidoscope-Bohemian-Rapsody-Art aufgenommen hat, fand ich irgendwie seltsam, aber solche Brüche hat er sicherlich so gewollt. Die Inszenierung hat mich entsprechend etwas irritiert, aber gut, insgesamt ein guter Film und der Schluss war wirklich der Schlag ins Gesicht. Das Kino war totenstill und alle sind schweigend raus. Hat man hier nicht so oft.

    Gefällt 1 Person

    • Ja, der Film ist nicht perfekt, hatte ja auch etwas rumzumäkeln, aber er ist außergewöhnlich gut und von Anfang bis Ende unterhaltsam.

      „Das Kino war totenstill und alle sind schweigend raus. Hat man hier nicht so oft“. Glaube ich, Applaus habe ich auch nicht so oft im amerikanischen Kino (außerhalb von Filmfestivals), mein schwarz-weißes Colorado-Publikum war wirklich von dem Film begeistert, vielleicht auch, weil die Geschichte in Colorado spielt.

      Ich würde mir den Film sehr gerne noch mal gerne anschauen. 🙂

      Gefällt 1 Person

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