TV – Serie: „Run“

Ich habe mir die komplette Staffel folgender HBO-Serie angeschaut:

 

„Run“ (in D. seit dem 13.4.20 auf Sky zu sehen)  7 x approx. 30 min  comedy, romance, thriller

dir. Kate Dennis, Natalie Bailey  cast: Merritt Wever, Domhnall Gleeson, Phoebe Waller-Bridge, Archie Panjabi, Tamara Podemski, Shaun J. Brown, Rich Sommer, Stephen McKinley Henderson 

 

Ruby (Merritt Wever) und Billy (Domhnall Gleeson) kennen sich seit dem College, waren seinerzeit sogar ein Paar. Dann haben sich aus den Augen verloren, zuvor hatten sie jedoch eine Vereinbarung getroffen:  Wenn einer der beiden jemals dem anderen das Wort „Run“ per SMS schreibt und der andere mit „Run“ antwortet, lassen beide alles stehen und liegen und treffen sich in einem bestimmten Zug von New York nach Chicago. Jetzt, fünfzehn Jahre später, ist es soweit…

 

B+ (Wertung von A bis F) Serienschöpferin von „Run“ ist die englische Autorin (TV-Serie „Killing Eve“) und Bühnenregisseurin („Fleabag“) Vicky Jones. Produziert wurde diese Serie u.a. von DryWrite, einer Produktionsfirma, die Vicky Jones zusammen mit ihrer guten Freundin Phoebe Waller-Bridge gegründet hat. Bei vier Episoden hat die australische Regisseurin Kate Dennis (u.a. TV-Serie The Handmaid´s Tale) Regie geführt, bei zwei Episoden die australisch-englische Regisseurin Natalie Bailey (u.a. „Avenue 5“), bei einer Episode der amerikanische Musikvideo- und TV-Regisseur (u.a. „Suits“, „The Americans“, „Black-ish“, Succession 2. Staffel) Kevin Bray.

„Run“ hat eine wendungsreiche Handlungsentwicklung und ist dabei charmant und kurzweilig. Wenn ich „RomCom“-Serie schreibe, schreckt das sicher viele ab. Wenn man diese Kurzserie jedoch in ein Genre pressen möchte, ist das sicher das passendste. Die Grundidee ist originell. Was wäre denn, wenn man mit seiner/m Ex einen Pakt geschlossen hätte, sich ein Codewort zu texten und wenn der jeweils andere entsprechend antwortet, sich so schnell wie möglich, auf einer zuvor vereinbarten Zugfahrt wiederzusehen. Den Kontakt hatte das Paar schon viele Jahre zuvor abgebrochen. In den vergangen Jahren hatte der eine oder andere das Codewort genutzt, der andere aber nicht geantwortet, nun – nach über 15 Jahren – ist es soweit. Die Serie wird mit viel Situationskomik und kleineren Thriller-Elementen erzählt. Ein paar Logiklücken lassen sich aber auch finden, richtig störend empfand ich diese aber nicht. Bislang war ich kein großer Freund des Zugfahrens, „Run“  lässt das Zugreisen jedoch in einem völlig neuem Licht erscheinen. Das Zugfahren erscheint hier völlig entspannt, irgendwie cool und sogar romantisch. Am liebsten würde ich schon bald mal eine längere Zugreise quer durch die Vereinigten Staaten planen. 

„Run“ ist eine ideale Kurzserie (keine der sieben Episoden dauert länger als 30 Minuten) zum Bingen. Bei meiner Erstsichtung habe ich mir aufgrund der Aktualität immer nur eine Episode die Woche anschauen können, was ich etwas unglücklich fand. Ein Grund für mich, sie mir ein weiteres Mal anzugucken. Die beiden großartigen Schauspieler Merritt Wever und Domnhall Gleeson machen einzeln bereits jedes Film- oder Fernsehprojekt sehenswert, hier geben sie zusammen ganz überzeugend dieses außerordentliche Paar. 

Von Phoebe Waller-Bridge („Fleabag“) glaubte ich bislang, sie nicht leiden zu können. Hier fand ich sie als Laurel sehr amüsant, gar sympathisch, insbesondere im Zusammenspiel mit Babe Cloud. Was mich zu den von mir favorisierten Szenen der Serie führt:

Meine Lieblingsszenen: in Episode 6 („Tell“) und Episode 7 („Trick“) alle Szenen mit Laurel (gespielt von Phoebe Waller-Bridge) und der Polizistin Babe Cloud (gespielt von Tamara Podemski) 

 

Über die beiden Protagonisten möchte ich nicht zu viel verraten:  

 

Ruby wird von der amerikanischen Schauspielerin Merritt Wever gespielt. Bekannt geworden ist sie durch die TV-Serie Nurse Jackie. Sie aber auch seither auch in anderen TV-Serien (u.a. „The Walking Dead“, „Godless“, Unbelievable) gespielt und war auch in einigen Kinofilmen (u.a. Birdman or (The Unexpected Virtue of Ignorance), Marriage Story) zu sehen. Merritt Wever hat zwei Emmys für die TV-Serien „Nurse Jackie“ und „Godless“ gewonnen und hat noch eine weitere Emmy-Nominierung für ihre Performance in der TV-Serie „Nurse Jackie“ erhalten. 

Billy wird von dem irischen Schauspieler Domhnall Gleeson gespielt. Er hat in unzähligen Filmen (u.a. Never Let Me Go, Frank, Ex Machina, Brooklyn, The Revenant, „Peter Rabbit“) mitgespielt. Er hat eine Tony-Nominierung für seine Performance in Martin McDonaghs Theaterstück „The Lieutenant of Inishmore“ erhalten. Domhnall Gleeson ist der Sohn des legendären Schauspielers Brendan Gleeson (In Bruges, „The Guard“), die beiden haben in einigen Filmen sogar bereits zusammengespielt (u.a. Calvary), in mother! stand Domhnall mit seinem Vater und sogar seinem Bruder Brian vor der Kamera. 

„Run“ wurde erstmalig v. 12.04.20 bis 24.05.20 auf HBO ausgestrahlt. Seit dem 13.04.20 ist die Kurzserie in Deutschland auch auf Sky zu sehen.

Trailer zu sehen:

 

 

TV – Serie: „Mrs. America“

Ich habe mir die komplette Staffel folgender FX on Hulu-Serie angeschaut:

 

„Mrs. America“  9 x approx. 50 min  drama, biopic  

dir. Anna Boden & Ryan Fleck, Amma Asante, Laure de Clermont-Tonnerre, Janicza Bravo  cast: Cate Blanchett, Rose Byrne, Margo Martindale, Sarah Paulson, Uzo Aduba, Elizabeth Banks, Ari Gaynor, Melanie Lynskey, Jeanne Tripplehorn, Tracey Ullman, John Slattery, Kayli Graynor, Niecy Nash, James Marsden, Adam Brody, Bobby Cannavale, Jake Lacy

 

Von 1971 bis 1980 begleiten wir wichtige Persönlichkeiten der amerikanischen Frauenbewegung und wie sie sich dafür einsetzen oder dagegen kämpfen, dass ein Zusatzartikel in die amerikanische Verfassung aufgenommen wird. Dieser Verfassungszusatz soll die vollständige gesetzliche Gleichstellung von Mann und Frau garantieren.  

 

B+ (Wertung von A bis F) „Mrs. America“ porträtiert verschiedene amerikanische Frauenrechtlerinnen und ihre Ideologien und basiert vage auf der Geschichte um die Ratifizierung des Equal Rights Amendment (ERA), einem Verfassungszusatz, der die Gleichberechtigung der Frauen per Gesetz zusichert.  Serienschöpfer ist die kanadische Autorin, Regisseurin und Produzentin Dahvi Waller („Desperate Housewives“, „Mad Men“, „Halt and Catch Fire“). Bei vier Episoden hat das amerikanische Filmemacher-Duo Anna Boden & Ryan Fleck („Half Nelson“, It´s Kind of a Funny Story, Mississippi Grind, „Captain Marvel“) Regie geführt, bei zwei Episoden die dunkelhäutige britische Filmemacherin Amma Asante („Belle“, „A United Kingdom“), bei zwei Episoden die französische Filmemacherin Laure de Clermont-Tonnerre (The Mustang) und bei einer Episode die afroamerikanische Fotografin und Filmemacherin Janicza Bravo („Lemon“).

Manche Film- oder Fernsehprojekte fühlen sich an wie Hausaufgaben, die erste Sichtung (mit auch immer nur einer Episode pro Woche) von „Mrs. America“ gab mir dieses Gefühl, auch weil ich völlig blind an die Serie heranging. Bevor ich sie mir ein zweites Mal angeschaut habe (und übrigens auch dann erst abschließend bewertete), habe ich mich zunächst in die Geschichte der zweiten Welle des Feminismus  in den Vereinigten Staaten reingelesen und mich genauer mit dem ERA befasst. 

Hier sehen wir also Frauenrechtlerinnen mit völlig unterschiedlichen Ansichten die mit- aber auch gegeneinander kämpften. Auf der einen Seite die modernen, selbstbestimmten Feministinnen (u.a. Gloria Steinem, Bella Abzug, Betty Friedan, Shirley Chisholm) und auf der anderen Seite Phyllis Schlafly mit ihrer christlich-religiösen Gefolgschaft. Auch wenn es manchmal anders anmutet, Phyllis Schlafly war auch eine Feministin, allerdings mit einem sehr konservativen Hintergrund. Sie hat gegen die Gleichberechtigung per Gesetz gekämpft. Sie und ihre Bewegung befürchteten, dass der Verfassungszusatz Frauen schaden würde, sie ihr Hausfrauendasein aufgeben und auf dem Arbeitsmarkt mit Männern konkurrieren müssten. Sie argumentierten, dass vielleicht ihre Töchter zum Wehr- und Kriegsdienst eingezogen werden könnten, ihren Ehemänner nach einer Scheidung die Kinder zugesprochen werden könnten und sie dann womöglich noch für sie Unterhalt zahlen müssten. Bei dem Kampf um die Ratifizierung der Gleichberechtigungsklausel in der amerikanischen Verfassung hat am Ende keiner gewonnen, jedenfalls keine der Frauen. Phyllis Schlafly hatte sich von ihrem Engagement und, vor allen Dingen auch später für ihre Unterstützung, die sie Ronald Reagan bei seiner Wahl zum US-Präsidenten zukommen liess, auch etwas mehr versprochen. 

Das Drehbuch zu „Mrs. America“ wurde im Jahr 2016 geschrieben, als noch nicht mal daran zu denken war, dass Donald Trump ernsthaft zum US-Präsidenten gewählt wird. Die Serienschöpferin Dahvi Waller hat in einem Interview angegeben, dass sie nach seiner Wahl einiges hinzugefügt hat, um die Parallelen zu Donald Trump und sein Amerika aufzuzeigen. Phyllis Schlafly unterstützte Donald Trump bei seinem Präsidentschaftswahlkampf 2016, hat aber nicht miterlebt, dass er tatsächlich gewann. Kurz nach ihrem Tod im September 2016 wurde auch ihre letztes Buch „The Conservative Case for Trump“ herausgebracht. 

„Mrs. America“ ist Cate Blanchetts erstes TV-Projekt seitdem sie ein Hollywoodstar ist. Sie ist damit wohl eine der letzten Filmstars, die auch für das Fernsehen arbeitet. Natürlich macht sie die Serie zu ihrer. Sie zeigt die Stärken und Schwächen aber auch die Eleganz von Phyllis Schlafly. Sie schafft es, mit ihrer Mimik und Körpersprache kleine Emotionen zu offenbaren, es sind kurze nicht kontrollierbare Momente, wenn Phyllis Schlafly gerade realisiert, dass sie von Männern nicht ernst genommen oder gar diskriminiert wird. Cate Blanchett wirkt unverstellt und Ich konnte meist vergessen, hier die Charakterschauspielerin dahinter zu sehen.  

Das 1970er Jahre Production Design ist authentisch und exzellent (einige Wohnaccessoires, wie das bonbonfarbene Telefon, aber auch die Kostüme, insbesondere die anfänglich pastellene Garderobe von Phyllis Schlafly). Die Serie enthält immer wieder zwischendurch und am Ende Originalfilmaufnahmen. Auch ist die Musik erwartungsgemäß klasse. 

Sechs der neun Episoden sind jeweils direkt einer der Frauenrechtlerinnen gewidmet, eine Episode dreht sich um zwei Paare aus gegensätzlichen Lagern, die sich schließlich in einem TV-Duell gegenübersitzen. Dann gibt es noch die letzten beiden Folgen: 

Die vorletzte Episode „Houston“ spielt hauptsächlich in Houston, Texas zur National Women’s Conference im Jahr 1977. Diese Episode dreht sich um eine der wenigen wichtigen fiktiven Charaktere der TV-Serie: Alice Macray (gespielt von Sarah Paulson). Alice ist seit Jahren mit der konservativen Phyllis Schlafly befreundet und arbeitet für sie in der Stop ERA-Bewegung. In Houston sieht Alice alle anderen Frauen und Frauenbewegungen und stellt irgendwann die Ideologie von der, ihr so verehrten Phyllis Schlafly in Frage. 

Die letzte Episode „Reagan“ zeigt nochmal beide Seiten der Frauenbewegungen. Phyllis Schlafly wird schließlich den ehemaligen Schauspieler und kalifornischen Gouveneur Ronald Reagan bei seinem Präsidentschaftswahlkampf im Jahr 1980 (hier wurde erstmalig der Slogan „Let´s Make America Great Again“ genutzt) unterstützen. 

Meine Lieblingsepisoden: Die sechste („Jill“), ich liebe Jill Ruckelshaus´ Gespräch mit Phyllis Schlafly über die sexuelle Übergriffigkeit von Männern.

Mein Lieblingscharakter in dem Mehrteiler: Bella Abzug, ich mag einfach ihre zynischen Sprüche. Von den fiktiven Charakteren ist es zweifelsfrei Alice Macray (gespielt von Sarah Paulson), ich mag die  Entwicklung, die sie durchläuft. 

 

Die für die amerikanische Frauenbewegung und diese TV-Serie wiederkehrenden Begriffe: 

ERA oder E.R.A. (Equal Rights Amendment) Im Jahr 1919 wurde das Frauenstimmrecht in den USA eingeführt. Vier Jahre später, seit dem Jahr 1923 wurde für die Gleichberechtigung von Frauen und Männern in allen Bundesstaaten gekämpft. Ein solcher Zusatz sollte in der Verfassung aufgenommen werden. Vom Kongress wurde dies aber über die nächsten Jahrzehnte abgelehnt. Erst im Jahr 1972 wurde dieser Verfassungszusatz vom Repräsentantenhaus und vom Senat verabschiedet und den Staaten zur Ratifizierung vorgelegt. Um eine Änderung der amerikanischen Verfassung zu erwirken, mussten 38 Bundesstaaten zustimmen. Bis zum Ende der zunächst 7, aber insgesamt (verlängerten) 10-jährigen Frist hatten nur 35 Staaten ratifiziert, damit galt der ERA als gescheitert. Fast vierzig Jahre später, am 15.01.20, befürwortete Virginia als 38. Staat den ERA, geändert wurde die Verfassung jedoch noch nicht. Die Gleichstellung von Frauen und Männern ist bis heute noch nicht in der amerikanischen Verfassung verankert.

NWPC (National Women’s Political Caucus) ist eine bundesweite, parteiunabhängige Organisation, die sich für die Erhöhung des Frauenanteils auf allen politischen Ebenen in den Vereinigten Staaten einsetzt. Es ist bis heute auch ein Netzwerk von Frauen in der Politik. Die Organisation wurde im Jahr 1971 gegründet, Gründungsmitglieder waren u.a. Bella Abzug, Shirley Chisholm, Betty Friedan, Jill Ruckelshaus und Gloria Steinem. 

NOW (National Organization for Women) ist die größte US-amerikanische feministische Interessensvertretung. Sie wurde im Jahr 1966 gegründet. Eine ihrer Gründerinnen war Betty Friedan. NOW setzte sich für den ERA ein.

Eagle Forum ist eine von Phyllis Schlafly gegründete konservative Interessengruppe, hervorgegangen aus der Stop ERA-Bewegung. Mrs. Schlafly hat u.a. die „Pro Life“-Bewegung ins Leben gerufen

 

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

Phyllis Schlafly hat ein Uni-Abschluss in Politikwissenschaften. Die Republikanerin strebte eine Position im Kongress an. Nachdem ihr Bestreben jedoch nicht von Erfolg gekrönt war, begann sie, Bücher zu schreiben. Im Alter von 25 Jahren heiratete sie den fünfzehn Jahre älteren Anwalt John Fred Schlafly (hier gespielt von John Slattery) und bekam mit ihm sechs Kinder. Durch die Unterstützung ihres Mannes (und ihrer Familie und der Hausangestellten) versuchte die leidenschaftliche Politikerin immer wieder, politisch Fuß zu fassen. Im Jahr 1972  begann die einflussreiche konservative Aktivistin mit ihrer aggressiven Kampagne (STOP ERA) gegen die Aufnahme des Verfassungszusatzes zur Gleichstellung von Frau und Mann. Phyllis war zwar Teil der amerikanische Frauenbewegung, die „Emanzen“ waren ihr jedoch ein Dorn im Auge und in dem Verfassungszusatz sah sie eine Bedrohung für die traditionelle amerikanische Familie. Phyllis Schlafly spielt in dem kompletten Mehrteiler „Mrs. America“ eine tragende Rolle, die erste Episode („Phyllis) und die fünfte Episode („Phyllis & Fred & Brenda & Marc“) sind ihr sogar namentlich gewidmet. Phyllis Schlafly ist im Jahr 2016 verstorben, eines ihrer letzten Amtshandlungen war, Donald Trump bei seiner US-Präsidentschaftswahl zu unterstützen. Gespielt wird sie von der großartigen australischen Schauspielerin Cate Blanchett. Für eine ihrer ersten Filmrollen als Queen Elizabeth I wurde sie gleich für den Oscar nominiert. Seither hat sie in zahlreichen Filmen (u.a. „The Talented Mr. Ripley“, „The Lord of the Rings“-Trilogie, „Babel“, Truth, Manifesto) mitgespielt. Sie wurde sieben Mal für den Oscar (für ihre Performance in den Filmen „Elizabeth“, „The Aviator“, „Notes on a Scandal“, I´m Not There, „Elizabeth: The Golden Age“, Blue Jasmine und Carol) nominiert, gewonnen hat sie zwei Oscars (für „The Aviator“ und „Blue Jasmine“). Außerdem wurde sie für den Tony für Ihre Performance in dem Bühnenstück „The Present“ nominiert. Cate Blanchett hat bereits in australischen TV-Projekten mitgewirkt, mit „Mrs. America“ könnte und wird sie aber wahrscheinlich ihre erste Emmy-Nominierung erhalten. 

Gloria Steinem ist Journalistin und Gründerin und Herausgeberin des feministischen Magazins „Ms.“. Die Aktivistin hat sich gegen den Vietnamkrieg und für die Rechte der Frauen (insbesondere auch für Pro-Choice) eingesetzt. Sie führte eine Kampagne zur Ratifizierung des ERA. Auch ist sie Mitbegründerin des National Women’s Political Caucus (NWPC). Die attraktive Gloria Steinem war eines der bekanntesten Gesichter des amerikanischen Feminismus, sie war einflussreich, aber unter den Frauenrechtlerinnen nicht unumstritten. (Kleiner Fun Fact: Gloria Steinem war durch die Heirat mit David Bale über einen Zeitraum von 3 Jahren mal die Stiefmutter von dem Schauspieler Christian Bale). Die zweite Episode („Gloria“) in der Miniserie ist ihr gewidmet. Gespielt wird Gloria Steinem von der australischen Schauspielerin Rose Byrne. Sie hat in vielen Filmen (u.a. „Sunshine“, Knowing, Insidious, Bridesmaids) mitgespielt, mir ist sie aber immer noch am meisten durch ihre Rolle neben Glenn Close in der TV-Serie Damages präsent, das wird sich jetzt vielleicht mit „Mrs. America“ ändern. Für ihre Performance in „Damages“ wurde sie zwei Mal für den Emmy nominiert Mit dem Schauspieler Bobby Cannavale hat die Schauspielerin zwei Kinder. 

Bella Abzug hat Rechtswissenschaften studiert und war als Rechtsanwältin tätig. Später war die Demokratin über einen längeren Zeitraum Abgeordnete des Repräsentantenhauses. Jahrelang setzte sich die Feministin dafür ein, dass der ERA ratifiziert wird. Auch ist sie Mitbegründerin des National Women’s Political Caucus (NWPC). Die siebente Episode („Bella“) der Miniserie ist Bella Abzug gewidmet. Gespielt wird sie von der amerikanischen Charakterschauspielerin Margo Martindale. Sie hat in vielen Kinofilmen (u.a. „The Firm“, „The Hours“, „Million Dollar Baby“, The Savages, August: Osage County) und TV-Projekten (Dexter, „The Good Wife“, „Sneaky Pete“) mitgespielt. Insgesamt fünf Mal wurde sie für den Emmy (4x allein für ihre Performance in der TV-Serie „The Americans“, 1 x für „Justified“) nominiert, gewonnen hat sie den Emmy 2x für „The Americans“ und 1x für ihre Rolle in „Jusitified“). Außerdem hat sie eine Tony-Nominierung für ihre Performance in dem Bühnenstück „Cat on a Hot Tin Roof“. 

Betty Friedan war eine Frauenrechtlerin und gilt als Urmutter der zweiten Welle der amerikanischen Frauenbewegung. In ihrem 1963 erschienen Buch „The Feminine Mystique“ erboste sie sich darüber, dass amerikanische Frauen darauf reduziert werden, Hausfrau und Mutter zu sein. Sie war eine alleinerziehende Mutter dreier Kinder und scheint in den 1970er Jahren etwas verbittert, auch weil sie nicht die von ihr gewünschte Anerkennung von der Vorzeigefeministinnen wie Gloria Steinem bekommt.  Sie gründete im Jahr 1966 die National Organization for Women, eine der einflussreichsten Lobbygruppen für Frauenrechte. Auch ist sie Mitbegründerin des National Women’s Political Caucus (NWPC). Die vierte Episode („Betty“) in der Miniserie ist Betty Friedan gewidmet. Gespielt wird Betty Friedan von der britisch-amerikanischen Comedian, Schauspielerin und Filmemacherin Tracey Ullman. Sie hatte ihre eigenen TV-Shows („The Tracey Ullman Show“ und viele andere unter ihrem Namen), hat einige Synchronarbeiten in Animationsfilmen (u.a. „Happily Ever After“, „Corpse Bride“, „Onward“) geleistet und auch in dem einen oder anderen Spielfilm (u.a. I Could Never Be Your Woman, Into the Woods) mitgespielt. Sie war insgesamt 26 x für den Emmy nominiert, gewonnen hat sie 7 Emmys (als Produzentin, Autorin und Schauspielerin ihres TV-Formats „The Tracey Ullman Show“, für ihren Gastauftritt in der Comedy Serie „Love & War“, für ihre Performance in ihrer Show „Tracey Takes on New York“, als Produzentin ihres TV-Formats „Tracey Takes On…“ und für ihren Gastauftritt in der TV-Serie „Ally McBeal“). Ich bin kein Fan von Tracey Ullman, auch wenn ich gestehen muss, dass ich die Sketche, in der sie Angela Merkel porträtiert, damals wirklich lustig fand. 

Jill Ruckelshaus ist wie Phyllis Schlafly (gespielt von Cate Blanchett) Republikanerin, nur hat sie ganz andere Ansichten zu Frauenrechten. Die Feministin war in den 1970er Jahren Mitarbeiterin des Weißen Hauses und für die Ratifizierung des ERA. Die Mutter von fünf Kindern ist Mitbegründerin des National Women’s Political Caucus (NWPC). Die sechste Episode („Jill“) in der Miniserie ist Jill Ruckelshaus gewidmet. Gespielt wird Jill Ruckelshaus von der amerikanischen Schauspielerin, Autorin, Regisseurin und Produzentin Elizabeth Banks. Als Schauspielerin war sie in zahlreichen Filmen (u.a. „Catch Me if You Can“, „W.“, Role Models, The Next Three Days, „The Hunger Games“-Trilogie, Love & Mercy) und TV-Serien (u.a. „Scrubs“, „Modern Family“, „30 Rock“) zu sehen. Ihr Spielfilmdebüt als Regisseurin hat sie mit „Pitch Perfect 2“ gegeben. Elizabeth Banks hat drei Emmy-Nominierungen (2 x für ihren Gastauftritt in „30 Rock“ und 1 x für ihren Gastauftritt in „Modern Family“.

Shirley Chisholm war die erste schwarze Frau im Kongress. Die Demokratin setzte sich dort besonders für die Gleichberechtigung von Frauen ein. Sie war die erste Afroamerikanerin, die sich um die Nominierung als US-Präsidentschaftskandidatin bewarb. Auch ist sie Mitbegründerin des National Women’s Political Caucus (NWPC). Shirley Chisholm ist die dritte Episode („Shirley“) in der Miniserie gewidmet. Gespielt wird Shirley Chisholm von der afroamerikanischen Schauspielerin Uzo Aduba. Sie hat u.a. in Ewan McGregors Regiedebüt American Pastoral. mitgespielt ist aber wahrscheinlich mehr durch ihre (Haupt-)Rolle in der TV-Serie „Orange is the New Black“ bekannt. Für ihre Performance in dieser Serie wurde sie drei Mal für den Emmy nominiert, 2 x hat sie den Emmy dafür sogar gewonnen. 

„Mrs. America“ wurde für 10 Emmys nominiert (darunter Best Limited Series, Best Actress/ Limited Series für Cate Blanchett, Best Supporting Actress/Limited Series für Uzo Aduba und Margo Martindale und Tracy Ullman, Best Writing für „Shirley“, Best Casting/Limited Series und ein paar technische Kategorien)

„Mrs. America“ wurde erstmalig vom 15.04.20 – 27.05.20 auf FX on Hulu ausgestrahlt. Ich habe die Serie über iTunes/Apple TV gekauft. 

Trailer zu sehen:

Der sehr coole Vorspann zu sehen:

VOD – Film: „1BR“

Ich habe mir folgenden Film als Leihvideo über Apple/ iTunes (U.S.) angeschaut:

 

„1BR“  90 min  horror, thriller

dir. David Marmor  cast: Nicole Brydon Bloom, Giles Matthey, Taylor Nichols, Alan Blumenfeld, Naomi Grossman, Celeste Sully

 

Die junge Sarah (Nicole Brydon Bloom) will ihre schmerzhafte Vergangenheit hinter sich lassen und ist nach Los Angeles gezogen. Sie kennt niemanden in der Stadt. Die Wohnungssuche hat aber überraschend schnell geklappt. Sie hat eine bezahlbare Wohnung in einem schönen Apartmentkomplex in Hollywood gefunden. Bei einer Grillparty lernt sie ihre netten Nachbarn kennen. Wenn das mal nicht ein Fehler war, in diese Anlage zu ziehen…

 

B+ (Wertung von A bis F) „1BR“ ist das Spielfilmdebüt des amerikanischen Filmemachers David Marmor. Er hat auch das Drehbuch zu seinem Film geschrieben.  

Eigentlich habe ich im Moment keine sonderlich große Lust, neue Spielfilme zu gucken. Serien sind für mich in dieser (Corona-)Zeit einfach das passendere Format und erzählen auch schon seit Jahren eigentlich meist die interessanteren Geschichten. Aber gut, was soll man machen, wenn alle Mehrteiler oder Serien, die ich derzeit unbedingt (weiter) gucken will, im Moment noch nicht vollständig verfügbar sind (eine meiner drei Serien ist gerade zu Ende gegangen). „1BR“ war also die erste meiner „Notlösungen“.

Gereizt hatte mich bei diesem Indie die Home Invasion-Prämisse, der eigentliche Grusel – so erfährt man bald – hat hier aber einen anderen Ursprung. „1BR“ (steht übrigens für One Bedroom) ist, insbesondere für ein Erstlingswerk, ein solider Thriller/Horrorfilm. Manchmal sind es die kleinen Dinge, die mich begeistern. Hier hört Sarah nachts in ihrem Apartment seltsame, laute Geräusche. Um schlafen zu können, benutzt sie Ohrstöpsel. Ich selbst trage oft Ohrstöpsel, Geräusche hört man dadurch trotzdem, nur gefiltert und halt wesentlich dumpfer. Das wird hier vom Sound her in einer Szene realistisch nachempfunden. 

Natürlich musste ich mir mädchenhaft einige Male die Augen zuhalten.

„1BR“ wurde erstmalig auf dem Fantasia International Film Festival 2019 gezeigt. 

Trailer zu sehen:

 

 

 

TV – Serie: „Years and Years“

Ich habe mir folgenden BBC One-Mehrteilers angeschaut:

 

„Years and Years“ (in D. über Apple TV+ und den Pay-TV-Sender Starzplay über Amazon Prime zu sehen)   6 x approx. 60 min  drama, sci-fi

dir. Simon Cellan Jones, Lisa Mulcahy  cast: Rory Kinnear, T´Nia Miller, Anne Reid, Ruth Madeley, Russell Tovey, Jessica Hynes, Emma Thompson, Lydia West, Maxim Baldry, Jade Alleyne, Sharon Duncan-Brewster

 

Manchester, England. Vom Jahr 2019 an begleiten wir die britische Mittelstandsfamilie Lyons 15 Jahre lang. Die Groß- und Urgroßmutter Muriel (Anne Reid) und ihre vier Enkel Stephen (Rory Kinnear) mit seiner Frau Celeste (T´Nia Miller) und ihren beiden Töchter, Daniel (Russell Torvey) und sein Lebenspartner, die alleinerziehende und im Rollstuhl sitzende Rosie (Ruth Madeley) und schließlich die politische Aktivistin Edith (Jessica Hynes). In diesen fünfzehn Jahren macht die Technologie rasante, gesellschaftsverändernde Fortschritte und es kommt zu einer Verkettung von Entwicklungen – ein Part davon ist eine Entscheidung, des für eine zweite Amtszeit bestätigten US-Präsidenten Donald Trump. Alles hat nicht nur Auswirkungen auf die Familie Lyons, sondern auf die britische Gesellschaft und den Rest der Welt. Und nebenbei strebt in Post-Brexit-Großbritannien die Populistin Vivienne Rook (Emma Thompson) nach politischer Macht…. 

 

A- (Wertung von A bis F) Serienschöpfers des britischen Mehrteilers „Years and Years“ ist der englische Autor und Produzent Russell T Davies („Queer as Folk“, „Doctor Who“, „A Very English Scandal“). Bei den ersten vier Episoden hat der britische Filmemacher Simon Cellan Jones („Some Voices“, TV-Serien: „Treme“, „Boardwalk Empire“, „Jessica Jones“, „Ballers“) Regie geführt, bei den letzten beiden Episoden die irische Filmemacherin Lisa Mulcahy (TV-Serien: „The Clinic“, „Red Rock“, „The Moonstone“).

„Years and Years“ ist eines der am besten geschriebenen und gespielten Charakter- und Familiendramen, die ich je gesehen habe. Hinzu kommt – und das macht diese Miniserie so besonders – dass hier eine, nicht sehr ferne (dystopische) Zukunft gezeichnet wird, die man sich leicht vorstellen kann und dadurch unglaublich beängstigend ist.

Mit meiner Inhaltsangabe habe ich mich möglichst kurz gehalten, dieser Mehrteiler wirkt am besten, wenn man so wenig wie möglich darüber weiß. Daher meine dringende Empfehlung: einfach die erste Episode – rund 60 Minuten – bis zum Ende schauen, mich hat die Serie dann so gepackt, dass ich unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht.

„Years and Years“ spielt in Manchester, im Post-Brexit-Großbritannien von 2019-2034. Die eigentliche Geschichte beginnt aber erst richtig im Jahr 2024. 

In letzter Zeit habe ich mich ab und an mal darüber beschwert, dass in Hollywood-Filmen heutzutage alles so übertrieben politisch korrekt sein muss. Manchmal kam es mir schon so vor, dass man nur für die Außenwirkung oder den asiatischen Markt, die eine oder andere Rolle in einem Blockbuster vergab. Hier – und das liegt nicht allein daran, dass es ein britisches TV-Projekt ist, vielmehr ist es die Schreibe, passt es. Nichts fühlt sich aufgesetzt oder „der Quote wegen“ an. Es wird nicht thematisiert, warum Stephen eine schwarze Frau geheiratet hat, warum Rosie im Rollstuhl sitzt und ihr Sohn asiatische Wurzeln hat oder, dass Daniel schwul ist. Es ist einfach so.  In der Familie Lyons gibt auch noch Trans (-human, -gender) und ein Migrant spielt auch eine nicht unerhebliche Rolle. Das hört sich vielleicht jetzt für den einen oder anderen anstrengend an, ist es aber nicht. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet, alle glaubhaft und greifbar und auch hilft ihr typisch englischer Humor das Ganze etwas aufzulockern. Jeder der vier Geschwister (Stephen, Edith, Daniel und Rosie) hat einen eigenen, starken Handlungsstrang. 

Meine Lieblingsepisode: Episode 4, trotz der ganzen Tragik

Meine Lieblingsszene: Grans „This is the world we built“-Rede in Episode 6

Meine Lieblingscharakter: rückblickend ist es wahrscheinlich Gran, ich liebe ihre Bissigkeit, ihre Weisheit und dass sie an richtiger Stelle Herz zeigt. Beschäftigt hat mich allerdings die Frage, wie alt Gran eigentlich ist. Optisch ist natürlich Viktor Goyara (gespielt von Maxim Baldry) ein Hingucker. 

 

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

Stephen Lyons ist der älteste der Lyons Geschwister. Er arbeitet als Finanzberater und lebt mit seiner dunkelhäutigen Frau Celeste (gespielt von T´Nia Miller) und den beiden gemeinsamen Töchtern in London. Gespielt wird Stephen von dem englischen Schauspieler Rory Kinnear. Seine bekannteste Rolle ist die des „Bill Tanner“ in den letzten vier James Bond-Filmen. Auch hat er u.a. in The Imitation Game und einigen TV-Serien (u.a. „Penny Dreadful“) mitgespielt. 

Daniel Lyons ist der Bruder von Stephen (gespielt von Rory Kinnear), Edith (gespielt von Jessica Hynes) und Rosie (gespielt von Ruth Madeley). Er ist in der Verwaltung beim Wohnungsamt tätig. Gerade kümmert er sich um Unterkünfte für Asylsuchende. Er lebt offen schwul und hat einen Lebensgefährten. Gespielt wird Daniel von dem englischen Schauspieler Russell Torwey. Er hat in zahlreichen TV-Serien (u.a. in „Doctor Who Confidential“, „Looking“, The Night Manager, „Quantico“) mitgespielt und war auch in dem einen oder anderen Spielfilm (Pride, „The Good Liar“) zu sehen. 

Rosie Lyons ist die jüngste der Lyons Geschwister. Sie arbeitet in einer Schulkantine, ist alleinerziehend und hat zwei kleinere Kinder. Durch eine Fehlbildung der Wirbelsäule (Spina bifida) ist sie so körperlich beeinträchtigt, dass sie im Rollstuhl sitzt. Gespielt wird Rosie von der englischen Schauspielerin Ruth Madeley. Sie ist selbst mit dieser Fehlbildung der Wirbelsäule geboren. Sie hat schon in einigen Theater- und TV-Projekten (u.a. „Outnumbered“, „Cold Feet“) mitgewirkt. 

Edith Lyons ist die zweitälteste der Lyons Geschwister. Sie ist politische Aktivistin und war viel im Ausland. Gespielt wird Edith von der englischen Schauspielerin Jessica Hynes (bis zum Jahr 2007 unter dem Namen Jessica Stevenson). Sie hat in zahlreichen TV-Projekten (u.a. „The Royle Family“, „Spaced“, „Doctor Who“) und einigen Kinofilmen (u.a. „Shaun of the Dead“, „Bridget Jones: The Edge of Reason“, „Paddington 2“) mitgespielt. Sie hat eine Tony-Nominierung für ihre Performance in „The Norman Conquests“

Celeste arbeitet als Buchhalterin und ist mit dem ältesten der Lyons Geschwister, Stephen (gespielt von Rory Kinnear), verheiratet. Sie haben zwei Töchter. Gespielt wird Celeste von der dunkelhäutigen, englischen Schauspielerin T´Nia Miller. Sie hat in einigen TV-Projekten (u.a. „Witless“, „Marcella“, „Free Rein“) mitgespielt. 

Muriel „Gran“ ist die Matriarchin der Lyons Familie. Sie ist die Großmutter der vier Lyons Geschwister. Da die Lyons-Geschwister vermutlich zwischen Mitte 30 und Mitte 40 sind, stellt sich zwangsläufig die Frage, wie alt ihre Oma ist. Gespielt wird Gran von der englischen Theater-, TV- und Filmschauspielerin Anne Reid. Bekannt wurde sie durch ihre Rolle in der beliebten englischen Soap Opera „Coronation Street“. Sie hat auch in vielen Spielfilmen (u.a. „The Mother“, „Hot Fuzz“, „The Aeronauts“) mitgespielt. 

Vivienne „Viv“ Rook ist eine sehr wohlhabende Geschäftsfrau, die eine politische Karriere startet. Die charismatische Populistin gründet ihre eigene Partei und spaltet natürlich die britische Bevölkerung. Selbst in der Familie Lyons hat Viv Rook mindestens einen Befürworter. Gespielt wird Viv Rook von der brillanten englischen Schauspielerin und Drehbuchautorin Emma Thompson. Sie hat anfangs öfter mit ihrem damaligen Ehemann, dem Schauspieler und Regisseur Kenneth Branagh („Henry V“, „Peter´s Friends“, „Much Ado About Nothing“), zusammengearbeitet und in unzähligen Filmen (unvergessen in „The Remains of the Day“ und „Love Actually“, „Nanny McPhee“ und dem TV-Mehrteiler Angels in America, erst kürzlich wieder in Late Night) mitgespielt. Emma Thompson wurde 5 x für den Oscar nominiert (als Schauspielerin bzw. Drehbuchautorin der Filme „Howards End“, „The Remains of the Day“, „In the Name of the Father“ und „Sense and Sensibility“), Gewonnen hat sie zwei Oscars, ein Mal als Schauspielerin für ihre Performance in „Howards End“ und ein weiteres Mal als Autorin für das beste adaptierte Drehbuch von „Sense and Sensibility“. Außerdem war sie 7 x für den Emmy nominiert hat einen Emmy-Award für ihren Gastauftritt in der TV-Serie „Ellen“ gewonnen. Mit ihrem zweiten Ehemann, dem englischen Schauspieler und Produzenten Greg Wise hat sie zwei Kinder. 

„Years and Years“ wurde erstmalig vom 14.05.19 – 18.06.19 auf BBC One ausgestrahlt. Auf dem amerikanischen Bezahlsender HBO ist die Miniserie seit dem 24.06.19 zu sehen. In Deutschland kann man diesen Mehrteiler über Apple TV+ und bei dem Pay-TV-Sender Starzplay über Amazon Prime schauen. 

Trailer zu sehen:

TV – Serie: „Devs“

Ich habe mir die komplette Staffel folgender FX on HULU-Mehrteiler angeschaut:

 

„Devs“  8 x approx. 50 min drama, thriller, mystery, sci-fi

dir. Alex Garland  cast: Sonoya Mizuno, Nick Offerman, Jin Ha, Zach Grenier, Stephen McKinley Henderson, Alison Pill, Cailee Spaeny, Karl Glusman 

 

Sergei (Karl Glusman) arbeitet als IT-Ingenieur für das amerikanische High-Tech-Unternehmen AMAYA. Seine Freundin Lily Chan (Sonoya Mizuno) arbeitet ebenfalls in der Firma im Silicon Valley. Nun wird Sergei befördert, ausgerechnet in die geheimnisvolle Hochsicherheitsabteilung Devs. Keiner der sonstigen Angestellten weiß, womit sich Mitarbeiter bei Devs genau beschäftigen. Bevor der Firmenchef Forest (Nick Offerman) Sergei erstmalig in das abgelegene Gebäude führt, wurde er selbstverständlich von dem Sicherheitschef Kenton (Zach Grenier) durchleuchtet. Nach seinem ersten Arbeitstag kommt Sergei nicht nach Hause, Lily meldet ihn am nächsten Tag als vermisst und stellt ihre eigenen Untersuchungen an….

 

B- (Wertung von A bis F) „Devs“ ist die erste TV-Serie des englischen Romanautors („The Beach“), Drehbuchautors („28 Days Later“, „Sunshine“, Never Let Me Go) und Regisseurs (Ex Machina, Annihilation) Alex Garland. Bei diesem Projekt ist er der Serienschöpfer, hat die Drehbuchvorlage geschrieben und auch bei allen acht Episoden Regie geführt. Ein anderes Thema bestimmt zwar diesen Mehrteiler, aber sie spielt in einer ähnlichen Welt wie Alex Garlands Film „Ex Machina“. Einige der Ideen aus dieser TV-Serie stammen aus dem Buch „The Fabric of Reality“ des Physikers David Deutsch. 

Worum geht’s? Quanteninformatik, Quantencomputer und die Ambitionen vielleicht großer High-Tech-Unternehmen, die im Besitz immenser Datenmengen sind. 

Es gibt ein paar Logiklücken, eine große sogar schon in der ersten Episode. Hätte Sergei DAS, SO AUFFÄLLIG  und ZU DEM ZEITPUNKT wirklich getan? Irgendwann klar, aber zu dem Zeitpunkt fand ich es völlig an den Haaren herbeigezogen. Das ist aber nunmal der Start in diese Geschichte und als Zuschauer bleibt einem nichts anderes übrig, als es zu schlucken. 

Ich habe mir „Devs“ zwei Mal angeschaut, auch weil ich nicht alles bei der Erstsichtung so genau verstanden habe und erst verarbeiten musste. Die Serie folgt auf interessante Weise dem Ansatz, dass alles was passiert, einen Grund hat. Alles ist durch etwas in der Vergangenheit vorbestimmt. Eine Sache führt zu einer anderen. Entsprechend folgt die Serie der Theorie, dass es auch so etwas wie einen eigenen Willen im Leben nicht gibt. Alex Garland verbindet in „Devs“, erneut, Religion mit Technologie. Am Ende gibt er nicht für jedes Detail Erklärungen und lässt entsprechend Raum für eigene Interpretationen und Grübeleien. 

Bei der Besetzung hätte man sich etwas mehr Mühe geben können. In der ersten Episode kam es mir so vor, als ob man bei den Hauptakteuren die Billigversionen der eigentlich gewünschten Besetzung genommen hat. Hier betraf es Sergei, Lilly und Forest. „Ex Machina“ war mit Domhnall Gleeson, Alicia Vikander und Oscar Isaac besetzt, hier sind es Karl Glusman, Sonoya Mizuno und Nick Offerman. Gut, der erste ist bald weg und an Nick Offerman als vielhaarigen CEO von AMAYA, konnte ich mich gewöhnen, blieb also nur noch die Hauptdarstellerin und die ist für mich das große Problem, der ansonsten recht originalen und irgendwie gelungenen Sci-Fi-Miniserie. 

Sonoya Mizuno hat (zumindest für mich) ein nichtsagendes, ausdrucksloses Gesicht, spricht und bewegt sich schlafmützig und hat noch dazu ein, höflich ausgedrückt, überschaubares Talent. Ihre Erscheinung, ihre Sprache, Ihr Spiel ist so reduziert, dass ich mir nicht vorstellen kann, das dies für irgendeine Hauptrolle reicht. Definitiv ist es mir hier zu wenig. Ihr Charakter Lily gibt oberflächlich betrachtet (soll heißen, im Gesamtkontext schon) nicht sonderlich viel her. Wenn ihre Rolle optimaler besetzt worden wäre, hätte mir die Serie wahrscheinlich auch um einiges besser gefallen. Eine gute, charismatischere Schauspielerin hätte mir sicher geholfen. 

Dennoch ist „Devs“ natürlich sehenswert, sehr stylisch, das Production Design weiß, zu beeindrucken, San Francisco ist wahnsinnig schön fotografiert, der Sound ist bemerkenswert und auch wenn sich der Score manchmal seltsam anhört, ist das musikalische Gesamtkonzept insgesamt außergewöhnlich und toll. „Devs“ ist ruhig und manchmal extrem langsam erzählt, aber – mit Ausnahme der Hauptdarstellerin – nie langweilig.

Mein Lieblingscharakter: Kenton, der Sicherheitschef von AMAYA. Ich mag aber auch Stewart (gespielt von Stephen McKinley Henderson) und Lyndon (gespielt von Cailee Spaeny) 

Meine Lieblingsepisoden: Folgen 5 -7

 

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen: 

Lily Chan arbeitet als Programmiererin bei AMAYA. Sie ist 27 Jahre alt und lebt mit ihrem Freund und Kollegen Sergei (gespielt von Karl Glusman) zusammen. Als Sergei auf mysteriöse Weise verschwindet beginnt sie, Nachforschungen anzustellen. Gespielt wird Lily von dem/der japanisch-britischen Model/ Schauspielerin Sonoya Mizuno. Ich hatte weiter oben bereits bemerkt, dass ich kein großer Fan von ihr als Schauspielerin bin. Sie hat bereits in den beiden Alex Garland-Verfilmungen „Ex Machina“ und „Annihilation“ mitgewirkt und war u.a. auch in La La Land und „Crazy Rich Asians“ und der Netflix-Serie „Maniac“ zu sehen.

Forest ist der CEO von AMAYA. Gespielt wird Forest von dem amerikanischen Comedian, Autor und Schauspieler Nick Offerman. Ungewöhnlicherweise spielt er hier einen ernsthaften und ernstzunehmenden Charakter. Normalerweise kennt man ihn eher aus anderen Projekten. Er hat in vielen TV-Serien  (u.a. „Parks and Recreation“, 2. Staffel von „Fargo“) und in einigen Kinofilmen (u.a. 21 /22 Jump Street; Me and Earl and the Dying Girl, Bad Times at the El Royale mitgespielt. Er hat eine Emmy-Nominierung als Gastgeber der Reality-Competition-Show „Making It“. Nick Offerman ist mit der tollen Schauspielerin Megan Mullally (Will & Grace“) verheiratet. 

Kenton ist der Sicherheitschef von AMAYA. Wie weiter oben bereits geschrieben, mag ich seinen Charakter. Gespielt wird Kenton von dem amerikanischen Theater-, TV- und Filmschauspieler Zach Grenier. Er hat eine unheimlich tolle Stimme. Zach Grenier hat in vielen TV-Serien (u.a. „24“, „Deadwood“, „The Good Wife“, „Ray Donavan“) und auch einigen Kinofilmen (u.a. „Fight Club“, Rescue Dawn,  Zodiac) mitgespielt. 

Katie ist die Chefdesignerin der Devs-Abteilung bei AMAYA. Gespielt wird sie von der kanadischen Schauspielerin Alison Pill. Sie hat in einigen TV-Serien (u.a. „In Treatment“, The Newsroom, „American Horror Story: Cult“) und einigen Kinofilmen (u.a. „Milk“, „Scott Pilgrim vs. the World“, Miss Sloane, Vice) mitgespielt. Alison Pill hat eine Tony-Nominierung für ihre Performance in dem Theaterstück „The Lieutenant of Inishmore“.

Lyndon ist Mitglied des Devs-Teams. Der 19-jährige Lyndon hat mir sehr gut gefallen, um so überraschter war ich, als ich las, dass er von einer Schauspielerin verkörpert wird. Das war für mich auch mit ein Grund, warum ich mir die gesamte Staffel ein weiteres Mal angeschaut habe. Bislang hat die amerikanische Schauspielerin Cailee Spaeny auch nur weibliche Charaktere (u.a. in Bad Times at the El Royale, „On the Basis of Sex“, Vice) gespielt. 

„Devs“ wurde für 4 Emmys in der Kategorie Best Limited Series or Movie nominiert (Outstanding Cinematography, Outstanding Sound Editing, Outstanding Sound Mixing und Outstanding Special Visual Effects)

„Devs“ wurde erstmalig v. 5.3.20 – 16.4.20 auf FX on HULU gezeigt.

Trailer zu sehen: 

 

TV – Serie: „Hollywood“

Ich habe mir die komplette Staffel folgender Netflix-Serie angeschaut:

 

„Hollywood“ (auch in D. seit dem 1.5.20 auf Netflix zu sehen)  7 x approx. 50 min.   drama, alternate history 

dir. Ryan Murphy, Daniel Minahan, Michael Uppendahl, Janet Mock, Jessica Yu cast: Darren Criss, David Corenswet, Laura Harrier, Jake Picking, Jeremy Pope, Jim Parsons, Samara Weaving, Joe Mantello, Dylan McDermott, Holland Taylor, Patti LuPone, Queen Latifah, Michelle Krusiec, Maude Apatow, Mira Sorvino, Rob Reiner

 

Nach dem Zweiten Weltkrieg suchen ein paar aufstrebende Schauspieler, ein Drehbuchautor und ein Filmemacher ihr Glück in Hollywood… 

 

B (Wertung von A bis F) Serienschöpfer des Netflix-Mehrteilers „Hollywood“ sind der amerikanische Schauspieler, Drehbuchautor und Regisseur Ian Brennan (u.a. TV-Serie „Glee“ und „Scream Queens“) und Ryan Murphy, der Serienschöpfer von so vielen TV-Projekten (u.a. „Nip/Tuck“, „Glee“, „American Horror Story“, The People v. O. J. Simpson: American Crime Story, Feud: Bette and Joan, The Assassination of Gianni Versace: American Crime Story, Pose). 

Wie The Man in the High Castle und The Plot Against America gehört auch „Hollywood“ dem Genre der Alternativen Welt- (hier mehr Film-)geschichte an. Ryan Murphy nennt seine neue Miniserie „faction“, eine Mischung aus Fakten und Fiktion. 

Wie hätte sich Hollywood (und damit sicher auch die amerikanische Gesellschaft) vielleicht grundlegend verändert, wenn bereits in den 1940er Jahren die Einflussreichen etwas mehr Mut bewiesen hätten? Was wäre, wenn im Nachkriegshollywood eine Frau eines der großen Hollywood-Studios geleitet hätte und noch dazu, einfach ein Risiko eingegangen wäre? Was wäre, wenn Homosexuelle in der Goldenen Ära Hollywoods offen mit ihrer Sexualität umgegangen wären oder eine schwarze Schauspielerin im Jahr 1947 für eine Hauptrolle in einem großen Studiofilm besetzt worden wäre? 

In diesem Wunschtraum, diesem Märchen, das hier erzählt wird vermischen sich fiktive Charaktere und teils überzogene Versionen von realen Persönlichkeiten. So gab es bekanntermassen u.a. natürlich den Filmemacher George Cukor (Filme wie „The Philadelphia Story“, „Gaslight“ und Oscar-Gewinner für „My Fair Lady“ ), den Filmstar Rock Hudson, die erste dunkelhäutige Oscar-Gewinnerin Hattie McDaniel („Gone with the Wind“), die talentierte chinesisch-amerikanische Schauspielerin Anna May Wong, die seinerzeit sicherlich die perfekte Besetzung der chinesische Bäuerin in „The Good Earth“ gewesen wäre (die Rolle ging jedoch – wie es seinerzeit üblich war – an eine Weiße. Die deutsche Schauspielerin Luise Rainer gewann für die Rolle sogar den Oscar). Es gab aber auch den schmierigen und übergriffigen Hollywood-Agenten Henry Wilson und selbst den Zuhälter Scotty Bowers (in dieser Serie hat er den Namen Ernie West). Erst kürzlich habe ich die sehr sehenswerte Doku „Scotty and the Secret History of Hollywood“ gesehen. Scotty Bowers hat viele (insbesondere bi- und homosexuelle) Hollywoodstars junge Männer und Frauen „vermittelt“. Es gab übrigens auch die Schauspielerin Peg Entwistle, die sich in den 1930er Jahren vom „H“ des berühmten Hollywood(land)-Schriftzug in den Tod stürzte. Der fiktive Film, der in diesem Mehrteiler gedreht werden soll, basiert auf ihr Leben.

Ryan Murphys Tinseltown-Projekt konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Schwer fiel es mir auch nicht, in seine Wunschwelt einzutauchen. Der Mehrteiler zeigt, wie Hollywood im Studiosystem funktionierte, Schauspieler, Autoren, Regisseure, die exklusiv bei einem Major (hier das fiktive Studio Ace Studios) unter Vertrag standen. Ich liebe einfach generell alte Hollywood-Geschichten und den Glanz und Glamour, die die Verfilmungen meist ausstrahlen. Auch wenn diese Miniserie durchweg unterhaltsam ist, ein paar klasse Szenen und kreative Ideen bereithält. hätte „Hollywood“ in meinen Augen noch besser sein können. Dafür gibt es hier einfach zu viele Charaktere, die eingeführt werden. Jeder für sich hat eine eigene, meist gute Story, irgendwann brennt man für diese Charaktere, aber allgemein wirkt dieser Mehrteiler dadurch etwas überladen. Auch gibt es in meinen Augen ein paar Drehbuchschwächen (nicht sonderlich interessant fand ich die familiäre Story um Jack Castello und nicht besonders lebensnah erschien mir das Gespräch von Avis Amberg mit der Geliebten ihres Mannes, Ellens plötzliches Interesse an Richard „Dick“ Samuels und ihre Annäherungsversuche und auch Henrys kreative Einflussnahme). Dafür liebe ich das traum- und märchenhafte Ende von „Hollywood“.

Meine Lieblingsepisode: Wie sollte es anders sein: Episode 7 („The Hollywood Ending“) Es geht um die Oscars. Auch wenn mich hier störte, dass das Wording bei der Oscar-Verleihung nicht korrekt war, seinerzeit hieß es immer: „And the the winner is…“ und nicht „And the Oscar/the Academy Award goes to…“ 

Meine Lieblingsszene: In Episode 7 („The Hollywood Ending“) Hattie McDaniels rührende Geschichte rund um ihren Oscar und ihre eindringlichen Worte an die aufstrebende, afroamerikanische Schauspielerin Camille Washington. (Queen Latifah als Hattie McDaniel ist exzellent)

Meine Lieblingscharaktere:  

Richard „Dick“ Samuels ist leitender Produzent bei Ace Studios. Ein älterer feiner, in sich gekehrter Herr, der sich nicht traut, seine Homosexualität auszuleben. Dick habe ich ziemlich schnell ins Herz geschlossen. Die ganze Geschichte um ihn ist auch herzzerreißend. Dick Samuels ist ein fiktiver Charakter. Gespielt wird er von dem amerikanischen Theaterschauspieler- und Regisseur Joe Mantello. 

 Henry Wilson ist der mächtige Hollywood Agent. Ich mag seine Figur einfach, weil sie so schön schrill und fies ist. Er ist schlagfertig und hat eine herrlich spitze Zunge. Ihn gab es wirklich. Henry Wilson hat sich junger Schauspieler angenommen, sie in großen Filmprojekten besetzt, aber dafür auch sexuelle Gegenleistungen gefordert. Den jungen Rock Hudson hatte er tatsächlich auch unter Vertrag, ihm auch erst seinen Namen gegeben und ihn zum großen Star gemacht. Mit einer Ausnahme (seiner exzentrischen Tanzeinlage in Episode 3 „Outlaws“ ) liebe ich Jim Parsons Verkörperung von Henry Wilson. Für diese Performance müsste er eigentlich den Emmy gewinnen. Bekannt wurde Jim Parsons durch seine Rolle in „The Big Bang Theory“

Nicht gleich erkannt habe ich Dylan McDermott als Tankstellenbesitzer und Zuhälter Ernie West, aber auch nicht Rob Reiner als Studiochef Ace Amberg und Mira Sorvino als ältere Schauspielerin, alle Drei sind aber auch schauspielerisch hervorzuheben. 

 

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

Rock Hudson a.k.a. Roy Fitzgerald (bzw. in der Realität Roy Harold Scherer, Jr.) ist ein einfacher Junge aus der Provinz. Nach dem Zweiten Weltkrieg ist er nach Hollywood gekommen, um seinen Traum zu verwirklichen. Irgendwann kommt er bei dem schmierigen Talentscout und Hollywood-Agenten Henry Wilson (gespielt von Jim Parsons) unter Vertrag. Rock Hudson ist schwul und verliebt sich hier irgendwann in den schwarzen Drehbuchautor Archie Coleman (gespielt von Jeremy Pope). In der Realität war Rock Hudson einer der größten Stars der 1950er und 1960er Jahre und auch bei dem Hollywood-Agenten Henry Wilson unter Vertrag. Frauenhelden spielte er besonders überzeugend und sprach nie öffentlich über seine Homosexualität. Er gab aber im Jahr 1985 – kurz vor seinem Tod – bekannt, dass er an AIDS erkrankt ist und war damit der offiziell erste Prominente, der der damals noch relativ neuen Krankheit AIDS zum Opfer fiel. In „Hollywood“ wird Rock Hudson von dem, in Deutschland geborenen amerikanischen Schauspieler Jake Picking gespielt. Er hat bereits in einigen Kinofilmen (The Way, Way Back, Patriots Day, Sicario: Day of the Soldado) mitgespielt. 

Jack Castello ist mit seiner Frau (gespielt von Maude Apatow) aus dem Mittleren Westen nach Los Angeles gekommen. Seine Frau ist schwanger und er in Geldnot. Er beginnt für Ernie (gespielt von  Dylan McDermott) als Gigolo zu arbeiten, aber eigentlich träumt er davon, es als Schauspieler in Hollywood zu schaffen. Jack Castello ist ein fiktiver Charakter. Gespielt wird Jack Castello von dem amerikanischen Schauspieler David Corenswet. Er hatte schon TV-Auftritte in einigen Serien, in Ryan Murphys Serie „The Politician“ spielt er sogar eine Hauptrolle.. 

Camille Washington ist eine dunkelhäutige, äußerst talentierte junge Schauspielerin. Sie ist bei Ace Studios unter Vertrag. Camille ist ein fiktiver Charakter, hier ist sie außerdem die Freundin des talentierten Jungregisseurs Raymond Ainsley (gespielt von Darren Criss). Gespielt wird Camille Washington von dem ehemaligen Model und der Schauspielerin Laura Harrier. Ihren Durchbruch hatte die Schauspielerin als sich Peter Parker in sie (also Liz) in Spider-Man: Homecoming verliebte. Auch hat sie in BlacKkKlansman mitgespielt. 

Claire Wood ist eine hübsche, blonde junge Frau, die unbedingt Schauspielerin werden will. Sie will es ohne ihren berühmten Namen schaffen und so hat die Tochter des Studiochefs Ace Amberg (gespielt von Rob Reiner) ihren Namen geändert. Claire ist auch ein fiktiver Charakter. Gespielt wird Claire von der australischen Schauspielerin Samara Weaving. Sie hat schon in einigen TV-Serien („Home and Away“, „Ash vs Evil Dead“, „SMILF“) und in ein paar Kinofilmen (Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“, „Ready or Not“) mitgespielt. Der bekannte, englische Schauspieler Hugo Weaving ist Samaras Onkel. 

Archie Coleman ist ein afroamerikanischer Drehbuchautor. Bereits sein erstes Drehbuch wird hochgehandelt. Archie ist schwul und arbeitet anfänglich für den Tankstellenbesitzer und Zuhälter Ernie West (gespielt von Dylan McDermott). Dabei lernt er Roy Fitzgerald, a.k.a. Rock Hudson (gespielt von Jake Picking) kennen und lieben. Archie Coleman ist auch ein fiktiver Charakter. Gespielt wird Archie Coleman von dem ziemlich tollen amerikanischen Theaterschauspieler Jeremy Pope. Der 27-jährige Schauspieler hat bereits zwei Tony-Nominierungen (für seine Performances in dem Bühnenstück „Choir Boy“ und dem Musical „Ain´t Too Proud“) und bald vielleicht schon eine Emmy- und irgendwann auch eine Oscar-Nominierung, da bin ich mir ziemlich sicher.  

Raymond Ainsley ist ein talentierter Jungregisseur, der bei Ace Studios unter Vertrag steht. Raymond hat selbst philippinische Wurzeln und lebt mit seiner Freundin, der dunkelhäutigen Schauspielerin Camille Washington (gespielt von Laura Harrier), zusammen. Auch er ist ein fiktiver Charakter. Gespielt wird Raymond Ainsley von dem amerikanischen Theater- und TV-Schauspieler und Sänger/Songwriter Darren Criss. Bekannt wurde Darren Criss durch die TV-Serie „Glee“, für einen seiner Songs in dieser Serie wurde er für den Emmy nominiert. Für seine Performance in The Assassination of Gianni Versace: American Crime Story hat er einen Emmy gewonnen.

„Hollywood“ ist für einige Emmy-Nominierungen im Gespräch, u.a. Best Limited Series/Movie, Best Actor/Actress/Supporting Actor/Atcress for a Limited Series/Movie Jim Parsons, Joe Mantello, Darren Criss, Jeremy Pope, Patti Lupone, Holland Taylor Update: „Hollywood“ wurde für 12 Emmys nominiert (darunter Best Actor/Limited Series für Jeremy Pope, Best Supporting Actor/Limited Series für Dylan McDermott und Jim Parsons, Best Supporting Actress/Limited Series für Holland Taylor, ansonsten nur technische Kategorien)

„Hollywood“ ist seit dem 1.5.20 auf Netflix zu sehen. 

Trailer zu sehen:

TV-Serie – „The Plot Against America“

Ich habe mir die komplette Staffel folgender HBO-Miniserie angeschaut:

 

„The Plot Against America“ (in D. seit dem 17.03.20 auf Sky zu sehen) 6 x approx. 60 min  drama, alternate history, adaptation

dir. Minkie Spiro, Thomas Schlamme   cast: Zoe Kazan, Morgan Spector, Caleb Malis, Anthony Boyle, David Krumholtz, Azhy Robertson, John Turturro, Winona Ryder, Michael Kostroff, Ben Cole, Ed Moran 

 

Im Juni 1940. In Europa herrscht Krieg. Der Nationalheld Charles Lindbergh (Ben Cole) plant, gegen den amtierenden Präsidenten Franklin D. Roosevelt bei der US-Präsidentschaftswahl im November anzutreten. Lindbergh macht Stimmung gegen die Briten, Juden und die derzeitige Regierung und verspricht der amerikanischen Bevölkerung, sich aus dem Krieg in Europa rauszuhalten. In Weequahic, New Jersey lebt der jüdische Versicherungsvertreter Herman Levin (Morgan Spector) mit seiner Frau Bess (Zoe Kazan), dem 15-jährigen Sohn Sandy (Caleb Malis), dem 10-jährigen Sohn Philip (Azhy Robertson) und seinem Neffen Alvin (Anthony Boyle). Das Ehepaar Levin registriert langsam die Veränderungen im eigenen Land. Bess´Schwester Evelyn (Winona Ryder) macht sich derweil Sorgen, nie einen Mann zum Heiraten zu finden, dann trifft sie aber auf den verwitweten Rabbiner Lionel Bengelsdorf (John Turturro), der jüdische Geistliche unterstützt Charles Lindbergh bei seiner Präsidentschaftskampagne…

 

B+ (Wertung von A bis F) Der Mehrteiler „The Plot Against America“ basiert auf dem gleichnamigen Roman des amerikanischen Romanautors Philip Roth („American Pastoral“, „The Human Stain“, „Indignation“). Philip Roths Buch stammt aus dem Jahr 2004, die jetzige Verfilmung aus dem Jahr 2020 weist aber sicher durchaus gewollt Parallelen zur letzten US-Präsidentschaftswahl im Jahr 2016 auf. Serienschöpfer sind die amerikanischen Autoren und Produzenten David Simon und Ed Burns (TV-Serien „The Wire“, „Generation Kill“). Bei den ersten drei Episoden führte die englische TV-Regisseurin Minkie Spiro (TV-Serien: „Downton Abbey“, „Better Call Saul“, Fosse/Verdon) Regie, bei den letzten drei Episoden der amerikanische TV-Produzent und Regisseur Thomas Schlamme („Sports Night“, „The West Wing“).

Wie bereits die TV-Serie The Man in the High Castle gehört auch „The Plot Against America“ dem Genre der Alternativweltgeschichte an. 

Charles Lindbergh war tatsächlich gegen eine Beteiligung der USA am Zweiten Weltkrieg. Er war der bekannteste Sprecher des America First Committee, das u.a. von dem späteren US-Präsidenten Gerald Ford gegründet wurde. Er war offenbar nicht nur ein „American Firster“, sondern auch ein Antisemit und galt als Hitler-Unterstützer. Nachdem seine Gesinnung in einigen seiner Reden deutlich wurde, war seine politische Karriere am Ende. Bei der Präsidentschaftswahl im Jahr 1940 wurde Franklin D. Roosevelt zum dritten Mal im Amt bestätigt. Die Familie Levin in diesem Mehrteiler ähnelt der des Romanautors mit „Philip“ als jungen Philip Roth. In seiner Romanvorlage heißt die Familie tatsächlich auch Roth und die Geschichte über eine fiktive Kindheit in New Jersey wird in der Ich-Form erzählt. Soviel zu den Fakten. Fiktion und Wirklichkeit überschneiden sich aber hier.

Was wäre, wenn der amerikanische Flieger- und Nationalheld sich zur US-Präsidentschaftswahl aufgestellt und von der republikanischen Partei auch nominiert worden wäre? Hätte nicht jeder amerikanische Wähler durchschaut, was für ein Populist Charles Lindbergh ist, was für faschistische und antisemitische Züge er hat und ihn entsprechend nicht zum Präsidenten im Jahr 1940 gewählt? Lindbergh begeisterte hier aber die Bevölkerung mit seiner America-First-Politik und damit, dass er sich gegen eine amerikanische Kriegsbeteiligung aussprach. Einige Zweifel konnte er zusätzlich ausräumen, als den etwas unbedarfte Rabbiner Lionel Bengelsdorf als Unterstützer gewinnen konnte. Was wäre, wenn Charles Lindbergh nun tatsächlich im November 1940 zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt worden wäre? Damit beschäftigt sich dieser Mehrteiler.

Die gesellschaftlichen Veränderungen vor und nach seiner Wahl erlebt man hier aus Sicht der jüdisch-amerikanischen Familie Levin und ihrem Umfeld in Weequahic, New Jersey. Die antisemitischen/rassistischen Strömungen im Land sind nicht gleich für jedermann erkennbar und auch für die Familie Levin nicht gleich bedrohlich, aber immer mehr sicht- und greifbar. Selbst in der Familie Levin gibt es unterschiedliche Meinungen. Während das Ehepaar Herman und Bess Levin (gespielt von Morgan Spector und Zoe Kazan) äußerst beunruhigt die Geschehnisse verfolgt, bewundert ihr 15-jährige Sohn Sandy (gespielt von Caleb Malis) Charles Lindbergh, die ältere Schwester von Bess, Evelyn (gespielt von Winona Ryder) verliebt sich in den Rabbiner und Lindbergh-Unterstützer Lionel Bengelsdorf (gespielt von John Turturro) und Hermans Neffe Alvin (gespielt von Anthony Boyle) will gegen die Nazis in Europa kämpfen. Da die Vereinigten Staaten nicht am Krieg beteiligt sind, geht er nach Kanada und meldet sich freiwillig zum Kriegsdienst. 

„The Plot Against America“ spielt in der Zeit von Juni 1940 bis zum 3. November 1942. Diese alternative Weltgeschichte beschäftigt sich in dieser Zeit mit der Gefahr, die von Populisten ausgeht. Im Gegensatz zu Deutschland leben die Amerikaner in einer Demokratie. Man sieht, wie schnell sich Hass verbreiten kann und man ohne eigenes Zutun plötzlich zu den Anderen gehören kann und in seinem eigenen Land nicht mehr sicher ist. 

Ich fand „The Plot Against America“ anfangs recht schwerfällig, im Ganzen ist dieser Mehrteiler aber sehr gelungen. Für die Erzählung hat man sich hier einfach nur die Zeit genommen, die sie brauchte. Die tatsächliche Gefahr offenbart sich nur langsam, aber die Bedrohung frisst sich immer mehr ins Bewusstsein. 

Das komplette Szenenbild ist sehr hochwertig und führt einen unweigerlich in die damalige Zeit. Die Ausstattung, die Kostüme, die Autos, das Kino, in der sich die Amerikaner ein Mal die Woche über die neuesten Nachrichten in den Vereinigten Staaten bzw. dem Rest der Welt (mit vielen Originalfilmaufnahmen) informieren – das wirkt schon sehr authentisch. 

Meine Lieblingsepisode: keine

Meine Lieblingscharaktere: Seldon, der Nachbarjunge der Levins. Er ist im gleichen Alter wie der 10-jährige Philip Levin. So gerne würde Seldon Philips bester Freund sein, der putzige Junge wirkt immer etwas einsam und traurig. Gespielt wird Seldon von dem amerikanischen Schauspieler Jacob Laval. 

Seldon ist aber nur ein Nebencharakter, von den Leitcharakteren ist Bess Levin mein Lieblingscharakter (gespielt wird Bess von der amerikanischen Schauspielerin Zoe Kazan), ihren Charakter habe ich weiter unten vorgestellt. 

Mein Hassfigur des Mehrteiler: da gibts natürlich viele, aber von den Hauptcharakteren kann ich Evelyn am wenigsten ertragen. Gespielt wird sie von Winona Ryder, bei der es sich leider in der letzten Episode gezeigt hat, dass sie schauspielerisch mit der Rolle überfordert ist.

 

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

Herman Levin ist Versicherungsvertreter und Familienvater. Er ist Jude, ohne dass der Glaube und die Religion einen großen Platz in seinem Leben einnimmt. Verheiratet ist er mit Bess (gespielt von Zoe Kazan). Die beiden haben mit Sandy und Philip (gespielt von Caleb Malis und Azhy Robertson) zwei Söhne. Herman kann Ungerechtigkeiten nicht ertragen, ist sehr stolz und mutig und wird damit seine Familie noch in Gefahr bringen. Gespielt wird Herman von dem amerikanischen Schauspieler Morgan Spector. Er hat in einigen Independentfilmen (u.a. The Drop, Chuck, A Vigilante) und auch einigen TV-Serien (u.a. „Person of Interest“, „Boardwalk Empire“, 7. Staffel von Homeland) mitgespielt. 

Elizabeth „Bess“ Levin ist Hausfrau und mit Herman (gespielt von Morgan Spector) verheiratet. Sie haben zwei Söhne, den Teenager Sandy (gespielt von Caleb Malis) und den 10-jährigen Philip (gespielt von Azhy Robertson). Auch hat sie mit Evelyn (gespielt von Winona Ryder) eine ältere Schwester. Weiter oben habe ich es bereits geschrieben, dass Bess mein Lieblingscharakter dieses Mehrteilers ist. Sie ist vernünftig, trifft richtige Entscheidungen, zeigt Herz und Stärke, was man gerade in der finalen Episode sieht. Gespielt wird Bess von der amerikanischen Schauspielerin und Drehbuchautorin Zoe Kazan. Eigentlich war ich kein großer Fan der Schauspielerin (Ruby Sparks, What If), hier hat sie mir aber ausgesprochen gut gefallen. Für ihre Performance in dem großartigen Mehrteiler Olive Kitteridge wurde sie für den Emmy nominiert. Zoe Kazan ist die Enkelin der griechisch-amerikanischen Regie-Legende Elia Kazan („A Streetcar Named Desire“, „On the Waterfront“, „East of Eden“) Außerdem hat sie mit einem meiner Lieblingsschauspieler, Paul Dano, ein Kind. 

Evelyn Finkel ist Bess´ältere Schwester. Sie kümmert sich um ihre Mutter. Evelyn macht sich Sorgen, keinen Mann mehr abzubekommen. Irgendwann lernt sie aber den Rabbiner Lionel Bengelsdorf (gespielt von John Turturro) kennen. Evelyn ist mein Hasscharakter dieses Mehrteilers. Gespielt wird Evelyn von der amerikanischen Schauspielerin Winona Ryder. Sie war Ende der 1980er und in den 1990er Jahren („Beetlejuice“, „Edward Scissorhands“, „Reality Bites“, „The Crucible“) ein großer Star. In den letzten Jahren war sie mehr in TV-Projekten, u.a. in „Stranger Things“ zu sehen. Für ihre Performance in  „The Age of Innocence“ und „Little Women“ wurde sie jeweils mit dem Oscar nominiert. 

Lionel Bengelsdorf ist Rabbiner und unterstützt Charles Lindbergh (gespielt von Ben Cole) bei seiner Präsidentschaftwahl. Ohne diesen, etwas unbedarften jüdischen Geistlichen wäre Lindbergh wohl nie U.S.-Präsident geworden.  Lionel ist Witwer und lernt irgendwann Evelyn Finkel (gespielt von Winona Ryder) kennen. Gespielt wird Lionel Bengelsdorf von dem amerikanischen Schauspieler, Autor und Filmemacher („Barton Fink“, „The Big Lebowski“, TV-Serie The Night Of) John Turturro. Für seine Performance in den TV-Serien „Monk“ und „The Night Of“ wurde er jeweils mit dem Emmy nominiert. 

„The Plot Against America“ wurde für einen Emmy nominiert (Outstanding Cinematography for a Limited Series or Movie)

„The Plot Against America“ wurde erstmalig vom 16.3.20 – 20.4.20 auf HBO ausgestrahlt. In Deutschland läuft die Miniserie seit dem 17.05.20  auf Sky, ab dem 20.05.20 dann auch in der deutschen Synchronfassung.

Trailer zu sehen:

 

Vorspann zu sehen:

 

 

TV – Serie: „The New Pope“

Ich habe mir die komplette Staffel folgender HBO-Serie angeschaut:

 

„The New Pope“ (in D. seit dem 20.02.20 auf Sky Atlantic zu sehen) 9 x approx. 60 min  drama

dir. Paolo Sorrentino  cast: Silvio Orlando, Cécile de France, Javier Cámara, John Malkovich, Mark Ivanir, Jude Law, Ulrich Thomsen, Henry Goodman, Maurizio Lombardi, Massimo Ghini, Nora Waldstätten, Marilyn Manson, Sharon Stone 

 

Papst Pius XIII (Jude Law) liegt nun bereits seit neun Monaten im Koma. Drei Herztransplantationen sind schon missglückt, es wird Zeit, einen neuen Papst zu bestimmen. Der Kardinalstaatssekretär Angelo Voiello (Silvio Orlando) sieht sich selbst als geeignetsten Kandidaten, aber eine Zweidrittelmehrheit im Konklave zu bekommen, scheint nahezu unmöglich. Jeder der Kardinäle hat schließlich seine eigene Vorstellung von dem neuen Oberhaupt der katholischen Kirche. Nach endlosen Runden kann man sich endlich auf einen Kandidaten einigen. Kardinal Viglietti (Marcello Romolo) scheint von seiner Wahl völlig überrascht. Er realisiert aber schon bald, welche Macht er als neuer Pontifex hat. Er nennt sich Papst Franziskus II und fordert Bescheidenheit und Demut, will den Armen helfen. Kurz nach seiner Amtseinführung bietet er Flüchtlingen und Migranten Unterschlupf im Vatikan. Auch will er die prunkvollen Kreuze und Ringe der Kardinäle und eigentlich das gesamte Vermögen des Kirchenstaates an die Armen verschenken…

 

B+ (Wertung von A bis F) „The New Pope“ ist die Fortsetzung zu Paolo Sorrentinos Vorgängerserie The Young Pope aus dem Jahr 2017. Serienschöpfer und Regisseur über alle Episoden ist wieder der italienische Filmemacher und Oscar-Preisträger Paolo Sorrentino (The Great Beauty, Youth). 

Ich liebe Paolo Sorrentinos meist satirischen oder gar sarkastischen, aber immer starken Inszenierungen. Seine opulenten und symbolhaften Bildkompositionen sind einzigartig, einige sind so perfekt wie Gemälde.  Mit „The New Pope“ führt er uns mit seiner Geschichte – wie sollte es anders sein – wieder in die geheimnisumwitterte Welt des Vatikans. Natürlich geht es um Macht, Manipulation, Korruption, Skandale, Intrigen, Erpressungen, Eitelkeiten, Selbstfindung, Glaube, Glaubenszweifel, Religion, Bigotterie, Fanatismus, Wunder, Heilige und Huren, Verführung, Homosexualität, Sex, aber auch ganz klar um die Liebe. Mir gefiel die zweite Staffel von Sorrentinos Serie um einiges besser als die erste, auch wenn die Geschichte sich in ihrer gesamten Pracht erst später entfaltet. Aber bis dahin sind es immer wieder tolle Szenen, kreative Ideen, das Ganze mit brillant gewählter, cooler Musik vertont, eine – durch die Bank – perfekte Besetzung, erneut eine wunderbare Serienfigur (Staatssekretär Voiello) und bereits ab Folge 2 natürlich John Malkovich – das alles brachte mich nie in Verlegenheit, vorzeitig abzubrechen. 

Silvio Orlando kann ich gar nicht genug loben, das ist wahrscheinlich die Rolle seines Lebens. Ich liebe diesen allwissenden, gewitzten Staatssekretär des Vatikans mit seiner putzig lispelnden Aussprache und seinem sehr starkem italienischen Akzent.

Am Ende ist „The New Pope“ eine tolle und außergewöhnliche Serie, die ich mir gleich noch mal ein zweites Mal angeschaut habe. Da diese Staffel reich an Charakteren und Handlung ist und alle raffinierten Einzelheiten wahrscheinlich mit einer Sichtung allein nicht zu erfassen sind, empfehle ich auch, sie ein weiteres Mal zu gucken. 

Meine Lieblingsepisode: 8  – diese Folge ist Perfektion und hier zeigt sich spätestens, dass sich die ganze Staffel von „The New Pope“ lohnt, die finale Folge ist dazu nur noch der krönende Abschluss. 

Lieblingsszenen: 

  • in Episode 2 das Gespräch zwischen Kardinal Sir John Brannox und dem Staatssekretär des Vatikans Voiello. Zusammengefasst: Brannox: Humans are blaming everything on others, we Catholics at least blame everything on God. Voiello: Actually we give him all the credit. Brannox: Is that not the same thing? 
  • in Episode 4 die Szene mit Marilyn Manson (wie sieht der eigentlich mittlerweile aus?) und dem Papst 
  • in Episode 5 die Szene mit Sharon Stone (die sich wie auch Manson selbst spielt) und dem Papst 

Aber ansonsten auch unbedingt auf den Vorspann aber auch den Abspann mit einigen originellen Tanzeinlagen achten. 

Meine Gedanken in den letzten zehn Minuten der finalen Episode: Aha, ja, glaubwürdig (das Sicherheitspersonal muss durchdrehen), okaaay – nicht wirklich realistisch, aber tolle Bilder, auch die Geräusche als die Musik aussetzt, beeindruckende Szenen für das Staffelende, tja, und nu? Einblendung des Serientitels. Blick in die Zukunft, gefällt mir…What the fuck? (was sich mehr auf die nachempfundene Szene aus einem berühmten Klassiker bezieht). Klasse Ende, ich wünschte, es würde keine Fortsetzung geben. 

 

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

Kardinal Angelo Voiello ist der Staatssekretär des Vatikans. Seit Ewigkeiten bekleidet er dieses Amt, zieht die Strippen im Hintergrund und sieht langsam seine Zeit gekommen, selbst Papst zu werden. Gespielt wird Kardinal Voiello von dem italienischen Schauspieler Silvio Orlando. Er hat in zahlreichen italienischen TV- und Spielfilmproduktionen mitgespielt.

Kardinal Bernardo Gutiérrez zählt zum engen Kreis von Kardinalstaatssekretär Voiello aber später auch dem Papst John Paul III. Gespielt wird Gutierrez von dem spanischen Schauspieler Javier Cámara. Er hat in Pedro Almodóvars Filmen „Talk to Her“, „Bad Education“ und „I´m So Excited“ mitgespielt.

Kardinal Sir John Brannox besitzt ein riesiges Anwesen in England. Dort lebt er mit seinen schwerkranken Eltern, die aber in einem anderen Flügel seines Schlosses residieren und seit dem frühen Tod von Johns Zwillingsbruders mit ihm kein Wort reden. Sir John wirkt leicht exzentrisch ist aber verletzlich und scheint auch irgendein Geheimnis zu haben. Der als moderat geltende Kardinal ist der Wunschkandidat einiger Kardinäle und wird später auch zum Papst gewählt. Er nennt sich Johannes Paul III. Gespielt wird Sir John Brannox von dem amerikanischen Schauspieler John Malkovich. Er hat in vielen Kinofilmen ( u.a. „Dangerous Liasons“, „Of Mice and Men“, „Burn After Reading“, Changeling) mitgespielt. Malkovich galt immer schon als einer der interessantesten Charakterschauspieler, ihm wurde dann sogar der originelle Film „Being John Malkovich“ gewidmet. John Malkovich hat auch bereits als Regisseur („The Dancer Upstairs“) gearbeitet und produziert gelegentlich auch Kinofilme („Juno“, „The Perks of Being a Wallflower“) Er wurde zwei Mal für den Oscar (für „Places in the Heart“ – seine erste offizielle Rolle in einem Kinofilm – und „In the Line of Fire“) nominiert. Außerdem hat er drei Emmy-Nominierungen für die TV-Formate „Death of a Salesman“, „RKO 281“ und „Napoléon“ erhalten. Für seine Performance in Volker Schlöndorffs TV-Film „Death of a Salesman“ wurde er mit dem Emmy ausgezeichnet. 

Sofia Dubois ist die PR-Managerin des Heiligen Stuhls. Gespielt wird Sofia von der belgischen Schauspielerin Cécile de France. Sie hat in unzähligen französischen Spielfilmen mitgewirkt. Ich habe sie bisher nur in Clint Eastwoods Film Hereafter gesehen

Der amerikanische Papst Pius III liegt nach einem Herzinfarkt im Koma. Mehrere Herztransplantationen sind bereits gescheitert. Er wird als lebender Heiliger gesehen und erscheint einigen Gläubigen und Geistlichen als Geist und Berater. Am Ende dieser Staffel muss man sich fragen, wer ist Lenny? Gläubige haben dazu sicher eine eindeutige Antwort.  Gespielt wird Papst Pius XIII von dem englischen Schauspieler Jude Law. Mir ist er erstmalig in „Gattaca“ aufgefallen und kurz darauf in „Midnight in the Garden of Good and Evil“. Seinen großen Durchbruch hatte Jude Law wohl durch seine Rolle in Anthony Minghellas Patricia Highsmith-Verfilmung „The Talented Mr. Ripley“. Seither ist er in vielen britischen und amerikanischen Produktionen zu sehen. Für seine Rollen in „The Talented Mr. Ripley“ und „Cold Mountain“ hat er jeweils eine Oscar-Nominierung erhalten.

Der Abschluss der zweiten Staffel ist für mich nahezu perfekt, Paolo Sorrentino plant aber eine weitere Staffel, er sieht dieses Projekt als Trilogie. 

Überwiegend ist auch diese Staffel in der italienisch und englischen Sprache. Episode 2 und 7 von „The New Pope“ wurde erstmalig auf dem Venice International Film Festival 2019 gezeigt. Vom 10.01.20 – 07.02.20 lief die gesamte Staffel dann erstmalig auf HBO. In Deutschland ist die Serie seit dem 20.02.20 bei Sky Atlantic zu sehen.

Trailer von „The New Pope“ zu sehen:

 

ein Vorspann zu sehen:

 

der noch besserer Vorspann, ab Episode 7 zu sehen:

 

TV-Serie: „The Leftovers 1., 2. und 3. Staffel“

Ich habe mir die kompletten Staffeln folgender HBO-Serie angeschaut:

 

„The Leftovers, 1.,  2. Staffel und 3. Staffel“ (in D. auf DVD o. beispielsw. über iTunes zu sehen) 28 x approx. 65 min  drama, fantasy, mystery, adaptation 

dir. Peter Berg,  Keith Gordon, Lesli Linka Glatter, Carl Franklin, Mimi Leder, Michelle MacLaren, Daniel Sackheim, Tom Shankland, Nicole Kassell, Craig Zobel  cast: Justin Theroux, Carrie Coon, Margaret Qualley, Ann Dowd, Amy Brenneman, Christopher Eccleston, Liv Tyler, Chris Zylka, Emily Meade, Amanda Warren, Janel Moloney, Max Carver, Charlie Carver, Regina King, Kevin Carroll, Jovan Adepo, Jasmin Savoy Brown, Scott Glenn, Paterson Joseph, Bill Camp

 

Am 14. Oktober 2011 verschwinden plötzlich zwei Prozent der Weltbevölkerung. 140 Millionen Menschen sind von einem Moment auf den anderen spurlos verschwunden. Drei Jahre später sind die Ursachen und Gründe dafür immer noch ungeklärt. Der lokale Polizeichef der Kleinstadt Mapleton, Kevin Garvey Jr. (Justin Theroux), hat auch sein Päckchen zu tragen. Seine Ehefrau Laurie (Amy Brenneman) ist zwar nicht spurlos verschwunden, hat sich aber irgendwann dieser sonderbaren Sekte Guilty Remnant angeschlossen. Die Sektenmitglieder versuchen immer mehr Menschen zu rekrutieren, beispielsweise Meg (Liv Tyler). Kevin Garney lebt unterdessen mit seiner Teenagertochter Jill (Margaret Qualley) zusammen und dann ist da noch Nora (Carrie Coon), am 14. Oktober 2011 haben sich ihr Ehemann und ihre beiden kleinen Kinder plötzlich in Luft aufgelöst… 

 

1. Staffel: B+; 2. Staffel: B-; 3. Staffel: B+ (Wertung von A bis F) Die erste Staffel von „The Leftovers“ basiert auf Tom Perrottas gleichnamigen Roman. Serienschöpfer sind der Vorlagenlieferant Tom Perrotta und der amerikanische Roman- und Drehbuchautor (Cowboys & Aliens, Prometheus, „World War Z) und Produzent/Serienschöpfer Damon Lindelof (u.a. TV-Serien „Lost“, „Watchmen“). Regie bei der ersten Staffel führt u.a. der amerikanische Filmemacher Peter Berg (Lone Survivor, Patriots Day).

Zugegebenermassen ist „The Leftovers“ vielleicht nicht für jeden die richtige Serie, insbesondere nicht im Moment (März 2020, inmitten der Corona-Krise). Ich wollte die Serie aber immer mal gucken und jetzt habe ich Zeit. 

Zur ersten Staffel: B+ (Wertung von A bis F): Ein Ereignis hat eine gesellschaftliche Erschütterung losgelöst. Am 14.10.2011 haben sich 140 Millionen Menschen weltweit plötzlich in Luft aufgelöst. Auch jetzt, drei Jahre später weiß niemand, was eigentlich und warum passiert ist. Die Menschen suchen immer noch nach einer Erklärung und mitunter nach Trost, einem Halt, vielleicht einem Zugehörigkeitsgefühl, das sie auch in der Spiritualität finden. 

Ich mag die Grundidee dieser Serie. Finde es realistisch, wie sich die Menschen nach einem so einschneidigen Ereignis neu suchen, eine gewisse Leere empfinden. Manche suchen Hilfe in verschiedenen (mitunter) dubiosen Glaubensgemeinschaften. 

Meine Lieblingsepisode: 9 („The Garveys at Their Best“) 

Nicht so richtig gute Episode: 10 („The Prodigal Son Returns“) 

Schauspielerisch hervorzuheben: Justin Theroux und Carrie Coon

 

Zur zweiten Staffel: B- (Wertung von A bis F) Die zweite Staffel fängt ungewöhnlich an. Den Prolog hatte ich bis zum Ende der Staffel im Hinterkopf. Diese Staffel spielt ungefähr ein Jahr nach den Ereignissen der ersten und nahezu komplett in einer anderen Stadt: in Jarden, Texas. Jarden ist von dem Sudden Departure am 14.10.2011 verschont geblieben. Tatsächlich ist hier – wie durch ein Wunder – kein einziger der 9,261 Einwohner verschwunden. Entsprechend ist die Stadt zu einem Magnet vieler US-Bürger, gar zu einer Touristenattraktion bzw. einem Wallfahrtsort, geworden. Nora, Kevin, Jill, das Baby, Matt und seine Frau Mary ziehen nach Jarden. Bei der zweiten Staffel werden neue Charaktere eingeführt. Auf Dr. Erika Murphy  (gespielt von Regina King), ihrem Mann John (gespielt von Kevin Carroll) und ihren Kindern Evie (gespielt von Jasmin Savoy Brown) und Michael (gespielt von Jovan Adepo) wird dabei ein besonderes Augenmerk geworfen. 

Im Ganzen ist die zweite Staffel dramaturgisch komplexer als die erste, mir erschien sie aber auch recht wirr. Manchmal war mir das etwas zu viel. Auch hatte ich die ganze Zeit Fragen, die mir über den Verlauf der 2. Staffel nicht beantwortet wurden. Weder bei der ersten Staffel noch bei der zweiten mochte ich die finale Episode, das Staffelende. 

 

Spoiler für die zweite Staffel 

Meine Fragen: Nora hat für 3 Mio Dollar ein Haus gekauft, was sie noch nie gesehen hat, woher hat sie das Geld? Klar hat sie vom Verkauf ihres Hauses in Mapleton sehr viel Geld bekommen, aber – soweit ich das Erinnerung hatte – nicht 3 Mio Dollar.  Sie hat auch keinen Job. Überhaupt, wie halten sich Nora und Kevin finanziell über Wasser? Beide gehen keiner Tätigkeit nach. Was mich auch irritierte: Nora verschwindet eines Tages, wo kommt sie unter? )

Spoiler Ende für die zweite Staffel 

 

Meine Lieblingsepisode: 9 („Ten Thirteen“) 

WTF-Episode: 8 („International Assassin“) 

Nicht so gute Episode: 10. („I Live Here Now“) 

Schauspielerisch hervorzuheben: Carrie Coon

 

 

Zur dritten und letzten Staffel: B+ (Wertung von A bis F) Beginnt, wie bereits die zweite Staffel, mit einem seltsamen Prolog. Ansonsten spielt diese Staffel drei Jahre nach den Ereignissen der zweiten Staffel. Der siebente Jahrestages des Sudden Departure steht bevor. Ein großer Teil der dritten Staffel spielt in Australien. Diese Staffel gefiel mir wieder besser, ist aber auch teils wirr mit aber einem sehr gelungenen Serienende. 

Meine Lieblingsepisoden: 6 („Certified“) und das Serienende, Episode 8 („The Book of Nora“) 

Meine Lieblingsszene: einige, aber besonders: in der Episode 5 („It´s a Matt, Matt, Matt, Matt World“) das Gespräch zwischen Matt und Burton auf der Fähre

Schauspielerisch hervorzuheben: Carrie Coon, Christopher Eccleston, Bill Camp und Justin Theroux

 

Insgesamt betrachtet mag ich diese Serie, finde sie unbedingt sehenswert. Ich liebe die Filmmusik (von dem deutsch-britischen Komponisten Max Richter) und auch die immer passende Auswahl der Songs. 

Mich begeistert – nach wie vor – die Grundidee dieser Serie und die Welt, in der sie spielt. Wenn es zu einem unerklärlichen Ereignis kommt, sucht man zwangsläufig nach Antworten – Was ist, wenn es die vielleicht nicht gibt? Was macht das mit der jeweiligen Gesellschaft? Was macht das mit rational denkenden Menschen? Was macht es mit den Hinterbliebenen, den Menschen, die ihre Liebsten am 14. Oktober tatsächlich verloren haben? Die zentralen (amerikanischen) Charaktere begleiten wir hier auf ihrem Weg. Der eine oder andere verliert vielleicht den Verstand, muss sich ihren/ seinen ureigenen Ängsten und Problemen stellen, ihr/sein Leben neu ordnen, sich darauf besinnen, was wirklich wichtig ist und muss – wie auch immer – ihren/seinen inneren Frieden finden. Ich fand das Ende der Serie dahingehend sehr gut gelöst. Am Ende gibt es aber nicht Antworten auf alle Fragen. Der Schluss lässt Raum für Interpretationen. 

 

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen

Kevin Garvey Jr. ist Polizeichef der Stadt Mapleton im Bundesstaat New York. Seine Frau Laurie (gespielt von Amy Brenneman) hat die Familie verlassen, um sich der Sekte Guilty Remnant anzuschließen. Sein Vater, Kevin Garvey Sr. (gespielt von Scott Glenn) war früher der Polizeichef, hat sich dann aber selbst in eine psychiatrische Einrichtung eingewiesen. Kevin lebt jetzt mit seiner 16-jährigen Tochter Jill (gespielt von Margaret Qualley) zusammen. Sein Stiefsohn Tommy (gespielt von Chris Zylka) ist bereits ausgezogen und hat sich dem Guru „Holy Wayne“ (gespielt von Paterson Joseph) angeschlossen. Kevin Garvey wird von dem amerikanischen Schauspieler Justin Theroux gespielt. Er hat in einigen TV-Serien (darunter „The District“, „Six Feed Under“) mitgespielt und war auch in einigen Kinofilmen („Mulholland Drive“, „Miami Vice“, The Girl on the Train) zu sehen. 

Patti Levin ist die Sektenanführerin der Guilty Remnant in der Kleinstadt Mapleton. Die Mitglieder dieser seltsamen Sekte sehen sich als „lebende Mahnung“ an die, die versuchen das Ereignis vom 14. Oktober zu vergessen. Sie tragen ausschließlich weiße Kleidung, reden nicht, kommunizieren nur in schriftlicher Form und rauchen – aus nicht nachvollziehbaren Gründen – Kette. Gespielt wird Patti von der amerikanischen Schauspielerin Ann Dowd. Ihre erste Kinorolle hatte sie in dem Film „Green Card“ und war seither in vielen Nebenrollen in Spielfilmen (u.a. Marley & Me, The Informant!, The Drop, American Animals) zu sehen. Mir ist sie das erste Mal in dem Film Compliance aufgefallen. Richtig bekannt wurde sie aber wahrscheinlich durch ihre Rollen in TV-Formaten (Olive Kitteridge, Good Behavior und natürlich The Handmaid´s Tale) Für ihre Performance in „The Handmaid´s Tale“ wurde sie dann auch mit dem Emmy ausgezeichnet. Insgesamt hat sie drei Emmy-Nominierungen (für „The Handmaid´s Tale und „The Leftovers“). 

Matt Jamison ist der Pfarrer in Mapleton. Er führt eine kleine, wenig frequentierte Kirche. Matt glaubt nicht daran, dass die Menschen am 14. Oktober einfach so verschwunden sind, er hält viele davon für Täter. Matt Jamison ist mit Mary (gespielt von Janel Moloney) verheiratet, die seit einem Autounfall im Wachkoma liegt. Matt ist der Bruder von Nora Durst (gespielt von Carrie Coon). Gespielt wird Matt Jamison von dem englischen Schauspieler Christopher Eccleston. Er hat in einigen Kinofilmen („Shallow Grave“, „Elizabeth“, „Existenz“, „28 Days Later“) mitgespielt. Für seine Performance in den beiden Fernseh-Formaten„Accused“ und „Come Home“ wurde er für den Emmy nominiert, gewonnen hat er den Emmy für „Accused“.

Jill ist die 16-jährige Tochter von Kevin Garvey (gespielt von Justin Theroux). Ihre Mutter Laurie (gespielt von Amy Brenneman) hat sich der Sekte Guilty Remnant angeschlossen. Jill wohnt mit ihrer besten Freundin Aimee (gespielt von Emily Meade) mit ihrem Vater zusammen. Gespielt wird Jill von der amerikanischen Schauspielerin Margaret Qualley. Sie hatte ihre erste Rolle in dem Spielfilm Palo Alto. Kurz darauf hat sie eine Rolle in „The Leftovers“ ergattern können. Ich habe sie im letzten Jahr erst in der Mini-Serie Fosse/Verdon gesehen. Den meisten wird sie aber durch ihren Auftritt in Quentin Tarantinos Once Upon a Time…in Hollywood mittlerweile ein Begriff sein. Für ihre Performance in Fosse/Verdon wurde sie für einen Emmy nominiert. Sie ist die Tochter der Schauspielerin Andie MacDowell.

Nora Durst arbeitet für das Department of Sudden Departure, einer Regierungsbehörde für die sie die Hinterbliebenen, der am 14.10. Verschwundenen befragt. An diesem Schicksalstag sind auch ihr Ehemann und ihre beiden kleinen Kinder verschwunden. Nora ist die Schwester von Reverend Matt Jamison (gespielt von Christopher Eccleston). Gespielt wird Nora von der amerikanischen Theater-, TV- und Kinoschauspielerin Carrie Coon. Sie hat u.a. in David Finchers Film Gone Girl, „Avengers: Infinity War“ und Widows mitgespielt. Auch hatte sie in den TV-Serien „Fargo“ und „The Sinner“ eine Hauptrolle. Für ihre Performance in der TV-Serie „Fargo“ wurde sie für den Emmy nominiert. Außerdem wurde sie für ihre Performance in dem Theaterstück „Who´s Afraid of Virginia Woolf“ für den Tony nominiert. Carrie Coon ist mit dem wunderbaren Schauspieler (Indignation, The Lovers, Ford v Ferrari), Drehbuch- und Stückeschreiber („Bug“, „Killer Joe“, „August: Osage County“) Tracy Letts verheiratet. 

Meg Abbott lebt in Mapleton, sie hat vor, demnächst zu heiraten. Die Mitglieder der Sekte Guilty Remnant  versuchen, sie zu rekrutieren. Gespielt wird Meg von der amerikanischen Schauspielerin Liv Tyler. Sie hat in einigen Kinofilmen (u.a. „Armageddon“, der „The Lord of the Rings“-Trilogie, The Strangers, Robot & Frank) mitgespielt. Liv Tyler ist die Tochter des Aerosmith-Sängers Steven Tyler. 

erst in der zweiten Staffel:

Dr. Erika Murphy arbeitet als Ärztin in einer Notfall-Praxis. Erika ist mit John (gespielt von Kevin Carroll) verheiratet, sie haben zwei Kinder im Teenager-Alter, Evie und Michael  (gespielt von Jasmin Savoy Brown und Jovan Adepo). Gespielt wird Erika von der afroamerikanischen Schauspielerin Regina King. Ich bin nicht wirklich von ihrem Talent überzeugt. Regina King hat bekanntermassen im letzten Jahr einen Oscar für ihre Performance in If Beale Street Could Talk gewonnen, außerdem wurde sie 4 x für den Emmy nominiert, davon allein drei Mal für die TV-Serie „American Crime“ und ein Mal für die Mini-Serie „Seven Seconds“. Gewonnen hat sie bis heute drei Emmys (2x für „American Crime, 1x für „Seven Seconds). 

 

Bei den Emmys wurden alle drei Staffeln von „The Leftovers“ weitestgehend übergangen. Einzig Ann Dowd wurde für ihren Gastauftritt in der dritten Staffel für den Emmy nominiert. 

 

Die erste Staffel von „The Leftovers“ wurde erstmalig vom 29.06.14 – 07.09.14 auf HBO ausgestrahlt, die zweite Staffel vom 04.10.15 – 06.12.15 und die dritte Staffel vom 16.04.17 – 04.06.17. In Deutschland ist die Serie als DVD oder im Stream zu erhalten. 

 

Trailer zu der ersten Staffel:

 

 

Trailer zu der zweiten Staffel:

 

 

und der sehr passende, gute Trailer zu der dritten und finalen Staffel:

 

 

 

 

Fortsetzung: Folgt.

Eine super Idee und etwas, das ich auch gerne unterstütze: 

Berliner Programmkinos initiieren gemeinsame Unterstützungskampagne auf Startnext

Die Berliner Kinolandschaft ist eine der vielfältigsten der Welt. Engagierte Programmkinos bringen auf 75 Leinwänden Woche für Woche eine Vielzahl von Filmen und Veranstaltungen zum Leuchten, ein Programm so bunt wie die Stadt. Filmstarts jenseits des Mainstreams aus allen Ecken der Welt, internationale und verrückte Festivals, Kinder- und Jugendarbeit, Retrospektiven, Filmgespräche, Podiumsdiskussionen: In diesen Kinos tauchen Menschen in andere Lebenswirklichkeiten ein, lachen, lernen, lieben und streiten. Wie keine andere Stadt lebt und liebt Berlin seine Kinos und die europaweit einzigartige Programmvielfalt.

Durch die vorübergehende unfreiwillige Kreativpause sind die Berliner Programmkinos akut in ihrer Existenz bedroht, denn obwohl derzeit keine Einnahmen erzielt werden, laufen die Fixkosten weiter. Wie bei vielen anderen Kulturunternehmen auch ist es unmöglich, Rücklagen zu bilden, um solche Ausfälle kompensieren zu können.

Damit diese Vielfalt auch in der Zukunft erhalten bleibt, brauchen die Kinomacher*innen Unterstützung.

Berliner Programmkinos haben sich zusammengeschlossen und eine Unterstützungskampagne auf Startnext initiiert. Die Aktion startet am Freitag, 27. März 2020 und ist hier zu finden https://www.startnext.com/fortsetzungfolgt

 

Alle erzielten Spendeneinnahmen werden an die teilnehmenden Berliner Programmkinos verteilt. Mit den Spenden werden die Kinos einen kleinen Teil ihrer Ausgaben decken können. Gleichzeitig ist auch die Politik gefragt, schnell und unkompliziert finanzielle Unterstützung zu geben, so wie es das Medienboard Berlin-Brandenburg schon bereits getan hat.

Die Berliner Programmkinos haben eine entscheidende Gemeinsamkeit: Sie machen Kino mit Herz. Und dennoch sind sie alle auf ihre eigene Art sehr verschieden. Wem diese Vielfalt wichtig ist, ist aufgerufen, zu helfen.

Babylon Kreuzberg
Blauer Stern
Bundesplatz-Kino
Capitol Dahlem
Central
Cinema Paris
City Kino Wedding
Cosima
Delphi Filmpalast
delphi LUX
Eva Lichtspiele
Filmkunst 66
Filmtheater am Friedrichshain
fsk Kino
Hackesche Höfe Kino
IL KINO
International
Kant Kino
Kino im Kulturhaus Spandau
Kino Kiste
Lichtblick-Kino
Moviemento
Neues Off
Odeon
Passage
Rollberg
Sputnik Kino
Tilsiter Lichtspiele
Toni
Union Filmtheater Friedrichshagen
Wolf Kino
Xenon
Yorck Kino
Zukunft am Ostkreuz

Die Kinos bedanken sich herzlich für die großartige Unterstützung bei Erik Schmitt („Cleo“), dessen Trailer zur Kampagne in Kürze auch auf https://www.startnext.com/fortsetzungfolgt verfügbar ist.

#FortsetzungFolgt
#ToBeContinued