Seattle – "The Curious Case of Benjamin Button"


Ich war am 06.01.09 in Seattle und habe mir im Kino angeschaut:

„The Curious Case of Benjamin Button“ (dt. Titel: „Der seltsame Fall des Benjamin Button“, dt. Kinostart: 29.01.09) 167 min fantasy, drama adaptation
dir. David Fincher cast: Brad Pitt, Cate Blanchett, Tilda Swinton, Elle Fanning, Julia Ormond, Taraji P. Henson, Elias Koteas

Im Jahre 1918 erblickt ein ungewöhnliches Baby das Licht der Welt, Benjamin Button (Brad Pitt). Benjamin sieht wie ein schrumpeliger, alter Mann aus und ist tatsächlich 86 Jahre alt. Er altert rückwärts. Von Tag zu Tag verjüngt er sein Aussehen und wird fideler. Als er ungefähr zwölf Jahre alt ist und dabei aussieht als wäre er siebzig Jahr alt, trifft er auf seine Seelenverwandte, die siebenjährige Daisy (Elle Fanning/ später: Cate Blanchett). Ihre Wege werden sich immer wieder kreuzen, bis sie von den Lebensumständen und vom Alter für eine gewisse Zeit zusammenpassen…

A (Wertung von A bis F) Im Filmjahr 2007 war No Country for Old Men mein Lieblingskinofilm, für das Filmjahr 2008 hat es „The Curious Case of Benjamin Button“ auf Platz 1 geschafft (dicht gefolgt von Wall-E und Slumdog Millionaire).

Der Film „The Curious Case of Benjamin Button“ ist von einer Kurzgeschichte von F.Scott Fitzgerald aus dem Jahre 1921 adaptiert. Erzählt wird eine ungewöhnliche Lebens- und Liebesgeschichte. Auch wenn sich die Liebesgeschichte von der reinen Inhaltsangabe her vielleicht etwas komisch „anfühlt“, so ist sie auf der Leinwand einfach nur aussergewöhnlich und bewegend. Wie von dem Regisseur David Fincher („Seven“, „The Game“, „Fight Club“, Zodiac) nicht anders zu erwarten, hat der Film eine einzigartige, wunderschöne Bildsprache. Finchers Arbeit hat einen hohen Wiedererkennungswert. Neben all der wunderbaren Kameraarbeit, den faszinierenden visuellen Effekte, ist insbesondere die Arbeit der Make-Up-Artisten hervorzuheben, gerade wenn man den Vergleich zu der weniger gelungenen Arbeit bei „The Reader“ hat. Schauspielerisch liefert Brad Pitt eine solide Arbeit ab, die aber zu keinem Zeitpunkt die Qualität und Klasse von Ausnahmetalent Cate Blanchett erreicht. Cate Blanchett verleiht der Filmfigur Daisy so viel Eleganz und Würde, dass es mir manchmal beinahe den Atem raubte…Wenn es bei der Academy gerecht zugehen würde…, müsste Cate Blanchett für diese Rolle einen Oscar erhalten. Natürlich ist aber auch Tilda Swinton wieder einmal eine Bereicherung. Der Film ist für 5 Golden Globes nominiert.

Meine Empfehlung: „The Curious Case of Benjamin Button“ auf der grösstmöglichen Leinwand schauen und vielleicht noch das eine oder andere Taschentuch griffbereit halten…

Lars-Olav Beier vom SPIEGEL hat einen interessanten und gut beobachteten Aspekt in seiner Filmkritik aufgebracht („Liebe auf Augenhöhe“).

Trailer zu sehen:

9 Gedanken zu “Seattle – "The Curious Case of Benjamin Button"

  1. Wirklich? Was war denn an dem Trailer anstrengend? Aus filmischer Sicht ist es eine Glanzleistung, ob die Story jeden anspricht, weiss ich nicht. Ich fand den Film einfach wunderschön. Vielleicht ist er minimal zu lang, aber ich wollte auch keine Minute missen…Von meinen Mitzuschauern ist auch keiner auf Toilette oder Popcorn holen gegangen und das heisst was bei den Amis… :yes:

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  2. Na wenn man den Film als Ganzes sieht, wirkt die Maske bzw. die CGIs gar nicht mehr als solche, sondern echt…Wirkt er schmalzig, oder der Film (durch den Trailer)? Ich bin eh kein Freund von Brad Pitt, fand ihn nur in „Fight Club“ und „Babel“ gut…

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  3. Nein, ich lese deine Rezension noch nicht durch, nur das A habe ich gesehen. Ich schau mir den Film in zwei Wochen an, danach guck ich nochmal bei dir vorbei. :>>
    Nächste Woche schau ich erst einmal „Glaubensfrage“, der ja bei dir auch ein A bekommen hat. Das Filmjahr scheint wirklich gut zu werden. :yes:

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  4. Na, ich bin super gespannt, wie Du „BB“ findest. Dann gebe ich Dir auch keinen Hinweis, auf was Du achten solltest…wir sprechen einfach später ´drüber und ich hoffe, es ist Dir auch so aufgefallen. Siehst Du „Doubt“ im Original? Wie jedes Jahr ist das Ende eines jeden Jahres in den U.S.A. mit tollen Filmen gekrönt und das Frühjahr in Deutschland… :yes:

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  5. Öhm, habe den Film also heute gesehen. Und irgendwie fand ich ihn zwar optisch sehr toll, aber inhaltlich leer. Welche Weisheit will Fincher damit loswerden? Irgendwie dachte ich den ganzen Film über, es passiert noch etwas, außer dass BB immer jünger wird und man das Können der Maskenbildner bewundern kann, aber es kam nichts. Und wieso der Hurrikan Katrina da mit vermischt wurde, ist mir auch nicht klar. Soll das eine Anspielung auf die Sintflut sein?

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  6. Na ich bin ja schon einmal glücklich, dass Du den Film aus cineastischer Sicht auch sehr toll fandest…wobei ich da auch zwei Szenen ganz besonders fand (1. ich nenne sie mal „komplexe Schicksalsszene“, wie erzählt wird, wie es zu ihrem Unfall kam und 2. eine Szene in einem Diner und wie sie das Restaurant dann verlassen…das hätte Edward Hopper nicht besser malen können…) Es gibt tatsächliche einige Leute, die mit „BB“ nicht viel anzufangen wissen, weil es vielleicht aus filmischer Sicht zu kühl erscheint oder weil sie sich nicht angesprochen fühlen. Ich glaube, daß man bei Filmen, die man besonders gut findet, sich irgendwie selbst meist wiedererkennt. Fincher erzählt hier von Benjamin Button, der vom Geist zunächst jung ist, aber optisch alt (war übrigens auch eine sehr kluge Entscheidung, ihn in einem Altenheim aufwachsen zu lassen, finde ich), also im falschen Körper. Er ist „anders“ und führt ein entsprechend besonderes Leben. Also, übertragen in die heutige Zeit, es gibt Menschen – wohl die meisten – die ein Leben nach konventionellen Richtlinien leben und es gibt Menschen, die von solch einem Lebensentwurf sich nie angesprochen fühlten und „anders“, vielleicht nicht ihrem Alter entsprechend, leben und/oder sich verhalten. Weißt Du was ich meine? :??: :no: Naja, außerdem fand ich die Liebesgeschichte wunderschön, realistisch und interessant durch ihre von zeitliche Begrenzung von vornherein…Hurricane Katrina habe ich zum einen als Rahmen gesehen, noch wichtiger glaube ich, war es Fincher, den Todeszeitpunkt von Daisy zu benennen und daß die Uhr (aus der Anfangsszene) zerstört wurde, was die Vergänglichkeit anzeigt … nichts bleibt für immer…

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